Kenan hatte schon früh ein Talent, Er konnte ganz toll Dinge kaputt machen. Nun kann man einem Zwergenknirps das nicht zum Vorwurf machen, nein ganz im Gegenteil! In jungen Jahren schon wurde er in die, die Menschen würden es wohl Militärschule nennen, geschickt. Das war eine große Ehre für ihn und seine Familie denn er wurde sogar in die engere Auswahl für eine “Elitekämpfer-Ausbildung” genommen. Jahrelang trainierte er genau darauf hin um am Ende doch abgewiesen zu werden. Ihm wurde nur gesagt das Ihm eine wichtige eigenschafft fehlen würde. Als man Ihm erzählte welche hörte er schon gar nicht mehr zu, er befand sich schon in seiner eigenen Welt die geraden am zerbersten war.
Er beendete seine Ausbildung als einer der Besten aber warum nur ich gut genug für die Eliteausbildung und was fehlte ihm!?! Egal, er würde seinen Weg schon gehen und das tat er.
Er fand eine Position an der Seite eines hohen geistigen Zwergenführers. Wer dieser sei fragt Ihr? Als ob er so etwas ausplaudern würde… Soviel sei gesagt er war ein Faenor von Moradin.
Es ist nun 5 Jahre her als Kenan mit seinen 5 Zwergenfreunden/Kolegen die Wächter eben jenes geistigen Führers mit diesem zusammen auf eine Geheime Mission aufbrachen. Worum es dabei ging? Natürlich würde er es nicht sagen aber er könnte es auch gar nicht, denn er hat nicht die leiseste Ahnung. Sein Schutzbefohlener hat sich mit allmöglichen Bessergestellten von allmöglichen Völkern getroffen. Wächter waren bei diesen Verhandlungen nicht gestattet. Die Reise war schön und voller Gefahren. Drei Jahre lang begleitete Kenan die Gruppe bis sie eines Nachts überfallen wurden. Er ging K.O. und fiel einen Abhang hinab. Wie durch ein Wunder überlebte er Berronar Reinsilber muss gut ihre schützenden Hände sehr weit ausgestreckt haben um ihm zu helfen. Er weiß nicht wie lange er bewusstlos war aber als er erwachte und sich den Hügel wieder hinauf schlappte musste er feststellen, dass seine Gefährten geflohen waren. Sie mussten geglaubt haben er sei tot. Zum Glück war dem nicht so und die Spuren waren deutlich genug zu sehen, dass er ihnen in die nächste Stadt folgen konnte. Hier fragte er sich durch aber als er endlich eine Spur hat sind Sie schon wieder fort. Kenan schafft es ein Jahr lang der Gruppe auf den Fersen zu bleiben aber nie sie einzuholen. Nun ist es schon ein Jahr her, dass er eine Spur hatte. Er zieht von Stadt zu Stadt und von Taverne zu Taverne auf der Suche nach hinweisen.
Leorinor, Silberelf seines Zeichens, ist ein Anhänger Correllon Larethian und der endlosen Wanderschaft. Sein Weg ist das Ziel und mit ihm das Mehren von Wissen und Weisheit in jeglicher Form. Und so hielt er sein bisheriges Leben in seinem Tagebuch fest.
Auszug aus dem Tagebucheintrag vom Jahre 1353
… Während unserer Reise durch die Steppen hat Vater beschlossen meine Ausbildung zu beginnen. Ich lerne die täglichen Aufgaben des Lebens kennen und muss mich auf ein Ritual vorbereiten. Was damit wohl gemeint ist?…
Auszug aus dem Tagebucheintrag vom Jahre 1355
… Seid fünf Wintern ziehen wir durch die Steppen. Vater hat einen Menschen gefunden, seine Kunst des Kampfes an mich weiter zu geben. Mein Körper wird drahtiger, härter und es tut verdammt weh.. Immerzu schmerzende Muskeln und Knochen. Dazu kommt eine vorher nicht gekannte Müdigkeit…
Auszug aus dem Tagebucheintrag vom Jahre 1357
… Sind mittlerweile in den Wäldern bei unseren Verwandten angekommen. Wir wollen ein großes Fest feiern und ich soll meine Kunst vorführen. Mutter warnte mich, dass die Art unserer Feste unseren Verwandten aus dem Wald nicht erfreuen könnte. Sie sagte, die mögen es immer ruhiger. Verstehe ich nicht, man soll doch das Leben in all seinen Zügen genießen und lernen zu verstehen…
Auszug aus dem Tagebucheintrag vom Jahre 1359
… die Meditationen verbrauchen halbe Tage. Ich verstehe nicht was die bringen sollen.
Letztens bin ich auf einen Baum geklettert und die anderen Jungelfen waren ganz erstaunt, mit welcher Geschicklichkeit ist das vollbracht habe. Die sehen doch genauso drahtig aus wie ich. Der Mensch, ich kann mir partu seinen Namen nicht merken, lehrt mich weiterhin täglich. Seine Haare werden aber schon ganz grau…
Auszug aus dem Tagebucheintrag vom Jahre 1375
… Mein Lehrmeister ist tot. Mutter sagt, ein Mensch habe nicht so eine lange Lebenssdauer wie wir Elfen. Kein Wunder, so dünn bekleidet wie er Tag ein Tag aus seine Arbeit verrichtete. Im Winter hat er immer gezittert und wollte nie ein Fell zum Wärmen haben. Er meinte, es sei auch eine Übung des Lebens, Feuer und Kälte zu trotzen…
… Es ist mein 30.Lebensjahr und meine Eltern haben entschieden, dass ich in die weite Welt hinausgehen soll. Um mir ein eigenes Bild von ihr zu verschaffen und so viele Völker und Gegenden wie möglich zu sehen. Mein bisheriges Leben war daraus ausgerichtet, mich mit dem nötigsten Wissen auszustatten und Correllon Larethian zu Ehren…
Auszug aus dem Tagebucheintrag vom Jahre 1377
.. bin in einer Ruine gefangen. Ein Steinschlag hat den Rückweg blockiert. Die Wandmalereien sehen elfischer Natur aus. Ich habe ein Buch gefunden, dass in der drakonischer Sprache verfasst wurde. Ein Glück habe ich ein Wörterbuch bei mir…
… Habe einen Weg aus der Ruine gefunden. So zerfallen wie sie war, viel mir das nicht schwer. Es hat sich herausgestellt, dass es ein Buch über die Götter ist.
Auszug aus dem Tagebucheintrag vom Jahre 1379
… Wörterbuch ist zerfleddert. Habe mir die Sprache soweit eingeprägt. Habe mir von einem Händler Bücher besorgt über die Völker Feruns. Die Wesen, denen ich begegnete, waren mir stets höflich aber auch irgendwie abgeneigt. Ich kann mir das nur erklären, dass meine Artgenossen damit etwas zu tun haben. Ich sollte dem auf den Grund gehen. Nicht jeder Elf ist so zurückgezogen, wie die Baumliebhaber …
Wer in Westgate als Kind wohlhabender Eltern geboren wird, dem stehen alle Türen offen. Und so war auch Rohans vom Tage seiner Geburt privilegiert.
Sein Vater hatte sich wenige Jahre vor Rohans Geburt in Westgate niedergelassen. Nach außen wurde der erfolgreiche Händler von vielen bewundert und beneidet. Hatte er doch auf seinen Reisen nicht nur große Reichtümer angehäuft sondern auch eine wunderschöne Elfenfrau mitgebracht. Es gingen Gerüchte um das sie eine Prinzessin der Mondelfen wäre. Das Anwesen der beiden wurde nach ihren Wünschen umgebaut, und bald schmückten Gärten und Teiche den von der Außenwelt abgegrenzten Bereich. Auf regelmäßigen Festen vergnügte sich die Elite von Westgate und Gesandte der umliegenden Königreiche.
Drei Jahre nachdem die Familie sich in Westgate niedergelassen hatte wurden Rohan und seine ältere Zwillingsschwester Alina geboren. Beide hatten die Schönheit ihre Mutter und das charismatische Auftreten ihres Vaters geerbt. Um ihre Gaben zu fördern wurden die beiden von den besten Privatlehrern unterrichtet. Sie erhielten Unterricht sowohl in den schönen Künsten als auch in Fechtkunst, Diplomatie und Sprachkunst.
Mit anderen Kindern kamen die beiden erst spät in Berührung. Zu groß war die Befürchtung der Eltern die beiden könnten entführt werden. Mit 16 Jahren machten sich die beiden das erste Mal eigenständig auf den Weg in die Stadt. Während eines Mitsommernachtfestes entkamen die beiden ihren Aufpassern. Während dieses Festes zu Ehren Sunes wurde Rohan das erste Mal von schwärmerischen Gefühlen übermannt. Stärker als die brüderliche Liebe zu seiner Zwillingsschwester verzehrte sie ihn und sollte ihn fortan nicht mehr los lassen. Umso betrüblicher das seine Liebe von Anbeginn zum Scheitern verdammt war. Hatte er sich doch in den Sohn eines Gildenführers verguckt. Aus der anfänglichen Schwärmerei wurde eine regelrechte Besessenheit die er in der Form der Minne auszudrücken versuchte. Seine Schwester unterstützte ihn indem sie diese Beziehung vor den Eltern geheim hielt.
Nach einigen Monaten erfuhren allerdings die Eltern von den romantischen, noch keinesfalls sexuell geprägten, Gefühlen ihres Sohnes. Um Probleme mit der Familie des Gildenführers zu vermeiden beschlossen sie schweren Herzens die Zwillinge zu trennen. Rohan wurde in die Obhut eines Schwertmeisters gegeben der mit ihm als Knappe durch die Lande ziehen würde. Alina blieb bei den Eltern und wurde auf eine Nachfolge im elterlichen Handelshaus vorbereitet.
Schweren Herzens verabschiedete sich Rohan von seiner Schwester und Familie. Gleichzeitig hoffte er sich in der Fremde beweisen zu können. Unter der Führung des Schwertmeisters Gawin zogen die beiden zuerst nach Westen und dann Richtung Cormyr. Rohan erfuhr auch das sein Vater mehr als nur Handelsbeziehungen nach Cormyr pflegte, wurden die beiden doch von vielen Adelshäusern als Verwandte aufgenommen. Rohan lernte ritterliche Tugenden und den Umgang mit dem Schwert. Im Frühjahr des folgenden Jahres erfuhr er durch einen Boten, das sein Angebeteter verheiratet worden war. Er war somit für ihn unerreichbar geworden, denn eine Einmischung in eine Ehe kam für ihn nicht in Frage. In seiner Trauer suchte er sein Heil bei Sune. Hatte sie ihn doch einst auf diesen Pfad gebracht. Nach einer Nacht der Wache vor einem Schrein wurde er sowohl mit einem kurzen Lächeln der Lady Feuerhaar als auch der Erkenntnis belohnt, das romantische reine Liebe einmalig sein kann und sich doch nicht Liebe zu anderen Wesen ausschließt.
Von diesem Zeitpunkt war Rohans Weg vorbestimmt. Auf dem Weg nach Daerlun unterrichtete Gawin ihn in allem was ein Paladin wissen musste. Zumindest soweit er es konnte. Er ermunterte den jungen Halbelfen auch sich auf Flirts und kurze Romanzen einzulassen. Und aufgrund seines Schönheit und seiner Ausstrahlung hatte Rohan schnell einen Schlag bei den Frauen. Doch achtete er stehts darauf ihnen mit ritterlichen Anstand zu begegnen. In Daerlun wurde Rohans Ausbildung dann vollendet und er wurde schließlich zum Paladin geweiht und in den Orden der rubinroten Rose aufgenommen. Gawin kehrte nach Westgate zurück da er seine Aufgabe als erfüllt ansah.
