{"id":16465,"date":"2017-11-11T15:00:15","date_gmt":"2017-11-11T14:00:15","guid":{"rendered":"http:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/?p=16465"},"modified":"2017-11-30T07:12:07","modified_gmt":"2017-11-30T06:12:07","slug":"kann-ich-mit-dem-wahnsinn-spielen-cult-of-the-damned","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/abenteuer\/gruppe2\/kann-ich-mit-dem-wahnsinn-spielen-cult-of-the-damned\/","title":{"rendered":"Kann ich mit dem Wahnsinn spielen? (Cult of the Damned)"},"content":{"rendered":"<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/asia.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-16467 size-medium\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/asia.jpg?resize=300%2C180&#038;ssl=1\" alt=\"Kann ich mit dem Wahnsinn spielen? (Cult of the Damned)\" width=\"300\" height=\"180\" \/><\/a>12. Elaint<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Nach dem das Abendessen im Hause des Gouverneurs, mit Ihm und seiner Familie, dem Hauptmann und ein paar ausgew\u00e4hlten H\u00e4ndlern zu Ende gegangen ist, zogen sich alle\u00a0 zur\u00fcck.<br \/>\nJurax trainierte noch ein klein wenig im innenliegenden Garten, Mianissa betete an dem<br \/>\nkleinen See, der am anderen Ende des Gartens lag, Bran gesellte sich zu Nym und dem\u00a0Tigon der Druidin, Amara k\u00fcmmerte sich um Therax. Nach dem jeder seine pers\u00f6nlichen Dinge erledigt hatte, kehrte auch die Stille der Nacht ins Haus des Gouverneurs ein und es waren nur noch die Ger\u00e4usche der Stadt zu h\u00f6ren. Hier eine Eule im Sternenschein, dort ein entferntes Rufen, weiter entfernt der Gesang von trunkenen Arbeitern und an anderer Stelle, wie ein Hund einer Katze nachjagte. Aber alles verlor sich in der Nacht, nachdem der Schleier der Ersch\u00f6pfung sich \u00fcber den Kult gelegt hatte.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Am Morgen des 13. Elaint herrschte wieder reges Treiben im Hause des Gouverneurs. Die Druidin begab sich zum kleinen See um sich frisch zu machen, danach ging sie wieder auf ihr Zimmer um sich anzuziehen. Jurax und Amara gingen, direkt nachdem sie aufgewacht sind, in den Speisesaal und sahen auf dem Weg dorthin, wie Bran im Hof die magische Speisedecke f\u00fcr die Tiere ausbreitete und sich dann auf in den Garten machte. Noch bevor die Katzenfrau erschien, setzte sich ein klatschnasser Bran an den Tisch und fing an,\u00a0 gen\u00fcsslich das Essen auf seinem Teller zu sortieren. Nachdem die Bediensteten die ersten paar leeren Teller abger\u00e4umt hatten, gesellte sich auch die Druidin mit an den Tisch. Sie setzte sich neben Bran, entz\u00fcndete per Magie Ihre rechte Hand und lies diese f\u00fcr einige\u00a0Augenblicke neben Bran verweilen. Die ausstrahlende W\u00e4rme trocknete Bran zwar nicht<br \/>\nvollends, aber zu einem guten St\u00fcck.<br \/>\nIrgendwann beim Fr\u00fchst\u00fcck fragte Mianissa eine der Bediensteten: <i>Sagt, habt ihr den\u00a0tiefdunklen Wein, den es nicht in den hiesigen L\u00e4ndereien gibt. Die L\u00e4ndereien, die diesen Wein beherbergen, k\u00f6nnen nur auf Wunsch der L\u00e4ndereien betreten und verlassen werden.\u00a0Wobei, nur weil der Wein dort existiert, existieren zu gleich die L\u00e4ndereien?<\/i> Der Rest des Kults schaute sich kurz fragend an, wobei Bran zu verstehen gab, das er kein einziges Wort\u00a0wirklich verstanden hatte und die Bedienstete selbst, sah hilflos aus und hatte ein\u00a0Gesichtsausdruck, der besagte <i>Ich verstehe kein Wort von dem, was du sprichst.\u00a0<\/i>Nach einem Augenschlag der Stille, f\u00fcllte Jurax ein leeren Humpen mit einem Wein, der seine dunkle Farbe in ganz F\u00e2erun nicht f\u00fcrchten musste. Der Geruch, der s\u00fc\u00dflich und stark w\u00fcrzig zu gleich ist und demjenigen, der eine feine Nase besa\u00df, eine Explosion an Aromen zu erkennen gab, die ihres Gleichen sucht, suchte sich seinen Weg \u00fcber den Tisch, w\u00e4hrend Jurax den Humpen langsam zu Mianissa schob. <i>Dieser Wein ist nicht von dieser Welt. Wo kommt dieser nur her? Wie schmeckt er? Kann ich ihn kaufen?<\/i> mussten die Gedanken sein, die die H\u00e4ndler gerade hatten, dachte sich die Druidin. <i>Nun, da werdet Ihr sicherlich nicht mehr von Jurax Seite weichen oder?<\/i> \u00fcberlegte Amara laut.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Die Fr\u00fchst\u00fccksrunde l\u00f6ste sich nach und nach auf. Jurax fragte f\u00fcr Mianissa, ob sie hier in der Stadt den Gegenstand &#8222;M\u00f6nchsg\u00fcrtel&#8220; kaufen konnte. Keiner konnte mit diesem Begriff etwas anfangen, aber nach einer kurzen Erkl\u00e4rung \u00fcber die Wirkung, wurde nur gesagt <i>Sucht nach Shu-Yang Fet, im Hafen, im Betrunkenen Drachen.