Es war ein herrlicher Sommertag, die Vöglein zwitscherten und es herrschte ein friedliche Ruhe in dem Wald. Von Zeit zu Zeit waren Rehe und andere Waldbewohner zu sehen, die den Weg der Reisenden kreuzten. Der nächste Tag versprach sogar noch besser zu werden für Kiara, Shay, Felicia, Rudger und Macer. Die kleine Gruppe hatte sich in Richtung Iriaebor ein wenig kennengelernt. Hatte man doch von Überfällen auf Gruppen, die in Richtung Iriaebor unterwegs waren gehört und so bot die Gesellschaft der anderen einen gewissen Schutz. Zwar waren die Interessen des Einzelnen von unterschiedlicher Natur, aber das anstehende große Festival versprach für jeden interessant zu werden. Das wollte sich keiner entgehen lassen und so war der ein oder andere mit ausreichend Proviant teilweise vor mehreren Zehntagen aufgebrochen um den Feierlichkeiten beizuwohnen.
Da Chauntea dieses Jahr den Bauern sehr zugeneigt war, standen die Ehren in voller Pracht und goldener Farbe. Sune hatte ihren Lauf schon fast beendet, als an der Gruppe ein kleiner 2achsiger Wagen, gezogen von 2 Pferden, vorbei fuhr, auf dessen Kutschbock ein kleiner Gnom saß und die Gruppe beim Vorbeifahren grüßte. Später stellte sich heraus das dieser pfiffige Gnom, dessen Name Nitfizz lautet, nicht nur redegewandt, sondern auch sehr viel über die Umgebung, die Wälder und dessen Bewohner wusste, bis hin zu schmackhaften Beeren die er der Gruppe am Lagerfeuer anbot. Dazu aber später mehr. Sune machte der Gruppe deutlich das sie an diesem Tage nicht mehr die Stadt erreichen würden und selbst wenn, dann würden sie vor den geschlossenen Toren dieser nicht mehr eingelassen. So gingen sie noch ein Stückchen, auf der Suche nach einer geeigneten Stelle für ein Lager und sahen in der Ferne einen Wagen stehen, der sie vorhin schon überholt hatte. Eine Laterne brannte im inneren des Wagens und unweit des Wagens war ein kleines Lagerfeuer, an dem 3 Personen saßen. Beim Näherkommen, sah die Gruppe den kleinen Gnom wieder und 2 ältere Männer, während der Glatzköpfige ein braune Kutte, zusammengeschnürt mit einem Strick trug und aussah wie ein Mönch, sah der andere wesentlich eleganter aus, zwar waren ihm auch nicht mehr viele Haare geblieben, aber die Robe, sein Stecken und auch das schwere Buch in dem er zu lesen schien hinterliess bei jedem Gruppenmitglied einen erhabenen Anblick. Die beide unterhielten sich. Die Gesichtzügen des Gnomes sprach Bände. Umso erfreuter war dieser, als die Gruppe bei dem Lagerfeuer eintraf. Er sprang auf und begüßte die Reisenden und stellte die beiden grauen Herren vor. Der Erhabenere hieß Sefarianus und der mit der Kutte war Keldaron. Beide waren nicht gerade gesprächig und das sollte sich im Laufe der Zeit auch nicht ändern. Ganz im Gegensatz war Nitfizz umso gesprächiger und fragte jeden Einzelnen aus der Gruppe aus. Nitfizz war nicht alleine, er schien einen Begleiter zu haben, der ab und zu sich zeigt nur um kurze Zeit wieder unter seinen großen Hut wieder zu verschwinden. Nitfizz bot der Gruppe seine Beeren an und zauberte nachdem keine mehr da waren wieder welche zum Vorschein. Die Nacht war schon längst über den Wald hereingebrochen und so teilte man nur noch schnell die Nachtwache ein, falls sich dochmal ein neugieriger Bär oder ein anderes Tier, angezogen von den Köstlichkeiten der Reisenden, sich ins Lager verirren sollte. In der ersten Hälfte passierte nichts und so wechselten sich die Wachhabenden ab, in der zweiten Hälfte wurde….
