Da standen sie nun. Ausgeruht und für die nächste Runde bereit. Zunächst suchten sie Durnan auf und wollten von ihm wissen, wen sie nach weiteren Informationen bezüglich ihres Auftrags fragen könnten. Der Tavernenbesitzer brauchte nicht lange und meinte, dass sie sich an Esvele Rosznar wenden sollten.
Doch bevor sie die Suche nach dieser starteten, wollten Malcador und Kairon ihren Wettgewinn einsammeln. Es hatte sich wirklich gelohnt und die eingenommene Goldmenge konnte sich sehen lassen.
Nur was sollten sie jetzt damit anstellen? Sparen, anlegen, investieren oder gar ausgeben? Die Männer entschieden sich dafür über die Stränge zu schlagen und ihr gewonnenes Gold und das in ihrem Besitz zu verpulvern. So machten sich Alberich, Malcador, Kairon und Lamaar auf den Weg durch Tiefwasser um einen geeigneten Laden zu finden. Sie suchten nach Schmuck, Ringen oder Amuletten. Jedoch nicht für eine Angebetete, sondern für sich selber.
Sie liefen eine Weile und kamen im Nordviertel zu einem kleinen Laden der zu der Eltorchul Academy gehörte. Der Inhaber Danilo Thann begrüßte den Menschen und den Zwerg sehr freundlich als sie eintraten und zeigte ihnen die verschiedensten Ringe. Viele von ihnen waren allerdings außerhalb ihrer Preisklasse. So entschiedenen sie sich nach günstigeren Varianten ihrer begehrten Schmuckstücke zu fragen und der Besitzer zeigte ihnen auch diese. Um sich kurz zu beraten gingen die Beiden nach draußen zu Kairon und Lamaar.
Ringe
Nach einigem hin und her entschied Alberich einen Ring mit einem Kolibri darauf zu kaufen und Malcador erstand einen Ring des Schutzes. Sie konnten den Preis noch ein wenig drücken und so betraten im Anschluss der Mensch und der Tiefling das Geschäft.
Lamaar sah man wohl an, dass er nichts kaufen konnte und so redete der Eigentümer des Ladens hauptsächlich mit Kairon. Obwohl es das Stück der Begierde gab, hatte der Tiefling noch nicht genug Gold zusammen und so schaute er sich nach Anhängern für eine Kette um. Er wurde schnell fündig und so vertiefte er Danilo in ein Gespräch. So ging es hin und her und als Kairon den Unterberg erwähnte, wurde sein Gegenüber hellhörig. Und so kamen sie beide dann doch schließlich ins Geschäft. Kairon sollte nach bestimmten „Dingen“ da unten Ausschau halten und hätte einen guten Abnehmer, mit noch besseren Preisen.
Zufrieden machten sich die Männer auf den Rückweg zum Yawning Portal als sie auf Esvele Rosznar trafen. Sie hatte ein paar gute Informationen für sie. So fanden sie heraus, dass Shunn Shurreth ein Dunkelef Leutnant der Xanathar Gilde war und den nördlichen Wachposten in den Arkanen Kammern leitete nun aber im Exil lebte und sich gegen die Dunkelelfen stellt. Sie erzählte weiter, dass Shunn eine Priesterin von Lolth verärgert hatte und diese ihn Verfluchte. Der Fluch verwandelte Shunn teilweise in eine Spinne, mit acht roten Spinnenaugen.
Esvele
Zusätzlich gab sie den Abenteurern preis, dass Werraten einen Schlüsselstein aus dem südlichen Wachposten gestohlen hatten. Dort wo Nadia die Unbeugsame ihren Posten hat.
Außerdem bat sie die Gruppe um einen Gefallen. Wenn sie nach ihrem Bruder Kressando, einem 22jahre alten Mann mit heller Haut und lockigem Haar, der in den Künsten der Heimlichkeit und des Diebstahls ausgebildet wurde, ausschau halten könnten. Dafür könnte sich die Gruppe auf das Haus Rosznar verlassen und sie würde ihnen einen Gefallen schulden. Sie verrät außerdem, dass Kressando einen Siegelring aus Platin trägt, der das Familienwappen der Rosznars (einen weißen Falken im Sturzflug auf blauem Grund) sowie eine Gravur des Familienmottos zeigt („Fliege hoch und tauche schnell“). Mit den letzten Worten verschwand sie in einer dunklen Seitengasse und die Männer machten sich auf in Taverne.
Dort trafen sie auf Luna, die gerade mit Threestirngs einen gemeinsamen Auftritt hatte und eine druidische Legende zum Besten gab.