<\/i><br \/>\nNach dem alle ihre Sachen zusammen gepackt hatten, die von N\u00f6ten waren, machten sich auf in den Hafen.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Ein recht starker Regen herrschte an diesem Tag \u00fcber die Stadt. Der Regen wurde dabei von Windb\u00f6en unterst\u00fctzt, die gute 40 km\/h Windgeschwindigkeiten aufwiesen. Einige der\u00a0\u00e4lteren B\u00e4ume \u00e4chzten bereits und manche d\u00fcnnere \u00c4ste bogen sich gespenstisch, aber da die Stadt bereits schon so fr\u00fch auf ihren Beinen stand, sorgte sich niemand aus dem Kult. Das Wetter sollte der Gruppe auch weiterhin das kleinste \u00dcbel darstellen, zumindest an\u00a0diesem Tag.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Auch wenn es sich um ein anderen Kontinent handelte, der auf keiner der bekannten Karten von den f\u00e2erunischen Kartenschreibern befand, so \u00e4ndert sich ein Hafen wohl nie.\u00a0Die Luft war von rufen, br\u00fcllen, Rauch, Abfallgestank, dem Parf\u00fcm der leichten, aber nicht mehr ansehnlichen M\u00e4dchen, vom Fisch, sowie von Alkohol getr\u00e4nkt. Auch wenn der Regen viele Ger\u00fcche unterdr\u00fcckte, so war der Hafen nicht zu verpassen.<br \/>\nAuf der linken Seite lagen mehre Schiffe. Zwei waren in einem Trockendock. Eines wurde gerade repariert und instandgesetzt, das andere schien ein Neubau zu sein. Zumindest konnte keiner etwas genaueres erkennen, da einfach das Wissen f\u00fcr den Bau von Schiffen fehlte. Ein paar Meter rechts vom Dock ankerten mehrere Handelsschiffe. Viere wurden\u00a0entladen, zwei wurden beladen. Hier herrschte ein gro\u00dfes und reges Treiben. Elefanten, Esel und Pferde hievten, schleppten, zerrten und schoben gewaltige F\u00e4sser, Kisten die so gro\u00df und breit wie ein Schrank waren, Ladungen von Stoffen, die vor dem Regen gesch\u00fctzt waren, Lebensmittel und andere Waren \u00fcber den Pier. Das sechste Schiff lag ein kleines bisschen Abseits von dem Rest. Es war mit einem Gitterzaun abgesperrt, ebenfalls sind die Segel und die Takelage mit schweren Ketten versehen worden. Auf und vor dem Schiff\u00a0patrouillierten insgesamt 15 &#8211; 20 M\u00e4nner der Stadtwache.<br \/>\nW\u00fcrde der Kult schnurstracks gerade aus gehen, w\u00fcrden Sie zu den Pieren der Fischer kommen. Hier roch es besonders stark, aber nicht unangenehm nach Fisch. Manche\u00a0Burschen der Kutter warfen Fischabf\u00e4lle und Reste vom Essen in F\u00e4sser, die am Pier verteilt standen. <i>In Luskan m\u00fcsste man wahrscheinlich \u00fcber den Pier schlittern, weil er vom \u00d6l und den Innereien der Fische so rutschig war,<\/i> dachte sich Jurax, <i>aber nicht hier.<\/i> Auch wenn er Fisch nicht mochte und lieber verhungern w\u00fcrde, bevor er einen Fisch freiwillig anr\u00fchrt, so musste auch der Zwerg die Sauberkeit und das ordentliche, wie gewissenhafte Arbeiten der Fischer hochloben.<br \/>\nDer Gro\u00dfteil zur rechten Hand bestand aus L\u00e4den, billigen und abgeranzten Bordellen und klassischen Hafenbars. Es war zwar noch fr\u00fch, doch auch hier waren vereinzelte torkelnde Menschen zu sehen oder welche, die auf B\u00e4nken lagen oder gegen die H\u00e4userw\u00e4nde\u00a0gelehnt waren.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Nach dem sich jeder ein \u00dcberblick \u00fcber den Hafen gemacht hatte, sah sich Mianissa nach der Bar <i>Betrunkener Drache<\/i> um. Die Bar war auch nicht zu verkennen, denn das Schild \u00fcber der T\u00fcr wies einen gro\u00dfen und fetten Drache aus, der im rechten Arm ein Fass umklammert hielt, mit der Linken gerade einen gro\u00dfen Humpen zum trinken ansetzte und der Blick verriet, er musste betrunken sein.<br \/>\nDie Katzenfrau \u00f6ffnete die T\u00fcr und trat hinein. Bran erkl\u00e4rte Nym, er solle sich einen\u00a0Unterstand suchen und stellte sich, im Inneren der Bar, neben die T\u00fcr. Der Rest blieb vorerst drau\u00dfen und begutachtete das rege Treiben des Hafens, lauschte vielleicht dem Regen und dem Wellenklang, der im Hafenbecken gegen die Mauern brandete.<br \/>\nDie Bar war schummrig erleuchtet, aber es war nicht zu dunkel. Es waren nicht all zu viele Personen hier, die den Laden h\u00e4tten f\u00fcllen k\u00f6nnen. Vielleicht waren zehn bis zwanzig\u00a0Personen. Allerdings, alle sa\u00dfen in der rechten H\u00e4lfte der Bar. Die gesamte linke H\u00e4lfte war frei. Wobei, vollkommen leer war sie nicht. Im letzten Eck, schon fast auf der H\u00f6he des\u00a0Tresen, zwischen zwei Tischen gab es eine kleine Rangelei. Ansonsten waren zwei\u00a0Barm\u00e4dchen, die Wirtin und ein Koch zu sehen.<br \/>\nMianissa ging direkt zur Wirtin und wollte sie etwas fragen, als die Wirtin etwas, in einem genervten Ton sprach, was Jurax und Amara von drau\u00dfen mit <i>Mai, verdammich. Bring das Bier zu den Leuten.