Zwischen Stein und Schicksal (Die Schuppenschlächter)

Zwischen Aufbruch und Wurzeln

Als die Wolken am Abend wie ein graues Tuch über den Felsen nördlich von Phandalin hingen, ließ die Gruppe den Duft von frischem Holz im Steinhügel hinter sich und nahm eine neue Spur auf: Zukunft. Ze Rui hatte ihnen Land gezeigt, das nach Möglichkeiten roch – Waldränder im Wind, Keller, die von Jahrgängen träumten, und Felder, die unter Zauberhand doppelt tragen könnten. Zwischen Turm und Tafelberg, zwischen Leuchtturm und Weinberg, wuchs ein Gedanke zur Entscheidung: Heimat baut man dort, wo Platz für Träume ist.

Zwischen Stein und Schicksal (Die Schuppenschlächter)

Pläne aus Holz und Stein

Don John, mit schwieligen Händen und funkelnden Augen, malte die Welt in Stützen und Stollen. „Im Erdreich Holz, viel Holz, dicht gegen Wasser. Im Felsen weniger Stützen, mehr Arbeit.“ Er wies sogar zum Leuchtturm – störrischer Fels, ehrliche Arbeit. Ein zweites Zuhause am Meer blieb ein reizendes Flüstern: sicher, hoch, aber eng. Die Mehrheit roch nach Erde.

Der Atem der verborgenen Mine

Dann rief die Wildnis. Der Felsrand öffnete den Blick auf einen dunklen Spalt, überwuchert, als wollte die Natur das Geheimnis für sich behalten. Zwischen Sträuchern lagen Orks, eine Woche dem Verfall anvertraut, nicht von Klingen, sondern von spitzen Hieben zerrissen – Spitzhacken, als hätte der Berg selbst zurückgebissen. Die Mine atmete nah.

Die Wächter mit Levzenkraut

Am Eingang stand Vorsicht auf zwei Beinen: Werratten, Augen wie Spieße, Armbrüste an den Handgelenken, Lederriemen mit einem schlichten Zeichen – Levzenkraut. „Das ist unser Zuhause“, sagte eine Stimme, hölzern und wahr. Kein Fauchen, keine Drohung, sondern ein Ort, den man nicht noch einmal verlieren wollte. Ein Gespräch wurde angeboten – drinnen, bei ihrer Anführerin.

Zwischen Stein und Schicksal (Die Scuppenschlächter)

Grenzen ohne Blut

Die Gänge der Mine lagen wie Adern im Stein. Hinter Fässern und Schleifstein öffnete sich der große Saal, und mit ihm trat ein Rudel ins Licht, das keines suchte. Sie wollten leben, nicht schürfen; Stille statt Schlagwerk, Ratten statt Rationen. Dorian hob die Hand, Worte statt Stahl. Guidance wie ein leiser Rückenwind. Grenzen wurden gezogen, nicht mit Blut, sondern mit Kreide: „Rechts“ gehört dem Rudel, „links“ der Arbeit. Ein späterer Seitentausch, vielleicht ein Frieden für länger. Don John nickte schwer. „Kein Gold ist den Mord an einem Clan wert.“

Der Hunger unter der Erde

Doch unter Erde träumen auch Zähne. Tiefer, enger, blendete das eigene Licht die, die im Schatten sehen konnten. Serena blieb dicht bei Belian, als der Geruch von Verwesung die Luft dicker machte. Dann fiel der Albtraum: ein tausendfüßliger Wurm mit Tentakelmaul, groß genug, den Tunnel zu füllen. Kyra hielt die Front, Gift perlte an Willen ab. Dorian biss die Zähne zusammen – vierzehn Gründe, zurückzuschlagen.

Tanz aus Stahl und Schatten

„Freie Schusslinie!“ Das Echo lachte. Also wurde geklettert. Kletterhandschuhe küssten Stein, die Schurkin glitt an der Wand vorbei, schnitt von der Flanke. Ein sauberer Treffer, dann noch einer, der Trick der Schmugglerklinge nur einmal, wie es sich gehört. Belian ließ das Einhorn des Lebens weiden; sieben Tropfen Mut flossen zurück. Guiding Bolt verfehlte, aber die Hoffnung nicht.

Lektionen im Kampf

Später verwandelte sich der Kampf in Unterricht. Der Koloss lag, und die Gruppe nahm Maß: Advantage, Prone, Sneak Attack, Lucky – Regeln wurden zu Tanzschritten, bis sich die Choreografie ins Blut schrieb. Die Rangerin setzte ihr Zeichen und schickte zwei Pfeile, die wie Kapitelüberschriften klangen – zusammen fast ein halbes Heldengedicht an Schaden. Der Paladin ließ Schild und Smite miteinander sprechen, und selbst die kalte Hand der Hexe schrieb eine „20“ in den Nebel der Nekrose. Am Ende blieb nicht nur ein besiegter Wächter zurück, sondern eine Gruppe, die wusste, wie sie miteinander siegt.

Flüstern von Zukunft und Drachen

Draußen flüsterte der Wind vom Wein, vom Wald und von einem Leuchtturm, der wie ein Ausrufezeichen in der See stand. Drinnen wartete die Wahrheit der Mine: Orks, Spitzhacken, verschwundene Arbeiter, ein Rudel mit Levzenkraut am Band und ein Abkommen, das Tinte brauchte. Und irgendwo weit im Norden schob ein Drache seine Schuppen über Schnee und Stein – als lausche er auf neue Besitzer eines alten Landes.

Zwischen Aufbruch und Wurzeln

von unbekannt | Die Schuppenschlächter

Schätze des Drachengrabes (Die Schuppenschlächter)

Im Herzen des Drachengrabes – Die unsichtbare Bedrohung

Tief im Drachengrab, wo Gebeine der Vergangenheit warteten und Gegenstände mit großer Macht zu finden schienen, verspürte Kyra eine unsichtbare Entität. Kyras Nackenhaare stellten sich auf und sie wusste – hier droht Gefahr! Beherzt tastete sie sich vor und spürte StoK über einer Leere – ihre Klingen schnitten durch die Kälte der Luft – ohne Widerstand und hoKentlich doch kraftvoll?

Kampf gegen das Ungreifbare

Dorian als Schild der Schuppenschlächter versuchte sich nach Kyras Hilferuf schützend dem Unbekannten Bösen entgegenzustellen – aber ohne Sicht, ohne konkretes Ziel verliefen alle Bemühungen der Gruppe im Nichts. Cleo und Serena eilten herbei – sahen ihre Freunde in Bedrängnis, ohne selbst aber die Ursache sehen zu können. Selbst herbeigerufenes Moos und Wurzeln griKen vergebens um sich – die Gedanken ob der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten schienen vernebelt und durch die alte Magie des Grabes verloren gegangen zu sein. Welch neue Gefahr hatte die uralte Macht, die das Geschehen Fearuns leitet, hervorgerufen?

Verzweiflung im Sturm

Hilflosigkeit und HoKnungslosigkeit machte sich breit, ein unsichtbarer Wind schlug um sich. Belian als Bote des göttlichen Lichts hielt seine heilenden Hände über seine Gefährten, Dorian versucht, den Anweisungen Kyras folgend, mit wilden Schlägen Wirkung zu erzielen. Serena und Cleo – gefangen in wirbelnder Luft, ebenfalls verloren –

Die Offenbarung des Feenfeuers

und dann… Cleo erinnerte sich ihrer neu erworbenen Kräfte – der Fähigkeit Unsichtbares zu erhellen… Feenfeuer… der glitzernde Staub enthüllte die unsichtbare Kraft… ein Elementar der Lüfte… eine alte Wache des Grabes war erweckt worden.

Schätze des Drachengrabes (Die Schuppenschlächter)

Der gefallene Wächter

Ab da keimte Hoffnung auf – Belians Feenfeuer, Kyras Sinne und dann Dorians Ruf zum Schutz gegen Böses sorgen dafür, dass sich letztendlich der Orkan legte… das Elementar fiel zu Stille zusammen, ließ nichts als Atemzüge und das Zittern gelöster Muskeln zurück. Die Schuppenschlächter standen keuchend, stark geschwächt und erschöpft im Dunkeln und spürten, wie das Grab wieder still wurde.

Wind auf Knochen – Ein neuer Begleiter

Ein weiteres letztes Grab brachte scheinbar keine neuen Schätze hervor – und doch… beim Verlassen des Drachengrabes wartete Wind auf Knochen. Ein Schatten eines längst vergessenen Pferdes, nicht lebendig und doch sehr gegenwärtig – Kyra ergeben aufgrund der gefundenen Symbole der Macht.

