Das Tagebuch eines Soldaten: Schmerzhafte Abstiege und Abschiede (Raven Guard)

Das Tagebuch eines Soldaten: Schmerzhafte Abstiege und Abschiede (Raven Guard)

„Das wird jetzt eine längere Geschichte. Wenn ich bedenke, wie viel Mist heute passiert ist, weiß ich gar nicht, ob ich überhaupt die Hingabe dafür habe meine Aufzeichnungen zu ergänzen. Aber ich habe es versprochen und wenn ich einmal angefangen habe, wird es vielleicht auch einfacher die Gedanken zu sortieren. Aber wo fangen wir an?“

Im ersten Moment nach dem Kampf dachte ich: „Endlich! Endlich sind diese Biester alle weg und wir haben etwas Zeit uns auszuruhen.“ Jedoch lies mich der Gedanke nicht los, dass Bee ihren Meister verbrannt hat. „Natürlich bin ich einer der letzten, die sich da einmischen sollten, aber was soll ich jetzt tun? Wenn alles verbrannt ist, was soll ich dann als Erinnerungsstück aufbewahren? Bee hat immer noch den Bogen ihres Meisters. Aber einfach wegnehmen, kann ich ihr den auch nicht.“ Ich beschloss, dass ich noch Zeit hatte, dafür eine Antwort zu finden und wollte mich gerade zu den anderen begeben um mich auszuruhen, als wir etwas hörten.

Wir hörten eine leise Stimme zwischen der Stille der Leichen, die den obersten Punkt des „Feuerfingers“ bedeckte. Nim ging sofort in die Richtung der Stimme und fand eine Frau unter den Leichen, die im Gegensatz zum Großteil der vor uns Angekommenen, noch lebte. Schnell half er ihr auf die Beine und wir brachten sie in den Turm. Sie sah immer noch schwer verletzt aus, also gab ich ihr, was mein ausgezehrter Körper noch an Heilmagie befähigen konnte und so konnten wir sie gemeinsam stabilisieren.

Nachdem klar war, dass sie durchkommen würde, fingen wir an Fragen zu stellen. Da sie ein Teil einer vorherigen Expedition gewesen sein muss, dachte ich, dass sie Informationen für uns haben musste, aber anstatt mit Informationen begegnete sei uns erst einmal mit einer genauso schrägen und für manche provozierende Art, wie Cathari damals. Sie ging sogar soweit, dass Romero wieder einen seiner kleinen Ausraster bekam. Aber anstatt Romeros Art hinzunehmen, nutzte sie Magie und bewegte Romero vom Turm zu springen.
Nachdem ich mir sicher war, dass Romero unten sicher ankommen würde, musste ich meiner Bewunderung einer solchen Magie einfach Ausdruck verleihen und bat sie sogar darum mir diesen Trick beizubringen. Beibringen wollte sie mir diesen Trick zwar nicht, aber unterhalten konnten wir uns trotzdem. Dabei stellten wir fest, dass unser Neuankömmling Nokah heißt und genauso wie Cathari die Magie über „arkane Studien“ erlernt hat. Langsam befürchte ich, dass alle die so an Magie gekommen sind, einen an der Klatsche haben.

Ich lies Nokah dann erstmal alles erzählen, was sie uns berichten konnte. Dadurch konnte ich mich auch ein paar Minuten ausruhen, bis mir einfiel, dass wir ja nicht zum Spaß hier sind. Ich überlegte, wie wir aus unserer Situation noch das beste machen könnten und mir viel auf, dass wir wahrscheinlich keinen so guten Überblick in nächster Zeit haben werden, wie jetzt auf dem Turm. Ich weckte den schon halb eingeschlafenen Musharib auf und mit seiner Erfahrung als Wildnisführer, konnte er unentdeckte Punkte im Dschungel ausmachen und unsere noch recht grobe Karte ergänzen.
Als wir zurück zur Gruppe gingen, fiel mir außerdem auf, dass wir die Kisten im Turm noch gar nicht untersucht hatten. Ich öffnete, die die noch verwertbar aussahen und durfte mit Erschrecken feststellen, dass diese fliegenden Riesenechsen hier anscheinend die Ausrüstung der hier am Turm verstorbenen aufbewahrten. Außer alten Lumpen konnten wir nicht viel finden. Das einzig interessante waren ein paar Edelsteine, das zurückgebliebene Geld, welches ich unter uns aufteilte und eine hölzerne Tiermaske, von der ich glaube, dass die Wildnisführerin, die wir nicht angeheuert hatten, sie sucht.

