Der große Endkampf (Cult of the Damned)

Oboulds Stadt brannte, als dieser untote Drache, größer als je ein Drache in einem Buch erwähnt wurde, mit seinem gigantischen Flammenstrahl die Festung Vielpfeil angriff. Er zog einen Kreis und positionierte sich in der Luft, etwa 100 m vom Hügel entfernt, auf dem der Cult, Elminster und all die anderen legendären Persönlichkeiten standen. Auf dem Kopf zwischen den Hörnern des Drachen trat der Magier hervor und rief mit magisch verstärkter Stimme: „Und, wie habt ihr euch entschieden? Gebt ihr mir den Thron.“ Als er keine Antwort erhielt, fügte er hinzu: „Na gut, dann muss ich euch etwas Argumentationshilfe geben, damit ihr euch entscheiden könnt.“ Der Drache ließ den linken Vorderlauf hängen und drei Ketten mit langen Gitterkörben, in denen je eine Person gefangen war, baumelten herab. Nach einem „Lasst mal was hören“ vom Magier, ließ der Drache die Käfige schwingen und die Schreie von einem Mann und zwei Frauen hallten zu den Helden herüber. Sie erkannten die Stimmen und nach genauem Hinsehen auch das Aussehen der Personen: Es waren Miu, Emily und Hauptmann Yengshin.

Während der Zorn in Bran und seinen Gefährten aufgrund dessen, was der Magier ihren Freunden antat, aufloderte, sprach König Obould heimlich mit Elminster, während diesert wortlos mit dem Halbling kommunizierte. König Obould wollte sich der Tradition der Orks bedienen: Eine Entscheidung durch Zweikampf. Es war die Sitte der Orks. Ohne eine solche Entscheidung im Zweikampf war man kein König der Orks, sondern nur ein Tyrann. Und so provozierte der Orkkönig den Magier vor allen anderen und holte seine Zeremoniesachen hervor. Damit hatte der Orkmagier gar nicht gerechnet. Sein Stutzen ließ ein verschmitztes Lächeln auf Elminsters Gesicht erscheinen, als der gerade einen Ring ausblies. Da der Orkmagier nicht reagierte, erwiderte König Obould laut: „Da ihr euch nicht zu einer fairen Herausforderung herablasst, haben wir wohl eine Pattsituation. Vielleicht können wir euch dazu überreden, über euer großzügiges Angebot noch einmal nachzudenken.“

In dem Moment, als König Obould das sagte, erschienen 20 bis 30 m hinter dem Hügel eine Hand voll Portale. Aus diesen traten Menschen, die in Shu-Kleidung gekleidet waren. Es handelte sich um die Shu-Armee und den Botschafter aus Yengshin. Sie bewegten sich direkt an die Front neben den Orkkönig und der Botschafter grüßte die Generäle Jorax und Amara. Dann forderte er die sofortige Rückkehr ihrer Königin, natürlich lebend, andernfalls würde der Orkmagier den Zorn von Shu spüren. Der Orkmagier schien von den Ereginissen überrascht und konnte das ganze anscheinend nicht begreifen. Sein Gesicht verriet, dass er den Botschafter für verrückt hielt, ihm solch ein Ultimatum zu setzen, obwohl er mit seinem mächtigen Drachen vor ihnen schwebte. Doch der Botschafter verlieh seinen Worten Nachdruck und zählte auf Shu von zehn ab rückwärts.

Dann kamen die Luftschiffe. All die Luftschiffe, die Jorax die Treue geschworen hatten und mit denen er eine Handelsroute zwischen der Schwertküste und Shu aufbauen wollten, kamen ebenfalls zur Hilfe. Und entbrannte der größte Luftkampf, den die Schwertküste bisher gesehen hatte. Die Schiffe beschossen den gigantischen Drachen, der sich in die Lüfte erhob und die Angriffe erwiderte, während der Orkmagier einen Zauber nach dem anderen einsetzte. Zu den Luftschiffen gesellten sich die Elfen auf den Pegasi, die den Drachen mit Pfeilen eindeckten. Die Shu auf den Luftschiffen schossen ebenfalls auf den Drachen mit allem was sie hatten, doch das Monstrum schien sich durch nichts beeindrucken zu lassen. Während sich Jorax, Amara und Bran auf ein Luftschiff begaben, dass sich dem Drachen nähern sollte, um auf ihn hinunterspringen und den Orkmagier angreifen zu können, verwandelte sich Mianissa in einen Augentyrann und attackierte den Orkmagier mit ihren Augenstrahlen. Uladula und Thorgrimm nutzten die Gelegenheit und sprangen bei ihr zu einem Ritt auf.

Dem Luftschiff gelang es schließlich nach mehreren Manövern in Position zu kommen und Jorax, Amara und Bran sprangen mit einer großen Armee auf den Drachen herunter. Noch im Sprung schoss Amara ihre Pfeile ab, während Jorax seine Fäuste bereitmachte und sich Bran in einen legendären Bären verwandelte und vergrößerte. Die Gefahr vor sich, beschwor der Orkmagier ein Portal, aus dem untote Uruks und Orks herbeistürmten. Während die Armeen auf dem Rücken des Drachen aufeinanderprallten, zauberte Bran mehrere Sonnenfeuer in die Menge, um den Andrang der Untoten Einhalt zu gebieten, während sich Thorgrimm ins Getümmel auf die untoten Orogs warf und Uladula von seiner Position auf Mianissa die Kämpfer mit Zaubern unterstützte. Jorax und Amara nutzten derweil das Chaos der Stunde, um die Ketten öffnen zu gehen. Nachdem sie sich geschickt am Drachen und dessen Beinen hinab zu den Ketten bewegten und sich an diesen herunterließen, versuchte Jorax mit seinem Fass und dem daraus hervorsprudelndem Wasser, sowie seinen Eisfäusten, die Ketten zu vereisen und zu sprengen. Amara machte sich derweil an den Schlössern der Käfige zu schaffen.

Unterdessen tobte die Schlacht weiter. Während der Orkmagier und der Drache von allen Seiten angegriffen wurden und sich der Armee erwehren mussten, zielten Mianissas Angriffe auf den Orkmagier. Unter anderem nutzte sie einen Zauber, um einen Schleim auf den Orkmagier zu beschwören, der sich durch alles durchfraß. Doch der Magier wehrte einen Angriff um den anderen ab. Nichts schien ihn aufzuhalten. Währenddessen häckselte sich Thorgrimm durch die Untoten, während Bran weiter Sonnenfeuer in ihren Reihen explodieren ließ. Dabei bewegten sich die beiden durch die Gegner immer weiter in Richtung des Orkmagiers. Schließlich ließ Uladula all seine Macht in zwei Zauber fahren. Er zauberte direkt vor dem Hals/Kopf Übergang des Drachens ein Portal zu Feuerebene. Der Drache konnte nch zum Teil ausweichen, doch ein großes Stück wurde durch das Portal aus dem Drachen herausgetrennt. Dann setzte Uladula nach und zauberte einen mächtigen Feuerstum auf den Drachen und die Armee der Untoten.

Das konnte der Orkmagier nicht ignorieren. Er drehte sich zu Mianissa und Uladula um und beschwörte seinerseits kurz vor Uladula ein Tor zur Eiswelt. Völlig überrascht, verschwand Uladula und ein paar Augententakel des Augentyranns in dem Portal, bevor sich dieses Schloss. Mit einem Meteoritenschauer setzte der Magier nach. Unfähig sich dagegen zu wehren, traf Mianissa die volle Kraft des Zaubers und die Gefährtin stürzte hinab in den Tod. Auf die Ebene des Eises in einer Eiswüste teleportiert, sah sich Uladula verzweifelt um. Er überlegte fieberhaft, wie er zurück zu seinen Gefährten und der Schlacht gelangen könnte, als sich etwas durch das Eis auf ihn zugrub. Kurz vor ihm brachen 5 Frostwürmer aus dem Boden und so verlor Uladula jeglich Hoffnung auf eine Rückkehr. Er wehrte sich verzweifelt und kämpfte verbissen, doch schlussendlich erlag er den Würmern, fernab seiner Heimatebene.

