Sûne hatte ihren Lauf des Tages bereits beendet, als die Karavane die Brücke über den Fluß Ardeep erreichte und so beschloss der Thron hier zu nächtigen. Die Karavane wurde zu einer kleinen Wagenburg umfunktioniert. In der Ferne konnte man ein Gebäude sehen das einem Sägewerk ähnelte um dessen Mauern eine Palisade gezogen war. Die unüberhörbaren Geräusche deuteten missverständlich daraufhin, das man dort recht geschäftigt Zugange war. Im Fluss selber trieben einige Stämme vorbei die sicherlich Nachschub für das Sägewerk waren. Einige Flößer grüßten freundlich die heiteren Schausteller, die ihrerseits fleißig am werkeln waren eine kleine Bühne in der Mitte des Lagerplatzes aufzubauen. Unbeschwert und froh wurden Bänke und Tische aufgebaut, man improvisierte mit einigen Kisten und Fässern. Der Geruch von Hopfen und Malz lockte Erkumis zu einem Wagen der besonderen Art. Ein vom Wetter gegerbter Zwerg, mit mehreren Krügen an seinem Gürtel und einer ausgeblichenen braunen Farmerhose, stellte sich ihm mit dem Namen Dolgo vor. Genauer gesagt Dolgo Starkbier. Er war gerade dabei einige Fässer zurechtzurollen, um sie als Tische zu plazieren, als er die Neugierde von Erkumis mitbekam der sich seinem Wagen näherte und ein Grinsen huschte über das Gesicht des Braumeisters. Ja sein besonderer Geschmack hatte selbst bei seinem Volk für Aufsehen gesorgt, es war zwar anders wie sonst herkömliches zwergisches Bier, aber es hatte was ganz Einzigartiges. Einzigartig war auch das kleine Duell zwischen dem 1. Offizier und Bernhard. Zum Leidwesen von Dontos, der eine Wette auf seinen Freund abschloss. Was aber noch viel schlimmer war, war der Wetteinsatz. Letztendlich floss eine Menge Bier durch die Kehle des Zwerges, um genau zu sein 4 volle Fässer und auch der 2te Anlauf den Anführer der Karawane einen Halbling konnte unser Freund nichts entgegensetzen. Immerhin bekam er dadurch einen kleinen Auftrag in der „Glücklichen Kuh“ in Dolchfurt. Sollte er doch auf den Karawannenanführer aufpassen. Es ging um ein Geschäft. Der Abend nahm seinen Lauf und es wurde in rauhen Mengen viel getrunken. Es wurde viel gespielt und sogar eine fahrbare Orgel spielte auf, zur Verwunderung vieler. Kurz vor Mitternacht suchte sich Erkumis einen Ort ein wenig abseits des Lagers und ging ein paar Schritte zum Ardeep Fluß.
Da entdeckte er ein paar Augenpaare und den Geräuschen nach zu urteilen, handelten es sich um Goblins, die sich im hohen Gras versteckt hatten. Erkumis tat so als würde er die Versteckten nicht bemerkt haben und zog sich langsam wieder zurück zum Lager. Dort alarmierte er soviel Wachen wie er fand. Viele der Wachen konnte er nicht überzeugen und die, die er überzeugte gingen nur mit um sich später über den Zwerg lustig zu machen. Darunter waren auch der betrunkene Bernhard und Dontos. Erkumis war mit einer Wache schon vorausgegangen, als Dontos, Bernhard und eine weitere Wache sahen, wie die Wache bei Erkumis, mit einem Bolzen im Kopf zusammenbrach. War es also doch wahr… ein geplanter Überfall. Sofort stürmte Bernhard auf die Goblins los, gefolgt von dem verwunderten Erkumis der die Flanke ihm deckte. Die Goblins griffen an und Bernhard zog sich etliche schwere Wunden zu. Es tauchten weitere Goblins auf. Insgesamt waren es 4 sichtbare Gegner und den Geräuschen nach war ein weiterer Goblin, der anscheinend mit Okulten Dingen, hinter dem Stein zu hören. Dontos der die Gefahr erkannt hatte rannte, während er einen Bolzen in seine Handarmbrust einlegte, am Ufer entlang um eine besseren Übersicht über die anstehende Kampfumgebung zu bekommen. Es war gerade rechtzeitig, denn ein Mißgeschick brachte nachdem seine Waffe ihm aus der Hand über den kleinen Felsen rutschte und er sich so einer geladenen Armbrust gegenübersah. Die schweren Verletzung, die er sich vorher zugezogen hatte, hätte ihm jetzt sein Ende bedeutet. Die Gefahr erkannt schoß Dontos seinen Bolzen auf den Goblin ab und hatte Erfolg. Die beiden anderen Goblins wurden durch das Schild von Erkumis zum Stillstand gebracht. Ihre Waffen erreichten nicht einmal Ansatzweise den Zwerg. Doch dann setzte Bernhard alles auf eine Karte und sprang über den Stein, ohne zu wissen, was dahinter war. So war es auch hinter dem Stein wartete bereits ein Goblin der ihm einen Speer vor das Gesicht hielt. Doch das Glück war dem betrunkenem Bernhard hold und so Schlug er mit voller Wucht an dem Speer vorbei in das Gesicht des Goblins, woraufhin dieser Tod zusammenbrach. Unterdessen geriet Erkumis in Bedrängnis, sein eigenes warmes Blut rann über seine Arme. Doch als er am Schild vorbeisah, stand Bernhard vor ihm und ein zerteilter Goblin lag vor seinen Füßen.