Nach diesem mageren Trost, der uns mehrere Freunde gekostet aber kein Stück näher an das Ende unserer Reise geführt hat, begannen wir mit dem Abstieg. Die meisten konnten sich während der Rast erholen, aber Bee scheint das Ganze doch noch sehr mit zu nehmen. Dennoch kamen wir ohne weitere Unfälle am Fuß des Turmes an. Allerdings fehlte Romero. Wir dachten er würde hier unten warten, aber er war nirgends zu finden. Rhovan, unser anderes neues Gruppenmitglied bot gleich seine Hilfe an und begann nach Romero zu suchen. Wir anderen fanden in der Zwischenzeit das Grab in dem Romero Fitz beerdigt hat. Bee ging es sehr nahe. Verständlicher Weise, wenn ich bedenke, wie sie ihn immer angeschaut hat… Thia, ich hoffe es geht dir gut.

Die meisten von uns gingen zum Grab um Fitz die letzte Ehre zu erweisen. Inete stellte sich sogar dazu und in ihrer Stellung als Priesterin, sprach sie ein Gebet. Wir lauschten alle und versuchten das mit Fitz Erlebte, die Trauer über seinen Tod überschatten zu lassen. Allerdings wurde unsere Konzentration von einem rückkehrenden Romero gestört, der es für das beste hielt genau jetzt einen Aufstand bezüglich Nokahs Magie zu machen. Natürlich hatte er Recht, dass sie nicht einfach Magie nutzen sollte um Leute von Klippen zu jagen, aber ich musste ihm erst klar machen, dass dies nicht der richtige Ort und Zeitpunkt für diese Standpauke war. Da aber weder Nokah noch er Einsicht für ihre Fehltritte zeigten, kam es dazu dass er sie zum Duell forderte. Ich konnte nicht mehr viel dagegen sagen, als sie dem Kampf zusagte, aber ich konnte die beiden zumindest überzeugen damit bis später zu warten.

Die Göttin Mielikki

So gingen wir dann, mit angespannter Stimmung, weiter. Die geringe Motivation, die aufgebracht werden konnte, galt dem nächsten Schritt und hoffentlich irgendwann unserem Ziel. Vielleicht fanden manche auch Motivation darin einfach vom Feuerfinger zu verschwinden. Während der Reise hörte Romero etwas und genau, wie wir ihn kennen, stürzte er sich sofort in die Richtung des Geräusches. Ich bat Rhovan, der das Geräusch auch vernommen hatte, ihn zu begleiten und aufzupassen. Dies befolgte er sofort und seit langem fühlte ich mal wieder, wie gut es tut, wenn jemand auf einen ordentlichen Befehl hört anstatt ein Theater daraus zu machen.
Beide kamen, nach kurzer Zeit, unverletzt wieder. Romero berichtete, dass sie auf Anhänger einer Göttin namens Mielikki getroffen sind. Diese wollten uns nichts böses, gaben Romero ein paar Tipps und machten sich dann auch wieder auf den Weg. Warum sie da waren, scheinen sie Romero nicht erzählt zu haben. Oder er hat vergessen zu fragen. Beides halte ich für sehr realistisch.

Wir setzten unsere Reise fort. Und langsam kamen wir wieder in den Trott, der schon den Großteil unserer Reise bestimmt hatte. Bee führte uns sicher am Fluss entlang, bis sie eine sichere Stelle fand, an der wir unser Lager aufbauen wollten. Romero machte sich besonders eifrig an den Aufbau seines Zeltes. Er hatte ja noch eine Verabredung mit der Neuankömmling in unserer Gruppe. Mir wäre es nur lieber gewesen, wenn es um ein Abendessen gegangen wäre, als um ein Duell. Aber natürlich lies sich das Ganze nicht vermeiden und damit das Ganze zumindest bei einem Duell um die Ehre bleibt, bin ich dabei geblieben. Als ich dabei war ihnen klar zu machen, dass es hier nicht um Leben oder Tod gehen würde, wurden wir unterbrochen.

