Die unerträgliche Leichtigkeit (Legion of the Trusted)
Die zerstörte Brücke ließ die Streiter einen Moment in Ratlosigkeit verharren…
Lyari wirkte auf eine sonderbare Weise abwesend und entfernte sich schon bald zielstrebig in Richtung eines nahegelegen Wäldchens. Die Gruppe folgte ihm skeptisch in einigem Abstand. Alle waren sichtlich überrascht, als der Elf in einer Grube aus Blättern und Astwerk zu graben begann. Es dauerte keine Pfeifenlänge bis er die Leichen der zwei vermissten Späher freilegte…
Die Untersuchung der beiden Leichen ergab, dass diese scheinbar während eines Kampfes vor etwa 2 bis 3 Wochen von Stich- und Klingenwaffen schwer verwundet und schließlich tödlich verletzt wurden. Sie waren vollständig geplündert und trugen bis auf Ihre Wappenröcke und ihre Stiefel keinerlei persönliches Hab und Gut bei sich. Damil förderte dennoch einen versteckten Brief einer geliebten aus Orkfels aus einem der Stiefel zu Tage, der allerdings keinerlei neue Erkenntnisse preisgab. Es war abermals Damil, dem Schleifspuren auffielen, die von der Brücke bis zum Versteck der Toten führten. Seltsam daran war jedoch, dass die Schleifspur der zweiten Leiche erst mitten auf dem Weg ihren Anfang nahm, ohne dass die Gruppe herausfinden konnte, wie es dazu gekommen sein mochte. Vielleicht hatte Einer den Anderen hinter sich hergezogen und ist dann selbst zusammengebrochen. Doch wer hatte die Beiden dann verscharrt, ohne selbst Spuren zu hinterlassen?
Während Lyari sich inmitten der Bäume in eine Art Trance versetzte und Rift in Tiergestalt tiefer in das Wäldchen vordrang, machten sich Damil und Xhorgul daran die Brücke zu reparieren. Mehrere gezielte Würfe waren nötig um den Wurfanker an der richtigen Stelle zu verkeilen. Gemeinsam zogen sie die beschädigte Holzbrücke nach oben und verknoteten die Enden mit einem weiteren Seil… Die Überquerung der Brücke sollte nun trotz fehlender oder zerborstener Blanken ohne Reittiere gefahrlos möglich sein.
Rift machte im Unterholz eine humanoide Pflanzengestalt aus und näherte sich ihr vorsichtig in Tiergestalt. Das Wesen antwortete seine Fragen, die er auf sylvan an die Hecke richtete, in elfischer Sprache und berichtete von „fehlgeleiteten“ Wesen, welche die Späher getötet hätten. Was sich auf der nördlichen Seite des Flusses abgespielt habe, könne es nicht sagen, da dies nicht seine Heimat sei.
Die Gruppe bestehend aus Damil, Rift und Xhorgul überquerte die Behelfsbrücke und drang auf einem schmalen Pfad in den dichten wilden Wald vor. Lyari blieb mit Asconion zunächst zurück, um die beschädigten Brückenteile ausbessern, um den Gefährten später zusammen mit den Reittieren zu folgen.
Umgestürzte und abermals bewachsenen Bäume, wild wucherndes Astwerk und dichter Bewuchs säumte den Weg und bis auf den vereinzelten, grummelnden Widerstand des Zwergen, der sich offensichtlich in dieser Umgebung nicht wohlfühlte, kam die Gruppe gut voran.
Nach einer Übernachtung in den Tiefen des Waldes suchte und fand der Pfad schließlich die Nähe zum Fluss, sodass sie ihre Reise am nächsten Tag mit einer klaren Orientierung flussaufwärts fortsetzten. Ausgerechnet Xhorgul, der seinen Blick meist stur auf den Pfad direkt vor sich gerichtet hatte, erspähte eine hölzerne Plattform im Geäst, von welcher man den Pfad sehr gut überwachen konnte. Diese war jedoch verlassen und schien seit längerer Zeit nicht mehr genutzt worden zu sein…
Am späten Nachmittag wurden sie von Lyari eingeholt und schließlich erreichten sie die Siedlung “Dreistein”. Eine gut tausend Schritt entfernte und etwa 15 Meter hohe Felskante zerteilte Wald und Fluss gleichermaßen. Der Fluss trieb das Rad einer Mühle an, stürzte danach in die Tiefe und sammelte sich am Fuß der Kante in einem See, der von einigen zeltartigen Hütten und einer Hand voll Holzbauten umringt wurde. Eine reichlich verzierte, solide gearbeitete hölzerne Brücke ermöglichte den Übergang.
Der Anblick pfeiferauchender Dorfbewohner, spielender Kinder und des ruhig daliegende Sees im Sonnenuntergang ließ weder auf eine erhöhte Wachsamkeit, noch auf eine sofortige Waffenbereitschaft schließen – vielmehr glich das Dorf einer friedlichen Idylle!
Das Misstrauen der Gruppe wurde durch einen Oger geweckt, der sich nach einem Gespräch von der Mühle aus ihrem Sichtfeld bewegte… Der Dorfschulze begrüßte die Gruppe überraschend gastfreundlich und erklärte sich nachdem sie ihm das Schreiben des Kommandanten gezeigt hatten sogar bereit, den Dorfrat zusammenzurufen, um all Fragen der Gruppe zu beantworten…
Er oder vielmehr seine Frau bat die Abenteurer zudem um Hilfe. Ihr Sohn sei seit einiger Zeit krank und rede im Schlaf, als sei er von fremden Seelen besessen. Weder Heilkünste, Gebete oder Zauber bestätigten diese Vermutungen. Rift verbrachte einige Zeit mit dem Jungen und vermutete, dass der Junge Irgendetwas gesehen oder gehört haben musste, dass ihn nachhaltig verstört hatte und er der Gruppe und seiner Familie deshalb Lügen aufgetischt hatte… Man nahm sich vor, ihn am nächsten Morgen nochmals zur Rede zu stellen…
Sie erfuhren von einem einzigen Schrein, der sich auf der anderen Seite des Sees befinden solle. Dieser war einem eher selten verehrten Gott Hoar geweiht. Glücklicherweise fand Xhorgul einen kurzen Eintrag in seinem Nachschlagewerk über Riten und Religionen Faeruns. Die dortigen Aufzeichungen warfen jedoch mehr Fragen auf, als sie beantworteten.. Hoar war demnach ein Patron, der auf Unrecht unmittelbare und harte Vergeltung forderte. Er steht angeblich auch jenen bei, die ihre gerechte Rache verfolgen… all dies schien irgendwie weder zum Dorf, noch zu seinen Bewohnern zu passen, doch die Bewohner antworteten aufgeschlossen und offen auf die skeptischen Zweifel.
Es dauerte Stunden bis sich alle Mitglieder des Dorfrates eingefunden hatten. Jäger, Schmied, Fischer… Alle waren sie nach und nach gekommen.
Rift hatte forderte die Bewohner von Dreifels auf, die aufgrund der Belagerung ausgefallene Edelsteinlieferung an die Feste Orkfels möglichst schnell nachzuholen… Der Dorfrat stellte jedoch fest, dass dies zunächst mehrere Tage Arbeit in den Mienen bedeuten würde. Während der Belagerung wurde der Abbau scheinbar eingestellt… Angeblich, da man sich in dieser Zeit auf die Sicherung des Dorfes hätte konzentrieren müssen. Die Gefährten blieben skeptisch und es machte verbreitete sich der Eindruck, dass dies als Vorwand für eine längere erholsame Auszeit verwendet wurde. Die Tatsache, dass eine Monatslieferung nur wenige Tage der Arbeit bedurfte, bestätigte ihre Vermutung, dass man hier Arbeit und Pflichterfüllung nicht gerade mit Feuereifer nachging.
Xhorgul bat den Dorfrat darum, den Minen mit eigenen Augen einen Besuch abzustatten zu dürfen. Die Besichtigung wurde für den nächsten Tag vereinbart. Der bei dieser Gelegenheit eingesetzte Kristall des wahren Blickes brachte keine Erkenntnisse. Alles schien so zu sein, wie es die Gruppe sah…
Angesprochen auf den Oger, der von den Bewohnern „Amar“ genannt wurde, war die Runde erstaunt über das Misstrauen. Man habe sich mit Amar bereits vor langer Zeit auf eine friedliche Handelsbeziehung geeinigt und tausche in größeren Abständen Waren und Nahrung.
Dem Glauben an ihren Gott Hoar schienen die Bewohner mit der gleichen, fast nachlässigen Trägheit zu verfolgen, wie ihren sonstigen Aufgaben. Der Hüter des Schreins hatte zwar unter Anderem die Aufgabe Unrecht anzuklagen… Entscheidungen wurden allerdings gemeinsam im Dorfrat gefällt.
