{"id":10001,"date":"2015-07-25T18:39:49","date_gmt":"2015-07-25T16:39:49","guid":{"rendered":"http:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/?p=10001"},"modified":"2018-02-06T14:02:39","modified_gmt":"2018-02-06T13:02:39","slug":"tahwyn-folkor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rpg-berlin.de\/rpg\/character\/aktive_sc\/gruppe6-aktive_sc\/tahwyn-folkor-kristin\/tahwyn-folkor\/","title":{"rendered":"Tahwyn Folkor"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/b8dea-2bfe-halflingmage2b.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-10010\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/b8dea-2bfe-halflingmage2b.jpg?resize=218%2C356&#038;ssl=1\" alt=\"Tahwyn Folkor\" width=\"218\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/b8dea-2bfe-halflingmage2b.jpg?resize=184%2C300&amp;ssl=1 184w, https:\/\/i0.wp.com\/rpg-berlin.de\/rpg\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/b8dea-2bfe-halflingmage2b.jpg?w=400&amp;ssl=1 400w\" sizes=\"(max-width: 218px) 100vw, 218px\" \/><\/a>Mein Name ist Tahwyn. Tahwyn Folkor.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich wuchs in einem kleinen, bescheidenen Dorf auf. Bis zu meinem 30. Lebensjahr verlief mein Leben sehr gew\u00f6hnlich. Mein Vater war der H\u00e4uptling unseres Dorfes. Ein lustiger Geselle, dem nur wir, seine Familie, wichtiger waren als das gem\u00fctliche und sorgenfreie Zusammenleben in unserem Dorf. Ich wuchs auf, spielte in den durch Schatten verborgenen Winkeln unseres Waldes, lauschte den Heldensagen unserer Dorf\u00e4ltesten und verbrachte meine freien Stunden haupts\u00e4chlich damit, dem komischen Kauz, der im Bau neben uns wohnte zusammen mit meinem Bruder Streiche zu spielen. H\u00e4tte ich es damals schon ahnen k\u00f6nnen? Vielleicht. Aber wer vermutet schon, dass soetwas geschehen k\u00f6nnte. Noch dazu in der eigenen Familie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alles fing an einem ganz gew\u00f6hnlichen Sommerabend an. Ich sa\u00df mit meiner Mutter vor unserem Bau, gerade damit besch\u00e4ftigt, unsere Vorr\u00e4te f\u00fcr den Winter durchzugehen und zu \u00fcberlegen, wie wir wohl den alten Glaend dazu \u00fcberreden k\u00f6nnten, uns ein paar seiner Kartentricks beizubringen, damit die Herren unserer Familie den Winter \u00fcber etwas zum Gr\u00fcbeln h\u00e4tten. Kurzum, ein Abend wie jeder andere. Pl\u00f6tzlich h\u00f6rten wir laute Ger\u00e4usche und Gel\u00e4chter vom anderen Ende des Dorfes, wir konnten nur annehmen, dass grade mal wieder ein unbedarfter J\u00fcngling in eine Falle seiner \u00e4lteren Geschwister getappt war, und wollten uns den Spa\u00df mit eigenen Augen ansehen. Wir Gnome lieben Streiche \u00fcber alles, muss man wissen. Wir meinen sie jedoch selten b\u00f6se, es geht uns eher darum, unser Talent f\u00fcr das Planen subtiler Fallen und geschickter Illusionen zu beweisen. Von daher ist es keine Schande, wenn man bei uns in eine gut geplante Falle stolpert, viel mehr ein Kompliment an den Fallensteller. Also machten wir uns auf den Weg und fanden alsbald den Grund f\u00fcr den Tumult. Am Boden lag mein sieben Winter \u00e4lterer Bruder, eingeschlungen in ein aus Pflanzenfasern gekn\u00fcpftes Netz, das offensichtlich durch eine Trittfalle dazu veranlasst wurde, auf den Ungl\u00fccklichen hinunter zu