Vor dem Altar (The Outbreaks)Vor dem Altar (The Outbreaks)

Nachtrag

Seit dem die Gruppe das Orakel befragt und damit Allvaters Auge hinter sich gelassen haben ist gerade erst ein Tag vergangen und schon finden sie die nächste Etappe ihrer Reise, den Wyrmruhtempel, einst bloß eine religiöse Pilgerstätte, nun die Heimat von Wyrmbluts Stamm von utgarder Wilden.
Als selbsternannter Kapitän des Luftschiffes, das ihnen von den Anhängern des Klauth gebracht wurde ruft Totes Pferd seine „Mannschaft“ zur Strategiebesprechung zusammen.

Das Erreichen des Tempels

Im Angesicht des riesigen Tempelkomplexes, der da vor ihnen den tückischen eisigen Abhang überschaut ist selbst der kampfwütige Elfenkrieger ist zur Abwechslung dazu geneigt, die Sache subtil anzugehen. So sehr es ihn auch danach drängt die Tempelfestung zu stürmen, den barbarischen Abschaum abzuschlachten und all ihre Schätze davon zu tragen, alle sind sich einig dass sie so nie das Artefakt finden, geschweigedenn es lebend erreichen können.

Es wird schnell entschieden: Kisa’ana wird mit den Drachenakolythen an Bord zurückbleiben und von der Luft aus Ausschau nach fliegenden Feinden halten: Wolkenriesen, ihren Greifen, Mantikoren, und nicht zu vergessen geringere Drachen, die mit dem Dracolich Klauth verfeindet sind und sein Gefolge aus reinem Prinzip angreifen würden.
Das Luftschiff soll außer Sichtweite des Tempels selbst vor Anker gehen und eine Landungsmannschaft – bestehend aus Blm, Ryan, Totes Pferd und Wild Fire – werden sich dem Tempel zu Fuß nähern und auf friedliche Weise Eintritt ersuchen.
Und entgegen aller Erwartungen gelingt der Plan sogar!

Der Eingang des Tempels

Nachdem der schwierige Aufstieg mit Hilfe von cleveren improvisierten Kletterwerkzeugen und etwas Magie bewältigt ist, treffen sie den scheinbaren Wächter des Tempels, eine Art Priester, oder was immer bei den Barbaren als Priester hinhalten muss mit dem Namen Silberschlange. Nach einer etwas holprigen Vorstellung gelingt es der Gruppe, allen voran Wild Fire, den man einfach sympathisch finden *muss* die Barbaren davon zu überzeugen, dass es sich bei ihnen nur um harmlose Händler handelt, die den Großteil ihrer Waren in der Eiswüste verloren haben.
Und um ihren guten Willen zu beweisen, bietet der gute Wild Fire ihnen sogar seinen persönlichen Bestand von Rauschkraut als Handelsware an. Wenn sie schon das freundlich-naive Auftreten nicht überzeugt hat, dann hat dieses Geschenk für Silberschlange und seinen Stamm den letzten Anstoß gegeben, die Gruppe wird herzlich im Wyrmruhtempel willkommen geheißen und sogar sofort ins Heiligtum geführt.

Andere Völker, andere Rituale

Vor ihnen präsentiert sich eine gewaltige Kammer, die tief in das Eis gehauen wurde, die Wände um sie herum und sogar der Boden unter ihren Füßen geziert von Darstellungen ihrer Stammesgötter- eine Rasse gefiederter Schlangen, die ihr Volk in diesem Tempel vor allem Unheil schützen – solange sie durch Blutopfer beschwichtigt werden.

Unsere Helden, die inzwischen sehr mit Totes Pferds Menschenopfer an Umberlee und Blms Angewohnheit, die gefallenen Toten zu seinen Dienern zu machen vertraut sind sind durch diese Offenbarung nicht so verstört, wie es die meisten Menschen vielleicht wären.

Das gesuchte Relikt

Ihre Aufmerksamkeit liegt stattdessen auf zwei anderen Dingen. Zum einen die Tatsache, dass die Bevölkerung des Tempels scheinbar ausschließlich aus Frauen, Kindern und Greisen zu bestehen scheint. Silberschlange macht keinen Hehl daraus, wenn er danach gefragt wird. Unter der Führung von Wyrmblut als Häuptling musste der Stamm in seinen zahlreichen Fehden mit den anderen Utgardern – allem voran dem Elchstamm – schreckliche Verluste hinnehmen, was die Blutopfer an ihren Wyrmgott um so kostspieliger macht.