<\/i> \u00fcbersetzten konnten. Die Wirtin blickte zu Mianissa und begutachtete sie sehr kritisch und danach ihren Tigon. Der Blick der Wirtin wanderte erst zwischen den beiden Edelsteinen, die im Dekollet\u00e9 und in der Stirn der Katzenfrau eingelassen waren, hin und her. Danach wurde das Gesicht n\u00e4her betrachtet, dann die lila-schwarz farbene R\u00fcstung und zu guter Letzt der gr\u00fcne Leopard. Nach dem der erste kurze Eindruck verdaut war, fragte Mianissa direkt <i>Shu-Yang Fet<\/i>?<br \/>\n<i>K\u00f6nnt ihr auch ordentlich sprechen? Euer Shou ist grausam,<\/i> antwortete die Wirtin mit guter, aber leicht angestaubter f\u00e2erunischen Handelssprache. Verdutzt betrachtete die Katze die Wirtin, fing sich dann wieder und endlich konnte sie jemanden verstehen, au\u00dfer den Kult\u00a0oder die neue K\u00f6nigin der hiesigen L\u00e4ndereien. <i>Ich suche Shu-Yan Fet.<\/i> Aber sie wurde\u00a0direkt unterbrochen, <i>Schon verstanden. Ich mag nicht die hellste sein, aber dumm bin ich keineswegs. Also, wes wegen sucht ihr ihn?<\/i><\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Bran konnte von seiner Position aus erkennen, dass die Katze und die Wirtin miteinander redeten. Wirklich verstehen konnte er es nicht, aber er konzentrierte sich auch nicht darauf. Da aber seine Glaubensschwester hier ein Gespr\u00e4ch am laufen halten konnte, ging er\u00a0langsam zum Tresen. Der menschliche Druide konnte zwar selbst nur vage fetzen auf Shou sprechen, aber Mianissa konnte kein einziges Wort fehlerfrei. Er war also um so\u00a0verwunderter, das sie hier etwas verstand. <i>Nun, dann wollen wir mal sehen, \u00fcber was da vorn so geredet wird.<br \/>\n<\/i>Mianissa hatte erfahren, das Shu-Yang Fet ein alter H\u00e4ndler sei, der nur an harter M\u00fcnze und das in guten Mengen, interessiert war. Man k\u00f6nne zwar auch noch mit\u00a0<i>gewissen\u00a0Argumenten<\/i> handeln, aber dazu m\u00fcsste man halt auch imstande sein. Wobei der Blick, bei dem Thema <i>gewisse Argumente<\/i> kein L\u00fcsterner war. Als Mianissa aber erw\u00e4hnte, sie habe das n\u00f6tige Kleingeld, bekam sie eine Wegbeschreibung zum alten Shu-Yang Fet gezeichnet.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Kurz bevor die Druidin gehen wollte, drehte sie sich noch mal zur Wirtin, <i>sagt, ist das normal bei euch, das eine Person von F\u00fcnf in die Mangel genommen wird?<br \/>\n<\/i><i>\u00a0<\/i>Bran ging auf den Tresen zu und konnte, nachdem er die h\u00e4lfte der Bar durchquert hatte, das gleiche sehen, wie es auch die Druidin anfangs und nun noch immer, sah. Alle Kunden sa\u00dfen im rechten Teil der Bar. Der linke Teil war fast vollends leer, nur zwei schlafende und wahrscheinlich volltrunkene Kunden hingen noch auf dem Stuhl. Was jedoch deutlich mehr Aufmerksamkeit erregte, war die Tatsache, das ein Mann, von drei gro\u00dfen M\u00e4nnern und zwei kleineren verm\u00f6belt wird.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Jurax schaute von drau\u00dfen in die Taverne und sagte nur zu Amara, <i>komm, lass uns rein\u00a0gehen. Warum stehen wir eigentlich im Regen und nicht drinnen, bei einem guten Bier?<br \/>\n<\/i>Amara rollte nur kurz mit den Augen, konnte es aber nicht verneinen, das es drinnen\u00a0sicherlich angenehmer war, als hier drau\u00dfen. Der Zwerg \u00f6ffnete die T\u00fcr, betrachtete noch kurz den besoffenen, der neben ihnen auf der Bank in seinem Erbrochenem lag und trat dann in den Schankraum. Bran und Mianissa\u00a0standen am Tresen und schienen mit der Wirtin zu reden. Amara ging, ohne gro\u00df den Raum in Augenschein zu nehmen, zum Tresen. Der zwergische M\u00f6nch tat es ihr gleich, wobei ihm, beim zweiten Blick, genau das gleiche Schauspiel in der linken h\u00e4lfte des Raumes auffiel.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Nachdem Bran zu Mianissa gesto\u00dfen war und die Drei am Tresen nun ein paar Worte\u00a0f\u00e4llten, wandte sich die Druidin dem unfairen Schauspiel zu. <i>Sag Bran, wollen wir uns die Warterei bis heute Abend noch ein wenig vers\u00fc\u00dfen? <\/i>und schaute direkt zu den f\u00fcnf\u00a0Personen, die den einzelnen Mann verm\u00f6belten. <i>Ich mein, einem unfairen Kampf muss man doch beistehen?!<\/i> Bran verstand sofort was Mianissa wollte und ging langsam und vorsichtig auf die kleine Schaar zu. Direkt in dem Moment trafen auch Amara und Jurax bei ihnen ein. Jurax konnte nicht anders und hatte die gleichen Gedanken, die er aber nicht aussprach, wie Mianissa und Bran. Die Sp\u00e4herin hingegen wendete nur ein, <i>Kennt ihr die Typen \u00fcberhaupt? Habt ihr mit denen etwas zu schaffen? Ihr wisst doch gar nicht, was da vor sich geht oder ob es nicht doch fair ist.