Reise in die Schattenlande (Die Silberne Schar)
Das Echo der Leere
Der Schritt durchs Baumportal verhieß nichts Gutes, als eine Grimasse, von einem Shadar-kai nebelig und beängstigend auftauchte und beide vom Weg abbrachte. Angelus und Nocturne von einem unheiligen Mahlstrom aus dem Dasein gerissen. Getrennt von ihren Gefährten spuckte das Schicksal sie an einem Ort aus, an dem das Licht stirbt: die Schattenebene.
Ein düsteres Spiegelbild der Feenwildnis breitete sich vor ihnen aus – ein Land aus aschfahlen Ebenen und brüchigem Fels. Die Luft selbst schmeckte nach Verzweiflung, und in der Ferne wanden sich gestaltlose Schrecken durch den ewigen Zwielichtnebel. Für Nocturne, dessen Wesen mit den Schatten verwoben war, wurde die Ebene zu einer metaphysischen Qual; nur das kalte, vertraute Gewicht seines Dolches in der geschlossenen Faust verankerte seine Seele noch in dieser Welt. Doch Angelus, der Leuchtturm in der Finsternis, rief den Namen seines Gottes an. „Tyr, steh uns bei!“ erscholl sein Ruf, und das heilige Feuer seines Eides entzündete sich als gleißendes Leuchtfeuer gegen die alles verzehrende Leere.
Der Sammler der Seelen
Inmitten der Trostlosigkeit begegneten sie einem verfluchten Echo – einem Greis, der kaum mehr als ein Flüstern der Vergangenheit war. Von ihm erfuhren sie die grausame Wahrheit: Während sie hier im Limbus darben, wandeln Doppelgänger in ihrer Gestalt durch die Heimatwelt, bereit, ihre Freunde zu verraten. Der Alte warnte sie vor dem unerbittlichen Jäger dieser Lande: Xargul, dem Sammler. Ein Shadar-kai im Dienste der Rabenkönigin, der die Seelen ihrer Landsleute in den nahen Ruinen wie Trophäen hütete.
Mit der brennenden Notwendigkeit der Rückkehr im Herzen wagten die Helden den Sprung über eine gähnende Schlucht. In den Ruinen offenbarte sich ihnen ein Bild des Jammers. Toblen, Bürgermeister Harbin Wester und das Volk von Phandalin standen dort als leblose Hüllen, ihre Seelen durch geisterhafte Fäden an den Stab des Shadar-kai gekettet.
Klingen gegen den Schatten
Die Stille der Ruine zerriss, als Nocturne eine lauernde Bestie im Dunkel ausmachte und sie mit der lautlosen Präzision eines Meistermeuchlers richtete. Doch dann trat Xargul selbst aus dem Nebel. Mit der Macht des Schattens webte er ein Netz aus mentaler Qual. Angelus’ Wille wankte unter dem Ansturm der Verzweiflung, bis eine ferne, klare Stimme seinen Geist erreichte – Meron! Wie ein Hornsignal in der Schlacht riss ihn dieser Ruf aus der Trance.
Nocturne jedoch wurde tiefer in die Dunkelheit gezerrt. Xarguls Stimme schmeichelte seinem Ohr, flüsterte von Zugehörigkeit und der Macht des Schattens. Inmitten des Angriffs erstarrte der Schurke, gefangen in einem verzweifelten Duell innerhalb seiner eigenen Seele.
Doch das Licht lässt sich nicht ewig dimmen. Angelus stürmte voran, sein Schild erstrahlte in magischem Glanz und drängte die Finsternis zurück. Mit dem Schattenschwert führte er einen Hieb, der Xarguls Konzentration wie Glas zerbrechen ließ. Die mentalen Ketten barsten! Nocturne, befreit vom Flüstern des Feindes, entfesselte einen tödlichen Wirbelwind aus Stahl. Überwältigt und in die Enge getrieben, löste sich der Shadar-kai in eine Wolke aus Rauch auf und floh – doch er hinterließ eine Karte, die den Weg zur Erlösung wies.
Das verderbte Portal
Die Karte führte die Überlebenden zu einem gigantischen, von Fäulnis gezeichneten Baum – ihr Anker, ihr Portal, ihr Heimweg. Doch vier rauchartige Ketten versiegelten das Heiligtum und hielten im Inneren unaussprechliche Monstrositäten gefangen.
Angelus, nun der unbestrittene Anführer dieser Schicksalsgemeinschaft, trat vor die verängstigten Bürger Phandalins. Seine Worte waren kein bloßer Schall, sondern ein Funke, der das erloschene Feuer in ihren Herzen neu entfachte. Er sprach von Hoffnung, von Pflicht und dem fernen Schein ihrer Heimat. Aus Opfern wurden Verbündete.
Nun, nach einer kurzen Rast, stehen sie bereit. Die Geretteten umklammern ihre neuen Speere, die Augen fest auf die Siegel gerichtet. Die Helden bereiten sich auf den finalen Sturm vor: Die Ketten müssen brechen, die Monster müssen fallen – koste es, was es wolle.
Das Brechen der Siegel
Die Luft um das verdorbenen Baumportal vibrierte nicht bloß; sie kreischte unter der Last unheiliger Energien. Aus der rissigen, schwarzen Borke quoll eine endlose Flut von Albtraumgestalten, ein Heer aus Schatten, das die Welt verschlingen wollte. Doch Angelus und Nocturne kannten keine Furcht. In einem Moment taktischer Brillanz verwandelten sie den Heiligen Schild des Paladins in eine mobile Bastion des Lichts: Nocturne schnallte sich das glühende Artefakt auf den Rücken, und im schützenden Kegel dieser göttlichen Aura tanzte er durch die Dunkelheit, um das erste der vier massiven Schlösser zu bezwingen.
