Die Schatten schlagen zu (Die Silberne Schar)

Das Flüstern des Nebels

Der Geruch von Kiefer schwebte noch in der Luft, als Adabras Portal wie ein geflüstertes Versprechen hinter uns verlosch. Nebel kroch über Phandalins Marktplatz, schluckte Geräusche und formte aus jedem Schatten eine Andeutung. Selbst das Knarren der Schilder klang gedämpft, als hielte die Stadt den Atem an.

„In die Taverne,“ drängte Adabra, und ihre Dringlichkeit war der Zunder, der unser Tempo hielt.

Moss blieb stehen. Sein Blick schnitt durch den Nebel – und fand etwas, das nicht dorthin gehörte. Eine schwebende Gestalt, Hörner nach hinten gebogen, Flügel aus gerissenem Nachtlicht, Klauen groß wie Entscheidungen. Der Nebel zog sie zur Stadthalle wie ein Magnet aus Schweigen. Moss versuchte, den Anblick nachzustellen; sein tänzelndes Demonstrieren endete in einem Verrenkungsakt, der die halbe Gruppe zum Lachen und die andere Hälfte zum Stöhnen brachte.

Doch dann bestätigte jemand den Blick. Er war da. Kein Hirngespinst, sondern der erste Gruß einer langen Nacht.

Die Gasse, die eine Seele nahm

Kopfgelder machten aus vertrauten Gassen Fallen. Moos schulterte sein Holzfäller-Hemd wie eine zweite Haut. Gefangene – Krähenrufer, Maera Feldwind und Harlon Pfündel – wurden Richtung Taverne dirigiert, während Nocturn und Angelus leise von Milde sprachen. In Phandalin brauchte man Verstand, nicht Rache.

So schien es. Bis der Nebel selbst widersprach.

Angelus bog ab, rief – und die Luft wurde kalt. Ein Betrunkener sackte in sich zusammen. Über ihm hing etwas, das nicht aus Fleisch bestand, sondern aus Hunger. Keine Klinge durchschnitt den Schrei. Nur ein leises Ziehen, als würde jemand eine Seele wie einen lockeren Faden aus einem Pullover wickeln.

Der Mönch griff hinein und zog. Schmerz schoss ihm ins Mark – Angst, sauber wie Zahlen in einem Buch. Der Zauberer antwortete mit Logik: ein unsichtbares Register voller Immunitäten und Schwächen. Magische Geschosse stiegen auf, so sicher wie Sternschnuppen, die ihr Ziel kennen. Angelus’ Schild leuchtete. Sein Schlag war ein Versprechen aus Radiant und Zorn. Der Dämon zerfloss wie Nebel im Morgenlicht.

Doch der Nebel lachte. Lautlos.

Und verschwand.

Die Nacht der falschen Gesichter (Die silberne Schar)

Eine Stadt greift zu Stühlen

Die Bürger strömten aus dem Stonehill Inn, bewaffnet mit dem, was Mut eben ist: Stühle, Flaschen, zitternde Hände, die trotzdem zuschlugen.

„Sie kommen wieder,“ krächzte eine alte Dame.

Nocturn brach durch die Menge. „Anni hat’s erwischt!“

Wir rannten.

In der Gasse zum Rathaus saß Anni – nicht tot, nicht gesund. Einmal da. Einmal weg. Ein Flackern zwischen Welten. Sie riss Tibbers den Arm ab, und in diesem kleinen Geräusch schlug etwas Großes: Der Haken im Dorf blieb. Niemand konnte mehr so tun, als wäre dies nur ein Sturm, der vorüberzieht.

Beim Spurt flackerten Gedanken an die Wellen-Echo-Höhle durch Maerons Kopf – an Dinge, die größer waren als diese Nacht. Wir nickten wortlos. Später. Wenn es noch ein Später gab. Jetzt war die Stadt alles, was zählte.

Der Schuppen am Rand der Welt

Am Stadtrand atmete ein alter Schuppen wie ein Tier im Schlaf. Zerschlissene Flügel huschten hinein. Feenfeuer riss den Schatten aus seiner Unsichtbarkeit.

Dann fiel ein größerer Schatten.

Ein Vrock. Sporen wie graugrüner Regen. Schreie, die Knochen zum Stillstehen zwangen.

Das Schlachtfeld wurde ein Tanz. Zwei Feuerbälle blühten wie Sonnen in einer Welt, die keine Sonne wollte. Angelus traf wie ein Schwur, der niemals gebrochen wird. Der Schuppen-Dämon ging in Licht auf. Nocturn spannte – sein Pfeil schnitt nur Luft. Der Vrock kreischte.

„Mami kommt,“ flüsterte Anni.

Wir wichen aus der Sporenwolke zurück, atmeten, heilten, hielten einander aufrecht. Dieses einfache, unzerstörbare Gefühl: Wir stehen. Weil wir wollen.

Die Nacht der falschen Gesichter (Die Silberne Schar)

Die Enthüllung der falschen Spiegel

Später auf der nördlichen Straße zerplatzte ein weiterer Dämon in Schwefel und Sporen. Moos schrieb mit Fäusten Geschichte. Maeron flüsterte Dissonant Whispers wie Rasierklingen in die Gedanken der Hölle.

Und dann geschah das Unmögliche.

Nocturn zerplatzte in Gas.

Doppelgänger.

Das Portal hatte nicht nur Wege geöffnet – es hatte Plätze getauscht.

Wir suchten Spiegel und fanden Wahrheit. Angelus’ Reflexion hinkte hinterher, ein Wimpernschlag der Unwahrheit. Harbin Wester sprach zu glatt. Toblen wirkte poliert, als hätte jemand die Kanten seiner Menschlichkeit abgeschliffen. Kieriada, spröde und klar wie Winterluft, führte uns zum Schrein.

Artefakte, sagte sie, rufen Schatten wie Kerzen Motten. Die Wellen-Echo-Höhle war kein Ort. Sie war ein Ruf.

Garaele war schon fort. Etwas hatte sie aus der Phase genommen, als wäre sie eine Notiz, die in den falschen Ordner rutschte.

Das Dorf lernt, sich zu sehen

Am Wagenplatz schlug Isi zu – ein Stuhl, ein perfekter Moment. Puff. Der Doppelgänger löste sich zu Dunst.

Anni erholte sich über Nacht. Ihr Blick fand wieder Halt in einer Welt, die zwischen Lachen und Gefahr balancierte. Wir holten ein Buch aus dem Keller des alten Herrenhauses, wo die Rotmäntel gefallen waren: schwer, staubig, voller Geschichten von Hallura, schwebenden Städten und Magiefressern, die stärker werden, wenn man sie mit Zaubern füttert.

Tageslicht. Magische Waffen. Die Schattenebene verlangte andere Regeln.

Sending flog wie eine Taube durch kalte Luft:

„Dunkel, kalt, gefangen… Atemgeräusche anderer… Hilfe! … HILFE!“

Angelus lebte. Nicht frei. Nicht allein. Trostlossigkeit sprach aus ihm… ein Paladin, der das sprach. Hoffnug im Herzen.

Phandalin klebte Steckbriefe von uns an Wände. Wir klebten Spiegel in Hände. Am Mittag im Stonehill Inn brannte Toblen und wurde Rauch. Harbin fiel bewusstlos – und war nur noch Nebel. Toblens Frau kam mit Bratpfanne und Angst, und wir sagten die Wahrheit: Schatten. Spiegel. Scherben.

„In fünfzehn Minuten am Schrein.“

Ein Dorf, das lernen musste, sich selbst anzusehen.

Lachen vor dem Abgrund

Wir lachten über schlechte Würfel. Über stolze Frisuren im Spiegel. Über Stuhl-Krits, die Geschichte schrieben. Wurden wir verrückt? Und unter all dem Lachen lag unser Entschluss, hart wie Stahl:

Heute halten wir den Spiegel hoch.

Morgen gehen wir dorthin, wo die Spiegelbilder warten.

