Tibidabo

Tibidabo

Name: Tibidabo
Alter: 99
Volk: Gnom
Klasse: Magier
Geschlecht: Männlich
Herkunft: –
Gesinnung: chaotisch neutral

Aktueller Aufenthaltsort: Phandalin, Jahr 1491 DR

Tagebuch
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Zweiter Tagebucheintrag

Charakterbogen von Tibidabo

 

 

Tibis Geschichte

Tibidabo „Tibi“ Funkelspross wurde in Funkenruh geboren, einer kleinen Waldgnomensiedlung am Rand des High Forest. Ein idyllischer Ort voller Kräuterduft, schiefer Werkstätten und flüsternder Baumbrücken. Doch all das verschwand in einer einzigen Nacht, als eine Orktruppe über das Dorf herfiel. Tibi überlebte nur, weil er sich in einen engen Felsspalt zwängte, still wie ein Stein, während draußen alles verbrannte. Was er dort hörte, prägte ihn für immer: Man verliert alles schneller, als man glaubt. Und am Ende hat man niemanden außer sich selbst.

Wandernde Elfen und Druiden fanden ihn kurz darauf und nahmen ihn bei sich auf. Sie erkannten früh, dass in ihm eine wilde, ungezähmte Magie schlummerte. Tibi lernte von ihnen, sich im Wald lautlos zu bewegen, Gefahren zu wittern und auf seine Instinkte zu vertrauen. Doch die Waldhüter waren rastlos. Heute hier, morgen fort. Niemand blieb, niemand versprach etwas. Und Tibi lernte, sich nicht auf Verbindungen zu verlassen, sondern auf Geschwindigkeit, Intuition und den nächsten Schritt. Helfen tat er, wenn es sich richtig anfühlte – nicht, weil es erwartet wurde. Regeln waren optional. Autoritäten hinderlich. Freiheit das Einzige, was er verstand.

Als seine Magie stärker wurde, schickten die Waldhüter ihn zur Magierakademie Arcanum Viriditas, tief im Grünen verborgen. Tibi fühlte sich dort fehl am Platz, eingeengt von Vorschriften und staubigen Ritualen. Doch in den Übungshallen, wo es um pure Kraft und bewegliche Taktik ging, fand er etwas, das ihn faszinierte: die Verbindung aus Kampf und Magie. Ein Stil, der ihn unabhängig machte. Ein Stil, der sicherstellte, dass er nie wieder hilflos in einem dunklen Felsspalt sitzen müsste.

Die einzige Person, die ihn wirklich verstand, war Meisterin Elyndra Saranthil, eine halbelfische Kampfmagierin. Sie sah keine Pflicht in Stärke, sondern Freiheit. Sie lehrte ihn, Macht zu nutzen, um zu überleben, um zu entscheiden, wem man hilft – und wem nicht. Tibi vertraute ihr mehr als irgendjemandem sonst, ohne jemals zuzugeben, wie viel sie ihm bedeutete.

Doch auch hier holte ihn das Chaos ein. Ein instabiler Elementargeist, durch das verantwortungslose Experiment eines Studenten entfesselt, brach in den Hallen der Akademie aus. Elyndra und mehrere Schüler wurden in einem Korridor eingeschlossen, während die Barriere erzitterte. Mit einer letzten, verzweifelten Kraft bündelte Elyndra eine schimmernde Schutzkuppel. Sie packte Tibi am Kragen, sah ihm tief in die Augen und sagte nur: „Lauf.“
Er gehorchte. Nicht weil es richtig war – sondern weil Überleben immer seine erste Regel gewesen war. Er hörte das Zerreißen der Barriere. Er hörte den Aufschrei des Elementars. Dann Stille. Danach fand er keine Spur von ihr. Weder Beweis des Todes noch Hoffnung auf Leben. Nur Leere.

In den folgenden Wochen streifte Tibi rastlos durch die Bibliothek – nicht aus Pflicht, sondern aus dem Drang heraus, Antworten zu finden. Dabei stieß er auf ein beschädigtes Manuskript: Die Arkanen Kriegslehren der Alten Meister. Darin wurde eine vergessene Technik beschrieben, die Kampfkunst, Lebenskraft und arkane Energie verschmelzen sollte: Macht, die nicht nur zerstört, sondern stärkt. Der letzte Schritt zu echter Unabhängigkeit. Doch die entscheidenden Seiten – das sogenannte Fragment – waren herausgerissen. Ein Randvermerk warnte: „Zu gefährlich. Verbergen.“

Für Tibi war das kein Warnhinweis, sondern eine Einladung.

Wenn er frei sein wollte, wenn er nie wieder ausgeliefert sein wollte, musste er diese fehlenden Seiten finden. Er musste stärker werden – nicht für andere, sondern für sich selbst. Und wenn sich unterwegs jemand findet, der Hilfe braucht und ihn nicht nervt, dann hilft er vielleicht. Wenn er Lust hat. Und wenn nicht, geht er weiter.

Bevor er die Akademie verließ, erinnerte er sich an Geschichten der Elfen und Druiden: tief im Hochwald soll ein uralter Ort liegen, das Herz des Hochwaldes, ein pulsierender Knoten reiner Lebenskraft. Vielleicht liegt dort ein Hinweis. Vielleicht Energie, die ihm neue Wege eröffnet. Vielleicht etwas, das selbst das Fragment erklären kann.

So zieht Tibi nun hinaus in die Welt: klein, schnell, launisch, frei.
Er sucht Abenteuer, weil sie ihn stärker machen. Er sucht Antworten, weil niemand anderes sie ihm geben wird. Und er folgt nur einem Gesetz: seinem eigenen.

Wer ihm begegnet, merkt schnell – Tibi ist kein Held, kein Schurke, kein Opfer.
Er ist ein Funke, der in die Richtung springt, die ihm richtig erscheint.
Und wehe dem, der versucht, ihn festzuhalten.

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