Alberich wurde von ein paar Zwergen dazu aufgefordert doch bitte einen sicheren Zugang zur Garrux Brauerei zu schaffen.
Im Anschluss ließ sich die Gruppe wieder den Brunnen herab um einem neuen Spektakel von Halaster beizuwohnen. Kaum standen sie versammelt unten veränderte sich alles um sie herum. Die Höhle verschob sich nicht, sondern verschwand ohne ein einziges Geräusch. Ohne Blitzlicht oder Knall – ohne jegliche Aufregung. Wo einst kalter Stein war, war nun eine grenzenlose Dimension, die in Nebel und Schatten gehüllt ist. Freistehende Bücherregale flankierten einen heißen Kamin, und daneben saß in einem Hochlehnerstuhl Halaster Blackcloak selbst. Er senkte sein Buch – Messingklingen von Walt Whitdwar – und grüßte die Gruppe: „Teilnehmer! Triumph! Ruhm! UnvermeidlicherTod! Diese warten auf euch, aber kommt, bleibt noch ein wenig und hört zu.“ Bevor überhaupt an eine Flucht zu denken war, wurden die Abenteurer durch eine Kraft direkt vor Halaster gestellt. Er schloss seinen Wälzer und lächelte.
„Ihr seid zu den Ruinen von Stromkuhldur, der Bastion der alten Zwerge von Melairkyn, hinabgestiegen. Hier haben sie ihr kleines, kleines Leben ausgehaucht. Das Helle lebt in der Dunkelheit… Bevor die Dunkelheit sie ganz verschluckt hat. Bis heute belagern die Veteranen dieses alten Krieges diese Ruinen. Das schreckliche Dunkelelf Haus Auvryndar bekämpfte die Legion von Azrok um die Kontrolle über diese Ruinen zu bekommen, damit sie Schädelhafen, vielleicht sogar Tiefwasser selbst, einnehmen konnten. Es liegt an euch, die Dunkelelfen anzugreifen – oder sie ihrem Schicksal zu überlassen. Die Geschichte hat gezeigt, dass sie ein sturer, sadistischer Haufen sind, also bin ich sicher, dass es auch ohne sie klappen wird“.
Weiter erzählt er, dass die Dunkelelfen von einer Priesterin namens T’rissa Auvryndar angeführt werden, die den Befehl hat, diese Ebene für ihr Adelshaus zu sichern. Halaster bemerkte: „Ihr steht alle da, schlaff und verletzlich. Genau wie an jedem anderen Tag für euch.“ Halasters Aufgabe ist einfach: T’rissa Auvryndar zu töten und ihre Truppen zu vertreiben. Dann müssen sie T’rissa’s heiliges Symbol von Lolth in den Fluss Sargauth werfen. Er verspricht eine Belohnung von „großer Macht“, wenn sie Erfolg haben.
Und von einer Sekunde auf die Andere standen sie wieder am Anfang und alles war wieder normal. Sie sahen sich gegenseitig an. Was sollten sie jetzt machen?
Da standen wir nun und wollten die Treppe nach unten in die Katakomben nehmen. Alle schienen optimistisch, aber ich hatte meine Zweifel und auch ein wenig Angst, ob wir das Richtige taten. Wir hatten keine Ahnung was uns erwarten würde und auf wie viele Dunkelelfen und Sonstiges wir treffen würden. Ich wollte mich noch kurz sammeln, aber Thorgrim schritt einfach mit den Anderen voran. Die Stufen schienen ewig zu dauern und sie führten uns tiefer in den Berg hinein. Ich lief ein wenig versetzt und bemerkte, dass Story sich mit der Frau von Azrok unterhielt. Keine Ahnung warum, aber der Typ war merkwürdig. Immer hatte er einen Begleiter neben sich oder in seiner direkten Nähe.
Glabrezu
Ich war so in Gedanken versunken, dass ich nicht mitbekam, dass unten schon der Kampf begonnen hatte. Als ich um die Ecke bog sah ich wie der Zwerg mit einem Glabrezu kämpfte. Ohne groß überlegen zu müssen rief ich meine Flammenklinge hervor, denn ich war mir sicher, dass sie sich eignete um dem Dämon zu schaden.
Während Eibenstein und Story nach hinten absicherten hatten Thorgrim und ich gut mit der Kreatur zu kämpfen. Wir trafen oft und gut, aber auch der Dämon traf uns mit seinen Zangen und seinen Fäusten. Richtige Probleme machte uns dann allerdings der Drider. Mit seinem Dreizack traf er mich und ein Schmerz durchzuckte meinen Körper. Ich konnte ihm zum Glück ein wenig ausweichen sodass er mich damit nicht zu sich ranziehen konnte. Allerdings hinterließ er auf dem Boden einen magischen Effekt, sodass ich unter dem Glabrezu hindurchrutschen musste um nicht darin stehen zu müssen. Nun stand ich zwischen den Beiden Gegnern und so zog ich mir einen Sargdeckel heran um ein wenig Deckung zu haben.
