{"id":24244,"date":"2020-09-25T08:30:36","date_gmt":"2020-09-25T06:30:36","guid":{"rendered":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/?p=24244"},"modified":"2020-10-25T12:35:16","modified_gmt":"2020-10-25T11:35:16","slug":"feaharn-lathspell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/the-guardians\/feaharn\/feaharn-lathspell\/","title":{"rendered":"Feaharn Lathspell"},"content":{"rendered":"\n<p>Was lange w\u00e4hrt wird schlie\u00dflich, naja also es wird jedenfalls irgendwann mal fertig, ob es gut ist m\u00fcssen andere befinden. Jedenfalls gibt es nun die Kurzgeschichte aus Feaharns Vergangenheit. Ich hoffe sie gef\u00e4llt euch.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" width=\"435\" height=\"600\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Feaharn.jpg?resize=435%2C600&#038;ssl=1\" alt=\"Feaharn Lathspell\" class=\"wp-image-24245\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Feaharn.jpg?w=435&amp;ssl=1 435w, https:\/\/i0.wp.com\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Feaharn.jpg?resize=218%2C300&amp;ssl=1 218w\" sizes=\"(max-width: 435px) 100vw, 435px\" \/><figcaption>Feaharn Lathspell<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Der die Schatten jagt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es war der Abend der Mittsommerwende. \u00dcber Rinsten stieg Rauch zum sternenklaren Himmel empor und ein lautes Gewirr von Schreien und Stimmen \u00fcbert\u00f6nte den Klang das nahebei flie\u00dfenden Baches. Auf den Schindeln des Rathausdaches spielte der Schein des Feuers ein verworrenes Ballett. Um das Feuer sa\u00dfen M\u00e4nner und Frauen an langen Tischen und a\u00dfen und tranken. Einige tanzten nahebei zu den Kl\u00e4ngen einer Fiedel, einer Fl\u00f6te und einer Trommel. Die Kinder des Dorfes, so sie nicht schon schliefen, sa\u00dfen abseits auf der Veranda des Metzgers zu F\u00fc\u00dfen eines alten Mannes. Der Alte trug einen groben Kittel und neben ihm lagen ein geflickter Ranzen und ein Stecken. Dieser mochte wohl auf seinen Wanderungen, von denen seine Schuhe abgelaufen waren, dienlich sein, sei es als St\u00fctze, sei es um einen allzu aufdringlichen K\u00f6ter zu verscheuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOnkel Goidemar\u201c, verlangte ein junger Bursche von vielleicht 9 Jahren, \u201eerz\u00e4hle uns doch noch eine Geschichte!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa, ja, noch eine Geschichte!\u201c, fielen die anderen Kinder mit ein.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eRuhe, ihr Rotznasen!\u201c, grummelte der Alte. \u201eIch glaube nicht, dass ich euch noch eine Geschichte erz\u00e4hlen sollte. Denn der Mond steht noch hoch am Himmel und es ist sp\u00e4t. Wenn ihr noch l\u00e4nger wach bleibt, seid ihr morgen bei der Arbeit m\u00fcde und dann hetzen mich eure Eltern mit den Hunden aus dem Dorf.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Sturm der Entr\u00fcstung, brach unter den Kindern los. Eines schlug sogar einen Purzelbaum, um zu beweisen, wie wach es noch sei.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eRuhe, habe ich gesagt\u201c, fuhr der Alte wieder dazwischen. \u201eSelbst wenn ich noch eine Geschichte erz\u00e4hle, muss einer von euch nach Hause gehen und mir einen Krug mit Sauermilch, oder besser Wein holen. Denn vom Reden wird mir die Kehle trocken und die Stimme wund. Und au\u00dferdem muss Einigkeit bestehen, was f\u00fcr eine Geschichte ich erz\u00e4hlen soll.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder begannen die Kinder durcheinander zu rufen und \u00fcberschrien sich gegenseitig im Versuch eine Geschichte nach ihrem Geschmack einzufordern. \u201eEine Lustige\u201c, verlangte ein Kind. \u201eEine spannende\u201c, verlangte ein anderes. \u201eEine \u00fcber Liebe\u201c, verlangte Frai, die Tochter des M\u00fcllers, ihre blauen Augen leuchteten unter ihren blonden Z\u00f6pfen. \u201eNoch ein paar Jahre und ich w\u00fcrde ihr zu gerne, eine Geschichte \u00fcber Liebe erz\u00e4hlen\u201c, dachte der Alte bei sich, w\u00e4hrend er die Flut \u00fcber ich ergehen lie\u00df. \u201eEine gruselige\u201c, verlangte ein Junge jetzt, \u201eIn einer solchen Nacht sollte man eine gruselige Geschichte erz\u00e4hlen.\u201c \u201eKeine Gruselgeschichte\u201c, murrte die J\u00fcngste, von allen nur D\u00e4umelinchen genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eRuhe zum Teufel, habt ihr nicht geh\u00f6rt, was der Alte gesagt hat? Es muss Einigkeit herrschen, aber ihr kreischt ja herum, wie eine Schar Dohlen auf dem Dach.\u201c, sprach nun Tommin, mit 14 der \u00e4lteste. \u201eAlter, erz\u00e4hl uns doch die Geschichte von Feaharn Lathspell und sein Abenteuer bei Graf Dupez. Die sollte allen gefallen. Sie ist spannend und auch etwas gruselig. Und ich will derweil zusehen, dass ich euch etwas zu trinken besorge.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es herrschte allgemein zustimmendes Gemurmel, nur D\u00e4umelinchen nahm die Hand ihres Bruders Tommin und fl\u00fcsterte: \u201eAber nicht zu gruselig.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAlso dann\u201c, hob der Alte an, \u201edie Geschichte von Feaharn Lathspell bei Graf Dupez soll es sein. Sie trug sich zu vor vielen Jahren, als die Menschen noch Mut und G\u00f6tterfurcht kannten\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Reiter war gegen Mittag nach Atola gekommen. Von der staubigen Landstra\u00dfe her war er bei den Gerbern und F\u00e4rbern in den Gestank und das Treiben der Stadt eingetaucht. Obgleich es nicht sonderlich kalt war noch regnete trug er einen dunklen Mantel und die Kapuze \u00fcber das Haupt gezogen. Unter ihr ihr hervor schauten eindringliche Augen aus einem von blonden Haaren umrahmten Gesicht auf die Ansammlung der H\u00e4user, die sich um den Felssporn und die darauf befindliche Burg lagerten. Einige Minuten verharrte er reglos auf dem R\u00fccken seiner braunen Stute. Weder schien er von den neugierigen Blicken der spielenden Kinder noch den \u00e4ngstlichen ihrer \u00e4lteren Geschwister Notiz zu nehmen. Ein Windsto\u00df wehte von hinten heran und vertrieb f\u00fcr einen Moment den Dunst aus den Gerbergruben mit dem Geruch nach trockenem Gras und Beifu\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Wortlos stie\u00df der Reiter sein Pferd sacht mit den Fersen und lenkte es auf die Stra\u00dfe zum H\u00fcgel. Die Hufe stampften auf der staubigen Erde und auch wenn er zu Pferde war, kam er nur langsam voran. Eine Weile ritt er hinter einem mit Stroh beladenen Wagen. Er h\u00e4tte ihn \u00fcberholen k\u00f6nnen, doch wartete er bis der Wagen in eine Seitenstra\u00dfe abbog. Die Hauptstra\u00dfe selbst f\u00fchrte im Schwung den H\u00fcgel hinauf. Oben m\u00fcndete sie auf einen Platz in dessen Mitte ein gro\u00dfer Lindenbaum stand. In seinem Schatten trieben zwei Jungen ihre Reifen um die Wette, der Klang ihrer St\u00f6cke und ihres Gel\u00e4chters und Geschreis hallten von der steinernen Burgmauer wieder. Als der Reiter den Platz zum dem in der Mauer befindlichen Torhaus der Burg \u00fcberquerte, unterbrachen sie ihr Spiel f\u00fcr einen Moment, schauten ihm nach, w\u00e4hrend die Reifen zu Boden klapperten. Im Tordurchgang war es f\u00fcr einen Moment angenehm k\u00fchl, doch war es nur ein kurzer Aufschub von der Hitze des kleinen Burghofs, eingez\u00e4unt von hohen Mauern und Giebeln. Der Reiter lenkte sein Pferd am Brunnen in der Mitte des Hoofes und den St\u00e4llen vorbei zum Palas und stieg ab. Vor der von Efeu und wildem Wein \u00fcberwucherten Front f\u00fchrten drei flache Stufen zu einem kleinen Podest empor. Mit der behandschuhten Rechten fuhr er der Stute \u00fcber die N\u00fcstern und den Hals, dann wand er die Z\u00fcgel um einen Pfosten der aus Eichenholz geschnitzten Balustrade und trat ins Haus des Grafen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Inneren war es dunkel. Die Fenster aus Butzenglas waren verhangen und verstellt und nur einige Kerzen und ein kleines Feuer im Kamin verbreiteten sp\u00e4rliches Licht in der gro\u00dfen Halle. Ein schwacher Geruch nach Rauch, Zwiebeln und Wacholder lag in der Luft. Einen Moment hielt der Reiter inne, um seine Sinne ans Innere zu gew\u00f6hnen. Schlie\u00dflich machte er zwei Gestalten neben der Feuerstelle aus. Er durchma\u00df die Halle, beim Klang seiner Schritte wandten sich die Gestalten ihm zu. \u201eWer seid ihr und was wollt ihr in meiner Halle?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGraf Dupez da Toldaro?\u201c, fragte der Reiter.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eH\u00f6chstselbst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eErlaubt, dass ich mich vorstelle. Mein Name ist Lathspell. Ich bin auf dem Weg nach S\u00fcden und hielt in Atola, da ich h\u00f6rte ein Freund von mir, ein Zwerg namens Perce Mogunt, w\u00e4re bei euch zu Gast.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJaja, er war hier.\u201c Der Graf hatte eine tiefe sonore Stimme, solcher Art wie sie Gelassenheit und Selbstsicherheit vermitteln, nur gest\u00f6rt vom Klang ungez\u00fcgelter Ungeduld. Der Blick seiner schwarzen Augen bohrte sich in den Fremden. \u201eFragt meinen Druiden, lasst mich in Frieden.\u201c Unwirsch fuchtelte er mit der Hand, die in sein Gewand gewebten Silberf\u00e4den blitzten und er st\u00fcrmte zur Seite durch eine T\u00fcr, die hinter ihm dumpf ins Schloss fiel.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGr\u00fc\u00df dich, Lathspell!\u201c, hob der Druide an, \u201eBei Mutter Natur, wenn das keine \u00dcberraschung ist. Wie lange haben wir uns nicht gesehen? Es m\u00fcssen seit der Geschichte mit diesem unseligen Fl\u00fcgelviech mindestens vier Jahre vergangen sein. Damals hast du mich aufgesucht, um Herbstzeitlosen zu kaufen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKassbad. Von allen Pl\u00e4tzen auf dieser Welt ist das der letzte, an dem ich dich erwartet h\u00e4tte. Erinnere ich mich falsch oder benutztest du die Begriffe \u201aHofzauberer\u2018 und \u201ablutsaugendes Geschmei\u00df\u2018 nicht gerne in einem Satz?