Einige Jahre später…
Seid einigen Wochen war der Frühling in dem kleinen Dorf am Fuße der Nebelberge angebrochen. Die Bauern hatten die ersten Felder bestellt und die Schäden des Winters waren fast vollständig beseitigt. Schon bald würden die ersten Händler aus Amn wieder durch den Ort reisen. Die Dorfbewohner freuten sich immer über die Durchreisenden. Erzählten sie doch Geschichten aus fernen Landen von Helden die über das Böse triumphierten und von allerlei magischen Wunderdingen. Auch brachten die Händler schöne Dinge und Gewürze mit.
Auch stand ein großes Fest vor der Tür. Nach dem Ende der Aussaat sollte der Sohn des Dorfältesten heiraten. Er hatte eine junge Maid aus dem 3 Tagesreisen entfernten Nashkel gefreit und jeder freute sich mit ihm. Auch stand die Hochzeit anscheinend unter einem guten Stern, denn eine Woche vor der eigentlichen Feier traf ein Paladin der Lady Feuerhaar im Dorf ein und erklärte bis zur Hochzeit bleiben zu wollen.
Für das Dorf bedeutete das einiges an Aufregung. Gerade die Dorfjugend war hin und her gerissen von der schönen Erscheinung des Paladins. Der hoch gewachsene Halbelf mit der milchweißen makellosen Haut, den in langen Locken wie rotes Gold über seinen Rücken fallenden Haaren und den großen smaragdgrünen Augen hatte es den Mädchen und jungen Frauen angetan. Mehr als einmal beobachteten sie ihn beim morgendlichen Bad im nahen Gebirgsbach. Die jungen Männer sahen dies nicht so gerne, konnten dem Paladin aber auch nicht böse sein. Trainierte er doch des Abends mit ihnen im Ringkampf und scherzte mit freundschaftlich mit ihnen. Des Abends spielte er auf seiner Fidel auf dem Dorfplatz. Bei lustigen und traurigen Weisen fand sich die Dorfjugend bald paarweise wieder, vergaß die harte Arbeit des Tages und genoss ihre Frühlingsgefühle.
Zwei Tage vor der Hochzeit machte sich der Paladin mit den zwei kräftigsten der Dorfjugend auf den Weg Richtung Nashkel. Er hatte ihnen gesagt sie wollten die künftige Braut gebührend empfangen und sicher ins Dorf geleiten. Eine Tagesreise vom Dorf entfernt trafen sie gerade in dem Moment auf den Brautzug als dieser von Banditen überfallen wurde. Die Banditen hatten es auf die Aussteuer der Braut abgesehen und hofften ein reiches Lösegeld für die Braut und die Brautjungfern zu erhalten. Doch aus dem erhofften leichten Kampf wurde nichts. Denn kaum hatten die 5 Banditen zum Angriff angesetzt mussten sie zu ihrem Entsetzen feststellen das ihnen der Paladin in roter Robe und feuerroter Rüstung entgegen trat. An seiner Seite die beiden Burschen mit Kurzschwertern und in Lederrüstung. Mit fester Stimme forderte der Paladin die Banditen auf ihrer Wege zu ziehen, „Ich bin Rohan von der Morgenweide, Paladin im Orden der Rubinroten Rose, Diener der Lady Feuerhaar. Ich lasse nicht zu das ihr die Hochzeit stört und die Schönheit und Ehre der Braut befleckt. Zieht von dannen und ihr sollt frei sein. Bleibt und erleidet die Konsequenzen.“ Mit den letzten Worten zog er sein mit Rosenintarsien verziertes Schwert und seinen weißen Schild mit der Rubinrose. Ermutigt und mit Feuer im Herzen stellten sich die beiden Burschen an seiner Seite auf. Doch die Banditen wähnten sich ob ihrer Überzahl im Vorteil. War es doch nur ein Paladin und zwei Bauernburschen die ihrem Reichtum im Weg standen. Und so griffen sie wütend an. Der Anführer und zwei weitere Banditen umringten den Paladin, je ein Bandit griff einen der Burschen an. Die ersten Schläge prasselten auf Rohan nieder, richteten jedoch keinen Schaden an. Sein Schwert hingegen fand schnell sein Ziel und der Anführer der Banditen war bald allein im Kampf mit Rohan. Die beiden Burschen hatten weniger Glück, waren sie doch im Kampf nicht geübt. Der eine musste einen starken Treffer einstecken während es ihm nicht gelang sein gegenüber zu verwunden. Als Rohan dies sah warf er ihm einen Luftkuss zu und neue Lebenskraft durchströmte den Burschen. Mit einem Schrei warf er sich auf seinen Gegner und stieß ihm das Kurzschwert in die Brust. Als der letzte Bandit sah, wie sich das Blatt zu wenden begann verließ ihn seine Kampfeslust und er rannte von dannen. Lediglich der Anführer der Banditen wollte nicht aufgeben und verbissen versuchte er eine Schwachstelle in Rohans Rüstung zu finden. Unter Missachtung seiner eigenen Deckung griff er an und stieß seinen Dolch in Rohans Seite. Ein Grinsen der Genugtuung stahl sich auf sein Gesicht. Es sollte sein letztes sein, denn im gleichen Moment traf ihn Rohans Schwert an der Schulter und verwundete ihn tödlich. Er fiel zu Boden, im Gesicht immer noch Grinsen während seine Augen brachen. Rohan zog den Dolch aus seiner Seite und biss seine Zähne zusammen. Zum Glück hatte der Dolch nichts lebenswichtiges verletzt und mit einem Handauflegen war das meiste schon fast verheilt. Als nächstes kümmerten sich die drei um den vollkommen geschockten Brautzug. Schnell konnten sie die Braut und ihre Begleitung beruhigen. Nachdem sie die toten und schwer verletzten Banditen auf die Packtiere gebunden hatten eskortierten sie die Braut ins Dorf. Gerade rechtzeitig zur Zeremonie trafen sie ein. Das ganze Dorf feierte und freute sich über den glücklichen Ausgang der Hochzeit. Rohan war einer der Ehrengäste auf der Hochzeit.
Am nächsten Morgen reiste er nach Norden. Im Traum hatte er glaubte er dort sein nächstes Ziel gesehen zu haben. Genauso wie ihn sein Traum in das Dorf geführt hatte war er sich sicher das er auch dort eine Aufgabe für Lady Feuerhaar erfüllen zu können.