Jetzt konnte ich ein wenig sehen, was hinter uns im Gang los war. Ich sah Bolzen fliegen und konnte erkennen wie Eibenstein wild mit seinen Händen gestikulierte. Er zauberte also und schien damit auch Erfolg zu haben, aber er sah auch etwas angeschlagen aus. Nur Story konnte ich nicht sehen. Sie war in der Nähe der Treppe stehen geblieben. Obwohl der Zwerg und ich gut angeschlagen waren, machten wir weiter. Zwischen den Angriffen versuchte ich uns beide ein wenig zu heilen. Zum Glück hatte mein Tageslichtzauber in Richtung Drider die gewünschte Wirkung erzielt, denn der Dreizack verfehlte mich nur knapp.
Drider
Azrok schrie zum Rückzug, doch konnte ich nicht von hier weg. Thorgrim, der tapfere Zwerg, hörte einfach nicht auf den Glabrezu zu verdreschen, um mich aus meiner Lage zu befreien. Ich hörte ihn brüllen, dass ich verschwinden sollte, doch genau in dem Moment traf mich der Dreizack und blieb in meiner Schulter stecken. Die Schmerzen waren enorm. Ich dachte wirklich mein letztes Stündlein hätte geschlagen während mich der Drider zu sich heranzog. Doch der Zwerg schritt harsch ein und so konnte ich noch meinen Wolfsgeist beschwören und uns beide heilen. Unter Qualen zog ich den Trident aus meiner Schulter heraus. Verdammt war das knapp. Das Spinnenviech zog sich zurück und Thorgrim warf mich über seine Schulter und trug mich zu den Anderen, die bereits auf den Weg nach oben waren, zurück.
Auch wenn die Wunden geschlossen waren schmerzte mein Körper. Vor allem die Schulter tat weh, doch hatten wir kaum Zeit und so zogen wir uns vorerst ins Lager von Azrok und den Anderen zurück. Wir hatten nur wenige Verluste erlitten und nun saßen wir zusammen und überlegten wie es weiter gehen könnte.
Azrok erzählte uns von drei Hexen die hier auf Ebene drei seien und die Dunkelelfen nicht sonderlich mochten. Wäre das eine Möglichkeit? Wenn man sie auf unsere Seite ziehen könnte, wären sie dann eine Lösung? Nur wie sollte man zu ihnen gelangen? Azrok besaß zum Glück eine ziemlich genaue Karte wohin man gehen müsste, aber wie kam man dorthin? An den ganzen Dunkelelfen vorbei? Klar wäre Unsichtbarkeit eine Möglichkeit, aber nicht die sicherste Art hier unten.
Vielleicht könnte ich in einer Tierform weiterhelfen. Vielleicht als Spinne, denn die würde bei den Drider am wenigsten auffallen.
Aber ich ganz alleine und drei Vetteln? Ob das gut gehen wird?
Was für ein Abenteuer. Die letzten Stunden waren einfach der Wahnsinn. Soviel habe ich noch nie erlebt. Ja, ich war schon ein paar Mal Zuhause ausgerissen um meinen Vater zu entwischen wenn er schlechte Laune hatte und die hatte er sehr oft. Aber heute… keine Ahnung wie ich das Gefühl beschreiben soll… das war einfach nur super.
Auch wenn wir ein paar brenzlige Situationen hatten kamen wir davon. Sicher das eine oder andere Mal hatten wir vielleicht einfach nur Glück, aber wie die Gruppe zusammengehalten hat und das obwohl sie mich und den anderen neuen kaum kannten, war schon beeindruckend. Überhaupt sind die einzelnen Mitglieder auf ihre Weise genial.
Da haben wir zu einem Alberich, einen Zwerg und ein Mitglied der Tiefwasser Garde. Dass er mich nicht erkannt hat, war wohl mein Glück, aber da ich meinen Nachnamen bis jetzt noch nicht verwendet habe, kennt er mich vielleicht doch gar nicht. In seiner strahlenden Rüstung stell er sich einfach allem in den Weg, ein mutiger Mann.
Dann ist da der andere Zwerg Gundrabur. Mit mehr Glück als Verstand. Er stieß erst später zu unserer Gruppe und das lebend und in einem Stück, während der Rest seiner Begleiter wohl nicht so viel Glück hatten wie er auf dem Rückweg feststellen musste.
