Wir schreiben den 18. – 22. Flamerule 1488

Beide Kämpfe waren geschlagen und auch überstanden, allerdings nicht ohne Wunden.
Manche aus den Gruppen wurden von Pfeilen gespickt wie wilde Schweine, die auf den Grill kommen sollen und wiederum andere durften die eiskalte und dauerhaft lebensraubenden Berührungen der Gruftschrecken über sich ergehen lassen.
Insbesondere die Letzteren hat es derb getroffen, da sich deren Vitalität, auch nicht auf magischem Wege, wieder erholen wollte.

Nichtsdestotrotz nutze Baum die Gelegenheit um seine letzten wundersamen Beeren an Fitz und Arannis zu verteilen. Beide nahmen sie auch dankend an und verspeisten auch sofort die ein oder andere. Wenigstens ein kleiner Happen, so zwischen Tür und Angel.
Arannis schenkte Fitz und Inete noch ein wenig von seiner ihm inne wohnenden heiligen Magie, die es vermochte, Wunden zu schließen. Bevor Arannis sich gänzlich vorbereitet hatte, um seine Wache für die restliche Nacht anzutreten, wechselten er und Inete noch die ein oder anderen Sätze.
Bee wiederum sah fürchterlich aus, war sie doch eine, die von Pfeilen gespickt worden war. Überall troff das Blut aus den Löchern, welche die Wiederhaken der Pfeile hinterließen und fühlte sich durch und durch müde, kalt und erschöpft. Es war ihr offensichtlich anzusehen, dass sie große Zweifel hatte, mit wem oder besser gesagt, auf was sie sich hier eingelassen hatte. Arannis brannte dann doch noch etwas auf der Seele und unterhielt sich dann mit Bee ein wenig darüber, wo dieses untote Gesindel denn herkäme und dass der Dschungel ein „Misstück“ sei, bevor beide dann ins halblinische verfielen. Als sie fertig waren, mit was auch immer sie gerade besprochen hatten, heilte der Halbelf noch die Halblingsdame.
Allerdings fiel auch Fitz auf, das sich Bee nicht gut fühlte und ließ ihr somit aufmunternde und erklärende Worte zukommen. Auch Fitz nutze die Chance, um die heilige Magie anzurufen und damit Bee zu heilen. Ein Großteil der Löcher, die die Pfeile gerissen hatten, schlossen sich und Bees Körperkraft kehrte zurück.

An einer vollkommen anderen Stelle im Dschungel von Chult leckten auch Romero, Neris, Xandala und Rokha ihre Wunden. Auch hier ging der Kampf gut, aber nicht unbeschadet, für die Abenteurer aus.
Romero bahnte sich einen Weg durch die ganzen Gerippe und sonstigen Knochen, welche die Skelette hinterließen und antwortete Neris, als sie fragte, ob es ihm gut gehe, das ihm nichts fehle. „Diese Skelette waren keine allzu große Gefahr für die Gruppe gewesen“ fügte er noch hinzu.
Xandala schien nur erschöpft, allerdings nicht verwundet zu sein. Von daher kümmerte sich Neris, um Rokha. Auch sie rief, wie wohl zur gleichen Zeit an anderer Stelle im Dschungel, die heilige Magie an und heilte einen kleinen Teil der Wunden von Rokha. Dieser bedankte sich und bedeutete Neris, das ihr äußeres sich verändert, ja stark gewandelt habe. „Ob dies so normal sei“ fragte er. Neris fragte nach, wie sie denn aussehe. Denn sie wüsste nicht, was er genau meint, bestätigte aber, das manche aus ihrem Volk es vermochten, freiwillig ihr Äußeres zu verändern.
Rokha erklärte ihr, das Neris eine Art von monströser Fischgestalt angenommen habe. Aus dem Rückgrat wuchsen lila-goldfarbene, knöcherne Kämme heraus, zwischen den Armen und dem Körper haben sich große, leicht transparente Schwimmhäute gebildet, die Hände wurden zu messerscharfen Klauen und das Gesicht nahm eine raubtierhafte, mit scharfen Zähnen übersätes Maul, schreckliche Form an.
Neris war sichtlich verwirrt und entschuldigte sich, dass sie nichts böses oder sonst negatives für oder gegen die Gruppe hege und auch nicht wisse, warum sie nun anders aussieht. Sie werde sich aber damit auseinander setzten und versuchen zu ergründen, wie das zustande gekommen ist.

