Delia rief den anderen zu, „Das ist für mich. Wir treffen uns später zuhause!“ und stieg in den Himmelsschlitten, wo sie den Piloten, Tobias Drentroff, erst einmal herzlich begrüsste. „Ist er arg am Toben?“ fragte sie ihn. Der Mann nickte nur minimal und setzte den Schlitten bewusst langsam in Bewegen. Offensichtlich war der langsame Aufstieg selbst schon als Strafe gedacht.
Andere Leute in einer ähnlichen Situation.
Sie waren recht weit oben als plötzlich als Männer mit altmodischen Mänteln und Dreispitzhüten auf kristallenen Himmelsschlitten auf tauchten und versuchten, Delia an zu greifen. Sie schienen jedoch nicht damit gerechnet zu haben, dass ihr Ziel in voller Rüstung unterwegs war und in Verbindung mit Drentroffs geschickten Flugmanövern dauerte es nicht lange, bis Delia jeden EInzelnen von ohnen vom Schlitten gestossen hatte. Fast, eine unglückliche Hand lag noch auf der Heckflosse, die sie ‚runter schubste.
Nach dem das überstanden war, teilte sie erstmal den guten Flachmann mit dem Chauffeur. Schnell wurde klar, das er die Angreifer als Mitglieder der „Piraten des Manifests“ erkannt hatte, typisch mit den Kristallen, den langen Mänteln und den Dreizack Hüten auf ihrem Kopf. Allerdings war es sehr untypisch, dass diese hier oben Jagd auf beliebige Skycoaches machten.
Als sie in der Schule angekommen waren, schickte Drentroff Delia erst einmal zum Campusheiler und ging selbst zu ihrem Vater. Heiler Josuph d’Jorasco kannte sie noch nicht, doch der gut gelaunte Halbling machte sich schnell beliebt bei ihr, zumal er schmerzlos zwei Bolzen entfernte und die Wunden mit einer warmen Berührung verschloss, während seine Hände und sein Drachenzeichen leuchteten. Plötzlich schlug die Tür auf und ihr Vater stand im Raum.
„Liebes, gehts dir gut?“
Nach einigen Versicherungen wechselten sie zu seinem Büro. Eigentlich hatte er ihr ja die Hölle heiß machen wollen, nachdem er einen Anfruf von der Richterin erhalten hatte, in dem sie ihn über alles aufklärte, doch sein Ärger fand ein anderes Ziel nachdem er von diesem Angriff gehört hatte, und sie redeten darüber, wie sie die Situation mit dieser Schattenorganisation klären könnten. Ein nicht unerheblicher Teil empfiel dabei auf ihre Mutter, die über ihre Famillie bestens vernetzt war. Bodyguards lehnte Delia ab, aber sie beruhigte ihren Vater damit, dass sie ja nun mit der Polizei zusammenarbeitete.
Irgendwann war das Thema durch und sie wandtem sich banalerem zu. Eine Einladung an die Schule zur Eröffnung des Whitehearth Consveratorium von Haus Cannith, die sie interessierte, ob sie Lucc und Amber zum nächsten grossen Famillienessen mitbringen konnte und wann das überhaupt war, und und und. Doch irgendwann machte sie sich mit einem Umweg über das Famillienhaus zurück zum Boden der Stadt in ihr eigenes kleines Reich. Und hielt Ausschau, ob Amber und Lucc auftauchten, während sie an ihrer Rüstung bastelte.
Etwas verwirrt standen die drei nun vor dem Polizeirevier. Doch die neue Ruhe wurde wieder unterbrochen, als ein Skycoach bei ihnen landete. Der uniformierte Pilot war Deliah gut bekannt, es war der persönliche Chauffeur ihres Vater und der Skycoach seines Amtes,.
„Das ist wohl für mich. Wir treffen uns in Luccs Apartment“ rief sie den andern zu und Stieg ein. Amber blickte erstaunt zum Himmel, wo das Boot immer kleiner wurde.
„Nu denn“, meinte Lucc, „was hat die Polizei noch einmal gesagt?“ rekapitulierten das Mädchen und der Halbork, „Ein betrunkener Autor, der vor einem Club in die Cocks gestürzt ist? Wie hies er noch einmal? Tele…?“. „Telerik Abendsang, Abendsang, betrunken abgestürzt vor dem Club ‚Oni Tsuang‘ vor zwei Tagen.“ Meinte das Mädchen mit dem löchrigen Gedächtnis. „Dann machen wir das gleich und überraschen Delia“ meinte Lucc. „Weist du was? Wir gehen zu dem Club und springen selbst hinunter. Wir müssen uns unterwegs nur ein paar von diesen Federn holen.“ „Ich kann Federfall auch selbstb Zaubern.“ Überraschte Amber Lucc, der meinte „Um so besser.“
Und so fingen sie an sich an, sich um zu hören, aber im Hafengebiet wusste niemand etwas von einem gehobenen Club, von „Clubs ohne Zwang dagegen“ wussten viele zu berichten. Amber fiel nun auf, wie hier im Hafenviertel fast nur Männer zu finden ware. Und den wenigen Frauen schien es sehr warm zu sein. Lucc packte sich die kleine Amber Huckpack und sie machten sich auf den Weg in die Oberstadt, wo der Club hoffentlich bekannter war.
Unterwegs trafen sie viele interessante Gestalten, angefangen mit ein paar Touristen, die die falsche Gegend erwischt hatten, hochnäsige Schnösel und nachdem sie es in das Johanniter Viertel geschafft hatten, wo viele Lokale der Nacht waren, auch eine hübsch anzusehende Clubberin, die ihnen gerne den Weg wies. Das „Oni Zuang“ war in einem anderen Viertel, das am besten per Sky Coach Linie erreichbar war. So standen sie ein paar Stunden nach dem Aufbruch tatsächlich vor dem Club, der die ersten Gäste empfangen hatte. Von ihnen hörten sie die wundervolle Stimme einer Sängerin mit einem Lied, das den Rhythmus so richtig feierte.
Eigentlich waren sie schon kurz davor zu springen, da bemerkte Lucc die beiden Türsteher und kam auf die Idee, sie nach dem Abend zu befragen. Noch bevor er den Mund geöffnet hatte, sprach ihn jedoch der rechte, eine stämmige Orkin, freudig an „Lucc? Vom schwarzen Fass? Ich auf dich gewettet, ich bin ein riesen Fan.“ Lucc war angenehm überrascht aber meinte auch bescheiden „Ich hoffe, du hast auch…“, doch dann viel ihm selbst auf, dass es eine dumme Anmerkung war, schließlich hatte er für sie beide gewonnen.
