Das Tagebuch eines Soldaten: Eine Festung im Chaos (Raven Guard)

Warum? Warum musste das ganze nur so außer Kontrolle geraten? Wenn ich nicht vom Gegenteil überzeugt wäre, würde ich meinen, dass es die Götter, oder zumindest einer unter diesen auf mich und meine Pläne abgesehen hat. Was passiert ist kann ich jetzt leider nicht mehr ändern, aber ich sollte meine Lehren aus dem heutigen Tag ziehen. Aber wo soll ich nur anfangen?

Liara Portyr, Oberbefehlshaberin der Festung Beluarian

Ach ja, bei Rokah. Baum, Romero und ich saßen also im Warteraum der Festung. Das ganze erinnerte mich mehr an eine Jägerhütte mit all den ausgestopften Tierschädeln an den Wänden, aber solange diese sich mir nicht zuwendeten und mich auch noch zum Teufel jagen wollten, war mir das recht. Lange dauerte es nicht, bis dann auch die Befehlshabende Offizierin der Festung uns einen Besuch abstattete. Romero nutzte diese Chance gleich und begann die Verhandlungen. Mit einer Eloquenz, die ich noch nie aus seinem Mund hören durfte, fing er an der Offizierin eine komplett erlogene Geschichte aufzutischen. An mancher Stelle wich ihm seine Brillanz und ich dachte schon, dass die Offizierin, Liara Portyr, seine Lügengeschichte durchschauen würde, aber dies blieb uns zum Glück erspart. Und so machte Romero weiter. Schließlich kamen wir zum Thema der Entdeckerlizenz. Entgegen aller Einschätzungen, scheint die Flammende Faust gar nicht so blutrünstig zu sein. Gauner mögen sie zwar sein, vor allem wenn ich bedenke dass sie einen Anteil von allem was im Dschungel gefunden wird wollen. Aber sie kommen mir nicht wie Erpresser vor. So kam unser Gespräch auch irgendwann zu seinem Ende. Frau Portyr wollte bevor wir die Lizenz nun endgültig erwerben würden uns anbieten, dass wir auch einfach für die Flammende Faust arbeiten könnten, was in diesem Moment und später beim Erwerb der Lizenz allerdings abgelehnt wurde. Auch wenn das Kopfgeld für jeden Untoten nicht schlecht klang…

Inzwischen meinten wir auch ihm genug Zeit verschafft zu haben, dass er die Kammer der Offizierin untersuchen konnte, mussten ihm aber mitteilen, dass Sie auf dem Rückweg war. Wir brauchten etwas Lautes. Und so kam ich spontan auf eine Idee und riss Romero um. Seine Ausrüstung hörte man sicher durch die gesamte Festung schallen. Er verstand meine Intentionen, im Gegensatz zu Baum, anscheinend auch und spielte mit. Er schlug einmal an mir vorbei, ich schrie ihn an, sogar die Wachen kamen schon. Also wenn das nicht genug Ablenkung sein sollte, wusste ich auch nicht weiter. Und als wir aus der Festung austraten warte auch schon Rokah auf uns. Wir fragten ihn, was er den gefunden habe und meinte nur ob wir den uns den inzwischen eine Ablenkung ausgedacht hätten…
→ Ein Plan, der noch so gut durchdacht ist, versagt beim ersten Kontakt mit Verbündeten

Wir brauchten also einen neuen Plan. Inzwischen scheinen alle anderen auch zusammengefunden zu haben und leider hatte sich die unhöfliche Frau von vorhin auch zu unseren Kameraden gesellt und wollte an unserer Unternehmung teilhaben. Normalerweise hätte ich sie gemustert, dass wir keine so taktlosen Individuen, oder zumindest noch mehr davon, in unserer Gruppe benötigen. Zu meinem Erstaunen aber schien sie wesentlich umgänglicher als zu der Zeit als ich sie kennenlernen durfte. Ich machte ihr klar, dass sie trotzdem neue Leute nicht erst anmachen und sich später, wenn es ernst wird, entschuldigen sollte. Ich wollte ihr dann aber nicht zu nachtragend sein und da die anderen sie anscheinend schon in unserer eh schon viel zu großen Gruppe willkommen hießen, hatte ich nicht wirklich eine Wahl.

