Noch immer kein Ausgang in Sicht! (The Adventurer)Noch immer kein Ausgang in Sicht! (The Adventurer)

 

Hatte ich mich beim letzten Mal noch gefragt, was uns auf dem Weg nach draußen noch alles erwarten könnte, sollte ich tatsächlich nicht enttäuscht werden. Wir gingen durch die Wand und die Treppe hinunter, die angeblich den Ausgang markierte oder zumindest in irgendeiner Form den Weg zum Ausgang markierte und vernahmen bereits ab der Hälfte starke Hitzewallungen, die uns intervallartig entgegenkamen. Es offenbarte sich uns ein riesiger, runder Raum mit vier Gängen, die in jede Richtung führten – der, durch den wir kamen mitgezählt. Für einen kurzen Moment wirkte es wie ein normaler Raum, bis plötzlich aus der Mitte riesige Feuerbälle geflogen kamen und alles bis kurz vor unseren Nasenspitzen mit Feuer fluteten.

Mein Beiname mag zwar „Flammenrufer“ sein, doch das war selbst für mich ein bisschen zu viel des Guten. Es war unheimlich heiß und schien sämtliche Sauerstoff binnen weniger Herzschläge verzehrt zu haben. Seltsamer Weise zog das Feuer sich dann jedoch genauso schnell wieder zurück, wie es gekommen war, nur um einige Sekunden später erneut auszubrechen. Wir beobachteten das eine ganze Weile, bis wir eine ungefähre Zeitspanne heraushatten, um uns dann zu überlegen, auf welchem Weg wir am besten die einzelnen, angrenzenden Räume auskundschaften könnten. Während wir schon überlegten, Malcer erst einmal alles genau untersuchen zu lassen und ihn mit hoher Geschwindigkeit zu segnen, rannte Bennor plötzlich los und erreichte haarscharf die andere Seite.

Ein gewisses Entsetzen breitete sich in mir aus … und Zweifel daran, ob Bennor nicht vielleicht doch mehr gegen den Kopf bekommen hatte, als zuvor gedacht. Er wirkte nahezu lebensmüde, so wie er sich einfach so in den Raum gestürzt hatte. Wir zögerten natürlich nicht lang, passten das nächste Intervall ab und folgten ihm so zügig wie möglich. Glücklicherweise kamen wir alle unbeschadet auf der anderen Seite an, nur um bereits aufeinanderschlagendes Metall zu hören, das direkt aus dem Raum gegenüber kam. Ein Kampf!

Auch wir zogen unsere Waffen und als wir den Raum betraten, sahen wir uns Auge in Auge mit über einem Dutzend Skelette. Manche bewaffnet mit Bögen, manche mit Schwertern wandelten sie über sechs Plattformen, die über einer schwarzen, zähen Masse hingen. Benno war bereits dabei, einige von ihnen abzuwehren und wir warfen uns natürlich sofort mit in die Schlacht. Ganz hinten, auf der letzten Plattform, stand ein in Roben gekleidetes Skelett, das offensichtlich ein Magier war und somit natürlich irgendwo meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Doch als ich Malcer dabei zusah, wie er einige der Skelette einfach von den Plattformen, beziehungsweise den die Plattformen miteinander verbindenden Brettern schubste, wollte ich natürlich unbedingt mitmischen. Also begab ich mich in Form eines riesigen Adlers auf eine der weiter weg liegenden Plattformen und positionierte mich zwischen einigen Skeletten, um sie so bald wie möglich mit einer mächtigen Donnerwelle nach unten zu schubsen.

Dabei hatte ich einen sehr guten Blick auf den Rest meiner Gefährten und während Farhea sich einer Walküre gleich durch die Skelettmassen schnitt, zerstörte meine Schwester mit roher Gewalt ebenfalls einen Untoten nach dem anderen. Malcer schickte einige weitere in die schwarze Pampe am Boden und Rudger ließ eine Menge faszinierender Zauberspielereien los und ich konnte tatsächlich zwei dieser Kreaturen von der Plattform auf der ich stand schubsen!

Bei dem eine Robe tragenden Skelett handelte es sich tatsächlich um einen Magier, aber auch der hatte gegen die rohe Kraft auf Gewalt und Magie keine Chance und so hatten wir in kürzester Zeit den Raum geräumt! Hihi … Wortwitz. Bennor hatte nicht wirklich etwas zu seiner Verteidigung zu sagen, als ich ihn darum bat, so eine Aktion nie wieder abzuziehen, aber er versprach, sich das nächste Mal unter Kontrolle zu halten.

Eigentlich wollten wir nun eine Rast einlegen und uns von dem Kampf ein wenig ausruhen, doch gab es angrenzend an diesen Raum ein weiteres Tor hinter dem wir irgendwann Geräusche vernahmen, die gefährlich nach Kratzen klangen. Bei genauerem Hinhören erkannte Rudger, dass es sich dabei eventuell um Ghoule handeln musste, also sahen wir zu, dass wir uns einen anderen Ort zum rasten suchten. Also verzogen wir uns einmal wieder nach oben zu dem alten Zimmer von Durlag, um uns dort tatsächlich auszuruhen.