Ein weiterer Bolzen aus Dontos Waffe schoss auf den tanzenden Schamanen und prallte, als wenn er auf Stein getroffen hätte von seinem Ziel ab. Auch Bernhard hatte mit seiner Waffe kein Glück, da schoss ein gleißendes Licht aus dem Himmel und verbannte den kleinen Tänzer vollends, er lag am Boden und regte sich nicht mehr. Ein jeder Held fing an die Opfer nach Dingen zu durchsuchen. Bis auf Dontos, der einen Karte bestehend aus Leder, ein Negativ von dem Lager, wo sie nächtigten aufzeigte, fanden sie ausser den Waffen, ein paar Würfeln, einem Miniatur Krokodil und vielen Goldmünzen kaum hilfreiche Dinge.
Der Kampf war vorbei und sie hatten überlebt. Doch welche Goblins würden freiwillig in den Tod gehen und was hatte es mit der mobilen Orgel auf sich, die im Lager stand. Immerhin deuteten Skizzen von ihr, die Dontos gefunden hatte hin, das diese wohl von großer Bedeutung war für jemanden. Welche Gefahren würde ihnen noch drohen? So legten sie sich schlafen und erwachten in den Morgenstunden. Das Lager wurde abgebrochen und ehe sie es sich versehen hatte.. saß Erkumis neben dem Gnom auf dem Kutschbock, während Dontos im hinteren Teil des Wagens sich mit der Frau des Gnomen unterhielt. Bernhard ritt auf seinem Pferd hinter dem Wagen her.
Wir schreiben den 20. Tarsakh 1482 Taliser Zeitrechnung und befinden uns in Tiefwasser. Es herrscht in den frühen Morgenstunden des sonnigen Tages, selbst für tiefwasserische Verhältnisse ein reges Treiben. Fahrendes Volk befindet sich auf den Straßen, Künstler, Schausteller und Gaukler haben vor Dolchfurt, dem Austragungsort dieses Jahr, ihren letzten Halt eingelegt. In 4 Tagen würde der große Wettstreit, der Barden und Gaukler beginnen. Wie schon in den Jahren zuvor war der Austragungsort dieses Wettbewerbs, ein Ort an der Schwertküste. Ja man konnte fast schon sagen das er über die Jahre an Beliebtheit gewonnen hatte. Es sind 100 Jahre her als 1382 der Konflikt zwischen den Hochkapitänen von Luskan (bzw. den wahren Machthabern die Arkane Bruderschaft) und den Städten Baldurs Gate und Tiefwasser, Aufgrund eines vereitelten Angriffs der Bruderschaft auf den Bardenwettbewerb, seinen Lauf nahm. Der Wirtschaftskrieg zwischen den beiden Mächten war nicht ohne und tobte über Orlumbor, Mintarn und anderen Regionen an der Schwertküste. Es war seit dem viel Zeit vergangen und andere Ereignisse hatten Faerûn überschattet, unter anderem die Zauberplage die noch Jahre anhielt und vieles verändert hatte.