fallen. Der Anblick war wahrhaft herrlich und die Falle gut gebaut. Ein Meisterst\u00fcck war sie jedoch nicht. Diesen einfachen Ausl\u00f6semechanismus lernen bei uns schon die ganz kleinen. Auf Grund dieser Tatsache, die nat\u00fcrlich allgemein bekannt ist, hat mein Bruder sich verst\u00e4ndlicher Weise doppelt gesch\u00e4mt, den relativ auff\u00e4lligen Stolperdraht am Boden, der zwischen zwei B\u00fcschen aufgespannt war, nicht bemerkt zu haben. Verschlimmert wurde dieser Umstand nurnoch durch den kleinen, nicht einmal 12 Winter alten Ludoc, der, ganz entz\u00fcckt \u00fcber den Ausgang der Geschichte, von einem Bein aufs andere h\u00fcpfend vor dem versammelten Dorf herum tanzte. F\u00fcr ein paar Minuten herrschte heiteres Gel\u00e4chter, w\u00e4hrend mein Bruder sich m\u00fchsam aus dem Netz zu befreien versuchte. Bald schon kamen ihm einige seiner Freunde zu Hilfe und gemeinsam gelang es ihnen dann endlich, den Pechvogel wieder frei zu bekommen. W\u00e4hrenddessen wurde Ludoc herzlich begl\u00fcckw\u00fcnscht. Normaler Weise, w\u00e4re es \u00fcblich gewesen, dass der Gefoppte selbst dem Fallensteller ein Kompliment ausspricht und alle sich bei einem Becher Apfelwein wieder vertragen w\u00fcrden. Mein Bruder jedoch fing zornig an, das Netz, dessen Herstellung mindestens zwei Tage m\u00fchsame Arbeit verschlungen haben musste, zu zerrei\u00dfen und verschwand wenig sp\u00e4ter fluchend und schimpfend in unserem Bau, um seinen verletzten Stolz zu verbergen.<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Monaten fielen mir immer wieder \u00e4hnliche Dinge an meinem Bruder auf. Mal war er stundenlang w\u00fctend, weil das Essen nicht ganz nach seinem Geschmack gew\u00fcrzt war, dann wieder waren es das Wetter, oder das laute Spielen der Kinder kurz nach Sonnenaufgang, selbst das Gezwitscher der V\u00f6gel vermochte einen kleinen Wutanfall auszul\u00f6sen. Meinem Vater fielen die Ver\u00e4nderungen in dem Verhalten meines Bruders nat\u00fcrlich auch auf und so versuchte er ihn zu bes\u00e4nftigen und den Grund f\u00fcr seine Angespanntheit heraus zu finden. Leider fielen seine Versuche nicht auf fruchtbaren Boden, es schien sogar so, als ob mein Bruder immer nur noch w\u00fctender werden w\u00fcrde. Je mehr wir versuchten, ihn zu verstehen, desto mehr zog er sich in sich selbst zur\u00fcck und war bald nur noch sehr selten au\u00dferhalb seines eigenen Baus zu sehen.<\/p>\n<p>Der Winter verlief weitestgehend ereignislos. Zu der Zeit, als die Tage schon wieder l\u00e4nger wurden geschah dann eines Morgens das Schreckliche. Ich wurde von den Klagerufen meiner Mutter geweckt. Mein Vater lag in seinem Nest aus Bl\u00e4ttern, erstochen. Hinterr\u00fccks. Im Schlaf. Von dem M\u00f6rder keine Spur.\u00a0 Die ersten Wochen nach dieser Trag\u00f6die herrschte gro\u00dfer Aufruhr im Dorf. Ein Mord. Soetwas hatte es noch nie gegeben. Wir waren uns alle sehr schnell einig, dass es niemand aus unserem Dorf gewesen sein k\u00f6nnte, dieser Gedanke war viel zu absurd. Nein, es musste ein Eindringling von au\u00dfen sein.