Ein weiteres Mitglied ist der Halbelf Lamaar. So wie er seine Zauber wirkt kennt er sich wohl aus. Im Moment ist er noch etwas ruhiger, aber vielleicht gibt sich das mit der Zeit.
Über Malcador lässt sich soviel sagen, dass er wohl noch recht jung ist, vielleicht ein wenig jünger als ich, und gerne mit dem Feuer spielt. Aber ich kann es ihm nicht verdenken und bis jetzt hat er damit auch wirklich gute Erfolge erzielt. Er scheint manchmal noch ein wenig unsicher zu sein, aber das wird sich mit der Zeit und mit mehr Erfahrung geben.
Und zu guter Letzt ist da noch Kairon. Ein Tiefling durch und durch. Und ein waschechter Pirat. So offen wie er seine Tattoos zeigt hat er wohl keine Angst entdeckt zu werden oder es ist ihm einerlei. Eins der Tattoos kenne ich sogar, habe ich es vor Jahren bei einem Menschen in einer Taverne gesehen. Er hat offenbar keine Probleme mit seiner Herkunft und mit dem Blut, welches durch seine Adern fließt. Eine wirklich bemerkenswerte Eigenschaft, die ich mir selber gerne aneignen würde.
So, nun aber zurück zu den letzten Stunden.
Wir waren gerade dabei ein wenig durchzuatmen, als ein Zwerg um die Ecke gebogen kam. Er hatte ein breites Lächeln auf dem Gesicht und begrüßte die restliche Gruppe freundlich. Offenbar kannte man ihn und seine Verspätungen schon und darum dachte ich mir nur meinen Teil.
Wir gingen weiter. Kairon voran, gefolgt von Alberich. Das war eine gute Entscheidung, denn die Beiden konnten der riesigen Steinkugel gut ausweichen. Wir liefen eine lange Zeit, ich kann schon gar nicht mehr genau sagen ob wir nach Süden, Osten, Westen oder Richtung Norden gegangen sind. Ich bin schon froh, wenn ich mich oberirdisch nicht in der Stadt verlaufe, also wie sollte ich mich hier unten orientieren? Ich hatte keinerlei Bezugspunkte war ich doch zum ersten Mal hier. Die Anderen wussten auch nicht auf welcher Ebene wir waren, aber da man daran zunächst nichts ändern konnte, liefen wir einfach weiter.
Rostmonster
Dann hörte ich etwas. Es klang, als würde etwas Metallenes über den Boden rollen und so erzählte ich den Anderen davon. Langsam gingen wir weiter und als unser Späher entdeckte, was mit einem rostigen Helm spielte hielt er inne. Er dachte wohl nach und erzählte uns dann von den Rostmonstern und was sie können und woran sie interessiert waren. Die Waffen wurden gewechselt und wir blickten zu unserem Zwerg in Rüstung und er verstand wohl und wollte auf Abstand bleiben, was ihm offenbar schwer fiel. Der Kampf war kurz und wir kamen ohne größere Blessuren davon.
Und jetzt standen wir vor einer massiven Steintür. Ein paar erfolglose Versuche später, holte Alberich eine Art Ramme hervor. Was der so alles dabei hat… Damit war die Tür kein Problem und sie flog lautstark auf. In diesem Teil war wohl lange keiner mehr, denn der Boden war staubig und überall lag Müll herum und die Spinnenweben an den Wänden ließ nichts Gutes verheißen.
Als wir weiter gingen sahen wir in einem Raum Kronleuchter die zu Boden gefallen waren und in dem Raum auf der anderen Seite konnte ich ein paar Spinnenbeine sehen. Große Spinnenbeine wie von einer… Riesenspinne… Spinnen sind ja schon widerwärtig, aber Riesenspinnen??? Halloohoo?!!! Geht ja wohl gar nicht.
Zum Glück hatte die restliche Gruppe wohl auch keine große Lust diesen Viechern zu begegnen und so gingen wir ein wenig zurück und nahmen eine Abzweigung in der es immer Kälter wurde. Wieder standen wir vor einer Tür, aber diesmal gab es nicht so große Probleme diese zu öffnen. Die Kälte schien aus diesem Raum zu kommen.
Zwerg im Eis
Nur Malcador und Gundrabor erkundeten den Raum, während wir anderen vor der Tür warteten und fanden eine zwergische Rune. Das Symbol bedeutet wohl kalt, wie uns gesagt wurde. Kairon gab ihnen einen Stab und als er „aktiviert“ wurde passierte es. Die Beiden erstarrten und waren im Eis gefangen. Wenn es nicht so schrecklich gewesen wäre, dann hätte ich glatt lachen können. Schnell wurden die Zwei aus dem Raum geholt, die Tür verschlossen und dann machten wir uns daran unsere tiefgekühlten Freunde aus ihrer Starrheit zu befreien. Ich heilte die Beiden und dann verließen wir diesen kalten Ort wieder.