Nun aber wieder zurück in die Gegenwart. Ein muskulöser Mann namens: Bernhard der sein Unterhalt damit verdingte in den tiefwasserischen Tavernen für Ordnung zu Sorgen und sein Freund ein Spielmann namens Dontos, der dem Alkohol sehr angetan war, wurden durch den Straßenlärm eines vorüberfahrenden Ochenkarren geweckt. Schnell befanden sich Beide an der Theke und ein Mensch mittleren Alters, einem wettergegerbten, pausbäckigen Gesicht, mit dem Namen: Khorvis Manders, pollterte gleich los, als die Beiden sich hinsetzen wollten: „Bernhard, Dontos, Tymora zum Gruße“ „Ich habe für euch Beide einen Auftrag der euch nach Dolchfurt führen wird.. es gibt viel zu tun und auch für dich Dontos wird es sich lohnen“ Die Beiden lauschen den Vortrag des Wirtes und schnell war klar das nicht nur der Wettbewerb der Barden in Dolchfurt der Grund war, warum er sie dorthin schickte, hatte doch letzten Abend Dontos zum Unmut von Khorvis, mehr Leute durch seine Künste auf der Laute vertrieben, als in die Taverne gezogen. Khorvis war nicht nur der Wirt des Drachenkruges, sondern auch ein Vertreter vom Bund der schwarzen Rosen. Ein Bund bestehend aus mehreren Tavernenbesitzern aus Tiefwasser. Mit diesem Vorschlag und der Möglichkeit mit dem Eisenthron einer zwielichtigen Handelsorganisation nach Dolchfurt zu kommen, wobei Bernhard den Namen des Karavanenanführers bekam, mit dem wohl schon Khorvis geredet hatte. Packten die beiden ihre Sachen und öffneten die Tür und waren schon ein wenig verwundert über die bunten Farben der Umhänge, der Hosen und selbst der Hüte der Schausteller und Barden waren.
Nur unweit entfernt hatte ein Zwerg seine wenigen Habseligkeiten verstaut, sein Schild genommen und war auf die Treppe des Tempels von Oghma getreten. Die Sonne schien ihn ins Gesicht und er war ersteinmal geblendet und konnte den herannahenden Gnom, der einen bunten Narrenhut trug und zur Hälfte sein Gesicht geschminkt hatte nicht bemerken. Dieser hatte den Zwerg bemerkt und ihn zum Ziel seiner Späße auserkoren. Völlig überrumpelt und gar nicht wissend wie ihm geschah nahm, nahm der Zwerg die Neckerein des Gnomes hin. Auch wenn er schnell das Gespöt vieler Anwesenden wurde, so bekam er doch einen Freifahrtsschein nach Dolchfurt und somit ihn schneller an sein eigentliches Ziel, der Kerzenburg. Der Gnom dessen Name Gwendolin sprang in einen einachsigen Wagen, voller bunter Tücher und einem Ofenrohr das seitlich aus dem Wagen herausragte. „Welch komisches Gefährt“ dachte sich noch unser Zwerg mit dem Namen Eukumis Stoneshield, für dessen Name er auch Spot und Hohn ernten musste, doch ehe er es sich versah befand er sich im Inneren des Schausteller Wagens.