<br \/>\nEs ist nicht Fair, wenn f\u00fcnf Personen gegen Eine vorangehen,<\/i>\u00a0erwiderte Mianissa nur und sp\u00fcrte, wie sich eine Hand auf ihre Schulter von hinten legte. <i>Das w\u00fcrde dem braunen Wanderer nun gefallen. Amara wieder, ein wenig verd\u00e4chtig, aber irgendwie auch nicht. Genau wie beim elendigen Grafen in Barovia. Einfach das Dorf im stich lassen wollen. Tz &#8230;<\/i> dachte sich Jurax und was er sonst noch f\u00fcr Gedanken hatte, wussten nur die G\u00f6tter.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Als Bran nun relativ nah an dem Geschehen war, merkte er, wie sich die Magie, die er bei sich trug, aufl\u00f6ste. Schnell trat er einen Schritt zur\u00fcck, und die Magie der Gegenst\u00e4nde\u00a0funktionierte wieder. Er zauderte, war sich nicht ganz klar, was das war. Aber wenn die\u00a0Magie, die er nutzen wollte, nicht ging, ja dann k\u00f6nne er nichts ausrichten. Bevor er etwas anstellt, was er vielleicht bereuen w\u00fcrde, ging er zur\u00fcck zu Mianissa und erkl\u00e4rte ihr, was er bemerkt hatte. Die Druidin schien absolut nicht erfreut dar\u00fcber zu sein und als Bran auch noch sagte, das er sehen k\u00f6nne, das von einem kleinen Anh\u00e4nger, den einer der Gro\u00dfen am G\u00fcrtel h\u00e4ngen hatte, diese komische Antimagische Aura ausging, verschwand jegliche gute Miene von ihrem Gesicht. Bran erkl\u00e4rte noch, das er sehen k\u00f6nne, dass die 2,50 &#8211; 3,00 Meter gro\u00dfen H\u00fcnen eigentlich m\u00e4nnliche Orogs seien. Die beiden\u00a0kleineren waren Dunkelelfen, wobei eine davon weiblich ist. \u00a0Alle trugen eine Schwarze Hand und einen Drachenfl\u00fcgel, der gebrochen und mit einem Pfeil durchbohrt war, auf der Brust.\u00a0Die Druidin sah nun so aus, als ob sie kurz bevor st\u00fcnde, durch zu drehen und hier ein wildes Chaos verbreiten w\u00fcrde.<br \/>\n<i>Mai, Chai, mein Gott, bringt die Kunden raus. Bringt sie in Sicherheit,<\/i> rief die Wirtin und nun wurde es ein klein wenig lauter im Schankraum. Dem Stimmlaut der Wirtin nach zu urteilen, hatte sie Angst, das gleich etwas schlimmes passieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Genau in dem Moment drehte sich die weibliche Drow um und sah in die bunte Runde des Kultes. Mit einem fiesen Grinsen sah sie Mianissa an und wandte sich dann wieder dem Menschen zu. <i>Was wollt ihr von Ihm,<\/i> fragte Amara und Jurax konnte im Augenwinkel sehen, wobei er sich nicht vollends sicher war, ob das auch stimme, dass die Sp\u00e4herin die Drow\u00a0anl\u00e4chelte. <i>Sp\u00e4testens nun w\u00fcrde sich der Wanderer im Grabe umdrehen! <\/i>dachte sich der Zwerg.<br \/>\nEin oder zwei Minuten vergingen, in welcher der Kult, jeder f\u00fcr sich \u00fcberlegte, was er nun machen w\u00fcrde. Die weibliche Drow rief auf einmal mehrere schimmernde und fast\u00a0durchsichtige Tentakel herbei, die ihrem Opfer in die Nase, die Ohren, den Mund und die\u00a0Augen stie\u00dfen und dort drinnen zitterten. Das Opfer gab keinen Ton von sich, konnte es auch nicht. Denn jeder konnte erkennen, dass der Rachen eine starke W\u00f6lbung erfahren hatte, w\u00e4hrend der Tentakel in seinem Mund steckte. Nun schwebte das Opfer in der Luft und der gesamte K\u00f6rper bebte und zitterte, es war aber deutlich zuerkennen, das er sich vor schmerzen am liebsten gekr\u00fcmmt h\u00e4tte, nur ging dies leider nicht. Dieser Luxus wurde dem Opfer offensichtlich verwehrt.<br \/>\nEs vergingen nochmals ein paar Augenblicke und dann sackte der Mann\u00a0zusammen und regte sich nicht mehr. Die Drow l\u00f6st die Tentakel auf und die f\u00fcnf Personen drehten sich um und gingen langsam in Richtung des Kultes. Bran und Mianissa konnten\u00a0erkennen, dass die andere Gruppe an Ihnen vorbei gehen w\u00fcrde, aber wirklich sicher waren sie sich nicht. Mianissa wild vor Wut und Hass, aber zu gleich vor Angst erf\u00fcllt, blickte sich im Raum um. Sie suchte nach zwei steinernen Punkten, wo sie eine Steinmauer zum Schutze erschaffen k\u00f6nne, fand aber nur einen Punkt. Der Zweite blieb ihrem Blick\u00a0verborgen. Nun gingen die Drows und Orks am Kult vorbei, nur die weibliche Drow l\u00e4chelte Mianissa und dann Amara an. <i>War das ein lustvolles L\u00e4cheln,<\/i> dachte sich Jurax. Aber sofort verwarf er den Gedanken, nach dem er Mianissa anblickte.