Jia Thia

Jia Thia
Jia Thia

Ich bin Jia Thia, eine Halb-Elf aus dem kleinen Dorf Whitebay welches nahe am Gläsernen-Fluss gelegen und auf der anderen Seite durch einen dichten Dorlis-Wald begrenzt ist. Ich lebte lange Zeit mit meinen Eltern und meiner jüngeren Schwester dort. Meine Mutter Nia ist eine Shou, sie trägt ihr bodenlanges schwarzes Haar meist zu einem strengen Zopf gedreht, ist eher klein gewachsen mit ihren 1,50. In ihren wunderschönen abgrundtief schwarzen Augen kann man sich verlieren. Obwohl sie streng aussieht, ist sie die barmherzigste Person, die ich bisher kennengelernt habe. Sie kümmerte sich täglich um unsere Verpflegung zusammen mit meiner jüngeren Schwester Liao naja.. sie hilft zumindest dann, wenn man sie gerade mal von ihren Büchern losreißen kann. Sie möchte gerne Magierin werden. Mein Vater Sarfir ist Elf und ein Jäger, verbringt die Tage gerne im Wald, manchmal auch mehrere Tage am Stück. Trotz seiner großen Statur schleicht er lautlos umher, seine Augen so grün wie Gras. Gelegentlich durfte ich Ihn in den Wald begleiten, trotz der dort lauernden Gefahren. Mein Vater hat mir viel beigebracht, um auch im Notfall allein Überleben zu können. Selbstverteidigung, ein starkes Selbstbewusstsein, Umgang mit Waffen, Wissen über Tiere und Kräuter und noch vieles mehr durfte ich von ihm lernen.

Von meinem Vater habe ich die grünen Augen und die große Statue, meine Mutter schenkte mir ihr schwarzes Haar, den Sinn für Gerechtigkeit und die liebe zu Mensch und Tier.

Wenn ich nicht mit meinem Vater unterwegs war, verbrachte ich meine Zeit damit, den Dorfwachen bei ihren Übungskämpfen zuzusehen. So schaute ich mir diverse Kampfmanöver bei ihnen ab.

Eines Nachmittags, als ich gerade auf dem Rückweg unserer gemeinsamen Jagd war hörte ich schon aus großer Entfernung die entsetzlichen schreie der Dorfbewohner und das Stöhnen der am Boden liegenden Wachen. Eine Kreatur aus den tiefen des Waldes hatte sich ins Dorf geschlichen und große Schäden und Verwüstung angerichtet. Ich weiß nicht wie lange die Wachen schon mit der Kreatur gerungen haben, ihre stark zerschundenen Körper ließen nur auf die stärke des ungebetenen Gastes schließen. Mit großen Schritten stürmte ich auf ein am Boden liegendes Schild.

Meine Kleidung bot mir nur geringen Schutz, der kurze sehr scharfe Jagddolch war die einzige Waffe, die ich zur Hand hatte. Trotzdem stürzte ich mich von hinten auf das Wesen. Nach einer gefühlten Ewigkeit gelang es mir endlich den Dolch durch seine ledrige Haut zu stoßen. Das Blut quoll in Strömen aus seinem Hals.

Endlich war wieder ruhe im Dorf eingekehrt, den verletzten Wachen konnte man die Erleichterung im Gesicht ablesen. Auch die Bewohner wagten sich endlich wieder raus. Bei viel Bier und guter Musik boten mir die Wachen an, bei ihnen den Umgang mit Schwert und Schild zu lernen.

Nach dem Vorfall im Dorf machte ich mir viele Gedanken um die Sicherheit aller. Mit meinen Fähigkeiten konnte ich zwar die Kreatur aus dem Wald davon abhalten größeren Schaden anzurichten, doch was, wenn ein noch größeres und stärkeres den Weg in unser Dorf finden sollte? Also beschloss ich durch die Welt zu ziehen um stärker zu werden. Meiner Mutter fiel der Abschied sehr schwer, mir brach es fast das Herz sie so leiden zu sehen. So besuchte ich sie zumindest einmal im Jahr, und schrieb viele Briefe.

Die erste Zeit schlug ich mich durch die Wälder, schlief in den Baumkronen und jagte kleinere Tiere, die ich über dem Feuer zubereitete. Ich aß einige Kräuter, Wurzeln und Pilze, eben alles was ich bei Vater gelernt hatte. Ich hatte mir vorgenommen nach () zu Reisen. Auf meinem Weg nach () kam es eines Abends dazu, dass ich auf eine Gruppe von Paladin traf.