Es hörte sich an, als ob mehrere Leute durch den Dschungel wandern würden. Bewaffnet und gerüstet. Als uns klar wurde, dass diese Geräusche sich auf unser Lager zubewegten, entschlossen wir den Kampf auf später zu verschieben und sprinteten auf in Richtung der anderen. Wir waren anscheinend schneller, als was sich auch immer auf uns zu bewegte. Dann kamen wir im Lager an, wo sich die meisten schon auf einen Kampf vorbereiteten. Wir nahmen unsere Positionen ein und warteten auf den Verursacher der Geräusche. Und wie erwartet kamen mehrere „Leute“ aus dem Gebüsch. Oder besser ein Mann und etwas von dem ich mir jetzt noch nicht sicher bin, was es ist.

„So, das sollte für heute reichen. Den Rest schreibe ich, wenn wir mal wieder zur Ruhe kommen… Eine Lösung für die Sache mit Manfred und den Raben muss ich aber bald finden.“

Theophrastus „Theo“ Bombastus

Theophrastus Bombastus, manchmal auch Paracelsus von seinem Meister genannt, war schon immer etwas mehr an den praktischen als den theoretischen Praktiken des Arkanen interessiert. Sein Meister, dessen Geduld über die Jahrzehnte immer weiter wuchs, konnte dies mehr oder minder akzeptieren. Schließlich ist es auch schon viel länger her, dass dieser Besuch oder gar einen Begleiter während seiner täglichen Pflichten an seiner Seite wusste.

Theophrastus bekam die doch langsam brauende Ungeduld seines Meisters jedoch ab und an mit. Dann wollte er diesem auch seine Ruhe lassen und versteckte sich in den hintersten Winkeln des Tempels. Manchmal in den engen Ecken der aus dem Berg gehauenen Hallen und manchmal weit oben auf den Regalen endloser Bücher. Ironischer Weise waren seine Studien genau in diesen Zeiten am effektivsten. Selbst der aufgeweckte Junge wollte anscheinend nie den Zorn seines vermeintlichen Ziehvaters auf sich ziehen und wollte diesen eher beeindrucken.

Und nach langen Nächten, die zu ganzen Tagen dann zu Wochen und schließlich zu Jahren wurden führte dieses Versteckspiel zu einem Verstand, der manchen Gelehrten außerhalb des Nebels gleich kommen kann. Viele Falten auf dem normalerweise detaillosen Gesicht seines Meister entstanden durch diese Aktionen auch, aber anscheinend war das auch alles. Vielleicht ist sein Meister doch nicht so streng, wie er es immer meinte…

Die Studien eines Magiers: Schicksal auf Abwegen (Shield of Light)

Schicksal auf Abwegen

Normalerweise würde ich damit warten, meine Aufzeichnungen zu ergänzen und meine Gedanken zu sortieren. Aber ich habe das Gefühl, dass heute noch einiges geschehen wird bevor ich dann wichtige Details vergesse, habe ich mir gedacht schon einmal mit der Niederschrift zu beginnen. Außerdem erhoffe ich mir etwas Klarheit durch die Rekapitulation, des bisher Geschehenen. Falls ihr, mein Meister, diese Zeilen jemals lesen solltet, möchte ich nur kurz festhalten, dass nicht einmal eure Lehren über die verschiedenen Existenzebenen so verwirrend war, wie die Erkenntnisse, die ich durch meine neuen Freunde gewinne. Aber ich schweife schon wieder ab und ihr habt mir beigebracht, dass es wichtig ist sich auf die wichtigen Punkte zu konzentrieren.