Doch der Triumph rief einen Schrecken auf den Plan, der die Schatten selbst befehligte: Ein Wraith, ein Wesen der Finsternis, erhob sich. Wo gewöhnlicher Stahl wirkungslos an seiner ätherischen Gestalt abglitt, fanden Nocturnes Schattenschwert und die durch Angelus’ Eid geweihte Macht ihr Ziel. Mit harten, unerbittlichen Hieben zerfetzten sie die Kreatur, bis sie als rauchiges Nichts in den Äther zurückkehrte.
Ritt auf dem heiligen Schlachtross
Kaum war der Wraith bezwungen, brachen zwei geifernde Schatten-Mastiffs aus dem Unterholz der Schattenebene hervor. Hier offenbarte Angelus die wahre Gunst seines Gottes: Mit einem Machtwort beschwor er sein himmlisches Schlachtross, ein Wesen aus purem Licht und Sternenstaub. In perfekter Symbiose ritten Assassine und Paladin in den Sturm. Während die Hufe des Rosses einen der Hunde mit einem donnernden Ansturm zermalmten, wurden die Klingen Nocturnes zu silbernen Blitzen, die den zweiten Kläffer in Vergessenheit schickten.
Doch der Baum blieb das wahre Bollwerk. Schloss um Schloss gab unter Nocturnes geschickten Händen nach. Als ein kritischer Fehler drohte, sein Werkzeug zu zerschmettern und alle Hoffnung zu begraben, zwang er das Schicksal durch reine Willenskraft – eine Heroische Inspiration – in die Knie. Das Schloss klickte. Mit jedem gelösten Siegel pulsierte das Licht der Helden heller, eine Waffe, geschmiedet aus Trotz gegen die Nacht.
Der Schnapper
Nocturne erblickte in der Ferne Xargu, er war zurück und nicht allein. Sie hatten keine Zeit mehr, schnell schloss er das 2te Schloss auf und der Baum bebte und es trat ein Riese mit langen Armen und Klauen hervor, der einen großen Sack auf dem Rücken trug. Gebeine schauten aus der Sacköffnung und ließ nichts Gutes vermuten. Der Schnapper langte gut zu und betäubte das Ross, als auch den Paladin mit einem einzigen Schlag, achtete aber nicht auf die tödlichen Klingen von Nocturne und diesen landeten präzise bei dem Großen. Noch bevor er Angelus in den Sack quetschten, konnte, beendete Nocturne den Kampf. Das nächste Schloss klickte und es passierte nichts… wo blieb der Gegner, es passierte nichts. Gut so denn viel Zeit blieb ihnen nicht.
Das Antlitz des Bodaks
Mit dem letzten Schloss erwachte das wahre Grauen. Morak, der letzte Hüter, schälte sich aus dem Holz – eine groteske Gestalt mit einem einzigen, wachamen Auge und Klauen, die länger als Dolche waren. Hinter ihm flimmerte die Realität, und ein Portal aus reinem Licht riss auf. Die Rettung war nah, doch sie wirkte wie ein Leuchtfeuer für jede Bestie in der Umgebung.
Drei Runden. Nur drei Runden blieben ihnen, bevor der Xargul der Shadar-kai sie mit etlichen Schattenwesen sie erreichen würde. Ein markerschütternder psychischer Schrei erschütterte ihre Seelen, als das Monster seinen wahren Namen preisgab: ein Bodak. Seine bloße Aura war der Tod; sie sog das Leben aus allem, was zu atmen wagte. Nocturne wurde zu einem Todesballett, seine magischen Klingen gruben tiefe Furchen in das Fleisch des Hüters. Sogar der einfache Dorfbewohner Toblen, getrieben von purer Verzweiflung, landete einen perfekten Treffer mit einem einfachen Stein – ein Beweis dafür, dass selbst das Kleinste das Schicksal wenden kann.
Doch der Preis war hoch. Das treue Himmelsross löste sich unter der tödlichen Aura auf, und in der finalen Sekunde richtete der Bodak seinen vernichtenden Blick auf Angelus und auch dieser Angriff saß. In letzter Sekunde zog Angelus einen Trank aus seiner Tasche., während die Zeit unerbittlich verrann.
Die Rückkehr der Verlorenen
In einem letzten Kraftakt stürzten die Überlebenden durch das Portal. Eine letzte mentale Prüfung riss an ihrem Verstand, dann schlug die Kälte der Schattenebene in die vertraute Luft von Phandalin um. Sie landeten hart – direkt auf ihren eigenen, leblosen Körpern, die nachgaben und sie lagen, wo zuvor sich ihre Doppelgänger aufgelöst hatten
Verwirrt blickten sie auf: Angelus fand sich im Wagen wieder, während Nocturne sich vor dem Rathaus wiederfand. Es war Tag. Die Stimme von Maeron war enfernt zu hören. Während Angelus und Nocturne in der Unterwelt gefangen waren, hatten ihre Freunde hier gegen die Doppelgänger gekämpft, die ihren Platz eingenommen hatten.
Sie waren zurück. Erschöpft, gezeichnet und dem Tode näher als dem Leben, doch sie waren siegreich. Und während der Staub sich legte, spürten sie, wie eine neue Welle der Macht durch ihre Adern flutete – eine Stärke, die nur jene besitzen, die den Blick eines Bodaks überlebt haben.










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