Erschwerend kam hinzu, dass Baum uns allen mitteilte, dass er uns verlassen möchte. Der Abschied von Neris scheint ihm schwer gefallen zu sein und deshalb möchte er ihr hinterher und sie bis in ihre Heimat begleiten. Ich bin zwar froh dass er uns überhaupt Bescheid gibt, aber ich weiß nicht ob wir es uns leisten können ihn zu verlieren. Allerdings habe ich das Gefühl, dass die anderen seinen Wunsch verstehen und ihm diesen nur zu gerne erfüllen werden. Meine Bedenken würden wahrscheinlich nicht viel ändern. Und da das Alles noch nicht genug war, fiel mir Bee auf. Ich weiß nicht, was sie geritten hat sich am helligsten Tag und in dieser Hitze zu betrinken, aber in dem Zustand, in welchem sie sich befand, konnte ich sie zu garnichts gebrauchen. Ich meinte nur zu ihr, dass sie sich nicht weh tun solle und hoffte, dass sie sich einfach etwas zurückhalten würde. Bei dem Plan, der nebenbei ausgearbeitet wurde, war das wahrscheinlich auch das Beste. Aber das gab unserer neuen Begleiterin die Chance sich zu beweisen. Sie scheint eine Magierin zu sein und sich, nach ihren Worten, mit Methoden auszukennen, die eine Ablenkung relativ einfach machen sollten.
Auch wenn eine Magierin eine unangenehme Zeitgenossin ist, ist eine Magierin immer nützlich

Nach einiger Grübelei kamen wir auf die Idee, die Riesenechsen, welche wir in den Stallungen der Festung sahen, freizulassen. Cathari, unsere neue sehr hellhäutige Begleiterin, erklärte sich bereit diese Aufgabe mit ihrer Magie zu übernehmen und dann sogar noch etwas mehr Chaos zu stiften indem sie die große Glocke auf einem der Wachtürme schlagen würde. Baum sollte in der Zwischenzeit die Dinos darauf hinweisen, dass sie nicht komplett wild drehen sollen und einfach nur aus dem Fort hinauslaufen sollen. Alle erklärten sich bereit und schon ging es los. Dann ging alles Schlag auf Schlag. Baum kam von den Echsen wieder, Cathari befreite diese und lies kurz darauf auch die Glocke erschallen. Und trotzdem lief wieder etwas schief. Die Dinosaurier rannten nicht an uns vorbei und durch das Haupttor, sondern direkt nach oben und damit gegen die Wand der Festung. Als wir ihnen nachrannten, blickten wir auf ein Massaker. Die kleineren fleischfressenden Echsen stürzten sich auf die Wachen der Festung. Zum Glück waren diese aber in der Überzahl und konnten die Bestien überwältigen bevor es zu zu vielen Verlusten kam… auch wenn die zwei, die es erwischt hat, schon zu viele sind.

Zumindest scheint sich das ganze gelohnt zu haben, da nach kurzer Zeit auch Rokah wieder an unserer Seite war. Ich wollte in dem Moment zwar nichts von seiner Aktion hören, habe aber inzwischen mitbekommen, dass er die benötigten Informationen bekommen hat.

Ich weiß ich sollte froh darüber sein, dass wir Fortschritte gemacht haben. Schließlich bin ich meiner Geliebten und einem sorgenfreien Leben ein Schritt näher gekommen. Aber irgendwie schüren sich bei mir weitere Bedenken. Unsere Gruppe macht in letzter Zeit einige Veränderungen mit. Baum jetzt zu verlieren könnte drastische Folgen haben. Und bezüglich Cathari bin ich immer noch zu keinem klaren Entschluss gekommen. Sie hat etwas an sich, was mir Unbehagen bereitet. Und Besuche hatte ich die letzten paar Tage auch keine mehr…

Das Tagebuch eines Soldaten: Ein erstes Ziel erreicht und eine Kameradin verloren (Raven Guard)

Diese miesen Viecher. Wie soll ich mitten in der Nacht, während meiner Wache, nach einem so auszehrenden Kampf ihre kryptischen Nachrichten verstehen? Die Zeit des Siechens? Wenn sie das nächste Mal vorbeikommen mache ich Ihnen erst einmal klar, dass wenn sie meine Hilfe wollen, sie auch klar und deutlich mit mir zu reden haben. Und ich weiß immer noch nicht, wer sie eigentlich schickt und mir diese… egal.

Es ist wichtigeres passiert als das. Anscheinend fehlt immer noch das Vertrauen in der Gruppe mir und den anderen gegenüber, denn Neris hat sich während Ihrer Wache, ohne uns davon etwas zu erzählen, auf in den Wald und in Richtung Küste gemacht. Hätte Baum uns das nicht erzählt, dann würden wir sie wahrscheinlich immer noch suchen. Natürlich brach eine Diskussion in der Gruppe aus. Diesmal war Romero erstaunlicher Weise auf meiner und Bee auf der anderen Seite, aber ich glaube wir haben sowieso nur aneinander vorbei geredet. Romero machte klar, dass sie uns wenigstens hätte Bescheid geben können und Bee verteidigte ihre Entscheidung so schnell wie möglich sich in Richtung Heimat aufzumachen. Während unsere Gruppe also wieder mal dem alten Trott verfiel, passierte etwas unerwartetes. Zum ersten Mal, seitdem ich ihn kenne, könnte ich meinen, Gefühle in Baums Worten gehört zu haben. Ich bin mir auch sicher, dass es die eindeutige Trauer und die Unsicherheit in seiner Stimme waren, die uns alle dazu brachte unsere Zwistigkeit zu beenden.