Der Tag fing heute schon sehr außergewöhnlich an. Ich hatte mir eigentlich versprochen, dass unsere kleine Zweckgemeinschaft durch meinen neuen Zauber zu einer Möglichkeit gelangt war, sich komplett von den Gefahren dieses Landes abzuschotten und in Ruhe zumindest die Nächte zur Erholung nutzen kann. Damit scheinen Kräfte in diesem Land oder gar das Land selbst nicht Einverstanden zu sein. Als wir erwachten, warteten nämlich schon ein gutes Dutzend Wölfe auf uns. Die Canis Lupus, die uns dank der arkanen Effekte meines neu erlernten Zaubers nicht hätten wittern können, nahmen uns und jede einzelne unserer Bewegungen dennoch wahr. Wir bereiteten uns schon auf eine Auseinandersetzung vor und als sich meine Magie auflöste, dachten wir, dass sie sich auch sofort auf uns stürzen würden. Allerdings blieb der Angriff aus und die Tiere zogen sich genauso unverhofft, wie sie auftauchten, wieder in den Wald zurück.

Sehr erstaunt, aber mindestens genauso erleichtert, traten wir nun unseren weiteren Weg auf der Suche nach dem Weingut an. Glücklicherweise, hörten wir nach einigen Minuten auch schon ein uns bekanntes Geräusch. Es war Maduin, der mit seinem außergewöhnlichen Gefährt hinter uns auf der Straße fuhr. Als wir dann aufeinander trafen, war die Freude mancher, allerdings auch die nicht so positiven Gefühle anderer, klar spürbar. Maduin selber schien aber nur Verwunderung hervorbringen zu können. Durch eine unglückliche aber auch höchst interessante Kombination von Ereignissen, wusste er nämlich noch nicht, dass Yggdra zurückgekehrt war. Seine Freude wurde durch seine Unwissenheit allerdings nicht gebremst und so rannte er zu Yggdra und umarmte ihn, wie einen Freund, den er jahrelang nicht sehen durfte.

Die Studien eines Magiers
Vater Lucian

Nach der kurzen Begrüßung und einer kleinen Uneinigkeit, mit was für Mitteln des Transportes wir unseren Weg nun gemeinsam fortsetzen wollten, berichtete uns Maduin nun auch von einer persönlichen Queste. Er hatte es sich selber auferlegt, der nächste Heilige dieses Landes zu werden und möchte daher eine Pilgereise unternehmen. Anscheinend hat er in Vallaki auch schon mit Vater Lucian darüber gesprochen, aber dieser konnte ihm nicht die gewünschte Richtung weisen. Allerdings wies er ihm die Richtung nach Krezk, in welcher ein Kollege des Vaters leben soll, welcher anscheinend in der Lage ist, ihn zu leiten. Er erhielt auch einen Brief von Vater Lucian, den er an genau diesen Kollegen überreichen soll. Natürlich bot der Großteil unserer Gruppe ihm unsere Hilfe an, aber diese schien er erst einmal kategorisch abzulehnen. Er will diese Aufgabe unbedingt eigenhändig erledigen und das machte er uns nach mehreren Minuten eines leicht gereizten Gespräches klar. Da unser Weg, den größten Teil der Reise, allerdings der Gleiche ist, stimmte er zu uns bis zu der entscheidenden Kreuzung weiterhin zu begleiten. Was sich später auch als gut durchdacht herausstellen sollte.

Aber als erstes führte uns unser Weg an eine andere Kreuzung. Schnell bemerkte Hara, dass der Wegweiser, welcher Reisende leiten sollte, in Mitleidenschaft gezogen wurde. Unser erster Gedanke war natürlich, dass er durch einen Sturm umgerissen wurde, aber das Fehlen einer Bruchstelle, brachte auf einmal andere Gedanken an’s Tageslicht. Da allerdings nichts zu finden war, dass uns gefährlich hätte werden können, entschieden wir uns den Wegweiser wieder aufzustellen und uns den neu gefundenen Spuren, die nach dem Wegweiser aus der Richtung eines Ortes namens Berez kamen, widmen konnten. Hara und ihre Begleiter kamen uns auch hierbei sehr zur Hilfe, da sie schnell erkennen konnten, dass die Spuren des Humanoiden und der… drei Gehstöcke. Wir wissen auch noch nicht genau, was es damit auf sich hat. Aber das ist auch nicht wichtig. Vor allem, da wir die Spur nach einem Marsch durch das Dickicht nach gut einer Stunde am Fluss verloren haben, den wir am Vormittag erst überquert haben. Wir fühlten unsere Wasservorräte noch einmal auf, ruhten ein paar Minuten und kehrten dann erschöpfter aber nicht weiser zum Ursprung unseres kleines Umweges zurück.