Etwas überrascht versteckte ich mich hinter einem großen, dichten Busch in der Nähe ihres Lagers und beobachtetet die kleine Gruppe. Es waren fünf von ihnen um ein Lagerfeuer versammelt, sie schienen in irgendetwas vertieft, regungslos zu verharren. Gebannt von ihren prachtvoll gestalteten Rüstungen der Ruhe und dem starken Gefühl von Sicherheit das sie ausstrahlten bemerkte ich nicht wie sich mir jemand von hinten näherte. Erst als seine schwere Hand auf meiner Schulter ruhte und seine Worte nicht durch mein Ohr, sondern direkt in meinem Kopf, nein, durch meinen Geist zu mir gelangten, spannte sich jede Faser meines Körpers an, um die Flucht zu ergreifen. „Was suchst du hier?“, dröhnte seine tiefe Stimme in meinem Kopf, so wollte ich ihm Antworten doch unfähig mich auch nur einen Millimeter zu bewegen wollte kein Wort über meine Lippen kommen. Er durchfuhr mich mit seinen Gedanken suchte nach dem Grund meines Aufenthalts direkt neben ihrem Lager. Es vergingen nur wenige Sekunden dennoch fühlte es sich wie Stunden an, in denen ich mich nicht bewegen konnte und seinen Fähigkeiten ausgeliefert war. Er lies mich endlich los, sprach dennoch nicht zu mir, sondern weiterhin in meinem Geist.

„Ein Halbelf, auf seinem Weg großes zu vollbringen, mit reinem Herzen, dem Wunsch nach Gerechtigkeit für jeden, besonders für die schwächsten, versteckt sich hinter diesem Busch. Hast du denn nichts Besseres zu tun?“, immer noch erschrocken bemerkte ich nicht, dass meine Antwort ebenfalls durch meinen Geist zu ihm gelangte.

„Ich… ich wollte… wollte mich nicht anschleichen, doch habe ich mich auch nicht getraut einfach ein fremdes Lager zu betreten. Außerdem weiß man nie, auf wen man in diesen dunklen Wäldern trifft“ 

„Heilige rituale sollte man auch nicht stören. Möchtest du, jetzt wo du weißt wer hier die Zelte aufgeschlagen hat an unseren Gebeten teilnehmen? Ich habe das Gefühl, dass du für den Weg des Göttlichen bestimmt bist.“  

So endete unser kurzes „Gespräch“. Ich spürte, wie er sich aus meinem Geist zurückzog und ich mit meinen Gedanken wieder allein war. Zusammen gingen wir zu den anderen, am Feuer sitzenden Paladin. Ihre Gebete hatten sie scheinbar beendet.

Am Feuer erzählten sie mir, dass sie auf der Suche nach einer oder mehreren bösartigen Kreaturen waren, welche schon seit geraumer Zeit Unruhe in () stifteten. Da die Personen, welche verschwunden waren, nur tot wieder aufzufinden waren, beliefen sich die Informationen, die sie bekommen hatten, eher auf Vermutungen und Schauergeschichten als auf Fakten und Tatsachen. So wurden sechs von ihnen entsandt, um zu helfen.

Die sechs stellten sich mir kurz vor. () machte den Anfang, er war derjenige der mich im Busch aufgespürt hatte während er Wache über die anderen hielt. () war ein (), deshalb auch seine Fähigkeit über unseren Geist zu kommunizieren. Emdal ein Zwerg mit der Vorliebe für gutes Bier und scharfe Äxte. Mexus der einzige Tiefling im Tempel. Baturim Nimphadish das Drachenblut, versessen darauf alles böse niederzustrecken. Zotara und Zoten die menschlichen Zwillinge.

Ich wurde gefragt, ob ich nach ihrer Mission mit ihnen zum Tempel zurückkehren würde, um dort als Novizin zu einer richtigen Paladina ausgebildet zu werden. Ich bejahte. Trotzdem folgte ich ihnen erst noch auf der Suche nach dieser besagten Kreatur. Es dauerte ein paar Tage sie aufzuspüren und nur wenige Augenblicke die Geschöpfe der Dunkelheit niederzustrecken, es waren (). Gegen sechs ausgebildete Paladin hatten sie einfach keinerlei Chancen.

Wir reisten weiter, damit ich meinen schwur leisten und meine Ausbildung beginnen konnte.

Symbolisiert durch eine wunderschöne Engels Statue schwor ich vor den Göttern meinen Dienst für das Gute. Die Zeit verging rasend schnell. Acht Jahre wurde ich im Tempel trainiert und gelehrt, habe unzählige Gebete gesprochen, um meinen Weg zu finden, meinen persönlichen Weg des Paladin. Ich betete zu den Gottheiten von Drachenlanze, am häufigsten jedoch zu Mishakal und Paladine, mit ihnen fühlte ich mich besonders verbunden.

Während meiner Ausbildung trainierte ich mit allen Tempelbewohnern. Am häufigsten jedoch mit den Zwillingen die stets Rücken an Rücken füreinander einstanden. Sobald man sie gemeinsam Kämpfen sah, waren sie eins. So unscheinbar und tödlich. Die Trainingskämpfe zwischen ihnen und mir waren stets lehrreich. Allein schaffte es niemand die beiden zu besiegen. Auch im Doppelkampf war es den meisten nicht möglich.

Irgendwann ergab es sich das Venna eine Elfin, neben mir die einzige andere weibliche Paladina im Tempel, gegen die Zwillinge kämpfte und unterlegen war. Ich schlüpfte zwischen den schaulustigen hindurch und reichte ihr die Hand, half ihr auf. Seite an Seite waren wir ihnen haushoch überlegen. So etwas habe ich noch nie zuvor erlebt. Alle standen sprachlos um uns herum, als die Zwillinge am Boden lagen.

Ich blieb noch ein paar Monate bevor ich den Tempel verließ und die weite Welt erkundete…

Jia Thia