Wir nahmen eine Treppe nach unten. Und wieder standen wir vor einer Steintür. Diese war allerdings anders, denn sie hatte eine Verzierung. Auf ihr konnte man einen Düstermantel erkennen, der sich auf einen Zwerg hinabließ. Dieser bewunderte einen funkelnden Edelstein. Mit reiner Stärke kam man hier wohl nicht weiter und so wollte Kairon etwas ausprobieren, jedoch nicht unter unseren Augen und so drehten wir uns um und als er meinte „hat geklappt“ war die Tür auf. Das hat mich ja schon irgendwie beeindruckt.
Mitten im Raum stand ein Holztisch und als wir uns näherten erkannten wir Steine auf dem Tisch. Zunächst dachten wir sie wären rein zufällig angeordnet worden, doch nach einer Weile des Betrachtens sah man, dass es eine Karte war. Jemand hatte sich große Mühe gegeben eine Karte von dieser Ebene zu machen. Kairon wollte seine eigene Zeichnung vervollständigen und so fing er an zu zeichnen. Dabei bemerkte er eine lose Steinplatte unter dem Stuhl und fand darin ein in Leder gebundenes Buch, einen Steinschlüssel und ein Stück Holz mit dem Symbol der Xanathar Gilde darauf.
Nebenan fand ich eine Truhe und ging hin. Als ich sie öffnen wollte erschien auf dem Stuhl blitzartig jemand. Und vor mir waren auf einmal Werratten. Nicht nur ein paar, sondern richtig viele. Während die anderen sich mit dem plötzlich erschienenen Dunkelelf unterhielten merkte ich wie ich Panik bekam. Ich traute mich nicht zu bewegen und so versuchte ich still zu bleiben. Ich spürte wie meine Haut anfing zu kribbeln, doch ich unterdrückte es. Nicht hier…nicht jetzt… und so konzentrierte ich mich auf das Gespräch im Raum gegenüber.
Der Dunkelelf stellte sich als Rizzerly vor und fragte was wir wollten. Er schien nicht oft Besuch zu haben, denn er redete schnell und wollte ebenso schnell Antworten haben. So ging es hin und her und dann offerierte er uns ein Angebot. Wenn wir für ihn beide Außenposten der Xanathar Gilde, die sich auf dieser Ebene befanden, zerstören und ihm die Köpfe der Anführer bringen würden, dann würden wir uns durch „sein Reich“ bewegen können ohne größere Probleme zu erwarten. Auf Nachfragen gab er uns die Namen der beiden Anführer: Nadia die Unbeugsame und Shunn Shurreth.
Wir wollten den Handel gerade abschließen, da bemerkten wir, dass Alberich sich mit dem Ganzen wohl nicht so wohl fühlte. Das lag wohl an dem Symbol welches Rizzerly bei sich trug. Wenn ich mich nicht geirrt habe war es das Zeichen der Zhentarim, kein Wunder also, dass unser Zwerg etwas unglücklich aussah. Doch nachdem er seinen Standpunkt sehr deutlich gemacht hatte und wir nun wussten wo wir in etwa waren, beschlossen wir erstmal wieder in die Taverne zu gehen um Kraft zu Tanken.
Auf dem Rückweg kamen wir an einem Goblinbasar vorbei. Hier gab es alles Mögliche und wir sahen uns etwas um bevor wir uns auf den Rückweg machten.
Das Yawning Portal war ziemlich ruhig als wir oben ankamen. Wir setzten uns zusammen und tranken ein wenig. Dann verabschiedete ich mich um mich auf den Weg nach Hause zu machen.
Nun sitze ich hier in meinem Zimmer, schreibe diese Zeilen und blicke von hier oben auf die Schwertküste. Es war wirklich ein Abenteuer und ich würde gerne mit der Gruppe weiter den Dungeon erkunden, denn ich glaube ich kann viel mit ihnen erleben und dann könnte ich vielleicht endlich mein eigenes Lied verfassen und nicht immer über die Sagen und Legenden singen, die ich in den ganzen Büchern gelesen habe.
Das nächste Mal würde ich aber dann doch meine Laute mitnehmen und vielleicht einen Rucksack mit ein paar nützlichen Dingen. Ich war viel zu unvorbereitet.