Sterias Wissen und die Macht der Relikte

Nach verbrachter Nacht, dem Ruf Cleos folgend, webte sich Magie und Steria erschien. Ihr Wissen oKenbarte: die im Grab gefundene Kette hielt die Kraft von fünf Feuerbällen – bereit einen Feuersturm zu entfachen. Sie gab auch dem Schwert seinen Namen: Drachentöter, mit einer Schärfe, die Drachen spüren würden.

Cleo verschwindet

Anschließend „entführte“ Steria Cleo – würde Cleo zu ihrem Ich finden?

Ein neuer Anfang am Leuchtturm

Schätze des Drachengrabes (Die Schuppenschlächter)

Belian, Dorian, Kyra und Serena – inzwischen mehr als Gefährten – wenn vielleicht auch nicht ausgesprochen, aber sich zeigend im Tun und Handeln – begaben sich auf den Weg zum alten Leuchtturm. Dort angekommen sprach Ulrik Felbner mit Händen hinter dem Rücken von Zimmern, Blitzableitern und einem Pier, der bald wieder SchiKe trägt.

Das Meer flüsterte und die Schuppenschlächter wussten: Hier kann ein Zuhause entstehen. Ein Licht, das von HoKnung und Rettung spricht. Ein Ort, der Kräuter gegen Wunden wachsen lässt. Ein Ort des Wissens, der Namen in den Wellen des Lebens findet. Ein Ort des Schutzes und der Kraft!

Rückkehr nach Phandalin – Alte Bande, neue Spannungen

Nach dem Zwischenhalt ging es nach Phandalin. Barten, einst ein Freund, wirkte kalt und abweisend – die nicht erfolgte Lieferung zum Holzfällerlager hatte ihn um seinen Gewinn gebracht. Toblen und Elsa entgegen empfingen ihre Gäste mit Freude – und leckerem Essen – verfeinert mit guter Butterschädelhof-Butter… der Lohn für die doch überraschende Entwicklung auf dem Butterschädelhof.

Cleo kehrt zurück – verändert und voller Geheimnisse

Und dann – Cleo erschien – zurück aus Niewinter. In Rot, mit einer Tasche voller Geschichten und Augen, die weiser geworden waren. Sie erzählte von Einsamkeit, von Hunger, von einem Pakt mit Spike, der Macht versprach, wo Menschen nichts boten, von Stella, deren Feenfeuer hell ist, ohne zu verbrennen und von einer Ahnung? Einer Warnung? „Spike ist nicht fort“.

Geschenke, Macht und drohendes Schicksal

Cleo brachte aber auch Geschenke: Stiefel, die Wasser zu Weg machen, Handschuhe, die Mauern zu Pfaden erklären, ein Schwert, das Gift flüstert, und ein Ring, der Stille wie eine Glocke spannt. Sie erzählte auch von einem Artefakt mit großer Macht – Karten, die Schicksal mischen und in der dunkelsten Stunde gerufen werden könnten – zum Wohle oder endgültigem Untergang!

Ein Blick in die kommende Nacht

Welches Schicksal wartet wohl, wenn sich der Mantel der Nacht wieder lüftet?

Schatten im Drachengrab

von unbekannt | Die Schuppenschlächter

Ehrung und Drachenrätsel (Die Schuppenschlächter)

Der Kater nach dem Fest: Erwachen in Niewinter

Der Morgen nach dem Fest der Toten hing wie ein verschlafener Schleier über Niewinter. Die Stadt lag wie eine müde Bühne nach der großen Show: Masken in Pfützen, Flaschenhälse wie Glasblumen im Morgenlicht, und mittendrin gingen die Schuppenschlächter Richtung Halle der Justiz. Tigris breitete seine Flügel aus und stieg in den Himmel auf, Dorian versuchte Cleo mit seinen Dolchen zu beeindrucken – was nicht wirklich gelang.

Ehrung und Drachenrätsel (Die Schuppenschlächter)

Ein zweischneidiges Erbe: Die Ehrung durch Neverember

Vor der Halle der Justiz stand wie immer Dimitri, der ihnen wissend zulächelte. In der Halle der Justiz öffneten sich die Türen mit freundlichen Gesten – die Wachen nickten und der Stadtrat stand zur Ehrung bereit. Ein zentraler Redner – Dargult Neverember – von Dorian und Belian erkannt, entrollte eine Urkunde. Mit einer Autorität – als wäre sie sein Eigen – sprach er von Mut und Taten, vom knirschenden Ende einer unruhevollen Nacht, von wichtig klingenden Butterlieferungen und von Holz, das bald wieder nach Niewinter rollen würde.

Dann die überraschende Ehrung: Eigentum, rechtmäßig und feierlich übertragen – ein altes Gutshaus auf dem Hügel in Phandalin oder der Leuchtturm am Schnittpunkt der Hohen Straße und des Dreieberpfades. Heim oder Wacht? Acker oder Licht? Mit beigestellten Arbeitskräften, Gutachtern und der Erwartung: „Wenn die Dunkelheit wiederkommt, seid ihr da?“ Die Urkunde wechselte Hände; kein Gold, sondern Wurzeln.

Ehrung und Drachenrätsel (Die Schuppenschlächter)

Abschied und das Geschenk der Ratten

Tigris – Überbringer von Worten zwischen Serena und ihrer Mutter kam ohne Erfolg zurück. Was war geschehen? Die Spurensuche führte die Helden in den Gefallenen Turm. Vagdru – der Wirt – überbrachte Serena eine Nachricht, die in ihr Herz ging: Ihre Mutter sei wohl nicht mehr in der Stadt. Er flüsterte von „Verhandlungen außerhalb“ – Melvin und Eldra waren fort. Und doch: Eldra schickte ihrer wiedergefundenen Tochter durch Vagdrus Hände ein „Geschenk der Ratten“.

Später, auf dem Oberdeck der alten Galeone, wo Captain Harrag Speis und Trank über einen kleinen Aufzug servierte, öffnete Serena das Geschenk ihrer Mutter: ein unscheinbarer Bogen und die Worte: „Tochter. Beweise dich mit deinen Freunden. Möge dir das Geschenk der Ratten Kraft geben. Mutter.“ Ein prüfender Blick nach magiegewebten Fäden offenbarte eine besondere – aber unbekannte Kraft des Bogens. Würde sich Serena als Trägerin des Bogens würdig zeigen bzw. das Geschenk der Ratten meistern können?

Schatten im Kontor und neue Pfade

Weiter ging es zum Kontor Moonfall. Geldwin – der Vorarbeiter der Moonfalls – verschlossen wie immer, erklärte sich bereit ihm entgegengebrachte Zweifel zu beseitigen und öffnete das magisch verschlossene Heim der Moonfalls. Belian – als vertrauenswürdige Auge der Schuppenschlächter überzeugte sich von der menschlichen Leere der Räumlichkeiten.

Dann der Aufbruch. Drei Pferde, ein beschworener Schreckenswolf und ein Netz von Aufgaben: verschwindende Arbeiter im Schloss zu Niewinter, der Wirbelsturm im Hafen, der Drachen in der Gegend von Phandalin…. und ein Grab, in dem eine Waffe von großer Macht warten sollte.

Das Drachengrab: In den Schlund der Vergangenheit

Das Drachengrab empfing sie mit einem leichten Wind, Stelen und einem Rückgrat aus Stein und Erinnerung. Glühlichter tanzten, Tigris fand nichts – erst ein wildes Buddeln im Dreck brachte den Erfolg. Ein Tangram aus Splittern wurde zum Schlüssel, ein „Knopf auf der Vergangenheit“ antwortete, und die Erde drehte sich. Der Abstieg roch nach Feuchtigkeit, Fallen und alten Versprechen. Eine Grube im rechtsseitig liegenden Gang schnappte zu; Serena und Cleo rauschten drei Meter tiefer in eine Falle. Spinnenklettern, Seil und Muskeln: Teamwork zog sie heraus.

Ehrung und Drachenrätsel (Die Schuppenschlächter)

Frostiger Stahl und erwachende Mächte

Dann Hebel statt Heldenkraft – die ausziehbare Stange machte den ersten Sarkophag zum höflichen Gastgeber. Nur eine Kette mit fünf Flammen, die in Edelsteinen wohnten. Im linksseitig liegenden Gang das gleiche Bild – eine Grube und ein Sarkophag – die Kammer einer Frau – der Drachentöterin? Auch hier half die magische Stange – zu Lichte trat ein Schwert, das selbst eingewickelt scharf wirkte. Ein Gebet… ein Griff von Dorian – und als das Schwert gehoben wurde, erfror die Luft. Eine dunkle Präsenz schlug die Augen auf – Kyras achter Sinn erhob sich…

Doch während der Frost des Schwertes noch in ihre Knochen kroch, hallte ein unnatürliches Scharren aus der Tiefe des Ganges wider: Die Schuppenschlächter hatten nicht nur eine Waffe geborgen, sondern etwas geweckt, das seit Äonen darauf gewartet hatte, dass jemand den staubigen Frieden des Grabes bricht.