Leider sollte sich herausstellen, dass es mit unseren Anstrengungen an diesem schönen, barovianischen Tag noch nicht vorbei sein sollte. Allerdings habe ich schon eines über meine Begleiter gelernt: Sie können genauso stur sein, wie ich. Zumindest was ihr Durchsetzungsvermögen betrifft, die Schlechtigkeiten und Herausforderungen, die uns Barovia entgegenwirft, nicht nur hinzunehmen, sondern sich ihnen auch zu stellen und sie zu überwinden. Vielleicht ist es auch genau diese Eigenschaft, warum ich mich ihnen so ungewohnt verbunden fühle. Nicht jedem gleich und ich bin offen darüber, dass es auch mehr Fragen in mir aufwirft, als die es beantwortet. Aber ich bin mir sicher, dass wenn ich länger mit meinen neuen Freunden unterwegs bin, Tebaun mir mehr von seinen Traditionen zeigt, Hara mich weiterhin dabei unterstützt zu verstehen, wie mein Handeln die Leute beeinflusst, Maduin mich mit seiner Hingabe weiter insprieren sollte und Arabella mir das Verständnis schenkt, dieses Buch und die Hausarbeit, die mein Meister mir mit diesem auferlegt hat, endlich zu verstehen, dann werden meine Studien davon nur bereichert werden.

Und mit Ihnen zu Reisen, hilft mir eindeutig auch am Leben zu bleiben. Auch das stellte sich wieder schnell heraus, als wir in den nächsten Hinterhalt gerieten. Diesmal waren es drei der Schreckenswölfe, die angeführt von einer vermeintlichen spirituellen Führerin von wahrscheinlich natürlich basierter Magie, uns auf der Straße zum Weingut überfielen. Schnell wurde uns klar, das die Druidin, wie sie auf anderen Ebenen genannt werden würde, die größte Gefahr darstellte. Besonders, da sie die Hälfte unserer Gruppe mit einem Zauber der uns mit Ranken am Boden festsetzte, traf und unsere Kampfkraft damit drastisch verminderte. Zum Glück scheinen uns die Gegner, auf die wir treffen, immer wieder zu unterschätzen. Wegen dieses Fehlers und dem inzwischen doch langsam heranreifenden Geschick unserer Gruppe sich im Kampf zu unterstützen, konnten wir auch dieses Hindernis überwinden. Die Druidin floh und die Wölfe wurden alle besiegt. Weiterhin konnte ich meine praktischen Übungen ausbauen und habe Bekeas Nützlichkeit auch im Kampf beweisen können. Die Verbindung mit ihr ist stabil und unsere Verständigung funktioniert besser, als ich es bei meinem ersten Vertrauten erwartet hätte. Aber ich weiche vom Thema ab…

„So, das sollte erst einmal reichen. Die anderen wollen auch weiter und ich will sie ungern warten lassen. Ach, was erzähle ich da. Ich will nicht warten. Wen wir so weiter machen, kann ich mir noch nicht mal vorstellen, wie schnell meine Forschungen nur noch weitere Fortschritte machen sollen. Wer weiß, vielleicht hat Arabella ja heute Abend Zeit mir das Buch und seine tieferen Bedeutungen zu erklären…

Die Studien eines Magiers (Shield of Light)

Die Studien eines Magiers (Shield of Light)

Ich möchte in diesen Zeilen erklären, warum ich in den folgenden Wochen einen erheblichen Teil meiner Zeit in das Verfassen solcher Erfahrungsberichte stecken werde. Um es kurz zu halten, war dies ein Vorschlag meines Meisters. Durch seine persönlichen Umstände konnte er immer schon nachvollziehen, wie wichtig es ist Aufzeichnungen zu Experimenten und Gedankenspielen zu führen. Deshalb meinte er auch zu mir, dass auch ich in meinem jungen Alter schon anfangen solle, damit ich später, wenn ich mein Lebenswerk zusammenfasse, nichts aus dem Auge verliere und durch fehlende Beweisführungen meine Thesen untergrabe. Diesmal mag es zwar nicht um die Übertragung von Energien in und aus dem Gewebe der Magie anhand von organisch-erzeugten Schwingungen gehen, dennoch ist mir das Geschehene, seine Folgen und das angrenzende Thema, der auf Gefühlen basierenden Interaktion zwischen mehreren Individuen, sehr wichtig. Nicht zuletzt, weil meine Studien in letzter Zeit, trotz praktischer Anwendung, mehr denn je stagnieren und ich mir nicht herleiten kann, warum meine Aufmerksamkeit so geteilt ist. Um diesen Umstand zu ergründen, beginne ich am Besten mit den letzten Tagen.

