Camilla Mondsilber

Oft werden wir über den Namen definiert, den wir mit uns tragen. Doch wer war die Frau, dessen Namen ich führe? Was war das für eine Dienerin Lathanders? Ich habe meine Großmutter nie kennen gelernt. Als ich im Jahre 1460 das Licht dieser Welt das erste Mal erblickte, war sie schon an den Folgen der Zauberpest verstorben. Mein Urgroßvater Branak hat mir nur allgemeine Geschichten von ihr erzählt, als er mich in die Lehrern von Lathander unterrichtete. Meine Mutter erzählte so gut wie gar nichts von ihr. Sie erzählte mir noch nicht mal was von meinem Vater, den ich nie kennen gelernt habe und somit noch nicht mal weiß, wie er aussieht. Ich bin zwar hier in Beregost geboren und behütet aufgewachsen, trotzdem drängt es mich auf die Straße. Mich drängt es, meine Großmutter besser zu kennen und um meinen eigenen Weg zu finden. Meine Mutter hat mir einiges über das heilen beigebracht, während mein Urgroßvater mich in den Orden eingeführt hatte. beide hatten unterschiedliche Ansichten zu meinem Wunsch. Branak nickte nur und meine Mutter überreichte mir einen Brief mit einem alten Anhänger. Eine Kette mit einem Anhänger, wo eine aufgehende Sonne zu sehen ist, die aus rosafarbenden, roten und gelben Edelsteinen zusammengesetzt ist. Und dieser Anhänger ist noch mit einem einfachen Goldring verflochten. Doch der Brief war es, der meinen Entschluss noch festigte.


„Meine liebe Tochter Andra“

Wenn du diesen Brief liest, dann weiß dein Herz, dass ich nicht mehr unter euch weile und Lathander mich zu sich geholt habe. Ich will mich für den dummen Streit entschuldigen, den wir hatten und dir sagen, dass ich mein Herz mit Stolz erfüllt ist. Und doch habe ich Dinge gesagt und getan, die ich zutiefst bereue. Anstatt dich in deinem Weg zu unterstützen und dir zur Seite zu stehen, wollte ich dich in eine andere Richtung drängen, obwohl ich es besser hätte wissen müssen. Du bist eine Heilerin, welche nicht reisen will, sondern in dem Ort helfen will, wo du gerade lebst. Die Art und Weise, wie du die Kunst der Heilung erlernt hast, hat mich mit Freude erfüllt. Ich gebe zu, dass ich nie gelernt habe, eine für sorgliche Mutter zu sein und du hast es gemerkt und mir zurecht den Vorwurf gemacht, dass ich dich zu wenig lieben würde. Du mein Kind, Branak, Dalwick und meine anderen Freunde. Ihr liegt mir alle sehr am Herzen. Ihr alle habt mich zu dem gemacht, was ich heute bin und ich bin stolz darauf, dass ihr Teil meines lebens gewesen seid. Es mag selbsüchtig klingen, aber ich bitte dich wirklich um Vergebung. Vergebung für das, was ich dir angetan habe.

Mein Kind. Ich bitte dich noch um eine Sache. Diese Kette ist ein geschenk an dich und deine Kinder. Bitte gib diese Kette deinem Kind, wenn es auf Reisen gehen will. Die Kette selber stammt aus meiner Zeit, wo ich als Novizin meine Prüfung zur Priesterin abgelegt habe. Das war der Tag, an dem ich das erste Mal den Magier Dalwick traf und meine Reise begann. Es war ein Zeichen Lathanders ihm zu folgen. Der Ring stammt von meiner Mutter, den sie von meinem Vater erhalten hatte. Vater starb in der Schlacht zur Verteidigung Tiefwassers und Mutter starb auf meinem Geburtsbett und hinterlies mir diesen Ring. Diese Kette ist Teil unserer Familie und ich werde jeden Tag zu Lathander beten, dass dir und auch deinen zukünftigen Kindern solch ein Schmerz ersparen bleibt.

Ich werde immer über euch wachen und möge Lathander dich und deine Liebsten auf ewig schützen.“

Ich weiß nicht, was mich auf meinen Reisen erwarten wird, aber der Magier Dalwick. Es ist jemand, den ich suchen könnte, falls er noch leben sollte. Er kannte meine Großmutter und ich bete zu Lathander, dass er mir etwas über die Frau erzählen kann, deren Namen ich trage. Ich gebe zu, dass ich Angst habe. Angst davor, Wahrheiten zu erkennen und mich zu sehr selbst ins negative zu verwandeln, doch es gibt das alte Sprichwort. Egal wie lang eine Reise ist, sie beginnt immer mit dem ersten Schritt.

Camilla Mondsilber Lv.4

Camilla Mondsilber