Die Erkundigungen nach dem vermissten Späher der Feste ließen vermuten, dass dieser hier vor einigen Wochen nach einem nächtlichen Rundgang einfach nicht mehr aufgetaucht war. Jegliche Anstrengungen der Suche durch die Dorfbewohner waren fehlgeschlagen. … Wie viele Späher hatte er kein Spuren hinterlassen…
Der Fels in der Brandung (The Legion of the Trusted)
…und so erreichten sie an der Seite des Händlers die Festung Orkfels. Schon aus der Ferne waren die Überreste einer kürzlich stattgefundenen Schlacht oder auch Belagerung auszumachen. Verheerte Felder, zerstörte Gebäude, abgeholzten Wälder und viele Krähen die sich wie üblich nach einer großen Schlacht ihren Anteil aus den Überresten holten. Die Festung welche aus der Entfernung wenig beeindruckend wirkte, schien die ganze Sache recht gut überstanden zu haben. Ein paar Treffer, die die Verteidigungsanlagen wie Ballisten und Katapulte auf den Türmen zerstört hatten und hier und da ein paar Risse in der Mauer. Im näheren Bereich der Festung waren Bautrupps und Bauern sowie einige Aufräumtrupps mit dem Wiederaufbau beschäftigt, alles unter den Wachsamen Augen der Soldaten von Orkfels.
Nach dem man sich vergewissert hatte das von der kleinen Karawane und ihren Beschützern keine Gefahr ausging wurden sie sogleich zu den Kasernen und Lagerräumen geführt um die erwarteten Güter abzuladen und sich von den Strapazen zu erholen. Nolan der Hauptmann der Soldaten begleitete sie dabei und regelte alles, auch war er an dem Verlauf des Hinterhalts sehr interessiert. Er schien sehr erfreut zu sein ein paar neue ‚gute Männer‘ in Orkfels zu haben. Woraufhin er ein Treffen mit dem Kommandanten Galen Horak arrangierte in dessen Verlauf man sich nochmal bei den Abenteurern bedankte, eine unerwartete und sehr gute Belohnung überreicht wurde und dabei nochmal darauf hin gewiesen wurdedas man ein paar gute Männer gerade sehr gut gebrauchen könnte.
So verbrachte man den Rest des Tages damit die Festung zu erkunden und Informationen zu sammeln.Wie Xhorghul und die anderen schnell bemerkten waren Zwerge in der Festung, gelinde gesagt, nicht gern gesehen. Nur einmal in der langen Geschichte von Orkfels gelang es den alle paar Jahre gegen die Festung brandenden Orkarmeen diese einzunehmen. Diese Niederlage ist ein paar Zwergen zuzuschreiben die zu jener Zeit die vordere Mauer unterminierten und so zum Einsturz brachten. Nach der Rückeroberung wurde das fehlende Stück Mauer mit einer riesigen 14m durchmesenden und 2m dicken mit Bildern der Rückeroberungsschlacht verzierten Bronzescheibe ersetzt, welche für alle eine stete Erinnerung an den Verrat der Zwerge zu sein scheint.
In der Taverne „Zum Löwenmaul“ ließ man den Tag dann „wie gewohnt“ ausklingen. Am nächsten Tag traf man sich schon früh um die Auslagen der hiesigen Händler zu begutachten.
Orkfels
Schirmherrschaft von: Tiefwasser und Lautwasser
Festungshauptmann: Galen Horak
Hauptmann der Truppe: Nolan
Kadermagier: Zorak
Botschafter/Adel aus Loudwater: Nilvar Atrin (Herrscherfamilie aus Loudwater)
Priesterschaft: Tempel des Helm (Oberster Kolm und Anwärter Marik)
Tavernen: „Löwenmaul“ und „Zum Kohlmann“
Handel:
Stallmeisterin: Morina
Schmied: Goram
Bogner: Rolf
und diverse Gemischtwarenhändler.
Bei einem erneuten Treffen mit dem Kommandanten Galen und Hauptmann Nolan erklärte man sich bereit gegen eine entsprechende Bezahlung Orkfels mit Rat und Tat beizustehen. So erhielten sie den Auftrag in einen kleinen Weiler namens „Dreistein“ nach dem Rechten zu schauen und dem verschwinden einiger dort hin entsandter Späher auf den Grund zu gehen. Normalerweise evakuierten alle umliegenden Weiler und Dörfer in die Festung wenn eine Orkinvasion bevorstand, doch Dreistein entschied sich erstmals dagegen. Die vielleicht 50-60 Personen umfassende Gemeinde wäre so ihrem Untergang geweiht, doch sie ließen sich nicht umstimmen. Nach der Schlacht hatte man 2 weitere Späher geschickt um nach zu sehen wie es ihnen ergangen war doch diese waren seit über zwei Wochen überfällig. Also wurden die Vorräte aufgestockt und man machte sich alsbald auf den Weg. Als sie nach eineinhalb Tagen die von den Orks zerstörte Brücke erreichten welche die Pioniere von Orkfels nach der Schlacht behelfsmäßig durch eine Hängebrücke ersetzt hatten, stellten sie fest das auch diese anscheinend schon wieder zerstört worden war. Während alle vor dem Abgrund standen darüber sannen wie es nun weiter gehen sollte, geschah etwas seltsames mit Lyari, er schien sich an diesen Ort zu erinnern, der Geruch schien im bekannt wie aus einer Kindheitserinnerung, auch das Rauschen des Flusses welches nach oben schalte alles schien irgendwie vertraut, ein Dejavu?
Und doch viel zu real, er ließ sich von den Eindrücken führen und wusste das nur einige Meter im Wald abseits des Weges den sie gekommen waren, etwas versteckt lag. Alle wunderten sich über das Verhalten des Elfen und die Verwunderung wurde noch größer als er sie zu einer Stelle führte wo sie gut versteckt, da halb vergraben, zwei Leichen fanden.
Nachdem sich die Gruppe von ihrem langen Abend erholt hatte, ging es weiter des Weges, der sie um Lorkh herumführen würde. Über das Gebiet in welches sie sich nun begaben war nur wenig bekannt, es war zum größten Teil wildes und wenig erforschtes Land. Am zweiten Tag gegen Nachmittag sahen sie schon aus der Ferne zwei große Wagen auf sie zu kommen solche die üblicherweise von Handelskarawanen benutzt wurden. Eine verlockende Beute für jedermann hier im Niemandsland. Als man näher kam wurden Waffen bereit gemacht bei den drei Begleitern der Wagen, allerdings wirkten diese dennoch nicht bedrohlich. Die Gruppe entschloss sich ihnen nicht feindlich gesinnt zu sein begrüßte sie freundlich. Wie sich herausstellte war es ein Händler namens Meibfilio aus Tiefwasser der mit seinen beiden Gehilfen Tardil und Halrin und seinem Hab und Gut auf dem Weg nach Orkfels war, einer Festung im „Wilden Grenzland“ die gerade eine Orkinvasion überstanden hatte. Allerdings kamen sie nicht bis hin, sie wurden unterwegs von Goblins überfallen und mussten fliehen. Bei diesem Überfall mussten sie ihre drei Karawanenwächter zurücklassen. Der Händler würde sich nicht wagen die Strecke ohne ausreichend Schutz noch einmal anzugehen. Nun denn, ausgeruht waren alle genug und ein wenig „Arbeit“ würde nicht Schaden dachten sich die Helden und vereinbarten mit dem Händler ihn nach Orkfels zu begleiten, wobei auch eine zugesagte Bezahlung hilfreich war. Man versuchte so viel wie möglich über den Überfall von dem Händler in Erfahrung zu bringen um sich auf einen neuen Überfall vorzubereiten. Letztlich war man zuversichtlich das es den paar Goblins diesmal, sollten sie es wieder wagen sie anzugreifen, schlecht ergehen würde. Als sie Stelle erreichten wo der Überfall das letzte Mal stattgefunden hatte, welcher für einen Hinterhalt übrigens prädestiniert zu sein schien, geschah nichts. So reiste man etwas erleichtert aber dennoch wachsam weiter und sann dem Ende der Reise entgegen. Später am Tag als sie sich auf einer der vielen Lichtungen befanden, geschah es dann. Wie aus dem Nichts kamen aus allen Richtungen Goblin-Worgreiter auf sie zu gestürmt, und wie sich herausstellte war auch ihr Orkanführer auf der Lichtung und eröffnete sofort mit seinem Bogen das Feuer auf die Handelskarawane.