Nach meinem Gespräch mit Arabella und dem zum Glück verhaltenen Konsum von alkoholischen Genussmitteln, wollte ich mich auch zur Ruhe begeben. Die ersten paar Minuten, funktionierte dies auch. Die aufgerissene Tür meines Nachbarzimmers, half mir allerdings nicht in einen erholsamen Schlaf zu verfallen. Natürlich konnte ich mich nicht davon abhalten dem Ursprung des Aufruhrs nachzugehen. Nach mehreren zufallenden Türen und einer architektonisch fragwürdig aufgebauten Treppe, fand ich heraus, dass Arabella der Verursacher der Unruhe war. Mitten in der Nacht machte sie sich augenscheinlich allein auf den Weg. Mich drängte es ihr zu folgen und meiner vermeintlichen Neugier unterlegen, nahm ich die Verfolgung auf. Schließlich stoppte sie vor dem Haus des Sargmachers. Sie betrat das Haus hektisch und ich folgte ihr. Später erfuhr ich, dass auch ich in diesem Moment von Maduin verfolgt wurde. Ein glücklicher Zufall, wie sich herausstellen sollte.

Die Vampirbrut

Im Haus sah ich dann, wie sie angestrengt nach etwas suchte. Was genau, konnte ich trotz meiner Beobachtung nicht genau ausmachen und sie schien mir auch zu fokussiert, als das ich sie stören hätte wollen. Im Nachhinein, muss ich nun gestehen, dass ich doch etwas hätte sagen sollen. In ihrem wahnhaften Absuchen des Hauses stieß sie nämlich auf die Vampire vor denen uns der Sargmacher gewarnt hat. Diese zögerten auch nicht lange und wollten ihre Chance nutzen Arabella von ihrer Vitae zu befreien. Ich musste schnell handeln, zauberte aus dem arkanen Gewebe meine Rüstung und stimmte mich auf meinen Tanz ein. Da sprang auch schon Maduin an mir vorbei. Keine Sekunde zu früh, da Arabella schon im Begriff war von den Vampiren angefallen zu werden. Diese Biester kletterten an den Wänden und der Decke auf sie zu und fielen sie direkt an. Es entbrannte ein Kampf und ebenso ein Feuer, was sich langsam im Obergeschoss ausbreitete. Drei von Vampiren wurde die ganze Sache zu heiß und sie schafften es gerade so aus durch die Fenster zu entkommen. Für die anderen beiden lief es nicht so positiv. Das sie den Tod durch unsere Magie und Klingen verdient haben, möchte ich nicht bestreiten, aber dennoch war der Anblick als ihr zerrissenes Fleisch von ihren Knochen tropfte etwas, was ich nicht so leicht vergessen kann.

Leider haben allerdings nicht nur diese Untoten unsere Schläge aushalten müssen. Genauso, wie wir sie fällten, schlugen sie auch Arabella bewusstlos. Maduin reagierte schnell, brachte Arabella wieder zu Bewusstsein und nutzte seine Fähigkeiten um das Feuer zu löschen. Während er dies tat, brachte ich Arabella nach draußen. Ich muss gestehen, dass ich etwas die Nerven verloren habe, als ich sie so sah. Aber es ging ihr anscheinend gut. Als Maduin dann dazu kam, entschieden wir uns zum Gasthaus zurück zu kehren, die anderen zu holen und die Nacht in der Kirche zu verbringen. Dort kamen wir dann ohne weitere Zwischenfälle an, auch wenn Hara nicht sehr erfreut darüber war, dass wir mit dieser Aktion unsere Leben riskierten. Jetzt waren wir aber an einem sicheren Ort, was jeden von uns ungemein beruhigte. Zumindest bis wir die Menschenmassen in der Kirche erblickten. Verständlicher Weise, wollte jeder sich einen sicheren Platz in der Kirche sichern, was aber dazu führte, dass wir uns trotz der Müdigkeit nach dem Kampf nicht wirklich entspannen oder gar erholen konnten. Außer Maduin, der sich anscheinend im Vorhinein ein Einzelzimmer gesichert hatte.

