Xerxies
Xerxies

Nach diesem Kampf war mir zum Feiern zumute, jedoch mussten wir die Flucht ergreifen. In dieser Stadt sind wir nämlich nicht willkommen. Tyrion sei Dank, denn unsere Unterstützung half uns nicht nur im Kampf, sondern gewährte uns auch Zuflucht. Wir blieben über Nacht und erholten uns von den Strapazen. Es war still. Jeder ging seinen eigenen Dingen nach. Nur einer schien nervös zu sein. „Was ist, Meister Zauberer?“, fragte ich Blinki, der es kaum erwarten konnte ein Gespräch zu beginnen. Auch war er schon zur Stelle und seine Augen leuchteten und wollten noch viel mehr wissen über den Norden und der Geschichte, die mich umgibt. So begann ich meine Geschichte…

Geboren als Skyr, wandelte ich auf dem Rückgrat des Weltgestirns unseres Kontinents, wie jedes Jahr auf der Jagd, um Nahrung für meine Familie zu beschaffen, damit wir nicht der unendlichen Kälte des Eisdwindtals ausgesetzt sind. Es sind schwere Zeiten, doch irgendwie schaffen wir es jedes Jahr aufs Neue dem „gehängten Gott“ zu würdigen, sodass wir ihm auch dieses Jahr wieder ehren und unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Unser Stamm ist zu klein, als das wir eine einzige Person unserer Nomadenfamilie opfern könnten. Doch das spielt keine Rolle. Knochen von riesigen Raubvögeln nahm ich an mich für Gjardottr unserer stammesältesten Schamanin. Ich hielt nicht viel vom Schamanismus und Weissagungen, doch gab es meinem Stamm ein Stück Frieden, wenn Sie ihre Klagen und ihren Frust, aber auch ihre Freude und ihre Hoffnungen in überirdischen Mächten fanden. Solange Sie nicht glaubten, das Tier würde vom Blitz erschlagen und vom Winde herunter zu unserem Tal getragen werden, ist es mir Recht, wenn die alte Hellseherin die Herzen des Stammes beruhigte. Ein jeder hat seinen Platz bei den Skyren und so wie es jetzt ist, ist es ein gutes Zuhause und ein zufriedenstellendes Leben. Mein Stamm ist meine Familie und ihr gehören auch meine Frau und meine Tochter an, die es zu beschützen gilt. Drei Tage war ich in der eisigen Wildnis, um zu jagen. Ich habe schöne Geschenke für Elva, meiner Frau und Lenja meiner Tochter.


Ich war bereits auf dem Weg zurück ins Tal zu unserem Lager, dass wir vor kurzem aufgeschlagen hatten. Ich würde einen ganzen Tag brauchen, bis ich wieder zurück in unserem Lager wäre. Ich hatte klare Sicht aufs Tal. Rechts ein kleinen Fluss mit frischem Wasser umgeben von Wald und umkreist von eisigen Bergen befanden wir uns geschützt mittig der Einkerbung der Bergkette. Nur ein direkter Weg führte aus dem Tal heraus und in diesem Augenblick bemerkte ich eine dunkle Wolke auf unsere Rast zukommen, genau aus der Richtung die das Tor zur Welt nach draußen war. Innerhalb weniger Stunden würde Sie bereits unser Lager erreichen. Es mussten Reiter sein, denn solche Geschwindigkeiten konnte kein Mensch zu Fuß erreichen. Ich wurde zunehmend unruhig und wartete keine Sekunde mehr, stürmte los um mein Lager zu erreichen. Ich war ein Krieger der Meinesgleichen beschützen und versorgen sollte. Ich lief Stunden gefangen in einem Tunnel mein Ziel zu erreichen., bis ich dunkle Rauchschwaden bemerkte, ich wusste. dass es sich um Feuer handelte, unkontrolliertes Feuer. Und nun unfähig irgendetwas zu tun außer zu laufen, soweit mich mein Körper trug, drängten sich Ängste in meine Brust. Die Reiter erreichten vor mir das Lager, denn ich kam um Stunden zu spät an. Das Feuer zog sich durch das ganze Dorf, Leichen auf dem Boden, zerstörte Unterkünfte. Sofort suchte ich meine Elva und Lenja. Ich sah Gorgo unseren Lederer. Er kroch mit Angst in seinem Blick weg von einer riesigen schwarzen Gestalt. Ohne zu zögern griff der Riese sein Zweihandschwert und stieß es Gorgo durch den Leib. Ich zog meine Äxte denn im Zentrum des zerstörten Lagers stand eine dunkle Gestalt, gepanzert von Kopf bis Fuß. Ein dunkler Ritter, dessen Schultern ein Pelz säumte. Durch sein Helm funkelten mich feurige grelle Augen an und die Luft vibrierte um mich herum. Ich konnte mich nicht mehr bewegen. Das muss das Werk von Zauberei sein. Hatte ich Angst? Das hatte ich noch nie! Selbst als ich den riesigen Bären ohne Waffe konfrontierte, kannte ich keine Schwäche und tötete ihn! Warum also meine Bewegungslosigkeit? Als mein Gegner bemerkte, dass ich bewegungsunfähig dastand, rannte er mit seinem blutigen Zweihandschwert auf mich zu, um mir seine Klinge durch das Herz zu rammen. Er stand zu weit von mir entfernt und ich konzentrierte mich die Ängste und Sorgen abzuschütteln, um Platz für meine Wut und meinen Zorn gegen meinen Feind zu machen Er zerstörte alles… jetzt zerstöre ich Ihn! Wie ein Höllenfeuer brannte ich darauf ihm meine Äxte in den Kopf zu rammen, für das was er meiner ganzen Familie angetan hat. Ich verlor mich in meinem blutroten Wahnsinn der mich befiel und griff den Ritter an.