Ob ich mir das Piratenleben ausgesucht habe? Nein, das habe ich nicht. Jedenfalls nicht bewusst, aber was tut man nicht alles um zu überleben? Aber wie es dazu kam? Nun, dafür muss ich am Anfang anfangen.
Aufgewachsen bin ich mit meinen sechs Geschwistern, meinen Eltern und meinem Klan auf einer kleinen Insel mitten im Meer. Sie hatte keinen Namen, aber auf ihr gab es alles, was wir brauchten. Wärme, Wasser, Fische, Bäume, Obst, Fleisch und genug Platz um sich auszubreiten. Wie wir dort gelandet sind hat mir nie jemand erzählt und es fragte auch keiner danach, jedoch gab es Gerüchte, dass wir aus unserer eigentlichen Heimat fliehen mussten und sich unser ganzes Volk in alle Himmelsrichtungen verteilt hatte.
Ich war eine der ältesten dort und hatte oft die Aufgabe auf die Kleineren aufzupassen. Mir machte es Spaß und ich erfand Geschichten und Erzählungen die ich ihnen vorsang. Es war eine tolle Zeit, doch dann änderte sich das alles. Auf einer meiner Alleingänge sah ich, dass an einem Strand ein kleines Boot angelegt hatte und drei Männer daneben standen. Ich sah mich um und konnte in weiterer Entfernung ein Schiff mit einer Piratenflagge erkennen. Überrascht war ich, als ich meinen Vater, den Dorfältesten bei ihnen sah. Sie redeten und er übergab ihnen ein Fass. Natürlich konnte ich mich nicht zurückhalten und als das kleine Boot weit genug entfernt war, sprach ich meinen Vater an. Er war wütend auf mich, dass ich mich hier befand, war es doch die einzige Zone, in der wir uns nicht aufhalten sollten, aber dann erzählte er mir, was los war. Schon vor Jahren hatten sie Besuch von den Piraten bekommen und mit ihnen einen Pakt geschlossen. SDie Piraten würden uns in Ruhe lassen, wenn sie hier ein paar Vorräte bekamen. Und da wir genug frisches Wasser, Obst und Fisch hatten, war es schnell beschlossen und so hatten wir Ruhe vor ihnen.
Ja, wir hatten es wirklich gut, doch dann änderte sich plötzlich alles. Die Ernten fielen schlecht aus und auch die Fischer waren erfolglos. Wir hatten gerade genug zu essen für den Klan und das nächste Treffen mit den Piraten stand an. Mein Vater war nervös und so beschloss ich, ihn zu begleiten. Er wollte mich umstimmen, aber mein Dickkopf machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Wir warteten also gemeinsam am Strand und er erklärte den Piraten ruhig, was los war. Sie waren sauer und sagten, er würde ihren Pakt brechen und dafür müsse er bezahlen. Doch Gold oder andere Zahlungsmittel besaßen wir nicht. Die drei Männer sahen sich an und dann ergriff einer meine Hand und meinte er nimmt mich mit und würde mich verkaufen, dann wären sie quitt. Mein Vater wollte protestieren, doch ließ ich ihn nicht zu Wort kommen. Ich willigte ein. Ohne zu zögern. Ich wusste so würde mein Klan in Sicherheit sein und ich kam von der Insel weg. So sehr ich meine Heimat mochte, so sehr zog es mich aber auch von ihr weg. Die letzen Worte meines Vaters werde ich nie vergessen. Auf dem Schiff brachten sie mich gleich unter Deck in eine Zelle und ließen mich dort mit zwei Wachen. Ich wusste mir nicht anders zu helfen und sang. Die Männer vor meiner Zelle waren so fasziniert, dass ich ihnen ohne Probleme die Schlüssel zu meinem Gefängnis abnehmen konnte und aufschließen konnte.
Ich ging die Treppe nach oben, doch musste ich natürlich genau dem Kapitän, Eduardo, in die Arme laufen. Ich dachte schon, er würde mich gleich über die Planke schicken, doch er kam aus dem Lachen nicht mehr heraus und meinte, dass ihm sowas noch nie passiert wäre und meine Fähigkeiten ziemlich nützlich sein könnten. Und so kam es, dass ich im nächsten Hafen doch nicht verkauft wurde, sondern auf dem Schiff, der Centurion, blieb und Piratin wurde. Zu dem Zeitpunkt war ich 12 Jahre alt.
