Die vielleicht Helden von Bryn Shander (Legacy of the Past)

Die vielleicht Helden von Bryn Shander (Legacy of the Past)Die vielleicht Helden von Bryn Shander (Legacy of the Past)

Liebster Vater und meine lieben Geschwister.

Mein letzter Brief ist erst ein paar Tage her, aber das muss ich euch unbedingt mitteilen.
Ich habe euch ja schon von den netten Leuten erzählt die ich getroffen habe und mit denen ich weiter reisen wollte, wenn sie auch in den Norden gingen würden.

Als wir nun so beisammen saßen und überlegten wie es weitergehen würde bekam Nailo (ihr wisst schon, der schnieke Elf) eine Schriftrolle entgegen nehmen sollte. Da er sich weigerte nahm ich sie und laß, dass sein Mentor ihn gerne im Norden hätte.
Schnell waren die anderen bereit ihn zu begleiten.
Wir überlegten eine Weile wie wir nach Bryn Shander im Eiswindtal kommen sollten. Die erste Idee mit einem Schiff nach Luskan zu reisen überwarfen wir schnell, da es dort auf dem Meer von Piraten nur so wimmeln sollte. Wir fanden einen Gnom der bereit war uns ein Portal zu stellen und so besorgten wir uns warme Kleidung und Vorräte.
Der Gnom war sehr nett und freundlich was wohl an der guten Bezahlung lag und so nannte  er uns ein Getränk, welches wir im Norden unbedingt testen sollten Feuerbarts Flammenbrandy.
Ich wollte schon immer mal durch ein Portal gehen. Es schimmerte leicht bläulich als wir durchtraten.  Schade, dass uns der Gnom nicht vorgewarnt hat. Denn wo wir rauskamen stank es einfach nur fürchterlich nach Blut und Fisch. Ich konnte meinen Mageninhalt bei mir behalten. Srisira (ja die Druidin) und unser neuer Begleiter (ein Mensch…John irgendwas) hatten da nicht so viel Glück. Wir beschlossen den Raum schnell zu verlassen und stellten fest, dass wir in einer Taverne gelandet sind, in der sich gerade ein Ork prügelte. Er war schon ordentlich mitgenommen, schien wohl aber im Kampfrausch gewesen zu sein. Er ging erst zu Boden, als zwei Barbaren auf ihn einschlugen. Dann wurde er an uns die Treppe hoch vorbeigetragen. Die Taverneninhaberin, eine Zwergendame namens Myrthel, wollte uns zunächst nicht passieren lassen, aber nach einigem hin und her machten wir uns also auf zu dem Inn von Feuerbart.

Auf dem Weg dorthin viel mir ein Händlerpaar auf, welches belauscht wurde und so machte ich mich zu ihnen auf um sie darauf hinzuweisen. Und so kamen wir ins Gespräch und es kann sein, dass sie euch kontaktieren werden zwecks Handel.
In der Taverne angekommen konnte ich meinen Augen kaum trauen…Zwerge über Zwerge die sangen, aßen und tranken.

Du hättest dich hier sehr wohl gefühlt liebster Vater.

Da wir unseren Zwerg am nächsten Tag nüchtern brauchten hat ihn unsere Elfe schlafen gelegt und Nailo wollte sich um Schlafplätze kümmern. Aber da hatte er die Rechnung ohne seinen Verhandlungspartner Sir Lynn gemacht, denn dieser meinte, dass nur die Personen hier nächtigen dürften, die einen kurzen trinken. Und wie Elfen so sind, trinken sie nicht besonders gerne und so hab ich die Aufgabe übernommen und habe Nailo, Thorin, Srisira und mir ein Bett gesichert. Der Neue und der Große haben selbst getrunken und nur den Menschen hat es aus den Latschen gekippt.
Man was für ein Teufelszeug aber sehr lecker.
Die Zeit mit den Zwergen hat sich sehr gelohnt. Danke nochmal für den super Ratschlag unseren „Onkel“ Filius zu besuchen und eine Weile mit ihm zu reisen. Mein Zwergisch ist zwar nicht perfekt, aber für die betrunken Zwerge hat es gereicht und sie haben zusammen mit mir das Lied des Trinkens gesungen.
Herrlich…wirklich toll wieviel die so wegtrinken können.