Das Gespräch mit dem Karawanenanführer war kurz und knapp und nachdem Dontos sich nicht gerade geschickt beim Aufsatteln anstellte, wurde dieser ungehalten und brachte ihn ebenfalls zu dem Wagen des Herrn Gwendolin. Kaum stand er auf dem Trittbrett des Wagens erblickte er den Rücken eines Zwergen, der um besser in dem Wagen stehen zu können, sein Schild auf den Rücken geschnallt hatte. Nach einer kurzen Vorstellung und dem Kennenlernen von Gwendolins Frau die ebenfalls eine Gauklerin war, ging es los. Eukumis setzte sich vorne bei Gwendolin auf den Kutschbock, Dontos machte es sich bei einer Tasse Tee im Wageninneren gemütlich, wobei die Gemütlichkeit bei Gnomen bekannt war und Bernhard ritt hinter dem Wagen auf seinem zugewisenen Pferd neben einem Barden, der durchaus talentierter war als sein Freund Dontos. Tatsächlich wusste man bei den Gnomen als auch bei dem Karawanenführer Thorben und seinem 1. Ofizier, einem zwergischen Begleiter namens Dolgon nicht woran man war. Auch kam es Dontos sehr merkwürdig vor das sich eine Gauklertruppe sich den Eisenthron leisten konnte. Irgendetwas stimmte nicht. Zwar versicherte Thorben das ihre wirkliche Waren in Dolchfurt bekommen würden und lieber eine Truppe Barde in Kauf nehmen würden, als gar nichts aber ein mulmiges Gefühl blieb trotzdem bei Dontos, Bernhard und Eukumis der die Beiden vom Kutschbock belauscht hatte. Bernhard freute sich eh mehr über den Zweikampf mit dem Zwergen am Abend und so verblich das Gefühl. Am Abend selbigen Tages sollten sie Dolchfurt erreichen. Doch das wussten alle 3 nicht, hatte man ihnen doch erzählt das 3 Tage bis dahin nötig wären und so erreichten sie endlich die Mauern der Stadt Tiefwasser und deren Felder und Wälder sich aufgefedelt wie eine Perlenschnur in der Landschaft.
Knarrend schauckelte die „Treue Frenja“ in den Wogen der Gewässer um Mintarn, einige Möwen begleiteten das Schiff, waren doch die Winde günstig dem Schiff gesonnen. In den frühen Morgenstunden des 28. Mirtul war das Schiff in See gestochen mit dem Ziel der Hafen von Callidyr. Am Steuerrad stand mit flatternden Haaren Kapitän Friesel und auf Deck waren mehrere kleine Grüppchen in Unterhaltung verwickelt zwischen denen einige Matrosen ihr harte Arbeit verrichteten. Unter den Mitreisenden an Deck waren unter anderem die beiden Naturkundler Mumrik und Ceferando, Anskaviat und Thoringal, als auch Melchior Sternenglanz der 1. Offizier und Kilian der Heilkundige des Schiffes. Grumpf stand weiter abseits der Gruppen und starrte aufs weite Meer hinaus, über was er wohl nachsann? Auch der Schiffsmagier Ibenir und Nannay waren nicht an Deck auszumachen und ließ vermuten, das sich Beiden den Studium unter Deck hingegeben hatten. Waren doch etliche Bücher in Mintarn an Board gebracht worden.
Anskaviats Sicht des Tages:
Die letzten Tage liegen noch schwer auf dem „Helden von Mintarn“ und den daraus resultierenden Vorzügen und der Aufmerksamkeit der weiblichen Gesellschaft. Wie oft hat er nachstellen müssen, wie er in letzter Sekunde den Dolch in den Leib des Totenbeschwörers gestoßen hat. Das es nur Glück war, ließ er zumeist weg, dafür ergänzte er hier und da Geschichten über die Hilflosigkeit seiner Kameraden. Freude strahlend über die Ruhe lehnte sich der eher introvertierte Anskaviat, neben Thoringal an die Rehling. Sie besprechen die Geschehnisse der letzten Tage, als plötzlich Totes Pferd auf Deck erschien, sichtlich ruhiger als sonst. Als er sich zu den beiden gesellt muss Anskaviat Totes Pferd erst einmal erklären warum er auf dem Schiff war und warum wir Richtung Mondscheininseln unterwegs sind. Für alles weitere deutet er auf Grumpf. Als Thoringal ihn an die versprochenen Gegenstände aus Mintarn erinnert, gibt es für ihn kein halten mehr. Die Gruppe fragt den Kapitän nach den Gegenständen und wird auf ein großes Fass verwiesen. Der gierige Zwerg springt einfach ins Fass! Jetzt muss sich Anskaviat damit begnügen, dass die Gegenstände Stück für Stück herausgegeben werden. Zuerst wird Totes Pferd beschenkt. Der Zwerg findet ausserdem einen großen Beutel mit Edelsteinen und reicht dann endlich zwei Rüstungen herraus die anscheinend für Anskaviat und Sana gedacht sind, da letztere leider gestorben ist, behält er ihre Rüstung ebenfalls. Kurze Verwirrung macht sich bei ihm breit als Thoringal völlig verschwommen aus dem Fass gekrochen kommt. Nach kurzer Zeit der Erklärung, verliert er jedoch das Interesse und zieht sich in seine Kajüte zurück. Dort befinden sich einige Briefe, eine nette Ausstattung und eine kleine Alchemieausrüstung. Er probiert die Rüstung an und fühlt sich trotz der dicke des Materials erstaunlich gut und beweglich. In den Briefen befinden sich neben einigen Lagebeschreibungen und Informationen über die Welt auch verschiedene Pulver, einige giftig, andere einschläfernd. Ohne Absender sind ihm diese tierischen Substanzen zwar etwas suspekt aber als Alchemist ist er doch höchst erfreut. Ausserdem bekommt er einen wahnsinnig gut aussehenden Mantel, der aussen dunkel und nach dem umdrehen hell ist und mit einem Wappen der Harfner bestickt ist. Eine nette Geste des Dankes. Beim Abendessen muss er noch einen Streit zwischen dem neu dazugekommenen Blm und dem Koch schlichten, lässt sich einige Zauber von Nanay zeigen und ist höchst erfreut über ihre Fähigkeiten ihn Unsichtbar zu machen. Als er dann noch Geschichten und Darstellungen etwaiger Monströsitäten lauscht, wird er langsam müde und begibt sich ins Bett.