Jetzt war Eile geboten, Waffen wurden bereit gemacht, Zauber gewirkt und Ziele und mögliche Vorgehensweise durchdacht. Nach dem ersten aufeinandertreffen der Worgreiter mit Karawane hatte ein Worg einen Pfeil von Lyari im Hals stecken und Meibfilio, der den ersten Wagen bis dahin steuerte, zwei Kurzspeere im Körper. Die Pferde scheuten, die Wagen kamen vom Weg ab, eine Flucht würde somit nicht mehr möglich sein. Asconion hatte sie entschlossen hinten vom letzten Wagen zu springen um nicht unter einem vielleicht verunglückenden Wagen begraben zu werden. Sah sich nun aber mehr oder weniger allein, drei sich ihm schnell nähernden Worgreiter gegenüber. So teilte sich der Kampf auf zwei Schauplätze auf, im vorderen Teil der Lichtung kämpften Damil, Xorghul und Lyari mit drei Worgreitern und dessen Anführer einem Orkbarbar. Im hinteren Teil stand Asconion allein auf weiter Flur gegen drei Worgreiter. Rift hatte schnell erkannt das hier Hilfe von Nöten war und tat was er konnte ohne zu sehr mit seinem Geissen in Konflikt zu kommen, schliesslich verabscheute er Gewalt. Erst verlangsamte der die Feinde mit einem Zauber um glich darauf zwei Braunbären herbeizurufen die sich schützend vor Asconion stellten. Im vorderen Teil war der Ansturm schnell zum erliegen gekommen und es war abzusehen das die Worgreiter und ihr Anführer hier würden nicht Siegen können. Die beiden Bären schlugen sich hervorragend und so gelang es Aconion sich auch mit Hilfe eines Unsichtbarkeitszaubers aus dem direkten Gefahrengebiet zurückzuziehen um dann den Worgreitern mit einem Feuerball den gar aus zu machen. Der Kampf war schnell vorüber, ein Goblin konnte lebend gefangen werden, die Verletzten wurden versorgt, die Wagen wieder auf den Weg gebracht und natürlich sämtliche Wertsachen eingesammelt. Auch Meibfilio hatte überlebt und mit Hilfe von Heilungsmagie war auch er schnell wieder Reisebereit. Nach kurzem verschnaufen setzte sich die kleine Karawane wieder Richtung Orkfels in Bewegung.
Nachdem die Dorfbewohner die am Ritual teilgenommen hatten und auch Lyari das Bewusstsein wiedererlangten wurde klar das das Ritual zumindest bei denen die weiterleben wollten funktioniert hatte. Alle fühlten sich besser also auch irgendwie jünger. In den nächsten Tagen wurden dann Reisevorbereitungen getroffen. Die Gefährten wollte sich aufmachen und sehen ob man eventuell mehr Glück bei der Suche nach dem Zwergenartefakt hatte als ein ganzes Zwergenreich mit nahezu unbegrenzten Ressourcen. Nachdem klar wurde wie weit man würde Reisen müssen entschied man sich aus den Überresten der Wagen der Händler sich zwei Wagen zu zimmern.
Auf Grund einer Abmachung Xhorguls mit den Abgesandten aus Adbar warteten alle, mehr oder weniger entspannt, noch 4 Tage. Es ging um eine Nachricht vom Rat in Adbar wie mit dem entdeckten Thron umgegangen werden soll. Nach erhalt der Nachricht wurde der Thronraum von Xorghul versiegelt auf das er erst wieder von den Gesandten aus Adbar geöffnet werden würde.
Jetzt wollten aber alle los. Rift bemühte sich völlig selbstlos zu helfen wo es nur ging und war froh noch einige der ehemaligen Bewohner wieder in Richtung ihrer alten Heimat mit auf die Reise nehmen zu können.
Kurz vor Aufbruch versammelten sich noch einmal alle um sich ein letztes mal bei ihren Rettern zu bedanken und ihnen einen Beutel mit Gold zu überreichen welches sie alle zusammengetragen hatten. Rift nahm dieses großzügige Geschenk natürlich nicht an.
Fünf Wochen bis nach Dolchfurt. Genug Zeit sich einmal besser kennen zu lernen. Kurz vor Dolchfurt verabschiedete man die drei Gäste mit etwas Gold als kleine Starthilfe ihn ihr neues Leben. In Dolchfurt wurden dann die Vorräte aufgestockt, mal wieder gut gegessen, gebadet, und sich die Stadt wenigsten mal kurz angesehen.
Weitere fünf Wochen würden nun wieder vor ihnen liegen allerdings lag schon auf der hälfte der Strecke die nächste größere Stadt Loudwater. Unterwegs versuchte man nun etwas mehr über die Gegend in der sie sich befanden und die Gegend in die sie reisten in Erfahrung zu bringen. Über diesen Teil Faeruns war nicht viel bekannt er war nur bekannt unter dem Namen „Das wilde Grenzland“. Nachdem sie Loudwater verlassen hatten war nun die Stadt Llorkh ihr nächstes Ziel. Von dort aus würde es nur noch durch Wildnis weitergehen. Schon in Loudwater hatte man mitbekommen das es sich bei Llorkh nicht unbedingt um ein besonders netten Ort handelte.
So versuchte man die ja doch dröge Reisezeit zu nutzen und versuchte, allen voran Rift etwas mehr über Llorkh herauszufinden. Rift verschwand nun des Öfteren einen ganzen Tag und stieß erst am Abend wieder zu der Reisegesellschaft um mitzuteilen was er in Erfahrung gebracht hatte. Aber auch der Rest hatte erfolgreich versucht von unterwegs Angetroffenen Informationen zu erhalten. So verdichtet sich nun mit näher kommen an Llhork die Hinweise das dieser Ort von einer Gruppierung namens Zhentarim beherrscht wurde. Diese Gruppierung schien zu versuchen ihren Einflussbereich ständig zu erweitern. Hauptsächlich mit Ränkespielen und einer eher „aggressiven Diplomatie“ und nur im letzten Schritt mit militärischen Mitteln.
In Llorkh herrscht die Obrigkeit mit Willkür auch wenn sie es stets nach außen so aussehen lässt das alles rechtens ist. Gekaufte Richter, falsche Zeugen, verschwundene Beweise. Hat man gehört, niemand würde das in Gegenwart von fremden Reisenden selbst behaupten, versteht sich. In diesem Zusammenhang wurde dann meist auch erwähnt das es ein sehr ausgedehntes Spionagenetzwerk gibt, natürlich hatte man das auch nur irgendwo gehört.
So entschied man sich Llorkh zu meiden und einen der anscheinend vielen Wege um die Stadt herum zu nehmen um nicht aus versehen in den Fokus der Zhentarim zu gelangen.
In einem kleinen Weiler unweit des größten Umgehungsweges kehrte man in das dortige Gasthaus ein um noch mal zu resümieren, weitere Informationen über den weiteren Weg und Land und Leute zu erhalten und das weitere vorgehen zu planen. Im laufe des Abends entbrannten dann wilde Diskussionen, tiefgehende Gespräche und auch das eine oder andere Bier wurde getrunken. Damil dem die Gespräche über Magie und Philosophie nur am Rande interessierten freundete sich mit Unterstützung des einen oder anderen alkoholischen Getränks mit ein paar Einheimischen an und erfuhr mit seiner arglosen, offen Art noch einiges Neues über eine wichtige Gruppierung im wilden Grenzland.
Fazit am nächsten Morgen war: Llorkh wolle man erst später befreien. Man würde sich dafür wohl doch noch ein paar Verbündete suchen müssen.
Damil bemühte sich in aller Freundlichkeit klar zu machen welche Strapazen sie erlitten hatten und erhandelte so etwas Gnade von der alten Hexe. Gemeinsam machte sich die Truppe auf in die, von Turmtrümmern am Dachstuhl getroffene, Taverne. Diese ward gänzlich leer bis auf ein einziges Zimmer welches von Pater Faustos in Anspruch genommen wurde. Torben wachte bei Ihm und pflegte den halb toten Diener Azuths so gut es ihm sein Wissen ermöglichte.
Die Gruppe macht sich in einem großen Gemeinschaftszimmer breit und nutze den daran angeschlossenen Raum noch mit für ihre Rast. Sie waren bis auf Fenner alle sehr erschöpft und trotz Ihrer magischen diversen Utensilien und Helferlein von den letzten Tagen gezeichnet. Fenner ging noch einmal herunter und holte etwas zu Essen, während Lyari die Kreisch-Falle aufstellte. Den großen Sack mit allerlei Gegenständen bewachte Xhorgul und die Gefährten einigten sich, unter anfänglichem Protest von Asconion, diesen am nächsten Tag eines genaueren Blickes zu würdigen.
So verbrachten sie die Nacht unter den wachsamen Augen von Fenner und Lyari, welche sich die erste und zweite Wache teilten, da sie naturgemäß mit etwas weniger Schlaf auskamen.
Am nächsten Morgen wachte Fenner als erstes auf – Er musste raus, dringend. Sein Druidenherz pochte und er brauchte Abstand zu dieser Ansammlung von Individuen. Er verwarf den Plan sich im Haus zu waschen und begab sich auf die Suche nach einer größeren Menge von Wasser als in diesem jämmerlichen Waschzuber. Draußen fand er sehr zu seinem bedauern auch nur eine größere Regentonne. Als er sich erkundigen wollte wo er den hier mehr Wasser finden würde traf er Asconion im Wirtsraum, welcher sich an einem frisch gedeckten Tisch mit einiger Auswahl befand. Nach einem eher wortkargen Gespräch, einer Information durch Torben und einem Wäschebeutel mehr war er kurzer Hand auf in Richtung Süden, zu einem 1,5 Meilen entfernten Ausläufer des Chionthar.