Der andere Türsteher, ein Halbork warf der Dame einen strengen Blick zu, doch diese liess sich nicht beirren. Ich bin Berta, Berta Ramm und das ist Gary, Gary Protage“ und sah dabei mit einem ganz anderen Blick zu Gary. Einem Blick der sagte, „Versau mir das nicht.“ „Vor zwei Tagen ist hier ein Betrunkener gestürzt, hast das gesehen?“. „Nein, da hatte ich keinen Dienst, aber Gary?“ und sie sah ihn fragend an. „Ja, da vorne ist die Stelle, das kommt ziemlich oft vor.“
Berta Ramm
Lucc bedankte sich bei den Beiden und meinte zu Berta. „Wenn du wieder im schwarzen Fass bist, sprich mich an, dann trinken wir ‘n Bier zusammen.“
Amber war in dessen sehr neugierig auf die Sängerin mit der schönen Stimme. Sie fragte, ob die beiden sie und Lucc in den Club lassen dürfen. Doch da sah Gary jedoch eine Grenze überschritten. „Kinder dürfen nicht in den Club!“ Berta jedoch meinte. „Lass uns ein Auge zudrücken.“ Mit einem Satz„Mit so einem zugequetschten Auge sehe ich nur einen stattlichen Halbork, den wir hinein Winken“ bewies Gary, dass er deutlich Humorvoller war, als es den Anschein hatte und Lucc und Amber betraten den Club.
Lucc hatte etwas anderes erwartet, doch der Club war gar nicht so exotisch. Dicke Rauchschwaden zogen an verchromten Tischen und weichen Couchen mit rotem Leder bespannt vorbei. Auf einer kleinen Bühne spielte eine ganze Band, davor war eine grosse Tanzfläche. Von der Sängerin war jedoch nichts zu sehen. Das hielt Amber nicht davon ab, Lucc auf die Tanzfläche zu zerren. Sie schnappte die hüftbetonten Tänze auch schnell auf doch Lucc tat sich etwas schwer und schwappte mehr mit dem Oberkörper hin und her. Nach dem zweiten Lied wurde er erlöst.
Ein gut gekleideter, gepflegter und kräftiger Mann kam auf das paar zu und sagte Streng: „Bitte kommen sie mit“ und führte sie zu einem der Séparées und forderte sie auf sich zu setzen, bevor er es ihnen gegenüber gleich tat. Dann, zu beider Überraschung, zerfloss sein Gesicht und arrangierte sich zu einer schönen, dunkelhaarigen Frau.
„Was machen sie beide denn in meinem Club?“ Amber erkannte die Stimme sofort.
„Sie sind die Frau, die vorhin gesungen hat. Das ist offensichtlich, so schön wie sie sind.“ Geschmeichelt, wenngleich auch ein wenig irritiert meinte sie nur „Schönheit ist relativ, und wieder zerfloss ihr Gesicht, diesmal zu einer Kopie von Berta“. Lucc dagegen beantwortete ihre Frage und erzählte von Telerik und ihrer Suche nach ihm.
„Ja, Telerik besucht mich regelmässig hier, aber gestern und heute nicht.“ Während sie das sagte, wechselte ihre Form zu der eines hübschen Jungen Mannes. „Ich hoffe es geht ihm gut. Wenn sie meinen Telerik suchen, bin ich ihnen natürlich dankbar, aber eigentlich darf ich keine Kinder während der Geschäftszeiten empfangen.“ Und sie sah Amber wieder durch das Gesicht der Sängerin an. „Ich mache euch einen Vorschlag. Ich singe noch ein Lied, speziell für euch. Aber danach müsst ihr gehen. Und wenn ihr mich wieder einmal besuchen wollt, dann kommt bitte nur am frühen Vormittag.“ Amber war begeistert, und verschmolz einmal mehr mit der Musik, als die Sängerin das Versprechen einlöste. Als sie ihren Teil der Abmachung einhielten, erinnertee Berta dem gehenden Lucc mit einem Grinsen und einer Geste noch an das bevorstehende gemeinsame Bierchen, dann setzte Lucc Amber wieder auf seine Schulter, ging zur Stelle, auf die Gary gezeigt hatte, drehte sich um und winkte den beiden Türstehern, während er sich rückwärts fallen lies.
Amber wirkte den Federfall kurz danach, und so segelten sie gemächlich nach unten, und sie konnten einen guten Blick auf die immer ärmlicher und schmutzigere Umgebung werfen, je tiefer sie vielen. Bis sie tatsächlich auf einem Platz landeten, der zu den Cocks gehörte. Es schienen die Überreste eines alten Stadtplatzes zu sein in dessen Zentrum eine verwitterte Statue zu sehen war. Der Inschrift nach [Ignatzius der 3.], doch nicht einmal Lucc schien zu wissen, wer das war. Er nahm nur einen tiefen, zufriedenen Atemzug durch die Nase und meinte „Ah, Heimat.“. Bevor Amber sich dadurch irritieren lassen konnte kamen aus der Umgebung mehrere Goblinoide auf sie zu. Einer, der eine riesige Ratte in der Grösse eines Hundes mit sich führte, stellte sich vor ihnen auf. „Amber stellte sie vor. „Ich bin Amber, das ist [Teddy] und das ist“, sie zeigte nach unten „Lucc“.
„Passage für Drei also, macht 15 Kupfer.“
Amber war verwirrt, doch Lucc meinte nur „Ich kenn das Spiel, und kramte bereits das Kleingeld hervor.“ Der kleine Kerl streckte weiter wortlos die Hand aus, als Amber mit Blick auf die Ratte meinte, „Darf ich die Streicheln?“ Doch der Goblin, der nun von zwei weiteren, grimmig aussehenden Goblins verstärkt wurde, meinte nur trocken. „Der hat heute schon gegessen.“ Amber verstand nicht ganz was er meinte. Lucc drückte die Münzen in die winzige Hand und fragte nach dem Mann, der vor zwei Tagen hier ebenfalls ankam. Ein weisser mit einem silbernen rechten Arm meinte trocken. „Hat Passage nicht gezahlt.“ Und sah damit das Thema wohl als abgeschlossen an. Als Lucc mehr wissen wollte hielt auch er die Hand offen hin „5 Kupfer“. Doch Lucc meinte nur; „Ick hab schon gezahlt, das muss reichen.“ Der Goblin zuckte mit den Achseln und meinte; „Hab ihn zur Kirche gebracht, hab da mein Geld bekommen.“ Und deutete auf eine Reihe in die Felsfundamente eingelassener Häuserfronten auf der anderen Seite einer Lavabrücke. Ein Leuchtendes Zeichen über einem Tor kam Amber und Lucc bekannt vor. Als sie sich auf den Weg machen und zwei Goblins und eine Ratte den direkten Weg zu einer herunter gekommenen Taverne am Rand des Platzes nahmen schlug Lug dem Weißen noch drohend auf die Schulter. Dabei bemerkte er, dass das Silberne keine sichtbare Rüstung war. Sein ganzer Arm sah aus wie der eines Kriegsgeschmiedeten, bis hin zu den drei Fingern.
