Rowdy Rockfish

Ein Morgen im falschen Blau

Ein klarer Morgen lag über Otari – und doch ruhte ein unnatürliches Blau auf den Dächern. Das Leuchten des alten Leuchtturms färbte den Küstennebel, als würde das Licht selbst zögern, sich zu entscheiden, ob es Hoffnung oder Warnung sein wollte.

Breldas Bitte

Im Gasthof mit dem berühmten Schild – ein Fisch mit erhobenen Boxhandschuhen – empfing Brelda Venkervale die Helden mit einem Blick, der Sorge verriet, und einer Stimme, die Wärme versprach. Zwischen gebratenem Fisch und kräftigem Ei legte sie vorsichtig ein gemaltes Portrait auf den Tisch: Lasdar, ihr Sohn, seit einem Jahr verschwunden. Das blaue Schimmern draußen ließ jedes Wort schwerer wiegen. Hoffnung und Angst saßen gleichberechtigt am Tisch.

Als die Gruppe ihre Hilfe zusagte, wurden Breldas Züge für einen Atemzug weicher. Das Frühstück ging aufs Haus, Zimmer wurden vorbereitet, und der schwere Schlüssel mit dem stolzen Schild wechselte in die Hände der Abenteurer – ein stiller Vertrag aus Vertrauen.

Brelda

Stimmen der Stadt

Die Stadt lebte von Geschichten. Wrin sprach von „gefallenen Sternen“, die nur sie gesehen haben wollte. Lardus Longsaddle liebte Regelbrüche – vor allem, wenn er sie ahnden konnte. Auf der Brücke warteten Falschspieler mit falschen Zöllen und ehrlicher Gier.

Die Helden blieben höflich, aber wachsam, und entschieden sich für Wissen vor Risiko: zuerst Tempel, dann Bücher.

Funken aus Glauben

Die Basilikaspitze des Tempels fing das fremde Licht ein und warf es funkelnd zurück. Eine halblingsgroße Priesterin Namens: Vandy Banderdash überschüttete die Gruppe mit Begeisterung und schenkte ihnen ein Notenbuch, ein kleines Relikt aus Glauben und Klang.

Als die Sense der Gefährten Feuerrunen flüsterte, entfaltete sich eine warme Aura – Funken Mut tanzten an ihren Kanten, ohne die Welt zu versengen. Die Priesterin versuchte das Wunder nachzuahmen, doch nicht jeder Schlüssel ist für jedes Schloss bestimmt.

Vandy Banderdash

Nebel und falsche Zölle

Die Brücke lag im Nebel wie ein unausgesprochener Gedanke. Laternen tropften honigfarbenes Licht, Ganoven bewegten sich darin wie Schatten mit Zähnen. Die Gruppe entschied sich gegen Konfrontation und für klare Schritte.

Drinnen verhandelte Yinyasmera über eine Alligatorenplage für zwölf Goldstücke. Alligatoren im Winter klangen absurd. Alligatoren in einer tauenden Zauberzone klangen möglich genug. Die Ausschreibung verschwand in einer Tasche, doch die Priorität stand fest: zuerst der Turm. Denn manchmal ist ein großes Übel die Wurzel vieler kleiner.

Yinyasmera

Der Marsch ins Moor

Der Weg ins Marschland war feucht wie ein gehütetes Geheimnis. Frösche quakten Beifall, Mücken summten einen rastlosen Takt, und der Leuchtturm trug eine eisengefasste Krone, die den Dunst durchschnitt.

Die morsche Tür im Torhaus öffnete sich widerwillig, Spinnennetze verbrannten zischend, und die Zugbrücke knirschte, als prüfe sie nicht das Gewicht der Körper, sondern das der Entschlossenheit. Seile spannten sich, Ketten sangen. Einer flog, ein anderer sprang – 3,6 Meter sind auf Papier klein, im Herzen aber eine Prüfung. Die Brücke hielt nicht, Howacht durchbrach die Zugbrücke und steckte zusammen mit Phil im Schlamm erstmal fest, die anderen halfen sie herauszuziehen.

Rost, Schleim und Wille

Winzlinge huschten über rostige Ketten und schleuderten gelben Klebeschleim. Ein Speer traf mit beiläufiger Präzision, ein Quietschen endete hinter Stein. Im Wasser bewegte sich eine Schilfinsel zu ruhig, zu bewusst.

Das Windenseil des Fallgatters war sauber durchtrennt. Jemand hatte Flucht zur Seltenheit gemacht. Ein Balken, ein gemeinsamer Ruck – und Metall gab dem Willen nach. Der feuerimmune „Schlurk“ lernte den Wert eines Gitters.

Mitflit

Der Hof des falschen Königs

Brandflecken und Säurespuren erzählten von einem Kampf ohne Sieger. Vier Gremlins quietschten – und verschwanden gleichzeitig. Illusion, Teleport oder Feenlogik; Antworten, die nur existieren, wenn man sie nicht sucht.

Hinter einer aufgebrochenen Flügeltür saß ein König mit Krone und glitzerndem Dreizack, umjubelt von Winzlingen, die „Schkark!“ skandierten, als wäre Stärke ein Glaubensbekenntnis. Der Goldschatz war Sand – wie so oft, wenn Fantasie auf Wirklichkeit trifft.

Diplomatie gewann, wo Klingen hätten verlieren können. „Böses kommt von unten“, warnten die kleinen Stimmen. Kriechende, murmelnde Kreaturen. Geister, die durch Wände gehen.

Wasser, Stahl und ein Spitzname

Am Wasser bewachte der Schlurk eine Leiche. Zwei Hiebe entschieden die Begegnung. Einer brutal, einer vollkommen. Wasser spritzte, Gefahr wurde Erinnerung.

Jemand nannte die Sensenträgerin „Metzeltante“, und das Wort trug Respekt wie eine Auszeichnung. Der tote Steinschuppenkobold hinterließ ein Blasrohr, zwei dunkle Phiolen und ein Amulett, das nach Gott roch. Magie lag darauf wie Staub auf einem Grab, namenlos und doch bedeutungsvoll.

Schlurk

Schnupp, schnapp

„Schnupp, schnapp, schnapp, schnupp“, wisperten die Winzlinge – eine Spinnenwarnung in vier Silben. Die Jägerin an der Decke fiel unter Feuer und Stahl. In den Ställen kroch Leben, das man ziehen lassen durfte; nicht jeder Kampf verlangt einen Sieger.

In der großen Schutthalle bebte der Boden, als ein Riesenskorpion das Licht zu trinken schien. Trommeln hallten, Blitz zuckte, Stahl fand seine Lücke. Gift verlor seinen Anspruch.

Das Zeichen des Nichts

Zwischen Schutt und Moos lag ein Schädel, berührt vom Nichts. Ein Symbol mit Moos im Mund. Ein Name wie ein Verfallsgebet: Nimbaloth – Natur und Verwesung, Untod und das leise Lied des Endes.

Die Helden skizzierten das Zeichen; Zeichnen ist der erste Bann eines Rätsels. Vor einer Runentür summte Magie. Der Weg nach unten war den Winzlingen verboten – und für diesen Tag auch den Helden. Nicht aus Furcht, sondern aus Weisheit.

Das Versprechen der Rückkehr

Irgendwo im Nebel lachte das Abenteuer leise.
Es wusste: Diese Gruppe würde zurückkehren.

Das blaue Leuchten

von unbekannt | Die reinigenden Flammen

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