Nachdem zwei der Helden im Kampf gefallen waren und die Schlacht noch an Intensität zunahm, öffnete Amara den letzten Käfig. Gemeinsam mit Jorax und den Gefangenen bewegte sie sich wieder an den Ketten und dem Drachen empor. Nach einem weiteren Sonnenfeuer Brans waren kaum noch Untote auf dem Drachen übrig geblieben. Die Pegasi und Luftschiffe hatten schwer einstecken müssen, aber auch der Drache war stark verwundet, nicht zuletzt dank Uladulas letztem Einsatz. Die restliche Truppe des Orkmagiers beschloss ihren Meister zu sichern und gingen auf dem Drachen um ihn herum in eine Verteidigungsstellung, während eine silberne Barriere als Verteidigung gegen alle Angriffe aufgebaut wurde. Thorgrimm wollte die Verteidigung umgehen, rannte auf die gegnerische Truppe zu und setzte zu einem unglaublichen Sprung an. Doch während er über die Orogs flog, kam er nicht durch die Silberkuppel, sondern prallte von ihr ab. Während sich Bran mit Zaubern für einen Angriff auf den Orkmagier stärkte, gelangten schließlich Jorax und Amara zu den Truppen. Amara rief Therax zur Hilfe, der angeflogen kam und mit seinem Odem Verderben über die Gegner brachte. Dann landete er auf ihnen und zerquetschte sie unter seinen Füßen. Die Anstrengungen der Helden und die Unterstützung durch Therax ermutigte die Kämpfer auf Shu, die auf die Feinde einstürmten und sich langsam durchsetzten.

Doch nun schlug auch der Drache zurück. Er steuerte direkt auf Deudermonds Revenge zu und biss sich im Heck des Luftschiffes fest. Mit seinem Kopf schwang er hin und her und riss an dem Schiff. Unterdessen ging der Kampf auf seinem Rücken weiter. Die Helden intensivierten ihre Bemühungen und stürmten zum Orkmagier vor. Sie griffen den durch die Barriere geschützten Feind an, doch weder Thorgrimm mit seiner Axt, noch Jorax mit seinen Fäusten oder Bran im tierischen Kampfrausch bewirkten viel durch die Barriere hindurch. Nachdem der Magier sich mit ein paar Zaubern gewehrt hatte, bereitete er etwas Großes vor, vermutlich den finalen Schlag. Er sammelte seine ganze Energie, wodurch sich all seine Zauber auflösten. Das schlimmste erahnend griffen die Helden weiter an. Bran prügelte mit seinen Klauen auf ihn ein und biss mit seinem gewaltigen Kiefer zu, während Jorax einen schwindelerregend schnellen Schlaghagel auf ihn niederprasseln ließ. Thorgrimm hieb weiter mit der Axt auf ihn ein, verlor beim 2. Angriff aber seine Axt, die von der Rüstung des Orks abprallte und ihm entglitt. Amara nutzte ihren Bogen und schoss einen Pfeil um den anderen ab, konnte aber durch das Kampfgetümmel nicht so gut zielen.

Trotz der Angriffe der Helden und der vielen Treffer, die er einstecken musste, vollendete der Orkmagier seinen Zauber. Riesige, dunkelgraue Wolken entstanden und ließen unzählige Blitze auf seine Feinde niederfahren. Viele Besatzungsmitglieder der Luftschiffe starben in dem Blitzgewitter, einige Pegasi wurden getroffen und fielen vom Himmel, doch die Helden des Cults konnten den Blitzen ausweichen und ihren Angriff fortsetzen, wobei Thorgrimm losspurtete, um seine Axt zurückzuholen. Da der Zauber seine Feinde nicht vernichtet hatte und der Orkmagier nun relativ schutzlos war, wollte sich der Feigling aus dem Staub machen. Er vollführte einen Teleport-Zauber, doch das wollten die Helden nicht geschehen lassen. Bran biss noch einmal zu, während Jorax gleichzeitig seinen mächtigsten Schlag gegen den Magier einsetzte. Das gab ihm den Rest. Der Orkmagier zerfiel einfach, während der Drach plötzlich auf eine „normale“, kollosale Größe schrumpfte. Dabei riss er das Schiffsheck der Deudermonts Revenge in Stücke. Der untote Drache versuchte vor seinen lebendigen Artgenossen zu fliehen, bekam aber von den Drachen und den Schiffen eine volle Breitseite. Von den Angriffen getroffen, segelte das Ungetüm zu Boden und verflüchtigte sich noch vor dem Aufprall auf dem Boden zu Flocken, die im Wind weggeweht wurden.

Während der Drache verschwand, fielen die Kämpfer auf seinem Rücken den Boden und damit dem Tod entgegen. Doch kurz vor Höhe der Baumkronen setzte Jorax einen Federfall ein, während sich Amara und Thorgrimm durch Sprünge auf die Bäume gut abfingen und retteten. Bran verwandelt sich beim Fall in eine Riesenfledermaus und rettete noch zwei Leute aus Shu. Am Boden sortierten und orientierten sich die Überlebenden des Cults. Sie befanden sich im Rücken der gegnerischen Armee, die am Boden weitergekämpft hatte. Da ihr Anführer nun tot, der Drache verschwunden und sie mittlerweile auch in der Unterzahl waren, flohen sie unter dem Beschuss der vereinten Streitkräfte. Die Vampirdunkelelfe war nach den vielen Angriffen, die sie einstecken musste, einfach verschwunden und die Drowmagierin hatte sich durch ein Portal zurückgezogen, nachdem sie sich einen Kampf mit Elminster geliefert hatte. Ihr männlicher Begleiter hatte dabei ihren Rückzug gedeckt, aber dafür sein Leben gelassen. Die drei Orogs des Trupps waren ebenso wie der Rest der gegnerischen Elite im Kampf gefallen.

Nachdem die Schlacht geschlagen und die Gegner vertrieben waren, wurden die Verwundeten des Kampfes versorgt. Brände wurden gelöscht und Trümmer beseitigt. In der folgenden Zeit fand eine große Siegesfeier statt, zu der auch ein Begräbnis aller Gefallenen Soldaten und Helden gehörte. König Obould selbst ehrte die Gefallenen, zu denen auch Mianissa und Uladula gehörten. Nach einer Zeit des Trauerns versprach der Orkkönig die Errichtung eines Schreins für die gefallenen Helden. Dieser sollte auf dem Hügel der Gegner aufgebaut werden, sodass ihn alle sehen konnten und alle Händler auf ihrem Weg zur Festung Vielpfeil daran vorbeimussten. Für die Gefährten des Cults war dies jedoch nur ein geringer Trost. Sie gedachten ihrer Freunde und schworen sich, sich ewig ihrer zu erinnern. Die Tage vergingen und schließlich ging jeder der Helden seinen eigenen Weg. Jorax kehrte in seine Heimat zurück und baute eine Handelsroute zwischen der Zitadelle Adbar und Shu auf. Bran hingegen besuchte die Wälder, die Mianissas Zuhause waren, erzählte von ihren Taten und half die Wunden, die die Orkhorden hinterlassen hatten, zu heilen. Danach kehrte er zurück in den Hochwald, um seinen Leuten nach dieser langen Reise zur Seite zu stehen und gegen die Dämonen zu kämpfen. Doch es verging nicht viel Zeit, da packte ihn die Sehnsucht nach der Ferne. Und so begab er sich zu Jorax Heimat, um seinen Freund zu besuchen und mit seinen Schiffen nach Shu zu reisen. Er wollte Miu besuchen und all die Wunder des fremden Kontinents entdecken.

Der große Endkampf (Cult of the Damned)

2 thoughts on “Der große Endkampf (Cult of the Damned)

  • 17. November 2019 um 8:10
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    Was ein würdiger Abschluss für den Cult. Schade das Mianissa dem Kampf zum Ende nicht mehr gewachsen war, jedoch gibt es auf beiden Seiten Opfer.

    Ich hoffe nur, das Bran auch gute Arbeit in Mianissas Hain getan hat. Ansonsten wird ihr Geist, wenn Eldath es erlaubt, ihn verfolgen 😉

  • 24. November 2019 um 15:36
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    sehr geil , sehr bewegend geschrieben. Könntest auch Schriftsteller werden Kai, genug Ideen wurden dir bei diesem Abenteuer geliefert .

    Ich wünsche dir viel Glück und zu deinem weiteren Weg viel Gelingen und wenn du Sehnsucht hast nach einem Abendteuer wie diesem Letzten oder nach dem Cult , wir sind hier und stellen uns dem Feind so groß, so mächtig, so bösartig er auch sei.

    Danke für deine Anwesenheit (und diese wahnsinnig geile Zusammenfassung) hier bei uns und Grüße an deine Familie und danke Ihnen auch für die Zeit die sie dir gelassen haben um mit uns zu spielen.

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