Als Amber weiterhin auf Lucc reitend bei dem Eingang mit dem Symbol an kam und die beiden gerade eintreten wollte kam eine Frau in einer weissen Kutte angerannt die definitiv nicht aussah, als ob sie hier her gehört. Mit extrem feinen und eigentlich attraktiven Gesichtszügen wirkte sie durch ihre forsche Art und vor allem ihre leuchtenden Augen mehr als Einschüchternd. Augen, die sich tief in Ambers bohrten. Dann schien die Person ihr peinliches Verhalten zu bemerken, legte die Kapuze über ihren Kopf und ging langsam in die Richtung, aus der sie gekommen war.
Kurz hin und her gerissen, ob sie diese seltsame Person konfrontieren wollten oder mit ihrer Mission weiter machen würden, entschieden sie sich für Telerik, der ja in akuter Gefahr sein konnte.
Sie gingen durch die beiden Flügeltüren und sahen einen interessanten Anblick. Dem Namen entsprechend war der Raum aufgebaut wie ein Kirchenschiff, mit zwei Reihen von Bänken und einem Altar am Ende, auf dem noch einmal das Symbol zu sehen war, das schon über den Türen angebracht war. Während es draussen Leuchtete, schien es hier aus weissem Metal geformt zu sein. Neben dem Pult stand ein Kriegsgeschmiedeter, sah die beiden an und meinte „Bitte nennen sie die Art des medizinischen Notfalls.“
Als Lucc Amber absetzte viel ihm auf, wo er das Zeichen schon einmal gesehen hatte. Im Bernsteinmedallion, das Amber trug, war das Symbol ebenfalls eingraviert. Der Klerikale klärte die beiden über die Bedeutung auf. Drei ebenen des seins, das innere, das äussere, das seelische. Beeindruck klärte Lucc ihn auf, weshalb sie eigentlich hier waren und während der Priester während des Vorfalls nicht zugegen war, konnte vielleicht Heiler Binde mehr wissen – und er schickte sie über eine Tür hinten Rechts im Raum, die sie in eine riesige Halle führte, in der regelrecht einzelne Häuser in den Fels geschnitten waren.
Gleich die erste Tür führte zu Heiler Binde, der sie prompt auch nach ihrem medizinischen Anliegen fragte, doch auch er wusste nichts darüber und schickte sie nach kurzem überlegen zwei Räume weiter zu Heiler Verwerter. Es war schnell offensichtlich dass es sich bei diesem Raum um den Saal für die erfolglosen Heilungen handelte. Heiler Verwerter selbst wusste zwar auch von nichts, aber auch er war ja nicht hier die ganze Zeit im Dienst, deshalb schlug er vor, eine Kiste mit Kleidungsresten durch zu gehen, ob sich vielleicht wiedererkennbare Stücke von Abendsangs Gewändern dort befanden.
Doch auch das brachte keine neuen Informationen, in diesem Fall sogar eher beruhigend. Heiler Verwerter schickte sie rüber zu den Freizeitgebäuden dieser Gemeinde und während sie so durch die Halle liefen, fielen ihnen immer mehr Kriegsgeschmiedete auf, die Humanoide Körperteile auf wiesen und schliesslich sprach ein menschlich wirkendes Mädchen so um die 12 Amber an. Mit ihrem Namen.
„Ich dachte du hättest dich dekommisioniert?“ Amber war deutlich verwirrt. „Kommt erst mal mit“, sagte sie, als offensichtlich war, das Amber sich setzen musste.
Sie gingen in eine Art Konferenzzimmer. Und hier stellte sie sich als „Saphir“ vor, beantwortete Luccs verwirrte Fragen über die Körperteile und ihre scheinbare Menschlichkeit und sie offenbarte, das man „Spenden“ von den Anwohnern nach deren Ableben oder im direkten Tausch an bot und dafür Heilung für jeden Boten, der die Bedingungen an nahm. Und in seltenen Fällen, wie bei ihr und Amber konnte es fast komplette Transplantationen geben, aber kurz nachdem Amber ihre erhielt, hätte sie sich dekommisioniert – und wie froh sie war, dass sie sich da offensichtlich geirrt hatte. Saphir war deutlich weniger menschlich in ihrem Auftreten als Amber, doch man sah ihr an, dass auch sie einige Emotionen erlebte und mit Amber fühlte, die nur vor wiederholt sich hin murmelte, dass das doch gar nicht möglich sei, sie sei doch keine Maschine.
Saphir
Amber klärte sie auch auf, dass das Symbol für sie eine andere Bedeutung hatte und dass der Strich der Kriegsgeschmiedete war, das „Kleid“ darüber das Fleisch und das beides zusammen die Seele ergab. Lucc meinte verwirrt das sie doch offensichtlich auch ohne Fleisch eine Seele haben und Amber fragte deutlich tiefer nach dem Sinn ihrer Existenz. Laut Saphir nicht zum ersten mal – doch eine echte Antwort über den Fakt, das sie als Soldaten für einen Krieg erschaffen wurden, hatte Amber noch immer nicht.
Schliesslich kam Lucc auf den eigentlich Grund ihres Besuches zurück, Telerik Abendsang. Saphir überlegte und sah dabei wie Amber aus, wenn sie zauberte, und meinte dann „Heiler Bett“ hatte da Dienst. Wir können ihn ja fragen und sie führte die beiden in einen anderen Raum Man hätte den Raum auch für einen langen begehbaren Schrank halten können, doch nebeneinander standen ein halbes Duzent Kriegsgeschmiedete im Ruhemodus. Für Amber und Lucc sahen sie alle gleich aus, doch Saphir sah sofort, das Heiler Bett nicht unter ihnen war.
Verwirrt führte Amber sie durch zwei weitere Räume, als ihnen plötzlich ein furchtbarer Gestank entgegen kam. Unter einem Gitter war offensichtlich ein weiterer Raum, in dem ein Mann in seinen eigenen Fäkalien lag, offenbar sehr geschwächt und durcheinander. Und durch eine Tür kamen zwei weitere Kriegsgeschmiedete. Amber rief entsetzt: „Heiler Bett, was hat das zu bedeuten.“ und er meinte emotionslos, „Ich wollte nicht länger warten.“ und griff nebenbei Lucc an, als ob es das selbstverständlichste der Welt wäre.
Der zweite tat es im gleich und Saphir rannte in Panik aus dem Raum. Die beiden Kriegsgeschmiedeten schafften es sogar, Lucc bewusstlos zu schlagen, da öffnete sich die Tür und zwei weitere Kriegsgeschmiedete, Prister Pilgrim und Heiler Binde, von Saphir alarmiert, kamen hinein und riefen: „Bruder Bett, das ist doch nicht unsere Art“ und heilten Lucc, so gut sie konnten. Der rappelte sich wieder auf, sah wie der einzige Geschmiedete, dessen Namen sie nicht kannten auf Amber einschlug und war im Nuh wieder Angriffsbereit. Auch Amber teilte mit ihrer Magie deutlich stärker aus, als man es erwartet hätte, und schliesslich waren Heiler Bett und sein Verbündeter Bewusstlos. Während Lucc sie fesselte befreiten und versorgten die anderen Telerik Abendsang und als Lucc fertig mit fesseln war, schleppte er die beiden Angreifer kurzerhand selbst in den Kerker und erklärte Telerik, dass sie ihn gesucht hatten, und er zeigte sich zwar als charmant und sehr Dankbar, aber sie mussten ihn erst einmal unter die Dusche packen und er suchte in Heiler Verwerters Kiste nach ein paar sauberen Kleidungsstücken für ihn, denn was er getragen hatte, als der Goblin ihn hier her gebracht hatte, war nun eindeutig verloren. Priester Pilgrim und Heiler Binde betonten gegenüber Lucc immer wieder dass das nicht ihre Art sei und auch Heiler Bett, der Angreifer unterstützte diese Behauptung, als er in seinem neuen Gefängnis aufwachte und absolut unpassende Schreie von sich gab und in Zungen fluchte, während seine Augen leuchteten – wie bei der Frau, die sie draussen gesehen hatten.