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJaja, mach dich nur lustig \u00fcber mich. Aber auch wenn du jetzt bedeutungsschwer mit der Stirn runzelst, ich bin nicht der Hofzauberer von Dupez. Vielmehr machte sich der Graf in letzter Zeit Sorgen um seinen Gesundheitszustand und nachdem mehrere Doktoren der medizinischen Fakult\u00e4t ihm nicht helfen konnten lie\u00df er nach mir schicken. Ich gebe zu, dass ich ungern hierhergekommen bin, aber der Graf bestand darauf. Er kann sehr\u2026 \u00fcberzeugend sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn du mit \u00fcberzeugend unh\u00f6flich meinst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Kassbad runzelte seine Stirn. Mit dem von grauen Str\u00e4hnen durchzogenen Haar und der dunklen Robe erinnerte er ein wenig an einen Dachs. \u201eJa, in gewisser Weise auch das.\u201c Rasch warf er einen Blick auf die T\u00fcr, hinter der der Graf da Toldaro verschwunden war. \u201eLathspell, du sagtest du seist wegen Perce Mogunt hier. Er ist bereits vor zwei Tagen wieder abgereist. Ich glaube er wollte nach Sankt Annen. Wenn du es eilig hast halte ich dich nicht auf, aber wenn du etwas Zeit hast, bring doch dein Pferd in den Stall und lass es versorgen. Ich muss nach dem Grafen sehen und bin dann gleich bei dir. Hier im Dunkeln muss man ja verr\u00fcckt werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn Ordnung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einem Anflug von Erleichterung wandte sich Kassbad ab und ging. Als der Reiter aus der Halle trat musste er unwillk\u00fcrlich die Augen zusammenkneifen. Nach der rauchigen D\u00fcsternis der Halle blendete die helle Mittagssonne, stach durch seine Pupillen. Er trat von der kleinen Empore und band seine Stute los. Am Z\u00fcgel f\u00fchrte er sie zum Stall neben dem Tor, die beschlagenen Hufe stampften dumpf auf den festgetretenen Boden. \u201eSieht so aus als w\u00fcrden wir ein paar Tage hierbleiben, Diana. Ich bin neugierig, was Kassbad hier tut. Und ein Paar N\u00e4chte abseits der Stra\u00dfe werden uns beiden guttun.\u201c Die Stute schaute ihn aus ihren gro\u00dfen Augen an und schnaubte leise.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Stallbursche eilte ihm entgegen, mit einer Hand nach den Z\u00fcgeln greifend, doch mit einem kurzen Kopfsch\u00fctteln bedeutete der Reiter ihm zu seinem Platz im Schatten und seinem Nickerchen zur\u00fcck zu gehen. Im Stall l\u00f6ste er die Trense aus dem Geschirr und f\u00fchrte Diana zu den Krippen. Dankbar steckte sie den Kopf in einen Sack mit Hafer, w\u00e4hrend Lathspell sich an den Gurten der Satteltaschen zu schaffen machte. Er band die Scheide eines langen Schwertes los und lehnte sie an die Wand des Stalles. Die Satteltaschen h\u00e4ngte er zusammen mit dem Sattel \u00fcber eine Abtrennung. Als er gerade die Satteldecke dazu h\u00e4ngen wollte trat Kassbad hinter ihm in den Stall.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFreut mich zu sehen, dass du noch eine Weile zu bleiben gedenkst. Perce wirst du schon noch einholen und Atola ist wirklich sch\u00f6n um diese Jahreszeit. Der Staub deckt den Gestank aus den Gerbereien zu und die Pferdeschei\u00dfe trocknet so schnell, dass sie gar nicht erst stinken kann.&nbsp; Wenn du noch ein paar Tage l\u00e4nger bleibst kannst du dir auf unserem ber\u00fchmten Sommerfest ein M\u00e4del anlachen. An Feiertagen sind sie immer ganz wild und ausgelassen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKassbad, ich bin nicht hier, um mich auf Volksfesten herum zu treiben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNat\u00fcrlich, nat\u00fcrlich. Komm gehen wir aus dem Stall. Drau\u00dfen geht wenigstens ein Wind. Hier drin erstickt man ja noch. Nimm dein Zeug ruhig mit dann erz\u00e4hle ich dir, warum ich dich gebeten habe zu bleiben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Sie traten aus dem Stall in die sengende Sonne. Sein B\u00fcndel \u00fcber der Schulter und das Schwert in der dunklen Scheide in der Hand folgte Lathspell Kassbad \u00fcber den Hof und durch das Tor bis unter die Zweige des Lindenbaums in dessen Schatten sie sich auf eine niedrige Bank aus abgewetztem Eichenholz setzten. Die gr\u00fcnen Zweige schenkten einen angenehmen Schutz gegen die glei\u00dfende Sonne und raschelten leise im Wind. Mit dem R\u00fccken an die raue Rinde des Stammes gelehnt wandte sich Kassbad wieder an den Reiter.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNun denn, ich wollte dir erz\u00e4hlen, weshalb ich dich zu bleiben gebeten habe. Wie gesagt, der werte Herr Graf lie\u00df nach mir schicken, denn ihn plagten seit geraumer Zeit gar f\u00fcrchterliche Kopfschmerzen. Wie du scharfsinnig bemerktest treibe ich mich nicht gerne bei Hofe herum, weder bei gro\u00dfen noch bei kleinen. Aber wenn einem in Aussicht gestellt wird Nase und Ohren abgeschnitten zu bekommen, ist man doch gemeinhin bereit seine Abscheu zu z\u00fcgeln. Ich h\u00e4nge durchaus an beidem und Dinge nachwachsen zu lassen ist ein langwieriges und unangenehmes Unterfangen. Einerlei, offensichtlich bin ich dem Ruf gefolgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ich auf Burg Atola ankam stellte sich heraus, dass der hochwohlgeborene Graf von Dupez bereits drei Medizinalr\u00e4te h\u00f6chst unfreundlich aus seinem Haus gebeten hatte. Bis auf den Schrecken waren sie wohl heile, aber sie m\u00fcssen bei ihrer Abreise eine Staubwolke hinterlassen haben, dass die Sonne tr\u00fcbe wurde. Eine eingehende Untersuchung meinerseits ergab neben den periodisch Auftretenden Kopfschmerzen eine ausgepr\u00e4gte Abneigung gegen Sonnenlicht. Du hast ja selbst gesehen, wie es im Palais aussieht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKlingt nach einem h\u00f6chst unerfreulichen Fall von Migr\u00e4ne. Du solltest es vielleicht mit einem Absud von Weidenrinde versuchen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eLehr den Gro\u00dfvater nicht husten, Lathspell. Ich bin schlie\u00dflich nicht umsonst Druide geworden und wenn du mich nicht mit deinen geistreichen Kommentaren unterbrechen w\u00fcrdest, k\u00f6nnte ich auch weitererz\u00e4hlen. Wo war ich? Ach richtig bei der Weidenrinde. Denselben Gedanken hatten auch schon die Herren Medizinalr\u00e4te vor dir, dass er nicht von Erfolg gekr\u00f6nt war, brauche ich nicht weiter zu erz\u00e4hlen. Au\u00dferdem geh\u00f6rt die Stimmen der G\u00f6tter zu h\u00f6ren nicht zu den typischen Symptomen einer Migr\u00e4ne.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn der Tat, aber wie du wei\u00dft sind G\u00f6tter auch nicht unbedingt mein Metier. Ein Kleriker w\u00e4re vielleicht eher angebracht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Zauberer warf ihm einen finsteren Blick zu. \u201eVon denen halte ich genau so wenig wie du. Und nein, das scheint mir kein Fall f\u00fcr einen Kleriker zu sein. Der Graf ist keineswegs f\u00fcr seine Religiosit\u00e4t bekannt. Diese trat wohl zusammen mit den Kopfschmerzen auf. Und es ist auch keineswegs ein genereller Zustand, vielmehr nur, wenn die G\u00f6tter zu ihm sprechen. Dann ist er nicht mehr wirklich er selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Gerede von den G\u00f6ttern halte ich dennoch f\u00fcr ausgemachten Unsinn. Keine G\u00f6tter, die ich kenne, k\u00f6nnten so etwas mit einem Menschen machen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas dann?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas ganze geht jetzt etwas mehr als einen Monat so.\u201c Kassbad drehte seinen Stab in den H\u00e4nden hin und her w\u00e4hrend er sprach. \u201eZwei Tage ist er irrer als ein Haufen H\u00fchner und dann wieder eine Woche er selbst. Du solltest mal seine Bediensteten h\u00f6ren, was er so anstellt. Ger\u00fcchteweise gibt es keinen einzigen Spiegel mehr und auch das Silberbesteck hat gelitten.Aber viel interessanter finde ich, dass das ganze nur zwei Wochen nach dem Tod seines Sohnes begann.<\/p>\n\n\n\n<p>Cortao hie\u00df er, war ein guter Junge. Kr\u00e4ftig, willensstark und f\u00fcr seine 19 Jahre mit einem \u00fcberraschenden Weitblick. Die M\u00e4gde waren ganz verr\u00fcckt nach ihm und er hat sie wohl auch nicht unbedingt verschm\u00e4ht, wenn man dem Getratsche der Bediensteten Glauben schenkt. Er w\u00e4re ein w\u00fcrdiger Nachfolger seines alten Herren geworden. Zu dumm, dass er nicht mehr lebt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Kassbad seufzte und fegte mit der Hand ein Lindenblatt von seiner Robe.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEin Vrock hatte sich in der Gegend herumgetrieben, ein paar Schafe gefressen und die Bauern verschreckt. Ich muss dir ja nicht gro\u00df erkl\u00e4ren, wie sowas aussieht. Das Geschrei war jedenfalls gro\u00df. Tagelang standen sie hier vor dem Tor und verlangten, dass er jemanden kommen lassen sollte, der sich um das elende Mistviech k\u00fcmmert. W\u00e4re wohl f\u00fcr uns alle das beste gewesen, wenn du damals auch in der N\u00e4he gewesen w\u00e4rst. Sowas ist ja dein Metier, es h\u00e4tte den Grafen zwar ein Paar Kronen gekostet, aber wir h\u00e4tten jetzt unsere Ruhe. So kannst du nur noch die Sauerei aufr\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie auch immer, die Bauern verlangen jedenfalls, dass Graf Dupez sich darum k\u00fcmmern soll. Der tut wie alle edlen Herren besorgt und verspricht ihnen beim Grabe seiner Mutter, dass er sich darum k\u00fcmmert. Allerdings h\u00e4ngt er keinen Auftrag an die Kreuzwege, sondern f\u00e4ngt an Cortao zu bearbeiten. Der Junge solle seine M\u00e4nnlichkeit beweisen und das Viech erschlagen. Cortao versuchte wohl seinem Vater die Sache aus zu reden, er kannte die Anwandlungen des Grafen bestens, aber es war vergebens. Und als dann noch die Frauenzimmer mit den Wimpern klimperten und fragten, ob er ihnen Z\u00e4hne des Ungeheuers mitbringen w\u00fcrde, war es endg\u00fcltig um ihn geschehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er lachte kurz und bellend.