Da einige von uns noch etwas Ruhe nach dem gestrigen Tag benötigten, meine Wenigkeit eingeschlossen, gingen am nächsten Tag wieder in’s Gasthaus. Der fehlende Schlaf war aber nicht alles, was mich fertig machte. Die gesamte letzte Nacht musste ich auch darüber nachdenken, warum ich teilweise unlogisch und ineffizient gehandelt habe. Ich blieb bei dem Gedanken hängen, dass es etwas mit dem neu gewonnen Kontakten in der Gruppe zu tun haben musste. Da ich kein Experte auf diesem Gebiet bin, zog ich den Rat der erfahrensten und umgänglichsten Person, die ich kenne, hinzu. Hara willigte auch ein mir einige Fragen zu beantworten. Und so führten wir Diskurs über das Gefühle und wie sie jemanden beeinflussen. Dabei erfuhr ich, dass meine ursprüngliche Wahl, für jemanden der mir beim Verstehen dieses Fachgebietes bei Seite stehen kann, gar nicht so falsch war. Zwar versteht sich Hara auf die Gefühle der Leute, aber jemand wie Arabella, die ihre Gefühle auslebt, scheint jemand zu sein, von dem man am besten lernen kann. Die Frage ist nur, wann ich sie auf das Buch ansprechen und die ersten Studien einleiten kann. Im Moment scheint sie durch Yggdras Verschwinden sehr abgelenkt zu sein.

Hara verlies dann auch mein Zimmer und ich konnte mich endlich etwas ausruhen. Während ich meinen Geist zur Ruhe bettete, schmiedeten die anderen aber schon ihre nächsten Pläne. Sie wollten mehr über die Vampire und ihr Versteck herausfinden, weshalb sie sich nach einiger Zeit dann aufmachten um dem Eigentum des Sargmachers einen weiteren Besuch abzustatten. Hara und Maduin brachen allerdings ohne Arabella auf. Diese scheint meiner Bitte vom Vorabend, NICHT alleine aufzubrechen, nicht nachkommen zu wollen… Da ist es schon wieder. Dieses Gefühl… Egal. Da ich nicht all zu lange nach der Abreise der anderen aufwachte, konnte ich sie durch meine schnellen Füße und einer erstaunlich präzisen Angabe über die Pläne und den Aufenthaltsort der Gruppe am Haus erreichen und ihnen bei der Untersuchung zur Seite stehen. Zu meinem Bedauern fanden wir die Leiche des Jungen von der Kirche. Maduin hatte schon befürchtet, dass ihm etwas zugestoßen ist, seitdem er von dessen Verschwinden erfuhr. Leider waren, dass aber auch alle Erkenntnisse, die wir bei unserer Untersuchung gewinnen konnten. Zumindest, was das Haus betrifft. Wie auch immer ihm dies bisher entging, gelang Maduin heute erst zu der ErkenntnisVallaki scheint eine wirklich gefährliche Stadt zu sein. Und Arabella eilte gerade allein durch diese Straßen…

„Und schon wieder bildet sich dieser Druck in meinem Brustkorb. Ich sollte vielleicht eine kleine Pause einlegen und den Rest beim nächsten Mal zu Papier bringen.“

Das Tagebuch eines Soldaten (Raven Guard)

So nah, aber noch so fern

Erstmal wieder nach oben! Das war mein erster und einziger Gedanke, als ich den Kamin, den wir schon mal hinaufgeklettert waren, nun wieder von unten bestaunen durfte. Ich will mich ja nicht beschweren. Oder zumindest sollte ich anfangen mich weniger zu beschweren… Zumindest leben wir noch. Also Romero und ich. Bee konnte ich ja mit einem Ruck noch zum Vorsprung schleudern. Etwas schuldig ist sie mir auf jeden Fall. Wobei… dann wäre ich auch Xandala etwas schuldig…