Das Tagebuch von Niewinter (Die Schuppenschlächter)

Vorwort

Ein festlicher Beginn mit düsterem Omen

Was als festliche Nacht in Niewinter begann, sollte sich bald zu einem albtraumhaften Tanz mit den Toten entwickeln. Kaum hattet ihr die Freuden der Zivilisation – und in einem Fall ein prächtiges, feuerrotes Kleid – genossen, wurdet ihr von der ernsten Miene der Hauptmännin der Stadtwache aus eurem Frieden gerissen. Ein Notfall!

Der feige Stadtrat und ein Auftrag aus der Not

Während die Stadt sich auf das mitternächtliche Feuerwerk des „Fests der Toten“ vorbereitete, marschiertet ihr zur Halle der Justiz, nur um festzustellen, dass sich der gesamte Stadtrat feige hinter magisch versiegelten Türen verbarrikadiert hatte. Die Botschaft war klar: Die Toten auf dem Friedhof waren nicht mehr gewillt, in ihren Gräbern zu ruhen, und ihr solltet euch darum kümmern.

Ein verschwundenes Gesicht und ein neuer Begleiter

Als ihr wieder ins Freie tratet, war Kira verschwunden. An ihrer statt fandet ihr nur einen treuherzigen Hund namens Luca vor, der euch fortan nicht mehr von der Seite wich.

Der Friedhof der Ruhelosen

Auf dem Friedhof selbst bot sich euch ein Bild des Grauens. Die Stadtwache kämpfte einen aussichtslosen Kampf gegen eine endlose Flut von knochigen Spinnen und Schädeln, die immer wieder aus dem geweihten Boden emporstiegen. Schnell erkanntet ihr die Sinnlosigkeit dieses Gemetzels und machtet euch auf die Suche nach der Wurzel des Übels.

Die verborgene Gruft und der verbotene Hebel

Euer Instinkt führte euch zu einer alten Gruft, deren Eingang geschickt von einer Illusion verborgen wurde – eine Täuschung, die dem Kopfstoß eines Elches (oder war es ein kräftiger Tritt?) nicht standhielt. Im Inneren lockte ein Hebel mit der verlockenden Inschrift: „Nicht ziehen“. Dorian, stets ein Freund des Experiments, konnte nicht widerstehen.

Ankunft an der Halle der Gerechtigkeit

Eilig bahnten wir uns unseren Weg durch die düsteren Straßen der Stadt, entschlossen, so schnell wie möglich die Halle der Gerechtigkeit zu erreichen. Kaum hatten wir die ehrwürdigen Stufen erklommen, erblickten wir auf der Treppe einen alten Bekannten – den Bettler, der uns in der Vergangenheit schon das ein oder andere Mal begegnet war. Doch diesmal wirkte er verändert. Wo er zuvor in düsterer Resignation geharrt hatte, schien er nun fast fröhlich. Ein seltsames, fast unheimliches Lächeln zierte sein Gesicht, als er uns begrüßte.

Kyra, die ohnehin eine besondere Verbindung zu ihm hatte, entschloss sich, bei ihm zu bleiben und wartete geduldig, während wir in die Halle traten.

Falltreppe, Sarkophage und eine unbezwingbare Winde

Ein Quietschen hallte durch die Gruft, und kurz darauf stürzten zwei von euch eine tückische Falltreppe hinab. Unten angekommen, umgeben von sieben steinernen Sarkophagen, standet ihr vor eurem nächsten Hindernis: einer gewaltigen Ankerwinde, die sich euren vereinten Kräften widersetzte. Eure Muskeln versagten, eure Würfel verrieten euch.

Der Ruf nach Hilfe und das Wunder des Eulenbären

In dieser Stunde der Not erinnertet ihr euch an Kiras Nachricht: „Ruft meinen Namen, wenn ihr Hilfe braucht.“ Ihr flüstertet ihren Namen in die staubige Luft, doch es war nicht Kira, die erschien. Stattdessen geschah das Wunder direkt vor euren Augen: Der kleine Hund Luca schwoll an, Knochen und Muskeln formten sich neu, und vor euch stand ein majestätischer, zorniger Eulenbär!

Entfesseltes Grauen und der Kampf um Leben und Tod

Mit seiner gewaltigen Kraft half er euch, die Winde zu drehen. Doch mit jeder Umdrehung entfesseltet ihr neues Grauen. Zuerst eine Horde hungriger Ghule, und dann, als die Winde ihr Ziel erreicht hatte, drei Skelettmeister, deren Augenhöhlen vor bösartiger Magie glühten.

Feuer, Verlust und der Wendepunkt

Der Kampf war brutal. Zwei sengende Feuerbälle streckten Belian nieder, und für einen Moment schien alles verloren. Doch gemeinsam, gestärkt durch die wilde Kraft des Eulenbären, schlugt ihr zurück. In der Hitze des Gefechts saht ihr für einen Augenblick, wie sich hinter der Bestie die Gestalt eines Elfen abzeichnete.

Der Sieg und die Wahrheit hinter der Bestie

Am Ende lagen die Skelettmagier zerschmettert zu euren Füßen. Der Sieg war euer. Im Moment der Stille nach dem Kampf löste sich die Gestalt des Eulenbären auf und enthüllte einen Elfen, der euch ansah.

Wiedersehen, Offenbarungen und ein neues Kapitel

In diesem Augenblick öffnete sich eine verborgene Tür, und Kira trat herein. Ihr Wiedersehen war herzlich und voller Emotionen. „Ray!“, rief sie und umarmte den Elfen. Es war Tiva Ray, ihr lange verschollener Geliebter und der Vater des Kindes, das sie unter ihrem Herzen trug. Nachdem die schockierende, aber freudige Nachricht verdaut war – und Dorian es sich nicht nehmen ließ, Ray in diesem Mausoleum zur Vaterschaft zu gratulieren – verließ die wiedervereinte Gruppe die Gruft, zurück in die Nacht von Niewinter.

Das Heldenjournal

Ein fiebriger Traum aus Verrat und Offenbarungen

Die Abenteuer in Niewinter entfalteten sich wie ein fiebriger Traum, ein Wirbelwind aus Enthüllungen, Verrat und unerwarteten Allianzen. Nachdem sich die getrennte Gruppe in den modrigen Tiefen der Gruft wiedergefunden und die tückische Treppenfalle clever umgangen hatte, offenbarte das Schlachtfeld auf dem Friedhof ein düsteres Geheimnis: Unter den Gefallenen befanden sich Mitglieder der „Toten Ratten“, jener zwielichtigen Organisation aus Serinas Vergangenheit.

Ein unsichtbarer Hinweis und ein unheilvoller Name

Während die Helden diese Entdeckung noch verarbeiteten, fanden sie auf Drängen der wachsamen Zauberwirkerin Steria den entscheidenden Hinweis: ein unsichtbares Stück Papier mit einem einzigen, ominösen Wort: Schuppenschlächter, und vielen kryptischen Zeichen.

Gestohlene Artefakte und eine tickende Zeitbombe

Die Reise führte sie zurück in die Stadt, wo die Magierin Steria eine schockierende Wahrheit über die gestohlenen Artefakte der Zitadelle enthüllte: Kyra besaß heimlich einen „Ring der heilenden Winde“, der mit einem explosiven Schutzzauber belegt war – ein Geheimnis, das sie meisterhaft verbarg und das eine tickende Zeitbombe in der Gruppe darstellte.

Ein Portal, ein Bettler und die Halle der Justiz

Ein magisches Portal, welches Steria nach Wunsch von Cleo erzeugt hatte, brachte die Helden direkt vor die Halle der Justiz, nur um dort von dem seltsam gut gelaunten Bettler namens Dimitri begrüßt zu werden.

Der gestrandete Leviathan – Sicherheit oder Trugbild?

Zuflucht fanden sie in der Taverne „Der gestrandete Leviathan“ bei Captain Harak, der sie in einen verborgenen, luxuriösen Raum mit Panoramafenstern führte. Doch Haraks Ausreden, warum seine Taverne geschlossen war, und das Misstrauen in Kyras Augen deuteten darauf hin, dass auch dieser Hafen nicht so sicher war, wie er schien.

Die Rakete mit der Drei und der beginnende Countdown

Der Abend gipfelte in einem spektakulären Feuerwerk von der „Mondsteinmaske“, dessen Beginn durch eine Rakete eingeleitet wurde, die eine leuchtende „3“ an den Himmel malte – ein unheilvoller Countdown hatte begonnen.

Rays Geständnis und ein zerbrechliches Bündnis

In der schallisolierten Stille eines Privatraums offenbarte Ray schließlich sein wahres Ich: Er war ein Doppelagent, gefangen zwischen dem Orden des Schattens und den Toten Ratten, untergetaucht, um Kyra, seine Geliebte, zu schützen. In einem Akt des Vertrauens gab ihm die Gruppe einen Sendestein, bevor er wieder in den Schatten verschwand. Die einst verfeindeten Gilden, so wurde klar, schmiedeten nun ein fragiles Bündnis.