Ich weiß nicht ob es diese plötzliche Überraschung war, aber genau in diesem Moment wurde mir klar, dass wenn wir als eine funktionierende Truppe hier etwas erreichen wollten, wir uns gegenseitig vertrauen müssen und auch persönliche Umstände nicht ignorieren dürfen. Ich zögerte noch, aber nach einer weiteren Minute, die sich wie Stunden anfühlte, entschloss ich den anderen von meiner persönlichen Aufgabe hier zu berichten. Ich zeigte ihnen meinen Verlobungsring und genau schon wie am Abend zuvor zu Romero, berichtete ich Ihnen von Thia und der Notlage in der sie und ich uns befinden. Schon nach den ersten Sätzen versuchten die ersten, zu denen auch Baum zählte, mich zu unterbrechen und ich konnte mir schon denken, worum es gehen würde. Ich bereute schon bevor ich fertig war mit reden, dass ich es Ihnen erzählt habe. Ich entschuldigte mich noch, dass ich sie auf unprofessionelle Weise in meine persönlichen Angelegenheiten hineinziehen wollte und machte mich bereit mich ihren Vorwürfen zu stellen. Aber es kamen keine Vorwürfe. Ganz im Gegenteil. Baum wollte mir anscheinend, seit dem Beginn meiner Ausführungen, seine Unterstützung anbieten. Und genauso kam von den anderen eher Verständnis als Verurteilung. Ich weiß jetzt noch nicht, was ich davon halten soll, aber es half mir auf jeden Fall zu wissen, dass die anderen mich auch bei meinem persönlichen Anliegen unterstützen. Außerdem machte das Wissen den restlichen Weg zur Festung wesentlich einfacher.

Gerade einmal wenige Stunden später, kamen wir dann auch bei der Festung Beluarian an. Rokah schien auch schon voller Tatendrang zu sein und da dachte ich mir, dass es kaum eine bessere Zeit als jetzt gäbe meine Unklarheiten ihm gegenüber zu beseitigen.
Romero und ich begannen ihn auszuhorchen und Fragen wegen seiner dubiosen Geschäftsverbindungen zu stellen. Auf diese spontanen Fragen konnte er dennoch selbstsicher antworten und ich muss gestehen, dass selbst meine Zweifel, die ich bei unserer ersten Begegnung noch hatte, aus dem Weg geräumt wurden.

Nachdem er uns dann auch die 50 Gold für die Entdeckerlizenz zukommen lies, wendeten wir uns dem Fort zu. Dafür, dass es soweit draußen in einem der gefährlichsten Orte die ich je gesehen habe steht, ist es eine sehr beeindruckende Festung. Eine gut drei bis vier Meter hohe Palisade umgibt das gesamte Fort und wird nur gut alle 100 Fuß von einem Wachturm unterbrochen. Schon außerhalb der Palisade konnten wir dann auch ein zweites inneres „Fort“ wahrnehmen. Dessen Mauern wuchsen noch weiter in die Höhe und sind mit einem Dach überzogen, welches das gesamte innere Gebiet überdeckt und wie eine Festung erscheinen lässt. Der Soldat in mir suchte natürlich sofort nach Schwachstellen, aber die sollten wir nicht benötigen. Zumindest noch nicht…

Das Haupttor der Festung Beluarian

Am Tor wurden wir dann kurz von Wachen aufgehalten, welche uns nach ein paar einfachen Fragen aber auch schon passieren lies. Als wir das Haupttor passierten, wurde uns schnell klar, dass das Innere der Festung den Mauern in nichts nachstand. Ich würde sogar behaupten, dass der Innenhof noch beeindruckender für die Umstände war. Man konnte hier alles von den Kasernen über Gärten bis hin zu einer Handelsstraße finden, in welcher wir wahrscheinlich auch zwei unserer Gruppenmitglieder verloren haben müssen, denn Bee und Fitz waren spontan nicht mehr zu finden.