Um zurück zum Thema zu kommen. Romero und ich waren also am erneuten Erklimmen des „Feuerfingers“, als wir irgendwann Kampfgeräusche hörten. Uns war klar, dass es unsere Freunde und noch mehr dieser fliegenden Biester sein mussten, die sich dort oben bekämpften. Wir eilten nach oben, nur um festzustellen, dass die anderen kurzen Prozess mit den Angreifern machen konnten. Ich war ganz froh darüber, da ich immer einen Schock bekomme, wenn die anderen ohne mich kämpfen müssen. Allerdings konnte auch diesmal Bee mit der Unterstützung der anderen den Tag retten. Und die Biester, die sie anfielen, wirkten auch nicht wie die stärksten Kämpfer ihres Volkes…

Das Tagebuch eines Soldaten

Als wir also wieder vollzählig waren, entschieden wir uns weiter zu gehen. Weit kamen wir nicht, da der Turm wesentlich höher als breit ist, aber das heißt nicht, dass wir nichts gefunden haben. Ganz im Gegenteil. Wir fanden einen Gefangenen, welchen wir natürlich auch gleich befreiten. Auch wenn ich sagen muss, dass ich mir im ersten Moment nicht sicher war, ob dies die richtige Entscheidung war, da sein Äußeres, zumindest im ersten Moment, doch sehr an die fliegenden Reptilien erinnerte. Nach kurzer Zeit, stachen seine Federn und vor allem seine recht freundlich wirkende Art heraus und so konnten wir uns nach einem kurzen Gespräch mit ihm auch schon wieder von ihm trennen. Er wollte anscheinend schnell zu seiner Familie zurück, was ich sehr gut verstehen kann und lud uns noch ein, ihn und seine Familie einmal zu besuchen.

Da wir allerdings unter Zeitdruck stehen, vor allem Bee und ich, mussten wir leider erst einmal ablehnen und unsere Reise fortsetzen. Wir suchten den Rest der neuen Ebene ab, bis wir schließlich wieder auf einen Kamin gestoßen sind. Da dieser etwas höher war, als die vorherigen kletterten erst einmal die vor, die sich sicher waren dass sie den Aufstieg schaffen würden. Bee und ich kletterten vor und riefen den anderen zu, dass wir ihnen ein Seil runterlassen würden, sobald wir oben sind. Aus diesem Plan sollte aber nichts werden, da wir oben schon von mehreren Echsen erwartet wurden. Ich verstehe nicht, wie immer noch so viele von diesen Kreaturen hier existieren können, aber das ist ein Frage über die sich Philosophen und nicht Krieger den Kopf zerbrechen sollen. Philosophen, die nicht gerade von Speeren und Schnäbeln gefoltert werden.

Lange hielt es Bee da oben nicht aus und deshalb kletterten wir wieder nach unten. Oder besser: Ich kletterte nach unten, da Bee warum auch immer nicht nach unten wollte. Das nutzten die Echsen aus und fingen an uns und vor allem Bee mit ihren Speeren zu bewerfen. Wenn ich nur dran denke, würde ich den Biestern gerne ihre eigenen Waffen zurückwerfen und sie damit quälen, genauso wie sie es mit Bee gemacht haben. Aber Wut bringt uns jetzt nicht weiter. Schließlich geht es allen auch noch entsprechend gut. Auch wenn Nim seine Kräfte ziemlich ausschöpfen musste, damit Bee geheilt werden konnte. Ich bin froh, dass wir einen verlässlichen Freund wie ihn gewonnen haben. Auch wenn seine Methoden der Diplomatie in diesem Land vergeudet sind.

Jetzt sitzen wir also hier und warten. Warten darauf, dass der Hagel von Speeren aufhört. Warten darauf, dass sich die Nacht über uns legt. Und warten darauf, dass sich unsere Kräfte vielleicht wieder etwas erholen können…

Und ich warte darauf, dass diese Federviecher mir auch mal zur Hilfe kommen. Sie kreisen doch eh über uns und wollen etwas von mir…

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