Am nächsten Tag wollten wir also die Leute der Stadt mobilisieren, damit sie sich den Kampf gegen die Frostriesen anschließen. Meine Rede auf dem Marktplatz hatte nur mäßigen Erfolg gezeigt.
Ja ich weiß…ich und eine Rede…ist mir auch schleierhaft wie ich das so gut hinbekommen habe…
Aber immerhin den Sherif Markham Southwell hat sie beeindruckt. Er zeigte uns eine Schriftrolle auf der stand, dass es pro Frostriesenkopf 5000 Gold geben würde. Er wollte uns Patrouillen zu Verfügung stellen, wenn wir ihm sagen könnten, wo sich die Frostriesen aufhalten würden.
Nichts leichter als das…schwupps war unsere Elfe als Schneeadler in der Luft und erspähte 32 Riesen, 20 Orks, 3 Orogs und 6 Frostwölfe.
Nun ging es daran schnell zu handeln, denn in nicht mal als drei Stunden würden sie die Stadt erreichen.

Erst jetzt erfuhren wir, dass die Anführerin der Frostriesen auf der Suche nach einem magischen Gegenstand war, den sie hier in der Stadt vermuteten. Wir teilten uns auf und machten uns auf die Suche danach. Immerhin konnten wir bis jetzt herausfinden, dass es sich um den Ring  des Winters handelt.
Hoffentlich finden wir ihn noch rechtzeitig. Drückt uns die Daumen. Ich liebe und vermisse euch alle

Eryn

Eryn

Schon früh bemerkte Eryn, dass sich ihre Stimme beruhigend auf andere auswirkte. Eigentlich sang sie nur um ihre Geschwister zu beruhigen. Immerhin gab es davon fünf Stück. Da sie die Älteste war und ihre Mutter die letzte Geburt nicht überlebte, musste sie sich um alles kümmern. Es war gar nicht so einfach Schule, Haushalt und die Geschwister unter einen Hut zu bringen, doch sie gab sich die größte Mühe es allen Recht zu machen. Ihrem Vater war sie eine große Stütze und ihm tat es oft leid, dass sie ihre Kindheit nicht genießen konnte. Doch Eryn störte es nicht Wäsche zu machen oder das Haus aufzuräumen während die anderen in ihrem Alter flirteten oder ihren Abend nicht zu Hause verbrachten. Immer war sie fröhlich bei der Arbeit…sang oder pfiff ein Lied vor sich her. Ihre Geschwister hörten ihr gerne zu, dachte sie sich doch die schönsten Geschichten aus. Komischer Weise gelang ihr es gut sich Dinge oder Geschehnisse auszudenken. Manchmal konnte sie selber nicht mehr zwischen Realität und Ausgedachtem unterscheiden.
Zweimal in der Woche durfte sie abends in die Taverne gehen. Sie genoss die Zeit mit ihren Freunden dort und lauschte gespannt den Erzählungen der Reisenden. Immer mehr merkte sie, wie sie es in die Ferne zog. Sie wollte das erleben, wovon die Fremden berichteten. Eines Tages nahm sie ihren Mut zusammen und sprach ihren Vater darauf an. Er lächelte und meinte „diese Reiselust hast du von deiner Mutter“. Er hatte nichts dagegen, nur konnte er ihr kein Gold für ihren Weg zur Verfügung stellen.
Aber das brauchte er auch gar nicht, denn ihre Geschwister hatten sie bei einem Gesangswettbewerb eingetragen, bei dem der Hauptpreis 100 Goldstücke waren und dazu gab es eine kleine Laute.
Anfangs war sie ein wenig sauer auf ihre Schwestern und Brüder, hatte sie doch noch nie vor so viel Publikum gesungen. Doch kaum stand sie auf der Bühne flogen die Worte nur so aus ihr heraus.
Einen kleinen Teil ihres Preises gab sie ihrer Familie und ein paar Tage später zog sie los.