Die Zeit schritt voran und unsere Freunde warteten auf die Dunkelelfen, die hier in der Taverne zur glücklichen Kuh auftauchen sollten. Sie sollten nicht lange warten. Einige Vorbereitungen wurden getroffen, damit Bernhard nicht durch einen billigen Bolzen das Zeitliche segnen würde. Selbst die Gnomin war wieder bei der Gruppe erschienen, nachdem sie in ihrem Bett keinen Schlaf gefunden hatte. Evelyns Aktion, Bernhard ein wenig zu erschrecken ging in der angespannten Lage so nach hinten los, das sie Rücklinks in einen Stuhl krachend zu Boden ging. Ja man konnte die Anspannung die auf der Gruppe lag förmlich riechen. Nachdem sich die Gnomin wieder aufgerappelt hatte gingen der Zwerg und sie in den vorderen Bereich der Taverne um einen besserr Position zu bekommen, falls die Drows durch den Eingang kämen. So war es dann auch eine Gruppe von 5 Dunkelelfen schritten in die Taverne und ungeachtet dessen verteilten sich die zuletzt Eingetretenen, ebenso wie die beiden Mitglieder zuvor, in den vorderen Bereich der Taverne. Die anderen der Gruppe gingen auf den Tisch von dem Anführer des Eisenthrons und Bernhard zu, wobei einer höfflich die beiden Grüßend sich auf den letzten Stuhl niederließ. Nach einer kurzen Vorstellung der Anwesenden und kurz Unterhaltung über das Objekt des Verkaufs. Wurde Bernhard und Dontos gefragt ob sie bei dem Verkauf anwesend sein wollen und nachdem Beide zögerlich eingewilligt hatten, befanden sich Beide plötzlich in der Dunkelheit eines Stalles wieder. Sehr zur Verwunderung von Ihnen, als auch von der Gnomin und des Zwerges. Dann ging plötzlich alles sehr schnell. Es entbrannte in dem Stall eine heftige Diskussion zwischen den Elfen und dem Anführer. Bernhard und Dontos bekamen kaum was von dem Gespräch mit, obwohl sie dicht bei den Elfen standen. Einzig die große Orgel auf der Kutsche verdeckte den weiteren Einblick auf den Rest des Stalls. Soviel hatten sie aber mitbekommen das Bernhard Tod Bestandteil des Geschäfts war, was gerade über die Bühne ging. Da bemerkte Dontos wie ein Gnom unter dem Wagen hervorschlich, sich erst in Richtung Dontos begab und dann in Richtung Bernhard ging. Er deutete mit dem Finger auf seinem Mund an das sie ruhig sein sollen und im Anschluss zeigte er mit dem selben Finger nach oben an, von wo aus Gefahr drohen würde. Als Beide nach oben schauten erblickten sie ein großes Spinnennetz und an den Balken entdeckten sie Bewegung. Das konnte nichts Gutes bedeuten. Dann ging es plötzlich alles sehr schnell. Bernhard wurde von mehren Bolzen getroffen, ihm wurde schwarz vor den Augen, konnte sich aber noch halbwegs an dem Wagen abstützen. Etwas großes Spitzes ragte aus dem Körper des Anführers des Eisenthrons, doch bevor er starb konnte er noch einen Dunkelelfen erledigen. Nun setzte die Elfen die Verhandlung mit dem geschwächten Bernhard fort, erklärten ihm ruhi die Lage und baten ihn die Orgel vor die Stadttore zu bringen. Er sei vergiftet und jede Minute würde zählen. Vor den Toren würden sie jemanden treffen, der ihm das Gegenmittel geben würde. Einverstanden mit dem Deal und dem Gift ihn seinem Körper, bekam Bernhard Hilfe von Dontos, der ihn auf den Kutschbock schob. Ohne seine Hilfe hätte es Bernhard nicht mehr geschafft. Nun wurden die Flügeltüren des Stalls geöffnet und Dontos lenkte den Wagen in großer Eile gen Tor.
Wo waren nur Bernhard und Dontos hin? Unruhig versuchten die Beiden mehr über den Verbleib der anderen Beiden in Erfahrung zu bekommen und so blieb ihn nichts anderes übrig, als Informationen bei den beiden zurückgebliebenen Drows zu besorgen. Leider gestaltete sich das als nicht gerade sinnvoll. Da sie dicht am Eingang der Taverne waren sahen sie die Orgel vorbeirasen und auf dem Kutschbock einen sorgenvollen Dontos, der die Pferde antrieb. Sofort setzen sich die Gnomin und der Zwerg in Bewegung und rannten den Wagen hinterher.
Nun gab es nur noch das Problem, wie sollten sie aus der Stadt kommen. Die Tore waren zu und bis zum Morgengrauen würde nicht mehr viel Zeit bleiben. Die Wache schaute verdutzt als plötzlich der Wagen auf sie zugerast kam und sie versperrten mit ihren Stangenwaffen den Weg, der ohnehin vom verschlossen Tor versperrt war. Es folgte ein kurzes Wortgefecht, ein Wachmann die in Flamen aufging und ein anderer der Tod neben dem Wagen zusammensackte. Schnell war der Balken der das Tor verschloss zur Seite geräumt und man entging den zu Hilfe eilenden Wachen nur knapp. Am Wagen hingen der Zwerg und die Gnomin und noch während der Fahrt hangelte sich der Zwerg nach vorne. Die Zeit verging und sie lief gegen Bernhard. Der Weg war frei und so fuhr die Orgel durch die Nacht.
Da waren sie nun, das Leben des Bernhards lag also in deren Hände. Er wäre beinah Kopfüber vom Kutschbock gefallen, wenn nicht Dontos ihn wieder hingstutzt hätte. So nahm die Geschichte ihren Lauf. Es gab eine Diskussion was den Handel anging und ein Kampf entbrannte, nachdem man sich nicht einigen konnte. Der Wagen fuhr an um nur kurz weiter wieder stehen zubleiben. Auf dem Weg lag ein von Bolzen getroffen der Gnom, der ihnen im Stall schon beigestanden hatte, er hatte sich unter dem Wagen aufgehalten und der Gruppe geholfen sich zu verteidigen. Die Gnomin setzte einen Hilferuf in Dolchfurt ab, der nicht zu überhören war. Immerhin waren am Strassenrand weitere Drows aufgetaucht und nahmen den Wagen unter Beschuss genommen. Der Zwerg und die anderen gingen nun die Defensive. Sie verschanzten sich und kämpften wie Barbaren. Der Kampf entbrannte nun in vollem Ausmaß. Kugel der Dunkelheit breiteten sich um den Wagen herum aus, Blut rann, sowohl von den Drows als auch von den Helden der Straße entlang. Das Gnom und das Gegengift konnte unter starken Beschuss geborgen werden. Der daraufhin halbwegs kampftaugliche Bernhard war wieder unter den Lebenden, wenn auch noch geschwächt. Der ungleiche Kampf wog hin und her, die Helden waren umzingelt, doch gelang es den Dunkelelfen nicht die eingekesselten zu erledigen. Ganz im Gegenteil, als erkannt wurde das man sie nicht in die Knie zwingen würde, zogen sie sich zurück.