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">In dem Moment, in welchem die Dunkelelfen den Kult passierten, wog die Druidin den\u00a0Gesichtsausdruck ihrer Weggef\u00e4hrten ab: Amara sah vollkommen unbehelligt aus, kein Stirnrunzeln, keine zusammengekniffenen Augen, nicht das kleinste Merkmal, das Amara in irgendeiner Art und weise verdutzt, geschockt oder sonst irgend eine Emotion ausstrahlte. Bran hingegen war direkt anzusehen, das er hin und her gerissen war. Solle er die Initiative<br \/>\nergreifen oder es lieber sein lassen? Als Mianissa zum Zwerg blickte, sah er ihr direkt in die Augen. Sie konnte erkennen, dass der Zwerg ebenfalls auf Vergeltung aus war, aber nach einem kurzem Augenschlag sagte er, mit einer m\u00fcrrischen, schon fast kr\u00e4chzenden Stimme und zu gleich so, als ob die Worte ihm schmerzen bereiteten, <i>Wer unvorbereitet in die Schlacht zieht, ruft nur den w\u00fctenden Sturm herbei und wird vom Blitz getroffen.<\/i> Das gab der Druidin den Rest. Jeglicher glaube an die einzelnen Rassen, an die Diplomatie, an ihr\u00a0eigenes K\u00f6nnen, ja an die pure und essentielle Liebe zur Natur, verlie\u00df sie. Sie kam sich\u00a0belogen, betrogen und verraten vor. So, als ob ein Blutschwur ganz bewusst, aus reiner Gier gebrochen wurde. Sie f\u00fchlte sich wie ein kleines, naives M\u00e4dchen, dem der innigste Traum und Wunsch gerade aus der Hand geschlagen worden ist. Ihre Beine gaben nach und sie sankt \u00e4u\u00dferlich, wie auch innerlich zusammen. Das einzige, was sie gerade eben davor\u00a0bewahrte, den letzten Funken ihrer Fassung zu verlieren, war der tiefe und starke Glaube an ihre G\u00f6ttin Eldath. Sie hatte zwar gerade so gut wie alle ihre Prinzipien verraten und\u00a0verloren, aber das einzige, was sie niemals zu Lebzeiten verraten oder beschmutzen w\u00fcrde, war der Glaube an ihre G\u00f6ttin.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Kurzzeitig war es still, im Betrunkenen Drache. Die T\u00fcr der Taverne \u00f6ffnete sich, drei gro\u00dfe und zwei kleinere Menschen traten aus und bahnten sich ihren Weg durch den Hafen. Bran drehte sich zu seinen Gef\u00e4hrten um und sagte nur, wir treffen uns wieder hier und hechtete, aber in einem sicheren Abstand, der mordlustigen Gruppe hinterher.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Jurax begab sich zu dem Mann, der noch vor wenigen Augenblicken zitternd in der Luft schwebte und \u00fcberpr\u00fcfte, ob dieser noch lebte. Mit einem kleinen Seufzer stellte der Zwerg fest, das ein weiteres Lebewesen vor den Toren seines Gottes oder G\u00f6ttin wartete.<br \/>\nMianissa, lethargisch und unnat\u00fcrlich ruhig und still, ging ebenfalls zum Toten her\u00fcber. Sie stellte auch den Tod fest und stellte eine Frage in den Raum, <i>Wie werden bei euch die Toten ordentlich bestattet?<\/i> Wieder herrschte ein Atemzug an Stille, als die Wirtin verwirrt und \u00e4ngstlich erwiderte, <i>Normalerweise vergraben oder verbrannt.<br \/>\nHolt jemanden, der diesen K\u00f6rper verbrennt. Heute noch. Sagt mir, wie viel es kostet und ich m\u00f6chte dabei sein.<br \/>\n<\/i>Mianissas Stimme lies kein wenn und aber zu. Sie war vollends entschlossen, dies zu Ende zu bringen. Was f\u00fcr eine Fanatikerin, war vielleicht der Gedanke des ein oder anderen, aber wenn dem so war, sprach dies keiner der Anwesenden aus.<br \/>\nAmara ging ebenfalls zum Toten her\u00fcber und wechselte mit Jurax den Platz. Jurax setzte sich an den Tresen und orderte ein Bier. \u00dcber die kleine, aber doch wichtige Abwechslung war die Wirtin sehr froh. Die Sp\u00e4herin durchsuchte den Toten und fand nichts, was von\u00a0irgendeiner wirklichen Bedeutung war. Sie schien ein wenig ver\u00e4rgert dar\u00fcber zu sein, das gerade eben, einfach so aus heiterem Himmel, eine Verbrennung angeordnet worden ist.\u00a0Zudem noch von jemanden, der hier noch mehr fehl am Platze war, als sie selbst. <i>Er wird heute noch verbrannt,<\/i> entgegnete Mianissa mit einer lethargischen Stimme. Das einzige was Amara fand, was von irgendeinem Interesse war, war, das einer der Stiefel des Toten komisch war. Sie untersuchte ihn, fand aber nichts. Gab die Schuhe der Druidin, aber diese gab die Schuhe ohne etwas zu sagen oder gro\u00dfartig zu tun, einfach wieder\u00a0zur\u00fcck. Auch Jurax fand nichts komisches heraus, au\u00dfer, dass der linke Schuh halt, komisch war.<br \/>\nNach nicht allzu langer Zeit kamen auch drei \u00e4ltere Herren herein und Chai, eine der\u00a0Bediensteten der Taverne, erkl\u00e4rte nur, dass die Herren sich um die Verbrennung k\u00fcmmern. Der Prozess wird heute Abend, kurz vor Sonnenuntergang statt finden und kostet zwei\u00a0Goldm\u00fcnzen. <i>Tut mir leid, das es so teuer ist. Aber so schnell &#8230;,<\/i> sagte Chai gerade, als sie eine Hand voll Goldm\u00fcnzen, insgesamt Zehn waren es, von Mianissa entgegen gestreckt bekam.