Noch während seiner Wache und bevor Arannis Fitz zur Wachablösung weckte, ging Arannis mit behutsamen Schritten zu seiner Lagerstatt und nahm sich die zwei Schauwaffen, welche er aus dem Kolosseum mitnahm, und verschwand im Dschungel. Nachdem er weit genug, aber so gerade eben noch in Sichtweite des Lagers war, spürte er zwei kleine Krallen auf seiner Schulter. Erschrocken drehte er sich um und sah niemanden, bemerkte aber, das ein pechschwarzer Rabe auf seiner Schulter saß.
Diesem Raben bot er die beiden Schauschwerter an und unterhielt sich mit dem Raben, wobei der Rabe keine Laute von sich gab. Währenddessen sammelten sich in seiner näheren Umgebung weitere Raben an, sodass sie einen großen Schwarm bilden konnten. Der Halbelf fragte einige Dinge den Raben, wie auch bat er ihn, ob ,,Sie“ nicht der Gruppe helfen könne, den Fluch von der Gruppe fern zu halten.
Nach so einigen Minuten ließ der Halbelf, wie auch der Rabe, von dem jeweils anderen ab und gingen oder flogen dorthin, von wo sie gekommen sind. Wobei keiner, auch Arannis nicht, genau sagen kann, wie und vielleicht warum diese eigenartige Zusammenkunft statt fand.

Am nächsten Morgen wachten beide Gruppe getrennt von einander auf und fühlten sich nur zum Teil erholt. Die magischen Reservoirs waren wieder aufgefrischt, das stand außer Frage und die natürliche Vitalität war wieder so weit erholt, wie die Natur es nun zuließe, dennoch zerrte die Nacht an den Nerven.
Alle machten sich auf den Weg, nachdem sie sich auf die ein oder andere Weise orientiert hatten und stapfen weiter durch den Dschungel. Die einen wollten zur Festung mit der Hoffnung, das Romero so viel strategisches Wissen besaß, das es am klügsten wäre, sich dort zu treffen und das vorherrschende Ziel der Anderen war, sich mit ihren Waffenkumpanen wieder zu vereinen um dann zur Feste zu ziehen.

Noch bevor es tatsächlich an der Zeit zum Aufbrechen war, kochte Baum wieder ein Frühstück. Wobei, es war nicht nur ein einfaches Frühstück, es war eine Regelrechte Brotzeit, die sich über den Tag verteilen ließ. Diese Brotzeit gab er Fitz und Arannis. Auch nutzte Baum seine, sicherlich von der Mutter Natur selbst herbeigerufenen Kräfte, um sich über das heutige Wetter im klaren zu sein. Er teilte dem Rest seiner Kumpanen mit, das es über den Tag regnen werde und zum Mittag rum ein Gewitter gäbe.

Es war kurz vor der Mittagszeit, als beide Gruppen ein deutliches, tiefes grollen, welches von vorne zu kommen schien, vernahmen. Der Luftdruck veränderte sich leicht, wenn dies überhaupt jemand spüren konnte, bemerkte diese Person noch, wie die Windgeschwindigkeit minimal zunahm.
Baum erklärte sofort, das sich wohl das Gewitter anbahne und alle schnellstmöglich einen Unterschlupf finden sollten. Nach kurzem suchen war auch ein geeigneter Platz ausfindig gemacht und es wurden Vorkehrungen gegen das Gewitter getroffen. Äste, Laub, Farne, Unterholz und per Magie geformte Erde wurde genutzt, um sich eine Art Höhle mit Wasserrinnen zu schaffen. Zum Ende hin wurde das Geschaffene noch mit Wurzeln, welche magisch von Baum befohlen wurden, verstärkt.
Diese Höhle reichte auch aus, insbesondere durch die Wasserrinnen, damit ein sicherer Schutz vor dem noch kommenden heftigen Gewitter genutzt werden konnte.

