Das Tagebuch eines Halblings: Hoher Himmel und tiefe Abgründe

12. Eleasias mitten im Feuerfinger

Ich zittre immer noch. Das Adrenalin lässt langsam nach und ich fühle die Schmerzen. Das war knapp. So verdammt knapp. Ich muss die Zeit nutzen bis Romero und Arannis wieder da sind. Das muss ich aufschreiben auch wenn ich meine eigene Schrift gerade kaum lesen kann. Aber das war eben so knapp für uns und mich… wer weiß wann ich nochmal so viel Glück habe…

Wir standen an dem natürlichen Kamin der gute 18 Meter hoch war und überlegten nun wie wir noch Nim und Musharib über die Grube bekämen. Da stellte sich Nim einfach auf das Seil und der Zwerg kletterte rüber. Das sah schon recht wackelig aus. Dann machte sich Nim daran die Grube hinabzuklettern. Richtig leise war er dabei nicht und so hat er ein paar Wolfsspinnen aus ihrem Schlaf gerissen. Die waren nicht so begeistert und griffen ihn an. Wir mussten ihm helfen doch standen wir alle in diesem engen Gang.
Ich konnte mich nur einmal durchquetschen um zu schießen. Arannis eilte Nim unten zur Hilfe. Die Anderen taten alles was sie konnten, doch es war einfach zu eng.

Da ich nichts weiter machen konnte bin ich den Kamin raufgeklettert. Ich wusste, dass die Anderen auch ohne mich klarkommen und bevor es ein Gedränge im Kamin gibt, und ich die Kleinste und Leichteste bin, war das eine gute Aufgabe. Es war wirklich anstrengend und schwer. Das Innere vom Kamin war zwar aus Stein, aber trotzdem fiel es mir schwer einen richtigen Halt zu finden. Ich musste mich wirklich konzentrieren. So habe ich nicht nach unten geschaut. Ich und Höhe… Aber dann habe ich die Anderen unter mir gehört. Oben haben wir dann ein Seil runtergelassen und Musharib, Inete und Xandala haben es festgehalten um Arannis und Nim das Klettern zu erleichtern.

Blutmücke

Romero eilte vor und zündete eine Fackel an und schreckte dabei ein paar Blutmücken auf, die sich auch gleich auf ihn stürzen wollten um ihn auszusaugen. Er konnte sich ihnen gut erwehren doch hatte er wohl ein wenig zu viel Schwung und dann lag er auch schon auf dem Boden, stand aber gleich wieder auf.

Ich unterstütze ihn. Erst mit meinem Bogen, doch da sich die Viecher an Romero festgesaugt hatten, zückte ich mein Schwert. Romero warf sich noch auf den Boden. Er hat wohl gedacht er könnte so die Tiere zerquetschen, aber nur eins ist davon beeindruckt gewesen und hat sich von ihm gelöst. Und so half ich ihm so gut ich konnte. Auch Fitz, der hinter mir stand griff an und Cathari unterstützte uns mit Zaubern.

Der Kampf war kurz, doch alles kostete Zeit. Zeit die ich nicht hatte. Manfred hallte es die ganze Zeit in meinem Kopf. Darum ging ich Romero auch nicht nach als er sich dem Nest der Blutmücken näherte, sondern nahm nur meinen Bogen vom Boden und ging zum Ausgang der Höhle.

Dort war eine Leiter die nach unten führte und über uns kreiste das doofe Flugvolk. Und wenn ich richtig geschaut habe, waren da sogar Raben dazwischen. Schon wieder diese Ohmenvögel.
Nach unten wollten wir jedenfalls nicht und so ging ich langsam weiter. Den Rücken an die Wand gepresst bis zu einer Leiter, die nach oben führte. Viel Platz war nicht und so musste ich die Leiter nach oben. Ich war noch nicht weit geklettert, da kamen sie. Ein paar von dem Pterafolk flogen in unsere Richtung.

So ein verdammter Mist ging es mir durch den Kopf. Wir hatten schon Schwierigkeiten nicht durch einen Windstoß hinuntergefegt zu werden und dann das.

Auf der Leiter war ich ein willkommenes Ziel und so ein übergroßer Vogel griff mich an. Ich konnte mich nicht wehren und der Schmerz durchzuckte meinen ganzen Körper. Gerade so konnte ich mich an der Leiter festhalten kann aber noch sehen, dass auch Arannis und Romero angegriffen werden.

Ich konnte Arannis brüllen hören. Er wollte, dass mein Gegner von mir abließ, da war ich mir sicher. Doch bevor ich weiter agieren konnte wurde Romero von einem Vieh weggetragen. Er brüllte und ich sah, dass er sich krampfhaft versuchte festzuhalten. Ich habe nicht aufgepasst und schon schnappte der Vogel vor mir nach mir und trug mich davon. Verdammt war das Tief. Ich kniff meine Augen so fest zusammen, dass ich schon kleine Pünktchen sah. Auch ich konzentrierte mich nur aufs Festhalten.

Dann hörte ich Romero aufschreien. Und öffnete meine Augen nur um zu sehen, dass er fiel. Aber… irgendwie nicht so schnell wie er eigentlich müsste.

Dann fühlte ich wie sich der Griff um mich lockerte und dann kam er schon. Der Fall. Und da war aufeinmal die Hand von Fitz. Seine Fingerkuppen berührten meine, doch er musste sich nach einem Windstoß selber festhalten um nicht auch in die Tiefe zu fallen.

Glücklicherweise flog unter mir ein weiterer von den Untieren und der hatte Arannis bei sich. Ich konnte mich an dem Tier ein wenig festhalten und dann griff Arannis nach mir. Jetzt konnte er sich nicht mehr an dem Vogel festhalten und wir fielen gemeinsam…erst ziemlich schnell, doch dann auf einmal, wurden wir beide langsamer.

Ich spürte wie Arannis mich in Richtung des Turmes warf. Glücklicherweise konnte ich mich so gut daran festhalten, dass ich mich sogar hochziehen konnte. Gerade als Fitz von der Leiter weggetragen wurde stand ich wieder. Zum Glück, denn so konnte ich nach ihm greifen, als er sich nicht an dem Vogel festhalten konnte. Mit Musharibs Hilfe konnte ich seine Hand greifen und ihn auffangen. Gemeinsam zogen wir ihn nach oben. Ich bin also doch sein Glücksbringer.

Unsere Gegner fielen schlussendlich vom Himmel und wir konnten gemeinsam die Leiter hochklettern. Obwohl… nein… Arannis und Romero fehlen noch. Die müssen erst wieder den Weg zu uns finden. Und dann müssen wir weiter in die Höhle hinein.

Höre ich da ein Feuer brennen?

Das Tagebuch eines Halblings: Hoher Himmel und tiefe Abgründe

Schreibe einen Kommentar

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner