Wer zum Henker hatte eigentlich die Idee mit der Mine?
Das war doch der Zwerg…Zwerge lieben Minen, das weiß doch jeder. Drachen übrigens auch.
Apropo wo steckt der Kerl überhaupt? Erst was verzapfen und dann Leine ziehen, kann nur froh sein das er mir das Bier spendiert hat.
Ich glaube da wird noch einiges fällig, ich hoffe er taucht wieder auf.
So aber nun wieder zurück zum eigentlichen Problem ( kratzt sich die Schuppen am Kopf ).
Warum sind diese Biester derart aggressiv?
Wir sollten unbedingt mehr trainieren… wir treffen echt nix.
Werde das mal andeuten, wobei alle anderen natürlich noch wesentlich schlechter treffen als ich.
So weiter gehts genug gefaselt ich soll doch Ausschau halten ( schaut sich um ).
( wieder abschweifend denkt er weiter nach und wundert sich über sich selbst )… soviel gedacht, habe ich lange nicht mehr; sagt Toprax zu sich und zählt ab, wieviele Drachenwinzlinge „die friendly Fires“ bisher erlegt haben. Er kommt auf ungefähr zehn und ist zufrieden.
Aber die Sache mit dem Riesen ist sehr seltsam, der war viel zu nett… das ist verdammt noch mal ein Riese, die sind immer böse und meinen Sie sind die größten. Stimmt aber halt auch oft. ( schüttelt verwirrt den Kopf )
Warum hat Vater immer gesagt, denken hilft weiter ich habe jetzt nur mehr Problme…mit der Axt ist es echt leichter Probleme zu lösen.
So letzte Sache: warum verbringt Jia so viel Zeit mit diesem riesigen Kerl der muß irgendwas an sich haben, das Ihr gefällt…Frauen.
Ich werde da mal vorsichtig nachfragen, nur mal so halt ( grinst )
So wieder zu den Problemen ( er schultert seine Axt ), weckt den Rest… kommt Leute ich hab die Lösung für unsere Probleme.
Wie auch immer wir hier gelandet sind, es sieht ziemlich unordentlich aus und es wirkt so, als ob alles schon sehr lange Zeit nicht mehr angetastet wurde. Mardred wurde mal wieder von allem was nach Stein und Erz aussah angezogen. Nach kurzer Diskussion waren wir uns einig, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht. Toprax wollte alles was einen gewissen Wert aufwies verstecken, um am Ende, gegen die Info des Verstecks, von den Dorfbewohnern bezahlt zu werden. Zum Glück konnte Mardred ihm das schnell ausreden.
Wir sahen uns gemeinsam in dem verlassenen Dorf um und fanden schnell eine Taverne. Der Bierbedarf unseres Zwerges wollte gedeckt werden. Toprax musste seinen Frust wohl irgendwie wieder loswerden und stürmte auf die Tür der Taverne zu und rief dabei schon „Zwei Bier, der Zwerg bezahlt.“- Mardred lachte. Kaum hatte er die Tür geöffnet, schossen ihm direkt 3 Bolzen aus dem inneren der Taverne entgegen. Toprax duckt sich geschickt unter den Bolzen hinweg und mit etwas Trauer in der Stimme meint er nur „Wir sind hier nicht willkommen.“ – „Wie meinst du das?“ fragte Mardred in seine Richtung. „Die geben hier kein Bier aus, sondern Bolzen.“, war die Antwort von Toprax.
Aus dem inneren der Taverne rief mit tiefer Stimme jemand „Wer da?“. Es war definitiv eine männliche Person. Toprax antwortete ganz stumpf „ICH!“. So stumpfsinnig konnte ja bloß er antworten. Die unbekannte Person rief weiter „Wer bist du?!“. Langsam ratterten wohl seine paar Gehirnzellen und er ging in Deckung, rief dann jedoch:
„Ein Gast.“ – „Dann komm doch nicht mit so‘ner übertriebenen Geschwindigkeit hier rein!“
„Seid ihr ne Taverne oder nicht?“ – „Natürlich ist das ne Taverne!“
„Ich bin in jede Taverne bisher so rein.“, aus dem Inneren der Taverne höre man bloß das verächtliche schnaufen. Kurz darauf wies die Person ihn an, hereinzukommen. Toprax meinte nur er wolle uns alle mit in die Taverne bringen. Der unbekannte wollte wissen, wie viele wir seien. „Ein Zwerg, und ich und der Rest.“ – das konnte ja bloß wieder ihm einfallen, so eine dämliche Antwort. Trotzdem mussten wir alle ziemlich laut loslachen. Aus dem inneren der Taverne kam ein*patsch*, ich vermute, er hat sich mit der Hand gegen die Stirn geklatscht bei dieser grandiosen Antwort von Toprax. Letztendlich rief er aber, dass wir alle reinkommen sollen. Aber bloß nicht zu hastig.
Mardred meinte, er habe in einer Taverne noch nie Hastige Bewegungen gemacht. Das konnte ich dem Zwerg allerdings nicht glauben. Schlucken kann der bestimmt schon hastig, das Bier würde er genießen war seine Antwort.
Mardred wollte Bier, Toprax war die Taverne zu Dunkel und meckerte lautstark darüber. Die unbekannte Person schnipste einmal mit den Fingern und schon gingen einige Kerzen an.
Auf dem Tresen lag eine dicke Armbrust. Mardred, wie immer von Handwerkskunst begeistert, wollte sich die Armbrust genauer anschauen. Dank des Lichts konnte man ihn, den Wirt, endlich erkennen. Der schwarzhaarige, ziemlich groß und kräftig gebaute Wirt stand hinter dem Tresen und meinte etwas von wegen schauen tut man mit den Augen, nicht mit den Händen. Mardred wollte aber lieber die Armbrust in die Hand nehmen als bloß zu schauen. Der Wirt rammte einen Dolch in den Tresen und machte ihm deutlich das er bloß schauen dürfe. Um das Thema zu wechseln, bestellte Mardred Bier. Er hatte Auswahl zwischen selbstgebrautem Bier, Wein und einem Honigwein. Am Ende sollte es das starke selbstgebraute für Toprax und Mardred werden. Der Wirt fragte ob wir auch noch etwas zu essen dazuhaben wollen. Er bot uns selbstgebackenes Brot, gutgelagerten Käse und Gemüse an.
Er kam mit 4 großen Krügen zurück, für mich gab es einen extra großen. Wieso bloß muss ICH immer besonders die Aufmerksamkeit auf mich ziehen?! Toprax und Mardred grölten los und machten sich mal wieder darüber lustig.
Der Wirt verschwand wieder in der Küche und Mardred machte sich daran, die Armbrust doch nochmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. „Uiuiui“ murmelte er vor sich hin. Toprax hätte wohl ordentlich etwas abbekommen, wenn er sich nicht so geschickt geduckt hätte, es handelte sich nämlich um eine zweiläufige schwere Kriegsarmbrust.
Die Teller wurden reichlich bestückt. Mardred war von seinem ganzen Käse mehr als begeistert, vor allem da er so sehr stank. Der Wirt reichte uns jeweils noch ein Schnapsglas und stieß mit uns an.
Mardred fragte zwischen seinen Bissen, die er nahm, was genau im Dorf vor sich gegangen wäre und was los ist. Bevor der Wirt erzählte, füllte er unsere Gläser wieder auf.
Ein paar Dorfbewohner sind noch im Ort, die meisten sind verschwunden, daher hat er auch kaum jemanden zu bewirten. Die Minenarbeiter sind vor zwei Monaten der Reihe nach nicht wieder zurückgekehrt. Toprax will direkt am nächsten Tag zu den Minen aufbrechen, um dort nachzuschauen wer dafür verantwortlich ist das die Bewohner verschwinden. Die letzten die nicht wieder zurückgekehrt sind waren die Späher, welche der Dorfälteste losschickte.
Mardred begeistert von der Idee eine Mine zu erkunden und Dante angeheizt von der Idee eine schicke neue Rüstung zu bekommen wären am liebsten direkt in die Mine spaziert. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit entschieden wir uns lieber dafür dem Dorfältesten noch einen Besuch abzustatten. Die Nächte konnten wir in der Taverne verbringen, sollten wir herausfinden was in den Minen vor sich ging dürften wir sogar gratis nächtigen. Der Wirt gab uns eine Wegbeschreibung zu den Spuren, die ihm am anderen Ende vom Dorf aufgefallen waren.
Gestärkt und mit guter Laune, brachen wir gemeinsam auf. Trotz der eintretenden Dämmerung versuchten wir irgendetwas zu erkennen. Toprax war der einzige, dem überhaupt etwas auffiel. Nachdem ich auf die Spuren aufmerksam gemacht wurde, konnte auch ich etwas erkennen. Ein paar der Spuren wurde absichtlich verwischt, andere konnte man noch deutlich erkennen. Wir führten unseren Weg weiter fort zu der Stelle, die der Wirt uns genannt hatte.
Mardred konnte auf dem steinigen Boden wohl am meisten erkennen. Diverse Tierspuren, abgeknickte Bäume und Äste, Klauen, ein tiefer Fußabdruck und Schleifspuren fielen ihm ins Auge. Die Krallenabdrücke konnte Toprax einem Jungdrachen zuordnen, die kleineren abdrücke schienen einem Drachengeborenen zu gehören. Mir fiel auf, dass der Fußabdruck zu jemandem gehörte, der ziemlich groß war und mit Sicherheit eine sehr schwere Rüstung trug. Die Schleifspuren waren ein ganzes Stück neben den Fußspuren. Aufgrund seiner Abstammung konnte Toprax uns einige Informationen zu Drachen und Drachengeborenen geben. Wir konnten nur vermuten das die Spuren hoch, Richtung Mine führten und die Menschen, die bisher verschwunden sind als Futter für den Drachen dienten.
Wir setzten unseren Weg weiter fort, um zum Dorfältesten zu gelangen. Wir vernahmen aus dem Inneren des Gebäudes einige Geräusche. Der Dorfälteste öffnete die Tür und Mardred ergriff das Wort. Mardred bot an, dass wir uns der Sache annahmen und fragte nach Informationen, die er uns noch geben konnte. Als Belohnung sollten wir alles erhalten, was wir in der Mine finden sowie Erz, welches in der Stadt in den Karren lagert. Dante fiel plötzlich ein, dass uns eine Karte der Mine von großem Nutzen seien würde. Der Dorfälteste meinte, dass wir eine Karte am Eingang der Mine finden sollten. Vom Dorfältesten waren keine weiteren Informationen zu bekommen, da er uns die Tür vor der Nase zuschlug, weil Toprax mal wieder Toprax war und blöde Sprüche riss.
Wir entschieden uns gemeinsam dazu, vorerst wieder zurück zu laufen. Auf dem Weg zurück in die Taverne kamen wir noch an der Schmiede vorbei. Der Zwerg wollte sich hier nochmal umsehen, bestärkt durch Toprax und Dante wollten die Schlitzohren sich bereichern. Ich wollte damit nichts zu tun haben und wartete vor der Schmiede darauf, dass wir endlich zur Taverne zurückkehren würden. Als die drei endlich wieder herauskamen reichte Mardred mir ein Kletterset.
Wir überlegten kurz, wann es am Sinnvollsten wäre, die Drachen zu überraschen. Leider wechseln sich die Drachenblütigen mit ihrer Wache ab, sodass es egal ist zu welcher Zeit wir die Mine betreten. Also entschlossen wir uns dazu, uns in ruhe in der Taverne auszuruhen und in voller stärke die Mine zu betreten.
Falls wir erwischt würden, wollten wir so zu tun, als ob wir das Gefolge des Drachengeborenen seien. So hatten wir zumindest einen Plan B.
Zurück in der Taverne, freute sich der Wirt uns wiederzusehen und wollte direkt mit uns weitertrinken. Wir erzählten ihm von den Informationen, die wir beim Dorfältesten erhalten hatten und von den Informationen, die wir aus den Spuren erhalten hatten.
Unsere Gläser füllte der Wirt, sobald sie leer waren erneut auf. Toprax versuchte dem Wirt irgendwelche Geschichten von einer Maschine zu erzählen. Die kaufte ihm natürlich niemand ab. Dem Wirt, wich die Farbe aus dem Gesicht, als Mardred von den Drachen erzählte, die wir in der Mine vermuteten. Er hatte scheinbar früher schon mit einem Gründrachen in Goldfluss zutun gehabt. Da er kein großes Interesse an einer erneuten Begegnung mit Drachen hatte, vereinbarten wir mit ihm, dass er uns eine Nachricht hinterlassen würde, falls er das Dorf verlassen sollte.
Wir breiteten das Schlafzeug in der Taverne aus und machten es uns gemütlich. Der Wirt verzog sich in sein Schlafgemach im Keller. Nur Dante bevorzugte es, sich allein in ein Zimmer zum Schlafen zu begeben. Endlich im Reich der Träume, verirrte sich eine mit Blümchen bedeckte Rotdrachenschuppe die durch Wälder tanzt, lacht und springt in meine Gedanken. Seltsamer Traum sag ich euch. In der Nacht ist nichts weiter passiert. So wie die anderen wirkten, scheinen sie gut geschlafen zu haben. Der Wirt hat uns schon ein leckeres Frühstück bereitet. Wir haben alle so tief geschlafen, dass wir nicht mal mitbekommen haben wir er für unser Frühstück gewerkelt hat. Wir schlugen uns die Bäuche voll.
Wir machten uns zum Aufbruch zur Mine bereit.
Am Plateau angekommen entdeckten wir mehrere Knochen und ein verkohltes, schwarzes Gebäude. Knochen lagen überall verstreut. Ich widmete mich nochmals den Knochen die Mardred bereits untersucht hatte, die Drei suchten derweil in der Hütte nach der Karte, die uns den Weg durch die Mine weisen sollte. Zum Glück wurden sie fündig, immerhin war die Hütte sehr verbrannt sodass wir befürchteten keine Karte zu finden.
Zwischen den Knochen blitze ein Ring auf, laut Madred war dies ein zwergischer Ehering. Er vermutete, dass dies der Ring der Ehefrau des Dorfältesten war. Die Gravur bedeutete soviel wie „zur Hochzeit alles liebe im Namen des Eisens soll unsere Verbindung sehr stark sein“.
Nachdem Romero und ich bei unserer Auftraggeberin waren, stießen wir zum Rest der Gruppe beim Dinosaurierrennen dazu. Unterhalb der Brücke zwischen dem Tempel und dem Goldenen Thron befindet sich die Startlinie, an welcher bereits einige bunt angemalte, ausschließlich vierbeinige Dinos aufgereiht sind. Auch wenn die Dinos auf den ersten Blick schon bedrohlich aussehen können, sieht man schnell, dass Hörner und Zähne abgestumpft wurden, wohl zum Schutz der Dinos und natürlich der Zuschauer. Die Reiter dieser Dinos sind hauptsächlich kleinere Personen: Gnome, Halblinge aber auch einige Menschenkinder treffen gerade noch die letzten Startvorbereitungen. In der Zwischenzeit sucht Arannis jemandem bei dem er sein Geld verlieren… ähm ich meine natürlich vermehren kann. Auch unser Baum möchte auf seine ganz eigene Art etwas von unserem „Erz“ tauschen. Was unser „Erz“ angeht, sollten wir allerdings vorsichtig sein. Selbst dem Unaufmerksamsten unter uns fiel schnell auf, dass die Menschenmenge eine überdurchschnittliche Konzentration an Wachleuten aufwies. Und wie jeder weiß, werden diese ja von Langfingern geradezu magisch angezogen.
Während ich mir gerade noch ersinne, wie ich den mein Geld am besten vor unerlaubten Zugriffen schützen könne (es wäre wie immer eine geniale Idee meinerseits geworden), spricht mich jemand an. Er erklärt mir, dass kurzfristig einer seiner Reiter ausgefallen sei und ich doch die richtige Größe hätte und als sein Ersatz dienen könne. Auch wenn mich der Vorschlag reizt, erkläre ich ihm, dass ich sowas noch nie gemacht habe und keine Garantie für irgendwas übernehmen kann. Da meine Unerfahrenheit auf diesem Gebiet ihn nicht zu interessieren scheint, willigt er dennoch ein und so werde ich zu meinem Reittier geführt. Meiner ist ein junger Dimetrodon mit einem roten Kamm auf seinem Rücken. Dieser wird, unkreativerweise, Rotrücken genannt. Noch während ich auf den Dino gesetzt werde und mir erklärt wird, wie ich mit ihm umzugehen habe, höre ich, dass Arranis und Neris bereits am Wetten sind, ob und wie lange ich überhaupt im Sattel bleibe. Wer solche Freunde hat, braucht auch keine Feinde mehr. Nebenbei lässt sich Baum von einem der Buchmacher etwas über die Gewinnchancen und der Geschichte der einzelnen Teilnehmer erzählen. Romero und Baum, meine besten Freunde übrigens, verwetten derweil einiges ihres Privatvermögens auf mich bzw. meinen Sieg. Baum versucht sogar die Erde an der Startlinie etwas mit Magie aufzuwühlen, in der Hoffnung meine Siegchancen zu verbessern. Ich glaube nicht, dass das allzu legal war, aber wo kein Kläger bekanntlicherweise auch kein Beklagter.
Ich bastel mir derweilen eine Art „Angel“ mit einem Köder, welcher nach Fleisch riecht, um den Dino ein wenig mehr anzutreiben. Trotz meiner genialen Bemühungen wollte sich das faule Tier nicht bewegen und wir schlugen uns mit Grumstampfer schnell um den ersten Platz… von hinten. Bergdonner und auch der Triceratops hingegen waren äußerst gut dabei. Dies konnte ich nicht auf mir sitzen lassen und versuchte, zu meiner Schande, den Dino mit der Peitsche zu neuen Höchstleistungen anzutreiben. Jedoch hatte ich den Intellekt des Sauriers unterschätz, denn dieser verbiss sich in der Peitsche, was mich im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Sattel hieb. Und so baumelte ich irgendwo zwischen Kopf und Boden hin- und her, während ich auf meine Rettung warte. Und diese erscheint in Form unseres Baums: er zaubert einige Schlingpflanzen welche den Dino aufhalten. Währenddessen schneidet Romero mich los und die anderen schlagen und schießen auf den armen Dino ein. Zur Hilfe kam uns auch eine Person aus dem Publikum: eine Halblingsdame die sich uns als Belladonna Brownburow Bandawax (oder einfach nur Bee) vorstellt. Während ich dem armen Dino, der nun meinetwegen am Boden liegt, am nachtrauern bin sind Neris und Baum drauf und dran ihn auseinanderzunehmen und darüber zu philosophieren, wie man ihn am besten zubereitet. Da ich das nicht länger mit ansehen will, mache ich mich gemeinsam mit Romero auf zur Arena, um dort weiter meinen Schwertkampf zu üben.
Teil 2 von Belladonna Brownburow Bandawax
Endlich war es wieder soweit. Das Dinorennen der Woche stand bevor und die ganze Stadt war guter Dinge. Nicht zum ersten Mal schlich ich mich zu Hause davon, denn meine Eltern wollten nicht, dass ich mir das Rennen ansehe. Aber solange mich meine Brüder dort nicht sehen, werden sie nichts sagen können. Auf dem Weg zur Startlinie habe ich wieder den „Großen“ gesehen. Er war wieder mit den Anderen unterwegs. Die Gruppe hatte ich schon mal gesehen und musste ihnen einfach folgen, denn sowas wie den Großen und dieses Meerwesen hatte ich noch nicht gesehen. Und das obwohl ich schon viel auf dem Meer und die verschiedensten Orte gesehen habe.
Und dann waren wir an der Startlinie und da standen sie: die vierbeinigen Dinos, die im ersten Rennen starten und der eine hatte einen neuen Reiter. Der war doch eben noch mit der Gruppe unterwegs, oder täusche ich mich etwa? Aber nein, der Gnom gehört zu ihnen, denn der Große und ein Mensch waren bei ihm. Die anderen konnte ich nicht sehen, hoffentlich verwetten sie ihr Gold nicht, denn bei diesen Rennen weiß man nie was passiert, aber den meisten Zuschauern geht es um den Spaß. Natürlich gab es auch mal Streitereien, vor allem dann, wenn das Rennen unentschieden ausging.
Ich ging zu meiner Lieblingsstelle. Hier konnte ich gut sehen was beim Rennen und drumherum passierte. Schon beim Start des Rennens war klar, dass der „neue“ Reiter nicht wirklich viel drauf, oder keine Ahnung von Tieren hatte. Er hielt dem Dino etwas vor die Schnauze, wahrscheinlich um ihn anzutreiben, aber das Tier reagierte wie Tiere nun mal reagieren… es war abgelenkt und kam gar nicht von der Stelle. Mit Peitschen versuchte er nun das wieder Wett zu machen, aber der Saurier wurde wütend und schnappte um sich. Wie von Sinnen griff das Tier alles an, was sich ihm näherte und der Gnom baumelte verdächtig nahe am Maul herum. Glücklicherweise hatte ich meinen Bogen dabei und auch seine Wegbegleiter eilten ihm zur Hilfe. Meine Pfeile trafen gut, was ich unbedingt Manfred erzählen muss, aber auch die Anderen trafen den Dino bis er zusammenbrach. Der Große und die Frau wollten ihn schon zerlegen, einfach so mitten auf der Straße. Die haben wohl keine Ahnung wie das geht und so musste ich mich einmischen. Der Große stellte sich als Baum vor und die Frau heißt Neris.
Baum und ich brachten das schwere Tier zum Hafen. Dort haben wir es ausbluten lassen und ich habe es gehäutet. Wir unterhielten uns nur kurz, denn Schreie und Leute die in Panik wegrannten erregten meine Aufmerksamkeit und so rief ich Baum zu, dass was passiert sein musste und wir gingen zum Dinorennen zurück. Wir hatten das zweite Rennen verpasst und auch das was dazu geführt hat, warum zwei der Dinos sich einen Weg durch die Menge bahnten. Klar war, dass wir eingreifen mussten und so zog ich wieder meinen Bogen, Neris sah ich zaubern und Baum ging näher an das Geschehen ran. Man konnte sehen wie ein Dinosaurier immer wieder in die Richtung einer Gasse schnappte und nicht davon abzubringen war. Neris zauberte immer weiter und so schoss ich immer weiter meine Pfeile ab und so bekamen wir dann schließlich doch die Aufmerksamkeit des Tieres und es machte sich auf in unsere Richtung. Mutig stellte sich Baum ihn in den Weg und er bekam wohl auch gut was ab, doch er stand noch als das Tier zu Boden ging. Auch das andere, wildgewordene Tier wurde unschädlich gemacht, auch dank der Hilfe der Schützen der Stadt.
Da standen wir nun. Was sollten wir jetzt bloß machen?
Teil 3: Befragung eines Zeugen
Ihr fragt, was ich alles gesehen habe? Was genau passiert ist? Das kann ich euch gern sagen. Sowas hab ich echt noch nicht erlebt, das könnt ihr mir glauben. Und ich verpasse nie ein Dinorennen. Es begann eigentlich wie immer: Die Reiter machten sich und ihre Dinos an der Startlinie zum ersten Rennen bereit. Beim Dimetrodon „Rotrücken“ war wohl der Reiter ausgefallen, denn ich sah einen mir unbekannten Gnom, der das Tier reiten wollte und dem wohl gerade noch erklärt wurde, wie er mit dem Dino umzugehen habe. Das ist ja an sich nichts ungewöhnliches, dass jemand spontan als Reiter einspringt, aber dieser Gnom und seine Freunde… ein merkwürdiger Schlag muss ich sagen.
Ich erkannte, dass sie zusammengehören, weil sie zuerst so viel miteinander geredet hatten. Und dann stellten sich seine Freunde direkt in meine Nähe. So ein fein angekleideter Kerl mit heller Hautfarbe, begleitet von einem zweiten, der recht gut gerüstet schien. War wohl sein Wächter. Und dann der Rest: eine richtig großes Fischweib oder wie auch immer man dieses Volk nennt und eine Kreatur, die wie ein wandelnder Baum aussah. Sowas hab ich echt noch nie gesehen und wir bekommen ja von vielen Völkern hier Besuch. Na jedenfalls schauten die sich das Rennen an, während ihr Gnomfreund auf Rotrücken das Rennen starten wollte.