Wohin sollten sie jetzt nur? Zurück nach Dolchfurt schien nicht möglich. Doch lagen ihre Sachen noch in der „Glücklichen Kuh“. Man beratschlagte sich und wollte sich zum Erholen, erstmal zurückziehen um Kräfte zu sammeln. Also setzen sie, mit Hilfe der zuvor in Dolchfurt organisierten Karte, ihre Reise nach Stillwasser, fort.
Nasid dachte einige Zeit darüber nach, welcher Stock der längere war, jener in der Hand des Mannes, oder der in seinem Arsch. In seiner Heimat wäre er ein klassischer Eunuch gewesen, schon möglich, dass es hier auch einige gab. Als wären sie alle Brüder. Die Forscherstimme seines Intellektes stellte Vermutungen über in männlichen Eiern aufbewahrte Wesenszüge an, die abklingen, wenn eben jene der Schere zum Opfer fallen. Vermutlich wäre eine Nachfrage jedoch unpassend gewesen, daher ließ er diese Gedanken in den Nebel seines Nachgedächtnisses – wie er seine Sammlung, ehemals gedachter Gedanken nannte – sinken, gleich zu den ethlichen anderen menschlichen und nicht-menschlichen Mysterien. Häuten sich Yuan-ti? Verdursten Vampire ohne Eckzähne? Was unterscheidet kleinwüchsige, dicke Menschen von Zwergen? Wie denken Götter? Steckt eine Absicht hinter dem verdammten Regen, der immer einsetzt, wenn er beschließt, seine Reise fortzusetzen? Mysterien halt.
Fenner war verschwunden. Vielleicht war seine Nase zu sensibel für die Anwesenheit nahe des Eunuchen. Ah, da waren sie wieder. Nasid dachte doch noch über diesen Menschen nach, der da vor ihnen herstolzierte. Es war einer dieser sehr wichtigen Menschen. So wichtig, dass er wusste, dass sein eigener Name schon in drei Sekunden vergessen worden wäre, weshalb er sich nicht die Mühe zu machen brauchte, ihn zu nennen. Höflich allemal. Wenn nicht einer der Gefährten dauernd ein Notizbuch zückte, um sich Namen all dieser Wichtigtuer oder Bösewichte zu merken, würden sie noch schneller im Nachgedächtnis verschwinden und schwerer auffindbar sein, als die Eier eines Eunuchen. Das war eines der Dinge, die Nasid an seinen Gefährten schätzte. Sie alle schienen dann und wann Tagebuch zu schreiben und so konnten sie sich stets gegenseitig an die Namen von Wirten, Schankmaiden, Lords und den ethlichen Herrscherhäusern erinnern. Mancher Magier hätte ob solcher Kompensationsstrategien schwere Gedächtniskrankheiten vermutet, doch Nasid war damit ganz entspannt. Es funktionierte und sie hatten noch niemanden umgebracht, weil sie den Namen verwechselten. Dem stolzierenden Mann hinterher schwebend machte er sich Notizen für später. Gedanken über Stöcke, Eunuchen und Yuan-Ti aufschreiben für eine Nachwelt. Oder wieso eigentlich? Damit einst eine Heldengruppe sein Tagebuch in einer fallengespickten, bemonsterten Höhle finden würde, und sich entscheiden könnte, seine epische Queste zuende zu führen? Hoffentlich nicht. Nein, eigentlich wusste er, wieso er es tat. Eine Situation beim passieren sarkastisch, ironisch oder lustig zu finden macht Spaß, doch das eigentliche Erhabenheitsgefühl passierte nun doch, beim wiederkäuen. Sei es in Gedanken, oder halt in Schriftform. Es nagte ein wenig an ihm, dass er das ganze nur tat, um sein Ego zu streicheln und sich in seiner offensichtlichen Überlegenheit zu bestärken. Äh. Was er natürlich nicht nötig hatte, weil das ja Fakten waren, beruhigte er sich gleich wieder. Puh, was ein langer Weg, doch vielleicht lag auch nur das Frühstück noch so schwer im Magen. Und nun waren sie auf dem Weg zum Mittagessen, um von diesem Kauz dort – hoffentlich nicht – oder Lord Dolo die hiesigen Sitten in gehobener Gesellschaft beigebracht zu bekommen. Xhorgul war tatsächlich sehr unterhaltsam mit seinem zwergischen Pragmatismus. Nasid würde wetten, er könnte auch Straußenei bloß mit seinem Hammer essen. ..und vermutlich auch zubereiten.