Romero, Baum und ich sind uns sicher, dass sie hier nicht verloren gehen sollten und haben uns deshalb schon einmal in Richtung Burg aufgemacht. Ich empfand schon fast so etwas wie Freude bei dem Gedanken, dass wir unser erstes Ziel erreichen würden und das Ende meines Auftrag und besonders meine Geliebte mir wieder einen Schritt näher rücken würde. Aber solche Gefühle lässt dieses Land nicht zu und wir trafen anstatt auf die Herrin der Festung, auf eine Frau die unsere Hilfe benötigt. So weit so gut, wir haben schon andere in unserer Gruppe, die unsere Hilfe benötigen und solange sie mich nicht von meinem Ziel abhält, können wir sie gerne unterstützen. Dachte ich, bis ihre sie ihren Mund aufmachte. Ich hatte mich gerade einmal vorgestellt und ihre ersten Worte mir gegenüber waren, dass sie Soldaten und die Armee nicht ausstehen kann. Ich versuche wirklich mich hier in diesem fremden Land vorbildlich zu verhalten und keine Schande über die tethyrianische Armee zu bringen, aber wenn jemand, der meine Unterstützung benötigt, als Reaktion auf meine Begrüßung mir sagt, dass sie mich und meinen Berufsstand nicht ausstehen kann ANSTATT sich selber vorzustellen… Ich hasse dieses Land jeden Tag ein bisschen mehr. Zumindest sitze ich hier jetzt im trockenen in der Burg und komme sogar dazu, ein paar Worte zu schreiben. Vielleicht wird demnächst ja alles besser.

Bran… oder Darvin

Darvin… oder Bran

Bran

Mein Name war Bran. Oder ist es immer noch. Mein Name war Darvin. Ist es aber genauso auch immer noch. Ich lebte eine ganze Zeit nun in Yartar und war Teil der Wache. Wenn ich mit meinen täglichen Routinen fertig war, meine Ausrüstung gepflegt und zu Abend gegessen habe, ging ich auch gerne mal in den Tempel. Nicht weil ich streng gläubig war, aber viel anderes hatte ich sonst nicht zu tun und im Tempel kam ich zumindest auch mal auf andere Gedanken. Auch wenn die Götter jetzt noch einmal eine ganz andere Rolle in meinem Leben spielen.

Viel blieb mir auch nicht übrig, da ich mein ganzes Leben vergessen hatte, halbnackt vor den Toren einer unbekannten Stadt aufgewacht bin und der einzige Ort, an dem ich bleiben konnte, die Kaserne war… Nachts lag ich allerdings schon im Bett und fragte mich was mir passiert sein muss. Wie war mein Leben vorher? War ich ein guter Mensch? Hatte ich eine Familie?

Inzwischen kann ich mich aber leider an die Vergangenheit erinnern. Ich kann mich an Schmerz, Wut und Trauer erinnern. Offenbar war ich ein Soldat. Ich zog in viele Kämpfe und beendete noch mehr Leben. An meinen Händen klebt mehr Blut, als gesund für den Verstand eines einzelnen sein kann. Ich erinnere mich wie ich und wenige andere Befehle bekamen und ich diese dann an mehrere weitergab. Wer weiß, vielleicht war ich ja so gut im Töten, dass ich sogar in der Armee oder Kohorte oder wo auch immer ich war, einen Rang inne hatte. Besser macht es das ganze nicht. Aber wenn ich schon erfahre, dass ich ein Mörder war, dann fühlt es sich besser an, dass ich anscheinend eine Position inne hatte, mit der man auch etwas ändern könnte.

Warum ich das will? Ich bin mir selber nicht sicher. Es muss der schlechte Einfluss meiner neuen Gefährten sein, mit denen ich seit mehreren Zehntagen durch diese nebelige Hölle reise. Ich sage nicht, dass sie Heilige sind, aber sie sind Kameraden, auf die man sich verlassen kann. Rhogar ist ein fähiger Kämpfer, dem ich mein Leben anvertrauen würde. Mir wäre es nur lieber, wenn er mir bei dem Glaubensthema mehr zur Seite stehen würde. Ricarda dagegen unterstützt uns vor allem mit ihrer positiven Art und ihr Optimismus und ihre Hingabe hält unser aller Moral hoch. Ich hoffe, dass dieses verfluchte Land das nicht ändert. Vor allem, wenn ich bedenke, dass sie in letzter Zeit schon etwas offener für direkte Anfeindungen wurde…
Nott, oder besser Bellatrix, war mir von Anfang an eine Hilfe. Sie scheint auch ihr Gedächtnis verloren zu haben. Oder zumindest hatte sie es. Dieser Ort scheint uns beiden geholfen zu haben, uns an unsere Vergangenheit zu erinnern. Ob wir es nun wollten oder nicht. Bellatrix scheint sogar noch mehr bekommen zu haben. Während eines Kampfes, wurde sie tödlich verletzt und rührte am Ende des Kampfes schon garnicht mehr. Plötzlich tauchte allerdings eine Elfe hinter uns auf und meinte, dass sie Nott, oder besser Bellatrix wäre und ihr Geist diesen neuen Körper fand. Das ganze wundert mich sehr, aber in diesem Land sollte mich wahrscheinlich gar nichts mehr wundern. Was mich umso mehr wundert, ist dass ein anderes Gefühl, dass ich normalerweise habe, wenn ich Elfen begegne, bei ihr garnicht auftaucht. Die einzige, die dieses „Interesse“ gerade bei mir auslöst, ist Mia…
Achja, da hätte ich fast Mialee vergessen. Es fing an, wie es immer anfängt. Meine Augen wandern ungewollt in ihre Richtung, meine Ohren überhören alles, was nicht von ihr kommt und mein Kopf schmerzt als hätte ich etwas wichtiges vergessen. Sie ist eine außergewöhnliche Frau. Sie kann kämpfen, reden und singen, wie ich es in meinem Leben selten oder vielleicht sogar niemals erleben durfte. Sie beweist Hingabe, Leidenschaft und Mitgefühl für die Armen, Schwachen und auch für ihre Freunde. Welcher Gott auch immer angefangen hat, über mich zu wachen, vergib er mir für was dieser alte Mann nun sagen wird. Ich habe selten eine so schöne und begabte Frau gesehen, wie Mia.
Wenn, dass jetzt alles so klingt, als ob mein „Interesse“ tiefer geht, als eine Verbindung zu Elfen, die ich immer noch nicht verstehe, dann mag das so sein. Ich werde mich nicht für meine Gefühle schämen oder entschuldigen. Ich werde aber auch nichts tun, um diese auszudrücken. Was könnte ich ihr den schon bieten…