<br \/>\nDie Druidin lies sich die Adresse der Verbrennung geben, lies die Adresse und die Karte zu dem komischen H\u00e4ndler von der Wirtin vervielf\u00e4ltigen und gab Amara und Jurax jeweils eine Kopie. <i>Ich bin bis heute Abend im Haus des Gouverneurs,<\/i> und damit verlies die Druidin,\u00a0ihren Tigon im Schlepptau, die Taverne.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Nach guten zwei bis drei Stunden kehrte Bran zur Taverne zur\u00fcck. Er erkl\u00e4rte, das er die Gruppe bis zu einem verfallenen alten Haus verfolgt habe. Die drei verblieben des Kultes\u00a0beratschlagten sich kurz und machten sich dann auf den Weg zu dem besagten Haus. Es ging quer durch die Stadt. Mal \u00fcber eine der zwei Hauptstra\u00dfen, dann wieder durch kleine Gassen und wieder \u00fcber die Hauptstra\u00dfe. Im Grunde h\u00e4tten Sie einfach der Hauptstra\u00dfe\u00a0folgen und am Ende einmal links und dann wieder rechts abbiegen k\u00f6nnen, aber das fiel Bran so gar nicht auf. In seinem Zorn auf die Dunkelelfen, merkte er sich den Weg so, wie er auch gekommen war.<br \/>\nAngekommen am verlassenen Haus, lauschte Amara kurz an der T\u00fcr und ging dann hinein. Das Haus war in einer Gegen, die nicht nobel, aber auch nicht heruntergekommen war. Es schien die gute Mittelschicht zu sein. Aber das selbst war nur noch eine Ruine. Wetter, Tiere und sicherlich einige Diebe in der Vergangenheit, halfen der Ruine nicht gerade. Im Inneren war die Treppe zum Obergeschoss mit Schutt versperrt. Die drei R\u00e4ume waren eingest\u00fcrzt oder ansonsten von keinem Interesse. Was aber von Interesse war, vor allem, da dort auch die Spuren, die Amara fand, hinf\u00fchrten, war die Treppe in den Keller. Auch hier lauschte Amara, konnte aber nur das Atmen vom Menschen und Zwerg, sowie das leise Kratzen von M\u00e4usen und Ratten aus dem Keller h\u00f6ren. Nichts verd\u00e4chtiges.<br \/>\nBran erleuchtete die Spitze seines Kampfstabes und kurz darauf, ging Amara vorsichtig die Treppe herunter. Jeder der drei nahm aus Reflex jede Stufe und benutzte nicht den\u00a0 Handlauf. Das lag wohl daran, das Amara noch wenige Minuten vorher erkl\u00e4rt hatte, das hier irgendwas nicht stimmte. Die Nackenhaare, wenn ein Elf denn welche haben w\u00fcrde, w\u00fcrden sich bei ihr aufstellen. Auch wenn der Spruch zwar nur eine Metapher f\u00fcr einen Elfen war, so verstanden der Zwerg und Bran, was damit gemeint war.<br \/>\nDie Spuren f\u00fchrten durch die einzelnen R\u00e4ume des Kellers. Der Keller war gr\u00f6\u00dftenteils leer, hier und dort Regale mit eingelegten Essen, hier ein paar alte und kaputte Kisten, dort stand sogar ein Bett, in welches sich aber niemand reinlegen oder auch nur anfassen wollte. Am Ende der Spuren war ein k\u00fcnstlicher Durchgang zu finden. Jurax erkl\u00e4rte, das, wer auch\u00a0immer den Durchgang schuf, in den Keller eingedrungen war. Das war ganz klar und deutlich am Schutt, der in den Raum verteilt lag und den Bruchspuren des Durchganges, zu\u00a0erkennen.<br \/>\nSie gingen in den Durchgang hinein und nach wenigen Metern kamen sie zur Kanalisation. Hier, kurz vor dem brackigen Wasser, endeten auch die Spuren. Unrat, Dreck, Algen, M\u00fcll und ein kleinere \u00c4ste schwammen auf der Wasseroberfl\u00e4che oder klebten und schleiften am Gestein entlang. Auch wenn der Geruch nicht gerade der blumigste war, so gew\u00f6hnten sich die Nasen doch sehr schnell daran. Amara ging gute zwanzig Meter nach links und dann nochmal nach rechts. Dann gab sie zu erkennen, das sie im rechten Tunnel spuren<br \/>\ngefunden habe. Sie deutete auf Absch\u00fcrfungen des Steines an der Decke, sowie an winzige Wasserspuren, die \u00fcber den Wasserlauf zu sehen waren. Wobei, Bran und der Zwerg\u00a0konnten, mit gl\u00fcck, nur die Absch\u00fcrfungen an der Decke erkennen. Aber es gab keine\u00a0Zweifel, das Amara die bessere F\u00e4hrtenleserin war.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Es ging gut eine bis anderthalb Stunden durch die Kanalisation. Gerade aus, linke Biegung, rechte Biegung, gerade aus, zur\u00fcck, wieder vorw\u00e4rts, doch zur\u00fcck, hier und dort entlang. Es war nicht gerade leicht den Spuren zu folgen, aber Amara verlor sie nur wenige Male. Bran hatte bei jeder Abbiegung ein kleines Zeichen mit Kreide an die Wand gemalt, damit sie sich nicht verlaufen. Manchmal dachte einer drei, das sie ein kichern oder lachen, ein rufen oder schritte in der Finsternis h\u00f6rten, manchmal roch es nach Geb\u00e4ck, manchmal nach frisch\u00a0gebratenem Fleisch, manchmal dachten sie, vor ihnen an der einen Biegung sei ein bunt\u00a0bemaltes Gesicht. Auch wenn sie schon viel erlebt hatten, so war die Suche in der\u00a0Kanalisation doch ein wenig komisch, schon fast angst einfl\u00f6\u00dfend. Hier und da erschreckte sich vielleicht jemand kurz, aber keiner der anderen reagierte