Asconion speiste munter weiter, ein guter Morgen! Nach dem Aufstehen suchte er sich etwas Kleidung welche er auch im Keller bei Lyari fand. Der Elf stand kniehoch in den Resten des verlassenen Krimskrams am Ende der Leiter und sortierte fleißig Holz, Kleidung und möglicherweise Nützliches und nun hatter er sogar jemanden der seine alte Wäsche wusch, herrlich.
Damil ging der Weil der gleichen Beschäftigung nach waschen, Kleidung suchen und sich endlich wieder etwas gepflegt fühlen. Beim Betreten der Küche fand er Torben und Gretchen vor welche dabei waren Frühstück für das Dorf zuzubereiten. In einem kurzen Gespräch realisierte er wie schwer die vergangenen Tage, wer weiß für sie wahrscheinlich Monate, Gretchen auf der Seele lagen. Als er die Küche wieder verließ weinte sie in Torbens Armen. Das Vergangene war für sie kaum zu ertragen und merklich schwer zu verkraften. Auch er brauchte frische Luft und half nach einiger Zeit Faeyren und Aarond die des Morgens im Wald jagen waren ihre Beute fachgerecht zu enthäuten und weiter zu verarbeiten. Wie er so an einer der Hütten die Beute der Waldläufer verarbeitete sah er den Zwergenkleriker in Richtung der Dorfesse marschieren, In Gedanken vertieft schien er sich auch frisch ans Werk machen zu wollen um sich wie so oft beim Schmieden in seine heiligen Verse zu versenken und gleichzeitig dem so stark geschundenen Dorf nach Kräften zu helfen.
Asconion suchte nach seinem opulenten Mahl Camilla auf, welche er in einem der anderen Häuser vorfand. Sie schien hier Quartier bezogen zu haben und saß an einem Sekretär über einigen Dokumenten. Nach kurzem Gespräch sicherte sie im zu am Nachmittag eher einen Kopf für Ihn zu haben.
So versammelten sich nach und nach die Gruppe und beschloß endlich ihren wohlverdienten Schatz in Augenschein nehmen zu wollen. Nach einer kurzen „eulschen Kommunikationsaufnahme“ zu Fenner versammelte sich die Gruppe bis auf Xhorgul, der in seine Schmiedearbeiten vertieft abwinkte, in dem mittlerweile gereingten Kellergewölbe. Die Kadaver und Unordnung ward beseitigt, so dass der ehemalige Thronsaal ihnen sehr passend für Ihre Schatzsichtungen vorkamm.
Mit vereinten magischen Kräften wurde die Vielzahl an Gegenständen erkundet und beleuchtet. Eine wahre Bücherflut empfing die Gruppe und erinnerte sie neben dem kristallenen Auge, einem Schwert, einem Dolch, einer Robe, einer Feder und vielen anderen Dingen an die Geschehnisse und Strapazen der letzten Tage. Es war Milo der vorschlug sich doch noch ein paar Tage Gedanken machen zu dürfen für welche Gegenstände er nun endgültig sein Interesse anmelden wolle und so einigten sich die Weggefährten auf eine Vertagung der abschließenden Verteilung als plötzlich eine Fanfare in nicht all zu weiter Ferne zu hören war. Bis auf Asconion stürmte die Gruppe mehr oder weniger hinaus um am Tageslicht angekommen in nicht all zu weiter Ferne etwas fliegendes am Himmel zu erkennen. Erneut ertönte das Singnal und mit wachem Auge erkannten sie sie nun – Greifenreiter. Wahrhaftig. Damil war es der auf die große Entfernung das Wappen der Stadt Adbar und der Hammer von Moradin aus machte.
Auch die restlichen Bewohner traten aus den Häusern heraus und versammelten sich etwas verängstig an der mittleren Straße des Dorfes. Die Helden redeten kurz und knapp auf die jungen Zwerge ein, welche nun sichtlich eingeschüchtern waren und brachten mit kurzen Wortwechseln in Erfahrung, dass diese anders als behauptet gerade einmal 60 Sommer zählten und von zu hause ausgebüchst waren um Abenteuer zu erleben.
Als die Greifen, acht an der Zahl, in Keilform zur Landung ansetzten sprang der forderste von Ihnen von seinem Reittier ab und der Boden erzitterte unter der Wucht seines Aufpralls. Der Hammerstiel steckte vor Ihm im Boden und er verkündete laustark und voller Inbrunst
„Bei Moradin, wir sind die Diener und priesterliche Leibwache von Rorann Steinhammer. Beschützer der heiligen Citadelle zu Adbar!“ er erhob sich und das Zittern der Erde welches einschüchternd und definitiv nicht natürlichen Ursprungs war hörte auf. Der Zwerg ging schnur stracks auf die vier verängstigten Kinder zu, anders konnte man das Häufchen Elend dort hinten in der Ecke nicht bezeichnen. Auf seinem Weg gerieten Ihm Damil, welcher versuchte Ihn aufzuhalten, dabei jedoch deutlich weggedrückt wurde und Fenner, welcher bestätigte und erzählte was für Lausejungen die vier doch seien, in die Queere. Unbeirrt schritt er weiter und griff sich Grobschmar am Schlawitchen, zog ihn hoch und Ohrfeigte Ihn kräftig. „Wo in Moradins Namen habt Ihr Törichten die Hämmer eurer Großväter gleassen? Ihr habt Schande über euch und eure Blutlinien gebracht! Wo frage ich …?!“ Grobschmar wurde zu Boden geschleudert und traute sich kaum wieder aufzustehen. Unter einer weiteren Schimpftirade des Anführers der priesterlichen Leibgarde zu Adbar, gescholten als „Wicht“, „kleines Kind“ und „unsägliche Brut“ kroch der Zwerg dahin und wurde sogleich am Handgelenk in die Richtung gezogen in die Camilla mit den Worten „Sie sind oben in ihren Gemächern.“ zeigte. Unbarmherzig wurde Grobschmar in das angedeutete Haus drangsaliert während Xhorgul zusammen mit Lyari sich den restlichen Wachen näherte. Zwei der Greifenreiter lösten sich von der Truppe um die anderen drei Zwerge in gewahrsam zunehmen. Es wurden einige hastige Worte auf zwergisch bei beiden Gruppen ausgetauscht während Grobschmar und sein Begleiter in Camillas derzeitger Behausuung verschwanden. Man hörte ein lautes Klatschen und einige Flüche bis nach wenigen Minuten die Beiden erneut aus dem Haus traten. Der Zwergenanführer trat mitsammt der vier Hämmer herraus, übergabe sie schäumend vor Wut an seine Garde und kühlte nach ein paar kurzen Worten merklich ab.
Sich langsam seines Auftrittes bewusst werdend ging der Oberzwerg auf die nun mehr zu einem Haufen versammelte restliche Gruppe zu und begrüßte diese in aller Form „Zytargo Sohn des Hadram, Diener des Seelenschmiedes. Ihr habt wie ich von eurem Gefährten bereits vernommen habe viel zu erzählen. Wo ist die Tavern ?“ Die Gefährten deuteten in richtung des vom Turm getroffenes Hauses und schritten los. Der Zwergenanführer gab noch ein paar schnelle Befehle, dass die „Bedorn“ sich um die Greifen kümmern sollten. So gleich trotteten die Zwergenkinder los und taten wie Ihnen geheißen.
So versammelten sich die Abenteurer in der Taverne und tranken das was noch übrig war. Zytargo selbst schickte einen seiner Vertrauten los um die spärlichen Vorräte der Dorfes mit einem kleinen Tropfen zu veredeln, den die Greifenreiter mit sich führten. Die Runde saß dort trank und redete gut drei Stunden. Die Erzählungen vom Illitiden, der großen Halle mit den steinernden Wachen und den Wühlern wurde vom Zwergenanführer hier und dort mit etwas sachkundigem Geschichtswissen gefüllt so dass zu guter letzt alle einen guten Überblick über die Geschehnisse der letzten zwei Wochen hatten und die Geschichte rund um Dorwin an Deutlicheit und Information zu nahm.