Der Rest der Truppe ließ, so hatte Nasid den Eindruck, es mehr oder minder über sich ergehen, da das Vorwissen sehr unterschiedlich war, oder aber, wie in seinem Fall aus anderen kulturellen Kreisen stammte. In seinem Elternhaus hatten die Sklaven einfach immer entsprechendes Besteck zum Essen mitgebracht und wurden ausgepeitscht, wenn sie einen Fehler machten. Verschob die Fehlerschuld. Irgendwie angenehm, dachte Nasid, als er vor dem Sammelsurium an messer- und gabelähnlichen Werkzeugen saß. Immerhin gab der Lord höchstselbst sich die Ehre. Der Mann wollte sich den Trupp offensichtlich warm halten. Wusste er wohl, dass sie alle mit Hochdruck daran arbeiteten, die Geschichte vorm Ball erledigt zu haben?
Es vergingen bloß drei Tage, in denen die Gruppe sich rudimentär absprach, was sie machen wollte. Rylan fand in den Tavernen Neuigkeiten über ein weiteres Haus und erzählte von Nachrichtentürmen, die Botschaften zwischen Westtor und Tesir übermittelten und suchte dort nach hinweisen. Fenner war meistens weg und Nasid vertraute darauf, dass der Halbork bestimmt irgendetwas sinnvolles tat. Oder? …Hundedamen… verdammt, da waren die Nachgedanken wieder. Aus! …würde da ein Halb-Hork rauskommen? Oder wird das dann Ound genannt? Hork klingt irgendwie flüssiger. Jetzt aber aus! Irgendwann wollte Fenner bedröppelt, blaß – sogar eher grün – um die Nase und irgendwie schuldig dreinblickend mit Arat reden. Nasid ließ ihnen die Zeit und erfuhr auch später nicht, worum es ging. Gibt es nicht Worgs? Vielleicht hatten Orks und Wölfe.. und dann war es allen zu peinlich darüber zu reden und sie nannten es Warg?
Aaaah. Nasid sah von seinen Aufzeichnungen auf, die er machte, während er aus Arats Zauberbuch den Dimensionsanker lernte. Kurze Pause. Xhorgul nutzte seine Schmiedepausen meist für Zwergenbier, doch Nasid war sich nicht sicher, wie gut die Idee wäre. Nein. Eigentlich war er sich sicher, dass es keine gute Idee war, wenn er später noch Ausspähen wollte. Wer weiß, wo er sonst rauskäme.
Ja, was machte der qazzam eigentlicht? Immer wieder schmiedete er, dann war er unterwegs. Er hatte bereits beträchtliches Wissen herangebracht, sowohl aus Büchern, als auch aus Tempeln und wollte irgendwelche Besorgungen machen.
Mit Arat zusammen zu sitzen und gegenseitig Zauber auszutauschen für das kommende Projekt war befriedigend. Auf Reisen hatte Nasid immer wieder einzelne Magier gefunden, mit denen er sich austauschen konnte und Arat hatte einiges anzubieten, was Nasid interessierte. Eine Bibliothek wäre freilich schöner gewesen, als neben einer Schmiede, in der ein Zwerg heilig besengt auf Stahlsorten herumdreschte, die Nasids Meinung nach eifach nicht dafür gemacht waren, bearbeitet zu werden. Aber sag das mal einem Zwerg.
Ja, viel mehr passierte eigentlich nicht. Ah, doch. Nach Arats Versuch, den Siegelring zu identifizieren, der irgendwie fehlgeschlagen war, wagte er den Selbstversuch. Was sehr unspektakulär blieb. Keine Flammensäule, kein blaß werden und die letzten Worte aushauchen, keine mystische Stimme, die böse lachend im Äther verschwindet und sagt, Arats Geist sei jetzt sein. Nichts. Einfach Nichts. Als dann jedoch die Ausspähungszauber schief liefen, vermuteten die beiden Magier messerscharf einen Zusammenhang zum Ring und nachdem Xhorgul den Fluch auf dem Ring unterdrücken und Rylan den Nadelmechanismus ausschalten konnte, war Arat wieder befreit von dem Ring, von dem bisher im wesentlichen bekannt war, dass er Türen öffnen konnte.
Ein geglücktes Ausspähen Arats war noch interessant, denn es führte ihn und Nasid promt teleportierender Weise gegen eine magische Barriere des hisigen Wachgebäudes, wo sie herausfanden, dass die Sklavinnen gleichzeitig die Musikerinnen waren. Die Instrumente sind also eine Sackgasse. Seltsamerweise, oder einfach, um etwas – mehr oder minder – sinnvolles zu tun zu haben, entschied Nasid, die beiden Mädchen zu ihrer Familie zurück zu bringen. Ein bischen Ausspähen, ein Kapitän mit Verwandschaft auf halbem Weg und es könnten Wege gefunden werden, ihnen zumindest die Schiffsreise mit ungewissem Ausgang zu ersparen. Wenn Nasid vorher noch Wege fände, in die Erinnerungen der beiden zu schauen, wäre dies jedoch vermutlich noch eine wertvolle Informationsquelle. Sie mussten die Magier ohne Vermummung, oder zumindest Hinweise auf ihre Rasse gesehen haben. Ein wenig ärgerlich, dass Nasid so vorschnell den einen Magier pulverisiert hatte, nun wussten sie nicht, ob es vielleicht Vampire oder Drow waren, die unter den Kutten steckten. Die wirklich indiskreten Fragen diesbezüglich lagen Nasid kurz auf der Zunge, doch wurden lange vorm aussprechen zum Kloß. Nein, so wichtig konnte die Information nicht sein. Noch sieben Tage. Chancen ohne Ende.