Neris, Romero, Rokha und Xandala wurden erst ein klein wenig später vor dem Unwetter gewarnt. Neris sagte noch: „Da kommt eine große Unterwasserwelle auf uns zu. Wir sollten uns Deckung suchen.“, aber Romero fragte nur: „Was soll da kommen? Das ist bestimmt nur ein einfaches Gewitter. Nichts aufregendes.“
Da Neris noch nachfragte was ein Gewitter sei, erklärte ihr Romero: „Ein wenig Wind bis Sturm, Regen und nervige Töne. Nichts Wildes.“
Die sich hier vollkommen am falschen Platz fühlende Frau vom Meervolk nahm die Erklärung so hin und stapfte mit den anderen drei weiter durch das Unterholz. Allerdings stellte sich heraus, dass es sich nicht nur um ein „einfaches Gewitter“ handele, wie es Romero beschrieb. Es kam, vor allem Neris, allen so vor, als ob die Bäume selbst sich mit ihren kräftigen Wurzeln gegen den Sturm stemmen würden und das Blätterdach so gut es ging, versuchte, den Regen vom Boden wegzuhalten. Allerdings kam so viel Regen herunter, das es nach kürzester Zeit ein waten im Schlamm war, mit einer Sicht, die nur wenige Meter weit reichte. Dazu kam noch furchtbar lauter Donner, der alles übertönte, was es sonst noch so für Geräusche bei einem Gewitter gibt.
Dies war alles zu viel für Neris und sie ging, so gut es ihr gelang, langsam zu Rokha, dem Fels in der Brandung und meinte leicht ängstlich, das sie sich nun wirklich einen Unterschlupf suchen sollten. Xandala und Rokha stimmten der Frau, die ihre Angst zu unterdrücken schien, zu und bedeuten auch Romero, das es nicht sinnvoll sei, nun weiter zu marschieren. Neris fand eine kleine Kuhle unter einem umgestürzten Baum, welche groß und sicher genug aussah, um dort vor dem Sturm und den Wassermassen sicher zu sein. Sie watete dort so schnell es ging hin und kauerte sich zusammen. Xandala und Rokha kamen kurze Zeit später hinzu und konnten Neris hören, wie sie in für sie unverständlichen Sprachen irgendetwas wimmerte.
Romero hingegen stapfte, vielleicht war es Angst, Hoffnung, Wissen oder auch purer Trotz, wir werden es nie erfahren, der den adligen Krieger anspornte, weiter durch den Dschungel. Er markierte, zumindest so gut es ihm gelang, bei diesem Wetter, die Bäume, die unmittelbar neben ihm waren.

Die Zeit wollte einfach nicht vergehen, als Bee plötzlich etwas vernahm, was nicht zu dem Unwetter gehörte. Es hörte sich so an, als ob irgendjemand oder irgendwas rutschig zum Halt gekommen wäre, um kurz darauf sich wieder auf den Weg zu machen. Sie machte Arannis und Baum darauf aufmerksam, was Baum sofort ausnutzte um per Magie ein gewisses Areal, aus welchem Bee die Geräusche hörte, in grünlich-bläulichen Flammen erleuchten zu lassen. Auch wenn die Flammen keine Hitze oder keinen Rauch ausstießen und auch nicht brannten, so wurde doch eine humanoide Gestalt damit eingedeckt. Die Flammen tanzten über die nun menschlich wirkende Gestalt.
Arannis rief ihr zu, im Glauben das es sich um Romero handele, aber die Gestalt reagierte nicht. Außer, dass die Gestalt weiter ihren Weg ging. Baum hingegen stapfte hinaus in das Unwetter und nutzte noch die Kräfte, die ihn die Natur schenkte, um die Wurzeln des Unterholzes zu nutzen, damit die flammende Gestalt angehalten wurde. Dies funktionierte auch und als beide auf einander Trafen, standen sich Baum und Romero gegenüber. Beide redeten kurz miteinander, bevor sie sich zu der geschaffenen Höhle, dem Unterschlupf, zurück begaben.

Irgendwann nach dem Mittag hörte das Gewitter so plötzlich auf, wie es auch gekommen ist. Von jetzt auf gleich hörte es auf zu regnen und es war nur noch plätschern von dem Wasser, welches nun von den Baumkronen heruntertropfte, zu hören. Eine unheimliche Stille, nach diesem alles einnehmenden Gewitter prallte mit voller Wucht auf beide Gruppen ein, nicht mal kleine Tiere oder gar das zirpen und summen von Fliegen oder Käfern war zu vernehmen.

Auch nun kauerte Neris, weiterhin mit beiden Händen schützend über ihren Kopf, in der Kuhle unter dem Baum und zitterte vor Angst. Xandala und Rokha sahen sich nur fragen, aber auch leicht beunruhigt an und beschlossen, solange zu warten, bis Neris wieder gehbereit war. Die junge Elfe legte noch beruhigend eine Hand auf Neris Schulter, welche die Fischfrau auch leicht beruhigte.
Es vergingen noch ein paar Minuten, bis Neris geistig soweit gefasst schien, dass die nun noch kleinere Gruppe sich wieder auf den Weg machte. Sie folgten, Neris dabei ganz stoisch, den Markierungen von Romero.