Nach einer Weile waren sie bereit auf zu brechen, und Saphir beteuerte gegenüber Amber noch einmal dass sie hier immer für sie da sein würde. Lucc erklärte Saphir, dass sie jederzeit zu ihnen kommen könnte, wenn sie Hilfe brauchte und erklärte ihr den Weg in der Stadt. Doch hier unten brauchten sie dann noch einmal zwei Stunden, bis sie ihren Weg wieder nach oben gefunden hatten.
Anhang 351 – Aufzeichnungen einer Reise (Shield of Light)
Tag 5
Es ist spät am Abend des fünften Tages nach Ankunft. Ich zähle den zehnten Eintrag nach unserem Exodus aus dem magischen Gespinst in dieses fremde und hoffnungslose Land. Seit unserem Abenteuer mit dem anscheinend als verzweiflungsschürende Figur missbrauchten Tiger mit den säbellangen Zähnen und dieser Abart an fader Musik ohne jede Emotion, inszeniert durch einen anscheinend grausamen und selbstverliebten Ortsvorstehers, der sich selbst Baron nennt, hat sich leider immer noch nicht viel Änderung gezeigt. Es ist auch kein Pfad zurück nach Toril zu sehen, wo unsere Mission dringend ihrer Durchführung wartet.
Doch wenigstens scheint sich das Band zu der Gruppe ebenfalls gestrandeter Abenteurer, die ich hier traf, zu festigen. Der Gruppe bestehend aus dem begabten Theo, der grazilen und impulsiven Quennessaa namens Arabella und Hara, einer willensstarken zurückhaltenden Maelthra mit ihren drei Begleitern, die ich bisher noch nicht richtig kennenlernen konnte, sowie Maduin – eine für mich bisher noch nicht ganz einschätzbaren Geschichte für sich. Und doch habe ich das Gefühl nicht zufällig hier zu sein. Zu sehr leidet dieses Land. Ihm fehlt es an Aussicht, ihm fehlt es an dir, meiner Jabbress. So sehr mich der dichte Schleier, der sich hier wie schwere Gedanken über alles legt, auch vor der grellen Sonne schützt, so sehr schluckt er auch das Licht des Mondes – das Licht der Hoffnung. Es braucht dich. Es braucht Eilistraee. Es braucht uns.
Nun denn…
Nach meinem letzten Eintrag wurde ich zeuge einer verhaltenen Auseinandersetzung zwischen Hara und dem Schwerttänzer Theo. Wie schon länger beobachtet scheint ein Keil in die Gruppe gefahren zu sein. Es fehlt an Zusammenhalt und Absprache. Ja, sogar an Vertrauen. Jeder scheint für sich vorzupreschen. Selbst jetzt, wo ihr Gefährte zurückgekehrt ist, scheint eine Art zähen Trübsal über allen zu lasten. Es wird Zeit zu agieren, statt nur zu reagieren und auch wenn ich zu neu in dieser Gesellschaft bin, sehe ich nur einen Weg – den Weg nach vorne.
Und so entschieden wir uns dem Land zu helfen. Der Wirtin, die ihrer Lebensgrundlage beraubt wurde, den Menschen in ihrer schieren Verzweiflung und den Wachters, die wir am Vortag besucht hatten.
Aufgrund der gestrigen Ereignisse, die ich immer noch nicht richtig verarbeitet habe, entschieden wir als Gruppe, dass nur Theo und ich aufbrechen sollten, die Tochter der Familie Wachter zu heilen. Es waren Ereignisse bei denen Menschen ums Leben kamen, die keine Gefahr mehr darstellten und die sich ergeben hatten, Ereignisse, bei denen man bei jeder Aktion das Gefühl hatte, ein Gegenspieler würde alles daransetzen das Vorankommen der Gruppe zu sabotieren, Ereignisse, die beinahe zu einem Kampf innerhalb des Bundes führten und mir das Gefühl gaben jede Person wäre nicht sie selbst. Es scheint so als ob der Fluch dieses Landes sich auch in den Köpfen der Vernunftbegabten manifestiert. Wir wussten, wir würden noch weniger als zuvor als Freunde der Familie Wachters wahrgenommen werden.
Und so kam es auch. Kaum angekommen versuchte uns der Bedienstete des Hauses bereits trotz der erwähnten Heilung abzuweisen. Natürlich wollten wir nicht gehen, doch unserer Entschlossenheit zum Trotz kam auch Frau Wachters dazu und drohte uns aller Erklärung missachtend mit der Stadtwache. Wir mussten ungetaner Dinge abziehen.
Auf dem Weg zurück zur Taverne beriet ich mich mit Theo um die Tochter, die nicht selbst für sich sprechen konnte, nicht einfach fallen zu lassen und uns mit den Anderen zu besprechen, um an einem gemeinsamen Faden ihres Schicksals zu ziehen. Denn immerhin geht es um Khaless – um Vertrauen. Und so erwähnte ich auch kurz, als ich ihn zu einer gemeinsamen Übung einlud, die Lektion, die ich als Prüfung Maduin mitgab, den mir immer noch sehr suspekt wirkenden Gefährten der Gruppe, der sich selbst Kleriker des Morgenfürstes und der Abenddämmerung nannte – ein Kl‘ast d‘Lathander. Eine Lektion, wie sie in unserer Gemeinde erteilt wird. Eine Lektion verborgen in einer Geschichte, aus der jeder selbst seine ganz eigene Lehre ziehen konnte. Eine Lektion, von der ich kurze Zeit später in der Taverne auch allen anderen erzählte, während ich reichlich des nur noch erhältlichen Traubensaftes bestellte, um die Wirtin zu unterstützen. Natürlich traf meine Vorgehensweise nicht bei allen auf Zustimmung, aber darum ging es auch nicht. Zu schmerzhaft war die Erinnerung in unserer Vergangenheit an das gewesen, was Geheimnisse anrichten konnten. Geheimnisse und ein besessenes Schwert.
Ich werde dich wieder zu Kräften führen, quar’valsharess.