Neue Kräfte, leise Hoffnung und eine große Offenbarung

Die folgenden Tage brachten Momente der Ruhe und neuer Pläne. Die Helden tauschten sich über ihre erwachten Kräfte aus – ein leuchtendes Geisterross für den Paladin, neue Verwandlungen und Heilmagie durch eine Eule für den Druiden. In einer intimen Runde offenbarte Kyra ihre Schwangerschaft und den Namen ihrer Tochter: Milia.

Pläne, Gefahren und unausweichliche Wege

Doch die Ruhe war trügerisch. Pläne mussten geschmiedet werden: Dorians Verhandlung in der Halle der Justiz, das Treffen mit Rays geheimnisvoller Mutter, Seniora Gray, und ein erneuter Besuch bei der „Mondsteinmaske“, bei der Dorian zur Persona non grata erklärt worden war.

Der Magierturm und das Schicksal des Rings

Der Weg führte sie jedoch zuerst zum Magierturm. Dort, bei der Erzmagierin Steria, wurde die Wahrheit über den gestohlenen Ring enthüllt: Der Lehrling Bria war der Dieb und war bereits hingerichtet worden. Beeindruckt von der Ehrlichkeit der Gruppe, den Ring zurückzugeben, reinigte Steria ihn und verwandelte ihn in ein noch mächtigeres Heilungsartefakt.

Lady Tanamere Alagondar Grab und der Blick in die Zukunft

Eine andere mysteriöse Notiz konnte sie nicht entschlüsseln, doch sie gab ihnen einen neuen, hoffnungsvollen Hinweis: das Grab der legendären Kriegerin Lady Alagondar, in dem ein mächtiges Drachentöterschwert ruhen soll. Während ein Gefährte sich auf eine zweitägige magische Analyse seiner Kräfte vorbereitete und eine seltsame gelbe Münze als Rufsignal erhielt, wurde der Gruppe klar, dass alle seltsamen Ereignisse – der Sturm am Hafen, die Barriere, der mysteriöse Zettel – miteinander verbunden waren.

Grüner Drache

Zurück zur Halle der Justiz

Ihr nächster Halt: die Halle der Justiz. Die Würfel waren gefallen, und das Schicksal von Niewinter lag einmal mehr in ihren Händen

Grabesruh (Die Schuppenschlächter)

Volos Geschichte über den Friedhof von Niewinter

„Hört gut zu, tapfere Recken – denn kaum ein Ort der Vergessenen Reiche wird so unterschätzt wie der ehrwürdige, gelegentlich etwas… lebhafte Friedhof von Niewinter!“
Volothamp Geddarm

Lasst mich beginnen mit einer Wahrheit, die selbst die klügsten Magier nicht gerne öffentlich zugeben: Kein Friedhof in ganz Faerûn wurde so oft wieder aufgebaut wie der von Niewinter. Brände, Orkangriffe, Seuche, Untote, ein gewisser unbegabter Nekromant, der meinte, das Wort „Ruhestätte“ beziehe sich auf ihn selbst – die Liste ließe sich fortsetzen.

Ein Ort voller Geschichte – und Geschichten

Die ersten Gräber stammen aus der Zeit der Uthgardt-Krieger, lange bevor Niewinter gegründet wurde. Angeblich liegen dort die Gebeine zweier Stammeshäuptlinge, die selbst im Tod noch erbitterte Feinde sind. Man erzählt sich, dass an Mondlosen Nächten ihre Geister in alter Sprache miteinander streiten.
(Man könnte meinen, es sei nur der Wind. Ich persönlich halte das für ausgeschlossen – der Wind flucht deutlich weniger.)

Mit dem Aufbau der Stadt wurde der Ort zu „Neverdead Graveyard“ erweitert – ein Name, den ich für äußerst unklug halte. Wenn man einem Friedhof sagt, seine Bewohner seien „niemals tot“, darf man sich über nächtliche Spaziergänge der Toten wahrlich nicht wundern.

Die Steinengel von Corlys

Geradezu berühmt – und äußerst gefährlich – sind die weißen Marmorengel, die der Bildhauer Corlys vor hundert Jahren erschuf. Corlys war ungeheuer talentiert, aber auch… sagen wir: leicht beeinflussbar von merkwürdigen Flüstern in seinem Atelier.
Die Engel sehen wunderschön aus – doch wer genau hinschaut, erkennt ein feines Zittern in den Flügeln, wenn Magie in der Luft liegt. Ein Wächter der Magierschule behauptete einmal, einer der Engel habe seine Augen bewegt und ihm zugezwinkert.
Er starb zwei Tage später an Herzrasen. Pure Überlastung, ganz gewiss. Ganz gewiss.

Das Mausoleum der Hallwinter

Ein Ort, den man nicht übersehen sollte, ist die Familiengruft der Hallwinters. Die Hallwinters sind traditionsbewusst und ehrenvoll – und ihre Gruft ist voller Fallen, die sie vor Grabräubern schützen sollten.
Leider hat sich im Laufe der Jahre nie jemand die Mühe gemacht, die Fallen zu aktualisieren oder zumindest zu dokumentieren.
Ich selbst bin dort hineingeraten, als ich nach einer verschollenen genealogischen Schrift suchte.
Ich bin stolz zu berichten, dass ich fast alle Fallen deaktivieren konnte.

Und ja, ich kann auch heute noch gut Treppen steigen. Meistens.

Der Gärtner, der keiner ist

Kein Bericht über Niewinters Friedhof wäre vollständig ohne eine Erwähnung des „Gärtners“, eines schweigsamen alten Mannes, der stets im Nebel arbeitet. Er schneidet die Büsche, säubert die Statuen und pflegt die Gräber.
Nur wenige wissen: Der Mann hat kein offizielles Amt, niemand hat ihn je eingestellt und niemand weiß, seit wann er dort ist.
Einmal fragte ich ihn freundlich, wie lange er diesen Beruf ausübe. Er antwortete:

„So lange, wie mich die Toten brauchen.“

Dann lächelte er – und ich beschloss, das Gespräch zu beenden.

Warum ihr dort trotzdem hingehen solltet

Ich, Volo Geddarm, sage euch: Niewinters Friedhof ist ein Ort voller Geheimnisse, Magie und unerzählter Geschichten. Es ist ein Ort, an dem jeder Schritt ein Abenteuer sein kann – zumindest, wenn man darauf vorbereitet ist, gelegentlich vor einer wandelnden Leiche oder einem sehr beleidigten Geist wegzurennen.

Doch wer Mut hat, wer neugierig ist, wer wissen will, was unter dem Friedhof schlummert, der findet dort Mysterien, die selbst ich noch nicht alle lüften konnte.

Volothamp Geddarm (Volo)

Reisender, Entdecker und schurkischer Magier

Ankunft an der Halle der Gerechtigkeit

Eilig bahnten wir uns unseren Weg durch die düsteren Straßen der Stadt, entschlossen, so schnell wie möglich die Halle der Gerechtigkeit zu erreichen. Kaum hatten wir die ehrwürdigen Stufen erklommen, erblickten wir auf der Treppe einen alten Bekannten – den Bettler, der uns in der Vergangenheit schon das ein oder andere Mal begegnet war. Doch diesmal wirkte er verändert. Wo er zuvor in düsterer Resignation geharrt hatte, schien er nun fast fröhlich. Ein seltsames, fast unheimliches Lächeln zierte sein Gesicht, als er uns begrüßte.

Kyra, die ohnehin eine besondere Verbindung zu ihm hatte, entschloss sich, bei ihm zu bleiben und wartete geduldig, während wir in die Halle traten.

Die Leere der Hallen und das verborgene Zeichen

Doch etwas war anders. Keine Wachen standen wie gewohnt vor dem Gebäude, und auch die Halle selbst war ungewöhnlich leer. Es war spät, ja, aber in einer Stadt wie dieser konnte man sich nicht sicher sein, ob es nicht doch eine andere Erklärung hatte.

Während wir uns umschauten, fiel einigen von uns das leise Klopfen – ein signalisiertes Zeichen, das die Offizierin mit einem geheimen Handzeichen an die Tür weitergab. Kurz darauf öffnete sich die schwere Holztür, und der gesamte Stadtrat war in dem Gerichtssaal.

In ihrer Mitte stand Erwald, der sich mit einem flüchtigen Blick an uns wandte und mit einem leichten Nicken die Offizierin begrüßte: „Gut, dass du sie gefunden hast.“ Zwei Ratsmitglieder murmelten leise arkane Worte, und wir spürten die schwache, doch greifbare Magie in der Luft. Ob es Schutzzauber waren oder etwas anderes, blieb ungewiss.