Zehn Jahre ist es nun her, dass sie ihr Elternhaus in Esmeltaran verlassen hat. Durch ihre neugierige und offene Art fand sie schnell Leute zum Unterhalten oder Reisen.
Auf dem Weg nach Baldur´s Tor hat sie sich zu einem Stopp in Beregost verleiten lassen. Zu ihrem Glück wie es schien, denn hier hat sie ihren ersten echten Goliath mit seinem Gefolge gesehen. Daraus lässt sich bestimmt eine tolle Heldengeschichte  machen…

Den Drachen (knapp) entkommen (The Legacy of the Grey Guardians)

Den Drachen (knapp) entkommen (The Legacy of the Grey Guardians)Den Drachen (knapp) entkommen (The Legacy of the Grey Guardians)

Nach einiger Zeit in der Höhle machte sich Gerlac auf den Weg um davor Wache zu halten. Während er sich umsieht entdeckt er auf dem unteren Plateau die Gefangenen und wie ein Wagen mit drei weiteren Käfigen ankommt. Im ersten Gefängnis befindet sich ein Gnom, in dem Zweiten ein Halbork und in dem Dritten einen älteren Menschen.

Um ihn etwas zu  unterstützen gesellt sich Camilla zum Halbork. Während sich die beiden unterhalten sieht sie in geringer Entfernung ein goldenes Licht flackern. Außerdem erkannte sie ein kleines Wesen in der Nähe der Lichtquelle. Von Neugierde gepackt geht sie in die Höhle um Maevina zu bitten, sie zu begleiten, was die Dunkelelfe auch macht. Camilla wollte Cipher bitten währenddessen auf die restlichen Gruppenmitglieder aufzupassen. Dieser war jedoch mit den beiden Mönchen am Karten spielen – er versuchte den beiden das Spiel beizubringen, mit wenig Erfolg. Camilla musste Anakis wecken, und bat diese auf die Anderen achtzugeben.
Anschließend machten sich Gerlac, Camilla und Maevina auf den Weg dem Wesen zu folgen. Dieses kleine Etwas hatte einen kleinen Krug bei sich aus welchem ab und zu ein Goldstück herauspurzelte und direkt in Maevinas Tasche landete. Sie war es, die das Ding als Leprechaun identifizierte. Die beiden folgten dem Wesen weiter bis dieses bei einem weiteren Kessel stehen blieb. In diesem brodelte es und ihm entstieg ein grüner Nebel, der sich am Boden sammelte. Kichernd ließ sich das Geschöpf neben dem Behälter nieder. Während Maevina Camilla erzählte was sie über dieses Wesen wusste, stellten die beiden fest, dass sich Gerlac abgesetzt hatte, um sich auf die Kreatur zu stürzen. Die Klerikerin versucht ihn noch zurückzuhalten, aber der Halbork hatte schon zum Sprung angesetzt. Leider waren die akrobatischen Künste des Waldläufers nicht besonders gut ausgeprägt und so landete er unsanft auf dem Boden, direkt neben dem kleinen Geschöpf im grünen Nebel. Die panischen Ausrufe in einer Sprache, die Anakis verstand lockten diese vor die Höhle.
Da Gerlac in dem Nebel nicht mehr für Camilla sichtbar war, hoffte sie durch ein wenig Gold ihren Kameraden freikaufen zu können. Doch jede Sprache die sie ausprobierte, das kleine Wesen schien sie nicht zu verstehen.
Anakis verstand sehr wohl, was der Leprechaun von sich gab. Beschimpfte er doch Gerlac als einen Dieb und so fing sie an ihr eigenes Gold zu zählen. Dies wiederum schien Cipher und Ander aufmerksam zu machen und sie wollten nach dem Rechten sehen. Erst wollte sich der Paladin wieder zurückziehen, aber als er den grünen Nebel sah, der sich auszubreiten schien und seine Mitstreiter einhüllte, entschloss er sich dagegen, um den anderen zur Hilfe zu eilen. Die Druidin und der Hexenmeister folgten ihm. Als alle im Nebel standen konnten sich jedoch nur Cipher, Ander und Maevina sehen, die anderen waren verschwunden…