Dorwin war ein Hohepriester, der mächtigste seit langem und sprach angeblich direkt mit den Göttern. Der alte König hatte schon immer auf Dorwin gehört, deshalb war es auch kein Wunder, dass Dorwin von einigen Zwergen als indirekter Herrscher mit unangefochtener Autorität angesehen wurde. Als dann der alte König relativ jung und kinderlos verstarb übernahm Dorwin für kurze Zeit die Verwaltung der königlichen Angelegenheiten. Doch jeder von den anderen Hohepriestern oder einflussreichen Zwergen vorgeschlagene König wurde von den „Göttern“ abgelehnt. Das ging einige Zeit so, bis Dorwin schließich verkündete, Moradin selbst habe ihm gesagt, er solle die Zügel vollends in die Hand nehmen, bis sich ihm der wahre König offenbare.
Es gab einigen Widerstand, der jedoch schnell verebbte. Nur der Wachsamkeit der anderen Hohepriestern – der Vorfahren der jetzigen Zwerge – war es zu verdanken, dass die letzten Auswüchse Dorwins Größenwahns aufgehalten werden konnten. Denn er griff wahrlich nach der Macht der Götter, um sich mit ihnen auf eine Stufe zu stellen. Dann kam der Tag der Abrechnung, als die Götter nicht mehr mit ansehen wollten, wie ihr Volk zuließ, von jemandem geführt zu werden, der ihre Worte so verdrehte, wie Dorwin das tat.
Es es regnete Asche und Schwefel und der Hammer Moradins sauste wieder und wieder auf die Binge herab. Dorwin griff in Wut auf die Götter, dass sie sich gegen ihn wendeten, statt ihn in ihren Reihen willkommen zu heißen auf unheilige Quellen zurück, um sie zu strafen. In seiner Verblendung überschätzte er seine Macht völlig und die Priester konnten ihn, geleitet durch die Kraft der Götter bezwingen. Doch töten konnten sie ihn nicht, denn das Böse mit dem er im Bunde war, weigerte sich, dieses neue Spielzeug so einfach dem Tod zu übergeben. Drum schlossen sie Dorwin ein und erbauten einen Berg als Mahnmal über der zerstörten Binge.
Die sieben Überlebenden gingen dann fort, um einen Neuanfang zu wagen und irgendwann heimzukehren, wenn ein Weg gefunden wurde, Dorwin endgültig das Handwerk zu legen. In der Zitadelle Adbar, wo sie nun wohnen, leben allerdings nur sechs Blutlinien der sieben. Über den Verbleib der siebten wissen sie nichts. Die Hämmer jedoch werden weitervererbt, wenn der älteste der Blutlinie verstirbt.
Die Jünglige hatten zuviele alte Bücher von Zwergenhelden und den Geschichten ihrer eigenen Ahnen gelesen und nachgespielt um dann aufzubrechen um selber Abenteuer zu suchen. Die Kriegshämmer haben sie sich dabei von ihren Großvätern „geborgt“.
Asconion ergriff das Wort und war in der Tat beeindruckt und neugierig ob der Fortsetzung der bisherigen Erlebnise und ihren historischen Bedeutungen. „Ein Hammer fehlt also, habt ihr eine Idee wo dieser sein könnte?“ Der Zwerg nickte, holte eine Karte hervor und berichtete von dem Ort an dem der siebte Clan gelebt hat und wo die Blutlinie in einer Schlacht vor 2800 Jahren ein jähes Ende fand. „Nördlich von Llorkh lagen ihre Bingen. Am Rande des nordwestlichen Ausläufer der Graugipfel.“ Seit dem golt der Hammer als verschwunden und eine mögliche Zerstörung der gebändigten Seele Dorwins ward in weite ferne gerückt.
Asconion hörte ausfmerksam zu und berichtete, so gern er dieser Queste nachgehen wollen würde, so beschäftige Ihn noch ein anderes Versprechen – jenes welches ihn an Camilla und ihr Leben band. So einigten er und der Zwerg sich auf ein Abkommen, welches Ihnen jeweils die Hilfe der Gegenseite zusicherte. Fenner betrachtete die Situation misstrauisch und nach dem auch Damil sich der Aufgabe angeschloßen hatte wand der Zwerg sich an Ihn. „Was kann ich für euch tun, dass ihr weiterhin versucht den Hammer ausfindig zu machen?“ Der Ork zögerte und schüttelte mit dem Kopf „Nichts.“ Der Blick des Zwerges verfinsterte sich und er fragte erneut. In den Augen des Grünpelzes blitze es auf und es bedurfte einer letzten eindringlichen Frage des Zwerges bis er heraus presste „Nur wenn ihr äußerst guten Kontakt zu den Elfen habt.“ Die Augenbrauen des Diener Moradins hoben sich „Olven“?. Oh glaubt mir über die Jahrhunderte haben sich die Wege der Diener der Seldarine und die unseren oft gekreuzt. Eine Fürsprache und einen Kontakt werde ich euch alle Mal liefern können.“ Fenner versprach zögerlich zu helfen, garantierte jedoch nicht für einen Erfolg. Auch zwischen Lyari und ihrem neuen Auftraggeber fand ein kurzes und schnelles Gespräch auf zwergisch statt und kurz darauf gaben sich beide, scheinbar zufrieden, die Hand.
Füllstelle für Milo
Xhorgul hüllte sich die gesammte Unterhaltung über peiferauchend in grübelndes Schweigen. Die Erzählungen des Zwerges schienen ihn in keiner Weise zu überraschen. Wortlos bedeutete er Zytargo seine Zustimmung mit einem einfachen Nicken und signalisierte ihm mit einer zwergischen Geste, dass er die Unterhaltung zu einem späteren Zeitpunkt in kleinerer Runde forsetzen wolle.
Zytargo klopfte auf den Tisch „Wir müssen bald los.“ sagte der Zwerg schwer atmend und griff in seine Gambesontasche. Hervor holte er eine aus Stein geformte Brosche, bestehend aus zwei in sich liegenden Scheiben welche gehalten von einer Silberspangen waren. „Wenn Ihr die Spange öffnet und die Steine auseinander drückt wird sich wenige Augenblicke später ein Steinportal in die Heimat der Hämmer öffen. Dieses hält in etwa eine halbe Stunde an und führt euch direkt in die Zitadelle von Adbar. Behandelt es mit Fürsorge, es funktioniert nur einmal.
Auf dem Weg raus aus der Taverne hin zu den Greifen, welche abflugbereit in der Mitte des Dorfes standen, kammen sie auf Pator Faustos und seinen Gesundheitszustand zu sprechen. Nach einer kurzen Beratung gab er Anweisungen an einen der Reiter namens Eraail welcher ein kleines Elixir aus einer der Satteltaschen holte. Das Elixier schimmert leuchtend rosa und so begaben sich Eraail, Asconion, Damil und Fenner zurück in die Taverne zum Pater.
Dort angekommen fanden sie Torben beim alten Mann vor welcher so gleich den Raum verließ und noch anmerkte, dass es Faustos wirklich schlecht ginge. Dass er überlebt hat ist überhaupt ein Wunder. Als sie so an seinem Lager wachten bemerkten sie, dass er immer wieder glücklich lächelte und dabei murmelte, dass es wahrhaftig Azuth war. Ein gutes Zeichen welches erneut einige Diskussionen in der Gruppe entfachte bis schlußendlich doch die Entscheidung getroffen wurde, das Elixir zu verabreichen. Sie taten gut daran Eraail seine Arbeit machen zu lassen. Die Schweißperlen traten nicht erneut in das Gesicht des Paters und langsam wich der blaß fahle Schein des Todes aus seinem Antlitz und es ward ähnlich rosa wie der Trank welcher Ihm soeben verabreicht wurde.
Xhorgul und Lyari nutzen die Chance und unterhielten sich noch eine ganze Weile unter sechs Augen mit Zytargo bis der Zwergenheiler aus der Taverne auf sie zuschritt. „Es scheint Ihm besser zu gehen und ich vermute er wird es schaffen. Azuth hat seine Hand schützend über euch alle gehalten.“ Nach einer kurzen Verabschiedung ritten die Zwerge auf den Greifen aus dem Dorf.
Nach einigen Metern hielten sie an und kurze Zeit später öffnete sich unter bemerkbaren Donner und getöse ein Steinportal aus dem Erdreich. Steine levitierten in die Höhe und formten ein Oval durch dessen silbrige Fläche die Leibgarde des Hohepriester zu Adbar verschwanden.
Fenner, Asconion und Damil sahen, nach dem sie aufgebracht durch den Donner aus dem Haus eilten gerade noch die durch das Portal verschwindenden Zwerge. Sie Alle waren nach dem es dem Pater schnell und deutlich besser ging, auch wenn er bisher nicht erwachte, in eine schwierige Diskussion rund um Camillas Herz vertieft gewesen.