Die drohende Finsternis des Friedhofs

Der Stadtrat erklärte uns schnell die Notlage, in der sich Niewinter befand. Die Toten auf dem Friedhof erhoben sich, und es schien nur eine Frage der Zeit, bis sie die Stadt überrannten. Die Wachen waren bereits überfordert, und ohne Hilfe würde das Unheil ungehindert über die Mauern rollen.

Sie baten uns eindringlich um Unterstützung, zumal auch die Angelegenheit mit Dorian noch ungelöst war. Nach kurzer Beratung willigten wir ein und versprachen unsere Hilfe. Als Dank erhielten wir einige Heiltränke – kleine, aber willkommene Gaben für den Weg, der vor uns lag.

Luka, der unerwartete Begleiter

Kurz darauf führte uns die Offizierin wieder hinaus in die kühle Nachtluft. Als wir die Stufen hinabstiegen, erblickten wir den Bettler erneut – doch diesmal stand ein großer, kräftiger Hund an seiner Seite. Der Hund trug Taschen, die offensichtlich für eine Reise gepackt waren.

Kyra jedoch war verschwunden.

Auf unsere Nachfrage erklärte der Bettler, dass sie fortgegangen sei, aber den Hund – Luka – zurückgelassen habe, damit er uns auf unserer Mission begleite.

Ohne Zeit zu verlieren, nahmen wir den neuen Gefährten in unsere Mitte und machten uns auf den Weg in den südlichen Bezirk der Stadt.

Der abgeriegelte Bezirk

Wir hasteten mit Luka an unserer Seite durch den südlichen Bezirk. Die Straßen, eben noch voller Gelächter und Gelage, wurden immer stiller. Stattdessen traten immer mehr Wachen auf den Plan – zu viele, als dass es Zufall hätte sein können. Es fühlte sich an, als wäre der gesamte Bezirk abgeriegelt worden.

Unsere Gedanken rasten. Wir hatten kaum Informationen. Wir wussten nur, dass etwas auf dem Friedhof geschehen war … und dass Untote im Spiel waren. Doch Untote hatten viele Gesichter – und nicht alle waren berechenbar.

Das Tor des Friedhofs und der Ausbruch des Chaos

Begleitet von einem Trupp Wachen erreichten wir das eiserne Tor des Friedhofs – und der Kampf hatte dort längst begonnen. Riesige Spinnen krochen über die Grabsteine, während flammend glühende Totenschädel kreischend durch die Luft jagten.

Der Kampf war chaotisch, überall verteilt. Inmitten des Lärms durchzuckte plötzlich ein Bild meinen Geist: eine weiße Eule. War sie nur eine Vision? Doch dann reagierten auch die anderen auf sie – sie war da, sie spürte meine Gedanken, erhob sich und schwang sich über die Truppen, die sich am Tor mit einer Gruppe Spinnen abmühten.

Ein Name glitt über meine Lippen, ohne dass ich wusste weshalb:
„Dr. Hoo …“
So sollte sie wohl heißen. Ein Gefährte. Ein Teil von mir. Oder von jemandem … oder etwas.

Die Magista und der tobende Kampf

Fragen brannten in mir, aber ich presste sie nieder. Jetzt war nicht der Moment.

Auf dem Schlachtfeld erblickte ich die Magista und sie webte mit ihren Händen hin und her. Die anderen aus unserer Gruppe waren bereits vorgeprescht, unterstützten die Wachen am Tor – und immer wieder tauchten neue Gegner aus dem Nichts auf.

Serena ließ ihre Bogensehne singen, ein göttlich leuchtender Hammer erschien wie aus dem Äther, Luka stürzte sich furchtlos ins Getümmel und jaulte auf, als eine Spinne ihn erwischte.

Dr. Hoo, durch meine Augen geleitet, wirkte heilende Magie.
Etwas geschah mit mir … etwas, das ich nicht verstand. Doch ich spürte: Es war real. Und es würde nicht verschwinden.

Grabesruh (Die Schuppenschlächter)

Die Verwandlung

Ein Schrei riss mich aus meinen Gedanken – mehrere Wachen waren eingesponnen, hilflos fixiert. Um andere jedoch stand es schlimmer … viel schlimmer.

Ein drängender Instinkt packte mich – ich musste zu ihnen.

Ich rannte los … und dann veränderte sich alles. Mein Blick hob sich, mein Körper streckte sich, meine Schritte wurden länger, kraftvoller. Ich blickte durch die Augen eines großen, wilden Tieres.

„Silvanus … was hast du mit mir getan?“

Noch im Lauf hatte ich Serena zugerufen, sie solle auf meinen Rücken springen – hatte ich das wirklich laut gesagt? Es spielte keine Rolle. Ich ließ es einfach geschehen.

Durchbruch über das Schlachtfeld

Im nächsten Herzschlag preschte ich als gewaltige Bestie über das Schlachtfeld, Serena im Griff meiner Schultern, Dr. Hoo über uns kreisend – und ich fokussierte mich nur noch auf eines:

Überleben sichern.
Verbündete retten.
Die Toten aufhalten.

Grabesruh (Die Schuppenschlächter)

Der Blick des Elches

Ich sah die Welt durch die Augen eines Elches, mächtig, geerdet und vom Geist der Wildnis erfüllt. Auf meinem Rücken hielt sich Serena fest, ihren Bogen bereits gespannt.

Plötzlich zerriss ein knisterndes Aufleuchten die Dunkelheit – Cleo verschwand in einem Strudel arkaner Funken, nur um im nächsten Moment eine pulsierende Energiekugel über das Schlachtfeld zu schicken. Wo sie entlangrollte, zerfielen die Untoten zu Staub.

Göttliche Macht und arkane Kunst

Steria kämpfte an mehreren Fronten gleichzeitig und hatte im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun. Nicht weit von ihr befreite Dorian eine Gruppe eingesponnener Wachen, als ein strahlendes Licht seine Rüstung erfasste. Ein prächtiges geistliches Ross materialisierte sich neben ihm, sein Fell schimmernd wie poliertes Silber.
Cleo tauchte wieder auf und sprang mit geübter Leichtigkeit hinter ihm in den Sattel.

Luka – der treue Hund – riss sich aus dem Netz der Spinne frei, die ihn zuvor erwischt hatte.
Dr. Hoo, meine Eule, jedoch wurde selbst gefangen, das klebrige Netz hielt sie fest.

Der Ruf der Magistra

Wir stürmten weiter voran, Serena ließ unaufhörlich ihre Bogensehne singen, jeder Pfeil ein gleißender Funke im Dunkel.

Inmitten des Schlachtgetümmels vibrierte plötzlich eine Stimme in meinem Geist – sanft, klar und vertraut:
Die Magistra.

„Brecht durch die Front und findet den Ursprung des Übels. Wir halten sie hier auf.“

War es Telepathie? Eine Vision? Oder Wirklichkeit? Ich konnte es nicht sagen – aber ich vertraute ihr.

Der letzte Durchbruch

Gemeinsam überwältigten wir die letzte Spinne.
Dorian, hoch zu Ross, sein Schwert von göttlichem Licht durchdrungen.
Cleo an seiner Seite, bereit für alles.
Serena, wild und präzise, der gleißende Hammer über uns kreisend.
Ich selbst – mit der befreiten Dr. Hoo – noch immer in der Gestalt des Elches, geführt vom Geist Silvanus’.

Und so stießen wir vor, die Schlacht hinter uns lassend, und traten in ein neues Gebiet ein – dorthin, wo der Ursprung des Übels auf uns wartete.

Ein Schweigen, das nicht sein sollte

Es wurde still. Unnatürlich still.
Kaum hatten wir den inneren Bereich des Friedhofs betreten, wich das Kreischen der fliegenden Schädel und das Klirren der Klingen einem merkwürdigen Schweigen. Keine Gegner. Keine Bewegung. Nur das entfernte Echo der Schlacht am Tor, das wie ein ferner Sturm über die Gräber rollte.

Wir erinnerten uns an Sterias Worte – dass wir den Ursprung des Übels finden mussten.

Lukas Geheimnisse

Serena glitt von meinem Elchrücken und kniete sich zu Luka. Erst jetzt nahm sie sich die Zeit, die Taschen des treuen Hundes zu durchsuchen. Und tatsächlich – sie fand einen sauber gefalteten Zettel. In geschwungener Schrift stand darauf:

„Serena,
Luka wird dir zur Seite stehen.
Sprich meinen Namen, wenn du mich brauchst.“

Serena runzelte die Stirn. Etwas daran berührte sie – ein Verdacht, tief in ihr verborgen, aber noch nicht greifbar.

Weiter unten in der Tasche entdeckte sie außerdem einen Ring und einen Kommunikationsstein. Dorian nahm den Stein wortlos an sich; sein Blick war ernst, wachsam.