Es ging auch ganz normal los, aber plötzlich rastete Rotrücken aus. Vielleicht lag es an dem Ding, was der Gnom ihm vor die Nase gehalten hatte oder an den Peitschenschlägen. Jedenfalls versetzte der Dino alle in Panik. Die Gruppe zögerte aber nicht lange und erledigte Rotrücken. Armer Dino, aber so läuft das manchmal. Es war ja nicht der erste Dino, der Amok lief. Und ja, es war schon merkwürdig, dass dieser wandelnde Baum den Dino erst einmal fortschleifte. Vielleicht wollte er ein Andenken oder so. Bei diesen Ausländern weiß man ja nie. Aber so richtig verrückt wurde es erst später.
Der Gnom hatte nach diesem Erlebnis wohl genug, denn kurz darauf ging er mit seinem noblen Freund und drei Straßenkindern, die man oft bei den Märkten rumlungern sieht, in Richtung des großen Souk davon. Keine Ahnung, was die mit den Kindern zu schaffen hatten. Dann fand das zweite Rennen statt, das Tymora sei Dank normal verlief. Aber dann kam das entfesselte Rennen und mit ihm dieses Massaker.
Am Start waren der Allosaurus „Böser Junge“, ein Tricera und zwei Tyrannos: „Narbenrücken“ und „Großhorn“. Auch hier fehlte wohl wieder ein Reiter und irgendwas schien diese Gruppe an sich zu haben, denn wieder wurde jemand aus ihren Reihen gefragt. Dieser junge, gerüstete Bursche sollte auf Narbenrücken reiten. Heute sollte Narbenrückens letztes Rennen sein. Vielleicht hatte das eine Bedeutung. Vielleicht waren die Götter aber auch wegen irgendetwas verstimmt. Oder vielleicht hatte es etwas mit diesem „Todesfluch“ zu tun, über den man zurzeit so viel hört.
Dieser Ausländer machte sich ziemlich gut. Der Start war sehr holprig und sein Dino schien mehr an den anderen Dinos interessiert zu sein, als am Rennen. Aber mit ein paar Attacken links und rechts setzte sich Narbenrücken mit seinem Reiter nach vorn an die Spitze der Gruppe. Er rannte mit Abstand zu den anderen auf das Ziel zu. Ich sage euch, die Menge hat getobt. So ein Neuling sollte das Rennen auf dem T-Rex gewinnen, der als Reittier ausscheiden sollte. Aber kurz vor dem Ziel passierte es dann: Narbenrücken lief Amok. Ich weiß nicht, was dazu geführt hat. Vielleicht hat ihn der Reiter zu sehr mit der Peitsche angetrieben oder irgendetwas anderes reizte den Dino. Immerhin war er der zweite, der heute ausrastete. Und Großhorn tickte ebenfalls darauf aus.
So begann dann das Massaker. Dieser fremde Reiter baumelte zwischenzeitlich vor dem Maul von Narbenrücken, lies sich aber herunter und bekämpfte den Dino. Man muss schon sagen, er war sehr mutig. Aber er sah schnell ein, dass ein Kampf mit einem Tyranno Selbstmord ist und so rannte er in eine Gasse, um sich vor den Angriffen des wildgewordenen Dinos zu retten. Seine Freund kamen ihm zu Hilfe und feuerten auf den T-Rex. Zuerst war da nur das Fischweib, aber schnell kam der wandelnde Baum und eine kleine Frau, die ich früher auch ab und zu in der Stadt gesehen habe, zu Hilfe. Der Dino attackierte sie alle und ich dachte schon, sie seien Geschichte.
Was ich in der Zeit getan habe? Ich hab mich natürlich in einem der Häuser mit einigen anderen versteckt und das ganze aus dem Fenster beobachtet. Dort waren wir sicher… zumindest sicherer als die Leute draußen. Denn der Dino demolierte in seinem Wahn auch einige Häuser. Auf der Brücke oben erschienen dann auch einige Wachen, die auf Narbenrücken schossen und die Gruppe von Fremden im Kampf unterstützten. Ich muss schon sagen, solch einen Kampf hatte ich bisher noch nicht gesehen. Diese Fremden hielten tatsächlich stand und erledigten Narbenrücken. Es war ein geradezu heldenhafter Kampf. Als der T-Rex zu Boden ging fielen mir auch erstmals die Schreie auf, die von hinter der Brücke kamen.
Die Gruppe eilte sofort in die Richtung und jetzt, wo Narbenrücken tot war, traute ich mich auch aus dem Haus. Das musste ich mir ansehen. Als ich unter der Brücke langrannte, sah ich auch, was los war. Wie ich schon erwähnt hatte, war Großhorn ebenfalls in Rage verfallen und während die Gruppe Narbenrückens Aufmerksamkeit auf sich gezogen und ihn bekämpft hatte, sah es hier viel schlimmer aus. Viele Gebäude waren zerstört oder beschädigt und überall lagen Leichen herum. Darunter waren auch einige Verletzte, die vor Schmerzen schrien. Es war ein entsetzlicher Anblick. Die Wache hatte sich Großhorn gestellt, aber viele waren bereits in dem Kampf gefallen.
Die Fremden zögerten nicht, sondern stürzten sich sofort in den Kampf gegen den Tyranno. Sie schienen alle anderen beschützen zu wollen. Es war ein ziemlich heftiger Kampf. Anscheinend hatte sich das Geschehen auch anderswo in der Stadt herumgesprochen, denn plötzlich rannte dieser nobel gekleidete Fremde an mir vorbei und stürzte sich ebenfalls in den Kampf. Gerade als der kleine Gnom, der anfangs mitgeritten war, auch beim Kampf ankam, erledigten die Fremden zusammen auch Großhorn. Die Straßenkinder waren übrigens nicht bei den beiden.
Ich weiß nicht, ob die reitenden Fremden der Grund für dieses Unglück waren. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Immerhin lief auch Großhorn Amok. Ich weiß aber, dass ohne die Fremden sehr viel mehr zerstört worden wäre und sehr viel mehr Menschen ihr Leben verloren hätten.