Aus dem Reisetagebuch von Tamrosekincaiwellyn AKA Totes Pferd
Es ist jetzt einige Wochen her, seit wir lebend aus der Gruft von de Goula zurückgekehrt sind. Der Grund warum ich so lange nichts geschrieben habe ist einfach, es ist lange Zeit einfach nichts passiert. Mit der Belohnung für die Beseitigung von de Goula in der Tasche und dem Fürsten von Mintarn auf unserer Seite haben sich unsere Probleme praktisch wie von selbst aufgelöst. Die magische Blockade, die alles auf der Insel praktisch stillstehen hat lassen ist gefallen und mit ihr sind auch die Sklavenhändler, die Roten Magier von Thay und sogar der unsterbliche Totengräber, der uns noch so kurz vor unserer Konfrontation mit Zhan verspottet hat verschwunden.
Ich habe sogar einen Weg gefunden, den Fluch der Seehexe auf mich zu nehmen. An einem stillen frühen Morgen vor der ersten Flut habe ich der Göttin der toten Hexe ein angemessenes Opfer dargebracht – ein Lehrling eines Fleischhauers, vielleicht dreizehn Jahre alt. In dem Moment, wo ihn das Wasser angenommen und sich die Kreaturen der Tiefe auf ihn gestürzt haben habe ich mir eingebildet zu spüren, wie sich der Griff der Furienkönigin um mein Leben gelockert hat, aber ich habe mich geirrt, denn kurze Zeit später bin ich auf einem Schiff erwacht – ironischer Weise auf genau dem selben, auf dem ich vor wenigen Wochen erst auf Mintarn angekommen bin. Ich traue der Mannschaft immer noch nicht, genauso wenig wie den fremden Passagieren, aber Grumpf, Anskaviat und Thoringal sind ebenfalls hier, also bin ich zuversichtlich, das die Zukunft die Umberlee für mich plant einiges mehr an Gewalt und Chaos bereit hält. Und für Gewalt und Chaos bin ich IMMER vorbereitet.
Nachtrag:
Alle, die wir an der Zerstörung von Cabenon de Goula beteiligt waren, haben von einem anonymen Patron – ich vermute Madam Flay oder Fürst Embuirhan dahinter – einige Geschenke mit magischen Eigenschaften bekommen. Ich vermute, dass diese im Zuge unserer neuen Mission bald zum Einsatz kommen werden. Laut Grumpf sind wir auf der Suche nach einer vermissten Person, mit der er gut befreundet ist und wenn Anskaviat, Thoringal oder ich Vorzeigebeispiele für die Art Freunde sind, die Grumpf hat, dann können wir damit rechnen, dass diese Person viele Feinde hat.