Das Tagebuch eines Soldaten: Chult, dass Land vieler Gefahren (Raven Guard)

15. Flammerule 1488

Selbst eine Furt ist in diesem Land eine Todesfalle

Um zu der Krankheit zurückzukommen, von der ich gesprochen habe: Einer dieser vielen Insektenstiche, unter denen ich Vorgestern noch leiden musste, hatte anscheinend einen wesentlich unangenehmeren Effekt als einen Juckreiz. Anscheinend hatte ich sowohl Probleme mich an die Geschehnisse der letzten Wochen zu erinnern als auch keine Ahnung dass meine Mitreisenden meine Kameraden und keine Feinde waren. Zum Glück ist aber nichts schlimmeres passiert. Bee konnte mir gut zureden und hat meine Loyalität zur Armee genutzt um mich zu beruhigen. Sich als ein Oberoffizier auszugeben endet zwar normaler Weise als ein Fall vor dem Kriegsgericht, aber da sie sich mit besten Intentionen so vorgestellt hat und nicht einmal zu unglaubwürdig war, verzeihe ich ihr das nochmal. Ein wenig Aufziehen kann ich sie dennoch damit.

Nach so einem wunderbaren Start in den Morgen, wollten wir uns nun auch gleich der Überquerung des Flusses widmen. Wir haben die Überquerung, auf die Empfehlung unseres Wildnisführers Musharib, absichtlich auf heute Morgen verschoben. Wie sich herausstellen sollte, war das auch die richtige Entscheidung. Als die ersten von uns schon auf dem halben Weg durch den Fluss waren, rutschten Romero und ich auf klitschigen Steinen am Boden des Flusses aus. Ich war relativ schnell wieder oben, aber Romero tauchte einfach nicht auf und da ich einen Kameraden nicht ertrinken lassen kann, sprang ich wieder in den Fluss. Und das gerade rechtzeitig. Romero schien schon viel Wasser geschluckt zu haben und sich selbst nicht an die Oberfläche bringen zu können. Ich nahm all meine Kraft zusammen, spürte eine Energie durch meinen Körper rauschen und schnappte mir Romero um uns wohlbehalten aus diesem feuchten Grabe zu befreien.

So unschuldig diese Kreaturen auch aussehen, man sollte sich vor ihnen in Acht nehmen… Auch wenn sie relativ gut schmecken.

Man sollte denken, dass so etwas genügend Aufregung für eine kleine Flussüberquerung sein sollte, aber natürlich nicht. Kaum waren wir wieder auf den Beinen, hörten wir Schreie flussabwärts. Schreie wie ich sie nur einmal aus einem Wanderzirkus gehört hatte der gerade durch Darromar zog. Zu unserem Pech kamen dieses ohrenberstende Gebrülle auch noch auf uns zu und brachte kurze Zeit später auch noch seine Quelle mit sich. Ich traute meinen Augen nicht, ein Schwarm fliegender Affen kam direkt auf uns zu. Wir müssen sie durch den Aufruhr angelockt haben und wie wir feststellten kamen sie nicht um uns zu helfen sondern um die wahrscheinlichen Überreste einer verloren Expedition zu klauen. Allerdings waren wir noch nicht so verloren und selbst wenn sie uns einige Gegenstände abnehmen konnten, habe zumindest ich mich gewehrt und einen von ihnen aus dem Himmel geholt. Meinen Schlafsack hatte es zwar erwischt aber Neris war so gut und bat mir ihren an, sie würde eh in ihrer Hängematte schlafen.