Als ich wieder erwachte, lag ich mit dem Rücken auf einem harten rauen Stein. Jede Bewegung schmerzte dermaßen, dass ich trotz der Kälte noch eine Weile liegen blieb. Ich wusste noch, dass ich im Lager war, denn als ich mich aufsetzte, um nicht zu erfrieren, sah ich die Verwüstung mit klaren Augen. Mein Stamm war tot, niedergemetzelt durch die Reiter, die uns angriffen. Ich sah mich verzweifelt nach Überlebenden um. Dabei widmete ich meiner größten Aufmerksamkeit meiner Frau und meiner Tochter. Lange fand ich nichts. Ich befand mich vor unserer Behausung. Kampfspuren, doch kein Zeichen von Elva und Lenja. Haben Sie es geschafft zu fliehen? Ich verfolgte die Spuren, bis zu dem Fluss nordwestlich des Dorfes. Ich habe sie gefunden, nahe unseres kleinen Rastplatzes, wo wir immer mit Lenja spielten. Mein Herz stoppte. Ein starker Ruck zog sich von meinen Beinen bis in meine Brust. Mein Herz zerbarst unter dem Druck des Schmerzes und endete in nicht aufhörenden Tränen die das Gesicht meiner Frau und meines Kindes benetzten. Lange kniete ich vor ihren Leichen, resigniert und voller Trauer. Ich tat nichts und bemerkte nicht was um mich herum geschah, bis ich mich entschied sie zu begraben. Meine Trauer und Hoffnungslosigkeit begrub ich mit Ihnen, denn meine grausige Belohnung als einziger Überlebender der Skyren, so dachte ich war eine Wunde an meinem linken Arm die sich vom Handgelenk bis zu meinem Bizeps zog und nicht aufhörte zu glühen. Sie leuchtete nur schwach, dass man sie kaum bemerkte, wenn man es nicht wüsste. Auch meine Augen schmerzten. Allerdings gewöhnte ich mich langsam an das Brennen, die sie verursachten und ich bemerkte eine ungewöhnliche Sicht auf meine Umwelt. Ich machte mich auf den Weg, mit Nichts und ohne klares Ziel. Der einzige Lichtblick den ich von diesem Ort mitnehme, ist die Erinnerung an meine schöne Frau und unseren Stolz Lenja in Form einer Eiskristallkette. Es ist ein seltener Stein dem magische Fähigkeiten nachgesagt werden, jedoch widmen sich unsereiner eher weniger mit Zaubereien und Manipulationen der natürlichen Ordnung. Der Stein ist lediglich ein Geschenk meiner Frau, den sie mir zu der Geburt unserer Tochter schenkte und auf Diesen werde ich achten wie auf meinen Augapfel. Ich weiß nicht, warum diese Veränderungen mit mir geschahen, was meinen Arm und meine Sicht betrifft, doch ab jetzt gilt es die Ursachen dafür herauszufinden und sobald ich das getan habe, meine Rache an ihr zu nehmen, um die Ehre und den Stolz zurückzufordern den die dunklen Reiter den Skyren nahmen.

… Varoxian kannte die Geschichte schon, lehnte an der Wand und kümmerte sich um seine Rüstungen. Schall und Rauch sagte nichts. Ich kann nicht einmal erkennen, ob er uns überhaupt zuhörte. Nach dem ich geendet habe, lehnte der Gnom sich zurück, sichtlich in Gedanken verloren. Es war still. Ich hatte meinen Stein in die Hand genommen, während meiner Erzählung und schlief ein.

 

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