Die Silbermine des Lord Bladesmile (The Rising Darkness)
Schon seltsam welche Streiche einem das Schicksal manchmal spielt. Gerade als die der bunte Haufen seine wohlverdiente Nachtruhe auf dem Weg zu Hr. Bladesmiles Mine verrichtete, fiel ihnen eben dieser ganz unerwartet in die Hände. Genauer genauer gesagt in Jageraks Pranken, nachdem unerkannt aus dem Gebüsch heraus das Pferd des guten Lords zum stolpern brachte. Und so entschloß sich der werte Herr Bladesmile, nachdem er nach dieser Überraschung wahrlich etwas in der Luft hing, der Gruppe sein Leiden zu beichten und sie gegen gute Münze dafür zu gewinnen in der Mine einmal nach dem Rechten zu sehen. Anscheinend gab es da wieder Ärger mit den Zwergen. Besser gesagt lag es wohl an der Motivation von ihnen.
Auch Flintux der Goblin, hatte an diesem Abend wenig Erfolg, wollte er sich doch der Gruppe nicht anschliessen, doch dieser Plan schlug fehl, nachdem ihm Jagarak ein Strich durch die Rechnung machte, indem er ihn wieder auf sein Schlaflager sanft zurückbettete, von dem er sich auf rollender Art und Weise gemacht hatte.
Am nächsten Morgen machte sich die Gruppe im Regen, nach dem Frühstück auf zur Silbermine. Nur wenige Meter in die ersten Stollen trafen die tapferen Helden, die um einen geschwätzigen Degenfuchtler reicher geworden waren auch schon auf den Grund für die miese Stimmung unter den Zwergen. Dann grollte es plötzlich und die Decke des Stollens kam runter, noch bevor sie den Eingang erreichten war dieser verschüttet. Schlimmer konnte es nicht mehr kommen dachte sich die meisten in der Gruppe, zur Not müsse man sich halt freigraben. Vali entdeckte auf dem Tisch der Zwergenarbeiter Wein und nahm erstmal einen ordentlichen Schluck. Das tat gut, auch wenn der Wein ordentlich in der Kehle brannte, genau das Richtige, dachte sie sich. Angekündigt von riesenhaften feuerroten Moskitos streifte ein einsamer Venom Lord durch die Gänge und verfütterte Zwerge an seine fliegenden Haustiere. Die roten Insekten erwiesen sich als äußerst hartnäckig und ihr Gift als durchaus heimtückisch.
Ein auf der Fensterbank zerplatzender Regentropfen weckte in den frühen Morgenstunden die immernoch entstellte Sana. Sie schlug ihre Augen auf. Es hatte in der Nacht noch angefangen zu regnen. Noch immer konnte sie nichts um sich herum hören. Als sie sich Aufsetzte bemerkte sie schon geschäftiges Treiben in den Gildenräumlichkeiten. Gedanken von der letzten Nacht schwirrten ihr durch den Kopf. Sie waren einem Toten begegnet, mitten so in der Nacht verrichtete ein alter Totengräber in einem verlassenem Gebäude seine Arbeit. Was war hier in der Stadt nur los?
Iltim in einem Art grün kariertem Kilt gekleidet saß Pfeiffe schmauchend in seinem gemütlichen Sessel und blickte von seinen Füßen auf, als der morgendliche Besuch, den er gerade hereingebeten hatte, durch die Tür zu ihm ins Zimmer trat. Er hatte sie schon erwartet und rechnete mit weiteren Fragen bezüglich ihres anstehenden Auftrages, diese blieben aber von Seitens Anskaviats und Totes Pferd aus. Die Unterhaltung nahm eine außergewöhnliche Wendung und am Ende des Gespräches lag in dem von Tabakrauch geschwängertem kleinen Raum, in einer Ledermappe feinsäuberlich eingerollt Bolzen, die Anskaviat sich erstmal an sich nahm. Die Zeit drängte, denn sie wurden bereits erwartet.
Hook Hook Hook, immer wieder gingen diese Worte Grumpf durch den Kopf. Er war in den frühen verregneten Morgenstunden aufgebrochen und hatte sich durch die kleine Menschentraube und den Wachen die vor der Festung stand seinen Weg sich gebahnt. Man hatte ihn vor diese Tür geführt, hinter der er Gespräche wahrnahm. Eine altbekannte Stimme, ließ ihn eintreten und er erblickte Madame Fley über einem Kartentisch übergebeugt, in seine Richtung aufschauend, ihn mit einem Lächeln erwartend und 2 weitere finstere Gestalten, die anscheind von ihr instruiert worden waren. Sie verließen auf ein Wort von ihr den Raum.