-> Alles in Chult ist eine Gefahr. Hüte dich, denn wenn es dich nicht fressen will, möchte es etwas klauen.

Der Rest des Tages verlief zum Glück relativ ruhig. Wir gingen unseren Routinen, die wir uns über die letzten paar Tage angewöhnt hatten, nach und bauten am Abend unser Lager auf. Baum war wieder einmal mit der fleißigste, was ich ihm auch hoch anrechne, da wie ich später erklären werde, er einiges wieder gut zu machen hat. In diesem Moment hatte ich allerdings andere Gedanken. Wenn wir jeder Zeit in solch einer Gefahr schweben, finde ich es nur richtig, dass ich die Leute kenne denen ich mein und die mir ihr Leben in die Hände legen. Da fiel mir Xandala und ihr Drache Sommerklug auf. Viel hatten wir noch nicht besprochen, aber es kann nicht schaden zu hören, wie es anderen Halbelfen in diesem Land ergeht. Anfangs war unser Gespräch noch etwas unpersönlich und sie sprach hauptsächlich von ihrem Vater – wer könnte es ihr übel nehmen? Er ist das einzige, was sie noch hat! – Aber ich konnte sie dann doch etwas beruhigen und so sprachen wir über ihr Leben in Chult, wie sie Sommerklug kennengelernt hat und das sie auch ein wenig Magie beherrscht. Ihre Kräfte scheinen wie meine auch von ihrem Blut zu kommen. Sie erzählte, dass seit Generationen jeder ihrer Vorfahren über die „Magie der Drachen“ verfügte und das wahrscheinlich auf einen Pakt zwischen einem ihrer Vorväter und einem Drachen zurück gehe. Das einzige was ihr daran nicht gefällt, meinte sie, sind die Schuppen, die sie auf Grund ihrer Herkunft für immer an ihrem Körper tragen darf. Wir entspannten uns etwas vom anstrengenden Tag, teilten uns den Rest vom gebratenen Affen und gingen dann auch unserer Wege für den Rest des Abends.

Ich habe bei der Armee einen Kameraden namens Steffen König. Ein Mensch mit einer lebhaften Fantasie. Er erzählte uns Geschichten über Nebel, andere Welten und Monster, die aus jenen stammen.

Während der Nachtwache, betete ich noch einmal zu Helm und fragte nach sicherem Gleit auf dem Rest unserer Reise. Er muss seine Augen allerdings von uns abgewendet haben, da am nächsten Tag das größte Unglück unserer noch jungen Reise eintrat. Auf unserer Reise durch den heute ziemlich ruhigen Dschungel, begegnete uns heute ein sehr eigenartiges Wetterphänomen. Aus dem Dickicht des Waldes kam uns eine bläuliche Nebelwand entgegen. Nebel ist das eine, aber ein blauer, langsam auf uns zukommender Nebel ist etwas anderes. Ich hatte schon Bilder von Giften und Gasen, wie sie Diebesgilden verwenden in meinem Kopf. Natürlich war es dem entsprechend meine erste Reaktion meinen Mund und meine Nase zu schützen. Ich schnappte mir den Lumpen Stoff den ich von der Flagge des Ork-Stammes, den ich und meine Kameraden in Tethyr besiegt hatten, und nutzte ihn als Maske gegen den Nebel. Die meisten wollten einfach weiter und versuchen an dem Nebel vorbei zu laufen. Für einen normalen Menschen in einer normalen Situation mag das zwar auch eine vernünftige Lösung sein, aber bei uns spielte der Nebel da nicht mit. Die Fläche die von diesem gleitenden Ungetüm bedeckt wurde, war einfach zu groß. Und so wurden wir alle einer nach dem anderen eingeholt und von den Klauen aus Kälte und einem unnatürlichen Gefühl gefangen genommen. Aber der Nebel zog weiter. Außer einem kalten Schauer, der uns allen über den Rücken zog ging es uns gut. Keine Vergiftung oder ähnliche Nebeneffekte, auch wenn wir uns sicher waren, dass es hier nicht mit rechten Dingen zu geht.