Und wenn die Nacht uns Namen stehlen will, wird die silberne Schar ihr zeigen, dass manche Geschichten sich nicht kopieren lassen.

Schatten über Phandalin (Die silberne Schar)

Das Gas in Gnomengarde

Die Luft im ehrwürdigen Schlafsaal der Könige wurde plötzlich grün und giftig. In einem Wettlauf gegen eine sich senkende Wolke halluzinogenen Gases stürmte die Gruppe in die Freiheit, nur um zu sehen, wie ihr Verdächtiger – ein kleiner, diebischer Goblin – versuchte, mit einem improvisierten Heißluftballon zu entkommen! Nach einem spektakulär fehlgeschlagenen Feuerballzauber, der den eigenen Stab des Zaubernden in eine Fackel verwandelte, gelang es ihnen doch, den Ballon zu Fall zu bringen. Doch der zähe Goblin sprang auf den Rücken des tapferen Moss und nahm ihn in einen eisernen Schwitzkasten! Rettung nahte in Form des mysteriösen Nocturne, der den Angreifer mit einer schnellen Klinge erledigte, nur um im Anschluss heimlich dessen Taschen zu leeren – eine Tat, die nicht gänzlich unbemerkt blieb.

Der nächste Schattenmagier

Die wahre Natur des Angriffs offenbarte sich bald: Der Goblin, Torkel, war ein bekannter, aber harmloser Bewohner Gnomengardes, dessen Gier ihn zum Diebstahl der wertvollsten Blaupausen der Gnome getrieben hatte. Während die Helden die Gnomenkönige von den Nachwirkungen des Gases heilten, führte sie die Spur der Sabotage tief in eine Mine hinter einem Wasserfall. Dort, in der Dunkelheit, stellte und tötete Nocturne einen weiteren Spion: einen als Magier getarnten Schattenwandler, der sich nach seinem Tod als formloser Doppelgänger entpuppte. Die bei ihm gefundenen gestohlenen Pläne (Nocturne hatte sie entwendet, den Toten aber nun untergeschoben) und verfluchten Artefakte waren der Beweis. Es war der Zweite dieser Art und das Loch, welches in das Untereich führte, offenbarte noch mehr Gefahr. Nocturne sprach eine Warnung aus. Später wurde der Eingang zugeschüttet und verschlossen durch die Gnomkönige.

Als wäre die Bedrohung durch unsichtbare Feinde nicht genug, erreichte die Helden eine schreckliche Nachricht aus ihrer Heimat Phandalin. Eine magische Botschaft, von Maeron über Meilen hinweg gesendet, brachte eine vergessene Notiz zu Tage: „Ihr könnt uns nicht mehr aufhalten. Wir sind schon unter euch.“ Die Doppelgänger waren keine ferne Gefahr mehr; sie hatten die Oberfläche bereits infiltriert.

Schatten über Phandalin

Euli und die Quacksalber

Zurück in der Außenwelt brach das magische Band zu ihrer treuen Eulenbärin Euli. In einem Anfall wilder Natur tötete und fraß sie die Pferde der Gruppe, bevor sie verschwand, nur um später satt und blutverschmiert zum Lager zurückzukehren und sich schlafen zu legen. Gestrandet und mit einer unberechenbaren Kreatur im Schlepptau, stießen die Helden bei der nahegelegenen Mühle auf eine neue Art von Abschaum: Quacksalber, die gefährliche Tränke unter dem Namen ihrer Freundin Adabra verkauften. Nach einem kurzen, aber entschiedenen Prozess wurden die Schuldigen festgenommen.

Adabra und der kurze Weg nach Phandalin

Von den Enthüllungen und der Dringlichkeit getrieben, entbrannte eine hitzige Debatte, wohin die Reise nun gehen sollte. Als die Argumente kein Ende fanden, schritt die weise Adabra ein. Sie hatte dem Streit lange genug zugesehen und offenbarte mit einem Lächeln eine geheime Fähigkeit: Sie öffnete ein Portal im Stamm einer alten Buche. Nach einem rührenden Abschied von ihrer Eulenbärin trat die Gruppe durch das magische Tor und wurde Sekunden später am Marktplatz von Phandalin wieder ausgespuckt, direkt vor dem vertrauten Anblick von Toblins Gasthaus. Der Kampf um Gnomengarde war vorbei, doch der Kampf gegen die Schatten, die sich unter ihren Freunden verbargen, hatte gerade erst begonnen.

Aufzeichnung von B5C (Die silberne Schar)

Das Stampfen im Tal

Das Tal war erfüllt vom gleichmäßigen Donnern eines Herzens aus Stahl. Unter Moos, Wasserrauschen und dem fahlen Leuchten von Pilzen arbeitete die Maschine unermüdlich. Ihre Schläge hallten durch den Fels – ein Versprechen aus Ordnung und Zwang. Lautlos glitten zweibeinige Metallwächter durch Nebel und Schatten, Augen ohne Wimpern, Schritte ohne Seele.

Die Helden drangen ein, Schritt für Schritt, Atemzug für Atemzug.

Angelus’ Rückkehr und das Flüstern von Phandalin

Angelus trat aus der Dunkelheit wie eine Legende, die beschlossen hatte, leise zu sein. Frisch zurück aus Phandalin brachte er Nachrichten, die kälter waren als Stein:

Einbrüche bei Nacht.
Ein Hauch des Shadowfell.
Ein Tiefling, dessen letzte Worte nicht Trost, sondern Vorzeichen waren:

„Der Schatten ist bereits erwacht.“

Ein verkohlter Kopfgeldbrief wanderte durch die Hände der Gruppe. Goldzahlen, die schmeichelten – und beleidigten. Und zwischen den Linien: die Handschrift der Löwenschild-Zeichnerin.
Das neue Maß für Erwartungen wurde geboren: „Moss.“

Die unsichtbare Treppe

Im Bauch der Fabrik begann die Realität zu tanzen.

Wo keine Treppe war, entstanden Stufen – aber nur, wenn man wagte, den Fuß zu setzen. Eine Choreographie aus Luft und Vertrauen.

Ich betrat sie, als hätte er nie etwas anderes getan. Perfekt. Lautlos. Elegant.

Der Rest folgte – stolpernd, fluchend, rutschend. Seile spannten sich, Hände griffen, Lachen hallte über Abgründe. Und irgendwie… kamen alle oben an.

Dort wartete ich. Zwei Armbrüste. Keine Lüge im Blick.
Ein ehemaliger Wächter – nun ein Freund.

Kristalljubel und Ketten

Was im Gnomgrad „Optimierung“ genannt wurde, offenbarte sein wahres Gesicht.

Gnome – gefesselt.
Rote Amulette – schreiend vor Parolen.
Maschinen – außer Kontrolle.

Ein Goblin, ein Dachs, ein schmutziges Rezeptbuch.
Sporen-Wein. Salz. Zorn.
Revolte, die in kleinen, bitteren Worten gärte.

Nynx’ Flüstern und das Geheimnis des Stahlkönigs

In einer staubigen Werkstatt zitterte eine Stimme, die noch Mut kannte:
Nynx Steinbeißer.

Er sprach von Eisenmonstern.
Von nicht zurückkehrenden Arbeitern.
Und bat nur um eines: Später. Holt mich später hier raus.

Zwischen sprechenden Regalen fand die Gruppe die Wahrheit über den Königsschmied:

Zwei Scharniere.
Hinten.
Gleichzeitig.

Zauber prallten ab. Stahl lachte über Magie.

M2T – Der Marsch der Gerechtigkeit

Als der Reparatur-Golem M2T erwachte, wurde das Stampfen der Fabrik zu einem Marsch.

Mit schweren Schritten räumte er korrumpierte Wachen aus dem Weg.
Die Gänge wurden stiller.
Die Gruppe unsichtbarer.

Ein falsch – oder richtig – bewegter Fackelhalter offenbarte eine Geheimtür in einem Raum, der mehr Blut als Mut gesehen hatte.