Aber wisst ihr, was ich mich wirklich frage? Was haben der Gnom und der andere Fremde mit den drei Straßenkindern gemacht?
Die Fahrt zu den Purple Rocks verging ereignislos. Das Kriegsschiff der Zentarim, mit dem wir um die Wette segeln scheint entweder unsere Fährte verloren zu haben oder wir haben es abgehängt. Mit ‚Wir‘ meine ich in diesem Fall die Koalinth, die Kelpie’s Kiss ist zwar per Portal mit der Koalinth verbunden, aber wir segeln außer Sichtweite voneinander, um keinen Verdacht zu erregen und einfach um die Reise zu verkürzen, die Koalinth ist ein mächtiger Kahn und trägt eine beachtliche Ladung an Truppen, aber kann mit der Schnittigkeit und Wendigkeit der Kelpie’s Kiss nicht mithalten, deswegen fährt die Kiss als ein Erkundungsschiff voraus und warnt uns, falls wir auf Gefahren stoßen. Es ist frustrierend, der langsamste Teil des Zuges zu sein, aber die Koalinth hat ihre Vorzüge. Kurz vor unserer Ankunft sind wir in einen schrecklichen Sturm geraten, der uns ordentlich durchgerüttelt hat, aber unser Schiff ist zu breit und zu schwer um zu kentern.
Während der Fahrt habe ich natürlich meine Pflicht als Historiker getan und das Wissen der Seeleute gesammelt und niedergeschrieben. Eine der Geschichten, die mir dabei ins Auge gestochen war und meiner sonst so zynischen Seele tatsächlich etwas Hoffnung gemacht hat, war die Rettung von Amanitas. Ich habe sie in meinen offiziellen Journal unabhängig von diesem privaten Tagebuch aufgeschrieben und werde sie hier nicht wiederholen. Der Punkt der Geschichte ist jedoch von Wert für unsere Situation: Die Purple Rocks haben eine lange und traditionsreiche Geschichte des Widerstandes gegen die Zentarim. Ich hoffe darauf aufbauen und eine Verbindung zu den Leuten hier herstellen zu können, um uns Ressourcen für den bevorstehenden Kampf zu sichern.
Den Kampf sah ich auf diese Weise voraus: Ein Gefangenenboot, das sich auf offener See versteckte musste zwangsweise Nahrungsmittel und Frischwasser aufnehmen. Der Hafen Trisk, den wir ansteuerten stellte die einzige Versorgungsmöglichkeit in den nächsten 150 Seemeilen dar. Das Schiff, nach dem wir jagten war magisch nicht aufzuspüren und dadurch auch nicht per Teleport zugänglich. Daraus konnte der geduldige Jäger schlussfolgern, dass das Boot selbst, oder zumindest jemand in seinem Auftrag in Trisk früher oder später in Trisk anlegen würde. Es galt denjenigen dann nur noch zu identifizieren und ihn zu seinem Lieferpunkt zu folgen. Wenn das einmal geschafft war, müsste man das Schiff nur noch kapern und den Riesenkönig sicherstellen.
Während wir uns im Crow’s Nest, dem bestbewertetsten Speis- und Trinklokal in Trisk über die Umstände und Methoden der Jagd unterhielten, hatte ich Gelegenheit mich endlich ein wenig mit der einzigen unter Meister Wildfires anderen Begleitern auszutauschen, mit der ich bis jetzt sehr wenig Umgang hatte: Die Draugaelfir – Drow in ihrer eigenen Sprache oder sehr prosäisch Dunkelfen unter den Menschen und Halblingen – Kisa’ana stellte sich als eine Frau mit Erfahrungen in der Jagd heraus und wir kamen gemeinsam auf einen ähnlichen Schluss, wenn auch auf unterschiedliche Denkweisen. Sie erklärte ihren Zugang mit einem Vergleich zur Tierwelt, ein Bär oder Hirsch oder ähnliches Wesen würde immer zu den selben Wasserquellen oder den selben Jagdgründen zurückkehren und dort seine Spuren hinterlassen. Ich selbst stützte mich in meinen Ausführungen auf ein Prinzip aus der Geschäftswelt, in der ich lange Zeit zuhause war: Follow the money.
Ironischerweise war der Konsens zu dem wir gekommen sind im Nachhinein betrachtet völlige Zeitverschwendung. Denn gerade als wir uns auf einen Plan geeinigt hatten und dabei waren, eine Aufgabenteilung anzugehen, stürzte eine verschrobene blinde Frau herein und unterbrach unser Gespräch. Sie offenbarte sich als eine Art primtives Stammesorakel, wie es die Menschen so weit im Norden in ihren Siedlungen halten, um den Launen des Wetters und des Meeres Herr zu werden. Diese Blinde jedoch hatte einen sehr viel tiefgründigeren Einblick in unsere Situation als irgendeine einfache Dorfhexe oder Tempeldienerin es haben, auch wenn es anhand ihrer ersten Worte an uns schwer zu glauben war. Das große Böse aus der Tiefe streckte seine langen Arme nach uns aus. Oder so ähnlich, ich habe ihren wirren Warnungen erst Aufmerksam geschenkt nachdem ich selbst einen Blick auf ihre Orakelknochen geworfen habe. Dann wurde alles klar.
Ich schreibe nicht gerne über die Ausrichtung meiner mystischen Studien. Die Schule der Erkenntnis wird unter meinen Kollegen eher weniger geschätzt, wohl einfach weil ihr die rohe spektakuläre Durchschlagskraft einer Hervorrufung oder Beschwörung fehlt, wie sie zum Beispiel Meister Hornblade praktiziert. Magie ist furchtbar konservativ, wenn ein Zauberspruch nicht direkt die ungebildeten Massen in Gaffen und Staunen versetzen kann, oder ihnen das Fürchten lehrt, ist er für fantasielose Geister wie den oben genannten Meister Hornblade nutzlos. Ohne arrogant zu klingen, ohne meine Meisterschaft in der Disziplin der Erkenntnis würden wir jetzt noch verzweifelt nach Spuren unserer Beute suchen und dabei wertvolle Zeit vergeuden. Der Übeltäter hinter der Verschwörung wurde mir als Slarkrethel offenbart, der tausendjährige Kraken-Zauberer und Auserwählter der Umberlee. Seine Kultisten hielten den Riesenkönig auf einem Schiff gefangen, das im Antlitz ihres Meisters gebaut wurde, Fangarme miteingeschlossen, und das halb unter die Wellen getaucht über die Spurlose See segelt. Weiters offenbarte mir die Vision auch, wo wir eben dieses schreckliche Gefährt antreffen würden.