<\/p>\n<p>Mein Bruder wurde schon bald von unseren \u00c4ltesten als der Nachfolger meines Vaters bestimmt. Meine Mutter versank in ihrem Kummer. Man sah sie kaum noch im Dorf. Alles schien auseinander zu fallen. Ich zog mich selbst immer \u00f6fter in die Einsamkeit zur\u00fcck. Die Stille der B\u00e4ume, die klaren Tiefen der Seen, die rauen Abh\u00e4nge der wenigen Felsen, die hier und dort das Bl\u00e4tterdach durchbrechen und die Unersch\u00fctterlichkeit des gesamten Waldes und seiner Bewohner halfen mir, dem Schmerz zu entfliehen, der sich tief in meiner Brust festgesetzt zu haben schien. Nach einer Weile war ich wieder \u00f6fter im Dorf zu sehen. Das Leben ging weiter. Es war ein fremdes Leben geworden. Wenn man jetzt auf den Dorfplatz trat, sah man immernoch ab und zu spielende Kinder, ihr Lachen schien jedoch nicht mehr so ausgelassen und unbeschwert wie fr\u00fcher. Ein Schatten war \u00fcber unsere Gemeinschaft gefallen. Die \u00c4ltesten erz\u00e4hlten Geschichten wie eh und je, doch die Geschichten hatten sich ver\u00e4ndert. Sie sprachen nun \u00f6fter von Missgunst, Verrat und dunklen Ahnungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Jahre vergingen und ich wurde erwachsen. Nicht, dass ich es bemerkt h\u00e4tte. Neben dem Schmerz, der mein Leben \u00fcberschattete wuchs noch etwas anderes heran. Etwas, dem ich nie Bedeutung zugemessen habe. Ich dachte mir, dass die Geschichten sich in mir eingenistet haben mussten, so wie in jedem anderen. Wir hatten uns ver\u00e4ndert. Nachts gingen nun regelm\u00e4\u00dfig Wachen durch das Dorf. Wir verschlossen die Eing\u00e4nge zu unseren Bauten, oft sah man kleinere Gr\u00fcppchen hinter vorgehaltener Hand tuscheln. Seit diesen Tagen trug ich stets ein kleines Wurfmesser bei mir. Wir fingen an, unsere Besitzt\u00fcmer zu horten. An einigen Felsen in der N\u00e4he wurde vor einigen Jahren ein wertvolles Metall gefunden. Mein Bruder lie\u00df einige unserer M\u00e4nner in das n\u00e4chstgelegene Menschendorf reisen, um ihnen einen Tauschhandel anzubieten. Bald entstanden feste Handelsbeziehungen und ein Gro\u00dfteil von uns fing an, im Steinbruch zu arbeiten. Man muss verstehen, dass wir Gnome zwar ein gewisses Interesse f\u00fcr fein gearbeiteten Schmuck und sch\u00f6ne Kristalle hegen, es unserer Natur aber sehr fremd ist, aus solchen Gegenst\u00e4nden Profit zu schlagen. Die wenigen Kostbarkeiten, die wir besitzen, werden \u00fcblicher Weise von Mutter zu Tochter weitergegeben. Von daher wunderte ich mich zun\u00e4chst sehr \u00fcber diese Entwicklung. Aber ich gew\u00f6hnte mich daran und bald schon fand ich die Arbeit in den Steinbr\u00fcchen so normal wie die gefl\u00fcsterten Worte und die neu gegrabene Kammer unseres Baus, in der wir nun unser Gold aufbewahrten.<\/p>\n<p>Eines Nachmittages kamen die Arbeiter aus dem Steinbruch zur\u00fcck ins Dorf. Doch es wurde nicht wie sonst geschwatzt und von dem nahenden Mittagessen geschw\u00e4rmt. Nein, nicht heute. Im Zentrum der kleinen Kolonne wurde ein in Decken gewickeltes B\u00fcndel von vier Erwachsenen getragen. Es bewegte sich nicht. Sp\u00e4ter erfuhr ich, dass es der kleine Ludoc gewesen ist. Eine ungeplante Explosion in den Minen hatte ihn unter den Felsmassen begraben, die Arbeiter erz\u00e4hlten, dass sie ihn erst nach stundenlanger Arbeit aus dem eingest\u00fcrzten Tunnel bergen konnten. Ludoc hatte erst vor wenigen Wochen angefangen im Steinbruch zu arbeiten. Seine Mutter hatte sich um den Bau k\u00fcmmern m\u00fcssen, und seine \u00e4lteren Geschwister und sein Vater geh\u00f6rten zu der Truppe, die mein Bruder