Da für eine erfolgreiche und unerwartete Aktion zur Rettung der Wachter-Tochter Zeit verstreichen musste, entschieden wir Vallaki zu verlassen, um nach dem Wein für die Wirtin zu sehen. Wir nannten ihr unser Ziel, falls uns jemand suchen oder folgen wollte und begaben uns zur hiesigen Kirche um nach Maduin zu sehen und Theo die Beschaffung eines anscheinend ihm wichtigen Gegenstandes beim Pater zu ermöglichen, was ohne Probleme möglich war, denn dieser schien ihm besonders zugetan zu sein. Maduin indes war in tiefen Gebeten und Meditation versunken, wie ich von der Ferne beobachten konnte. Vielleicht trübte wirklich der Fluch mein Urteil über ihn – nur die ungewisse Zukunft wird es zeigen.
Dann war es so weit.
Als wir aufbrachen fiel mir unvermittelt ein, dass wir am Vistani Lager vorbeikommen würden und eine Sehnsucht nach unserer Gemeinschaft überkam mich, daher bat ich die Gruppe einen kleinen Abstecher zu machen, um nach dem Rechten zu sehen und zu meiner Freude waren alle einverstanden. So konnte ich ihnen G‘eldriia, Kestal, Xor und die anderen 10 Mitglieder unserer Gemeinde vorstellen, die sie auch gleich mit offenen Armen empfangen. Es war schön meinen Gemeindenamen Niir’l wieder zu hören, auch wenn ich den Titel, den ich als Namen trage und selbst wählte, achte und respektiere.
Während Theo ein Ritual praktizierte an dem auch Kestal sehr interessiert schien, lernten wir uns alle ein wenig näher kennen. Ich erfuhr, dass das Geld der Gemeinde noch einige Zeit reichen würde und wir hörten, dass die Tochter des Vistani-Führers anscheinend allein in Richtung des Sees davongelaufen war. Eine Aufgabe für den Rückweg.
Ich berichtete, was ich bisher erlebte und erzählte G’eldriia von der Hoffnungslosigkeit der Bevölkerung und des Landes – wir beide waren uns einig: Man brauchte uns und doch hielt ich G’eldriia vorläufig davon ab, allein loszuziehen. Unsere Gemeinde brauchte sie und ich bin der A’nshal’a d’l’drathir. Es war an mir die Vorhut zu bilden und zu helfen, wo ich konnte. Die Ähnlichkeiten der Bevölkerung hier und der leidenden Drow aus Feryxonis waren erdrückend, ebenso wie die Vorurteile zwischen den Vastani und den Menschen aus Vallaki. Keiner von uns hätte da zusehen können.
Am Ende schloß Theo sein Ritual ab und hatte einen Vertrauten und wir einen Gefährten mehr – eine Eule, die umgehend nach dem Wort für Vernunft und Weisheit Bekea getauft wurde.
Dann wurde es Zeit für den Aufbruch. Bei all den schönen Ereignissen blieb aber ein tiefer Kloß der Traurigkeit zurück. Denn auch G’eldriia hatte keinen Kontakt zu dir, Eilistraee. Der Kontakt zu meiner Jabbress war abgebrochen. Nur die Gewissheit darüber, dass du dich weiterhin zusammen mit Mystra im magischen Gespinst befindest, wo wir dich vor fünf Tagen verlassen mussten, treibt mich voran. Ich werde dich wiedersehen und bis zu diesem Tag werde ich in jeder meiner Waisen nach deinen Tönen suchen. Niemals aufgeben bis du wieder vollständig erstarkt sein wirst, dein Namen wieder hell unter unserem Volk strahlt und ich dich wiedersehe, um es gemeinsam zwischen die anderen friedliebenden Völker Fearuns zu führen. Doch zuerst weiter…
Am Ende machten wir uns nach einem liebevollen Abschied auf unsere Mission zu verfolgen. Wir gelangen kurz vor der Abenddämmerung an einen Fluss und suchten nach einem Lager. Zwei der Freunde Haras – ich kann die Maelthrae immer noch nicht auseinanderhalten – schienen sich ein Wettkampf um den besseren Standort zu liefern, doch am Ende gewann das Glück und der Zufall. Theo erzählte uns, dass er extra für den Anlass der Rast einen Zauber vorbereitet hatte, um uns zu schützen. Es ist schön sie alle zu beobachten, wie sie füreinander einstehen, auch wenn sie lernen müssen, besser miteinander zu kommunizieren.
Aber wer bin ich darüber zu urteilen? Derjenige der sich Jahrzehnte lang selbst aus seiner Gemeinde zurückzog. Nichtsdestotrotz denke ich, ich werde diese unterschiedlichen Charaktere wirklich schätzen und lieben lernen können. Du würdest sie mögen, d’l’olath jallil. Die graziöse aber verunsichert und melancholisch wirkende, junge Arabella. Die von innerer Stärke und Weisheit erfüllte Hara, die es gewohnt scheint Befehle an ihre Freunde zu geben und von ihnen respektiert wird und der sich selbst kennenlernende Theo, der wenn mich nicht alles täuscht, ein dulninuk d’l’velve ist – ein Bruder der Klinge in der alten Kunst unseres Volkes – des Volkes deines Vaters. Eine Kunst ausgeführt durch einen Rivvil. Die Völker scheinen endlich zusammenzuwachsen. Ich hoffe auch unseres findet bald seinen Platz in dieser Gemeinschaft.
Doch zurück. Wir suchten uns Aufgaben, die jeder für sich nachging, und Hara stellte mir zwei ihrer Gefolgsleute zur Unterstützung bei der Jagd. So entkleidete ich mich bis auf die Hose, dem Dhrakta und der Handarmbrust meines Vaters und wir jagten wie es sein sollte. Unterwegs fanden wir die Spuren eines Rehes und einem Rudel Wölfe und folgten ihm. Zu unserem Glück spürten wir es bald auf einer Lichtung auf, doch gerade als ich mich für den Sprung und Stoß mit dem Rapier weit genug genähert hatte, wurde es von dem plötzlich erscheinenden Rudel verjagt, angeführt durch einen Schreckenswolf, und nur dem guten Schuß des Maelthra ist es zu verdanken, dass wir es dennoch erlegten. Nur um uns mit den Wölfen um die Beute zu streiten. Da sie selbst nicht Ziel der Jagd waren, versuchte ich die Wölfe mit Hilfe meines angeborenen Feenlichtes und der Lautstärke einer absichtlich daneben gehenden Donnerwelle der Bassseiten der Zither, die du mir geschenkt hast, zu verjagen, was mir auch bei allen gelang. Bei allen bis auf ihrem Alphatier. Der Schreckenswolf näherte sich mir und grinste – ja lächelte. Ich versuchte ihn zu beschwichtigen in der Ahnung, dass hier etwas nicht ganz stimmte und senkte das Rapier. Versprach ihm, den Tiger vom Vortag vor Augen, einen gerechten Anteil an der Beute um einen unnötigen Kampf zu umgehen mit einem Biest, welches nur seiner Natur folgt. Genau in diesem Moment sprang das Untier vor und ich sah vor meinen Augen, wie sich seine Zähne in meinen Hals bohrten.