Die Halle der Funken

Dann kam Licht.
Und Schmerz.

Ein Stromschlag schleuderte Annie wie eine Marionette gegen die Wand – sie stand wieder auf. Natürlich tat sie das.

Maeron irrte. Traf Tibbers. Fluchte. Atmete. Traf perfekt.
Nocturne und Moss…legten eine 10,0 im Syncronziehen hin und dann wurden die Kerne aus dem Königsschnmied herausgerissen.

Tibi wurde zur wandelnden Lampe. Magisches Geschoss in den Händen – Hoffnung im Blick.

Moss stand im Feuersturm und weigerte sich, zu brennen.
Tibbers ließ göttliche Macht durch seine Klinge singen.

Not-Stopp.
Stille.

Der Thronsaal aus Stahl

Hier hielten selbst Zahnräder den Atem an.

Paladin vorn.
Mönch im Schatten.
Moss am Hebel.
Annie – ein Blitz im Schacht.

Der erste Schlag war ein Versprechen.
Der Smite ein Urteil.
Ein fliehender Wächter wurde von der Wahrheit selbst zurückgerissen.

Dann:
Ein Griff.
Ein Riss.
Ein Kern.

Das Duo Notcturne und Moss hatten wieder zugeschlagen.

Der letzte Wächter verstummte.

Der Schenkelöffner (Die silberne Schar)

Gold, das niemand wollte

Die Schatzkammer wartete.

Zahnräder.
Amulette.
Eine Puppe, die niemand anfasste.
Karten, Schwerter – Möglichkeiten.

Wilde Magie flüsterte aus den Wänden.

Sie nahmen nichts.
Fast nichts.

Nur das Buch über Pilz- und Sporen-Wein.
Wissen wiegt weniger als Schuld.

Grüner Atem

Ein Zischen.
Ein Klirren in den Schächten.

Dann: grüne Dämpfe.

Träume aus Gas.
Husten aus Lachen.
Einer widerstand. Die anderen… nicht ganz.

Die schlafenden Könige

Sie fanden sie.

Die Könige – im magischen Koma.
Getrennt von den roten Steinen.
Bewacht vom König, der nicht gefallen war.

Sie hätten gehen können.
Sie gingen nicht.

Was bleibt

Ich, B5C summte Loyalität.
M2T stapfte Pflicht.

Und irgendwo stand ein Wasserrad still.

Die Entscheidung war gefallen:
Erst retten.
Dann fragen.
Erst befreien.
Dann belohnen.

Denn manche Orte gewinnen nicht durch Gewalt.
Sondern durch den richtigen Takt im Tanz der Maschinen.

Gnomengarde (Teil 1) (Die Silberne Schar)

Die Schlacht der Maschinen: Geheimnisse, Überladungen und der Abschied

Explosion im Morgengrauen: Das Geheimnis hinter den Konstrukten

Schatten über Gnomengarde (Teil 1)(Die silberne Schar)

Ein lauter Knall erschütterte beim ersten Licht des Morgens die Umbrage Hills – und die alte Mühle von Adabra Gwynn bebte unter dem Echo der Explosion.

Der erste Knall: Maeron entdeckt die Bedrohung

Maeron, der in dieser Nacht die letzte Wache gehalten hatte, saß etwas abseits der Mühle in seiner kleinen, herbeigezauberten Hütte. Er bemerkte den Zwischenfall als Erster: Eine dunkle Rauchsäule stieg südlich hinter der Mühle in den Himmel. Alarmiert weckte er den neben ihm schlafenden Nocturne, und gemeinsam eilten sie den Hang hinauf zur Mühle.

Fliehender Gnom und jagendes Konstrukt

Die angeleinten Pferde scheuten panisch vor dem Knall, während im Inneren der Mühle nach und nach alle aufwachten – alle, bis auf Annie und Adabra, die den Lärm im Schlaf noch nicht registriert hatten.

Tibi, der inzwischen aus einem der oberen Fenster blickte, entdeckte die Ursache des Rauchs: Eine seltsame, dampfgetriebene Maschine mit metallenen Gliedmaßen jagte einen Gnom den Hang hinauf. Der Gnom hatte nur noch einen kleinen Vorsprung, und in der Ferne – vielleicht eine halbe Meile entfernt – sah Tibi eine umgestürzte Kutsche und zwei weitere Konstrukte, die offenbar an ihr arbeiteten.

Die Spur der Maschinen: Nocturnes Entdeckung

Da flog die Tür der Mühle auf, und Maeron und Nocturne stürmten herein. Sie berichteten hastig von dem Knall und der Rauchsäule. Tibi und Moss, die bereits an den Fenstern standen, ergänzten, was sie gesehen hatten – ein fliehender Gnom, verfolgt von einer Maschine.

In der Hoffnung, den Gnom noch retten zu können, eilte die Gruppe gen Süden. Vom Hang aus hatten sie freie Sicht auf die Szene unter ihnen. Moss, der Mönch, und Nocturne, der Dunkelelf-Schurke, erreichten schwebend und kletternd die untere Ebene.

Maeron, Tibi und Euli folgten, doch noch bevor sie eingreifen konnten, geschah es:
Der metallene Arm des Konstrukts begann blau zu glühen, dann löste sich ein greller Lichtstrahl – ein magisches Geschoss, das den flüchtenden Gnom mitten im Lauf traf. Ein gleißender Blitz, ein dumpfer Aufschlag – und der Körper des Gnoms wurde von der Wucht zerrissen. Selbst Annie, die aus dem Fenster der Mühle hinausblickte, sah entsetzt, wie der Gnom auf dem Feld verstreut liegen blieb. Der Kampf war vorbei, und das Konstrukt stapfte ohne jedes Interesse den Hang hinab, als sei nichts geschehen.

Nocturnes schleichende Aktion und der Schattenzauber

Kurz darauf fand Nocturne in einem Gebüsch eine kleine Tasche – offenbar die des toten Gnoms. Darin befanden sich ein Lageplan von Gnomgarde, ein Notizbuch, und ein seltsamer Zettel, auf dem in krakeliger Schrift stand:

„Notfallprotokoll #14: Wenn die Mühle stillsteht, ist alles verloren. – Fizzik“

Nocturne teilte die Entdeckung mit den anderen. Die Gruppe kehrte noch einmal kurz zur Mühle zurück, wo Adabra und Annie sie bereits erwarteten. Nach einem kurzen, ernsten Gespräch kamen alle zu demselben Entschluss:
Sie mussten handeln.

Die Konstrukte schienen sich mithilfe der umgestürzten Kutsche zu reparieren – und wenn das stimmte, würde es nicht lange dauern, bis sie wieder marschbereit waren.

Die Reparatur der Konstrukte: Ein Wettlauf gegen die Überladung

Noch während die Gruppe aus der Mühle späht, bemerken sie, dass die Konstrukte sich mithilfe der umgestürzten Kutsche selbst reparieren. Der Rauch über der Kutsche hängt immer noch in der Luft, als die Gruppe ohne zu zögern aufbricht, um einzugreifen.

Tibi reagiert als Erster und schleudert einen Feuerball in die Richtung der Maschinen. Doch, wie schon beim Kampf gegen den Kopflosen Reiter, läuft auch hier nicht alles nach Plan: Der Zauber trifft zwar, doch anstatt die Konstrukte zu zerstören, führt er zu einer magischen Überladung, die die Energiequellen der Maschinen nur noch weiter anheizt.

Während sie sich rasch der Kutsche nähern, beginnt Tibi, sein Wissen über Konstrukte mit der Gruppe zu teilen – ein wahrer Schatz an Informationen, der ihnen vielleicht das Leben retten könnte.

Nocturne greift an

Dann ergreift Nocturne die Initiative: Er schleicht sich geschickt an, während Maeron zwei der drei Konstrukte mit Feenfeuer markiert. Mit einer fließenden Bewegung wirft Nocturne eine Kugel aus Dunkelheit, um das Schlachtfeld zu verschleiern und den Maschinen den Überblick zu nehmen. Doch als er sich der Energiequelle nähert, wird er plötzlich von einem gewaltigen elektrischen Schlag getroffen.