Zum Nachmittag hin trafen beide Gruppen endlich wieder aufeinander. Vielleicht wollte das Glück es so, vielleicht lag auch eine andere Macht dahinter. Aber die Frage soll hier nicht besprochen werden. Viel wichtiger war es, das beide Gruppen, auch wenn die Gruppe um Arannis, Baum, Bee, Fitz und Romero ein Stück zurück gegangen ist, wieder aufeinander trafen.
Als Neris Romero ausmachen konnte, veränderte sich ihr Äußeres, wobei ihr normales Äußeres stark an farbintensität zugenommen hatte, nachdem der Kampf in der Nacht geschafft war, und sie ging ganz gezielt auf Romero zu. Auch das Baum ihr entgegenkam und sie begrüßte blendete sie aus. Sie schoss einen Strahl aus Eis vor die Füße von Romero und beschuldigte ihn, mit einer ängstlichen und zu gleich wütenden Stimme, das er sie habe allein gelassen und dieses „nicht wilde Gewitter“ mordsgefährlich sei.
Arannis drängte sich sofort zwischen die beiden Fronten und redete ruhig, aber bestimmend auf Neris ein, das sich das bestimmt klären ließe und vor allem, das Neris nicht ganz ihrer Sinne zu sein schien. Sie habe ein monströses Aussehen, welches es schwer macht, ihren Worten glauben zu schenken.
Als Neris dies hörte und wieder ihre Arme und Hände besah, taumelte sie ein paar Schritte nach hinten, viel auf ihren Hintern und starrte ungläubig ihre Hände an. Sie bekam gar nicht richtig mit, dass die monströse Gestalt zurück wuchs, im wahrsten Sinne des Wortes und sie wieder die überaus farbintensive normale Gestalt des Meerfolkes annahm.

Baum redete unterdessen beruhigen auf sie ein, sprach mit ihr um sie abzulenken und aufzubauen. Romero entschuldige sich, sagte aber auch, er wüsste gar nicht genau, was nun sei. Es ist doch alles nicht so schlimm gewesen und alle sind heil wieder beisammen. Arannis funkelte ihn dabei nur an, beließ es aber dabei.
So vergingen noch ein mal ein paar Minuten an Ort und Stelle, bevor es erneut losging. Während der Reise am restlichen Tag ließ sich Neris noch auf die Höhe von Xandala und Rokha zurück fallen, damit sie sich mit einem leisen und einfachen „Danke“ bedanken konnte.
Am Abend, nach dem die Gruppe ihr Nachtlager aufgeschlagen hatte und alle ihren Tätigkeiten soweit nachgegangen waren, das nun endlich so etwas wie eine ruhige Minute eintrat, nahm sich Arannis Romero zur Brust. Es entbrannte ein verbales Gefecht zwischen den beiden, welches auf elfisch ausgetragen wurde und es schien so, als ob es kurz davor war, das sich die beiden auch die Köpfe einschlagen würden. Allerdings griff keiner ein, denn es war offensichtlich, dass Arannis so schnell wie möglich die Ländereien von diesem maledeiten Fluch befreien wollte, schon fast auf kosten seines eigenen Lebens und Romero mit einer etwas kleineren Gelassenheit daran ging. Wobei Gelassenheit falsch ist, er wägt die Umstände wohl eher ab und entschied oder hat bereits für sich entschieden, das es keinen Sinn macht, wenn die Gruppe erschöpft an einem Ort ankommt, um dann dort nichts mehr ausrichten zu können.

Aber über was die beiden sich wirklich beharkten, das bleibt jedem, der nicht die uralte Sprache der Elfen versteht, verborgen und geheim. Zumindest ist es wichtig, das sich beide ausgesprochen und die Fronten geklärt haben.
Nachdem die Aussprache der beiden Hitzköpfe, um sie so zu nennen, stattgefunden hatte, verliefen die nächsten Tage unspektakulär. Es ging deutlich langsamer, dafür um so sicherer Richtung nord-nord-ost zur Feste Beluarian. Kurz bevor die bunte Gruppe bei der Feste ankommen müsste, bemerkte jeder von ihnen, das etwas von ihren Gegenständen entfernt worden ist. Hier ein Kochmesser, dort ein paar Manschettenknöpfe, und an anderer ein paar Goldmünzen. Allerdings, wer auch immer der Dieb war, welcher sich dann später als Waldgeister herausstellte, hinterließ im gleichen Zuge etwas. Das Kochmesser wurde z.B. durch Blumen ersetzt, die Knöpfe durch eine Handvoll Nüsse und so erhielt jeder, unfreiwillig, etwas neues. Mal war es mehr wert, als das, was abhanden gekommen ist, mal war es weniger wert, wenn auch wohl von einem eher symbolischen Standpunkt aus betrachtet.

Da war die bunt zusammengewürfelte Truppe nun, am Morgen des 22. Flamerule 1488, während sie ihr Frühstück einnahmen und sich alle mental darauf vorbereiteten, was sie denn nun wirklich bei der Feste, welche wohl nur wenige Stunden entfernt liegen soll, erwarten wird.

Ein Gewitter, das erhitzt (Raven Guard)

One thought on “Ein Gewitter, das erhitzt (Raven Guard)

  • 18. Februar 2021 um 13:15
    Permalink

    Ein paar Änderungen musste ich vornehmen. Nun müsste allerdings alles wesentliche vorhanden sein.

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