Doch dieser wunderschöne, elegante Wolf verschwand. Die Pfeile der Maelthrae gingen ins Leere. Alles was blieb war ein kurzes Lachen im Wind. Nur einer meiner Begleiter sah eine verschwindende humanoide Gestalt. Ein weiteres Rätsel auf unserem Weg.
Wie versprochen teilte ich die Beute gerecht in der Hälfte für beide Jagdrudel und wir nahmen unseren Anteil mit ins Lager zurück.
Dort unterhielten wir uns auch über einen Weg zurück nach Fearun indes Arabella irgendwann von ihrem eigenen Pfad zurückkehrte. Wir hörten von Theo von seiner Ausbildung im Bernsteintempel, dem dort bewahrten Wissen – Wissen auch über Fearun – und erfuhren, dass die Schriftrolle, die er zur Heilung der Wachtertochter nutzen will, auch seinem Master helfen könne, seinem Jabbuk, der wahrscheinlich verhext wurde. Egal wie das mit den Wachters ausgeht. Wir müssen ihm helfen. Nicht nur, weil er vielleicht weiß, wie dieses Wissen hierhergelangt ist und ob man auf dem gleichen Weg auch zurückkann, sondern weil es das Richtige ist.
Kurz vor der Nachtruhe zogen Theo und ich uns noch einmal ein wenig abseits auf die Straße zum rituellen Schwerttanz zurück. Es ist schön auch in diesen Landen diese Kunst, die Musik und die Schönheit verbreiten zu können. Ich kann nur dafür kämpfen, dass die Hoffnung folgen wird.
Wir zogen uns aus und ich schaute ihm zu und beobachtete seine Technik, während ich ihm eine Vision unserer Vergangenheit schenkte. Eine Vision unserer Übungen und unseres so fordernden und so grazilen, leidenschaftlichen und liebevollen Tanzes. In seiner Vorstellungskraft tanzte er mit dir – er tanzte unterstützt durch seine rituelle Magie sehr gut – und spürte unser Band. Weshalb wir uns auch über die Macht der Liebe, die Stärke von Gefühlen und die Macht, die sie über das Schicksal verleihen, unterhielten. Und dann tanzten wir gemeinsam. Tanzten ohne die Unterstützung von Magie. Tanzten und entwickelten uns, bis wir nicht mehr tanzen konnten – im Gedanken warst du stets dabei. Nun ziehen wir uns in die Sicherheit von Theos Zuflucht zurück. Ich bat an, Wache zu halten und werde die Zeit nach dem ich diesen Eintrag in unsere History of Fall and Rise verfasst habe für unsere Waise nutzen. Ab und zu glaube ich zwischen den Tönen deine Antwort zu hören, doch dann verfliegt sie wieder. Ich hoffe bald wieder mit dir spielen zu können.
Gemeinsam erledigten wir uns nach und nach der Tiere und alle anderen kamen uns hinterher und halfen.
Manfred
Ich bin zu spät. Manfred, er ist tot. Ja, ich habe damit gerechnet. Nach Arannis Traum und den ganzen Raben immer um uns herum musste ich leider damit rechnen.
Dabei waren wir gut. Vielleicht zu langsam. Vor allem die letzten Tage. Seinen Bogen habe ich gefunden und den weißen Skorpion an der Lederkette. Er hat mir nach zu viel Hinwein erzählt, dass er in einer geheimen Gilde war und der Skorpion das Erkennungszeichen. Ich weiß nicht, ob es die Wahrheit war, aber es war das erste und einzige Mal, dass er von früher erzählt. Ich weiß, dass er zu See gefahren ist, obwohl ich ihn mir als Seemann echt nicht vorstellen kann. Aber sein Lied, das er gesungen hat war schon schön. Vielleicht bekomme ich es noch zusammen…
„A freebooters ti awọn okun nigbagbogbo duro papo Ọ̀kọ̀ọ̀kan wọn jẹ́ arákùnrin fún ènìyàn Nitoripe lori ọkọ gbogbo eniyan jẹ kanna, laibikita boya wọn jẹ ọlọrọ tabi talaka Ati ominira ni ere Laisi awọn aala laisi odi ni opin aye yii Ko si iji run awọn ìde ti o di wa papọ Ti o ba lọ pẹlu wa loni lẹhinna o yoo loye Nitori ominira ni ere rẹ Ti o ba lọ pẹlu wa loni lẹhinna o yoo loye Nitori ominira ni ere rẹ“
ganz zu stimmen scheint es nicht und ob ich alles richtig geschrieben habe weiß ich auch nicht, aber es liest sich einigermaßen richtig.
Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich die letzten Zeilen geschrieben habe und trotzdem scheint unglaublich viel passiert zu sein.
Arannis und Romero waren vorausgeklettert und wollten uns ein Seil runterlassen, doch sie ließen sich viel zu viel Zeit dafür. Dann hörten wir Kampfgeräusche und Cathari hörte Arannis rufen, also musste ich doch hinterher. Also bin ich hoch habe fünf der Viecher gesehen. Ich habe es in die Spitze des Turmes, neben Arannis geschafft, der wohl mehr als verblüfft war mich dort auf einmal zu sehen.
Ich konnte sehen, wie Musharib zu Boden ging. Es sah übel aus. Doch dann beugte sich ein Tier, ich nehme an, dass es ein Tier war, über ihn. Es sah gefährlich aus und ich wollte es schon ins Visier nehmen, doch dann erinnerte ich mich daran, dass Nim etwas von einem neuen Freund erzählt hat und so feuere ich erstmal weiter auf das Pterafolk.
Dann, auf einmal, so ohne Vorwarnung, war Fitz in der Luft. Das fliegende Tier machte sich mit ihm davon. Ich wollte ein Seil an einem meiner Pfeile befestigen und ihm so helfen, doch ich war zu nervös und es dauerte zu lange. Als ich schoss fiel Fitz schon und ich hoffte, dass ihm irgendwer helfen könnte und würde.
Dann war der Kampf vorbei und ich fand Manfred. Natürlich machte ich mich gleich auf zu ihm und als ich merkte, dass er wirklich tot war, da wusste ich was zu tun war. Ich konnte ihn nicht hier liegen lassen, er wollte, dass seine Asche im Meer landet, also werde ich das tun. Arannis, dem das Ganze wohl ebenso nah ging, weil es genauso gut auch Thia sein könnte, versuchte mich zu trösten und auch unser neues Mitglied… Mhhhrrrr… oder so (ich brauche einen Spitznamen, den man aussprechen kann) gesellte sich zu uns. Er kann sich bis jetzt nur im Kopf unterhalten, aber ich bekomme ihn schon zum Sprechen. Irgendwie wird das. Jedenfalls freue ich mich über die neue Bekanntschaft und so muss ich nicht alleine neben Manfred sitzen und warten.
Liebste Mutter, wieder sitze ich an einem Schreibtisch und schreibe dir während die Anderen unten sitzen und am Essen und Trinken sind.