Die Mannschaft konnte zunächst mit einer Frau an Bord nicht wirklich viel Anfangen, doch legte sich der Groll gegen mich schnell. Abends sang ich oft oder kochte, was ihre Gemüter schnell beruhigte. Im Gegenzug lernte ich Kämpfen und den ein oder anderen Trick jemanden ungesehen von seinem Geldbeutel zu befreien oder wie ich mich aus brenzligen Situationen hinauswinden konnte. In den Häfen ging ich meist nicht an Land, da ich unter den ganzen Menschen, Elfen, Tieflingen und Zwergen auffallen würde. Ich sah auch nie jemanden wie mich. Nur wenn wir länger blieben ging ich an Land. Ich verkleidete mich und verbarg, dass ich eine Frau und ein Tabaxi war. Wir trafen oft auf andere Piraten und es war auch der eine oder andere attraktive Mann dabei, aber auch viele Angeber. Sie schleppten die Frauen Reihenweise ab, standen sie wohl auf das Verruchte, Gefährliche was die Kerle so ausstrahlten. Ja, sie hatten einen gewissen Ruf und die Tattoos, die manche trugen waren anziehend, aber ich blieb lieber unentdeckt in der Taverne, trank und wettete mit den anderen Piraten. Mir ging es gut, auch wenn ich zwischendurch meine Heimat vermisste. Wir segelten zwar ab und an dort vorbei um Waren aufzunehmen, aber ich ließ mich nie blicken. Ich hatte einen Brief an meine Familie geschrieben und mich verabschiedet. Es war eine gute Zeit. Acht Jahre ging es gut, dann änderte sich alles wieder.
An Land gerieten wir in einen Hinterhalt. Der Großteil meiner Mannschaft starb oder floh. Nur wenige wurden festgenommen und auf das Schiff, Die Grinning Princess, gebracht. Wir sollten nach Tiefwasser gebracht werden um dort wegen Piraterie angeklagt zu werden. Doch man machte mir und den zwei Anderen ein Angebot. Ich konnte es nicht ablehnen, war ich doch lieber auf einem Schiff, als in einem Kerker. Und so bekam ich einen neuen Namen, keine Ahnung der wievielte es war. Fünf Jahre ist das nun her und so bin ich nun hier. In Tiefwasser, auf der Suche nach neuen Crewmitgliedern. Und vielleicht finde ich hier jemanden wie mich. Einen Tabaxi zum Austauschen und Reden.
Untote Ratten, Leichen und ein Badehaus (The Guardians)
Baldurs Gate
Jetzt waren wir schon ein paar Tage wieder in meiner Heimatstadt. Es lief besser als gedacht. Aber das lag wohl daran, dass die Stadt mit anderen Dingen zu tun hatte, als nach jemanden wie mir zu suchen. Zuerst war es ungewohnt wieder hier zu sein, denn ich hatte nur schlechte Erinnerungen mit denen ich auch nach Jahren noch zu tun habe. Mein Elternhaus steht sogar noch, aber es ist sehr heruntergekommen. Oft habe ich mir vorgestellt wie es wäre nach Hause zu kommen, doch einen herzlichen Empfang hätte es so oder so nicht gegeben. Ich weiß nicht, was aus meinen Geschwistern oder meiner Stiefmutter geworden ist, aber ich will es auch nicht wissen.
In der Stadt war jede Menge los. Die Gemüter waren erhitzt, denn man durften die Stadt, wenn man sie erstmal betreten hatte nicht mehr verlassen. Anakis hatte es da gut, konnte sie doch einfach über die Mauern hinweg fliegen, aber ich fühlte mich wie damals… gefangen… es war kein schönes Gefühl und so blieb mir nichts anderes übrig, als mit den anderen weiter zusammen zu arbeiten.
Mein erster Weg führte mich, wie sollte es auch anders sein, zur der Diebesgilde. Es hatte sich einiges geändert, aber der eine oder andere erinnerte sich sogar an mich. Ich hatte versucht ein paar wenige zu unterrichten, aber Geduld ist nicht so meine Stärke und so verlief sich dann das Ganze nach einer Weile.
Gut war allerdings, dass sich die Passwörter und Zugänge nicht geändert hatten. Ja, es gab zurzeit mehr Leute die aufpassten wen oder was sie hineinließen, aber trotzdem gelang es mir mit Black Lily zu sprechen. Sie hatte ein paar nützliche Informationen zu unserer momentanen Situation, allerdings warnte sie mich auch, mich mit ihnen alleine nicht anzulegen. Eigentlich war sie der Meinung man sollte sich gar nicht mit dieser Gruppierung einlassen, aber Gold ist Gold und wenn die Bezahlung stimmte, dann war ich schnell zu überzeugen. Sie gab mir ein umwickeltes Leinentuch mit der Bitte, es zu vernichten, wenn ich es gelesen hätte.