Nachdem Stahlauge doch noch, mehr oder weniger, als Gewinner aus dem gestrigen Boxtunier hervorging, überlegte er nicht lange und feierte seinen Gewinn dementsprechend. Bier, Wein, Schnaps und alles mögliche an Essen, mit nichts wurde gespart. So kam es auch, dass der ledierte Kopf am nächsten Morgen eine etwas längere Bettruhe von nöten hatten.
Lo Pan, Tirza und Findling trafen sich zum Frühstück in der Fackel und ließen Stahlauge schlafen. Vrinn kam kurz danach dazu und erzählte den dreien, das er am Abend vom Vortage noch versucht hatte, Informationen über den Schuster zu bekommen. Außer dass der Schuster nicht mehr in Nemsé ist und das sein Wohnraum, anscheint auf magische Wese, von heute auf Morgen geräumt wurde, bekam Vrinn nicht mehr heraus.
Nach ein paar weiteren Bissen von dem guten Frühstück teilte Lo Pan mit, das er mit Findling und Stahlauge im Haus des ersten Sprechers war, um dort nach Informationen bezüglich Beletor zu fragen. Der Empfangself des Hauses beteuerte den dreien, das Beletor nicht im Hause wäre, sie allerdngs eine Nachricht hinterlassen konnten. Stahlauge lies sein Verstand sprechen und erklärte, dass die Eltern des fetten Halbling einen Tausch mit Beletor vereinbart hatten, der schon viele Jahre zurück liege. Dort hakte Lo Pan ein und teilte mit, das er gerne die goldene Drachenstatue wieder in einem ganzen sehen möchte, bevor er das Erbstück verkauft.
Kurz bevor das Frühstück vollendet war, teilte Lo Pan weiterhin mit, das er am Vorabend noch einen Brief entgegen genommen hat, der in der Fackel hinterlegt worden ist. In dem hieß es: „Wenn Ihr mehr über eure Schwester erfahren wollt, so kommt morgen, zwei Glockenschläge vor der Mittagsstunde, in die Schneider neben der Taverne zur erhängten Ziege. Fragt nach einem Hochzeitsgewand.“
Die Gruppe stimmte ein, der Schneiderei einen Besuch abzustatten.
Vrinn machte sich direkt auf und suchte sich unterwegs zwei hübsche leichte Mädchen, diese er dann bezahlte, damit sie ihm mit in die Schneiderei begleiteten. In der Schneiderei kaufte er den beiden Mädchen jeweils einen Gürtel und schaute sich um, konnte jedoch nichts auffälliges entdecken und verließ das Geschäft. Auf der Straße lud er die beiden Mädchen zu einem Abendessen in der Fackel ein und verabschiedete sich von den beiden.
Gegen 9 Uhr früh machten sich der Halbling und die restlichen zwei Frauen aus der Gruppe auf zur Schneiderei. Nachdem sie fast die Schneiderei erreicht hatten, ignorierten Vrinn und Lo Pan sich gegenseitig, um nicht mehr Aufsehen zu erregen als nötig war.
Die Schneiderei selbst war leer, bis auf zwei Angestellte. Eine junge Frau und ein älterer Mann waren zu sehen. Lo Pan ging zu beiden hin und sagte gepresst, das er nach einem Hochzeitsgewandt suche. Nicht lange danach wurde er von dem Mann in die Umkleide gebraacht, woraufhin der Angestellte meinte, hinter dem Vorhang an der Rückwand der Umkleide würden die Informationen warten.
Hinter dem einen Vorhang war ein kleiner Raum, in welchem nur zwei Stühle standen, keine Fenster waren und sonst keine Dekoration oder anderes Mobilliar zu finden war. Lo Pan merke, wie einer seiner Zauber unterdrückt wurde und somit an Wirkung verlor. Neben Lo Pan war noch eine Person in dem Raum, welche vermummt auf einem der Stühle saß. Der Halbling setzte sich auf den anderen Stuhl. Die Person sagte mit einer weiblichen Stimme, das sie Probleme mit einem Kunden hat, der eine Tagesreise nördlich von Nemsé ist. Er sei angeblich, zumindest verstand das Lo Pan so, ein Anführer einer Bande, welche irgendwelche Kreuzzüge im Namen irgendwelcher Götter aufrecht erhielt. Wenn Lo Pan den Kopf oder besser, den Anführer und gleichzeitig Kunden lebendig nach Nesmé brachte, erhält die Gruppe dafür Informationen über die Schwester des Halblings.
So schnell die Schneiderei betreten war, so schnell war der Aufenthalt auch schon wieder vorbei. Der Halbling verließ mit Tirza und Findling den Verkaufsraum und machte sich auf den Weg zurück zur Fackel. Vrinn folgte kurz darauf den dreien, schaute sich jedoch noch in der Stadt um. Später am Tag fiel ihm der ältere Verkäufer aus der Schneiderei auf und Vrinn entschied sich dazu, ihm zu folgen. Es ging durch mehrere Nebenstraßen, mal auf der Hauptstraße entlang, bis der Verkäufer schlußendlich vor einem Haus stehen blieb, sich kurz umschaute und durch die Tür verschwand. Vrinn stand davor, schaute sich das Haus und die Umgebung an, als er eine ihm unbekannte weibliche Stimme aus seinem Rücken hörte.