Ich brauche eine kurze Auszeit um meine Eindrücke zu ordnen. So viel ist passiert und ich weiß nicht wohin mit meinen Gedanken und Gefühlen.
Aber von Anfang an:
Das Wichtigste zuerst. Yggdra ist wieder da. Er wurde von Strahd persönlich zu mir gebracht. Mitten in der Nacht stand er in meinem Zimmer. Ich war so glücklich, dass ich Strahd etwas Versprach. Ich weiß ich weiß… wie kann ich nur? Aber er hat mir doch Yggdra zurückgebracht und genauso schnell kann er ihn mir wieder nehmen. Die Anderen wissen davon noch nichts, nur Tebaun ahnt vielleicht etwas.
Und da sind wir auch schon bei ihm. Dem Neuen Mitglied unserer Gruppe. Ein Elf. Mutter… jemanden wie ihn habe ich bei uns zu Hause noch nie gesehen. Ich kenne zwar die Geschichten von den Elfen mit der dunklen Haut und dass sie es oft waren, die Probleme gemacht haben. Doch zum Glück war Tante Agathe immer anderer Meinung und ich bin froh, dass ich ihre Denkweise übernommen habe. Denn er ist wirklich nett und er strahlt innerlich und damit löst etwas in mir aus was ich noch nicht zu ordnen kann. Wenn du ihn nur spielen hören könntest. Mit so viel Hingabe und Leidenschaft.
Doch ich schweife ab, mal wieder.
Yggdra und ich redeten die ganze Nacht. Er erzählte was ihm widerfahren war und ich habe ihm berichtet was uns alles passiert war. Ich erzählte ihm auch von unserem neuen Begleiter und dass er etwas in mir auslösen würde, doch anstatt darauf einzugehen wechselte er das Thema und fragte nach seinen Sachen. Da war es bereits Morgen und es klopfte an unserer Tür.
Ich wollte sie nicht öffnen, wollte Yggdra noch ein wenig für mich alleine haben, doch er machte die Tür auf und Tebaun stand davor. Ohne zu zögern lud Yggdra ihn zu uns ins Zimmer ein. Und jetzt kommt es, während mein Freund in meinem Rucksack nach seinen Sachen suchte, erzählte er von seinem Schwert, welches ich leider verloren habe. Aber nicht nur das, er erzählte Tebaun so gut wie alles von sich. Ich habe Wochen dafür gebraucht, dass er sich mir so öffnete. Tebaun lauschte ihm auch gespannt und stellte ein paar Fragen, bis er sich von uns verabschiedete, da er mit den Anderen unten auf uns warten wollte.
Als wir dann zusammen zu den anderen stießen, schienen alle schon bescheid zu wissen, dass Yggdra wieder da war und er wurde herzlich begrüßt.
Während wir nun gemeinsam am Tisch saßen und überlegten das Fest der brennenden Sonne zu schwänzen um der fehlenden Weinlieferung nachzugehen ertönte auf einmal ein Horn und die Wirtin warf uns aus der Taverne. Das „Fest“ hatte schon begonnen doch wirkte es eher wie ein Trauermarsch. Auf der Straße liefen Kinder voran, gefolgt von den Erwachsenen. Es wirkte alles traurig und gezwungen. Nur der Bürgermeister auf seinem Pferd wirkte fröhlich und betonte immer wieder „alles wird gut“.
Während wir also Richtung Markplatz liefen fing es an zu regnen. Nicht nur so ein bisschen, nein es schüttete richtig. Und so klappte das Anzünden der riesigen Bastkugel natürlich nicht. Ich musste mein Lachen wirklich zurückhalten, doch hörte ich in meinem Kopf jemand Bekannten lachen. Er steckte also dahinter. Eine Wache konnte sich ein Kichern nicht verkneifen und natürlich wurde er sofort festgenommen und hinter das Pferd des Bürgermeisters gespannt.
Auch als jemand die Bastkugel anzündete ließ er den Mann nicht frei und der Marsch zog weiter in Richtung der Kirche. Theo setzte dem Bürgermeister nach. Mutter ich weiß nicht warum, aber ich glaube mit ihm stimmt etwas nicht. Er wirkt abgelenkt und nicht bei der Sache. Als ich einmal neben ihm saß und mich an ihn lehnte ist er aufgesprungen und weggelaufen. Was ist nur los mit ihm?
Wie dem auch sei setzte Tebaun Theo nach. Ich wollte auch schon hinterher, als ich einen Schrei hörte. Schnell fand ich heraus, dass wohl ein Tier aus einem Wagen ausgebrochen sei. Die Leute, die ganz hinten liefen gingen dann eher in ihre Häuser zurück, als dem Bürgermeister zu folgen.
Ich schloss zu den Anderen auf und berichte ihnen was ich gehört hatte und führte sie zu dem Wagen. Nach ein wenig Zeit bekamen wir heraus, wo sich der Besitzer des „Tigers“ befand und wir machten uns auf Richtung Taverne.
Rictavio
Theo hatte wieder anderes im Sinn. Er wollte direkt zu Maduin in die Kirche. Auch wenn das der Ort ist wo ich nicht hinwollte, musste ich Theo erstmal hinterher. Ich probierte mit ihm zu reden, doch er vertröstete mich auf später.
Und so suchten wir nach dem Tier doch wir trafen auf Hara, die uns berichtete, dass Tebaun und sie das Tier gefunden hatten und nun den Besitzer suchten. Relativ schnell fanden wir ihn auch und brachten ihn zurück zu Tebaun. Rictavio, der Halter des Tigers, war uns sehr dankbar und bat uns um Hilfe. Er wollte ungesehen aus der Stadt verschwinden und Tebaun und ich machten uns auf, die Wachen in die entgegengesetzte Richtung zuschicken währen Hara und ihre Männer den Wagen holten. Wir blickten Rictavio hinterher, als er die Stadt verließ.
Da es die ganze Zeit über regnete machten wir uns auf in die Taverne. Hier konnten wir uns aufwärmen.
So liebe Mutter. Es tat gut dies alles niederzuschreiben. Jetzt sollte ich wohl langsam zu den Anderen zurück.
Theo kam gerade zur Taverne, als die anderen zum Haus der Wachters aufbrachen. Das Haus sah alt und ruinös aus, und doch konnte man eine einstige Erhabenheit erahnen. Während die anderen an einem Baum in der Nähe rast machten, klingelten Maduin und seine ‚Assistentin‘ Arabella und wurden mit der Aufmerksamkeit eines gehobenen Dieners begrüßt.