einmal im Monat aussandte, um mit den Menschen Handel zu treiben. Sie waren nie l\u00e4nger als ein paar Tage im Dorf, der Weg bis zur Menschenstadt ist weit. Nun brauchten wir Gold zum \u00dcberleben, da viele von uns im Steinbruch arbeiteten und die allt\u00e4glichen Arbeiten nicht mehr verrichten konnten. Also kauften wir unser Mehl und selbst Fleisch, Gem\u00fcse, Obst und Brennholz bei den Menschen. Anstatt im Einklang mit der Natur zu leben, so wie fr\u00fcher, fingen wir an, sie systematisch auszubeuten.<\/p>\n<p>Von den Ereignissen des Tages schockiert machte ich mich auf, meinen Bruder zu suchen. Ich fand ihn schlie\u00dflich auf einer Lichtung, die eine halbe Stunde Fu\u00dfmarsch vom Dorf entfernt war. Er stand mit dem R\u00fccken zu mir, der untergehenden Sonne entgegen blickend. Ich trat n\u00e4her und lie\u00df einen trockenen Ast unter meinem Fu\u00df zerbrechen, um ihn nicht mit meinem pl\u00f6tzlichen Auftauchen zu erschrecken. Er drehte sich zu mir um und sah mich eine lange Zeit schweigend an. Dann wandte er sich wieder der Sonne zu.<br \/>\n<em>&#8222;Warum bist du hier?&#8220;<\/em> fragte er mit leiser Stimme.<br \/>\nIch wusste zun\u00e4chst nicht, was ich antworten sollte. Warum war ich hier? Um ihn zu tr\u00f6sten? Nein. Mein Bruder brauchte keinen Trost. Um meinen Schmerz mit ihm zu teilen? Das hatten wir seit langer Zeit nicht mehr getan. Warum also war ich hier?<br \/>\n<em>&#8222;Warum bist du hier?&#8220;<\/em> fragte ich schlie\u00dflich.<br \/>\nDas war tats\u00e4chlich eine gute Frage. Als Dorfoberhaupt sollte er eigentlich den Trauerfeierlichkeiten beiwohnen. Er sollte der Familie des Verstorbenen einen Besuch abstatten. Sollte zeigen, dass ihr Verlust ebenso seiner war.<br \/>\nIch sah, dass er einmal tief einatmete, bevor er antwortete.<br \/>\n<em>&#8222;Der Tod des Jungen ist tragisch, ja. Aber was habe ich damit zu tun?&#8220;<\/em><br \/>\nIch konnte nur ungl\u00e4ubig auf seinen R\u00fccken schauen. Endlich drehte er sich wieder zu mir um.<br \/>\n<em>&#8222;Was habe ich damit zu tun? Ist es denn mein Fehler, dass die Sprengladung, die f\u00fcr den Osttunnel vorgesehen war hochgegangen ist? Ist es mein Fehler, dass er in einem unautorisierten Abschnitt herum gelaufen ist? Was soll ich denn tun?&#8220;<\/em><br \/>\nSeine Stimmer wurde immer bitterer. Es schwangen ein Hass und eine Verachtung in ihr mit, die mich erschreckten. Er kam n\u00e4her, seine Augen fest und unbarmherzig auf mich gerichtet.<br \/>\n<em>&#8222;Was soll ich tun, Tahwyn? Soll ich ins Dorf gehen, ein paar Tr\u00e4nen verstecken, die es garnicht gibt und darauf warten, dass ich eine gef\u00fchlsduselige Rede halten darf? Eine Rede \u00fcber einen dummen Jungen, der sich verlaufen hat und jetzt wenigstens endlich gelernt hat, dass er seine Nase nicht in Angelegenheiten zu stecken hat, die ihn nichts angehen. Was soll ich diesen Leuten sagen? Er war schwach. Er hatte Pech. Das war nicht mein Fehler.&#8220;<\/em><br \/>\nMit t\u00f6dlich kalter Stimme erwiderte ich, <em>&#8222;Vater w\u00fcrde sich sch\u00e4men. Wie kannst du nur so reden?&#8220;<\/em><br \/>\n<em>&#8222;Vater war schwach, genau wie dieser Junge. Sie haben bekommen, was sie verdient haben.&#8220;<\/em><br \/>\nMeine Augen wurden gro\u00df. Konnte es sein? Nein, dieser Gedanke war zu abwegig. Das konnte nicht wahr sein, das durfte nicht wahr sein.