Die Wurzeln bleiben verborgen.. daran wird sich so bald nichts ändern, das weiß er. Die Wurzeln… sie bleiben verborgen.
Sein ihm bekanntes Leben begann erst in den Tiefen des Waldes. In der Obhut der Natur und der Menschenfrau, die ihn fand, als er noch nicht viel mehr als ein Säugling war. Woher er kam, zu wem das junge Geschöpf gehörte, das sie inmitten einer Lichtung am Rande des riesigen Waldes entdeckte, nie fand sie es heraus. Nicht, dass sie lange und intensiv genug danach gesucht hätte. Nein, ihre Prioritäten waren immer andere. Sie nahm das Leben hin, wie es war. Da sie selbst ein Leben unter ihrem Herzen trug, nahm sie das Elfensäugling auf und beschloss, es groß zu ziehen, in den Tiefen des Waldes. Sie war sich sicher, dass sowohl sie als Druidin wie auch die beiden zarten Leben genug Schutz und Sicherheit haben würden hier.. in der Wildnis. Einige Schicksalsschläge hatten in den letzten Jahren die junge Frau völlig der Gesellschaft anderer Rassen entrissen, und sie führte ein Leben in der Natur, welche sie schützte und ehrte. Dafür bekam sie von ihr treu und fürsorglich alles das, was sie und ihre beiden Söhne brauchen. Sie gab dem Elfenkind den einzigen Elfennamen, den sie kannte:
Lylian
Eines der wenigen Namen, die sie mit etwas positivem verband. Lylian wuchs gemeinsam mit ihrem Sohn Leovin auf. Sie erzog beide Jungen mit Liebe aber auch Strenge, lehrte sie schon von Kindesalter an, die Natur zu ehren und zu schützen und in ihr zu überleben. Sie lernten von ihr zu leben, zu wissen, zu kennen, zu die wunderbarsten aber auch schrecklichsten Dinge. Die Wildnis kann wundervoll sein, aber auch unbarmherzig. Sie kennt weder Gut noch Böse, sie kennt nur den steten Wandel, den Kampf ums Überleben und den schlichten Sieg des Stärkeren. Tod und Leben so dicht beieinander, dass die Kinder beides sehr früh kannten und respektierten und annahmen. So lernten sie auch früh, Leben zu nehmen.. nur wenn es unumgänglich ist, wenn es notwendig ist. Sei es um ein leidendes Tier zu erlösen, um nicht zu verhungern, oder um das Gleichgewicht zu halten.. und später.. um die Wildnis zu schützen, vor gefahrvollen Eindringlingen, vor bösen Kreaturen. Lylian wuchs so in der Geborgenheit, der Abgeschiedenheit auf, und die Zivilisation und andere Rassen und Kulturen waren nur Geschichten, Erzählungen aus dem Mund seiner Ziehmutter und ihrer Erzählungen, denen er voller Faszination lauschte.
Die Jahre zogen ins Land und für die kleine Familie machte sich immer mehr bemerkbar, dass Lylian zu den langlebigen Rassen gehörte. Während sein Bruder bereits zu den Halbwüchsigen zählte, war Lylian noch immer im jungen Kindesalter. Während sein Bruder zu einem Mann heranreifte, war er noch immer ein Halbwüchsiger, der zuweilen noch immer recht verspielt war und sich scheinbar sehr viel Zeit nahm, erwachsen zu werden. Es brauchte lange bis sein Bruder dies so gut an- und hinnahm, wie es ihre nun langsam alternde Mutter tat.
Er war noch ein halbes Kind, als sie ihm die Fähigkeit vermittelte, nicht nur mit Tieren umzugehen, sie zu verstehen, sondern auch seinen Körper so zu beeinflussen, dass er sich in eines der Geschöpfe verwandeln konnte. Zunächst war es ein Wolf. Was für ein unspektakulärer kleiner Wolf er war! Aber er war soo stolz, als ihm diese schwere Aufgabe endlich gelungen war! Sogar den ersten Schmerz hatte er kurz darauf vergessen und übte Tag und Nacht, um diese neue Kraft besser zu beherrschen, tobte so lange er konnte in Tiergestalt umher, genoss, die vielen neuen Eindrücke, die völlig andere viel intensivere Wahrnehmung eines Tieres, bis die Kraft ihn wieder in seine eigene Gestalt zurückzwang. Und sein Stolz war unermesslich groß, als er ihr das erste Mal einen selbst gejagten Hasen vor die Füße legen konnte! Es war zwar recht.. nun.. mitgenommen und schon ziemlich angenagt, aber es war eine selbst erlegte Beute!! Welch herrliche Zeit.