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAch ja, noch einmal so jung sein. Ich erinnere mich als ich frisch von der Akademie kam, noch gr\u00fcn hinter den Ohren aber der Meinung ich k\u00f6nne mir die Welt Untertan machen. Ich habe in jugendlichem \u00dcberschwang einer gewissen Kaufmannstochter Federn eins Greifens versprochen, der gerade in den Herden pl\u00fcnderte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSich allein einem Greifen zu stellen ist definitiv ein mutiges Unterfangen. Auch wenn man \u00fcber magische F\u00e4higkeiten verf\u00fcgt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder lachte Kassbad.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWo denkst du hin? Mit ihm Anlegen wollte ich mich nicht. Ich wirkte einen Unsichtbarkeitszauber und kletterte zu seinem Nest hinauf. Sie polstern die ja gerne mit ihren Federn f\u00fcr die K\u00fcken. Und genau ohne die hatte ich auch meine Rechnung gemacht. Die Mutter war unterwegs, darauf hatte ich geachtet, aber eines der Jungtiere griff mich an, als ich gerade mit den Federn t\u00fcrmen wollte. Ich frage mich bis heute, wie es meinen Zauber durchbrechen konnte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGar nicht. Aber Greifen verlassen sich bei der Jagd fast genau so sehr auf ihr Geh\u00f6r, wie auf ihre Augen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSo? Nun das k\u00f6nnte die Sache erkl\u00e4ren. Das Biest hat mir ordentlich den Arm aufgerissen. Vor Schreck rutschte ich ab und schlitterte den Hang hinunter, bis fast vor die F\u00fc\u00dfe besagten M\u00e4dchens. Sie war hin und weg, als sie die Federn sah und behandelte mich wie einen wahren Helden. Da lie\u00dfen sich die Schrammen durchaus verkraften. Insbesondere, wenn man zuvor f\u00fcnf Jahre auf einer reinen Jungenschule verkraftet hat. Trotzdem verlies ich die Stadt zwei Tage sp\u00e4ter als ein neuer Angriff gemeldet wurde. Aber das tut nichts weiter zur Sache, zur\u00fcck zum Thema.<\/p>\n\n\n\n<p>Cortao zog also mit einem kleinen Gefolge aus, um den Vrock zu erlegen. Cortao war ein f\u00e4higer Bursche, aber gegen den Vrock hatte er trotzdem keine Chance. Die Anwesenden schw\u00f6ren, man habe seine Eingeweide noch in zehn Schritt Entfernung gefunden. Das Gefolge floh wie die Hasen als es das Gemetzel sah. Man kann es ihnen wohl nicht ver\u00fcbeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die Nachricht den werten Grafen erreichte war er zutiefst best\u00fcrzt. Er heulte und verfluchte sich selbst, seinen Sohn in den Tod getrieben zu haben. Nur schwerlich konnten die Diener ihn davon abhalten den Leichnam direkt zu bergen, er w\u00e4re wohl \u00e4hnlich unerfreulich geendet. Es dauerte drei Tage bis sich genug M\u00e4nner fanden, um das zu holen, was der Vrock \u00fcbriggelassen hat. Viel war es nicht. Ein Paar Knochen, ein Kettenhemd und ein paar Fetzen. Man hat ihn ehrenvoll verbrannt. Doch seitdem geht es mit dem Grafen bergab.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bed\u00e4chtiges Schweigen legte sich \u00fcber die Bank und den Innenhof, nur gest\u00f6rt vom Zirpen der Grillen, dem Rascheln des Laubes und dem Schnarchen des Stallknechts.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eInteressant.\u201c, lie\u00df sich Lathspell schlie\u00dflich vernehmen. \u201eWas ist aus dem Vrock geworden?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer hat sich wohl einige Tage nach der Bestattung aus der Gegend verabschiedet. Soll das Schei\u00dfvieh woanders Leute umbringen. Wahrscheinlich ist das genau das, worauf der Graf insgeheim gehofft hat.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eM\u00f6glich. Ich nehme an, du hast den Grafen magisch sondiert.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas habe ich und auch wenn es nicht mein Spezialgebiet ist, w\u00fcrde ich sagen, dass ich gr\u00fcndlich war. Ich konnte keine Anzeichen eines Zaubers oder einer Verw\u00fcnschung erkennen. Ich neige schon fast zu der Ansicht er habe \u00fcber den Verlust seines Sohnes schlicht einen Teil seines Verstandes verloren. Aber wenn du nun schon einmal in der N\u00e4he bist w\u00e4re es bestimmt nicht verkehrt, wenn du dich der Sache annimmst. Du kennst dich da besser aus als ich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch danke f\u00fcr das Kompliment, aber du wei\u00dft, dass ich nicht umsonst arbeite. Und ich glaube nicht, dass du vor hast mich zu bezahlen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWeshalb sollte ich?\u201c erwiderte der Zauberer. \u201eEs ist ja nicht mein Problem. Wende dich an den Dupez, wenn du bezahlt werden willst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEr schien mir nicht in der Verfassung zu sein dar\u00fcber zu verhandeln.\u201c, wandte Lathspell ein.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNein, nicht im Moment jedenfalls. Nat\u00fcrlich k\u00f6nntest du hoffen, dass er durch deine Behandlung genest und sich erkenntlich zeigt, aber das entspricht nicht gerade deiner Art.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNicht wirklich. F\u00fcr heute werde ich ohnehin nicht weiterziehen. Vielleicht ist der Graf morgen in besserer Verfassung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eVielleicht\u201c, sagte Kassbad z\u00f6gernd, \u201eAber ich w\u00fcrde mich nicht darauf verlassen. Komm lass uns zur K\u00fcche gehen, ich sp\u00fcre, dass ich Hunger bekomme und dass du zuletzt etwas Ordentliches gegessen hast, ist vermutlich auch schon eine ganze Weile her.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Alte unterbrach sich in seiner Geschichte, um den Krug entgegen zu nehmen, den Tommin ihm reichte. Trotz des Protests der Kinder schnupperte er daran und nahm einen kr\u00e4ftigen Zug.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAhh, Bier, und nicht das schlechteste, das ich je getrunken habe. Habt Dank, junger Freund, m\u00f6gen die G\u00f6tter euch f\u00fcr eure Gro\u00dfz\u00fcgigkeit entgelten. Oh, und sogar Gew\u00fcrzgurken hast du mitgebracht. Das lob ich mir! Seht ihr Kinder? So bewirtet man einen Gast, anstatt ihn mit Gequengel und Gekreische zu bel\u00e4stigen. Jaja, ist ja schon gut, ich erz\u00e4hle ja schon weiter.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der alte Geschichtenerz\u00e4hler biss in die nach Senf und Dill schmeckende Gurke, sp\u00fclte mit einem Schluck Bier nach und hob wieder an zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWei\u00dft du Diana\u201c, sagte Lathspell w\u00e4hrend er die Stute einen mit Malven und Hartriegel bewachsenen Hang hinauf lenkte, \u201ein einem Punkt hatte Kassbad recht. Es entspricht wirklich nicht meiner Art eine Arbeit zu erledigen und anschlie\u00dfend auf den guten Willen der Leute f\u00fcr die Bezahlung zu hoffen. Zu sehr neigen viele Menschen dann dazu den guten Willen zu vergessen, denn das Problem ist ja schon gel\u00f6st. Wozu also noch Geld ausgeben?<\/p>\n\n\n\n<p>Warum ich es trotzdem tue? Nun, auch da hatte Kassbad recht: ich habe in der Tat schon einige Tage nichts anst\u00e4ndiges mehr gegessen, die K\u00fcche des Grafen ist gut besetzt und die Strohs\u00e4cke weich. Wenn er sich stur stellt so haben wir uns wenigstens ein paar Tage gut erholt. Und wer wei\u00df, vielleicht springt ja wirklich etwas f\u00fcr uns heraus.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Langsam stieg die Stute den Hang weiter hinauf. In der hohen Sommersonne wisperten die Bl\u00e4tter und der ausged\u00f6rrte Boden staubte unter ihren Hufen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs wundert mich aber doch\u201c, hub Lathspell nach einer Weile wieder an, \u201ewas einen einzelnen Vrock hier her verschlagen hat. F\u00fcr gew\u00f6hnlich jagen sie in kleinen Gruppen und nicht allein. Vielleicht ist er von seinem Zug getrennt worden, vielleicht ist er auch allein in unsere Welt geraten. Jedenfalls wollen wir sicher gehen, dass sich hier nicht noch mehr von ihnen herumtreiben, sonst haben wir bald mehr zu tun als uns lieb ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der H\u00fcgel wurde flacher und einzelne Felszacken stachen durch den Boden, wie von einem Riesen ausgestreute Kiesel. Der Boden wurde sandiger, karger und war mit reichlich Ger\u00f6ll und Schutt \u00fcbers\u00e4ht. Lathspell stieg ab und nahm sein Pferd am Z\u00fcgel, f\u00fchrte es zwischen die von den Felsen geworfenen Schatten. Das Wechselspiel aus hellem Sonnenlicht und d\u00fcsteren Schatten strengte die Augen an und erschwerte die Orientierung. Er schirmte die Augen ab und schaute sich eine Weile um, suchte nach den von Kassbad beschriebenen Felsen, die ihm die Richtung weisen sollten. Als er sie keine Meile weit entfernt erkannte, schnalzte er leicht mit der Zunge und tauchte zwischen die Felsen ein, die Stute weiter am Z\u00fcgel f\u00fchrend.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einigen Minuten in denen nur der Schlag der Hufe und das Schnauben die flirrende Stille st\u00f6rten, erreichten sie eine freie Fl\u00e4che, die inmitten der Felsen, wie eine Lichtung im Wald wirkte. Lathspell hielt inne, schaute \u00fcber das offene Feld und strich dem Pferd \u00fcber die N\u00fcstern.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWarte hier\u201c, sagte er, \u201eIch will mich ein wenig umsehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stute schaute ihn aus gro\u00dfen Augen an und begann im Schatten eines Granitblocks das d\u00fcnne Gras ab zu knabbern. Mit ruhigen schritten durchma\u00df Lathspell den kleinen beinahe perfekt elliptischen Platz, hielt vereinzelt inne, um auf dem Boden etwas in Augenschein zu nehmen. Viel gab es nicht zu sehen, die Bediensteten des Grafen hatten so gut es ging aufger\u00e4umt. Doch zeugten Spuren getrockneten Blutes von dem Kampf, der hier stattgefunden haben musste. Reichlich Spuren von Blut.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Hand fuhr Lathspell \u00fcber den dunkel verkrusteten Boden, zog eine Furche, zerrieb etwas Sand zwischen den Fingern. Zwei gebeugte Schritte weiter hob er einen befleckten, kindskopfgro\u00dfen Steinbrocken auf und roch an ihm. Mit einem aus dem Stiefelschaft gezogenen Messer kratzte er an der Oberfl\u00e4che, leckte die Klinge ab, runzelte die Stirn. Das Messer wanderte Zur\u00fcck in den Stiefelschaft und aus einer Tasche am G\u00fcrtel entnahm er ein kleines K\u00e4stchen. Von dem darin befindlichen, grauen Pulver streute er ein wenig auf den blutigen Boden. Es zeigte keine sichtbare Reaktion.