Keiner der anderen bemerkt das Geschehen – nicht Eulie, die blindlings in die Dunkelheit stürzt und wild um sich schlägt, noch Tibbers, den Annie heraufbeschworen hatte, um zu helfen. Maeron lässt weiterhin seine magischen Klänge erklingen. Doch trotz der chaotischen magischen Töne wird es schnell klar, dass Tibi und Annie von der Situation überfordert sind. Ihre Zauber zeigen kaum Wirkung, und die Dunkelheit scheint nur mehr Unheil zu bringen.

Die Gruppe rüstet auf: Die Dunkelheit wird besiegt

Die Dunkelheit wird schließlich von Nocturne aufgelöst, und in dem Moment, in dem der Schatten sich lichtet, zeigt sich das gesamte Chaos: Eulie und Tibbers haben versehentlich die Kutsche selbst angegriffen und damit den Zusammenbruch des Vehikels verursacht.

Der Wendepunkt kommt, als Moss mit einem kräftigen Ruck die hintere Abdeckung eines der Konstrukte entfernt und einen roten Edelstein, umhüllt von schwarzem Nebel, herauszieht. Sofort sackt das führende Konstrukt in sich zusammen – fast fällt auch ein zweiter, klarer roter Stein aus seiner Halterung. Der Unterschied zwischen den beiden ist sofort klar: Der eine ist von dunklem Schleier umhüllt, der andere scheint rein und ohne jegliche Beeinträchtigung.

Der Kampf flammt noch einmal auf, als Tibi seine Eule aussendet, um ein Konstrukt abzulenken, und selbst Melfs Säurepfeil entfesselt. Der Zauber trifft – doch es zieht die vollständige Aufmerksamkeit des Konstrukts auf sich. Eine pulsierende Energiekugel trifft Tibi, und seine Haare stehen buchstäblich zu Berge. Auch Nocturne spürt die Spannung, die von der Maschine ausgeht.

B5C wird aktiviert: Ein neuer Verbündeter in der Schlacht

Schließlich gelingt es der Gruppe, alle Herzsteine aus den Konstrukten zu bergen. Schnell stellen sie fest, dass der dunkle Schleier im Herzstein eine direkte Verbindung zum Verhalten der Konstrukte hatte. Das Leuchten war so grell bei den Steinen, dass Tibi plötzlich mehr Staub als Richtung sah. Nach einer kurzen Heilung durch Maeron und Moss entscheiden sie sich, den klaren Herzstein in das beschädigte Konstrukt einzusetzen. Der Test gelingt.

Als sie den klaren Edelstein in das Konstrukt einsetzen, verschwindet der dunkle Schleier und plötzlich erklingt eine mechanische Stimme:

„Autorisierung der Benutzer bestätigt. B5C – einsatzbereit.“

Die Gruppe hat schwer gelitten – besonders Nocturne und Moss, die mehrfach von elektrischen Entladungen getroffen wurden. Doch sie haben das Rätsel der Konstrukte gelöst und möglicherweise einen neuen Verbündeten in der Form des nun einsatzbereiten Konstrukts gefunden. Glücklicherweise hat Maeron mit seiner Musik der Gruppe den nötigen Rückhalt gegeben.

Konstrukt

Die Reise geht weiter: Abschied bei Adabra

Nach dem Kampf fanden sie, abgesehen von den Herzsteinen und einem neuen Verbündeten, nichts Wertvolles an der Kutsche, die inzwischen von B5C repariert worden war. Die beiden anderen Konstrukte lagen immer noch auf ihr, reglos und inaktiv. Die Gruppe beschloss, noch einmal zu Adabra zurückzukehren und sich zu verabschieden.

Auf ihre Nachfrage, ob sie etwas über Konstrukte wisse, antwortete sie, dass sie zwar Gnome gut kenne, aber eine eher negative Meinung über ihre Erfindungen und deren Auswirkungen habe. Die Konstrukte und vor allem der Konsum der Gnome-Weine hätten das Leben vieler erschwert. Sie fügte hinzu, dass sie den Gnome anfangs dankbar gewesen sei, da sie ihr geholfen hätten, die Mühle in eine Kräutermühle umzuwandeln.

„Ich danke euch noch einmal“, sagte Adabra, „und nicht nur für eure Hilfe bei der Mühle, sondern auch dafür, dass ihr den Kopflosen Reiter bezwungen habt. Ihr habt mir einen großen Dienst erwiesen.“ Sie verabschiedete sich herzlich und wünschte der Gruppe alles Gute für ihre weitere Reise.

Gnomengarde

Die Tore von Gnomengarde

Da die silberne Schar bereits zu Beginn von Sûnes Lauf ihre Kräfte stark beansprucht hatte, beschlossen sie, sich auf der inzwischen reparierten Kutsche auszuruhen. Als die Sonne ihren Höchststand erreichte, gelangten sie an die Ausläufer der Schwertberge.

Ein klarer Bach führte sie bergauf bis zu einem mächtigen Wasserfall, dessen Gischt den Ort in ein silbriges Dämmerlicht tauchte. Die Erosion hatte hier eine natürliche Mulde geformt – ein verborgenes Tal, in dem das Wasser in ein flaches Becken stürzte. Dort ragten zwei kleine Inseln aus dem Wasser, überwuchert von roten, grünen und violetten Pilzen, die bis zu sechzig Zentimeter hoch wuchsen.

Über dem Becken zeichneten sich mehrere Höhlenöffnungen ab, die sich von Felsvorsprüngen in sechs bis neun Metern Höhe in den Berg hinein erstreckten. Das Sonnenlicht drang kaum durch den Nebel – die Szenerie wirkte wie aus einer anderen Welt.

Erste Begegnung mit der wilden Magie

Die Gruppe band ihre Pferde fest, während Tibi seine Eule aufsteigen ließ, um das Gebiet zu erkunden. Er wusste aus alten Erzählungen, was hier auf dem Spiel stand: das kleine Reich der zwanzig Steingnome, regiert von König Gnerkli und König Korboz.

Doch je näher seine Eule dem Wasserfall kam, desto mehr verblasste die magische Verbindung – bis sie schließlich ganz abriss und da schoss es wie ein Geistesblitz durch Tibis Kopf: wilde Magie.

Da waren nun Nocturne und Moss gefragt. Die beiden schlichen sich an, während der Rest der Gruppe in sicherer Entfernung wartete. Es dauerte nicht lange, bis sie zurückkehrten – staubbedeckt, schwer verwundet und mit zerfetzten Kleidern, als hätten sie mitten in einer Explosion gestanden.

Wie sich herausstellte, hatten sie genau das: eine Falle mit einer Gnomgranate hatte sie nur knapp verfehlt. Ein Gang auf der östlichen Seite war aber eingestürzt darauf. Trotz allem konnten sie berichten, was sie gesehen hatten – Konstrukte als Wachposten auf beiden Seiten der Höhlen, betrunkene Gnome, die in den Gängen herumlagen, und seltsame Fasskrabben, die offenbar sich selbst befüllten, in dem Weinlager der Gnome.

In einer dieser Krabben hatten sie sogar einen Herzstein entdeckt und entwendet – kurz bevor die zweite Krabbe bei einem misslungenen Versuch in einer weiteren Explosion zerbarst, die sie beinahe das Leben gekostet hätte.

 

Der Weg durch Gnomengarde

Nun sollte endlich gelingen, was weder Tibis Eule noch Nocturne oder Moss zuvor geschafft hatten.
Mit Maerons Hilfe verwandelte sich Annie mithilfe einer Illusion in eine bunte Clownsgestalt – ein Ablenkungsmanöver, das so absurd war, dass es tatsächlich funktionieren konnte. Gemeinsam mit ihrem neuen Konstrukt-Verbündeten B5C machte sich die silberne Schar auf den Weg zum östlichen Eingang von Gnomengarde.