Inzwischen war Lylian zu einem jungen Elfen herangereift. Noch nicht völlig ausgewachsen, war er ein ein halb Köpfe kleiner und um ein vielfaches zierlicher als sein stämmiger Bruder. Das was sein Bruder an Kraft und Widerstand herbrachte, machte er mit seiner Agilität, seinem Geschick wett. Sein dunkles dichtes schönes Haar hatte die Mutter nie anrühren können, und so wuchs es wild und ungebändigt bis zu seinen Hüften hinab und verlieh dem Halbwüchsigen umso mehr etwas wildes. Die grünen Augen hingegen, stachen in dem hübschen zarten Gesicht, welches von der dunklen Mähne umrahmt war, hervor und verliehen ihm etwas Katzenhaftes. Unzählige kleine Narben und eine größere Narbe von einem tiefen Biss am Oberschenkel offenbarten sein nicht gerade behütetes Leben in der Wildnis. Jahreszeiten und Jahrzehnte zogen an ihnen vorbei. Und schließlich ließ ihre Mutter sie beide allein zurück. Ihr Tod war wie ihr Leben hier draußen… still und unspektakulär. Sie gaben sie in dieser Schlichtheit der Natur zurück. Ihre Trauer währte noch lange tief in ihnen, auch wenn sie nun all das was ihre Mutter sie ihnen gelehrt hatte, auf ihre eigenen Schultern nahmen, ohne auch nur zu zögern. Sie schützten gemeinsam die Wildnis, sorgten für das Gleichgewicht, nutzen die Magie, die sie beherrschten, und bauten diese durch gemeinsame Übungen und Studien weiter aus. Doch die Mutter hatte in ihren letzten Tagen mit Leovin geredet. Sie hatte ihm eine Aufgabe gegeben. Und als die Zeit einige Jahre später gekommen war, war Lylian mit seinen knapp 80 Jahren noch immer nicht völlig herangereift, während sein Bruder nun ein alter Greis war. Zu der Zeit, trat sein Bruder an Lylian heran und sprach mit ihm. Sprach eindringlich und ohne auch nur eine Sekunde nachzugeben, denn Lylian sträubte sich, den letzten Willen seiner Mutter umzusetzen. Warum sollte er fort?? Hier war seine Welt, seine Heimat, hier wollte er leben! Zumal sein Bruder selbst nun immer älter wurde und seine Hilfe sicher bräuchte. Doch die Mutter hatte entschieden. Er sollte in die weite Welt, entdecken, lernen, erfahren.. und vor allem, herausfinden, wer er ist, zu wem er gehört. Es verging fast der gesamte Winter, bis sein Bruder ihn soweit hatte, dass er nun schließlich im Frühjahr sich aufmachte. Er würde zurückkommen. Das versprach er ihm. Er würde zurückkommen, sobald er wusste, was geschehen war, wer ihn dort zurückgelassen hatte und wer er war. Und dann würde er wieder seinen Platz dort einnehmen, wo er hingehörte. Die Trennung fiel ihm schwer, aber er war auch voller Aufregung, das musste er eingestehen. Es war ein trauriges Bild, diesen Greisen zu sehen, mit dem er sein ganzes Leben verbracht hatte. Als die Gestalt hinter den ersten Bäumen verschwandt, legte Lylian seinen ganzen Willen zusammen, um nur noch nach vorn zu sehen. Nur nach vorn! In die Ferne! Der Weg durch den Wald war noch vertraut, doch dann, als er an der Waldgrenze war, blieb er stehen, sah zurück.. sah nach vorn in die Weite und.. es brauchte, bis er den ersten Schritt hinaus tun konnte. Danach fiel es ihm mit jedem Schritt etwas einfacher. Denn er war auch voller Neugierde und Aufregung. Ein weiteres Abenteuer. Und was für eines!! Er wusste von seiner Mutter, in welche Himmelsrichtung er musste, um die ersten Siedlungen zu erreichen. Und als er sich überwunden hatte, diese auch zu betreten, begegneten ihm viele befremdliche Dinge die er nicht kannte und nicht verstand. Doch er verhielt sich so dezent, dass er kaum auffiel. So konnte er vieles studieren und daraus Rückschlüsse ziehen. Die ersten Tage waren sehr turbulent und nicht ganz einfach. Doch bemühte er sich, sich anzupassen und lernte… lernte lernte alles was er sah. Wie ein trockener Schwamm sog er alles auf!
In dem zweiten Dorf traf er schließlich auf eine Handelskaravane, die bereit war ihn mitzunehmen, wenn er hier und da mit anpacken würde. Die simple Frage, ob sie in eine größere Stadt fahren würden, bejahte man. Also war er dabei, kümmerte sich um die Tiere und packte überall mit an, wo er gebraucht wurde. Dass ihr Ziel gerade die riesige Stadt Baldurs Gate sein würde.. das ahnte er damals noch nicht. Zumindest nicht in was für ein Ungetüm in feierlicher Stimmung er geraten würde. Willkommen in der aufregenden abtrünnigen Zivilisation mit seinen hunderten Gesichtern kleiner Elf. Möge sie dir schlussendlich offenbaren, woher die Wurzeln deines Lebensbaumes kommen.
Elias wuchs als Halbelf in einer menschlichen Kleinstadt auf. Seine bildschöne Elfenmutter, folgte ihrem Mann nach der Hochzeit in seine Welt und gab ihrem gemeinsamen Sohn zum besseren Start einen menschlichen Namen, der in ihren Elfenohren noch weich und klangvoll genug klang: Elias.
Elias erbte die Schönheit seiner Mutter, doch führte diese bei den Menschenkindern zusammen mit seiner langsameren Entwicklung zu Ablehnung und anderen irritierenden Reaktionen. Für viele Kinder war er einfach „zu hübsch“ für ein Jungen und in seiner Entwicklung zu langsam. Freundschaften zerbrachen schnell, da die menschlichen Kinder ihm davonwuchsen. Und so zog sich Elias immer mehr zurück und versuchte, Ärger aus dem Weg zu gehen.
Dann, eines Tages, als er von einigen Jungs wieder in die Enge getrieben und verprügelt wurde, entdeckte er dabei zufällig seine Fähigkeit, spontan Magie wirken zu können. Es geschah völlig ahnungslos und ungezügelt, doch genügte es, um seine Angreifer verängstigt die Flucht ergreifen zu lassen. Völlig erstaunt darüber und fasziniert, begann er im Stillen die Magie für sich zu erkunden. Angst vor den anderen Kindern hatte er seitdem keine mehr. Zwar fielen ab und an noch immer hässliche Worte in seine Richtung, doch machten die Menschenkinder von nun an immer einen großen Bogen um ihn. Das ließ ihn schmunzeln und eine kleine dunkle Ader in ihm erwachte…
Als er das Jugendalter erreichte, hatte er von seinem hübschen Äußeren nichts eingebüßt, doch war er jetzt auch ein heranwachsender junger Mann, der es genoss, die Wirkungsweise seiner Vorzüge spielerisch zu erkunden. Er wusste, dass sein ungewöhnliches Antlitz zusammen mit seinem magischen Talent bei seinem Umfeld häufig Faszination auslöste. Schnell lernte er zu bezirzen und zu manipulieren, kleinere Dramen auszulösen, wie Herzschmerz, Eifersucht und Rivalitäten untereinander. Ach, er genoss einfach, was sich ergab und sah es als amüsante Unterhaltung und süße kleine Rache für all die kindlichen Anfeindungen in der Vergangenheit. Er hatte Spaß daran, seine eigenen und die Grenzen anderer immer weiter auszuloten und schreckte auch vor unschicklichen (monetären) Angeboten nicht zurück. Solange es für ihn einen Reiz oder Vorteil bedeutete, gab es für ihn keinen Grund, diesen Weg nicht zu gehen.