Die Sprache war Ihm bekannt, auch wenn wohl kaum einer in Nesmé die Sprache verstand. Beide unterhielten sich in der Handelssprache des Unterreichs, was Vrinn ein wenig abwechslung versprach. Allerdings war sich Vrinn nicht sicher, mit wem er es zu tun hatte. Angeblich soll die Frau mit Vrinns Auftraggeber im Bunde sein, jedoch ist der richtige Name der Frau nicht bekannt.
Nach dem es ein wenig hin und her ging, lud die Frau Vrinn auf einen Wein ein.
Gute 10 Minuten später saßen Vrinn und die Frau bei einem Wein zusammen und die Frau erzählte, das sie ein Problem mit einem Kunden habe und nicht möchte, das Vrinn oder der Rest der Gruppe den Kunden weiter verfolge. Ebenfalls möchte sie, das Vrinn dem fetten Halbling helfe, wobei für ihn selbst wohl noch ein gutes Sümmchen und paar Informationen bei rausspringen dürften.
Nachdem der Wein ausgetrunken und das Gespräch beendet war, eilte Vrinn zurück zur Fackel. Dort angekommen teilte Lo Pan indes mit, das sie einen Anführer einer Bande nach Nesmé, tod oder lebendig, bringen müssten um mehr Informationen über seine Schwester zu bekommen. Es ging noch ein weilchen darum, was die Gruppe mache oder wie sie den Anführer zu fassen bekommen. Später machte sich Lo Pan darauf um in sein und Stahlauges Zimmer zu gehen. Tirza und Findling verabschiedeten sich ebenfalls, nur Vrinn wartete noch auf seine beiden Gästen. Die Mädchen vom Vormittag erschienen auch und nicht viel später verschwand auch Vrinn mit beiden Mädchen auf seinem Zimmer.
Eine Hand wäscht die andere (The Legion of the Trusted)
Einige Jahre reiste Nasid mit einem paranoiden Kleriker zusammen. Das waren tatsächlich die angenehmsten Reisejahre seines Lebens. Rurlak Swenson hatte er gehießen und meist all seine von Helm gewährte Macht dazu genutzt, nach Bösem Ausschau zu halten. So richtig zu Schlafen schien er auch nicht. All die Zeit kam Nasid nicht dahinter, was den jungen Mann so geprägt hatte, dass er vermutlich selbst gegenüber Einhörnern sein Gespühr für Böses geschärft hätte. Irgendwann trennten sich ihre Wege. Vermutlich lebte er noch. Irgendwo. Entweder in einer Einöde, einem Kloster oder auf der celestischen Ebene. Oder er starb an Schlafentzug. Sowas kam vor, hatte Nasid gehört. Oft auch bei Sklaven, die unter der Peitsche überarbeitet wurden. Es gibt halt auch dumme Sklaventreiber, die ihre, oder die Investition ihres Herren nicht richtig schätzen. Nasid denkt an solche Menschen oft wie an Kinder, die Schmetterlingen die Flügel ausreißen. Auf bestimmte Art Dumm und vielleicht bloß vom Schicksal auserkoren, kein Gewissen ausgebildet zu haben. Seis drum, die Schmerzen der Verbrennungen durch den Blitz des Magiers rissen ihn aus seinen Tagträumen, während sie in der Kutsche der Wächter zur Stadt rollten. Dieser verdammte Zwerg verlangte wohl einen Kniefall vor seinem Moradin, um ihn endlich zu heilen. Nasid würde sich gut überlegen müssen, wie sehr er sich in Gefahr bringt, wenn Heilung so ein rares Gut ist. Xhorgul hatte Nasids leicht feindlichen, vielleicht aber auch nur aus Schmerzen zuckenden Blick aufgefangen und fragte ihn zwergisch direkt, wann er endlich Moradin bitten würde, ihn zu heilen. Da war dieser Kloß im Hals, bestimmt kam das auch von den Verbrennungen. Immerhin sollte er nicht den qazzam selbst bitten, bloß seinen Gott. Ja, es tat weh. Hinterher nicht mehr körperlich, doch der bittere Nachgeschmack auf Nasids Zunge verfolgte ihn für den Rest des Tages. Arrat und Xhorgul waren einen großen Teil der Strecke mit Grundsatzdiskussionen beschäftigt, die Nasid für ein bloßes Missverständnis hielt. Der Diener Moradins richtete den Magier offensichtlich nach seinen Maßstäben und sah die Dunkelheit und die Gefahr des moralischen Verfalls in den sehr zielstrebigen Taten Arrats, während dieser sich mit Tyrs Lehre, wie er sie versteht in Einklang erlebt und sein Handeln anders auslegte, als Xhorgul dies tat. Vielleicht jagten sie beide Phantome? Rylan verbrachte die Fahrt oben auf der Kutsche, um mit seinen Adleraugen die Gegend abzusuchen. Keine schlechte Idee, schließlich hatten die Magier es bereits zuvor geschafft, ihnen ihre Gefangenen unter der Nase weg zu schnappen. Der Feldwebel, mit dem sie die Kutsche teilten, wie auch der Torwächter schienen verkappte Studiosi der Philosphie und des Denkens zu sein, die bloß des Geldes halber der Wache beigetreten waren, so jedenfalls wirkten