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Brauen gerunzelt richtete sich Lathspell auf und schaute sich noch mal auf der Felsenlichtung um. Die Sonne war weitergezogen, die Schatten auf dem Boden gewandert. In einigen der am Rand stehenden Steine zeigten sich tiefe Kratzspuren. Unschl\u00fcssig sch\u00fcttelte er den Kopf und ging zur\u00fcck zu seinem Pferd.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs handelt sich zweifelsfrei um einen Vrock\u201c, sagte er leise zu seiner Stute, w\u00e4hrend er sie zwischen den Felsen hinausf\u00fchrte, \u201eEs war Blut von einem von Ihnen da. Nach den Spuren, die die Klauen in den Felsen hinterlassen haben, ein ausgewachsenes Exemplar und keins von der kleinen Sorte. Wenn das Biest weitergeflogen ist soll es mir recht sein. In jedem Fall war es t\u00f6richt von dem jungen Prinzen sich allein mit so etwas anlegen zu wollen. Aber irgendwas ist daran nicht schl\u00fcssig. Es erkl\u00e4rt nicht was mit Graf Dupez vor sich geht. Vrocks nehmen den Geist ihrer Opfer nicht in Mitleidenschaft. Sie sind gew\u00f6hnliche Raubtiere. Ich sch\u00e4tze wir werden uns den Grafen genauer in Augenschein nehmen m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Goidemar verstummte, zum sofortigen und lautstarken Missfallen der Kinder, nahm einen kr\u00e4ftigen Schluck und schaute in die Runde. D\u00e4umelinchen hatte es sich auf dem Scho\u00df ihres Bruders gem\u00fctlich gemacht, die Augen halb geschlossen lehnte ihr Kopf an seiner Brust. Mit einem sanften L\u00e4cheln hielt dieser seine kleinste Schwester mit einem Arm und fuhr ihr mit dem anderen \u00fcber den kastanienbraunen Schopf. Frai, die h\u00fcbsche M\u00fcllerstochter, war verschwunden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eImmer mit der Ruhe, ihr Rotznasen\u201c, schimpfte der Alte. \u201eMan wird doch mal noch ein wenig Luft holen d\u00fcrfen. Wenn ihr nicht Ruhe gebt kann ich auch gleich aufh\u00f6ren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Augenblicks lies das Gezeter der Kinder nach, die Drohung verfehlte ihre Wirkung nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNa also\u201c, grummelte Goidemar, \u201ewo waren wir stehen geblieben? Ach, ja, beim Grafen\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Lathspell stand in der d\u00e4mmrigen Hitze des Stalls, einen Apfel in der offenen Hand. Diana streckte den Kopf danach aus und begann ger\u00e4uschvoll darauf zu kauen. Saft spritzte und ein gro\u00dfes St\u00fcck des Apfels fiel auf die Spitze seines Stiefels. Sachte l\u00e4chelnd hob er ihn auf, wischte Stroh und Dreck ab, hielt ihn ihr wieder hin. Dankbar nahm sie ihn entgegen und schnaubte leise. Einen Moment schaute er seiner Stute dabei zu, dann strich er ihr \u00fcber die N\u00fcstern, die Wangen, die Ohren.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Stall, im hellen Licht des Hofes stand Kassbad und erwartet ihn.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWie geht es dem Grafen heute Morgen?\u201c, erkundigte sich Lathspell.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBesser,\u201c lautete die knappe Antwort. Schweigen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch habe seine Wunde versorgt, so gut ich es konnte und mit einer Nacht Schlaf sollte es ihm eigentlich besser gehen. Der Anfall scheint vor\u00fcber zu sein. Er wirkt wieder normal wie immer. So normal jemand eben wirken kann, der sich ein Auge ausgerissen hat.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu sagtest, er habe es verbrannt?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAls Opfer f\u00fcr die G\u00f6tter,\u201c best\u00e4tigte Kassbad, \u201eBei allen Ebenen Lathspell, was geht hier nur vor? Du musst doch eine Ahnung haben. Hast du gestern etwas herausgefunden? So kann es doch nicht weiter gehen. Was wenn dieser Wahnsinn beginnt um sich zu greifen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNicht viel\u201c, antwortete Lathspell, \u201eCortao hat wirklich mit einem Vrock gek\u00e4mpft, daran besteht kein Zweifel.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Kassbad schnaubte ver\u00e4chtlich. \u201eUnd um das herauszufinden warst du den ganzen Tag unterwegs? Da h\u00e4ttest du auch jemanden aus Cortaos Gefolge fragen k\u00f6nnen, wenn denn noch einer da ist: gro\u00dfe stinkende Fl\u00fcgel, ein Schnabel wie ein Geier, drei Krallen an jeder Klaue und einen Schrei, der einem das Blut erstarren l\u00e4sst. Wonach klingt das f\u00fcr dich? Einem zu gro\u00df geratenen Huhn? Wahrlich wenig, wenn das alles ist. Ich dachte das sei dein Fachgebiet\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDu urteilst vorschnell. Hast du den Ort des Geschehens gesehen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNein, aber ich habe Beschreibungen geh\u00f6rt. Eine freie Fl\u00e4che inmitten steiler Felsen. Sonst wenig ungew\u00f6hnliches.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDann h\u00e4ttest du vielleicht doch selbst einmal dort hingehen sollen.\u201c, merkte Lathspell an, \u201eWachen und Bediensteten neigen dazu wesentliche Details nicht zu erw\u00e4hnen. Die Fl\u00e4che ist nicht nur frei sondern auch eben wie mit dem Senkblei gegl\u00e4ttet und der Form nach eine nahezu perfekte Ellipse. Ein Baumeister h\u00e4tte seine liebe Not mit so etwas.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Kassbad schaute interessiert. \u201eHattest du Kryolith dabei?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nicken.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKeinerlei Reaktion.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Schweigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war Kassbad der als erstes wieder sprach \u201eDas k\u00f6nnte in der Tat so manches erkl\u00e4ren. Wo der Vrock hergekommen ist zum Beispiel. Und Lathspell, verkneif dir deine trockenen Anmerkungen aber Intersektionen reagieren sensibel auf die Energie von vergossenem Blut. K\u00f6nnte das noch etwas anderes angelockt haben?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eM\u00f6glich. Und je nach dem, k\u00f6nnte das auch erkl\u00e4ren, was mit Graf Dupez vor sich geht. Ich m\u00fcsste ihn mir noch mal ansehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEr ist zum Grab seines Sohnes gegangen. Nicht weit von hier, auf dem Friedhof der Familie.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGut\u201c, meinte Lathspell, \u201eDann wollen wir den Toten mal unsere Aufwartung machen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Friedhof lag etwas abseits der eigentlichen Burg. Von keiner sichtbaren Begrenzung umgeben ragten eine Reihe granitener Grabsteine aus dem Gras, auf das die Zweige einer ausladenden Eiche ihre k\u00fchlen Schatten warfen. Vor einem stand der Graf, gesenkten Hauptes, die Statur gebrochen, den R\u00fccken gebeugt. Die prunkvolle Kleidung wirkte unordentlich und \u00fcber den Hinterkopf zog sich wie frisch gefallener Schnee die Spur eines wei\u00dfen Leinenverbandes. Als Lathspell mit dem Druiden n\u00e4her trat wandte er sich um, tiefer Gram stand ihm ins Gesicht geschrieben und bleierne Tr\u00fcbsal umgab ihn wie eine d\u00fcstere Wolke. \u00dcber das linke Auge zog sich der Verband und verbarg die leere H\u00f6hlung.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAh Kassbad\u201c, sprach der Graf. Seine Stimme hatte den sonoren Klang eingeb\u00fc\u00dft, \u201eIst das der D\u00e4monenj\u00e4ger von dem man sich erz\u00e4hlt?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIn der Tat, Graf\u201c, best\u00e4tigte Kassbad, \u201esein Name ist Lathspell. Ich kenne ihn fl\u00fcchtig, doch seine F\u00e4higkeiten stehen au\u00dfer Zweifel.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDann seid gegr\u00fc\u00dft in meiner Stadt, Lathspell. Ein Jammer, dass wir uns unter solch unerfreulichen Umst\u00e4nden kennen lernen. Man sagte mir ihr seid zum Todesort meines Sohnes gegangen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas bin ich,\u201c antwortete Lathspell mit einer leichten Neigung des Kopfes, \u201eIch wollte mir den Ort selbst einmal in Augenschein nehmen. Nach den Spuren zu schlie\u00dfen war es ein ungew\u00f6hnlich gro\u00dfer Vrock, der sich dort aufhielt. Euren Sohn gegen diesen zu senden, kam einem Todesurteil gleich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein d\u00fcsterer Schatten flog \u00fcber das Gesicht des Grafen, leise raschelnd zitterte das Laub der Eiche \u00fcber ihm. Es \u00fcberdeckte das dumpfe Ger\u00e4usch mit dem der Druide Lathspell gegen den Kn\u00f6chel trat.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDann ist es also wahr. Ich habe meinen Sohn ins Verderben gest\u00fcrzt. Oh ihr G\u00f6tter, ihr hattet recht!\u201c Der Graf sackte auf die Knie, schlug mit der Faust gegen den Stein. Die Kn\u00f6chel rissen auf, Blut sickerte in einem d\u00fcnnen Rinnsal hervor. \u201eIch bin schuld am Tod meines Kindes! Niemals werde ich mich davon reinwaschen k\u00f6nnen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einem vorwurfsvollen Blick zu seinem Begleiter trat der Druide vor, half dem Knieenden wieder auf die F\u00fc\u00dfe. Leise murmelte er einen Spruch. Lathspell sp\u00fcrte den leichten Hauch magischer Energie, die von den Worten ausging. Dem Kleiber, der die Rinde der Eiche nach Larven absuchte, lief ein Schauer durchs Gefieder. Er sch\u00fcttelte sich, l\u00f6ste die Krallen aus der Rinde und flatterte hinauf zu den h\u00f6her gelegenen \u00c4sten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Blick des Grafen kl\u00e4rte sich etwas. Kniend \u00f6ffnete er die Faust, streckte und lockerte die verkrampften Finger. Einen Moment lag gemahnten sie an die Krallen eines Ungeheuers, lang, knochig und scharf. Mit Hilfe der angebotenen Hand des Druiden stand er auf, strich sich das Haar aus der Stirn, klopfte Staub von Hosen und Obergewand.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch f\u00fcrchte ich habe keinen besonders guten Eindruck auf euch gemacht\u201c, sprach Graf Dupez mit seiner gewohnt sonoren Stimme. \u201eF\u00fcr gew\u00f6hnlich achte ich mehr auf mein Auftreten. Doch seit dem Tod meines Sohnes, seit die G\u00f6tter zu mir sprechen, ist vieles anders. Der Gram lastet schwer auf mir, ich bin mir selbst bisweilen schon fremd.