Und so lichteten Anker und hissten die Segel, zur letzten Etappe unserer schwierigen und wirren Reise.
Ihr wollt also einen Bericht zu meiner Spähmission? Nun, kurz gefasst: Das wird echt kein Zuckerschlecken. Natürlich rechnen wir mit erheblichen Ärger, immerhin soll es gegen die Drow gehen. Aber da werden wir auf ordentlich Widerstand stoßen.
Nachdem ich zur Treppe geleitet wurde, die zur Bastion der Drow hinabführte und diese dann auch bis an ihr Ende folgte, bereitete ich mich darauf vor, das Volk auszukundschaften, dem Heilichkeit und Hinterlist nachgesagt wird. Was soll ich sagen, ich bin halt gut und ich beherrsche den einen oder anderen Trick. Meine Gruppenmitglieder haben mich vorher nochmal magisch unterstützt und ich selbst habe auch noch einmal vorgesorgt. Auf leisen Sohlen und unsichtbar machte ich mich auf den Weg in den Ostgang, in dem sich die Katakomben der früheren Zwerge befanden. Dieser Weg sollte immerhin zum Tempel von Dumathoin und damit zu unserem Angriffsziel führen. Somit war dieser Weg die logische Wahl für die erste Erkundung. Reihe um Reihe waren Nischen mit den Überresten von Zwergen, alten Metallteilen ihrer Rüstungen und kleinen, löchrigen Steinkugeln, die Zwerge ihren Verstorbenen in die Bärte flechteten. Dazu kamen unmengen an Spinnweben, die sich an der Decke entlangzogen.
In den Katakomben musste ich mich mehrmals in den engen Nischen verstecken, da recht schnell Patrouillen auftauchten und ihre Runde durch die Katakomben liefen. So ein Drowtrupp war an sich schon ziemlich schlagfertig: Zwei Drowkämpfer, ein Magier, eine verdammte Lolth Priesterin und auch noch ein Drider mit einem Dreizack, den blaue Blitze umzuckten. Mir war sofort klar, das der weitere Weg zu gefährlich war. An den Dunkelelfen allein vorbeizukommen war schwierig genug, unsichtbar oder nicht. Aber mit Magiern und Priesterinnen? Das konnte ich nicht riskieren. Ich beobachtete noch eine Weile die Anzahl und den Rhythmus der Patrouillen, bevor ich mich in den Westgang aufmachte.
Der Westgang führte in eine verfallene Zwergensiedlung. Die Gänge waren zum Teil schon eingstürzt, ebenso die Mauern der Gebäude. Auch die Türen ließen sich nicht öffnen. Eine Armee muss hier definitiv Vorsicht walten lassen, um nicht noch weitere Einstürze zu riskieren. Hinter der Siedlung führte dann wieder ein Gang entlang, in dem das Geröll abnahm und von dem eine Abzweigung in eine größere Kaverne führte. Da ich aus dieser Richtung ein lautes, tiefes Geräusch wie ein Schnurren oder Schnarchen vernahm, sicherte ich mich noch einmal ab, indem ich mich so mit Wasser befeuchtete, dass mein Geruch leicht unterdrückt wurde. Nachdem ich sicher sein konnte, dass ich keine nassen Spuren hinterlassen würde, näherte ich mich dem Geräusch. Und da sah ich es: Ein Haufen Gold. Achja, und eine Schimäre, die darauf schlief. Vielleicht könnte ich mit meinen Gefährten ja kurz vor dem Angriff mal da runter gehen, die Schimäre vertreiben und das Gold einsacken. In den Katakomben würde wir jedenfalls nichts groß von Wert finden, wenn ich das richtig gesehen habe.
Den Weg weiter nach Süden folgend kam ich schnell zur Drowstadt. Naja, eigentlich war das immer noch die Zwergenstadt, aber die Dunkelelfen hatten die Gebäude für sich umfunktioniert. Und dies dürfte Luna besonders spannend finden: Zwischen den Gebuden waren überall Spinnennetze. Und ein Haufen von riesiger Spinnen wanderte durch die Straßen. Ich passte auf, dass ich keiner Spinne über den Weg lief und kein Netz berührte und setzte meinen Weg fort. Ich schlängelte mich weiter und erkundete die Stadt. Dabei entdeckte ich auch ein Garnisonsgebäude, aus dem eine Patrouille aus 6 Drowkriegern und einem Offizier kam und eine Wachrunde begann. Auf dem Rückweg konnte ich auch noch einen Ort ausmachen, der von zwei Drowwachen bewacht wurde. Direkt daneben war ein Gebäude, aus dem ich eine Beschwörung hören konnte. Glücklicherweise für euch, beherrsche ich die Sprache der Angst und des Todes und kann euch daher berichten, dass die Drow mindestens eine Yochlol bereits beschworen haben. Ich weiß nicht wie ihr das seht, aber ich kann mir schönere Gegner vorstellen. Zum Glück habt ihr ja diese fliegenden Augenklöpse dabei.
Wenn man die Stadt durch einen südwestlichen Gang verlässt, kommt man zu einem unterirdischen Fluss und einem Weg, der einen zu zwei interessanten Dingen führt. Einer Zwergentür, deren Inschriften zerstört wurden und die zwei Zwergenwächterfresken besitzt, die ebenfalls beschädigt wurden. Außerdem befindet sich direkt hinter der Tür ein gesplitterter Steinblock. Ich nehme an, dass ein armer Schlucker oder ein dämlicher Drow eine Falle ausgelöst hat und nun den Schlankheitsrekord hält. Zum anderen befindet sich dort direkt am Fluss eine Gondel und ein Fährmann. Ein in eine dunkle Kutte gehüllter Tiefling, nur um einiges abgemagerter. Natürlich meine ich damit, dass es ein verdammtes Skelett war. Sah recht unheimlich aus. Aber es hat sich nicht gerührt und nichts gemacht. Ich wollte nicht unnötig Aufmerksamkeit auf mich lenken und hab mich dem Ding nicht weiter genähert.