ihre Fragen, die Xhorguls Grundsatzhinterfragerei noch weit in den Schatten stellte. Eine wundersame Stadt. Dass es schnell und einfach gehen würde, hatte Nasid sich bereits abgeschminkt. Savras hatte sich bestimmt etwas dabei gedacht, ihn mit dieser Truppe zusammen zu bringen, oder auch sie „zuuufällig“ diesen Überfall mitbekommen zu lassen. Zumindest, so hoffte Nasid, hatten Savras und Moradin sich abgesprochen. Schachfigur im Spiel eines anderen Gottes zu sein behagte ihm gar nicht. Auch dass Arrat seine Verbindung mit Tyr so ernst nahm irritiere Nasid ein wenig. Sicher, er fühlt sich Savras verpflichtet, doch meist auch allein gelassen. Ein wenig wie ein Kind, dass seinem treulosen Vater nachweint und sich stets danach sehnt, in seine schützenden Arme genommen zu werden. Oder war er hier der treulose? Bisher hatte er gedacht, dass es allen nicht-Klerikern so gehen müsse. Erhielt der Magiewirker vielleicht wirklich auch Antworten von Tyr? Beizeiten würde er dies mit ihm bereden müssen. Als Nasid Fenner vor der Wache warten sah konnte er nicht anders, als tief irritiert in die Runde, den Himmel und in seinen Verstand zu schauen, wo oder was gerade falsch war. Rylan, Arrat und Xhorgul schienen überhaupt nicht überrascht. Fenner taucht immer irgendwo, irgendwann wieder auf, war die mit Schulterzucken vermittelte Antwort. Also doch nicht der Zitternde Daumen und eine natürlich völlig unkoordinierte Rettungsaktion für den Halbork. Das hatte auch etwas Gutes. Lord Dolo höchst selbst gab sich die Ehre, die wieder vollständige Truppe zu empfangen. Fenner schuckelte bereits ungeduldig von Bein zu Bein und rief mehrfach lautstark nach dem Lord, bis dieser sich bequemte. Die meiste Zeit überließ Nasid den anderen das Geplänkel. Interessant wurde es, als Arrat den Lord dafür anfuhr, so von oben herab zu reden, was dieser jedoch aalglatt, wie alles andere auch an sich abperlen ließ. Das Gute daran, die meiste Zeit sein Maul zu halten ist, dass wenn man es öffnet, auch auf einen gehört wird. Fenner ist der wahre Meister dieser Strategie, doch nun konnte Nasid sie sich auch zunutze machen und führte den Lord Wort für Wort vor, ihnen Essenzielles zu verschweigen, denn bisher wirkte das alles sehr, sehr falsch. Dabei mochte Nasid den Mann eigentlich. Erfahrungsgemäß wusste er aus diesen Kreisen, denen er ja selber entstammte jedoch auch, dass Falschheit oft hinter einem freundlichen Gesicht steckt und selbst die selbstlos wirkendsten Handlungen ihre zweite Seite haben können. Er dachte dabei besonders an seinen Vater, der nun wirklich zu allen seinen Kunden freundlich war. Was nichts darüber aussagte, ob er sie mochte oder nicht.
Um die Sache in Ruhe zu besprechen verabredeten sie sich für den nächsten Tag in einem Gasthaus, in dem Zimmer für sie reserviert waren. Statt der Zimmer verlegte sich die ganze Gruppe in eine Schmiede im Nebenhaus, wo Xhorgul die letzten Stunden des Tages hämmerte und Nasid sein Projekt eines schwebenden oder fliegenden Hammers vorstellte. Verrückte Idee, wo Pfeile doch viel besser flogen, aber er wollte es dem qazzam nicht schlecht reden, nachdem er ihn von seinen Schmerzen befreit hatte. Auch machte Nassid Rylan für den Fall der Fälle mit einigen Pfeilvarianten, die er ihm im ernstfall geben könnte vertraut, um nicht vor Ort ewige Erklärungen zu provozieren. Fenner und Arrat waren wie vom Erdboden verschluckt, nachdem sie sich verabschiedet hatten und kamen auch erst zum nächsten Morgen zurück. Was sie getrieben hatten, behielten sie für sich. Freudenhäuser hätte Nasid im normalfall getippt. Aber da schienen seine Gefährten nicht so klassisch für zu haben zu sein. Wer weiß, Fenner konnte sich ja verwandeln. Vielleicht eine Straßenhündin? Brr.. er konzentrierte sich wieder aufs Zauber vorbereiten und verlängern. In dieser Stadt würde er nicht ungeschützt vor die Tür gehen. Wie auch sonst nie, seit ihm gezeigt wurde, wie er die magischen Strukturen der Zauber umweben konnte. Sie hatten noch viel zu diskutieren, denn der Lord wollte sie offensichtlich auf einen Ball schleusen, wo der Sergant Fetherbe ganz vielleicht, eventuell vorhanden sein könnte und auch eine Person, die möglicherweise etwas von seinem Verbleib weiß. Das roch nach Fisch. Nein. Eigentlich stank es zum Himmel. Angenommen sie waren wirklich mehr oder weniger unbekannt und neu hier, was Nasid annehmen musste. Seine