Unbemerkter Eintritt: Die Gruppe nutzt den Überraschungseffekt

Zu ihrer Überraschung reagierten die beiden Wach-Konstrukte dort überhaupt nicht. Reglos blieben sie stehen, als die Gruppe unbehelligt in das Tunnelsystem eintrat. Gleich nach dem Eingang bogen sie nach Norden ab und gelangten in einen Raum, der offenbar als Speisesaal diente.

Mehrere kleine Esstische und Stühle, alle auf Gnomgröße ausgelegt, standen ordentlich aufgereiht. An der Ostwand befand sich ein robuster Holzschrank, gefüllt mit Blechgeschirr und Besteck – doch sonst schien der Raum leer zu sein.

Die Gruppe setzte ihren Weg weiter nach Norden fort. Vor ihnen lag eine verschlossene Tür, die B5C ohne Mühe aushängte. Dahinter öffnete sich ein großer Raum, offenbar die Küche von Gnomengarde.

Die Küche von Gnomengarde: Gefangene Gnome und Fasskrabben

Hier arbeiteten mehrere Konstrukte und zwei Fasskrabben, die offenbar dazu dienten, angekettete Gnome zu füttern – fünf an der Zahl.
Die gefangenen Gnome blickten erschrocken auf, dann voller Erleichterung, als sie ihre Retter erkannten.

Die Gnome stellten sich vor:

  • Joybell (weiblich)

  • Dimble (männlich)

  • Panana (weiblich)

  • Uppendown (männlich)

  • Tervaround (weiblich)

Allen war eines gemeinsam: Ihre Münder waren leicht verfärbt, ein Anzeichen des gnomischen Weins, der in Gnomengarde offenbar reichlich floss.

Dimble, Joybell und die anderen Gefangenen: Die Gnomeschicksale

Auf die Frage, was geschehen sei, erklärte Dimble:

„Es begann alles, als König Korboz die Abläufe optimieren wollte … ein kleiner Scherz, sagten sie, ein bisschen Hilfe durch Magie und Maschinen. Doch dann … übernahm der Königsschmied.“

Die Gruppe untersuchte anschließend die Speisekammer und stellte fest, dass es an Nahrung nicht mangelte. Doch der Anblick der mechanischen Fütterung ließ keinen Zweifel: Etwas war hier völlig aus dem Ruder gelaufen. Sie erklärten den Gefangenen, dass sie befreien würden, wenn die Zeit gekommen wäre.

Weiter im Süden fanden sie schließlich einen kleineren Werkraum, in dem zwei Gnome geschäftig an Werkzeugen und zwei Fasskrabben arbeiteten. Sie stellten sich als Fibblestib und Dabbledob vor – beides Tüftler, die noch bei Verstand waren.

Die beiden berichteten bereitwillig:

„Der Königsschmied … ein Konstrukt, das König Korboz selbst erschaffen ließ. Alles begann, als wir diesen seltsamen Ring fanden. Seitdem hat die Maschine die Kontrolle übernommen. Sie sperrte uns ein – nannte uns ‘fehlerhaft’. Nur Fizzik war für sie interessant. Sie befindet sich auf der westlichen Seite des Tunnelsystems und muss Optimierung an den Konstrukten vornehmen in der Werkstatt“

Die Gruppe rüstet auf

Mit den neuen Erkenntnissen im Gepäck zog die silberne Schar weiter durch die Gänge von Gnomengarde. Nach einer engen Biegung erreichten sie einen seltsam leeren Raum, in dessen Mitte ein einzelner Stuhl stand – ein bizarr anmutendes Konstrukt, denn aus jeder der vier Himmelsrichtungen zielte eine schwere Armbrust auf den Sitzplatz.

Einen Moment lang herrschte gespannte Stille. Dann blitzte es in Tibis Augen – ein wahrer Geistesblitz. Mit geschickten Händen und der Hilfe von B5C machte er sich daran, zwei der Armbrüste zu demontieren und direkt an den mechanischen Begleiter zu montieren.

Wenig später stand das Konstrukt da, schwer bewaffnet und einsatzbereit.
„Jetzt kann kommen, was will“, meinte Tibi zufrieden – und die Gruppe zog weiter.

Der Kopflose Reiter (Die Silberne Schar)

Helden kehren zurück

Wie die Silberne Schar ins Loch fiel – und wieder herauskam

Nocturne saß gefesselt auf dem Tisch im Inneren des Wagens, umgeben von seinen Gefährten. Draußen lenkte Isi das Gefährt durch die Nacht, bis Maeron sie schließlich am Zügel ablöste. Der Eulenbär trottete gemächlich hinterher, sein schwerer Schritt kaum hörbar im nächtlichen Takt.

Die Stunden vergingen ruhig – bis plötzlich ein heftiger Stoß durch den Wagen fuhr. Alles geriet durcheinander, Bücher flogen aus den Regalen, Becher klirrten, und Nocturne wurde gegen die Tischkante geschleudert. Der Wagen kam ruckartig zum Stehen, leicht nach vorn geneigt.

Isi, die sofort wusste, was geschehen war, sprang ohne zu zögern hinaus in die Dunkelheit.
Maeron blickte zu den unsanft Aufgeschreckten und murmelte eine Entschuldigung, während er sich die Schläfen rieb.
Abgesehen von dem kleinen Chaos in Küche und Schmiede war jedoch niemand ernsthaft zu Schaden gekommen.

Anders sah es mit der Vorderachse des Wagens aus – sie war gebrochen, nachdem das Gefährt in ein tiefes Schlagloch geraten war.

Aufgrund der Größe und des Gewichts des Wagens stellte die Reparatur der gebrochenen Achse eine besondere Herausforderung dar. Wie sollten sie dieses Problem nur lösen?

Noch während alle grübelten, riss sie ein fröhlicher Ruf aus den Gedanken:
„Lathander zum Gruße!“

Eine Gestalt in einer einfachen Robe trat aus dem Schatten des Weges. Der Mönch, der sich als Moss vorstellte, erkannte rasch die missliche Lage der Gruppe. Nachdem auch die Abenteurer sich unter ihrem Namen, der Silbernen Schar, vorgestellt hatten, richteten sich alle Blicke wieder auf die schiefstehende Vorderachse.

Es folgten viele Vorschläge, eifrige Diskussionen und Ratlosigkeit in gleichem Maß.
Währenddessen spielten Annie und Angelus direkt vor Nocturnes Nase mit ihren Augenpuppen – sehr zu Annies Verdruss, denn irgendetwas schien nicht so zu funktionieren, wie sie wollte. Ihre lautstarke Frustration brachte selbst den herbeigeeilten, frisch befreiten Gundren aus der Fassung, der sie vergeblich zu beruhigen versuchte.

Erst als Maeron hinzukam und Annie mit einem gemeinsamen Auftritt in der Taverne von Phandalin lockte, legte sich ihre Aufregung.

Der Mönch Moss hatte sich zunächst verabschiedet, kehrte jedoch wenig später mit einer Idee zurück. Gemeinsam mit einer Schriftrolle, die Annie beisteuerte, und Tibis geschickten Händen gelang es schließlich, die Achse zu reparieren – nachdem alle den Boden um die Radaufhängung freigelegt hatten.

Mit vereinten Kräften zogen die Rösser den Wagen aus dem Loch.
Die Silberne Schar konnte ihre Reise fortsetzen – nun mit einem weiteren Begleiter an ihrer Seite.

Und natürlich musste das gefeiert werden.
Tibi, voller Tatendrang, kredenzte eine kräftige Suppe.
Leider war sie derart versalzen, dass selbst der Eulenbär misstrauisch schnupperte – doch gelacht wurde trotzdem.

So erreichten die Helden in den Morgenstunden Phandalin.