Im Hain

Camilla, Gerlac und Anakis fanden sich plötzlich in einer anderen Umgebung wieder. Die Tieflingsdame erkannte es als einen Hain und war mehr als begeistert. Es war jedoch nicht nur ein Hain, sondern eher eine Schenke, in der die Leprechaun Getränke servierten. Neben diesen Wesen waren außerdem Nymphen, Dryaden und andere Geschöpfe des Waldes zu Gast. Gerlac, der offensichtlich nur die Nymphen wahrgenommen hatte, ging zunächst an die Theke um sich etwas Mut anzutrinken. Von den drei Gesöffen, die ihm vorgesetzt wurden, entschied er sich für den kleinsten. Doch gerade dieser kleine, grüne Likör hatte es in sich, denn als sich Gerlac erhob, tat er nur ein paar Schritte und sackte der Länge zu Boden. Tief schnarchend blieb er liegen.
Camilla ließ den Halbork schlafen und ging direkt auf einen Zwerg und einen Leprechaun zu, die sich zu streiten schienen. Als sie näher kam konnte sie endlich hören um was es ging. Die beiden konnten sich nicht einigen, ob Bier oder Likör das bessere Getränk sei. Die Halbelfe klinkte sich in das Gespräch ein und versuchte die beiden zu beruhigen, was ihr auch nach einiger Zeit gelang.
Anakis hatte in der Zwischenzeit jemanden entdeckt den sie unbedingt ansprechen wollte. Nach ein wenig hin und her hatte sie genug Mut gesammelt und ging auf den Avatar von Silvanus zu und sprach ihn an. Sie war mehr als überrascht, dass er wusste wer sie war und auch die anderen kannte er. Die Tieflingsdame war so begeistert, dass sie aus dem Reden gar nicht mehr herauskam. Und so erzählte sie alles, was sie bis jetzt erlebt hatte…

In der Zwischenzeit auf dem Plateau

Die restlichen drei sahen sich an und schienen zu überlegen, was sie nun machen sollten. Maevina beeindruckte das Ganze nicht weiter und wollte eigentlich die Ruhe genießen, doch Ander hatte andere Pläne. Er ging zurück in die Höhle, schnappte sich den einen Teil der Maske und wollte verschwinden. Doch als Cipher ihn zur Rede stellen wollte hatte er nur die Möglichkeit im Nebel unterzutauchen. Wütend wie er war folgte der Halbelf dem Mensch und auch die Dunkelelfe folgte den beiden Augenrollend.

Wieder im Hain

Natürlich fiel der zeternde Cipher auf. War er auch nicht besonders leise, als er Ander als Dieb beschimpfte. Ander schien es nicht weiter zu beeindrucken und ging seines Weges, als er höflich aber bestimmt von dem Avatar gebeten wurde ihm das begehrte Teil zu überlassen. Ander, der erklärte, er wollte den Teil der Maske nicht bei den zockenden Mönchen lassen, übergab leicht zähneknirschend den Splitter.
Maevina ging schnurstracks an die Bar und machte es sich mit einem Bier und einem Likör, den sie ins Bier kippte und dann trank, an einem Tisch gemütlich.
Als Ruhe einkehrte kam auch der Rest der Gruppe dazu und es wurde geredet und erzählt. Der Avatar von Silvanus hatte noch wichtige Informationen für sie. Unter anderem gab er Preis, dass es dort, wo vernutet wurde gar keinen Teil der Maske gibt.
Es waren sich alle einig, dass beredet werden musste, was getan werden sollte, doch vertagte man dies auf einen späteren Zeitpunkt und die Gruppe genoss erstmal die Getränke und die anderen Annehmlichkeiten im Hain.

Etwas später

Obwohl es ihnen vorkam, als hätten sie Stunden in dem Hain verbracht, stellte die Clique bald fest, dass es sich um weitaus weniger Zeit handelte. Jedoch fühlten sich alle wieder fit und auch Gerlac schien keine Nebenwirkungen zu haben.
Und schon redete Cipher drauf los. Er war der Meinung, dass die Gefangenen gerettet werden müssten und er schmiedete sofort einen Plan. Die anderen wurden nicht wirklich gefragt und er wollte schon aufbrechen, als die Mönche mit einem anderen Plan um die Ecke kamen.