darauf. Jeder war angespannt und bereit, dem nahenden Feind die Waffe in den Wanst zu rammen. Am Ende stellte sich aber heraus, das doch kein irrer Kinderm\u00f6rder in einem Clownskonst\u00fcm in der Kanalisation lauerte, sondern die Finsternis, gepaart mit der klaustrophobieschen Enge, nur streiche mit dem Kopf spielte. Amara f\u00fchrte die kleine Gruppe zu einem Gitter, hinter welchem die\u00a0blendende und glei\u00dfende Au\u00dfenwelt zu erkennen war. Es war meeresrauschen zu h\u00f6ren, sowie ganz leise Rufe von Menschen. Das Gitter schien aufgebrochen worden zu sein und sie schoben es zur Seite. Das Abflussrohr m\u00fcndete im Hafenbecken, direkt unter einem der Piers, wie sie feststellten. Links war das Dock, rechts waren die Fischer. Sie Atmeten alle einmal tief durch und lie\u00dfen die gruselige Finsternis hinter sich.<br \/>\nEin kleiner, gute drei\u00dfig Zentimeter breite Absatz f\u00fchrte unter dem Abflussrohr, links und rechts im Hafenbecken entlang. Links, wie auch rechts vom Abfluss, waren auch\u00a0Eisenstufen, die in die Hafenmauereingearbeitet waren, zu erkennen. Die Truppe erklomm die Stufen und befand sich wieder mitten im Hafen.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Sie fragten einen der Hafenarbeiter, ob sie die komischen gro\u00dfen Typen, die sie verfolgten, gesehen haben. Der Arbeiter sagte, sie seien in eine er Gassen gegangen. Amara folgte der Beschreibung in die Gasse und auch wenn es weiterhin regnete, was aber langsam den\u00a0Geruch der Kanalisation aus den Kleider wusch, fand sie hier weitere Spuren. Die Spuren f\u00fchrten \u00fcber zwei kleine Kreuzungen und auf der Dritten verloren sie sich. Nach guten zwei bis zweieinhalb Stunden suchen, verlor sich die Spur, einfach so im Nichts.\u00a0Niedergeschlagen, aber nicht den Mut verlierend kehrten sie zum Haus des Gouverneurs\u00a0zur\u00fcck.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Die Zeit im Haus des Gouverneurs wurde genutzt, um sich zu st\u00e4rken, sich frisch zu machen und noch f\u00fcr ein oder zwei Stunden sich auszuruhen. Zum Abend hin, kam auch Mianissa, die die ganze Zeit eingeschlossen in ihrem Zimmer war, heraus und fragte, wie sie zu der Adresse der Verbrennung kam. Nach dem es ihr erkl\u00e4rt wurde, machten sich nun alle vier auf den dorthin. Jurax, Bran und Amara fiel allerdings auf, das sich Mianissa nicht zum guten gewandelt hatte. Die Lethargie, diese unnat\u00fcrliche Stille, die grausame Sanftheit in jeder<br \/>\nihrer Bewegungen, war bei jedem ihrer Schritte zu erkennen. Es wirkte so, als ob sie geistig einen der h\u00e4rtesten K\u00e4mpfe, die man sich vorstellen kann, ausfocht und der K\u00f6rper von ganz allein auf die Umgebung reagierte.<br \/>\nAngekommen am Ziel, erwartete auch schon einer der drei \u00e4lteren Herren, die am Vormittag den Toten aus der Taverne abgeholt hatten, den Kult. Mianissa lies sich erkl\u00e4ren, wo sie sich umziehen konnte und kam kurz danach auch in feinen Gew\u00e4ndern wieder. Bran erkannte\u00a0sofort, es war ein klerikales Zeremoniengewand. Ein Kenner k\u00f6nnte erkl\u00e4ren, dass das\u00a0Gewand aus der feinsten und teuersten Seide, die es in ganz Kalimhafen und somit ganz F\u00e2erun zu kaufen gab, gefertigt war. Das Hellblau, was den Grundton hergab, wurde von bronzenen Stickereien umschlossen. Die Stickereien sahen aus, als ob sich kleine\u00a0Wurzeln zur Brust des Tr\u00e4gers hin ragten und dort ein Gef\u00e4\u00df, f\u00fcr einen rei\u00dfenden Wasserfall bildeten. Der Wasserfall selbst, bestand aus hunderten, in sich verwobenen silbernen F\u00e4den. Das gesamte Gewand war wohl mehrere tausend Goldst\u00fccke wert und es war schon fast eine Schande, das es von einem einfachen h\u00f6lzernen Symbol, welches auch ein Wasserfall darstellte, besudelt wurde. Aber nur Bran wusste, jeder Druide war anders. F\u00fcr alle Druiden waren Wertsachen zwar zweitranging. Sofern es aber um die Religion ging, so hatte jeder f\u00fcr sich seine eigene Vorstellung, was Wert bedeutete und was nicht und da Mianissa so ein kostbares Zeremoniengewand trug, lag ihr die Sache wirklich am Herzen.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Der Tote lag aufgebart auf einem Scheiter von Holz. Das Holz wurde entz\u00fcndet und sogleich vollzog Mianissa ihre Zeremonie. Sie ging gegen den Uhrzeigersinn, dann mit dem\u00a0Uhrzeigersinn und nochmals gegen den Uhrzeigersinn um den Toten herum. Bei dem ersten durchlauf sprach sie Gebete in der Sprache der Sylvan, beim zweiten mal in der Sprache der Wasserelementare und am Ende in der Sprache der Katzen, in Feline. Jede Runde dauerte gute 20 Minuten und so zog sich die ganze Zeremonie hin. Der Zwerg, Bran und die\u00a0Sp\u00e4herin konnten erkennen, wie den drei Herren das geredet von der Druidin auf den Senkel ging. Sie wollten weg, es handelte sich doch immerhin nur um\u00a0eine einfache Verbrennung. Aber auch nun war nur Bran nur derjenige, sofern kein anderer religi\u00f6se Kenntnisse hatte, wie wichtig dieses Vorhaben f\u00fcr Mianissa war. Es stellte eine der innigsten Verbindungen und\u00a0Huldigungen dar, die man seinem Gott oder G\u00f6ttin nur darbieten kann.