Ein Schwert, ein Segen, ein Neuanfang

Sie hatten lange beraten, wie sie den Eulenbären in die Stadt bringen – und zugleich Nocturne sicher in den Schrein der Göttin Tymora schaffen konnten, um ihn von seinem Fluch zu befreien.
Und dann war da noch Annie, die Maeron mit einem erwartungsvollen Blick ansah – sie hatte offensichtlich ebenfalls ihre Pläne.

Kurz darauf erreichten sie Barthens Proviant. Einer nach dem anderen stieg aus dem Wagen:
zuerst ein kleiner Narr mit klirrenden Schellen, dann eine schwebende Gestalt in dunklem Umhang, gefolgt von Maeron, der den „Euli“ fest im Griff hielt. Tibi behielt Nocturne – der noch immer schwebte – genau im Auge. Danach traten Angelus, Gundren, Moss und schließlich Isi hinzu.

Vor dem Schrein stand Sister Garaele und prüfte gerade den Zustand des Gebäudes, als die kleine Gruppe sie mit einem fröhlichen „Lathander zum Gruße!“ auf sich aufmerksam machte. Gemeinsam traten sie ein.

Nachdem Garaele alles erfahren hatte und Kelch wie Dolch ihren Platz auf dem Altar gefunden hatten, nahm sie sich den beiden Artefakten an. Ein leises Leuchten erfüllte den Raum – es würde eine Weile dauern bis die Artefakte gereinigt wären.

Draußen vor dem Schrein herrschte derweil Trubel. Viele erkannten Gundren wieder – Jubel und Rufe erfüllten den Platz, Zwergenfreude und Umarmungen überall. Toblen trat aus der Taverne, Sûne lachte, Tische und Stühle wurden nach draußen getragen. Selbst Sildar Hallwinter, bislang der einzige Gast im Steinhügel, erkannte die Stimmen, stürmte hinaus – und seine Freude über das Wiedersehen war groß.

Karp und Pip eilten herbei, während Annie und Maeron eifrig Werbung für ihren bevorstehenden Auftritt machten. Als Sildar schließlich sein Schwert aus Angelus’ Händen zurückerhielt, glänzten seine Augen vor Glück. Der alte Krieger sprach kein Wort – aber seine Tränen sagten alles.

Sogar Harbin Wester kam eilig aus dem Rathaus herbeigestürzt, um die Helden persönlich zu beglückwünschen – für ihren Sieg über König Grol und natürlich auch über die Redbrands.
Phandalin hatte der Silbernen Schar viel zu verdanken: Frieden war endlich eingekehrt, Sildar Hallwinter und Gundren Rockseeker waren befreit, und die Bewohner atmeten auf.

Doch Harbin wäre nicht Harbin, hätte er nicht schon die nächste Aufgabe parat.
Ein Bote, den man zu Adabra gesandt hatte, war nicht zurückgekehrt – lediglich sein Kettenhemd und ein Paar Stiefel, aus denen ein unverständliches Flüstern drang, waren gefunden worden. Die Fundstücke wurden der Gruppe in einer Kiste überreicht, doch auch sie brachten keine neuen Erkenntnisse.

Zusätzlich hing am schwarzen Brett ein weiterer Auftrag: die Eskorte eines Transports aus Gnomengarde nach Phandalin. Die Helden willigten ein – alle bis auf Angelus.
Er war von Harbin mit einer anderen Pflicht betraut worden: Er sollte in fünf offenen Rechtsfällen der Stadt Recht sprechen.
Schweren Herzens verabschiedete er sich von seinen Gefährten, um sich seiner neuen Aufgabe zu widmen.

Geschäfte in Phandalin

Maeron besorgte sich bei Barthen ein starkes Seil, während Tibi in Begleitung von Maeron bei Löwenschilds Bankhaus zwei Konten eröffnete – jeweils mit einem Guthaben von 350 Goldmünzen. Der Zugang war streng geregelt: Nur die jeweiligen Kontoinhaber selbst konnten über ihr Gold verfügen.
Die monatliche Gebühr von 10 Goldstücken akzeptierten beide ohne Einwand. Nachdem sie ihre Unterschriften und Skizzen unter den Vertrag gesetzt hatten, verließen sie das Bankhaus wieder.

Tibi erkundigte sich anschließend noch nach Rüstungen und der Möglichkeit, ein Mithrilkettenhemd umarbeiten zu lassen und nach Rückkehr ließ er ein paar Waffen zurück im Wagen.

Moss hingegen zog durch Phandalin, um nach einer bestimmten Person zu forschen – doch niemand konnte ihm Auskunft geben.

Isi hatte sich unterdessen um den Wagen und die Pferde gekümmert.

Auf dem Weg zu Adabra

Der Aufbruch

Zunächst überlegten sie, wie sie Annie von ihrer Idee eines frühen Aufbruchs abbringen könnten. Doch bald zeigte sich, dass das kleine Mädchen – gemeinsam mit ihrem Bären – sich vielmehr darauf freute, eine Hexe zu treffen. Die geplante Vorstellung konnte also warten.

Isi stellte den fünf Mitgliedern der Silbernen Schar frische Pferde zur Verfügung und wünschte ihnen viel Erfolg auf ihrer Reise. Zuvor hatten sie sich von Pip eine genaue Beschreibung des Fundortes vom Boten geben lassen. Mit einigen Reisezehrungen von Toblen machten sie sich schließlich auf den Weg – gen Mühle. Sûne neigte sich schon gen Schwertküste.

Die Begegnung am Sumpf

Alle kamen mit ihren Pferden gut voran – nur Annie hätte sich lieber ein Pony gewünscht. So ritt sie etwas mühsam auf ihrem Schimmel hinterher.

Als Erster erreichte Moss den beschriebenen Ort. Die Sonne versank gerade hinter einem düsteren Sumpf, dessen Nebel bereits über den Weg kroch. Sein Pferd scheute, als er weiterreiten wollte. Nach und nach trafen auch die anderen ein – und auch ihre Tiere wurden unruhig.

Etwas stimmte hier nicht. Der Wald war unnatürlich still, kein Vogelruf, kein Rascheln – nur das ferne Gluckern des Sumpfes.

Nebel waberte dichter über den Pfad. Moss war schon ein Stück vorausgegangen, um nachzusehen, während Tibi seine Eule aufsteigen ließ, um das Gelände aus der Luft zu erkunden. Kurz darauf stieß auch Annie zur Gruppe.

Anfangs erkannte die Eule nichts – doch dann wurde es plötzlich kühler, ein Wiehern erklang in der Ferne. Es war nicht eines ihrer Pferde. Es kam von vorn.

Tibi berichtete mit ernster Stimme:
Eine Kreatur, ein Nachtmahr, kam den Weg entlanggaloppierend – auf seinem Rücken ein Reiter ohne Kopf. In der einen Hand hielt er seinen flammenden Schädel, in der anderen ein Schwert, dessen Schneide Funken sprühte.

Ein unheilvolles orangenes Leuchten durchdrang den Nebel, als der Reiter näherkam.
Die Silberne Schar machte sich bereit – was immer da auch auf sie zukam.

Der Ritt des Kopflosen Reiters

Der Reiter kam im wilden Galopp heran, die feurigen Hufe seiner Nachtmahr ließen Funken über den Boden sprühen.

Tibi schleuderte ihm einen Feuerball entgegen, Annie schoss rasch mehrere Flammenpfeile – doch beides prallte wirkungslos an ihm ab. Ein eisiger Schauer lief allen über den Rücken. Nocturne und Annie spürten, wie die Angst sie packte.

Da ertönte die Stimme des Reiters, dumpf und geisterhaft:
„Annie…“

Er wandte sich Euli zu, die ihn mutig angriff. Die Nachtmahr bäumte sich auf, ihre feurigen Fesseln schlugen Funken, während Moss nur mit Mühe den Tritten ausweichen konnte.

Tibi zauberte unermüdlich, ein Schlaghagel traf den Reiter, doch der schien unbeeindruckt. Maeron überkam kurz die Angst und er wich zurück. Da flog der Kopf des Reiters – und explodierte direkt vor Tibi in einem gleißenden Feuerstoß.