Wie immer in diesem furchtbaren und gottverlassenem Land sollte sich das aber als ein Irrtum herausstellen. Im Laufe der folgenden Stunden kam es bei fast allen von uns zu eigenartigen Visionen, Taubheit oder gar Blindheit. Am Anfang, so geschockt wie wir auch waren, konnten wir damit noch umgehen. Baums natürliche Heilkräfte konnten die von uns die solche Erscheinungen hatten noch von ihren Leiden heilen, aber irgendwann scheint auch Baum keine Kraft mehr gehabt zu haben. Nach kurzem Überlegen kam ich auf die Idee, dass auch wenn meine Heilkräfte nur sehr begrenzt sind, sie in der Vergangenheit schon so manchen meiner Kameraden von einem unangenehmen Morgen nach einer langen Nacht oder einer verschleimten Nase nach einem Gewaltmarsch durch den ein oder anderen Sturm befreien, aber so sehr ich mich auch anstrengte es half nichts. Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, bekam auch Baum dann Halluzinationen, wie sie anscheinend nur in den hintersten Winkeln der dreckigsten Tavernen in Tethyr erhältlich sind. Er sah überall Pilze und versuchte diese selbst von meiner Rüstung, die ich immer auf Hochglanz halte, zu pflücken. Er griff natürlich ins Leere, war aber auch weiterhin nicht bereit auf uns zu hören bis ich ihm den Befehl dazu gab. Ich musste sofort daran denken, dass er dieses militärische Auftreten schon einmal gezeigt hatte als ich meinen Militärgruß zum Besten gab. Romero wollte die Gelegenheit nutzen, verband Baum die Hände und hang ihn dann an den Triceratops. Plötzlich schrie Baum etwas von Untoten, die uns angreifen würden, was natürlich kompletter Quatsch war, und meinte uns verteidigen zu können indem er uns allen mit magischen Pflanzen am Boden festhält. Romero konnte sich zum Glück schnell befreien und dachte, dass es am Besten wäre, wenn wir Baum erstmal ruhig stellen. So stark Romero auch sein mag, Sein Schlag hinterließ bis auf eine kleine Schramme keinen Effekt bei Baum, Natürlich wollte er Baum auch nicht weh tun, sondern ihn nur betäuben, was allerdings darin endete dass Baum dem Triceratops befahl vor den angreifenden Untoten die uns ja anscheinend im Nacken sitzen weg zu rennen. Neris nutzte ihre Fähigkeiten um Baum dann wirklich einschlafen zu lassen, aber der Dinosaurier war leider schon mit all unserem Gepäck zusammen losgerannt. Selbst Romeros Versuch sich auf das massige Tier zu schwingen und es zum Anhalten zu bewegen misslangen leider schon bei dem Draufspringen. Also sieht unsere Situation wie folgt aus: Baum, an den Dino gebunden, Inete, Fitz und Musharib, der sich verzweifelt ab Baums Seil festhält, stürmen von uns weg. Bee und ich, die wahrscheinlich einzig fitten in unserer Gruppe, haben die Verfolgung aufgenommen und Romero, der sich von seinem Fehlversuch den Dino aufzuhalten noch erholen muss, Neris, Rokah und Xandala laufen uns langsam hinterher…

Unsere kleine Kompanie hat sich damit in drei noch kleinere Gruppen aufgeteilt und wir rennen durch einen Wald in dem uns fliegende Affen, Untote, fleischfressende Riesenechsen und uns übel gesonnenes, schlechtes Wetter auf Schritt und Tritt verfolgen.

-> Bleibe immer in bei deiner Gruppe. Laufe vor allem weg was kein Baum oder Busch ist und genieße die Zeit, die du noch hast… mehr fällt mir da auch nicht ein

Wenn ich hier lebend rauskommen sollte Thia, lass uns so schnell wie möglich heiraten und ein ruhiges Leben auf dem Land führen. Das hier… wird mir echt zu viel.

Aufgeheizte Gemüter: Verbündete oder Feinde? (Invictus Igni)

Aufgeheizte Gemüter: Verbündete oder Feinde? (Invictus Igni)

Dieser Mistkerl. Glaubt Kairon wirklich er könnte sich solche dummen Kommentare erlauben nachdem er heute schon wieder bewiesen hat, dass er ein verdammter Feigling ist? Ich weiß wirklich nicht wie die anderen ihn und seine egoistischen Aktionen in unserer Gruppe akzeptieren können. Ach was sag ich akzeptieren. Anton und Luna haben ihn sogar verteidigt und ich wette Alberich hätte auch noch versucht in den Missetaten dieses Gauners irgendetwas Gutes herauszulesen. Wenn ich nur drüber nachdenke, was Kairon heute schon wieder für einen Mist verzapft hat.

Aufgeheizte Gemüter: Verbündete oder Feinde? (Invictus Igni)


Es ging ja gleich los nachdem Anton verschwunden war. Nicht nur hat er in seiner Aufgabe als Späher versagt. Nein, in der Sekunde wo er sich abmacht erscheint so eine riesige Spinne hinter mir. Zum Glück war ich so geistesgegenwärtig und konnte das Vieh abfackeln bevor es jemandem von uns etwas zu Leide tun konnte. Und dann, nachdem ich mich schon um alles gekümmert hatte, dann findet er Anton. Wer weiß ob er sich seiner Haut nicht getraut hat in das Nest zu gehen, weil er so eine Angst vor Spinnen hat oder ob er wirklich einfach nur so blind war und Anton nicht gesehen hat bis ich im Licht gemacht habe… Ich und die abgebrannte Spinne natürlich. Zumindest hatten wir Anton wieder. Es schien im auch relativ gut zu gehen dafür, dass er von Riesenspinnen verschleppt wurde, aber das war sicher nicht Kairon zu verdanken.