<br \/>\nNach dem der K\u00f6rper des Toten nur noch Asche war, zog sich Mianissa wieder um. Sie fragte, ob sie nun noch mal nach dem komischen H\u00e4ndler schauen sollten oder direkt wieder zum Haus des Gouverneurs gehen. Alle stimmten aber ein, das sie dem H\u00e4ndler einen\u00a0Besuch abstatteten.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Es schien, das mit jedem Schritt, den die Katzenfrau seit Beendigung der Zeremonie getan hat, nach und nach die Lethargie verschwand und das Lebenslicht heller brannte.<br \/>\nAngekommen bei der Adresse des H\u00e4ndlers, wartete die Gruppe in einer gro\u00dfen Scheune. Mianissa war wieder soweit auf dem Damm, das sie und Bran ein kleinen, zwar ungewollten, aber dennoch kleinen Scherz spielten. Aber es war ja auch nichts anderes zu tun, w\u00e4hrend sie wartete. Nach guten zwei Stunden kam auch der H\u00e4ndler namens Shu-Yang Fet. Die Druidin fragte, ob er den Gegenstand, den sie als M\u00f6nchsg\u00fcrtel kannte, hatte und ihr<br \/>\nverkaufen w\u00fcrde. Nach ein wenig suchen, fand auch der H\u00e4ndler den besagten G\u00fcrtel und verlangte zwanzigtausend Goldst\u00fccke. <i>Zwanzigtausend! Niemals ist der Zwanzigtausend wert,<\/i> sagte Mianissa.<br \/>\nDas feilschen ging hin und her. Auch wenn Amara der Druidin noch zufl\u00fcsterte, das sie den Menschen kenne, von dem der G\u00fcrtel stammt und die zwanzigtausend Goldst\u00fccke ein Schn\u00e4ppchen w\u00e4ren, so schlug Mianissa den kauf aus. Jurax \u00fcberlegte nicht zweimal und griff direkt zu.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Zum Ende hin wurde Shu-Yang Fet noch verh\u00f6rt. Da Mianissa herausbekam, das Er\u00a0Informationen \u00fcber Henk, den Halunken, der die Zollbr\u00fccke im Nordosten der Stadt immer wieder besetzte, hatte, verwandelte Bran den H\u00e4ndler in einen Frosch. Bran wirkte noch den Zauber, das er mit Tieren sprechen konnte und sogleich wurde der H\u00e4ndler befragt. Es kam heraus:<\/p>\n<ul>\n<li>Henk soll zwei Frauen aus dem Hause des Gouverneurs Geschenke gemacht haben<\/li>\n<li>mit den Geschenken kann Henk herausfinden, wann die k\u00f6niglichen Truppen zur Zollbr\u00fccke marschierten<\/li>\n<li>im S\u00fcdwesten der Stadt, westlich des Hafens, lebten die Reichen<\/li>\n<li>die Reichen forderten immer wieder exklusive und bizarre W\u00fcnsche, die nur<br \/>\nShu-Yang Fet bereit stellen konnte<\/li>\n<li>an das exklusivste, was Shu-Yang Fet bisher liefern sollte, kann er sich nicht mehr dran erinnern<\/li>\n<li>er weis nur noch, dass die Auftraggeberin, des exklusivsten Gegenstandes, eine \u00fcberaus sch\u00f6ne Frau mit faszinierenden Augen war<\/li>\n<\/ul>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Nach Shu-Yang Fet verh\u00f6rt war, wurde er wieder entzaubert und die Gruppe verlie\u00df die Scheune. Die Nacht war bereits angebrochen und es h\u00f6rte so langsam auf zu Regnen. Der kr\u00e4ftige Wind war in eine leichte und angenehme Briese umgeschlagen, der angenehme, schon fast Herbstluft mit sich brachte. Die Sterne waren am Himmel zu erkennen und mit viel gl\u00fcck, konnte vielleicht eine der seltenen Sternenschnuppen gesehen werden.<\/p>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Wieder waren Rufe, das Geschrei von Katzen und der Gesang von volltrunkenen Arbeitern zu h\u00f6ren, aber nichts davon st\u00f6rte. Es schien, als ob der Schrecken und das Grauen, was die Gruppe in der Taverne und der Kanalisation erfahren hatte, nun endg\u00fcltig von ihren Schultern herabrollte. Wobei allen? Nein, nicht allen. Amara war, so wie Jurax noch sehr gut in Erinnerung hatte, in der Taverne absolut unbehelligt gewesen. Genau so, wie sie es in der Vergangenheit in Barovia, in der Trollfeste oder auch davor schon war. <i>Ja Wanderer, du<br \/>\nw\u00fcrdest dich wirklich im Grabe umdrehen. Selbst dieser Wahnsinn w\u00e4re wohl zu viel dich gewesen,<\/i> dachte sich der Zwerg auf dem Weg zur\u00fcck zum Hause des Gouverneurs.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12. Elaint Nach dem das Abendessen im Hause des Gouverneurs, mit Ihm und seiner Familie, dem Hauptmann und ein paar ausgew\u00e4hlten H\u00e4ndlern zu Ende gegangen ist, zogen sich alle\u00a0 zur\u00fcck. 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