Frisch gestärkt kehrten wir zu dem Raum zurück und fanden riesige Risse in der Tür, doch hindurchgekrochen war anscheinend niemand, beziehungsweise nichts. Beim Hindurchschauen erblickte ich hin und wieder vorbei huschende Kreaturen und vermutete ganz stark, dass es sich dabei um die besagten Ghoule handelte und noch während meine Gruppe überlegte, wie wir uns um diese Viecher kümmern sollten, kam sie plötzlich auf uns zugeschossen, wurden aber ähnlich schnell entsorgt, wie die Skelette zuvor. Manchmal frage ich mich, ob wir immer alles mit Gewalt lösen müssten oder irgendwann auch wieder in sozialere Bereiche kommen würden. Und ob wir dann überhaupt noch dazu in der Lage wären, normal mit anderen Sterblichen zu kommunizieren – nach all den Biestern, die wir bisher so gesehen haben. Wovon die meisten, die aussahen wie andere Humanoide, immer irgendwelche Doppelgänger waren.

Egal. Darum konnten wir uns immer noch Gedanken machen, sobald wir aus dem Turm raus wären. Erst einmal mussten wir den Ausgang überhaupt finden. Langsam beschlich uns auch das Gefühl, dass die einzelnen Ebenen eventuelle gewisse Themen innehatten. Zuvor waren wir den ganzen Doppelgängern und wesentlich mehr Fallen begegnet, als hier. Davor hatte es lebende Statuen und Rüstungen gegeben und hier wimmelte es nur so von Untoten … Vor allem kamen wir darauf, als Farhea ein bisschen der schwarzen Masse abfüllte und etwas genauer unter die Lupe nahm. Offensichtlich handelte es sich dabei um zerflossene, verwesende Rückstände eines Drachen. Drachen! Meine Augen wurden größer. Ich hatte schon eine Menge fantastischer Kreaturen gesehen und wusste, dass sie durchaus existieren konnten und auch an der Existenz von Drachen zweifelte ich keinesfalls, aber … wenn es hier Rückstände eines lange toten Drachens gab, was wenn wir dann einem untoten Drachen begegneten?

Wir wollten es darauf ankommen lassen und kehrten zum Feuerballraum zurück, um uns einen der nächsten Gänge vorzuknöpfen. Nach links sollte unser Weg uns führen und so betraten wir eine … riesige, fast deckenlose Halle und vor unseren Augen lag ein Skelett. Ein wahnsinnig großes Skelett. Das Skelett eines Drachen! Eines.riesigen.Drachens! Ich merkte, wie mir unweigerlich das Herz in die Hose rutschte und die Statuen, die davor standen und an mächtige Abenteuer erinnerten, machten es nicht unbedingt besser. Als Farhea dann auch noch anfing, mit der Luft zu reden, war es für mich vorbei … Drehten um mich herum alle durch oder war vielleicht ich diejenige, die den Verstand verlor?  Irgendetwas, das offensichtlich nur Farhea hören konnte, bot uns seine Hilfe gegen drei „geflügelte Bestien“ an, die sich in diesem Raum befinden sollten und offensichtlich das Ziel verfolgten, diesen riesigen Drachen wiederzubeleben. Auch die Hilfe einer Statue würden wir erhalten und wirklich viel Zeit eine Entscheidung zu treffen hatten wir auch nicht. Also entschieden wir, nach all den bisherigen Kämpfen, auch diesen zu führen und so sahen wir bereits aus der Ferne drei Wyvern auf uns zufliegen.

Ich nehme diese Information jetzt einfach mal vorweg, weil ich vermute, dass jedem klar ist, wie der Kampf ausging: Wir haben gewonnen. Mit Leichtigkeit. Einen riesigen Drachen würden diese Biester auf jeden Fall nicht mehr erwecken! Wir fanden ein Amulett, das magisch erschien, aber scheinbar nichts Böses an sich hatte … die Stimme erwähnte, dass es ein Fluch sei, der auf ihr läge und wenn wir das Amulett einem Skelett umlegten, würden wir es befreien. Da an sich nichts Böses daran zu entdecken war, legten wir es dem Skelett tatsächlich um, ein Licht stieg empor und danach war die Stimme verschwunden. Die Magie im Amulett blieb jedoch zurück, bisher kann aber keiner von uns sagen, worum genau es sich dabei handelt. Wenn wir hier raus kämen, wäre das wohl mit eines der ersten Dinge, die wir untersuchen lassen würden.

Doch vorerst konnten wir uns nun auch damit rühmen, verdammte Wyvern getötet zu haben! Yeah!

Noch immer kein Ausgang in Sicht! (The Adventurer)

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