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs gibt nichts, wof\u00fcr ihr euch mir gegen\u00fcber sch\u00e4men oder entschuldigen m\u00fcsstet. Glaubt mir\u201c, sagte Lathspell ruhig, \u201eIch habe gen\u00fcgend Menschen in schlimmeren Zust\u00e4nden gesehen. Doch erlaubt ihr eine Frage, Graf Dupez?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSicherlich, fragt frei heraus.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Lathspell nickte zum Zeichen des Dankes. \u201eDie G\u00f6tter, die zu euch sprechen, tun sie dies erst seit dem Tod eures Sohnes?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas erste Mal h\u00f6rte ich ihre Stimmen bei der Begr\u00e4bnisfeier. Seitdem h\u00f6re ich sie immer wieder und immer \u00f6fter.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd was sagen sie?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Graf stand einen Moment unbewegt bevor er antwortete: \u201eSie sprechen von Cortao. Sie sprechen von meiner Schuld an seinem Tod, dem Leid, dass er wegen mir erlitt. Ich habe versucht mich dem zu versperren, doch die Stimmen wurden immer lauter und immer mehr. Nur ein Zeichen der S\u00fchne konnte sie zufrieden stellen. Ihr seid kein geistlicher, das ist offensichtlich, doch wenn ihr es verm\u00f6gt, sagt mir: was bedeutet das?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Lathspell z\u00f6gerte einen winzigen Moment: \u201eDer Tod ist eine m\u00e4chtige Kraft. Manche die sterben sind nicht bereit ihr Schicksal zu akzeptieren und diese Welt zu verlassen, sie bleiben dann als Erscheinungen zur\u00fcck. Viele von ihnen suchen die Orte ihres Todes heim und greifen neidisch alles Leben an, was sie dort antreffen. Manche von ihnen heften sich jedoch aus Rachedurst an diejenigen, die sie zum Tode verdammt haben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dupez erbleichte. \u201eDann ist es wirklich meine Schuld? Als ich Cortao aufforderte den Vrock zu erlegen verdammte ich ihn zu Tode. Und nicht nur das, sein Geist wurde hier gefangen und plagt mich. Gro\u00dfe G\u00f6tter, in welche Schuld habt ihr mich verstrickt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Miene des D\u00e4monenj\u00e4gers war unergr\u00fcndlich. \u201eDas w\u00e4re m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Schweigen legte sich f\u00fcr einen Moment \u00fcber den Friedhof, durchbrochen nur von den Rufen des Kleibers. Kassbad schaute in die Wipfel hinauf, stie\u00df seinen Stab auf. Einige Augenblicke sp\u00e4ter landete der Kleiber auf dessen knorriger Spitze und musterte die Menschen aus dunklen Augen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich brach Graf Dupez das Schweigen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKassbad behauptete mir gegen\u00fcber ihr seid ein D\u00e4monenj\u00e4ger. Einer der gegen Geld b\u00f6se Geister vertreibt und kompetent obendrein. Sagt mir offen heraus, gibt es eine M\u00f6glichkeit den Geist meines Sohnes zu befrieden? Nicht nur um meinetwillen, auch f\u00fcr Cortao. Seid euch gewiss, dass ich meiner Dankbarkeit angemessenen Ausdruck verleihen werde.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch kann es versuchen\u201c, sprach Lathspell langsam, \u201eAber ich kann nichts versprechen. Eine gew\u00f6hnliche Erscheinung kann man jagen, Rachegeister hingegen sind selten und kein Fall gleicht dem anderen. Es bedarf einer gewissen Vorbereitung und eurer Mitarbeit. Doch ist das Unterfangen in jedem Falle heikel.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas meint ihr damit?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Keine Regung lag in Feaharns Z\u00fcgen. \u201eEs k\u00f6nnte sein, dass ihr zu Schaden kommt. Je st\u00e4rker der Geist auf euch fixiert ist, desto schwerer wird er von euch lassen. Es k\u00f6nnte zu Komplikationen kommen, die Folgen lassen sich nicht absch\u00e4tzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Still standen sie da. Ein zuf\u00e4lliger Passant, der auf dem Weg den Berg hinauf am Friedhof vorbeigekommen w\u00e4re, h\u00e4tte sie auch f\u00fcr Statuen halten k\u00f6nnen. Wiederum war es der Graf, der das Schweigen brach.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDann werdet Ihr tun was ihr k\u00f6nnt und n\u00f6tigenfalls auch, das was ihr m\u00fcsst. Es ist schwer zu benennen, doch Ihr erweckt Vertrauen Lathspell. Wenn es Cortao Frieden verschaffen kann, nehme ich das Risiko auf mich. Trefft alle Vorbereitungen die zu treffen sind. Ich ziehe mich zur\u00fcck, die Sonne blendet mich und bereitet mir Kopfschmerzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einem Ausdruck des Bedauerns auf dem faltigen Gesicht nahm Goidemar den letzten Schluck des Bieres. Auch die eingelegten Gurken waren aufgegessen. Einen Moment sann er seinen Gedanken nach, doch das Bitten und Betteln der Kinder holte ihn alsbald wieder auf die Veranda des Metzgers von Rinsten.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Gesichtern der Kinder stand Spannung geschrieben. Die Geschichte fand Anklang. D\u00e4umelinchen schlief friedlich in den Armen ihres Bruders, andere Kinder waren bereits von Ihren Eltern geholt und in die Betten der heimischen H\u00fctten gebracht worden. Die M\u00fcllerstochter war wieder da. Selig l\u00e4chelnd lehnte sie an einem pickeligen Burschen mit einem Schopf wie frischer Flachs, er schaute zu ihr und klaubte einen Strohhalm aus einem Zopf. Ein wehm\u00fctiges L\u00e4cheln flog \u00fcber das Gesicht des alten Landstreichers. Erinnerung an warme Sommern\u00e4chte und hei\u00df gl\u00fchende Sterne hielten ihn f\u00fcr einen Moment gefangen. Doch das war lange her. Das quengeln der Kinder riss ihn wieder aus seinen Gedanken.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWollt ihr Rotznasen wohl ruhig sein? Muss ich immer erst schreien, dass ihr Ruhe gebt? Zu meiner Zeit h\u00e4tte es das nicht gegeben, da h\u00e4tte man euch eins mit dem Riemen gegeben, wir wussten uns noch zu benehmen. Aber was solls, euch w\u00fcrde wahrscheinlich nicht mal das Anstand beibringen. Aber das tut nichts zur Sache, ich erz\u00e4hle euch die Geschichte zu Ende\u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSag mal Lathspell, ich will mich ja nicht einmischen, immerhin bist du der Experte und nicht ich, aber seit wann betreibst du einen solchen Aufwand f\u00fcr eine gew\u00f6hnliche Erscheinung? Gen\u00fcgen daf\u00fcr nicht eine versilberte Waffe und notfalls ein einfacher Spruch?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einer ausladenden Geste wies er auf die elliptische Ebene zwischen den gezackten Felsen. Auf dieser hatte der D\u00e4monenj\u00e4ger Spuren in Kies und Erde gescharrt sodass diese einen ausladenden Drudenfu\u00df bildeten. Als der Druide eine halbe Stunde vor Einbruch der D\u00e4mmerung das kleine Hochplateau erreichte war er gerade damit besch\u00e4ftigt beim Schein eines kleinen Feuers in einem M\u00f6rser Schwefel, Salpeter, Kohle und ein dem Druiden unbekanntes silbrig-wei\u00dfes Metall zu zerkleinern und in sich zu einem engen Hals verj\u00fcngende, kegelf\u00f6rmige Tongef\u00e4\u00dfe zu f\u00fcllen. Neben ihm lag sein langes Schwert in der in Leder gefassten Scheide.<\/p>\n\n\n\n<p>Der J\u00e4ger schaute nicht auf. \u201eDoch, durchaus.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGespr\u00e4chig bist du ja mal wieder nicht, was? Na, ich wills dir mal nicht krummnehmen. Ich meine ich habe ja selbst Augen im Kopf und kann zwei und zwei zusammenz\u00e4hlen. Du magst vorsichtig sein, aber auch du schei\u00dft kein Gold. Und Schwefel und Salpeter sind sicherlich nicht g\u00fcnstig. Je nach dem wo du es gekauft hast ist das, was du da zusammenmischt, gut und gerne 100 Kronen wert, 120 wenn du an den falschen H\u00e4ndler geraten bist. Diese Halsabschneider von Alchemisten werden auch immer gieriger. Und sie sollen mir nichts von Unruhen und \u00dcberf\u00e4llen erz\u00e4hlen, als ob das nicht schon immer gewesen w\u00e4re. Und selbst wenn die Lage gekl\u00e4rt w\u00fcrde, sie w\u00fcrden ja wohl kaum mit den Preisen wieder runter gehen. Naja.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Interessiert betrachtete der Druide wie Lathspell die gef\u00fcllten Tongef\u00e4\u00dfe beiseitestellte und aus einer Tasche einige Kr\u00e4uter herausnahm.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSalbei, Engelswurz, Rosmarin, Johanniskraut\u2026 Lathspell, mit dem was du da auspackst k\u00f6nnte so mancher Apotheker seine Auslage f\u00fcllen. Aber du bist ja kein Apotheker.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder schaute Lathspell nicht auf. \u201eNein, das bin ich nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMach dich nicht lustig \u00fcber mich, Lathspell.\u201c Kassbad verzog das Gesicht. \u201eIch wei\u00df ja durchaus was dein Gesch\u00e4ft ist. Und auch wozu man das benutzt, was du da gerade auspackst. Ganz dumm bin ich auch nicht. Das ist keine gew\u00f6hnliche Erscheinung, was Dupez heimgesucht hat, nicht wahr?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nun schaute Lathspell auf. \u201eNein, ist es nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Schweigen legte sich f\u00fcr einen Moment \u00fcber das Plateau. Es war Kassbad, der es brach: \u201eWas ist es dann?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Messer mit dem Lathspell gerade Rosmarin und Salbei zerkleinerte hielt inne. \u201eBenutz deine zwei Augen und z\u00e4hle zwei und zwei zusammen. Das kannst du doch. Ich kann es dir nicht sagen, nicht im Moment, das k\u00f6nnte gef\u00e4hrlich sein. F\u00fcr dich, f\u00fcr mich und auch f\u00fcr Dupez.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Schweigend nickte Kassbad. Ruhig fragte er: \u201eUnd gehe ich recht in der Annahme, dass die Kr\u00e4uter, die du da vorbereitest, f\u00fcr ein R\u00e4ucherwerk gedacht sind?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eTust du.\u201c, nickte Lathspell.