<br \/>\n<em>&#8222;Ja. Jetzt f\u00e4ngst du endlich an zu verstehen.&#8220;<\/em> Ein irrer Glanz war in die Augen meines Bruders getreten. <em>&#8222;Dein lieber Vati, dein gro\u00dfer Held, hatte mir nichts entgegenzusetzen. Untersch\u00e4tze niemals dein eigen Fleisch und Blut, Schwesterherz. Aber mich, mich hat er ja nie gesehen. Du warst schlie\u00dflich sein Liebling. Seine kleine Prinzessin, sein Herzblatt.&#8220;<\/em> Ein schauerliches Kichern. <em>&#8222;Jetzt sehen wir ja, wohin es dich und ihn gebracht hat.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Ich sah ihn mit Tr\u00e4nen in den Augen an. Ich konnte einfach nicht verstehen, was er mir sagte. Mein Bruder? Mein eigener Bruder, der mir erst vor scheinbar einigen Tagen beigebracht hatte, wie man eine M\u00fcnze verschwinden l\u00e4sst und wasserfeste Farbe mischt, nur um heimlich in der Nacht den Nachbarskindern ihre Nasen rot anzumalen. Mein Bruder sollte dieses unglaubliche Grauen heraufbeschworen haben. Au\u00dfer mir vor Zorn und Verzweiflung forderte ich ihn auf, das Dorf zu verlassen. Ich sagte, dass ich es niemandem erz\u00e4hlen w\u00fcrde. So w\u00fcrde ihm wenigstens die Schande erspart werden, vor dem ganzen Dorf als M\u00f6rder enttarnt zu werden. Seine Verbannung jedoch war gewiss. Er zog den Dolch, den er seit seiner Ernennung stets bei sich trug und kam drohend auf mich zu. Ohne einmal mit der Wimper zu zucken, zog ich das kleine Wurfmesser aus meinem Stiefel und warf es. Es traf sein Ziel. Wie konnte es auch nicht, nachdem mein Vater starb, habe ich es im Messerwerfen zur Meisterschaft gebracht. Ich h\u00e4tte ihn mit verbundenen Augen getroffen. Vor Grauen \u00fcber meine eigene Tat zitternd rannte ich fort. Fort von dieser Lichtung, fort von unserem Dorf, meiner Mutter, von allem was ich kannte und liebte. Mein zu Hause war mir fremd geworden, genau, wie ich mir selbst fremd geworden bin.<\/p>\n<p>Ich sah nie zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten 40 Jahre verbrachte ich in der Wildnis. Ich streifte durch dunkle W\u00e4lder und einsame Steppen. Wanderte durch verlassene T\u00e4ler, passierte schneebedeckte Berge und sprach mit niemandem. Ich mied die Gnome, ebenso wie die Zwerge, Menschen und Halblinge. Die Natur gab mir alles was ich brauchte und im Gegenzug widmete ich ihr mein ganzes Leben. Die Tiere wurden meine Freunde. Wohin ich auch ging, stets war ein Gef\u00e4hrte bei mir.<br \/>\nEines Tages wanderte ich an den Ausl\u00e4ufern eines hohen Gebirgszugs entlang und entdeckte eine H\u00f6hle. Ich sp\u00fcrte die Anwesenheit eines Tieres, also trat ich ein, um mich vorzustellen und um Unterschlupf f\u00fcr die Nacht zu bitten. Ich fand eine riesige Fledermaus, gr\u00f6\u00dfer, als alle die ich bisher gesehen hatte. Sie nahm mich freundlich auf und als ich am n\u00e4chsten Morgen gehen wollte, begleitete sie mich, seitdem reisen wir zu zweit.<br \/>\nUnser Leben verlief ruhig, bis wir eines Morgens in einer trockenen Steppe ein seltsames Erdbeben sp\u00fcrten. Ein riesiges Tier w\u00fchlte sich offensichtlich in einiger Entfernung durch den Boden. Von Neugier gepackt, folgten wir seiner F\u00e4hrte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Name ist Tahwyn. 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