Und so kam es, dass sich Ander, Gerlac, Camilla und Maevina verkleideten und sich auf den Weg ins Lager begaben. Anfangs lief es auch gut, konnte der Hexenmeister doch sehr überzeugend sein. Maevina hatte sich in die Schatten abgesetzt und suchte nach interessanten Gegenständen und fand eine Karte.
Alles schien gut zu laufen, denn einige der Gefangenen waren schon auf eine Kutsche verladen, als es zu Schwierigkeiten kam. Entweder hatte Ander etwas durcheinandergebracht oder war doch nicht so authentisch, wie er dachte, jedenfalls kam es zu Unruhen und das Feuer, das Maevina als Ablenkung dachte, machte das Ganze auch nicht besser.
So waren die Drei gezwungen schnell zu handeln und so sprangen sie auf die Kutsche und rasten los. Gerlac, der die Zügel in die Hand genommen hatte, hatte einige Probleme den Wagen zu fahren und Camilla und Ander waren damit beschäftigt sich die nun aufsteigenden Drachen irgendwie vom Halse zu halten. Dies gestaltete sich sehr schwer und ein Drache traf die Halbelfe tödlich.
Sie erreichten gerade so, die von Cipher und Anakis vorbereitete Vertiefung und konnten mit ein paar Überlebenden entkommen.
Maevina nutze die Gelegenheit um die restlichen in Gewahrsam sitzenden zu helfen und knackte deren Schlösser.
Und als wäre nichts gewesen fuhr sie auf einer anderen Kutsche, zusammen mit den Mönchen und den nun freien Personen einfach aus dem Lager hinaus.
Der Wagen steuerte wieder auf Beregost zu. Nach einer kurzen Unterredung mit den anderen der Gruppe, wurde entschieden diese erst im Dunkeln abzuholen…

Der Berg ruft (The Legacy of the Grey Guardians)

Der Berg ruft (The Legacy of the Grey Guardians)Der Berg ruft (The Legacy of the Grey Guardians)