Die Gruft, die keine war

Währenddessen trottete ich, noch immer in Gestalt eines Elches, zu einer einzelnen Gruft am Rande des Areals – die einzige, die vollkommen unversehrt wirkte. Irgendetwas daran reizte meinen Instinkt. Ich drehte mich, holte aus und trat mit voller Kraft dagegen.

Meine Hufe trafen … nichts.

Kein Widerstand. Kein Stein. Kein Echo.
Nur Leere.

Überrascht fing ich mich gerade noch rechtzeitig, bevor ich stürzte.
„Bei Silvanus … was soll das?“ dachte ich, halb fluchend, halb ehrfürchtig.

Wandel vor der Wahrheit

Die anderen hatten inzwischen zu mir aufgeschlossen, und während wir gemeinsam das seltsame Phänomen musterten, ließ ich die tierische Gestalt los.

In einem Schimmer aus Naturmagie stand ich wieder als Belian, Mensch und Anhänger Eldaths, vor ihnen – verwirrt, doch voller Gewissheit, dass wir kurz davor waren, das Geheimnis dieses Ortes zu enthüllen.

Der Schritt durch die Barriere

Als Erster setzte Luka seine Pfoten durch die unsichtbare Barriere, dicht gefolgt von Dr. Hoo, deren Schwingen leise durch den Raum rauschten. Danach folgte der Rest von uns – oder besser gesagt: die Herren. Die Damen standen noch beisammen und diskutierten lebhaft, ob es wirklich klug sei, einfach so in eine ominöse Gruft einzutreten.

Die Warnung an der Wand

Der Durchgang führte uns in einen kleinen Vorraum, aus dem eine schmale Steintreppe nach unten führte. Kaum hatten wir die ersten Schritte gesetzt, entdeckte Dorian ein Schild an der Wand, dessen Botschaft eindeutig – und wenig vertrauenerweckend – war:

„Ziehe nicht den Hebel.“

Cleos unfreiwillige Rutschpartie

Doch bevor jemand etwas sagen konnte, war Cleo bereits halb die Treppe hinuntergestiegen. Ein scharfes Klicken ertönte – und im nächsten Augenblick verwandelte sich die gesamte Treppe in eine glatte, steile Rutsche.

Cleo schoss hinab wie ein Pfeil aus einem viel zu enthusiastischen Bogen und prallte unsanft gegen die Steintür am unteren Ende. Das Krachen hallte durch die Gruft und ließ uns alle zusammenzucken.

Mit einem erneuten Klick stellte sich die Treppe wieder in ihre ursprüngliche Form zurück. Doch der Mechanismus selbst blieb unsichtbar.

Der verbotene Hebel

Dorian zögerte nicht lange – vielleicht klug, vielleicht töricht –, denn in dem Moment entdeckte Luka an derselben Wand eine weitere kleine Vorrichtung. Doch bevor er sich äußern konnte, griff Dorian bereits nach dem verbotenen Hebel und zog ihn.

Ein kurzes, mechanisches Klackern.
Dann … nichts.

Er deutete es als Zeichen, dass der Weg nun sicher sei – ein Trugschluss, wie sich herausstellte.

Die tückische dritte Stufe

Als er die dritte Stufe betrat, gab die Treppe erneut nach, und auch er rutschte ungebremst nach unten, bis er – ähnlich elegant wie Cleo – gegen das massive Steintor krachte.

Jetzt war uns klar, wie der Mechanismus funktionierte. Mit Lukas Fund – einem kleinen Steinblock – blockierten wir die dritte Stufe. So gelang es dem Rest der Gruppe, die Treppe hinabzugehen, ohne erneut unfreiwillig den „Rutsch des Grauens“ zu erleben.

Am Fuße der Treppe

Unten angekommen, sammelten wir uns … und öffneten vorsichtig die Tür.

Heros_Gruft

Die Halle der sieben Sarkophage

Moos klebte feucht an den uralten Steinwänden, und zu beiden Seiten des Raumes erhoben sich je drei verschlossene Sarkophage – schweigende Steinwächter einer vergessenen Zeit. Ein siebter, größer und aufwendiger verziert, thronte an der Stirnseite wie ein Grabmal von besonderer Bedeutung. Daneben ragte eine seltsame Vorrichtung in die Höhe, eine schwere Winde aus dunklem Metall, deren Zweck sich mir erst später erschließen sollte. Runen, blass glimmend und voller alter Macht, zogen sich entlang der Mauern und ließen den Raum in einem unheilvollen, mystischen Schimmer verharren. Einige Fackeln brannten träge, doch spendeten sie mehr Schatten als Licht – und wir schenkten ihnen kaum Beachtung.

Der verriegelte Rückweg

Dann ertönte ein dumpfes Grollen. Die Tür hinter uns schlug krachend zu.

In diesem Moment wussten wir alle, was nun geschehen würde, wenn die Winde benutzt werden würde. Egal, es gab nur den einen Weg.

Erwachen der Mechanik

Wir versuchten die Winde zu drehen, doch so sehr wir uns auch anstrengten, die Winde drehte sich kein bisschen. Serena flüsterte Kyras Namen und plötzlich stand ein Eulenbär unter uns. Er sah, was wir vorhatten und half uns beim in Gang bringen der Mechanik und es half, die Winde setzte sich, wenngleich auch recht langsam in Bewegung. Bereit das zu erwarten, was gleich passieren würde:

Angriff der Ghoule

Mit einem Mal sprangen die Sarkophagdeckel auf. Acht Ghoule stürzten hervor, ihre Augen glühend vor Hunger. Doch wir kannten diese Kreaturen – Dorian und ich hatten schon einmal in der Maske in der Arena gegen ihresgleichen gekämpft. Und Tymora schien uns an diesem Tag freundlich gesinnt: Stahl blitzte, Zauber zischten, und schon bald lagen die Leiber der Untoten reglos auf dem kalten Steinboden.

Doch die Winde stand nicht still.

Ein weiteres Klicken, ein scharfes Einrasten – und neue Gegner erschienen: Zauberkundige, von Illusionen umgeben, ihre Körper durch flackernde Spiegelbilder verdreifacht. Wir hatten den Fehler gemacht, eng beisammen zu stehen. Ein fataler Fehler.

Als ihre Hände brannten wie glühende Kohlen, war es bereits zu spät. Feuerbälle rasten auf uns zu, die Hitze tobte wie der Atem eines Drachen. Für einen Moment hüllte eine rote Feuerwand mein Sichtfeld ein – und meine Erinnerung bricht dort ab. Ich weiß nur noch, dass wir schrien, Funken in unseren Haaren loderten und ich den panischen Gedanken hatte, dass wir uns hätten verteilen müssen.

Als ich wieder klar sehen konnte, lag der Zauberer auf der oberen Plattform bereits reglos am Boden.

Caster_Encounter

Das Fest des Mondes (Die Schuppenschlächter)

„Das Fest des Mondes ist ein wichtiger Feiertag in den Vergessenen Reichen, der den Übergang in den Winter markiert, indem die Ahnen und die Toten geehrt werden. Es ist eine Zeit, in der Familien das Ritual der Erinnerung durchführen, Gräber segnen und sich versammeln, um Geschichten und Legenden über vergangene Helden und Taten auszutauschen. Das Fest findet am Ende des Monats Uktar statt, und an diesem Tag erfüllen die Herolde von Faerûn oft besondere Aufgaben wie die Blutslied-Zeremonie.“

Volothamp Geddarm (Volo)

Reisender, Entdecker und schurkischer Magier

Rückkehr nach Neverwinter

Dämmerung über dem Magierviertel: Begegnung mit Steria

Zurück im Boot bemerkten wir, dass der Tag sich dem Ende neigte. Die Sonne stand tief, ihr letztes Licht brach sich im träge dahinfließenden Wasser des Neverwinter-Flusses. Dämmerung senkte sich über die Stadt, als unsere Barkasse lautlos mit der Strömung trieb.
An der alten Treidelstation war keine Menschenseele zu sehen. Nur das leise Schlagen der Wellen gegen den Rumpf begleitete uns, während wir noch einige Worte mit Dorian wechselten. Wir erklärten ihm unser weiteres Vorgehen – ihn zu Magus Steria im Magierviertel zu bringen.
Man sah ihm die Enttäuschung über Vanell an, doch Worte fanden kaum noch Platz zwischen uns. Schweigend glitten wir dahin, bis die dunklen Türme des Viertels über uns aufragten.

Wir legten an, stiegen aus und folgten den steinernen Treppen, flankiert von Gargoyles, die im Fackelschein zu leben schienen. Cleo klopfte an das Tor, und ein Akolyth – Blian Sternsucher, wie er sich vorstellte – gewährte uns nach kurzem Wortwechsel Einlass.
Cleo hatte uns bereits von Sterias Domizil erzählt, doch die Wirklichkeit übertraf jede Beschreibung: Ein Säulengang führte uns empor in ein Studierzimmer, in dem sich aus dem Nichts Bänke formten, sobald wir eintraten. Bücher stapelten sich bis zur Decke, ein Schreibpult mit Feder und Tinte stand bereit, daneben alchemistische Gerätschaften, deren Glas im Kerzenlicht glühte. Schwere Samtvorhänge verhüllten die Fenster.