Camilla selbst stand am Wegesrand und wirkte merklich verwirrt. Scheinbar war dieser Auftritt auch für sie nichts all zu Gewöhnliches und als bald banden sie die alte Hexe in Ihre Überlegungen rund um ihre eigene Vernichtung mit ein. Sie saßen noch bis spät in die Nacht und diskutierten über den vamipirischen Dolch welchen sie beim Illitiden vorfanden und über das Zepter mit der Kraft Zauber und deresgleichen zu manipulieren. Am Ende einer sehr langen Nacht stand ein Entwurf und ein Plan zur Ausführung. Sie mussten die beiden Gegenstände miteiannder verbinden. Camilla war unwillens preiszugeben was es näheres mit Ihrem Herzen auf sich hatte doch eines gab sie bei allen Plänen zu bedenken. Sie sei alt und das Herz hat viel macht in sich. Macht die es galt umzuleiten oder zu kanalysieren. Mit diesem Hinweis verabschiedete sich die alte Hexe und lies den Trupp mit seinen Gedanken allein.
Ehrenhaft waren die zu später Stunde geborenen Ideen die Dorfbewohner wieder verjüngen oder zumindest heilen zu können. Der direkte Effekt würde wohl erst zu Tage treten wenn man es ausprobieren würde. Ausprobieren den Dolch und das Zepter zu verbinden in das Herz zu rammen und die entweichende Energie zurück zu leiten in die so lang gelittenen Körper der Dorfeinwohner. Und Camilla wäre tot und hätte mit ihrem letzten Atemzug das erledigt was sie geschworen hatte – Das Dorf zu schützen und den hier lebenden Menschen zu helfen.
Es vergingen einige Tage in denen die Magier die Artefakte analysierten und einen Plan entwarfen sie miteinander zu verbinden. Artefaktweberei ist kein leichtes Feld der magischen Künste und so ergab sich für die Anderen etwas Zeit.
Fenner nutze diese und half wo er konnte doch ward auch einige Zeit einfach nicht gesehen. Der Druide suchte die Nähe zur Natur und genoss es sich nicht dauerhaft unter Menschen aufhalten zu müssen, wie dies die vergangenen Tage der Fall war.
Xhorgul und Lyari derweil verschlossen die Wühlerlöcher, widmeten sich der alten Esse welche sie am Ausgang der Höhlen vorgefunden hatten und bargen dabei einige wichtige Werkzeuge und Metallreste welche Ihnen gewiss bei der bevorstehenden Aufgabe des Zwerges gute Dienste erweisen sollten. Zudem kamen sie einem Auftrag aus dem Gespräch mit Zytargo nach. Sie legten den alten Thronsaal wieder frei. Hierbei fanden sie neben dem Thron selbst nichts von großem Wert, bis sie am Abend des ersten Tages eine Geheimtür fanden. Diese brachte sie in einen zweiten Raum welche offenbar früher einmal das Gemach des Hohepriester gewesen ist. Das Einzige was in diesem Raum jedoch noch nicht zu Staub zerfallen ist, bis auf ein paar alte Möbel, war eine kleine silberne Schatulle. Sie wurde leicht warm wenn man sie berührte doch lies sie sich nicht ohne weiteres öffenen.
Am vierten Tage nach dem Aufschlagen des Zwergentrosses waren die Magier soweit. Sie trauten sich zu Xhorgul genug anzuleiten um mit Ihm gemeinsam die Gegenstände zu verbinden. Der Dwar schmiedete unter zur Hilfenahme der gefundenen Erze einen langen dünnen Stab, welchen er immer wieder teilte und zu einem feinmaschigen Netz formte, welches nach vier weiteren Tagen schlussendlich komplett war und es möglich machte, die Beiden Gegenstände miteinander zu vereinen. Am neunten Tag machten sich die Magier an Ihr Werk und vollendeten so das neu entstandene Erzeugnis, in dem sie die magischen Matritzen miteinander verbanden.
Als die Gruppe völlig erschöpft und entkräftet von der Esse zurück in die Taverne kam, wartete eine Überraschung auf sie. Der Pater saß an einem Tisch und aß ausgiebig. Erwacht und völlig entkräftet, durch Torbens Hände am Leben erhalten, hatte er es zu guter letzt doch geschafft. Die Helden versammelten sich zum Abendessen bei Ihm und erzählten ausführlich von den Erlebnissen der letzten Tage und so optimierten sie ihren Plan mit einer Segnung der neu entstandenen Waffe.
Die restlichen Dorfbewohner hatten in der vergangenen Woche Großes geleistet und neben der Taverne war auch der Turm mehr oder weniger wieder herrgestellt. Fenner hatte die Steine umgeformt und sie teilweise an Ihren alten Platz zurück gebracht. Die schiere Macht die Pater Faustos hier heraufbeschworen hatte brachte das gesamte Gebäude zum bersten, ein Glück solch fachkundiges und hilfsbereites Personal vor Ort zu haben. Milo hatte seinen Wagen neu bestückt und zu altem Glanz zurück verholfen. Sicherlich fehlten hier und dort noch einige Dinge, doch im Großen und Ganzen war er sehr zufrieden. Das Dorf hatte auch mit Milos und Xhorguls Hilfe wieder selbst einige Wagen in Stand gesetzt, welche aus den Überresten vom Fuße der Klippe zusammengebaut wurden.
Faustos segnete am nächsten Morgen seinen neuen alten Tempel erneut und vollzog daraufhin Ähnliches mit dem vampirischen Stabdolch der Zauberumformung. „Heute Abend wird es soweit sein.“ verkündete er beim Mittagessen in der Taverne. „Wir müssen alle zusammenrufen die unter dieser gotteslästerlichen Magie gelitten haben. Ich selbst werde den Stab führen und euch Camilla endlich die Erlösung geben die ihr für eure Fürsorge verdient habt.“
Am Abend versammelten sich alle Dorfbewohner rund um einen flachen Stein den der Diener Azuths in die Mitte des Dorfes gelegt hatte, das Herz drapiert oben auf. In einem Karren gebart lag Camilla bereit, endlich die Erlösung zu empfangen um die sie Jahre, Jahrzehnte oder gar mehr, gekämpft hatte. Lyari reihte sich mit dem Drachenei in die Reihen der Anwohner ein, auch er hatte wie alle im Kreis stehende Jahre gelassen die dem Ei durch das magische Gold entzogen wurden.
„Oh großer Azuth erster Magister und Bezwinger Savras. In einen Stab wie diesen verbanntest du die Essenz deines Erzfeindes und so versuche auch ich dein gläubiger Diener mit einem Stab, der Macht unseres zuletzt besiegten Feindes beinhaltet, seine Gräultaten zu sühnen und ungeschehen zu machen.“ Faustos stach zu. Das Zepter fing an zu glühen und ein gleißender Strahl aus bläulichem Licht schoß aus der Spitze nach oben . Der Strahl teilte sich auf und erzeugte einen Dom aus kleineren Strahlen welche in die Stirn der jeweils im Kreis Umherstehden einschlugen. Nach wenigen Sekunden war das Spektakel vorbei und die wie an Fäden Hochgehaltenen sackten ohnmächtig zu Boden. Das Dolch-Zepter zerbarst in einem lauten Knall und kleine Metallsplitter flogen glühend durch die Gegend.
Einen Blick auf Camilla gerichtet bemerkte der nicht in das Ritual involvierte Teil den langsamen Zerfall der Hexe. Die Augen sanken in die Höhlen zurück und das alte Gesicht alterte nocheinmal mehr, Die Pupillen drehten sich weg und ihre Haut wurde aschfahl und faltig. Nach einem Moment der Stille hörten sie es. Es klang verstörend in Ihren Ohren doch es war nicht vorbei.
In den Höhlen der Löwen (The Legion of the Trusted)
Ein Hechtsprung in letzter Sekunde rettete Damil davor, Wühlerfutter zu werden.
Milo reagierte geistesgegenwärtig und warf ein Netz, klebriger, magischer Energie Richtung Höhleneingang, den er somit für eventuelle Nachzügler versiegelte. Sein Wurf war tatsächlich so gut, dass er den Wühler streifte und dieser sich trotz seines Blutrausches nur zäh fortbewegen konnte. Als die Truppe genauer hinsah, wurde klar, dass sie es nicht mit einer wilden, gefährlichen Bestie, als vielmehr mit einem armen Tier zu tun hatten, denn es war abgemagert genug, als dass die Rippen hervorstachen – an manchen Stellen sogar durch die Haut – und es hatte seine Klauen abgegraben, bis nur noch ein blutiger Stumpf vorhanden war. Schnauze und Stumpfe waren dabei von dem bereits bekannten, grünen Adernetz durchzogen und hatten es wahrscheinlich wahnsinnig werden lassen. Als Lyari seine zwergische Warnvorrichtung hochfrequent durch das Tal schallen ließ, wand sich das Geschöpf vor schmerz und versuchte nur noch weg zu kriechen, wobei es sich immer weiter in dem Netz verstrickte. Damil gab ihm schließlich den Gnadenschuss. Asconion und Milo wandten sich dem Adergeflecht zu, welches sie bisher noch nie an lebenden Wesen hatten untersuchen können und sahen förmlich zu, wie der Körper unter ihrer Beobachtung in kürzester Zeit von dem Geflecht seiner letzten Lebenskraft beraubt wurde und erst als er das Stadium einer zwei Wochen alten Leiche erreicht hatte, verblassten auch die Adern.