Das andere, das ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht ist der zeremonielle Gong, den die Schamanen des Stammes in der großen Altarkammer für ihr Ritual benutzen. Eine mächtige Konstruktion von gut 5 Metern durchmesser, aus solidem Bronze gegossen und mit Drachenschuppen übersäht, an einer Seite sind noch die Überreste von Halterungen zu erkennen, an denen einst Lederriemen zum Tragen befestigt gewesen sein könnten.
Keine Frage, dieser Gong ist das Schild der Frostriesen, das sie suchen.

Die göttliche Begegenung

Als sich die Gruppe dem Altar weiter nähert, um das Schild näher zu begutachten – wobei bei manchen Gruppenmitgliedern mehr Augen für die beiden Schamaninnen haben, die da wild im Schatten des Altars tanzen – beginnen Blm und Totes Pferd eine fremde Stimme in ihrem Kopf zu hören.
Die Stimme verlangt nach einem Beweis für den Tod von Wyrmblut.

Ausgerechnet Totes Pferd, der sonst immer der erste ist, die Götter beschwichtigen zu wollen stellt sofort klar: Die Trophäen, die er von Wyrmblut genommen hat gehören ihm und er wird sie nicht abgeben. Erst als ihm -und vor allem Blm – dafür eine Belohnung in Aussicht gestellt wird lässt er sich sehr widerwillig dazu überreden. Er ist bereit einen kleinen Fetzen und nicht mehr von der Haut des weißen Wyrms, der Wyrmblut im Kampf zur Seite stand dem Coatl zu opfern.

Die Gunst eines Gottes

Die Stimme antwortet, sie sollten sich eine Belohnung aussuchen. Gesagt getan, die Gruppe zeigt geschlossen auf den Gong, der neben dem Altar steht.
Vor ihren Augen erscheint eine feurige Gestalt, nichts geringeres als ein lebendes Abbild der gefiederten Schlange, die beiden Schamaninnen in ihrem Tanz verfallen praktisch in Extase als die Kreatur erscheint und ihre Runde durch die Kammer zieht, für einen Moment sieht es so aus, als müssten sich unsere Helden dem Gott des Tempels höchstselbst stellen, wenn sie das Schild zurückbringen wollen.
Doch schon zum zweiten Mal werden sie an diesem Tag angenehm überrascht. Die Stimme in ihren Köpfen versichert ihnen ihr Wunsch ist gewährt, der Schild gehört ihnen.

Aus einem Impuls heraus, ob aus Dank an den Gott oder einfach aus reiner Erleichterung tritt Totes Pferd zum Altar vor und bringt ein weiteres Opfer – eine Auge von Gruumsch, eine Trophäe, die er damals in der Verteidigung von Bryn Shander einem toten Ork abgenommen hatte. Der Gott des Tempels scheint für Gruumsch und seine Anhänger genauso wenig übrig zu haben wie Totes Pferd, denn mit einer kurzen Stichflamme verschwindet das Amulett in der Opferschale und an seiner Stelle liegen ein beachtlicher Haufen Edelsteine, dazu eine geschlossene Glasphiole, die von der Stimme in seinem Kopf als Trank der Verkleinerung beschrieben wird.

Nachdem sie nun also die Gunst des Gottes gewonnen haben machen sich unsere Helden an das, was sie zunächst nur als Tarnung für ihre Anwesenheit im Tempel ersonnen hatten: Sie handeln mit den Bewohnern. Vorallem Blm macht einen Rieseneinkauf, am Ende bleibt der Gruppe nichts anderes übrig, als die Ladung an Kisten und Vorräten, die sich der Gnom gekauft hat auf das Riesenschild zu laden und das ganze wie eine Rodel zu transportieren.

Kampf am Rande des Geschehens

Nach dem heutigen Tage sind die Gruppe zum ersten Mal seit langem wieder frohen Mutes und voller Selbstsicherheit. Nicht einmal ein Überfall durch drei junge Remoren auf dem Weg zurück zum Schiff kann sie aufhalten, eine wird kurzerhand von Wild Fire durch einen Einsatz des Zauberwürfels wegteleportiert, eine andere wird unschädlich gemacht indem Totes Pferd ihr den Verkleinerungstrank in den Rachen schiebt und sie damit auf harmlose Größe schrumpfen lässt und die letzte fällt einfach der geschlossenen Kraft von Schwert, Speer und Magie zum Opfer.

Eines der sechs Riesenrelikte ist erstanden, der Segen eines Gottes ruht auf ihnen und mit dem Luftschiff des Drachenkultes in ihrem Besitz gibt es nichts, was sie auf ihrer Reise aufhalten kann.
Das nächste Ziel: Silbrigmond, und das Horn der Steinriesen.

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