Grumpf seine Blicken senkten sich auf die Karte die auf dem Tisch auf der sich Fley auflehnte. Ein kurzes Gespräch, gefolgt von einem Klopfen an der Tür folgte.
Nachdem alle Dinge geklärt waren, sich Iltim von ihnen verabschiedet und ihnen viel Glück gewünscht hatte, stieg die kleine Gruppe in die Kanalisation und von da aus in ein Boot. Dort warteten bereits 2 Gildenmitglieder auf sie und ehe sie es sich versehen hatten und ein Gatter welches kurz entsperrt wurde hinter sich gelassen hatten. Die Beiden verabschiedeten sich ebenfalls von Gruppe und so kamen sie kurzerhand wieder an die Oberfläche. Sie wurden interessanterweise von 2 Schmuglern, die sich kurz vorstellten in Empfang genommen und zu Madam Fley geführt. Als die Tür geöffnet wurde, erblickten sie den Rücken ihre orkischen Freundes, der Madam Fley verdeckte. Schnell war klar das es einge Dinge zu bereden waren und so verliessen die beiden Schmugler und Madam Fley den Raum, während die Unterhaltung ihren Lauf nahm. Auch nachdem Fley wieder ins Zimmer trat waren noch viele Fragen offen. Schnell war klar das die Machenschaften von Bharandas Zhan unter dem Deckmantel von Tarnheel Embuirhan bekannt waren, doch hatte dieser Zauberkundige sich sehr gut abgesichert und der Einfluss auf Tarnheel Embuirhan war ungebrochen. Nun hatte man aber einen Trumpf im Ärmel und dieser saß in einer Zelle hier in der Festung. Es war der verwirrte Hook, der nach wie vor noch nicht viel von sich preisgab. Wohl aber hatte man herausbekommen, warum alle Abenteuergruppe die auf der Suche nach Cabenon de Ghoula geschickt wurden, nie wieder gesehen worden waren. Würde dieser Trumpf ausreichen, oder waren es alles nur Ammenmärchen die sich um die Geschichte des Dolches rankten?
Die Tür öffnete sich und das Gesicht einer bekannten Person kam zum Vorschein. Es war die junge Frau mit dem unverwechselbaren Haaren und dem hübschen Äusseren, von letzter Nacht im Hafen. Madam Fley wartete gar nicht die Reaktion der anderen aus der Gruppe ab, sondern erklärte allen, das ungewöhnliche Ereignisse erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Dies sei der Fall und falls sich
Die Zeit dränge und nachdem Madame Fley ihnen erklärte das sie hinter das Geheimnis des Herr Zhan gekommen waren und sie sich seiner annehmen werden, warteten die Pferde schon auf dem Hof und die Gruppe, geführt durch die beiden Schmuggler. Nachdem Fley, Grumpf und später Anskaviat den Dolch gegeben hatten, konnte der Reise beginnen. Schnell flog die schroffe Landschaft an ihnen vorbei. Vielen gingen die Gedanken der letzten Tage durch den Kopf und der ein oder andere sinnte noch dem nach was er vielleicht in diesem Leben vergessen hatte zu machen. Es war zu spät. Die schäumende Gischt des Meeres brandete an die Felswand und an die Klippen. Hier draussen in der unwirklich wirkenden Landschaft sollten sich der Nekromant aufhalten bzw. seine Schergen? Sie sattelten ab und die Schmuggler deuteten auf eine Eingang in dieser schroffen Landschaft und nach und nach erblickten die Gruppenmitglieder einen in breiten Eingang im Gestein.
Mutig schritt Thoringal voran, gefolgt von Totes Pferd, Anskaviat, Grumpf, Sana und die zuletzt zu der Gruppe hinzugekommenen Rafira.
