Felerian, der Wanderer

Man sollte meinen, wenn man in einer wohlhabenden Familie aufwächst, dass man sorglos und zufrieden leben kann. Felerian musste allerdings andere Erfahrungen machen.  Als jüngster und einziges Mischblut unter den 5 Geschwistern, war es nicht immer leicht für den Halb-Elfen. Nach seiner Geburt wurde seine Mutter schwer krank und sowohl sein Vater als auch die Geschwister machten Felerian dafür verantwortlich. Wie nicht anders zu erwarten war, war Felerian ein Einzelgänger und hatte nur wenig Freunde.

Mittlerweile waren die Kinder zu Jugendlichen herangewachsen. Eines Tages kam ein alter Freund der Eltern auf seinen Reisen an ihrem Anwesen vorbei und besuchte die Familie. Er erzählte von unzähligen Abenteuern und spannenden Reisen. Seine Geschwister waren schnell gelangweilt und glaubten kaum ein Wort. Der kleine Halb-Elf saß mit funkelnden Augen zusammen mit dem Freund seiner Eltern stundenlang vor dem Kamin und konnte gar nicht genug Geschichten hören.

Einige Tage später kamen seine Geschwister mit ein paar Nachbarskindern zu ihm und meinten sie wollen zusammen im Nahegelegenen Wald Abenteuer erleben, bräuchten dafür allerdings eine Karte. Felerian sollte diese beschaffen. Dafür musste er in die örtliche Bibliothek eindringen und die stehlen. Und es dauerte nicht lang, da trat der Junge mit einer Karte in seiner Hand aus der Bibliothek vor die anderen. Alle waren sie erstaunt. Man konnte den Gesichtern seiner Brüder den Neid aus den Augen lesen.

Nur eine Nacht später machten sie sich mit der Karte auf in den Wald. Doch es kam anders als erwartet. Die Gruppe wurden von einem Wolf angegriffen. Schnell drehten sie um und flüchteten, doch bekam der Wolf den jungen Felerian zu fassen und versetzte ihm eine schwere Wunde. Irgendwie schaffe es der Junge sich zu befreien und zu entkommen.

Zuhause angekommen, wurde er sofort bestraft. Er hatte eine Karte gestohlen und sich mitten in der Nacht raus geschlichen und seiner Mutter Kummer besorgt. Zur Strafe durfte er nicht mit auf die Reise. So macht sich seine Familie auf den Weg und Felerian blieb allein zurück.

Felerian, der WandererZufall oder Wille der Götter? Keiner vermag es zu sagen. Nach einer Woche erreichte Felerian eine Nachricht, seine Familie sei überfallen und getötet worden. Wut und Trauer überkamen den Jungen. Was sollte er tun? Wie ging es nun weiter? Er zog sich vollständig zurück und niemand bekam mehr etwas von ihm mit.

Da lag er nun, einsam in dem großen Anwesen. Die Gedanken bei seiner Mutter und der Nacht, als der Junge die Karte entwendete. Wäre das nicht passiert, würden die anderen noch leben. Ein Knarren unterbrach seine Gedanken. Schnell zückte er den Dolch, welchen er vom Abenteurer als Geschenk bekam und schlich langsam durch das dunkle Haus. Ein Dieb!! Vielleicht einer der Mörder seiner Familie. Langsam schlich sich der Junge an und überwältigte den Einbrecher. Ob es wirklich einer der Mörder war, konnte er nicht feststellen, da Felerian ihn sofort tötete. Hier war es nicht mehr sicher. So packte Felerian seine Sachen und machte sich in Welt, die Mörder seiner Familie zu finden.

Als sich Felerian dem Wald näherte, traf er auch eine geheimnisvolle Elfengestalt. Sie führte ihn in dem Wald in ein Versteck. Dort verspricht ihm der Unbekannte den Pfad der vollkommenen Vergeltung. In seiner Trauer stimmte Felerian zu ohne diese Person zu kennen.

So lernte der Halb-Elf die Kunst des Tötens in Heimlichkeit und wurde ein wahrer Dolch der Stille. Einige Jahre zogen dafür ins Land. Der Stolz seines Lehrers, welcher den Jungen als seinen besten Schüler betitelte. Nun stand Felerian kurz vor dem Ende seiner Ausbildung. Er sollte eine ganz besondere Aufgabe, viel mehr eine Chance bekommen. Sein Lehrmeister führte ihn zu den Mördern seiner Familie und bot ihm damit Möglichkeit Vergeltung auszuüben. Ohne zu zögern machte sich der Schüler ans Werk. Allerdings musste Felerian feststellen, dass es sich um eine Gruppe von Halb-Drow handelte. Er hatte vom ihrem Schicksal gelesen und fühlte sich ihnen auf eine besondere Art verbunden. Er weigerte sich den Auftrag auszuführen und zog den Zorn seines Meisters auf sich.

Felerian tötet seinen MeisterDa der Meister nicht nur enttäuscht war, dass sein bester Schüler versagt und so weich war, sondern als Elf einen unglaublich großen Hass auf die Drow hatte, ging er zum Angriff über. Was ließ seinen Schüler zögern und schließlich von den Missgeburten ablassen? Wieso hatte sein Schüler auf einmal Mitleid mit diesen Abscheulichkeiten? Was auch immer es war, man hatte ihn betrogen und verraten! Es kam zum Zweikampf zwischen Schüler und Meister.

Während des Kampfes wurde Felerian am Auge verletzt und musste eine Narbe davon tragen. Nach einem spannenden Kampf zwischen den beiden Dolchmeistern, konnte der Halb-Elf den Sieg erringen und brachte seinen Meister für immer zum Schweigen.

Er schenkte den Halb-Drow das Leben und sah seine Ausbildung mit dem Tod seines ehemaligen Meisters als beendet. Von nun an würde er für sich leben. Ein Leben ohne Regeln und Gesetze. Niemand würde ihm etwas vorschreiben. Von da an verbrachte Felerian sehr viel Zeit im Hochwald und kehrte nur selten in das alte Anwesen seiner Familie zurück. Jedes Jahr zum Todestag ging er zurück, um zu trauern, lebte sonst das Leben eines Streuners

 

Felerian, der Wanderer