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd als du den Graf konfrontiertest, war das ein Test?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder ein nicken.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eVerstehe. Ich f\u00fcrchte, dich nicht schon fr\u00fcher gerufen zu haben ist der gr\u00f6\u00dfte Fehler in diesem unerfreulichen Schlamassel. W\u00e4rst du fr\u00fcher da gewesen, h\u00e4tte das einiges an \u00c4rger erspart. Anstelle des Prinzen w\u00e4re das Mistvieh tot und ich k\u00f6nnte jetzt gem\u00fctlich bei mir zuhause sitzen und eine Pfeife rauchen. Aber klagen hat keinen Zweck. Die Dinge haben sich einmal so entwickelt wie sie haben, wir k\u00f6nnen nur versuchen das Durcheinander wieder zu ordnen. Oder wohl eher du wirst es versuchen. Ich denke nicht, dass ich dir dabei von gro\u00dfem Nutzen sein kann?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein kurzes Z\u00f6gern des J\u00e4gers. \u201eWenn ich mich nicht t\u00e4usche und deine F\u00e4higkeit zwei und zwei zusammen zu z\u00e4hlen dich nicht im Stich l\u00e4sst, ist die Angelegenheit gef\u00e4hrlich, h\u00f6chst gef\u00e4hrlich. Schwer zu sagen, was in einer Stunde sein wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er hielt einen Moment inne, mit einer kurzen Handbewegung beschwor er eine Reihe leuchtender Kugeln, die wie Gl\u00fchw\u00fcrmchen in der zunehmenden Finsternis der Nacht hingen. In ihrem fahlen Schein wirkte sein Gesicht wie ein steinernes Relief. So regungslos wie immer fuhr er fort: \u201eIch kenne die Risiken meines Berufs, ich habe sie akzeptiert, aber ich will niemanden da mithinein ziehen. Ich kann weder dich noch den Grafen sch\u00fctzen. Wenn ich meinen Fokus verliere w\u00fcrde das den Tod f\u00fcr mich und euch beide bedeuten. Oder auch schlimmeres. Also wenn die Sache hei\u00df wird, bleib aus dem Schussfeld.&nbsp; Und nimm seine Erlauchtheit mit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Kassbad nickte langsam. \u201eWie immer h\u00e4ltst du dich nicht mit unn\u00f6tigen Worten auf. Ich werde auf den Grafen achten, wenn du dich mit was auch immer in Dupez steckt herumschl\u00e4gst. Ich kann beim besten Willen nicht behaupten sonderlich erpicht gewesen zu sein mich da einzumischen. Auch wenn mir nicht ganz wohl bei dem Gedanken ist, dass du dich allein damit anlegen willst. Und wenn wir schon von ihm reden, dort kommt er auch schon.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Aus der Finsternis war der Graf getreten, ein schlichter Umhang \u00fcber den Schultern. Das wei\u00df der Leinenverb\u00e4nde \u00fcber der leeren H\u00f6hlung glomm gespenstisch im Schein der Irrlichter. Der Rest des Gesichts versank in den Schatten der Kapuze.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGraf Dupez\u201c, Kassbad neigte den Kopf, \u201eIhr kommt gerade zur rechten Zeit.\u201c Mit einem Blick auf Lathspell, der mit einer eisernen Schaufel das heruntergebrannte Feuer auseinander st\u00f6rte, die glimmenden Kohlen in den Armen des Drudenfu\u00dfes verteilte, je einen t\u00f6nernen Kegel auf seine Schnittpunkte stellte. \u201eDie Vorbereitungen sind so gut wie abgeschlossen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Skeptisch musterte der Graf die Linien auf dem Boden. \u201eIhr meint diesen Hokuspokus? Das h\u00e4tte ich mir auch auf den Fu\u00dfboden meines Gemachs malen k\u00f6nnen, ohne daf\u00fcr hier herauf klettern zu m\u00fcssen. Das soll mir helfen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa, soll es.\u201c Feaharns Stimme zeigte keine Spur von Ver\u00e4rgerung. \u201eBitte Graf Dupez, legt euren Mantel ab und folgt mir. Es wird Zeit euch und Cortao zu erl\u00f6sen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Erw\u00e4hnung seines Sohnes zuckte Dupez zusammen. Die Schatten auf seinem Gesicht flohen, als er die Kapuze und den Umhang abstreifte. Nur in den Falten seines Gesichts krallten sie sich fest. Der Stoff raschelte leise auf dem Boden und der Sand knirschte als Dupez vortrat. Es war nur ein geringes Ger\u00e4usch, doch Lathspell entging es nicht. Die Stimme des Grafen hatte etwas von ihrem ruhigen, sonoren Klang zur\u00fcckerhalten, als er wieder sprach:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch sagte es schon einmal: Ihr seid ein Mann, der Vertrauen erweckt, Lathspell. Was soll ich also tun?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Im magischen Licht wirkte er wie nicht von dieser Welt. Das Gesicht war hager, die Schultern gekr\u00fcmmt, die Knie spitz, die H\u00e4nde wie Klauen, bleich wie die nackten Knochen auf einem vergessenen Schlachtfeld. Mit einem kaum merklichen Blick zu Kassbad deutete Lathspell in die Mitte des Sterns.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKommt zu mir, bitte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Noch einmal schaute Dupez da Toldaro, Graf von Atola, Vater eines get\u00f6teten Sohnes skeptisch auf den Stern auf dem Boden. Als er vortrat streute Kassbad die Kr\u00e4uter nach und nach auf die Kohlen. Rauch wallte auf und erf\u00fcllte die Luft mit einem w\u00fcrzigen und anheimelnden Duft. Lathspell legte die Hand auf die Schulter des Grafen. Dieser zuckte und str\u00e4ubte sich, doch die Hand hielt ihn fester als die Wurzeln eines alten Baumes. Der Blick der grauen Augen bohrte sich in die des Grafen als er sprach:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWarum seid Ihr hier?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIhr rieft mich hierher.\u201c Die Stimme des Grafen klang hohl, die Anspannung k\u00e4mpfte mit den Schatten auf seinem Gesicht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWarum seid Ihr gekommen?\u201c Auch die Stimme des J\u00e4gers hatte sich ver\u00e4ndert, sie war hart, metallisch, schnitt durch die Luft und drang in die Haut der Anwesenden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUm\u2026 meines Sohnes willen.\u201c Jeder Satz verlangte dem Grafen sichtliche Anstrengung ab. Die Lichter hatten begonnen um die beiden M\u00e4nner zu kreisen und zu wirbeln und schufen mit dem Rauch des R\u00e4ucherwerks grotesk tanzende Spiele aus Schatten und Zwielicht. \u201eUm\u2026 meine Schuld\u2026 zu s\u00fchnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eErkl\u00e4rt Euch! Seid Ihr Graf Dupez da Toldaro?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lichter wirbelten schneller, strudelten durch den Rauch, verdichteten die Schatten. Der Blick des verbleibenden Auges verschleierte sich, die Lippen regten sich, doch schien die Stimme aus dem Boden zu dringen: \u201eNein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Schlag traf Lathspell vor die Brust, riss ihn von den F\u00fc\u00dfen, schleuderte ihn mehrere Meter durch die Luft. Dumpf schlug er auf dem Boden auf, die Luft wich aus seinen Lungen. Die Irrlichter flammten in einem glei\u00dfenden Blitz auf und verloschen. Dunkelheit breitete sich aus, nur die Kohlen glommen und f\u00e4rbten den Rauch orange. Im Rauch bewegte sich eine Gestalt.<\/p>\n\n\n\n<p>Lathspell sch\u00fcttelte den Kopf, um das dumpfe Gef\u00fchl aus seinem Sch\u00e4del zu vertreiben. Er streckte die ge\u00f6ffnete Rechte zur Seite und aus den Schatten flog das Heft seines langen Schwertes, die Silberne Klinge schnitt Strudel in den Dunst. Den Griff packend sprang er auf die F\u00fc\u00dfe, trat einen Schritt auf die Gestalt zu. \u201eGraf?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Im schwachen Licht waren ihre Bewegungen kaum aus zu machen, doch das ge\u00fcbte des J\u00e4gers erkannte, dass sie sich umwandte. Der Graf war selbst von einer durchaus beeindruckenden Gr\u00f6\u00dfe, doch war der Umriss bedeutend gr\u00f6\u00dfer, gr\u00f6\u00dfer als ein lebender Mensch.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eVerdammt\u201c, knurrte Lathspell. Schnell wie der Wind im Gras sprang er zur Seite, rollte \u00fcber eine Schulter, kam wieder auf die F\u00fc\u00dfe. Wo er eben noch gestanden hatte zischten lange Klauen durch die Luft. Mit einem weiteren schnellen Schritt zur Seite stand er vor dem K\u00f6rper des Grafen auf dem Boden, das Schwert zu einer Parade erhoben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder wallte das Zwielicht auf und ein Schatten sprang daraus hervor, dem J\u00e4ger entgegen. Instinktiv formte dieser mit der Linken das Zeichen des Schildes. Gerade rechtzeitig, denn schon prallte die Finsternis mit solcher Wucht gegen ein unsichtbares Hindernis, dass der J\u00e4ger einen halben Schritt \u00fcber den Boden zur\u00fcckgeschoben wurde. Mit einer schnellen Halbdrehung hielt er das Gleichgewicht, starrte in den Rauch und die Dunkelheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem Augenwinkel gewahrte er die Gestalt des Druiden. Ein Flirren umgab ihn und er hatte den Grafen am Saum seines Rockes gepackt. Seinen Stab umklammerte er so stark, dass die Kn\u00f6chel wei\u00df hervortraten. Mit sichtlicher Anstrengung zerrte er den schlaffen K\u00f6rper r\u00fcckw\u00e4rts aus dem Rauch.<\/p>\n\n\n\n<p>Feaharns Aufmerksamkeit richtete sich wieder voll nach vorne. Er fl\u00fcsterte undeutliche Worte, legt die Fingerkuppen der linken Hand zusammen. An ihren Spitzen formten sich kleine gl\u00fchende Funken. Als die Schatten sich wieder zusammenzogen stie\u00df er ein bellendes Wort aus und spreizte die Finger. Die Funken stoben davon und einen Augenblick sp\u00e4ter entflammten mit einem Fauchen f\u00fcnf glei\u00dfende, blutrote Lichter.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Licht durchdrang die Dunkelheit und entriss die schattenhafte Kreatur dem Nebel der Finsternis: Sie war \u00fcber zwei Schritt hoch und von ann\u00e4hernd menschen\u00e4hnlicher Gestalt, doch bestand sich nicht aus Fleisch, sondern strudelnder Dunkelheit. Die d\u00fcrren Arme reichten bis \u00fcber die H\u00fcften und endeten in vier \u00fcber eine Spanne langen Klauen. Im Gesicht glommen zwei dunkelrote Augen und dar\u00fcber erhoben sich wie eine Krone aus Schatten zahlreiche Dornen oder H\u00f6rner.