Die Zwerge, für die das alles in ihrem Heldenrausch zu schnell gegangen war feierten sodann den Sieg der Sicherheitsvorkehrungen der Höhle – die ja schließlich von ihren Vorfahren dazu erbaut worden war, Böses gefangen zu halten – und ergötzten sich an dem toten Riesenmonster, dem sie dann auch gleich mit ihren schweren Hämmern wieder und wieder den Rest gaben. Alles zu Ehren der Väter.
Xhorguls Frage, ob sie die Höhle denn nun betreten dürften wurde nur lachend abgetan, da ja wohl offensichtlich sei, dass das keine gute Idee war, wo die Höhle doch gerade dieses Gigantum getötet habe. Zwergenfallen die einen Schuss zwischen die Augen abgeben – ha! – das war die Baukunst ihres Volkes, eindeutig!
Verwunderte Ernüchterung zog für einen kurzen Moment in den Trupp ein, als die Höhle sich lediglich als kleine, eher natürlich anmutende Formation entpuppte, bei der die Rückseiten der schweren und unbeweglichen Steintore, welche sich jedoch in ihrer geöffneten Position nicht untersuchen ließen, das ungewöhnlichste war. Erst als Milo die Höhle unter magischem Blicke betrachtete eröffnete sich ihm der eingewebte Zauber, der mittels starker, offensichtlich klerikaler Magie etwas Böses versuchte in der Höhe zu halten. Auch sah er die Adern sich pulsierend über den Boden bis zum Buchständer ausbreiten und an einer Stelle nicht weit von ihm in der unscheinbaren Wand verschwinden. Eine nähere Untersuchung Xhorguls brachte die Umrisse der verborgenen Tür zutage, half jedoch beim Öffnen nur bedingt weiter. Asconions Vergangenheit sei dank, war es ihm ein Leichtes, den Mechanismus zu finden und der Stein schlug vor ihnen zu Boden. Statt des erwarteten Durchganges jedoch erblickten sie lediglich eine meisterlich- glatt gearbeitete Granitmauer mit einer Einlassung in Form eines besonders ausschauenden Hammers. Xhorgul hatte sich die Hämmer der Zwerge schon häufiger bewundernd angeschaut und erkannte sogleich die Form von Grobschmars Waffe. Es wurde kurz über Gewalt diskutiert und ob die Tore sich verschließen würden, sollten die Zwerge in die Höhle kommen, doch einige findige Worte später schon marschierten sie in die Höhle und die Berührung des Hammers reichte, um den Weg frei zu geben. Die Steinplatte donnerte in den Boden und gab den Blick auf drei Zwergenrücken preis. Denn vormals hatten dort vier steinerne Wächter den Gang bewacht, doch einer von ihnen war von einem Stalagtiten und dem beständigen tropfen von Wasser sehr weit zerstört worden. Es musste schon ein enormer Zufall nötig gewesen sein, sollte dies natürlich passiert sein, denn es war der einzige Stalagtit weit und breit und bei genauerem Hinsehen sahen sie geronnenes Blut, welches mit dem Lauf des Wassers ging. Milo zauberte geistesgegenwärtig eine vielleicht poetisch nicht ausgereifte, aber doch genügende Prophezeiung auf den Boden, die erleuchtete, als die Zwerge gerade von Xhorgul dazu beredet wurden, den Trupp doch die Arbeit machen zu lassen. Diese fügten sich sodann episch ihrer Aufgabe, den Höhleneingang mit ihrem Leben zu schützen, ganz wie es die Prophezeiung verlangte. Lyari und Xhorgul stiegen als erste durch den Spalt, nachdem Fenner den Stalagtiten erledigt hatte. Ob das jetzt eine gute, oder schlechte Idee gewesen war, wurde deutlich, als die beiden die Inschrift auf den Zwergenschilden lesen konnten, die von keinem Weg an ihnen, keinem Weg zurück sprachen. Der selbst für Zwergenmaßstäbe tiefe Gang weitete sich stetig und das bedrückende Gefühl des über ihnen einstürzenden Gemäuers wurde weniger, nur um eine in Stein gemeißelte Szenerie des Armageddons der Zwergenstätte preis zu geben. An der Decke war künstlerisch ein Loch gehauen, um in einer darüberliegenden Höhle die versammelten Zwergengottheiten zu zeigen, die Asche und Verderben auf das Volk niederregnen ließen. Die rechte Wandseite jedoch veränderte sich von glattem Stein im Laufe einiger Meter zu einer Art durchscheinendem Milchstein, hinter dem bläulich- grünes Licht ständig seine Form zu ändern schien. Eine kurze Berührung Lyaris reichte aus, um einige Tage seines Lebens durch seine Finger entweichen zu spüren und wie als Antwort auf seine Berührung wurde die zwergische Rune für Hilfe auf der anderen Seite der Wand wie auf eine beschlagene Scheibe gemalt. Erst eine, dann folgten viele viele mehr, bis die Runen die Wand bedeckten und sich gegenseitig überlagerten. Hilfe, Hilfe, HILFE!
Eine zweite Hammereinlassung versperrte den weiteren Weg und diesmal war es keiner der vier Hämmer der hisigen Zwerge. Der Weg war versperrt.
Milo und Fenner hatten sich inzwischen auch hinzugesellt, während Asconion mit meisterhaften Fesselkünsten die Zwerge in der Beweglichkeit ihrer Arme und Beine hinderte, als abzusehen war, dass der Weg nicht weiter führte. Fenner warf mangels vieler Handlungsmöglichkeiten Steinchen gegen die schimmernde Wand, während Milo die Halle weiter untersuchte und beeindruck von der Stärke des Schutzes war. Das hier überstieg bislang so oder so ihre Fähigkeiten, so viel stand fest. Lyari war zwischenzeitlich in die kleine Höhle über ihnen geklettert und so den steinernen Göttern ein wenig näher. Dort gab es nichts interessantes zu sehen, außer dass die schimmernde Wand, vielleicht doch eher eine schimmernde Kuppel war, denn er erhaschte einen Blick auf etwas, dass weiter unten sein musste und ihm unwillkürlich seine Nackenhaare aufstellte. Xhorgul, der von Lyari hochgehieft wurde spürte beim Anblick etwas tief Böses. Sollte das dort unten Dorwin sein, so musste er sich mit Mächten eingelassen haben, die für keinen Sterblichen je zu besitzen waren.
Der einzige Weg führte also zurück. Lyari sprang als erster und Asconions Knoten hielten der Kraft der Wächter stand, doch die Seile wurden arg strapaziert. Auch Milo huschte unbeschadet durch die Lücke. Springen und Flinkheit waren für Xhorgul keine Option, was er für seine Schulter sehr bedauerte, die noch duch das Schild hindurch von einem mächtigen Schlag geprellt wurde. Fenner musste bei seiner Größe im Gang beinahe auf allen vieren gehen und machte sich auch gut, bis eines der Seile riss und ein steinerner Hammer das Bein des Orkes blau-violett prellte.
Damil hatte die Idee, den steinernen Schild der zerbochenen Statue wieder aufzustellen und wie von geisterhand gehalten nahm er von selber seinen Platz ein. Die Untersuchung der Zwergenbarriere zeigte, dass die Statuen nur das physikalische Äquivalent einer magischen Sicherung war, für die beide Elemente nötig waren.
Xhorgul formte daraufhin aus den Resten der Steine, die der Wühler beim Durchbruch durch die Decke heruntergerissen hatte eine neue, formidable Statue, die der Kunst der ursprünglichen jedoch bei weitem nicht gerecht wurde. Doch als Xhorgul mit Lyari und Fenner selbige an ihren Platz hieften, platzte die oberste Steinschicht wie spröder Lehm vom Ofen und der frisch geborene Wächter nahm den lebendig-starren Ort der Wache neben seinen Brüdern ein. Die Erde bebte wie als Reaktion darauf und die Adern, welche sich durch die schwache Stelle der Barriere gezogen hatten verdorrten augenblicklich. Die Atmosphäre des Schutzes war erneuert und für jeden spürbar.
Als der Trupp an den wachenden Zwergen vorbeischritt fingen sie an, Dorwins Tod zu feiern und sich selber ob ihrer großartigen Leistung dabei Lobzupreisen. Als Xhorugl ein Fass Zwergenbräu versprach zur Feier des Tages war der Tag für die Zwerge vorbei und sie freuten sich schon darauf, siegreich zu ihren Eltern zurückkehren zu können. Die güldenen Rüstungen der Zwerge wichen wie spröde Asche von ihren Leibern, während die Truppe den Rückweg zur Taverne antritt.