In dem flackerndem Schein der Fackel, machten sie in dieser Grotte, unweit des Eingangs, soweit man diesen als Eingang bezeichnen mochte, ein verlassenes Lager ausfindig. Die Asche und der schmiedeeiserne Topf, waren ein Indiz dafür das vor ihnen schonmal jemand hier gewesen sein mochte. Nachdem schnell festgestellt werden konnte das es sich bei dem Topf um eine zwergische Arbeit handelte, zogen sie weiter…tiefer in die Grotte. Der Wind heulte und die Feuchtigkeit kroch ihnen in die Sachen. Thoringal bemerkte als Erster einen riesigen, fast schon säulenartigen, Raum vor ihnen. Der Weg wurde schmaler und führte nach unten. Da bemerkte Thoringal ein Skelett, angelehnt an einem zerbrochenem Stalagmit, und mit einer Rüstung, die einer zwergischen sehr nahe kam. Er sah so aus, als wäre er vor einer Gefahr geflohen: „Geradewegs von dort unten…“ murmelte Thoringal mehr zu sich, als zu den anderen. Immerhin hatte der Zwerg eine Karte dabei. Auf der Karte war eine Zeichnung, von dem höhlenartigen Gebilde, welches sie gleich erwarten würde. Ausserdem waren Markierungen eingezeichnet die den Laufweg darstellten. Das teilte er den anderen mit und los gings. Ehe sie es sich versehen hatten, waren sie unten angekommen und liefen die Markierunge ab.
Ohne nur ein Wort zu wechseln wussten sie Bescheid. Es war jemand oder eine Gruppe in ihr Areal eingedrungen und würde sie darin hindern wollen ihr Werk zu vollbringen. Schon viele waren gekommen und hatten ihr Leben gelassen in diesem kalten, feuchten Grab.
Nach einer Abbiegung wurde ein Raum sichtbar, eine mulmige Vorahnung durchschlich die Gruppe, als sie etwas weiter erhöht in diesem runden Raum, der nur unterbrochen war durch säulenartige Gebilde, ein Sarkophag zum Vorschein kam. Plötzlich wurde es sehr kalt, diese Kälte ging durch alles hindurch und Nebel stieg auf und verdeckte dem ein oder anderen die Sicht. Anskaviat reagierte als Erster und versuchte dichter an den Sarkophag zu kommen und musste feststellen das die anderen wie angefroren dastanden. Da ertönte eine Stimme die sich bis in das Mark unserer Helden ging. „Sterbt Lebende!!!“ Kurz darauf erschienen Skelette und Rafira brach zusammen. Niemand konnte zu ihr, denn ein jeder war mit sich selbst beschäftigt, konnte sich doch ein jeder nicht fortbewegen. Alles ging so verdammt schnell. Ein Wolf heulte auf. Was war mit Sana? Trotz aller Anstrenung konnte selbst Grumpf nichts ausrichten, der Boden schien ein eingefroren zu haben und er konnte nur sehen wie seine Freunde nach und nach starben. Totes Pferd ließ sich auf die Knie fallen und er würde sich sein Schicksal fügen. Plötzlich durchbrach ein helle Explosion ausgehend vom Sarkophag die Umgebung, oder war das alles nur eine Einbildung? War so der Tod? Gab es keinen schöneren Ort, als eine Grotte, fragte sich Grumpf innerlich.
Was war passiert? Anskaviat hatte es geschafft, trotz aller Kälte und Behinderung an die Überreste zu kommen. Er hatte es geschafft, den Dolch, den Madam Fley ihnen gegeben hatte, in die Überreste von Cabenon de Ghoula zu treiben und somit den ganzen Spuk einen Ende gesetzt hatte.
Er zögerlich und schwer verwundet, mit dem Gewissen das 2 von ihnen den Kampf nicht überstanden schleppten sie sich nach draussen. Der Kampf hatte Spuren hinterlassen. Richtige Freude kam nicht auf. Nach einer halben Ewigkeit erreichten die sie die Festung von Tarnheel Embuirhan, auf dessen Innenhof ein Scheiterhaufen brannte. Vernebelt und noch vom Kampf gezeichnet bekamen unsere Helden am Rande mit, wer da brannte. Es wirkte so unreal alles, so unwirklich. Thoringal kämpfte in dieser Nacht um sein Leben und gewann diesen Kampf.
Tarnheel Embuirhan, Madam Fley und der Halbling Iltim empfingen unsere Helden in den nächsten Tagen. Sie bekamen Stellen am Hofe angeboten und gingen auf den Wunsch von Totes Pferd ein. Dieser hatte mitgeteilt das er sich für einen größeren Park für die beiden Druiden Mumrik und Cefereando einsetzte. In den nächsten 3 Wochen entstand ein wunderschöner großer Park und dieses Geschenk sollte ihnen neue Begleiter einbringen. Dazu aber bei den nächsten Abenteuern unserer Helden.
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