Bukd von Miguel Harkness
Der Bat sie herein und nachdem sie ihr Anliegen hervor gebracht hatten, benachrichtigte er auch die Dame des Hauses. Die Matriarchin lies in angemessener Würde auf sich warten, war dann jedoch ganz Ohr als sie Herrn Maduins anliegen, ihre Tochter zu behandeln, hörte. Doch die neuen Bande wurden wieder belastet, als sie das Problem beschrieb. Seit der gelösten Verlobung mit dem Sohn des Bürgermeisters Walaki einem Wahnsinn verfallen und man hörte nun auch das Kratzen an einer Tür im oberen Stockwerk und eine leise, junge Frauenstimme sagen. ‚Das Kätzchen will raus‘
Eine direkte Heilung hatte auch der erfahrene Maduin nicht zur Hand, er fand jedoch einen dunklen Einfluss im Keller. Die Matriarchin zeigte jedoch kein Interesse daran, Maduin dort nachsehen zu lassen. Nicht, ohne das er seine Vertrauenswürdigkeit beweist, in dem er den buckligen Diener Walakis beseitigte.
Für den gläubigen Anhänger Latanders eine Unmöglichkeit, derartiges zu Versprechen. Und so verließ man das Haus erst einmal und Arabella und er trafen sich wieder mit der Gruppe. Nachdem sie die Situation beschrieben hatte, beschloss man, besondere Talente Theos zu nutzen und den Keller unbefugt zu kontrollieren.
Schließlich waren sie ja auf der Suche nach Yggdra und ein durch eine dunkle Macht bewachter Keller, so waren sich alle einig, wäre ein guter Ort um den Magiekundigen zu verstecken.
Doch plötzlich bemerkte man, das Arabella sich davon geschlichen hatte und die Gruppe ging um das Haus, um sie zu suchen. An der Seite fanden sie Arabella bei einen Gesindeeingang und Tebauns Sinn für Magie schlug an.
Der Versuch der Heimlichkeit war zum Scheitern verurteilt, weil nun gleich vier Personen beschlossen, den Keller aufzusuchen. Nur die Drachengeborenen blieben im Vorgarten und hielten Wache. Für Herrn Theo war auch das Schloss kein Problem, als jedoch alle vier drinnen waren, lösten sie wohl eine Falle für ungebetene Gäste aus und Theo war total entgeistert, Nekromantie zu finden. Einige Skelette befreiten sich aus dem Boden und griffen die verwirrten Abenteurer an.
Alles in allem konnte die Gruppe die Situation mit wenigen leichten Verletzungen entschärfen, doch als sie durch eine Tür gehen wollten, hinter der sie dunkle Einflüsse vermuteten, kam ein Mann durch eine Drehtür, rief panisch ‚Eindringlinge‘ und wirkte Maduin einen, wie sich erweisen sollte, länger wirkenden Zauber und verbrannte ihn zu Asche.
Die Tür fiel wieder in einen geschlossenen Zustand und auf der anderen Seite versuchte ein Mann, der sich als Anton vorstellte, sie weg zu schicken. Doch Maduin hatte andere Pläne. Mit einem weiteren Zauber lies er die Tür in einer Schockwelle rotieren, die jedoch Tebaun durch die Gegend schleuderte und was die Skellete nicht geschafft hatten, hatte nun Maduin geschafft und Tebaun lag Regungslos am Boden.
Das machte so viel Lärm, das draussen Hara alarmiert wurde und nach einem kurzen Nachrichtenaustausch mit Arabella zusammen mit Schnellfuß in den Keller folgte. Schnellfuß versorgte Tebauns Wunden.
Maduin erhaschte derweil einen ersten Blick in den nun zugänglichen Raum, wo er ein Pentagramm am Boden und drei Leute in schwarzen Roben sah, doch bevor er weiteres Unheil anrichten konnte, ging Theo in den Raum und zückte sein Rapier. Überrascht stellte er fest, das statt aggressiver Angriffe nur eingeschüchterte Laute zu vernehmen waren. Derweil schickte Maduin Hara als Hilfestellung hinein, doch beim Anblick der Drachengeborenen gerieten die Leute in Panik. Hara konnte noch eine Person zurück halten, doch die anderen zwei rannten direkt in den noch immer wirksamen Schutzzauber Maduins und wurden zu Asche verbrannt.
Alle, die es mitbekamen, waren entsetzt.
Hara wollte die Frau zu ihrer eigenen Sicherheit fesseln, doch Theo fuhr Maduin an, dass dieser seinen Zauber löst und führte die Frau nach draußen. Hara und die gute Frau erfuhren erst jetzt von dem Schicksal ihrer drei Bekannten.
Nachdem Hara, die Frau und Theo nach draussen gingen und Arabella und Schnellfuss sich noch immer um Tebaun kümmerten nahm es Maduin nun auf sich, den Raum mit dem Pentagramm zu untersuchen, doch die Tür schlug hinter ihm wieder in eine verschlossene Position. Maduin war sehr verstört, als ihm plötzlich Strahd persönlich erschien. Dieser jedoch zeigte sich in guter Laune ob der vom Kleriker gebotenen Unterhaltung und klärte ihn auf, das er die gute Tochter nicht mit irgendwelchen Klerikalen Mitteln heilen kann, sondern dafür einen hochwertigen Zauber braucht, den er ihm jedoch, und er warf ihm eine Schriftrolle zu, als Dank gerne gibt.
Die ganze Zeit über war Maduin wie eingefroren, doch genau so schnell, wie Strahd da war, war er auch wieder weg, und die Tür lockerte sich wieder. Maduin vertraute der Sache nicht so wirklich, nahm aber die Schriftrolle und zwei weitere Schriftstücke, die er fand, an sich, bevor er zu den anderen Aufschloss.
Mittlerweile erfuhr Theo von der eingeschüchterten Frau, dass sie sich dort im Keller waren, um sich vor dem Bürgermeister und dem Fest der brennenden Sonne verstecken zu können. Nach dem möglichen Verblieb von Ygddra befragt, meinte sie, dass ein Mann weg gebracht wurde.
Nachdem die Gruppe ihr verstörendes Werk vollbracht hatte, sammelte man sich im Wirtshaus auf einem der Zimmer und besprach die ganze Situation. Nachdem Maduin die Rolle erklärt und präsentiert hatte, passierte jedoch ungewöhnliches – Theo schnappte sie sich und rannte damit hinaus. Tebaun wirkte die ganze Zeit über ein wenig verstört. Schliesslich verabschiedete sich Maduin, um zur Kirche aufzubrechen und auch Tebaun verschwand.
Auf dem Weg allerdings machte Maduin eine schreckliche Erfahrung: Im kam eine Vision von Latander, der ihn mit Blindheit bestrafte und seine heiligen Symbole sprengte.
Arabella fand Theo vor dem Haus. Nach einer Weile erzählte er ihr, dass er mit der Schriftrolle den Schlüssel zur Lösung seiner eigenen Mission in der Hand hielt und er mit sich kämpfte, sie nicht zu stehlen und damit zu seinem Meister zurückzukehren.
Doch früher oder später begaben sich alle zur Nachtruhe. Doch es war noch immer nicht das Ende des Tages. Arabella erhielt Besuch. Strahd kam vorbei und erklärte ihr, das Yggdra bei ihm sei. Er freue sich schon auf den Besuch der Abenteurer.
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