Durch weitere schmale Gänge gelangte ich dann zu einem weiteren Ufer des Flusses. Hier warteten bereits zwei Drow, die sich auf Simsen versteckt hatten. Das gleiche konnte ich am anderen Ufer auch noch einmal beobachten. Ist vielleicht wichtig zu wissen, da der Gang nördlich von dem Platz zurück zur Drowstadt führt, wenn man eine Abbiegung nach Osten entlang an Zwergenreliefs nimmt – und zu eurem Außenposten, wenn man nach Westen den Weg Richtung Schädelhafen nimmt. Ich konnte mich überigens ohne Mühe unter den Trupp schleichen, ohne bemerkt zu werden. Da ist definitiv noch Bedarf, wenn ihr die Drow abwehren wollt. Achja, und auf dem nördlichen Weg befindet sich noch eine Abbiegung, die in eine Kammer führt, in der es eine kleine Schlacht zwischen Drow und Troglodyten gab. Dreimal dürft ihr raten, wer gewonnen hat.
Achja, auf dem Rückweg wär ich bei der Treppe auch noch fast einer weiteren Patrouille in die Arme gelaufen. Dieser Trupp war anders und bewegte sich aus Richtung der Katakoben hin zur Drowstadt. Er bestand aus zwei Drowkämpfern, die ziemlich gut ausgerüstet waren und einem schwebenden Magier. Und dann war da noch ein Drider dabei, der ebenfalls der arkanen Künste mächtig erschien. Ja, das war es dann soweit. Jetzt kennt ihr zumindest einen Teil der Kampfstärke unserer Gegner. Ich werde euch noch eine grobe Karte zeichnen und die wichtigsten Orte markieren.
Nach dem sie ihren Weg aus dem Badehaus gefunden hatten, löste sich Maevina von der Gruppe. Die anderen gingen zum Tempel von Lathander. Camilla hatte die Absicht, das gefunde Opfer wieder zu beleben, Faerhan wollte das Amulett des Absolut bösen in sichere Hände übergeben, Arramiour das geliehene Schwert zurück bringen. Anakis wollte die Gelegenheit nutzen, ihre Erinnerung an Camillas Enkelin, einer Klerikerin Lathanders, zu ehren, mit der sie sich angefreundet hatte und die vor einiger Zeit von zwei Halbdrachen getötet wurde.
Camillas Ritual dauerte eine ganze Weile an und blieb so erfolglos wie der Versuch Arramiours, das anvertraute Schwert zurück zu geben. Als der Priester hörte, dass die Gruppe weiter gegen die Rädelsführer der Aufrührer in der Stadt ermitteln wollten, bestand er darauf, dass das Schwert weiter zu diesem Zwecke genutzt würde. Doch der andere Fall von Dickköpfigkeit war überraschender. Das vermeintliche Opfer, dem Camilla das Leben wieder geben wollte, weigerte sich nicht nur, aus dem Reich der Toten zurück zu kehren, es wurde auch deutlich, dass er sich Freiwillig für Merkul Foltern und töten liess.
Faherhan bat um eine Audienz in einem privateren Raum, was im offenen Tempel von Lathander gar nicht so einfach war und und übergab das unheilige Objekt gut eingewickelt, als man sich im einzigen seperaten Raum in der Mitte des Tempels einfand, der eigentlich gar nicht als solcher gedacht war. Arramiour jedoch war froh, dass er der Übergabe nicht beiwohnen musste, je weiter er sich von dem Objekt fernhalten konnte, um so besser. Viel zu frisch war im in Erinnerung, was ihm geschah, als er das Amulett das erste mal erblickt hatte.
Mortlok Vanthampur
Während all weihten die drei Hohepriester Kelddath Ormlyr nach und nach in die Geschehnisse der Vergangenen Nacht und die ermittelten Geheimnisse ein. Das sie Mortlock van Thampur begegnet waren, der auf der Flucht vor seinem Amrik und Thrustwell, seinen Brüdern war, dass Herzog Thalamra Vanthampur mit ihrer Familie den Unfrieden streute und das Amrik die ganze Sache finanzierte und Thrustwell organisierte.
Ormlyr schlug vor die „Low Lantern“ zu untersuchen, wo sich Amrik die meiste Zeit aufhielt. Nach einigen Überlegungen über das weitere Vorgehen einigte man sich darauf, das Anakis, Arramoir und Faehrhan der Stadtwache Bericht erstatteten während Camilla sich im Tempel erholte und dort mit Einverständnis von Ormlyr einen magischen Fluchtpunkt einrichtete, und das alle sich danach zurück zur Elfenlied Taverne begaben in der Hoffnung, dass sich später auch Maevina wieder dort einfinden würde.
Und tatsächlich fanden sich alle in den Abendstunden wieder im Schankraum der Taverne ein, tauschten die jüngsten Ereignisse aus und begaben sich zum Hafen. Als sie am fest verankerten Schiff eintrafen, bestätigten sich einige seltsame Gerüchte, die sie um die Lokalität des Schiffs aufgeschnappt hatten. An Deck sahen sie mehre tote Möven mit Stichverletzungen und nachdem sie beobachtet hatten, wie so ein Vogel direkt vom Mast oben nach einem Schmerzensschrei herab stürzte nutzten die, welche über eine entsprechende Gabe verfügten, die um zu Erkennen, womit sie es zu tun hatten. Und was sie sahen waren Imps,, welche die Aufmerksamkeit auch gleich bemerkten und die Gruppe angriffen. Anakis war erstaunt – als sie von dem Imps Amriks nicht wie erwartet einfach seine Schlägertruppe waren sondern wortwörtlich kleine Teufelchen. Die Gruppe machte schnell kurzen Prozess mit den Scherzkeksen und wusste nun, dass sie hier definitv richtig waren.
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