Im Gegensatz dazu konnte sich Alberich dann um Anton wohl kümmern, was auch sehr nötig war wenn ich mal so reflektiere was dem armen Anton über den Rest des Tages noch so anstand. Zumindest hatten wir erstmal wieder die Möglichkeit zusammen mit Azroks Armee zu marschieren. Zumindest bis wir an ein Tor kamen, dass einfach nicht aufgehen wollte. Da es der Haupteingang des von den Dunkelelfen besetzten Zwergentempels sein soll ergibt das schon Sinn, aber nervig war es trotzdem. Weder Antons sehr interessante Methodik die Tür mit einem Klopfrätsel öffnen zu wollen, Kairons klägliche Versuche sein Dasein als Ganove rechtfertigen zu wollen noch ein solider Schuss aus der Balliste, die mit uns marschierte, konnten dieses Ungetüm aus Stein bezwingen. Zum Glück ist Azrok bei uns. Ohne ihn wäre uns sicher nicht mal aufgefallen, dass ein Zauber auf dem Tor liegt. Und wenn ich so darüber nachdenke, wären wir ohne Luna auch ziemlich aufgeschmissen. Zum Glück versteht sie sich darauf Magie kontern zu können. Was mir wenn ich ehrlich bin einen eiskalten Schauer über den Rücken jagt. Nicht das sie mir mal meine Magie klaut. Schwachsinn… Sowas würde sie nie tun… oder?


Nein, wenn ich bedenke wie sie sich eingesetzt hat uns am Leben zu halten glaube ich nicht dass sie uns etwas böses will. Ganz im Gegenteil, ohne Alberichs und ihre heilende Magie wären wir wahrscheinlich schon alle tot. Vor allem wenn spontan wieder Eis- und Feuerexplosionen unseren eh schon zu gefährlichen Weg schmücken sollten. Ich weiß bis jetzt nicht wo die herkamen. Ich weiß allerdings auch nicht, wo diese Sonnenelfe herkam und besonders nicht wo sie hin verschwunden ist. Auch wenn der böse Blick in ihrem sonst so angenehmen Gesicht, so eigenartig reizend wie er auch war, mir schon Sorgen gemacht hat. Was jemand wie sie in so einem Gefängnis wie hier macht frage ich mich allerdings schon. Nicht auszudenken was ihr hätte passieren können, wenn es hier Feuerbälle regnet, die selbst mich umhauen. Aber zum Glück war Luna ja da und konnte mich zusammen flicken. Zumindest gehe ich von aus, dass es das war was mich wieder in das Reich des Bewusstseins geholt hat. Warum sie mich dann noch umarmt hat verstehe ich zwar immer noch nicht, aber es gibt schlimmeres wenn ich ehrlich bin… Ach ja und Anton hatte es ja auch erwischt. Zum zweiten Mal heute. Alberich ist zum Glück ein begabter Heiler. Wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich meinen er hat ihn von den Toten wiedererweckt. Aber Anton wird einfach nur weggetreten gewesen sein.


Unabhängig davon frage ich mich wer ein Gefängnis direkt neben das Haupttor eines Tempels baut, aber deswegen bin ich auch kein Architekt geworden. Und vielleicht auch wegen meinem Vater und meinem Blut… nebensächlich. Wenn das Gefängnis schon mal so nah an dem Tor war konnten wir ja auch gleich schauen ob es nicht als ein Ersatztor dienen könnte. Natürlich rannte Kairon wieder vor. Und was war das Ergebnis? Natürlich hat er einen neuen Streit angefangen. Jetzt auch noch mit Dunkelelfen. Und wer musste das ganze klären? Natürlich durfte ich hinter ihm aufräumen und das Gefängnis mit meiner erhellenden Magie in ein Abbild der Neun Höllen verwandeln. Zumindest für die Dunkelelfen. Auch wenn ich kurz überlegt hatte und Kairon hätte erwischen können. Aber ich begebe mich nicht auf sein Niveau mich gegen meine Kameraden zu richten. Und was bekomme ich als Dank? Er widerspricht mir, lügt mich und sich selber an und hat dann noch den Mut mich zu beleidigen während ich seinen Kragen in meinen flammenden Händen halte? Er sollte froh sein, dass ich mich so zurückhalten kann. Aber wer weiß wie lange noch? Morgen früh spreche ich mit den anderen ob wir ihn nicht endlich loswerden wollen. Ja, dass klingt nach einem guten Plan. Soll seine geliebte Tymora ihm doch beistehen.

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