<\/p>\n\n\n\n<p>V\u00f6llig ansatzlos, ohne dass eine \u00c4nderung der Haltung es verraten h\u00e4tte sprang die Kreatur vor, die Krallen nach dem Menschen ausgestreckt. Lathspell duckte sich darunter weg, wich nach links hin aus, deckte sich mit einem Wirbel des Schwertes. Die Kreatur setzte nach, sprang erneut vor und hieb nach ihm. Wieder wich er aus und die Klauen fuhren so dicht vor seinem Gesicht vorbei, dass sie einige der umherfliegenden Haare zerschnitten.<\/p>\n\n\n\n<p>Lathspell bewegte sich weiter nach links, die Kreatur im Blick, mit ungleichm\u00e4\u00dfigen Schritten, um ihr kein Muster f\u00fcr einen Angriff zu bieten. Der n\u00e4chste Angriff kam und Lathspell parierte ihn durch ein schnelle Drehung des Handgelenks mit der flachen Seite der Klinge, doch der erwartete Aufprall bliebt aus. Stattdessen f\u00fchlte es sich an, als w\u00e4re ein Schwall Wasser oder \u00d6l auf das Schwert getroffen und die Klauen glitten durch die Klinge hindurch, trafen den J\u00e4ger und zerschnitten das verst\u00e4rkte Wams und die Haut darunter. Blut spritzte auf den Erdboden.<\/p>\n\n\n\n<p>Lathspell knurrte w\u00fctend und stie\u00df einige Silben aus. Sogleich materialisierten sich mehrere identische Gestalten seiner selbst, mit gezogenen Schwertern und blutgetr\u00e4nktem Oberkleid. Sie bewegten sich in einer Einheit mit ihm und umzingelten das Schattenwesen im durchdringenden Schein der Lichter. Wie bei einem Tanz umkreisten sie das Monster, das nach einer der Gestalten schlug, doch fuhren die Krallen durch die Luft ohne Schaden an zu richten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Br\u00fcllen, das aus den tiefsten Tiefen der Erde zu dringen scheinen, ersch\u00fctterte die Berge im Umkreis. Lathspell sp\u00fcrte die Vibration des Bodens durch seine Stiefel. Er spannte seine Muskeln an und ging zum Angriff \u00fcber. Mit zwei Schritten verk\u00fcrzte er die Distanz, f\u00fchrte einen Hieb, den die Spiegelbilder perfekt imitierten. Der Schatten wich zur\u00fcck hieb ziellos nach einem der Bilder, welches zerriss und sich aufl\u00f6ste. Um seinem Gegner keine Zeit zu lassen sich zu sammeln setzte Lathspell nach, vollf\u00fchrte einen Ausfallschritt und einen Stich. Die Spitze der Silbernen Klinge traf dort, wo bei einem Menschen die H\u00fcfte gewesen w\u00e4re, drang ein wie in z\u00e4hen Honig, um die Schneide flackerte es rot.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder rollte der Schrei \u00fcber die Berge, traf den Menschen vor die Brust und riss ihn von den F\u00fc\u00dfen, schleuderte ihn bis an den Rand des Lichtkreises. Das Schwert noch in der Hand versuchte Lathspell den Sturz abzufangen und zerschlug dabei mit der Schwertklinge das fauchende und grell leuchtende Tongef\u00e4\u00df. Eine gewaltige Lichts\u00e4ule fauchte empor, als sein Inhalt sich vollst\u00e4ndig und schlagartig verzehrte. Das Kreischen wie von berstendem Eisen verstummte, h\u00f6rte auf die Trommelfelle zu zerrei\u00dfen und den Geist zu l\u00e4hmen. Das Licht verlosch und hinterlie\u00df eine Schneise im leuchtenden Ring.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die Kreatur Anstalten machte sich zu regen, sandte Lathspell ihr einen Strom goldener Flammen aus seinen Fingerspitzen entgegen. Sie zuckte zur\u00fcck, wich dem hellen, hei\u00dfen Strom aus. Sie z\u00fcngelten nur einen Moment, doch reichte dieser, um wieder auf die F\u00fc\u00dfe zu kommen. Das Schwert zur Parade erhoben, blitzte im grellen Licht der Tongef\u00e4\u00dfe, an der Spitze klebte Schwarz und dick, das Blut der Kreatur.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNa los, bringen wir es zu Ende\u201c, knurrte Lathspell.<\/p>\n\n\n\n<p>Er war sich nicht sicher, ob seine Worte verstanden wurden noch ob sie zu h\u00f6ren waren. Vorsichtig und lauernd umkreisten sich die Gegner, immer ein Schritt zur linken den Mittelpunkt des Sterns zwischen ihnen. Feaharns H\u00e4nde packten das Heft fester, leise knirschte das Leder der Handschuhe. Noch drei Schritte, noch zwei, noch einer.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bestie bewegte sich, so unvermittelt wie die ganze Zeit, \u00fcberbr\u00fcckte den Raum zwischen ihnen und schlug zu. Lathspell entging dem Hieb, vollf\u00fchrte eine Halbdrehung, schlug eine weit ausholende M\u00fchle. An ihrem Ende ber\u00fchrte die Schwertspitze einen der glei\u00dfenden Lichtkegel. Der J\u00e4ger schloss die Augen und sprach das Wort des Bindens.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lichter flammten auf, so grell war ihre Helligkeit, dass es durch die geschlossenen Augen schien als sei es hellichter Tag. Und in diesem Schein zeichnete sich durch die Augenlieder ein dunkler Schatten ab, geschockt und starr, geblendet vom Licht. Jeder der nun folgenden Bewegungen lief automatisch, wie die einstudierten Schritte des Gesellschaftstanzes bei Hof, mit geschlossenen Augen so sicher und unabwendbar als w\u00e4re es eine \u00dcbungsstunde und kein Kampf auf Leben und Tod: Drei kraftvolle Schritte, die Drehung des Oberk\u00f6rpers, der Absprung mit dem rechten, der schr\u00e4g gef\u00fchrte Schlag, die Landung auf dem linken Fu\u00df und die anschlie\u00dfende Halbwendung.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Licht verlosch und die Dunkelheit nahm den Berggipfel wieder ein. Einen Moment verharrte Lathspell noch regungslos. Dann, als ob der entfernte Schrei einer aufgebrachten Eule das erwartete Zeichen gewesen w\u00e4re, lie\u00df Lathspell das Schwert sinken.<\/p>\n\n\n\n<p>Goidemar war zu Ende gekommen. Die Kinder schauten mit gro\u00dfen Augen zu ihm auf. Dahinter standen einige der Eltern. Auch sie hatten schweigend dem Ende der Geschichte gelauscht. Schlie\u00dflich regte sich der Sohn des Schmieds:<br>\u201eWas war es denn nun, das Lathspell bek\u00e4mpfte? Und hat er es erschlagen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs war ein Eyrin, ein D\u00e4mon aus einer anderen Ebene.\u201c, sprach Goidemar. \u201eSie suchen unsere Sph\u00e4ren heim und h\u00e4ngen sich and Menschen, die Schlimmes getan haben. Von ihrer Schuld, ihrem Schmerz und ihrer Trauer n\u00e4hren sie sich. Der D\u00e4mon sch\u00fcrt diese Gef\u00fchle, bis sein Wirt schlie\u00dflich den Verstand verliert. Zum Gl\u00fcck des Grafen konnte er ihn rechtzeitig erkennen und vernichten. Doch es ist sp\u00e4t. Ihr Kinder geh\u00f6rt ins Bett, eure Eltern warten schon auf euch und auch ich sehne mich nach Schlaf.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kinder protestierten doch verstanden ihre Eltern nur zu gut den Sturm der Entr\u00fcstung zu b\u00e4ndigen. Die Versammlung l\u00f6ste sich auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Tommin, seine Schwester D\u00e4umelinchen auf dem Arm, trat zu Goidemar: \u201eKommt Alter, ihr k\u00f6nnt in der Scheune im Stroh \u00fcbernachten. Folgt mir.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Alter brummelte etwas zustimmendes und folgte dem Jungen durch das zunehmend ruhigere Dorf. Ihr Ziel lag etwa f\u00fcnfzig Schritte abseits des Dorfes: eine kleine H\u00fctte inmitten bestellter Felder mit einem Stall und einem Heuschober. An der T\u00fcr des Schobers hielt Tommin noch einmal inne.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eV\u00e4terchen, was wurde aus Lathspell und dem Grafen?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNun\u201c, herzhaft und unverhohlen g\u00e4hnte er, \u201eDer Graf erholte sich. Es dauerte etwas, doch schlie\u00dflich konnte er sich seinen Fehler vergeben. Er starb friedlich und in hohem Alter. Und Lathspell\u201c, er hielt inne, lies seinen Blick \u00fcber die Dunkle Landschaft streichen, \u201eEr wurde f\u00fcr seine Dienste entlohnt. Doch schon am n\u00e4chsten Morgen in aller Fr\u00fche brach er wieder auf hin zu neuen Menschen und neuen Abenteuern. Denn das ist das Schicksal derer, die Wandern.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was lange w\u00e4hrt wird schlie\u00dflich, naja also es wird jedenfalls irgendwann mal fertig, ob es gut ist m\u00fcssen andere befinden. Jedenfalls gibt es nun die Kurzgeschichte aus Feaharns Vergangenheit. Ich hoffe sie gef\u00e4llt euch. Der die Schatten jagt Es war der Abend der Mittsommerwende. \u00dcber Rinsten stieg Rauch zum sternenklaren Himmel empor und ein lautes [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":190,"featured_media":24245,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[789],"tags":[],"class_list":["post-24244","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-feaharn"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Feaharn Lathspell - RPG-Berlin.de<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/the-guardians\/feaharn\/feaharn-lathspell\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Feaharn Lathspell - RPG-Berlin.de\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Was lange w\u00e4hrt wird schlie\u00dflich, naja also es wird jedenfalls irgendwann mal fertig, ob es gut ist m\u00fcssen andere befinden. Jedenfalls gibt es nun die Kurzgeschichte aus Feaharns Vergangenheit. Ich hoffe sie gef\u00e4llt euch. Der die Schatten jagt Es war der Abend der Mittsommerwende. \u00dcber Rinsten stieg Rauch zum sternenklaren Himmel empor und ein lautes [&hellip;]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/the-guardians\/feaharn\/feaharn-lathspell\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"RPG-Berlin.de\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/rpg.berlin\/\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2020-09-25T06:30:36+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2020-10-25T11:35:16+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/i0.wp.com\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Feaharn.jpg?fit=435%2C600&ssl=1\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"435\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"600\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Feaharn (Valentin)\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Feaharn (Valentin)\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"47\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/character\\\/aktive_sc\\\/the-guardians\\\/feaharn\\\/feaharn-lathspell\\\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/character\\\/aktive_sc\\\/the-guardians\\\/feaharn\\\/feaharn-lathspell\\\/\"},\"author\":{\"name\":\"Feaharn (Valentin)\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/2ab5d902e5f49574a431d5b7e28c106c\"},\"headline\":\"Feaharn Lathspell\",\"datePublished\":\"2020-09-25T06:30:36+00:00\",\"dateModified\":\"2020-10-25T11:35:16+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/character\\\/aktive_sc\\\/the-guardians\\\/feaharn\\\/feaharn-lathspell\\\/\"},\"wordCount\":9369,\"commentCount\":0,\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/#organization\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/character\\\/aktive_sc\\\/the-guardians\\\/feaharn\\\/feaharn-lathspell\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/i0.wp.com\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2020\\\/09\\\/Feaharn.jpg?fit=435%2C600&ssl=1\",\"articleSection\":[\"Feaharn\"],\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"CommentAction\",\"name\":\"Comment\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/character\\\/aktive_sc\\\/the-guardians\\\/feaharn\\\/feaharn-lathspell\\\/#respond\"]}]},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/character\\\/aktive_sc\\\/the-guardians\\\/feaharn\\\/feaharn-lathspell\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/character\\\/aktive_sc\\\/the-guardians\\\/feaharn\\\/feaharn-lathspell\\\/\",\"name\":\"Feaharn Lathspell - RPG-Berlin.de\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/character\\\/aktive_sc\\\/the-guardians\\\/feaharn\\\/feaharn-lathspell\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/character\\\/aktive_sc\\\/the-guardians\\\/feaharn\\\/feaharn-lathspell\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/i0.wp.com\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2020\\\/09\\\/Feaharn.jpg?fit=435%2C600&ssl=1\",\"datePublished\":\"2020-09-25T06:30:36+00:00\",\"dateModified\":\"2020-10-25T11:35:16+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/character\\\/aktive_sc\\\/the-guardians\\\/feaharn\\\/feaharn-lathspell\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/character\\\/aktive_sc\\\/the-guardians\\\/feaharn\\\/feaharn-lathspell\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/character\\\/aktive_sc\\\/the-guardians\\\/feaharn\\\/feaharn-lathspell\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/i0.wp.com\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2020\\\/09\\\/Feaharn.jpg?fit=435%2C600&ssl=1\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/i0.wp.com\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2020\\\/09\\\/Feaharn.jpg?fit=435%2C600&ssl=1\",\"width\":435,\"height\":600},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/character\\\/aktive_sc\\\/the-guardians\\\/feaharn\\\/feaharn-lathspell\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Feaharn Lathspell\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/\",\"name\":\"RPG-Berlin.de\",\"description\":\"Blog mehrerer D&amp;D 5e Rollenspielergruppen\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/#organization\",\"name\":\"RPG-Berlin.de\",\"url\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/i0.wp.com\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2019\\\/05\\\/cropped-Ogma4.png?fit=95%2C95&ssl=1\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/i0.wp.com\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2019\\\/05\\\/cropped-Ogma4.png?fit=95%2C95&ssl=1\",\"width\":95,\"height\":95,\"caption\":\"RPG-Berlin.de\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/www.facebook.com\\\/rpg.berlin\\\/\"]},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/2ab5d902e5f49574a431d5b7e28c106c\",\"name\":\"Feaharn (Valentin)\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/secure.gravatar.com\\\/avatar\\\/c8eeb574bc836d2dbd48140b30fec0610d4b73e197b95b1c1677168774940cfe?s=96&d=mm&r=g\",\"url\":\"https:\\\/\\\/secure.gravatar.com\\\/avatar\\\/c8eeb574bc836d2dbd48140b30fec0610d4b73e197b95b1c1677168774940cfe?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/secure.gravatar.com\\\/avatar\\\/c8eeb574bc836d2dbd48140b30fec0610d4b73e197b95b1c1677168774940cfe?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Feaharn (Valentin)\"},\"url\":\"https:\\\/\\\/rpg-berlin.de\\\/rpg\\\/author\\\/valentin\\\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Feaharn Lathspell - RPG-Berlin.de","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/the-guardians\/feaharn\/feaharn-lathspell\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Feaharn Lathspell - RPG-Berlin.de","og_description":"Was lange w\u00e4hrt wird schlie\u00dflich, naja also es wird jedenfalls irgendwann mal fertig, ob es gut ist m\u00fcssen andere befinden. Jedenfalls gibt es nun die Kurzgeschichte aus Feaharns Vergangenheit. Ich hoffe sie gef\u00e4llt euch. Der die Schatten jagt Es war der Abend der Mittsommerwende. \u00dcber Rinsten stieg Rauch zum sternenklaren Himmel empor und ein lautes [&hellip;]","og_url":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/the-guardians\/feaharn\/feaharn-lathspell\/","og_site_name":"RPG-Berlin.de","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/rpg.berlin\/","article_published_time":"2020-09-25T06:30:36+00:00","article_modified_time":"2020-10-25T11:35:16+00:00","og_image":[{"width":435,"height":600,"url":"https:\/\/i0.wp.com\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Feaharn.jpg?fit=435%2C600&ssl=1","type":"image\/jpeg"}],"author":"Feaharn (Valentin)","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Verfasst von":"Feaharn (Valentin)","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"47\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/the-guardians\/feaharn\/feaharn-lathspell\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/the-guardians\/feaharn\/feaharn-lathspell\/"},"author":{"name":"Feaharn (Valentin)","@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/#\/schema\/person\/2ab5d902e5f49574a431d5b7e28c106c"},"headline":"Feaharn Lathspell","datePublished":"2020-09-25T06:30:36+00:00","dateModified":"2020-10-25T11:35:16+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/the-guardians\/feaharn\/feaharn-lathspell\/"},"wordCount":9369,"commentCount":0,"publisher":{"@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/#organization"},"image":{"@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/the-guardians\/feaharn\/feaharn-lathspell\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/i0.wp.com\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Feaharn.jpg?fit=435%2C600&ssl=1","articleSection":["Feaharn"],"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"CommentAction","name":"Comment","target":["https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/the-guardians\/feaharn\/feaharn-lathspell\/#respond"]}]},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/the-guardians\/feaharn\/feaharn-lathspell\/","url":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/the-guardians\/feaharn\/feaharn-lathspell\/","name":"Feaharn Lathspell - RPG-Berlin.de","isPartOf":{"@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/the-guardians\/feaharn\/feaharn-lathspell\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/the-guardians\/feaharn\/feaharn-lathspell\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/i0.wp.com\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Feaharn.jpg?fit=435%2C600&ssl=1","datePublished":"2020-09-25T06:30:36+00:00","dateModified":"2020-10-25T11:35:16+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/the-guardians\/feaharn\/feaharn-lathspell\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/the-guardians\/feaharn\/feaharn-lathspell\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/the-guardians\/feaharn\/feaharn-lathspell\/#primaryimage","url":"https:\/\/i0.wp.com\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Feaharn.jpg?fit=435%2C600&ssl=1","contentUrl":"https:\/\/i0.wp.com\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Feaharn.jpg?fit=435%2C600&ssl=1","width":435,"height":600},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/the-guardians\/feaharn\/feaharn-lathspell\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Feaharn Lathspell"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/#website","url":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/","name":"RPG-Berlin.de","description":"Blog mehrerer D&amp;D 5e Rollenspielergruppen","publisher":{"@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/#organization","name":"RPG-Berlin.de","url":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/i0.wp.com\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/cropped-Ogma4.png?fit=95%2C95&ssl=1","contentUrl":"https:\/\/i0.wp.com\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/cropped-Ogma4.png?fit=95%2C95&ssl=1","width":95,"height":95,"caption":"RPG-Berlin.de"},"image":{"@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/rpg.berlin\/"]},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/#\/schema\/person\/2ab5d902e5f49574a431d5b7e28c106c","name":"Feaharn (Valentin)","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/c8eeb574bc836d2dbd48140b30fec0610d4b73e197b95b1c1677168774940cfe?s=96&d=mm&r=g","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/c8eeb574bc836d2dbd48140b30fec0610d4b73e197b95b1c1677168774940cfe?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/c8eeb574bc836d2dbd48140b30fec0610d4b73e197b95b1c1677168774940cfe?s=96&d=mm&r=g","caption":"Feaharn (Valentin)"},"url":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/author\/valentin\/"}]}},"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Feaharn.jpg?fit=435%2C600&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4p3r6-6j2","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24244","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-json\/wp\/v2\/users\/190"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=24244"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/24244\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-json\/wp\/v2\/media\/24245"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24244"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24244"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24244"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}