Dort angekommen wurde die leichte Stimmung kurz genossen, bevor sie sich beim Priester wieder versammelten, der ihnen mitteilte, dass er den Spiegel weiter untersucht habe und ihn jetzt besser steuern könne. Da die Gruppe den Gedankenschinder immernoch töten wollten, bot er ihnen seinen Segen an, heilte sie und sie einigten sich darauf, dass er versuchen würde, dem Illithriden mit Hilfe von Azuth seine Magie zu blockieren, um den Kampf zu erleichtern.
Camilla würde ihm dafür durch Asconion sagen, wann es Zeit wäre.
Die Waldläufer wiesen der Gruppe den Weg zur Höhle, in der der Priester die medizinproduzierende Maschine gefunden hatte. Sie bahnten sich in Eile einen Weg durch die Illusionäre Wand, die dem Priester vorgegaukelt hatte, es handele sich um eine geschlossene Höhle und mussten durch mehrere Schächte und ein wahres Labyrinth verkeilter Ruinentrümmer klettern, bis sich die Ereignisse binnen Sekunden überschlugen. Lyari war vorgegangen und trat durch den Boden hindurch, wonach er sich nur knapp auf den Beinen halten konnte und sah, dass der weiterführende Gang eine Illusion gewesen war, während er in Wirklichkeit am Rande eine nach links steil abfallenden Treppe stand, die in eine größere Halle mit noch intakten Säulen hinabführte. Von dort unten starrte ihn der Illithrid an, offensichtlich überraschter, als die Gruppe es erwartet hatte, doch er reagierte schnell und Lyaris Geist wurde aus seinem Körper gerissen, welcher daraufhin nutzlos erstarrte. Damil turnte einem Seemann in der Takelage gleich den Abhang herab und widerstand bei seinem Spurt zum Feind dem Griff nach seinem Geist nur knapp, doch erfolgreich.
Xhorgul griff auf die Unterstützung der Götter zurück, um Lyari aus seiner Starre zu entreißen und Geist und Körper wieder zu verschmelzen. Sie alle stürmten die Treppe herunter, um dem Feind im Nahkampf zu begegnen, während Asconion Camilla mental eine Nachricht sand. Daraufhin fing der Spiegel im hinteren Teil der Halle an zu surren, als der Azuthpriester die Macht seines Patrons hindurchströmen lies. Milo wirkte seinen bewährten glitschigen Schleim auf die Schuhe des Schinders, der sich jedoch gut auf den Beinen halten konnte. Es dauerte noch einige Sekunden, bis die anderen Damil im Kampf gegen den Schinder beistehen konnten. Damil hatte ihm derweil nach einem Flikflak die Schulter durchbohrt und wurde der Klinge entlang als Reaktion von einem Schlag heißer Magie versengt und seine Kleidung und Haut von den ausschlagenden Tentakeln des Illithriden zerrissen. Als die anderen Krieger den Feind erreichten und ihm hart zusetzten, entschied sich dieser, gegen den magischen Druck des Azuthpriesters seine angeborenen Fähigkeiten zu nutzen, um schwebend der Gruppe ihre Hirne zu versengen. Doch auf diese Situation hatten Milo und Asconion nur gewartet. Milo schuf lähmend, ätzende Gase auf Höhe des Schinders, während Asconion Feuer mit Feuer beantwortete. Damil wurde derweil von Lyari in die Höhe geschleudert und konnte dem Schinder sowohl mit seinem Rapier eine tiefe Wunde zufügen, als auch sich an seinem Fuß festhalten. Als dieser jedoch höher schwebte, wurde auch Damil von den lähmenden Gasen, die schon den Schinder handlungsunfähig machten erwischt und beide schwebten krampfend, aneinanderhängend auf mittlerer Höhe in der Höhle.
Lyari nutzte seine letzte Chance indem er flink die nächste Säule hochkletterte und mit einem waghalsigen Sprung erst dem Schinder Blutzoll entlockte und sich dann an Damil festhielt, den er allerdings dadurch mit in dem Abgrund riss, wo sich beide geschickt abrollten.
Während das antimagische Feld langsam selbst die natürlichen Fähigkeiten des Schinders ins wanken brachten wurde mit allem gefeuert, was an eine Fernkampfwaffe erinnerte. Fenner hingegen hatte die Situation für sich schon abgehakt und durchforstete bereits, ab und an über die Schulter zum Kampf guckend die Besitztümer des Feindes.
Lyari war es, der durch einen gezielten Wurf mit Xhorguls Schleuder die letzte Konzentration des Illithiden brach und ihn aus der Luft kegelte. An einer Säule Sockel für Sockel herunterfallend wurd er von Damil am Boden mit einem gezielten Stich durchs gesunde Auge empfangen und Lyari gab dem Nekromanten den Rest, als er ihm den Kopf abschlug.
Die Zeit, sich des Sieges zu erfreuen, die Wunden zu lecken und die Habseeligkeiten des Schinders zu durchwühlen war knapper als gedacht, denn die vom Priester wachgerüttelten Kräfte Azuths drückten immer stärker, bis die Luft von antimagischer Stärke nur so vibrierte und jegliche Zauber langsam wie Kerzen, denen der Sauerstoff fehlte erstickte. Bis hierher hatte die Gruppe schon einiges Gefunden, denn der Schatz eines Zauberers birgt so manche Wunder, doch als der Brunnen bedrohlich anfing zu zittern, war auch dem Waghalsigsten klar, dass dort gleich eine ganze Menge Magie in sehr, sehr kurzer Zeit entweichen würde und sie traten den hastigen Rückzug an. Nicht ohne über die vielen Niederschriften zu trauern, die dort verloren sein würden.
Der Trupp schaffte es, die Treppe herauf zu hechten, als hinter ihnen das Inferno losbrach und die Höhle sorgfältig pulverisierte. Der Ketteneffekt dieses Bebens auf das marode Netz der kleinen Nischen, Tunnel und Ruinenteilhölen war katastrophal und die erfolgreichen Streiter fanden sich, als der Staub sich legte vor der Herausforderung eines Tunnelnetzes, das dem ihres Hinweges mitnichten glich. Endlose, zufällig entstandene Abzweigungen in Sackgassen, Höhlen, Überreste von Zimmern oder Hallen taten sich auf und das stete knacken der morschen Knochen, welche neben einigen sinnvollen, wertvollen oder magischen Gegenständen das einzige Zeichen von ehemaligem Leben hier unten waren begleiteten sie auf Schritt und Tritt.
Licht, Sauerstoff, Wasser, Nahrung. Alles war ein Problem, für dessen Lösung Magie herhalten musste und einige vielversprechende Stellen erforderten außerdem noch das Wegräumen schweren Schutts mit roher Kraft oder magischer Hilfe. Die Tage vergingen mit nur einem Lichtblick, der Xhorguls Herz höher schlagen ließ, denn der Dwar stieß tatsächlich auf die Überbleibsel einer mächtigen Zwergenschmiede. Die gewaltigen Schornsteine hatten offensichtlich dem Zorn der Götter nicht standgehalten und in ihrem Niedergang weite Teile des Ortes zerstört, doch, so war er sich sicher, mit viel Zeit und einem besseren Zugang, würde er hier wieder in der Lage sein, die Esse zu befeuern. Seine Augen glänzten beim Anblick der alterwürdigen Werkzeuge, welche am Tag der Abrechnung an Ort und Stelle zurückgelassen wurden. Es gab immer wieder Nachbeben durch weiter herabsackende Steine, so, dass der Trupp so schnell als möglich die Oberfläche zu erreichen suchte. Trotz aller Mühen dauerte es bestimmt eine Woche, bis sie wieder Licht sahen und sich aus einem Schacht an den Wurzeln der Bäume emporkletternd befreien konnten.
Bei der Taverne war alles verändert. Vom Turm des Paters waren nur noch die Fundamente vorhanden und Teile der Taverne ebenfalls beschädigt. Es herrschte bedrückte Beschäftigkeit unter den Überlebenden, die sich offensichtlich in der Abwesenheit der Gruppe von der Wirkung des Suds erholt hatten. Camilla schlurfte zwischen den Menschen umher und hatte unangefochten das Sagen, was die Verteilung von Aufgaben oder Gütern anging und die vormals so epischen Zwerge kuschten vor ihr, wie gescholtene Schuljungen. Karren wurden wieder aufgebaut, in der Schmide loderte die Esse und einige neue Gesichter Durchreisender waren dabei, die sich angesichts des hisigen Elends nicht hatten abwenden können.
Ohne groß überrascht zu sein, begrüßt Camilla den Trupp mit den Worten: „Da seid ihr ja endlich! Es gibt so viel zu tun, was mein alter Rücken nicht mehr vermag und ein paar starke Arme sind hier dringend nötig unter all den Tattergreisen… Diese vier möchtegern Zwerge da vorne jammern ja schon, wenn sie Kieselsteine tragen sollen, ohne dafür gelobt zu werden. Ja euch da meine ich, ihr faules Pack!“
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