Als sein Vater durch einen tragischen Unfall starb, war er Anfang 20. Es betrübte ihn sehr, denn von ihm hatte er nicht nur die Kunst des Buchbindens gelernt, sondern auch einige Tugenden, die er sich im Herzen bewahrte. Aber mehr noch fühlte er mit seiner Mutter, die ihren Mann, der als Mensch ohnehin schon eine kürzere Lebenserwartung hatte als sie, viel zu früh verloren hat. Auch bedeutete sein Tod nun das Ende bisherigen Lebens des jungen Halbelfen. Er musste einen neuen Platz für sich finden, aber wo?
Nach dem Begräbnis seines Vaters, schloss er dessen Werkstatt und brachte seine Mutter in die Obhut ihrer elfischen Familie zurück. Dann beschloss er, seiner Wege zu ziehen, um die Magie für sich weiter zu entdecken. Es hielt ihn nichts bei den Menschen, auch nichts bei den Elfen und so schloss er sich einem fahrenden Jahrmarkt an, der durch die Lande zog. Von ihnen lernte er mit Tieren, Seilen und Dolchen umzugehen und wie man eine Handarmbrust benutzt. Er übte sich als Entfesslungskünstler und Messerwerfer und trat als hübscher Exot auf, um etwas Geld zu verdienen. Sein eigentliches Ziel, sein magisches Talent zu veredeln und sein Wissen zu erweitern, verlor er dabei nie aus den Augen. Er lernte, eine kleine Giftschlage zu seinem mehr oder weniger heimlichen Weggefährten zu machen und studierte die neuen Fähigkeiten, die sich aus ihrem Bündnis ergaben.
Nach einigen Monaten entschloss er sich, alleine weiterzuziehen und gezielter nach magischen Vorkommnissen Ausschau zu halten, da das fahrende Volk ihm kein weiteres für ihn sinnhaftes Wissen vermitteln konnte.
Aufgewachsen als Sohn eines einfachen Tuchhändlers namens Haklion und seiner Gattin Seraphine in Nimpeth am Vilhongriff. Er blieb ein Einzelkind, da die Mutter sehr früh in seiner Kindheit verstorben ist und sein Vater nie ihren Tod überwinden konnte. Da nun alle Last der Arbeit auf den Schultern des Vaters wog, war die Kindheit von Themikles durch Armut bestimmt und einsam. Er behalf sich daher schon früh mit Ausreißeraktionen, bei denen er quer durch die ganze Stadt pilgerte und nach und nach Bekanntschaft mit allerlei Gesindel schloss. Durch seine harmlose Art als streunendes Kind bekam sein neugieriges Wesen allerhand Dinge zu Ohren, die er sorgsam einzusetzen wusste.
12 – Themikles erreicht das Alter, in welchem er langsam beginnt, die gesammelten Informationen zu seinem Nutzen zu verwenden. Er fordert Gefallen ein, spielt den Nachrichtenüberbringer und spioniert zunehmend gezielter reichen Bürgern nach – denn er hat früh gelernt, dass die stets die schmutzigsten Geheimnisse verbergen. Dabei erhält er frühzeitig Einblick in die verkommene Lebenswelt der Reichen – die sich alles kaufen können und doch so sehr ihr Leben auf Missgunst, Argwohn und Verrat aufbauen, sogar ihren eigenen Eheleuten gegenüber. Bei einer seiner Schnüffelaktionen stürzt er jedoch vom Dach eines hohen Hauses ab und schlägt hart auf. Zu seinem Glück überlebt er, doch liegt er wochenlang ans Bett gefesselt und hat schreckliche Schmerzen. Das spornt ihn aber eher an, seine Fähigkeiten zu vervollkommnen.
13 – Bei seinem Streifzügen durch die Stadt freundet sich Themikles mit dem anderen Gassenkind Themion an. Beide sind von ähnlichem Charakter, wenngleich Themikles mehr zur Großspurigkeit neigt und Themion eher zu unüberlegten Taten. Das ist auch der Grund, warum Themion gegen Ende des ersten Jahres ihrer Bekanntschaft mit den Söldnern des Stadtfürsten in Konflikt kommt und mehrfach eine Tracht Prügel erhält. Schließlich reißt dem Anführer der Truppe der Kragen und er verweist Themions Familie der Stadt – Themikles leidet sehr unter der Trennung.
15 – Als die freche Sila in sein Leben tritt, freundet er sich daher schnell mit ihr an. Sie schafft es nicht nur, sein Trübsal bezüglich Themion wegzuwischen, sondern auch sein Interesse an Mädchen zu wecken. Sila ist blond, klein und drahtig, für ihre 16 Jahre aber schon sehr weit und weiß das auch sehr gut – sie neckt ihn und genießt seine Aufmerksamkeit. Denn zwar ist sie recht hübsch, doch als schmutzige Straßengöre wird sie ebenso wie Themikles von niemanden wirklich wahrgenommen – und hat auch keine Aussicht darauf, jemals verheiratet zu werden. Sie schlägt sich mit Betteleien und kleinen Diebstählen durchs Leben, und Themikles beginnt, die Vorzüge ihrer Lebensweise zu verstehen – bietet sie ihm doch Unabhängigkeit vom Vater. Sila sieht die Bekanntschaft aber nicht als echte Freundschaft, sondern eher als ein Spiel, in dem sie sich austesten kann. Am Ende schläft sie sogar mit ihm, aber im Grunde nur, um ihre eigenen Grenzen zu erforschen und nicht aus echter Leidenschaft. Es bleibt bei dem einen Mal, was Themikles aus Enttäuschung von ihr wegtreibt – aber zugleich seine Neugier an den Frauen weckt.