Euli, die der Nachtmahr schwer zugesetzt hatte, ging schließlich zu Boden, gefolgt von Moss. Nocturne und Annie flohen noch immer, vom Grauen überwältigt.

Doch Maeron begann zu spielen – eine Melodie, die selbst inmitten des Chaos Hoffnung weckte.
Da geschah das Unglaubliche: Euli und Moss erhoben sich wieder, taumelnd, aber lebendig.

Nocturne fand endlich die Kraft, seine Furcht zu überwinden, und kehrte zurück ins Gefecht.
Überall im Wald knisterten Zauber, und eine kleine Eule stürzte sich immer wieder tapfer auf den Reiter.

Der Kampf schien bereits verloren – doch dann traf ein Pfeil von Nocturne das Pferd mitten in die Brust.
Mit einem markerschütternden Wiehern riss die Nachtmahr sich los, galoppierte davon und verschwand schließlich samt ihrem Reiter in einem brodelnden Riss im Erdboden.

Die Stille verschwand, und der Wald gab wieder Geräusche von sich.
Der Kampf, der allen alles abverlangt hatte, war vorbei.

Der Kopflose Reiter (Die silberne Schar)

Nachklang des Kopflosen

Annie war zurück.
Die Silberne Schar war wieder vereint – wenn auch sichtlich mitgenommen, um es milde auszudrücken.

Maeron zupfte in der kühlen Nacht leise an seinen Saiten. Die sanften Melodien durchbrachen die Stille des Waldes und gaben den erschöpften Gefährten neue Kraft und Mut.

Währenddessen untersuchten Moss und Nocturne die Stelle, an der der Reiter und seine Nachtmahr verschwunden waren. Im aufgewühlten Erdreich fanden sie ein Schwert, das bei Moss einen stechenden Schmerz auslöste, sobald er es berührte – er ließ es sofort wieder fallen. Nocturne hingegen entdeckte im Dreck den Schädel des Reiters.

Mit geübten Handgriffen zog er ein Fläschchen Trollsäure hervor, während Moss das verfluchte Schwert sorgfältig in Stoff einwickelte und an sich nahm. Kaum tropfte die Säure auf den Schädel, da kam es zur Explosion – Knochensplitter fuhren durch die Luft und bohrten sich in die Haut von Nocturne und Maeron.

Mehr war von dem Reiter nicht geblieben.
Erschöpft, aber entschlossen, bestiegen sie ihre Pferde und setzten den Weg fort – bis zum Haderhügel.

Kurz davor entdeckten sie zwei Gräber am Wegesrand. Eines davon war offen, und in der aufgewühlten Erde führten deutlich sichtbare Hufspuren der Nachtmahr hinein.
Der Grabstein trug den Namen eines gefallenen Soldaten, daneben ruhte ein weiterer.

Ein Schauer lief ihnen über den Rücken.
Waren sie einer alten Legende auf der Spur?

Die Ballade vom Kopflosen Reiter

von Mirelle Duskflower | Die silberne Schar

Einkehr bei Adabra

Sie führten die Tiere am Zaumzeug den Haderhügel hinauf und klopften an die Tür der alten Mühle von Adabra. Warmes Kerzenlicht und leises Geräusch drang aus dem Inneren. Dann erklang hinter der Tür die Stimme der alten Dame: „Wer da?“

Adabra nahm die Bestellung von Toblen entgegen, die sie bereits mitbekommen hatte, als dieser von den Plänen der Gruppe erfahren hatte. Mit einer Laterne in der Hand öffnete sie schließlich die Tür. Annie staunte und murmelte: „Das ist ja gar keine Hexe“, während sie schmollend die Stirn runzelte – eine unerwartet heitere erste Begegnung.

Doch schnell hellte sich die Stimmung auf. Adabra erzählte von den alljährlich wiederkehrenden Ereignissen in ihrer Nähe und freute sich sehr, dass die Abenteurer sich nun der Sache angenommen hatten. Sie versorgte ihre sichtbaren Wunden und stillte den Hunger der Gruppe mit ihrem legendären Beerenkuchen. Aus Dankbarkeit schenkte sie jedem von ihnen zwei Fläschchen, die eine heilende Wirkung haben sollten. Anschließend schlugen die Abenteurer ihr Quartier in und um die Mühle auf.

Nocturne streifte durch die Mühle und vertiefte sich in einige Bücher – eine Gelegenheit, die man nicht oft bekam, um Wissen von einer erfahrenen Kräuterkundigen zu erlangen.

Später wechselten Nocturne und Maeron sich bei der Nachtwache auf dem Mühlenhügel ab.

Tibidabos zweiter Tagebucheintrag (Die Silberne Schar)

15. Eleasis 1491 (Jahr der scharlachroten Hexe)

Die Ruine von Schloss Crag

Der Nachlass

Das Schloss war still geworden. Nur das Knacken der brennenden Trümmer und das entfernte Gekreische von Raben war zu hören. Der Kampf um König Groll war vorüber, doch die Schatten des Ortes blieben. Im Zimmer des Königs war die Suche erfolgreich gewesen: Unter dem Bett, in einer staubigen Truhe, fanden sich einige Schätze – Münzen und Schmuckstücke. Doch es war allen klar: Das Schloss barg noch mehr Geheimnisse.

Die Gruppe zog weiter, den nächsten Turm ansteuernd. Schon von weitem wirkte das Tor stabiler als die morschen Türen im Inneren. Eisenbänder hielten die Bohlen zusammen, ein grober Riegel verschloss den Zugang. „Lasst mich das machen,“ brummte Angelus, der Paladin, und trat mit ernster Miene nach vorn. Seine Rüstung glänzte matt im schwachen Licht, und mit beiden Händen stemmte er sich gegen das Holz. Muskeln spannten sich, das Eisen ächzte – doch dann rutschte er auf dem staubigen Steinboden aus, landete unsanft auf dem Hintern und hinterließ ein schepperndes Echo im Turmgang.

Ein Raunen ging durch die Gruppe, ein unterdrücktes Kichern. Angelus, rot im Gesicht, stand schnell wieder auf. „Noch einmal!“ knurrte er. Diesmal bündelte er all seine Kraft – und mit einem gewaltigen Krachen brach das Tor nach innen auf.

Feather (Tibidabos Tagebuch (Die silberne Schar))

Der Eulenbär

Drinnen umfing sie stickige, kalte Luft. Der Turm war düster, von Spinnweben durchzogen, und der Boden mit zerfetztem Fell und Knochenresten übersät. Ein unheilvolles Scharren ertönte aus der Dunkelheit, gefolgt von einem tiefen, kehligen Laut. Dann trat es hervor: Ein massiger Körper, Raubtierkrallen, und auf dem muskulösen Hals thronte der Kopf einer Eule – die Augen kalt und golden glühend. Federn sträubten sich, als das Monstrum die Gruppe fixierte. Ein Eulenbär. Sein Schrei hallte durch den Turm, ein ohrenbetäubendes Kreischen, das selbst dem tapferen Paladin die Nackenhaare aufstellte.

Tibi versuchte schnell einen Säurpfeil zu wirken. Der Zauber misslang und explodierte in seinem Gesicht und verletzte ihn schwer.

Angelus, geistesgegenwärtig und ein wenig beschämt über sein vorheriges Missgeschick, warf die schwere Tür zu. Von innen dröhnten sofort wütende Schläge und das kreischende Brüllen des Monsters. Der Turm bebte.