Kultist von Myrkul
Anschließend machte ich mich wieder auf den Weg zum Elfgesang. Wie so oft nutze ich die Dächer der Stadt aus, da man so, gerade im Dunkeln nicht gesehen wurde. Ich machte einen kleinen Umweg und so sah ich etwas, das ich lieber nicht gesehen hätte.
Fünf Männer schleiften gerade einen bewusstlosen Mann in eine Seitengasse. Und als dann so um die 30 untote Ratten anfingen ihn aufzufressen, wurde mir leicht übel. Doch als dann einer der Männer ohne große Probleme das Herz aus dem Mann holte, und dies obwohl er blind zu sein schien, da machte ich mich dann doch aus dem Staub. Ich brauchte etwas zu trinken…etwas Starkes, denn in der nächsten Gasse schwebte ein toter über dem Boden. Seine Haut war abgezogen und er hatte viele…sehr viele…Einstiche.
Im Elfgesang angekommen drängelte sich doch eine Halbelfe mit ihrem Halbling am Eingang vor mich. Dafür konnte ich mir aus ihrer Tasche unbemerkt ein wenig Gold nehmen. Die Getränke für den Abend waren also schoneinmal bezahlt. Meine Mitstreiter suchten auf ihren Wegen Informationen. Und die zwei neuen stellten sich gar nicht mal so dämlich an.
Einer von ihnen, Arramior, ging alleine ins Badehaus um sich umzusehen und kam in einem Stück wieder, also war er entweder vorsichtig oder er hatte nichts getan, was Aufmerksamkeit erregte. Viel Neues konnte er allerdings nicht beitragen, da Anakis das Badehaus vorher schon gut ausgekundschaftet hatte. Allerdings wurde er auf dem Rückweg angegriffen. Er hatte wohl Glück gehabt, dass er nicht so endete wie einer der anderen, die ich gesehen hatte. Er konnte uns nur noch sagen, dass er verfolgt wurde, aber nicht sagen von wem.
Anakis und Feaharn gingen los um herauszufinden, ob man sich vielleicht durch die Kanalisation Zugang verschaffen konnte, aber leider war dies nicht möglich. Und so kehrten sie ebenfalls in die Taverne zurück. Anakis machte sich wohl in einer kleineren Flugform auf, um nachzusehen ob die Verfolger noch irgendwo waren, aber außer einem Kerl, der der Taverne gegenüberstand und diese beobachtete fand sie weiter nichts.
Camilla brauchte von allen am Längsten. Sie wollte in den nördlichen Teil der Stadt. Genaueres hat sie mir nicht gesagt. Ich gehe davon aus, dass sie zu den Reichen und Adligen wollte und mich lieber nicht dabei haben wollte. Ich weiß nur, dass sie jemand bestimmten suchte, aber als sie in die Arme einer Stadtwache lief änderte sie wohl ihre Meinung. Sie versuchte ein paar Informationen zu sammeln, doch da die Stadtwache von jemand begleitet wurde, der der flammenden Faust angehörte, ging das wohl nicht sonderlich gut.
Nun saßen wir also in Arramiors Zimmer und überlegten wie es weiter gehen sollte. Zunächst überlegten wir, ob wir unseren Beobachter loswerden sollten, doch da er verschwunden war, beschlossen wir im Morgengrauen ins Badehaus aufzubrechen.
Alleine ging ich noch etwas trinken und nach meiner Meditation machte ich mich über die Dächer auf zum Badehaus. Dort angekommen sah ich jemanden genau die Stelle beobachten, die wir uns als Einstieg ausgesucht hatten. Ich konnte mich in dem Haus gegenüber gut verstecken und hatte meine Armbrust bereit gemacht. Die Wachablösung kam pünktlich vorbei und als Camilla mit Arramior angeflogen kam, ging der Anhänger von Bhaal direkt auf die Beiden zu. Mein Bolzen traf ihn ohne dass er etwas machen konnte und er brach zusammen. Schnell zog man ihn in die dunkelste Ecke und durchsuchte ihn. Er hatte interessante Dolche dabei, die Camilla mir gab.
Nach einer Weile trudelten Anakis und Feaharn ein. Geschickt öffnete unsere Druidin die Mauer des Badehauses für uns und wir stiegen eine Treppe hinab. Obwohl ich kein Problem mit der Dunkelheit habe bin ich nicht gerne unterirdisch unterwegs. Dächer zum Flüchten sind mir dann doch lieber.
So gingen wir voran und fanden außer einer Leiche und Altare aber noch nicht weiter nützliches. Merkwürdig war allerdings, dass ich mit viel mehr Fallen gerechnet habe.
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