Gefährten hatten ohne Zweifel einen Ruf bei den Zwergen, doch unter Menschen und Gesocks hatte er es bisher nicht erwartet. Dennoch redete der Lord mit ihnen, als wären sie Verbündete oder enge Vertraute, während er rein logisch nicht ausschließen konnte, dass sie nicht mit den Astorian, Night Masks oder wem auch immer unter einer Decke steckten und das ganze eine Finte war, seine Macht zu untergraben, oder ihn sogar aus dem Weg zu schaffen. Glück für ihn, dass dem nicht so war, sonst hätte er das Frühstück in aller Öffentlichkeit nicht überlebt. Immerhin rückte er nun mit der Sprache heraus. Fetherbe ist ein Spion gewesen und kennt sich daher in Westtor aus, wie kein anderer auf Seite der Wache. Xhorguls lauter Meinung folgte der Konsens, dass dies eine gute Möglichkeit sei, irgendwie doch das richtige zu tun und dabei weiterhin Arrats Ziel zu folgen. Immerhin mussten sie sich so nicht mit dem Gesindel verbünden, sondern eher kämpferisch auseinandersetzen. Zugegeben, vermutlich war es sicherer und weiser, die Wache zum Feind und diesen Haufen krimineller Organisationen zum Freund zu haben, doch Nasid war froh, dass dies kein Weg ist, den sie beschreiten würden. Ein Messer zwischen den Rippen aus dem Schatten hatte noch den klügsten Magier getötet und bei so vielen Messern und so viel Schatten auf einem Haufen, wie es in Westtor sein sollte, konnte er gut darauf verzichten. Als er Xhorgul diese seine Bedenken bezüglich des „wir zeigen uns offen und lassen die Gegner kommen“ mitgeteilt hatte, stieß er auf wenig Verständnis. Der Zwerg wollte einfach den ersten Schlag einstecken und dann anfangen auszuteilen. Gut, zweifelsohne lässt sich das in solch einer Rüstung leicht sagen, das musste Nasid ihm lassen. Außerdem wirkt es ziemlich mutig und je mutiger ein Krieger wirkt, desto weniger mutig wirken seine Gegner. Auch ein Vorteil. Doch nicht Nassids Lieblingsstrategie. Seit er Savras Gabe erhalten hatte, wusste er immer gern vorher, was, wo und wem er begegnen würde, um das Schlachtfeld selber zu wählen. Eine anders geartete Weißheit, wenn man so wollte. Die erbeutete Robe passte Nasid nicht richtig, das hatten sie ausprobiert. Vielleicht würde sie Arrat passen, um einen weiteren Trumpf im Ärmel zu haben.
Die Zeit hatte morgens noch gereicht, jeweils für Arrat und Nasid einen Ausspähungszauber zu wirken. Arrat suchte nach seiner Schwester, konnte sie aber nicht finden, während Nasid mittels der gesammelten Körperflüssigkeiten in einer echt ekeligen Aktion den Vorsteher des Hauses Bleth beim Essen mit seiner Frau beobachten konnte. Von Lord Dolo erfuren sie dann später, dass Haus Bleth mit dem Haus Cormaryl verbunden ist, welche ihrerseits mit den Fireknives verbandelt sind. Doch damit nicht genug der schlechten Neuigkeiten, denn der wahre Gegner, der hinter all diesen Verbrecherorganisationen steckt scheinen die Zentarim zu sein, mit denen sich nun wirklich niemand anlegen möchte. Großartige Gelegenheit also, sich Feinde zu machen. Die Suche nach persönlichen Gegenständen Fetherbes, um ihn aufzuspüren blieb erfolglos, sie würden also zu anderen Mitteln greifen müssen und gerade Fenner schien erpicht darauf, die Gelegenheit irgendwie anders, als auf einem Ball zu lösen. Doch sollte das dem Trupp nicht gelingen, würde der Ball, verkleidet, als Wächter Lord Dolos wohl eine gute letzte Möglichkeit darstellen.
Das Ende einer Entführung – Gruppe II (The Uncontrollables)
Auf dem Weg zur Fackel, rückkehrend von Tessarin, trennte sich die Gruppe. Während bei Limaya, Srisira, Anskar und Sir Gerald sich die Gedanken um den Mord von Aramil und die Sache mit der Entführten, sie nach wie vor nicht los lies und sie dazu noch den Gerichtstermin von Anskar abwartend in Tiefwasser blieben, brachen die anderen nach Tiefwasser auf. Man würde sich spätestens in 2 Zehntagen in Tiefwasser wiedersehen. Die Verabschiedung war kurz, schliesslich war es nicht für immer.
Inhalt wird nachdem sich die Gruppen unterhalten haben, eingepflegt.
In den frühen, hochsommerlichen Morgendstunden des 6. Eleasis lief das Flussschiff, „Die Tiefwasser“, in den Hafen von Yartar ein. Ein normaler Zwischenstop auf den Weg nach Tiefwasser. Diesen Anlass nahmen Limaya, Srisira, Anskar und Sir Gerald um sich in der kleinen Stadt die den Angriff von ein paar Untoten überstanden nochmal sich umzuschauen.
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