Nach einer langen Diskussion darüber, wie und wo wer platziert wird und welche Waffen vergiftet werden und wo diese versteckt werden, hieß es warten. Warten auf das Ungewisse. Ob der Plan wirklich funktionieren würde?
Die eingebuddelte Druidin und die Schurkin kümmerten sich um die eine Seite, während sich der Waldläufer, die Klerikerin, der Magier, der Paladin und der Mönch innerhalb des Wagens verschanzten und die Ballisten feuerbereit machten.
Nach dem einige Zeit vergangen war, verbreitete Cipher etwas Unruhe, denn die erwartete Patrouille ließ sich nicht blicken. Gerlac beschloss auf den Wagen zu klettern, um nach dem Rechten zu sehen. In der Ferne erkannte er etwas Blaues am Himmel und er erinnerte sich an den Drachenangriff auf die Burg in Greenest. Auch Maevina erblickte den Drachen und holte Anakis aus ihrem Versteck und die beiden machten sich auf den Weg zu den Anderen.
Der Paladin, warum auch immer, machte sich daran die Balliste neu auszurichten, so dass er schießen konnte, wenn das Untier in Reichweite war. Kaum war der junge Drache in Sichtweite, flog der erste Bolzen und traf das Tier. Der zweite Bolzen, den Gerlac abgeschossen hatte, verfehlte nur knapp. Wahrscheinlich lag es daran, dass die Kreatur schon im Sturzflug war und sich auf den Unterstand der Fünf konzentrierte.
Gerade noch rechtzeitig verschwanden Camilla, Ander, der Mönch, Gerlac und Cipher durch die Luke nach unten, als sie ein merkwürdiges Geräusch wahrnahmen. Anakis, die sich mittlerweile in eine riesige Spinne verwandelt hatte, versuchte den blauen Drachen mithilfe eines Spinnennetzes am Boden zu halten. Das Tier war jedoch zu stark und zerriss es Problemlos und flog mit dem Wagen in den Krallen aufwärts.
Als sich das Flügelschlagen des Drachens zu entfernen schien, wurde der Ausgang vorsichtig per Magierhand geöffnet und Gerlac versuchte sein Glück mit seiner Armbrust, aber er verfehlte das Tier. Unbeeindruckt  ließ der Drache den Wagen auf den Boden zurückfallen. Einzig der Mönch konnte sich aus der Öffnung drängen und in Sicherheit bringen bevor das Fuhrwerk auf der Erde aufschlug und die Luke zum großen Teil verschloss.
Die Verschütteten machten sich daran einen Weg nach draußen zu buddeln.
In der Zwischenzeit hatte der Drache Anakis ins Visier genommen und traf sie so heftig, dass sie zu Boden ging. Die Dunkelelfin flößte ihr zwei Heiltränke ein und konnte die Druidin so stabilisieren. Der Drache schwebte davon, hatte er ja alle getroffen, die ihn angegriffen hatten.
Nach einiger Zeit konnten sich die anderen aus ihrem unterirdischen Gefängnis befreien und es wurde entschieden weiter Richtung Berg zu ziehen. Als jedoch am Horizont eine Staubwolke sichtbar wurde, entschloss sich die Gruppe so unauffällig wie möglich weiter zu gehen.
Da die Clique nicht ganz erholt am Berg ankam, wurde eine längere Rast bestimmt. Mithilfe einer  Mulde und einem Zelt, welches über Speere gespannt wurde, versuchte die Gruppe unbemerkt zu bleiben. In den ersten vier Stunden passierte nichts weiter,  aber Camilla weckte in ihrer Schicht alle auf, da sie einen Drachen gesehen hatte.
Da es nur einen Weg gab den die Gruppe nehmen konnte, machten sie sich daran den Berg hinauf zu klettern. Anfangs war es Maevina, die die Kletterhaken und Seile befestigte und die anderen so sicher nach oben kamen. Anakis und Gerlac hatten ihre Startschwierigkeiten und so half Cipher den beiden auf das erste Plateau zu gelangen. Camilla war es, die bei der Zweiten Ebene Hilfe benötigte, allerdings war Cipher etwas angeschlagen und so ließ er die Klerikerin Fallen und sie purzelte Anakis vor die Füße. Die Druidin reichte der Verletzen ihre Heiltränke und dann half ihr Gerlac beim Klettern.
Erst jetzt kam Anakis auf die Idee sich wieder in eine Spinne zu verwandeln. So konnte die Gruppe ohne weitere Probleme die 600 Fuß überwinden.
Oben angekommen näherte man sich langsam und achtsam dem Rand des Plateaus.
Schnell wurde klar, dass die Schlucht nicht einfach zu überwinden sei. Als Spinne spannte Anakis ein Seil und half den anderen hinüber.
Auf der anderen Seite angekommen, sackte der Paladin plötzlich zusammen. Camilla, die ihm zu Hilfe geeilt war, erging es ebenso. Maevina, die das Gift erkannte, hatte glücklicherweise eine Phiole mit Gegengift dabei, die sie Camilla einträufelte. So konnte die Klerikerin dann Cipher helfen. Gerlac, der sich auf den Weg zur Quelle der Giftpfeile gemacht hatte, wurde von einem lächelnden Mönch begleitet, hatte dieser doch in der Art und Weise der Angriffe seinen Bruder Leosin erkannt.
Leosin lud die Gruppe in sein Versteck ein. Dort konnten sich alle erholen und es wurden Informationen ausgetauscht.

Maevina Moonrider

Maevina Moonrider (Marie)Maevina Moonrider musste schon sehr früh erkennen, dass es besser ist, sich nur auf sich selbst zu verlassen, als auf andere.
Als sechstes Kind in einer einfachen Arbeiterfamilie, kam sie grundsätzlich zu kurz.
Egal ob es um Essen, Kleidung oder um die elterliche Nähe ging, immer musste sie zurückstecken.
Ihre Mutter starb ein paar Jahre nach ihrer Geburt und die Stiefmutter war nicht besonders nett zu ihr und ihren Geschwistern.

Schnell lernte sie für sich selbst zu sorgen und so kam es auch, dass sie von einer Schwierigkeit in die Nächste gelangte, aus der sie sich meistens um Haaresbreite herauswinden konnte.