Doch dann beschloss die Gruppe, dass Flucht keine Lösung war. Ein zweiter Anlauf. Diesmal öffnete sich die Tür langsamer, bedacht, während Maeron in die Saiten seiner Laute griff. Erst zaghaft, dann klarer, erfüllte eine beruhigende Melodie den Turm. Die schneidende Aggression des Eulenbärs schien zu erlahmen – seine Augenlider flatterten, der Atem wurde ruhiger. Ein seltsam friedlicher Augenblick entstand. Das Wesen senkte den Kopf, die Federn legten sich glatt. Maeron trat vorsichtig näher, jede Note wie ein sanftes Wort, und legte schließlich eine Hand auf das raue Gefieder. Der Eulenbär ließ es geschehen – ja, er lehnte sich sogar leicht gegen die Berührung, als hätte er seit Jahren darauf gewartet, nicht als Monster, sondern als Lebewesen behandelt zu werden.

owlbear Tibidabos Tagebuch (Die Silberne Schar)

Das Lied vom Hügelriesen

Dumme Goblins

Der Turm bebte, als draußen das Chaos seinen Lauf nahm. Lachende Goblins, ahnungslos über ihr Schicksal, stürmten auf das Schloss zu – dicht verfolgt von einem Hügelriesen, dessen Schritte wie Donner über das Land rollten. Tibidabo reagierte als Erster. Mit einer raschen Geste und gleißender Hitze explodierte ein Feuerball unter den Goblins. Drei von ihnen verbrannten zu Asche, während zwei kreischend und halb brennend weiter rannten. Doch der wahre Schrecken war der Riese, der einen ganzen Baum wie ein Speer schleuderte – und damit nur knapp sein Ziel verfehlte. Die Gefährten verteilten sich: Angelus und Nocturne verschwanden in den Schatten des Waldes, um im richtigen Moment zuzuschlagen. Anni beschwor Tibbers, ihren treuen Gefährten, und verstärkte die Gruppe mit schützenden Zaubern. Maeron griff zur Laute, in der Hoffnung, den Hünen ebenso zu besänftigen wie zuvor den Eulenbären. Doch die Magie hielt nur für Augenblicke. Und hoch oben im Turm hielt Tibidabo die Stellung, seine Hände brannten vor Zauberenergie.

Der Angriff

Dann brach der Kampf los. Feuerbälle zischten durch die Luft, das Schlachtfeld erleuchtend. Der Eulenbär, nun ein treuer Freund, stürzte sich furchtlos auf den Riesen – nur um von einem Schlag beinahe zu Boden geworfen zu werden. Mit einer brutalen Bewegung packte der Gigant Tibbers und zerriss ihn in Stücke; das Knacken hallte wie ein Donnerschlag. Anni schrie vor Zorn, wissend, dass sie ihren Gefährten erst am nächsten Tag zurückrufen könnte. Nocturne stürzte aus den Schatten hervor, seine Klinge blitzte, doch der Riese schlug ihn beinahe bewusstlos zurück. Blutüberströmt rettete er sich zurück ins Dunkel. Angelus erhob sein Schwert, doch das Schicksal spielte ihm einen grausamen Streich: Die Waffe entglitt ihm, flog durch die Luft – und bohrte sich klirrend direkt in den Riesen. Ein Treffer, der zwar Eindruck machte, aber seinen stolzen Paladin zum Narren hielt. Währenddessen regnete es weiter magische Geschosse. Annis Feuer, Tibidabos Arkankräfte, Maerons Melodien, selbst der Eulenbär griff mit Schnabel und Klauen an. Der Hügelriese brüllte, taumelte – und fiel schließlich krachend zu Boden. Erde bebte, Bäume knackten, und nur mit knapper Not entging die Gruppe, unter seinem gewaltigen Körper begraben zu werden.

Nach dem Kampf

Erschöpft, verwundet und von Zauberkräften nahezu entleert, sammelten die Helden sich. Schweigend zogen sie sich zu ihrem Wagen zurück, jeder in Gedanken bei den Wunden und Verlusten – und bei den Siegen, die diesen Tag nicht minder prägten.
Auf dem Rückweg stießen sie auf eine groteske Trophäe: Ein gewaltiges Auge, sorgfältig präpariert, offenbar einst von Goblins erbeutet. Ein seltsames Fundstück, das noch Bedeutung haben mochte … oder ein bizarres Andenken an den Kampf, den sie gerade überlebt hatten.
So endete die Schlacht gegen den Hügelriesen.

giant_head Tibidabos Tagebuch (Die Silberne Schar)

Der Fluch von Maglubiyet

Frühsport

Die Nacht nach dem Sieg über den Hügelriesen war still – beinahe zu still. Nur der Eulenbär, der sich mittlerweile treu an Maerons Seite hielt, bemerkte Bewegungen am Leichnam. Doch niemand wagte in der Finsternis nachzusehen.

Am Morgen stellte sich das nächste Unglück heraus: Die Pferde waren entflohen, von Furcht getrieben. Ohne sie war die Kutsche nutzlos. Tibidabo beschwor eine Eule, die den Wald überflog und die Tiere fand. Doch ihre Rückkehr entpuppte sich als eine Farce aus Schweiß, Schrammen und Gelächter: Angelus wurde hinter einem Pferd durch die Büsche geschleift, Äste peitschten ihm um die Ohren, bis er das Tier endlich stoppen konnte. Maeron verlor nebenbei eine Wette um ein Goldstück, da er auf den „falschen Helden“ gesetzt hatte.

Der Kolbold

Zurück am Leichnam des Riesen barg Tibidabo zwei weitere der grotesken Augen – in der Hoffnung auf alchemistische Geheimnisse. Doch währenddessen suchte Angelus sein Schwert. Es steckte gestern noch im Riesen – und war nun verschwunden. Maeron entdeckte Fußspuren, die Tibi als Koboldspuren erkannte. Sie führten zurück ins Schloss.
Nocturne, unsichtbar verzaubert, kundschaftete voraus, während die Gruppe vorsichtig folgte. Fallen erwarteten sie: Der Eulenbär wurde in eine Schlinge gerissen, 15 Meter hoch geschleudert, während ein gewaltiger Stein nur knapp sein Ziel verfehlte. Maeron schwebte auf, um das Seil zu durchtrennen – und starrte direkt in das erschrockene Gesicht eines Kobolds, der dasselbe vorhatte. Der Kobold stürzte zu Tode, zwei Schlüssel klimperten an seiner Halskette.
Doch die Schreie vom Dach lenkten die Helden ab: Nocturne wurde von einem fliegenden, beißenden Buch gejagt – einem Mimik in falscher Gestalt. Mit vereinten Zaubern wurde das absurde Biest vernichtet.

Die Ruine unter die Lupe genommen

Im Altarraum fanden sie neue Schrecken: Ein Kelch, der dieselbe böse Aura ausstrahlte wie der verfluchte Dolch zuvor, sowie ein Räuchergefäß. Tibidabo pauschte die fremden Symbole ab, um ihre Herkunft zu erforschen. Erst später, zurück bei der wartenden Gefährtin, erhielten sie Gewissheit: Die Zeichen gehörten Maglubiyet, dem finsteren Gott der Goblins, der durch Opferungen Stärke verleiht.

Die Burg offenbarte noch weitere Räume – eine Waffenkammer mit stinkenden Bombengläsern, ein geheimes Bücherregal, sogar verborgene Fächer, die jedoch leer waren. Alles deutete darauf hin, dass andere, vielleicht Nocturne selbst, schon vor ihnen Beute gemacht hatten. Doch Nocturne schwor seine Unschuld.

Dann der Schock: Der Dolch, den Tibi zuvor verwahrt hatte, war wieder bei Nocturne – der schon einmal seinem Einfluss erlegen war. Furcht packte die Gruppe. Nach langen, schweren Diskussionen wurde beschlossen, Nocturne zu fesseln, damit er nicht weiter von der dunklen Macht verführt werden konnte.

Mit der Kutsche – die Pferde mühsam eingefangen, die Helden erschöpft, der Eulenbär treu – machten sie sich auf den Weg in die Stadt. Ihr Ziel: Ein Tempel, stark genug, Dolch und Kelch zu reinigen oder zu vernichten.
Doch Maglubiyets Schatten hing schwer über ihnen.

Maglubiyet

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