16 – Themion kehrt wieder in die Stadt zurück – ohne seine Eltern. Er ist nun 17 und damit alt genug, auf eigene Faust für sich zu sorgen. Er setzt seine Diebstähle fort und beginnt zunehmend, sich an den Reichen der Stadt zu rächen, indem er ihnen wichtige Gegenstände entwendet und dafür gutes Geld von Konkurrenten aus anderen Stadtstaaten gezahlt bekommt. Themikles beobachtet das mit etwas Neid und beginnt, seinem ehemaligen Freund nachzueifern, wodurch sie zu Konkurrenten werden. Aus der Freundschaft wird eine Form der kalten Feindschaft – beide fühlen sich vom anderen in Stich gelassen. Gleichwohl überschreiten sie nie die Schwelle des blanken Hasses und würden sich gegenseitig ernsthaft verletzen. Es bleibt eher zeitlebens bei einer spöttischen Konkurrenz zueinander.
17 – Themikles ist vielleicht zunächst noch nicht so talentiert und gut bezahlt wie Themion, doch dafür hat er bei den Mädels einen Schlag. Sein gutes Aussehen und trotz seines Lebens auf der Straße fast höfliche Manierlichkeit gegenüber dem weiblichen Geschlecht bringt ihm früh Erfolg ein. Dadurch erhält er sogar Zugang zum Gemach von Lady Vinea, der Tochter eines der drei wichtigsten Handelsfürsten der Stadt, der er auf dem Markt mit seinen Kunststücken und seiner zugleich frechen wie zuvorkommenden Art imponiert hat. Sie gilt nach außen hin als keuche junge Frau, zeigt Themikles aber schnell, dass in ihr ein unlöschbarer Durst nach körperlichen Vergnügungen brennt. Mit der hochgewachsenen 17jährigen mit dem langen schwarzen Pferdeschwanz hat er über ein Jahr hinweg eine intensive Affäre, aus der zu ihrer beider Glück kein Kind entspringt. Sie endet schließlich, als es für sie daran geht, zu heiraten. Beide gehen in Freundschaft auseinander.
18 – In der Stadt ist kurzfristig der berühmte Dieb Antharion mit seinen Gefährten unterwegs. Sie stehlen dem Stadtdespoten das Rad der Mystra, ein Zauberartefakt, das schwer bewacht wird. Themikles bewundert den Coup und informiert sich in der Folgezeit ganz genau, wie die Aktion abgelaufen ist. Er lernt voller Freude die Details und probiert sie zunehmend in eigenen Beschaffungsaktionen aus. Langsam macht er sich ähnlich wie sein Freund einen Namen in der Stadtszene – und weckt die Aufmerksamkeit der Stadteliten.
19 – Mittlerweile sind beide Konkurrenten so erfolgreich geworden, dass Nimpeth tatsächlich zu klein für beide geworden ist. Da zudem jeder weiß, wer die beiden sind, wird es immer schwieriger, unterzutauchen. Themikles sieht sich daher gezwungen, die Stadt zu verlassen – von seinem Vater verabschiedet er sich nicht einmal. Der ist für ihn nur zu einem bedauernswerten, alten Mann ohne echten Bezug geworden.
20 – Themikles entdeckt zunehmend, dass er bei seinen Einbrüchen und Taschendiebstählen teilweise unverständliches Glück hat. Ihm gelingen Dinge, die eigentlich völlig unmöglich scheinen. Er geht diesen Fähigkeiten nach und sucht zunächst einen Kleriker auf, um eventuell festzustellen, dass er den Schutz eines Gottes genießt. Tatsächlich ist die Erklärung aber viel banaler: Er entwickelt eine Neigung zu einfacher Magie. Da diese ihm zupass kommt, lässt er sich von dem Kleriker einen Magus vermitteln, der noch einen Schüler sucht.
21 – Die Ausbildung gestaltet sich recht schwierig, da Themikles an einen festen, disziplinierten Tagesablauf nicht gewöhnt ist und viel lieber in einer Bar abhängt, um hier weibliche Bekanntschaften zu schließen – und seine Fähigkeiten bei kniffligen Entwendungen von wertvollen Kunstgegenständen zu erproben. Schlussendlich wird er von seinem Meister zum Teufel geschickt und er muss sich einen neuen Ausbilder suchen. Durch Kontakte kommt er an einen Gildendieb, der selbst zugleich Magier ist und ihn genau in den Dingen unterweist, die ihn wirklich interessieren. Der Preis ist, dass die Ausbildung sozusagen zugleich Raubzüge für die Diebesgilde beinhaltet.
22 – Er unternimmt seine Einsätze für die Gilde meist auf eigene Faust, manchmal aber auch in einer Gruppe anderer Gildendiebe. Am Vylhongriff gibt es zahllose Stadtstaaten, die allesamt unter der Herrschaft anderer Kleinfürsten stehen, die sich „ihre“ Stadt unterworfen haben und gegenseitig den Einfluss, die Kunstschätze und die magischen Artefakte in den Schatzkammern neiden. Viel Arbeit für Gildendiebe. Bei seinen Unternehmungen wird er immer öfter von der sehr verschlossenen, aber nicht reizlosen Myara begleitet, einer halbelfischen Schurkin ohne magische Fähigkeiten aber mit unglaublicher Eleganz bei jeglichen Körpereinsatz. Beide beginnen einander zu schätzen und beginnen schließlich eine intensive Affäre, die aufgrund seiner notorischen Untreue immer wieder zwischen Verachtung und wilder Leidenschaft schwankt. Auch diesmal bleibt die gemeinsame Zeit ohne Nachwuchs, als sich Myara schließlich frustriert von ihm abwendet und in eine andere Stadt abwandert.
23 – Er hört von Myara erst wieder, als sie ein Jahr später wieder in seinem Gebiet aktiv wird. Sie ignoriert ihn aber und lässt ihn eiskalt abblitzen, als er vorsichtig wieder Kontakt aufnimmt. Da sie zudem nun nicht mehr in der Gilde arbeitet, ist sie eigentlich auch eine zu ächtende Feindin. Er lässt sie jedoch gewähren und verrät sie nicht an seine Gildenbrüder, da kühle Halbelfe noch immer anziehend findet und sie eigentlich zurückgewinnen will. Schlussendlich bekommen seine Vorgesetzten dieses Verhalten aber mit und ächten dafür ihn: Er muss die Gilde und auch die Stadt verlassen und weiterziehen. Myara dankt ihm nicht, er sieht sie nicht einmal mehr.