Wir mussten nicht lange warten, bis Steria erschien – würdevoll, ruhig und durchdrungen von magischer Präsenz. Wir berichteten ihr, dass unsere Mission im Holzfällerlager erfolgreich gewesen war, jedoch nun Dorian, der eigentlich in einer Zelle sitzen sollte, unsere Begleitung war.
Ohne ein Wort hob sie die Hand, und das Mal an seinem Hals begann zu glühen, bis es sich auflöste. Kurz darauf öffnete sich ein schimmerndes Portal, und Dorian glitt hindurch – zurück an den Ort, an dem er hingehörte.

Wir dankten Steria, doch ihr Blick verweilte auf Cleo. Sie runzelte die Stirn, schien etwas zu erkennen, das sie uns noch nicht offenbaren wollte. „Kommt morgen wieder, wenn Meister Xelion da ist“, sagte sie nur. „Es gibt etwas, das wir prüfen müssen.“
Dann mahnte sie zur Eile: Die Sonne der Sûne sandte bereits ihre letzten Strahlen über den Horizont – und in der Halle der Justiz wartete man auf uns.

Wir verabschiedeten uns, Blian brachte uns zum Tor zurück, und ohne Dorian stiegen wir eilig die Treppen hinab zu unserem Boot, das in der beginnenden Nacht leise im Wasser schaukelte.

Zwischen Feierlicht und Verlockung: Die goldene Münze

Wir beeilten uns, mit dem Boot die Brücke des schlafenden Drachen zu erreichen. Während wir über den Fluss glitten, fiel uns auf, dass die Stadt in Feierlaune war – überall brannten Kerzen, Musik hallte über das Wasser, und bunte Lichter spiegelten sich auf den Wellen. Da erinnerte ich mich: Der Monat Uktar neigte sich dem Ende zu. Wie schnell die Zeit vergangen war.

Man ehrte die Toten, und so war ganz Niewinter geschmückt – mit Lichtern, Masken und stillen Gebeten zwischen den Gassen. Ich musste lächeln. Solche Feste waren nie ganz mein Geschmack. Ich mochte lieber den „Ersten Fluss“ oder die „Schmelze“, wenn das Leben zurückkehrt und die Welt wieder atmet.

Gedankenverloren starrte ich in das flackernde Licht auf dem Wasser, bis ein Ruck durch das Boot ging. Wir hatten angelegt. Die anderen sprangen bereits an Land und zurrten die Leinen fest. Ich atmete tief durch, schob meine Gedanken beiseite und folgte ihnen – zurück im Hier und Jetzt.

Wir hatten die Halle der Gerechtigkeit fast erreicht, als uns ein Bettler in zerlumpten Gewändern den Weg verstellte. Mit flehender Stimme bat er uns, etwas von ihm anzunehmen. In seiner zitternden Hand lag eine goldene Münze, die im schwachen Abendlicht funkelte. Er sprach hastig, fast atemlos: Sie sei besonders, sagte er, gebunden an ein Versprechen. Wenn wir nur unterschrieben, würde der Pakt besiegelt sein – die Münze kehre immer zu ihrem Besitzer zurück.

Er drängte sie uns auf, doch ein ungutes Gefühl überkam mich. Eldath sandte mir ein Zeichen – ein mildes, grünliches Leuchten umhüllte die Münze. Ich sah es ganz deutlich: Magie lag auf ihr. „Ein verzauberter Gegenstand“, warnte ich meine Gefährten leise. „Ob Fluch oder Segen, das kann ich nicht sagen – aber wir sollten die Finger davon lassen.“

Der Bettler wich zurück, doch seine Stimme bebte, als er weitersprach. Die Münze, so behauptete er, raube ihm den Schlaf. Nacht für Nacht höre er Stimmen, die ihn riefen. Sie müsse nach Norden gebracht werden – und nur wir, so meinte er, seien dazu imstande. Wir fragten ihn, warum er sich nicht längst an den Tempel der Tymora gewandt habe. Als er dies verneinte, mischte sich bereits eine Patrouille der Stadtwache ein und führte ihn fort.

Halle der Gerechtigkeit

Halle der Gerechtigkeit

Die Halle der Gerechtigkeit befand sich auf einer Klippe mit Blick auf das Schwertmeer am Südufer des Neverwinter River nahe seiner Mündung. Sie lag direkt gegenüber der Sleeping Dragon Bridge vom Schloss Never.

Vor der Zerstörung im Jahr 1451 DR befand sich die Halle der Gerechtigkeit im Stadtkern, und nach den Wiederaufbauarbeiten in den späten 1470er Jahren DR befand sie sich in der Protector’s Enclave.

Aufträge, Masken und die Wendeltreppe der Verantwortung

Wir setzten unseren Weg fort und traten schließlich in die Halle der Gerechtigkeit. Das helle Licht der Marmorsäulen blendete uns für einen Moment, bevor uns eine vertraute Offizierin der Stadtwache begrüßte. Nach kurzer Wartezeit wurden wir vorgelassen.

Herr Erwald empfing uns mit ernster, aber wohlwollender Miene. Er gratulierte uns zu unserem Erfolg im Wald von Niewinter. Man habe bereits Holzfäller ausgesandt, berichtete er, und auch aus Phandalin seien Trupps unterwegs. Unsere Mission – so schien es – hatte Wirkung gezeigt.

Allerdings, so hieß es, bedürfe es mehr als nur eines einzelnen Auftrags, um Dorians Vergehen zu sühnen. Ein kaum merkliches Schmunzeln stahl sich auf mein Gesicht – wieder einmal zeigte sich, warum ich Städte nicht ausstehen kann. Hätte es nicht einfach gehen können? Stattdessen waren es wie immer Drohungen, Regeln und großspurige Gebärden, die Menschen dazu brachten, sich zu fügen.

Meine Gefährten wollten Einspruch erheben, doch was hätten wir sagen sollen? Die Wahrheit lag offen vor uns. Was in der Maske geschehen war – der Giftanschlag, Dorians Zustand – all das war letztlich unsere eigene Schuld. Wir hatten uns in diese Lage gebracht, aus purer Neugier, aus dem Drang nach Wissen. Der Preis war hoch… vielleicht zu hoch.

„Was in der Maske geschieht, bleibt in der Maske“, murmelte ich nur knapp und ließ den Blick sinken. Dann fragte ich den „ehrenwerten“ Herrn, welcher der angebotenen Aufträge nun als Wiedergutmachung angemessen sei. Doch er erwiderte lediglich, man werde sich beraten. Wir mögen morgen wiederkommen.

Immerhin führte er uns anschließend durch einen Seitengang des Gerichtssaals über eine Wendeltreppe zu Dorian hinab. Eine schmale, steinerne Treppe wand sich endlos in die Tiefe, feucht und hallend – als würden wir hinabsteigen in die Schuld, die wir selbst heraufbeschworen hatten.

Der Klang der Freiheit

Als die Zellentür Nr. 13 aufschwangen, saß Dorian in seiner schimmernden, doch vom Staub des Kerkers bedeckten Rüstung auf einer schmalen Pritsche aus Stroh. Der düstere Schein der Fackeln ließ seine Züge ernst wirken, doch in seinen Augen lag Entschlossenheit.

Wir schilderten Erwald die Ereignisse im Holzfällerlager und betonten, dass Dorian entscheidend zu unserem Erfolg beigetragen hatte. Erwald musterte den Mann prüfend, bemerkte die verblassten Spuren an seinem Hals und runzelte die Stirn, als er hörte, dass die Magiergilde in die Angelegenheit verwickelt war.

Dorian präsentierte daraufhin das alkoholische Relikt, das er aus dem Lager mitgebracht hatte – es wurde ihm jedoch sogleich abgenommen. Wir sprachen offen und ehrlich mit Erwald und baten ihn, Dorian wenigstens innerhalb der Stadtmauern wieder freizulassen.

Nach kurzem Zögern nickte er zustimmend – eine großzügige Geste angesichts der Umstände. So verließen die Schuppenschlächter geeint die Halle der Gerechtigkeit, das Gefühl von Schwere und Hoffnung gleichermaßen in unseren Herzen.

Rückkehr zur Taverne: Feier, Münze und ungeahnte Überraschungen

Auf dem Rückweg begegneten wir erneut dem Bettler vor der Halle der Gerechtigkeit. Nach kurzem Zögern ließ Dorian die goldene Münze in seine Tasche gleiten – offenbar hatte er meine Warnung doch beherzigt.