Maevina verbrachte die meiste Zeit auf der Straße, in den Gassen oder in Häusern, die kaum bewohnt waren. Als ihr Vater starb und die Schwiegermutter sie eines Abends im betrunkenen Zustand halb tot prügelte, kehrte sie ihrem Elternhaus den Rücken und floh in ein verfallenes Haus.
In diesen fand sie fünf andere Kinder, die entweder kein zu Hause hatten oder sich, so wie sie, davon fernhielten. Die anderen waren misstrauisch ihr gegenüber, da ihre dunkle Hautfarbe bei den Meisten schlechte Erfahrungen hervorrief. Als sie jedoch bemerkten, wozu die Dunkelelfe fähig war, legte sich die schlechte Stimmung schnell. Und Maevina wurde für die Besorgungen eingeteilt.

Über siebzig Winter verbrachte sie in dem heruntergekommenen Haus.
Sie und die anderen Kinder hatten größtenteils ihre Ruhe, außer die beiden Stadtwachen machten ihre monatliche Razzia nach Diebesgut.
Sehr häufig wurden die Wachen fündig, aber sie nahmen nie jemanden mit, konnten sie doch mit ein wenig erbeutetem Gold bestochen werden oder aber es fand sich ein Mädchen, welches in Naturalien die Strafe zahlte. Da es außer Maevina nur noch ein anderes Mädchen gab, musste sie sich des Öfteren das Lager mit den Wachen teilen.
Oft ging es schnell und war harmlos, aber manchmal waren die Wachen schlecht gelaunt oder angetrunken, dann waren sie nicht besonders zärtlich und als sich Maevina wehrte, eskalierte die ganze Situation. Die Patrouille richtete sie ziemlich übel zu und das erste Mal in ihrem Leben lies Maevina ihre Wut zu und metzelte sich mit ihren Dolchen durch die beiden Männer.
Noch in der gleichen Nacht verließ sie die Stadt und änderte ihren Namen.
Sie lief so lange ihre Beine sie trugen. In einem abgelegenen Waldstück brach sie erschöpft zusammen und bemerkte es dort ihre schweren Verletzungen. Notdürftig flickte sie diese und lehnte sich völlig entkräftet an einen Baum. Sie bemerkte nicht, wie sie weggetragen wurde und kam erst nach ein paar Tagen wieder zu sich.
Als sie erwachte blickte sie in die Augen eines Mannes. Reflexartig wollte sie ihre Dolche zücken, doch bemerkte sie, dass diese nicht in ihrer Nähe waren, sondern auf einem Tisch lagen, mit all ihren anderen Sachen.
Beschwichtigend hob der Mann seine Hände und stellte sich als Sheeran Moonrider vor. Er erzählte ihr knapp, dass er sie gefunden hätte und in seine bescheidene Hütte im Wald mitgenommen und ihre Blessuren behandelt hätte.
Maevina überkam ein Gefühl, welches sie noch nie hatte und somit schwer einschätzen konnte. Die Tage vergingen und die beiden öffneten sich dem anderen immer mehr und mehr und Sheeran brachte Maevina alles bei, was er konnte und wusste.
Er zeigte ihr die Herstellung und den Umgang mit Giften, unterrichtete sie im Kampf, zeigte ihr wie man sich ungesehen aus einer brenzlichen Situation herauswindete und was er sonst noch für wichtig hielt.

Jahre gingen ins Land und den beiden ging es gut, sie gaben sich sogar das Eheversprechen.
Sie nahmen Aufträge an, die sie ohne größere Probleme erledigten. Mal ging es um das Wiederbeschaffen eines Schmuck- oder Erbstückes, ein anderes Mal um das Auffinden bestimmter Personen und sehr selten um die Beseitigung eben dieser. Immer mehr Leute kamen zu ihnen und die Auftragslage war sehr gut. Und so kam es, dass sie auch mal getrennte Wege gingen mussten, um Aufträge zu erledigen und sich ein paar Tage, Wochen oder Monate nicht sehen konnten, aber sie fanden immer eine Möglichkeit dem Anderen mitzuteilen, wie es ihnen ging oder wo sie sich befanden.

Als Maevina zwei Monate nichts von Sheeran hörte, machte sie sich auf die Suche nach ihm und auf dieser ist sie noch immer…

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