24 – Wirklich glücklich ist Themikles weitere Reise nicht. Er verdingt sich immer wieder für kleinere Aufträge, die ihm aber nicht wirklich zusagen – sie ernähren ihn nur. Er will aber gar nicht mehr stehlen, jedenfalls nicht für andere und schon gar nicht von einfachen Leuten. Er beschließt, auf eigene Faust Ziele auszumachen, die sich lohnen und durch deren Versatz Geld zu machen. Er sucht die Herausforderung und hat es vor allem auf seltene und schöne Kunstgegenstände, besonderen Schmuck oder Artefakte abgesehen, die ohnehin nur „nutzlos in den Schatzkammern der Reichen lagern“.
25 – Bei seinen Aktivitäten konzentriert er sich immer mehr auf schwierige Objekte, die eine besondere Herausforderung darstellen. Noch kann er sich aber nicht an die wirklich gut bewachten und wirklich seltenen Objekte wagen, aber er ist auf einem guten Weg, sich lokal einen Namen am Vylhongriff zu machen. Schlussendlich beschließt er aber, genau deshalb nach Cormyr auszuweichen. Denn einerseits schmeichelt ihn die Bekanntheit, andererseits ist er ja doch noch nur ein kleiner Fisch und muss erstmal vorsichtig sein – auf sich allein gestellt umso mehr. Daher zieht er vorerst die Anonymität vor.
26 – Und wieder macht er sich Feinde: Diesmal die Lady von Immersee, Maria Elena des Fürsten Culspiir, mit der er nicht nur in der Maske eines ausländischen Gesandten eine Affäre beginnt, sondern die darüber hinaus von ihm beraubt wird. Zum ersten Mal setzt er auch seinen Schlag bei Frauen ein, um dadurch an sein Ziel zu gelangen. Als sie feststellt, wen sie da in ihr Bett gelassen hat, und dass er ihr wertvolles Familienmedallion entwendet hat, kocht sie vor Wut. Sie kann nicht aktiv werden, da sonst ihr Mann von ihrem Seitensprung erführe – doch Themikles zieht es vor, das Weite zu suchen…
27 – Themikles taucht an der Schwertküste auf, wo er noch gänzlich unbekannt ist und durch die weit auseinander gezogenen Siedlungen weniger fürchten muss, verfolgt zu werden. Unglücklicherweise ist hier die Zahl der Despoten viel geringer und der Reichtum ebenso. Etwas enttäuscht registriert er, dass hier kaum etwas Spannendes zu entwenden ist – wenn man von selbstmörderischen Aktionen in Städten wie Tiefwasser einmal absieht. Schließlich erfährt er aber, dass hier im Gegenzug unglaublich viele Ruinen locken und er sattelt ein wenig um auf das Abenteurerleben und Artefaktejagen in verlassenen Gegenden.
28 – Auch hier kann er nicht die Finger von den Frauen lassen – unglücklicherweise nicht selten verheirateten noch dazu. Er verführt die junge Baroness Verena von Hohningen, indem er sich als ein adliger Kunstmäzen aus Cormyr ausgibt. Seine intensive Kenntnis der cormyrschen Gesellschaft kommt ihm dabei sehr zupass. Die üppig gebaute 22jährige Blondine glaubt, sie habe die Chance auf eine reiche Heirat, während Themikles die Gastfreundschaft genießt und den Gutssitz als Ausgangspunkt für seine Unternehmungen nutzt. Als sie schließlich verstärkt auf eine Heirat dringt und auch ihr Vater Druck macht, verschwindet Themikles mitten in der Nacht.
29 – Sein Weg führt ihn weiter nach Norden und in die kühleren Regionen hinein, wo aber auch mehr abgelegene Ruinen zu finden sind. Er schließt sich einer Abenteurergruppe an, deren Gesinnung eher im chaotischen oder gar bösen Bereich zu suchen ist, die aber Schutz und eine warme Mahlzeit bedeutet. Gemeinsam plündern sie verfallene Burgreste und sogar uralte Gräber – wovon sich nur Themikles fernhält. Ihm kommen so Zweifel an seinem Pfad, die nur durch die äußerst angenehme Gesellschaft der Waldläuferin/Schurkin Kyra unterdrückt werden, die schon bald sein Lager teilt. Mit ihr hat er aber zum ersten Mal seit langem wieder eine wirklich ernsthafte Beziehung. Er mag ihren trockenen Humor und ihre zugleich professionelle und sanftmütige Art.
30 – Beide beschließen gemeinsam, die Gruppe zu verlassen und sich wieder richtigen Aufgaben zuzuwenden. Sie machen einen seltenen, sehr großen Edelstein aus, der von einer Gruppe Priester der Shar als Sinnbild der Scheibe der Nacht verehrt wird. Es gelingt ihnen, den Stein in ihren Besitz zu bringen, zugleich aber haben sie sich damit den Zorn aller Shar-Gläubigen zugezogen, die nun wahrlich als skrupellos gelten dürfen. Sie müssen wieder nach Süden flüchten und schnell den Edelstein loswerden. Aufgrund der Heißheit der Ware müssen sie ihn weit unter Wert verkaufen.
31 – Zwischen den beiden kriselt es. Themikles hat sich zwar keine Verfehlungen geleistet, doch Kyra zürnt ihm schon, wenn er nur mit fremden Frauen flirtet – und das kann er wahrlich nicht sein lassen, es ist einfach in seiner Natur. Und so kommt es, wie es kommen muss: Sie verlässt ihn schließlich und geht wieder eigener Wege. Er besitzt immerhin den Anstand, ihr den Lohn aus ihren letzten gemeinsamen Unternehmungen zu überlassen (viel ist es ohnehin nicht mehr) und steht damit wieder am Anfang…
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