Wir kehrten zur Barkasse zurück und ließen uns gemächlich den Fluss hinab bis zum Hafen treiben. Dort machten wir fest, und während die anderen das Boot vertäuten, gingen wir bereits zum Gasthaus hinüber. Vor der Tür stand Fred – breitschultrig, wettergegerbt, und unverkennbar ein Mitglied der Mannschaft von Kapitän Harrag.

Als er Kyra trotz ihrer Verkleidung erkannte, huschte ein schiefes Grinsen über sein Gesicht, und er ließ uns ohne Zögern eintreten. Die Taverne war festlich geschmückt: Schädel dienten als Bierkrüge, Kürbisse warfen warmes Licht über grobe Holztische, und Girlanden aus getrocknetem Laub schmückten die Balken.

Kapitän Harrag begrüßte uns mit donnerndem Lachen, und zu unserer Überraschung waren unsere Zimmer noch immer auf unsere Namen reserviert. Dorian spendierte eine Runde für den ganzen Saal – und bald erfüllten Lachen, Musik und Geschichten von unseren Abenteuern die Taverne.

Doch zwischen all der Heiterkeit kam es zum Eklat: Kyra beugte sich zu Dorian und offenbarte ihm, dass sie schwanger sei. Sein unbedachter, spöttischer Kommentar ließ die Stimmung augenblicklich kippen – ein schallender Schlag hallte durch den Raum, als Kyras Hand seine Wange traf. Einen Moment lang herrschte Stille, dann mischte sich das Raunen der Gäste mit vereinzeltem Lachen. Ja… Dorian wusste, wie man sich Ärger einhandelte.

Die etwas andere Feier

Der Händler, der Wunder versprach

Kapitän Harrag mahnte uns, den Abend nicht gänzlich in der Taverne zu vertrödeln. So machten wir uns auf den Weg zum Tempel der Tymora – zu Löwenschilds Kontor.
Unterwegs gab Kyra die gestohlene Geldbörse, prall gefüllt mit Münzen, wortlos an Serena zurück. Es war ein stiller Moment; kein Wort hätte mehr gesagt, als diese Geste selbst.

Wir waren kaum ein Stück des Weges gegangen, da trat uns ein windiger Halblingshändler entgegen. Mit flinker Zunge bot er mir allerlei „verzauberte Schätze“ an – Stiefel, die über Wasser tragen sollten, für nur fünfundzwanzig Goldstücke, selbstverständlich mit Zertifikat der Magiergilde von Niewinter. Und das war erst der Anfang: ein Ring der Stille, Handschuhe des Spinnenkletterns, ein Ring der heilenden Winde und gar ein Schwert des Skorpions – alles zu Preisen, die selbst einem Stadtunkundigen verdächtig gering erschienen.

Er trug nichts bei sich außer dem angeblichen Ring der heilenden Winde und ein paar Pergamente, die er als Echtheitsnachweise präsentierte. Doch je länger ich ihn beobachtete, desto sicherer war ich mir – hier fälschte jemand, und zwar schlecht. Mir schossen bereits die Strafen durch den Kopf, die in Niewinter auf solche Betrüger warteten.

Meine Gefährten waren inzwischen stehen geblieben. Der Halbling redete sich heiß, verhandelte hastig mit Kyra, während Cleo, Dorian und ich beratschlagten, was mit ihm geschehen sollte. Die Stadtwache rufen? Nein – besser, die Magiergilde selbst sollte sich um diesen Betrüger kümmern.

Noch ehe ich zu Ende gedacht hatte, packte Dorian den Halbling kurzerhand, fesselte ihn mit einem Seil und warf ihn sich über die Schulter. Ich seufzte leise. Wenn dieser Kerl wirklich einen Komplizen in der Gilde hatte, dann sollte Steria das klären.
Der Halbling zappelte und wehrte sich mit Zähnen und Händen – und tatsächlich, er biss Dorian auf dem Weg zu den Magiern.

Das Fest des Mondes (Die Schuppenschlächter)

Rückkehr zur Akademie der Magier

Auf dem Weg zu Steria wehten die Düfte von Mondkuchen, Sternanis und reifen Trauben durch die Straßen. Gedämpftes Licht lag über Niewinter und tauchte die Stadt in ein mystisches Zwielicht, während verkleidete Gestalten zwischen den Gassen umherzogen. Auch wir trugen unsere Masken.
Cleo hatte mir einst, beim ersten Betreten des Magierturms, ihren Umhang geliehen, der mich älter und weiser erscheinen ließ – ein Segen in diesen Zeiten.

Nur Dorian, mit dem zappelnden Halbling über der Schulter, fiel auf wie eine Laterne im Zeichen Torms. So zogen wir an geöffneten Läden vorbei, wo Händler Gewänder, Schmuck und sogar Spielzeug anboten.

Zum zweiten Mal erreichten wir die Tore der Akademie. Wieder öffnete Blien uns die Tür – und zu unserem Glück war auch Steria noch anwesend.
Blien kannte den Halbling nicht, also führte man uns direkt zu ihr. Nach unserer kurzen Schilderung musterte Steria die vermeintlichen Zertifikate, runzelte die Stirn – und ließ eine leuchtende Rune unter dem Gefesselten erscheinen. Ein gleißender Schein – und der Halbling verschwand spurlos.

Mit ruhiger Stimme erklärte sie nur:

„Die Akademie wird sich um diese Angelegenheit kümmern. Ihr habt gut gehandelt.“

Dann entließ sie uns – und so standen wir, von Blien hinausbegleitet, wieder vor den Toren der Akademie, den Mond über Niewinter als stillen Zeugen über uns.

Serenas eiliger Aufbruch

Kaum hatten wir wieder die Straße betreten, da segelte bereits ein alter Bekannter durch die kühle Abendluft heran – Tigris. Der geflügelte Bote landete elegant auf Serenas ausgestrecktem Arm, und die beiden wechselten ein paar leise Worte, die nur sie verstand.

Ein Schatten huschte über Serenas Gesicht. „Ich muss zu meiner Mutter, Eldra Steinhaut“, sagte sie schließlich leise. „Es gibt dringende Angelegenheiten.“

Noch ehe wir etwas erwidern konnten, zog sie davon – Tigris flatterte über ihr, und beide verschwanden bald zwischen den schmalen Gassen Niewinters.

Im Wunderhaus der Mysterien

So kehrten wir kurze Zeit später in ein unscheinbares Eckhaus ein – von außen klein und unauffällig, doch kaum hatten wir die Schwelle überschritten, weitete sich der Raum auf wundersame Weise. Regale voller Kräuterbündel, Phiolen, Bücher und seltsamer Artefakte säumten die Wände. Der Duft von Salbei, Myrrhe und fremden Essenzen hing schwer in der Luft.

Eine Halblingsdame, in schimmernde Stoffe gehüllt, trat hinter einem Vorhang hervor und begrüßte uns mit einem wissenden Lächeln. „Willkommen, Reisende. Die Mysterien der Welt haben viele Gesichter – und manche findet man genau hier.“

Cleo ließ nach einem extravaganten, roten Kleid suchen – eng anliegend und elegant –, und als sie kurz darauf aus der Umkleide trat, übertraf das Ergebnis selbst ihre Vorstellung. Im Spiegel jedoch erstarrte sie: feine Male, alte Zeichen aus vergangener Zeit, zeichneten sich wieder auf ihrer Haut ab. Dorian kommentierte die Szene wenig ehrenhaft, doch Kyra brachte ihn mit einem scharfen Blick rasch zur Vernunft.

Währenddessen hatte die Ladenbesitzerin bemerkt, wie mein Blick immer wieder zu den Kräutern glitt. Sie trat näher und fragte, ob ich mich in der Kunst der Trankbrauerei auskenne. Ich gab mich bescheiden, erklärte, dass ich mich darin übe – und fand mich kurz darauf mit einem kleinen Auftrag in ihrem Dienst wieder. Ich wählte sorgsam meine Kräuter aus, verglich sie mit den Notizen in Adabras Buch und spürte, wie sich in mir die Vorfreude auf neue Tränke regte.

Auf meine Nachfrage nach einem Lehrbuch versprach die Dame, mir ein passendes Werk zu besorgen – wir würden uns gewiss einig werden. Inzwischen hatte Cleo ein schlichtes, schwarzes Kleid gefunden, das ihr hervorragend stand. Serena war von ihrer Mutter zurückgekehrt, Kyra hatte einen Trank erworben, und auch Serena folgte ihrem Beispiel mit einem Antidot.

Doch kaum war der Handel vollzogen, da stürmten Stadtwachen herein – angeführt von jener Offizierin, die wir bereits kannten. „Es eilt!“, rief sie außer Atem. „Ein Notfall – zur Halle der Gerechtigkeit!“ Ohne zu zögern folgten wir ihr hinaus in die Nacht.

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