Bran SturmreiterBran, dessen wahrer Name in Vergessenheit geraten ist, wurde 1353 als Sohn geringerer Kaufleute in Tiefwasser geboren. Seine Eltern, Tamen und Mara, kamen ganz gut über die Runden und machten sich von Zeit zu Zeit zu einer Handelsreise gen Osten und zurück auf, wobei sie eine der wenigen waren, mit denen die Druiden im Hochwald handelten. In Tiefwasser spielte Bran immer mit den Kindern der Nachbarschaft und lebte ein sorgloses Leben voller Spaß und Streiche. Am liebsten jedoch las er Geschichten von fernen Orten. Wenn sich seine Eltern auf eine Handelsreise begaben, blieb Bran entweder bei der Mutter zurück oder wurde für die Zeit von befreundeten Nachbarn aufgenommen.

Mit 6 Jahren durfte er dann das erste Mal mit auf eine der Handelsreisen. Sie sollte von Tiefwasser über Amphail und Secomber bis nach Lautwasser gehen. Dabei freute sich Bran schon tierisch darauf, all die fernen Orte kennenzulernen. Kurz vor Zelbross wurde der Handelswagen jedoch von Orks überfallen, die aus dem Süden kamen. Während seine Eltern Bran zur Flucht drängten und dieser Hals über Kopf Richtung Hochwald floh, wurden sie selbst von den Orks abgeschlachtet. Die Schreie verfolgten den Jungen bis in den Wald hinein. Unter Tränen und seine Umgebung kaum wahrnehmend rannte Bran immer weiter in den Hochwald in Richtung des Einhornlaufs. Er rannte und rannte und brach schließlich irgendwann erschöpft zusammen. Die Ereignisse stürzten auf ihn ein und so weinte Bran sich in den Schlaf. Am nächsten Tag irrte er hungrig und durstig weiter durch den Wald, bis er schließlich gegen Abend zum Einhornlauf gelangte, wo er etwas trank und auch Beeren fand, die er gierig verspeiste. Die Waldkreaturen ließen ihn, warum auch immer, passieren. Da er keinerlei Orientierung im Wald hatte, sich aber erinnerte mit seinen Eltern in der Nähe von Secomber einen Fluss passiert zu haben, entschied er sich dem Fluss zu folgen, da ihn dieser ja aus dem Wald führen müsste. Bran folgte ihm jedoch flussaufwärts, sodass er immer weiter in den Wald gelangte, ohne es zu merken. Er trank aus dem Fluss und ernährte sich von Beeren, die er zwischendurch fand. Schließlich, langsam am Ende seiner Kräfte, gelangte er in die zerklüftete Region der 7 Schwestern. Des Nachts bei Mondschein erschien ihm dort auf den Hängen ein Einhorn, was als Zeichen des Segens Mielikkis gilt, wie er später lernen sollte.

Am nächsten Tag wurde er von mehreren menschlichen Druiden und elfischen Waldläufern gefunden, die den Kampfort des Überfalls gefunden hatten und seiner Spur gefolgt waren. Er wurde von den Druiden des Zirkels der Wächter von Sevreld aufgenommen und aufgezogen, wobei er auch viel Kontakt zu den nahe wohnenden Elfen hatte. Von ihnen lernte er alles über die Natur, übers Überleben und er wurde zum Druiden ausgebildet. Während dieser Zeit spielte er den Druiden und Elfen jedoch immer wieder Streiche, ein Charakterzug aus seiner Kindheit, den sich Bran als Erinnerung an seine Eltern beibehalten wollte. Als Folge des Überfalls u. des Verlustes seiner Eltern schien Bran auch mehr zu wollen, als einfach nur zu leben. Er schien das Leben seiner Eltern mitleben zu wollen und machte daher die verrücktesten Sachen, was ihn immer wieder in Schwierigkeiten brachte. Er versuchte auf die höchsten Bäume zu klettern, die er finden konnte, wobei er sich mehrmals bei Stürzen schwer verletzte. Er versuchte auch mehrmals in den kalten Wintermonaten wie ein Tier zu überleben, ohne jegliches Feuer oder andere Sachen, die ihn wärmen könnten. Zum Glück waren die Druiden mit ihren Kräften immer da, um den Jungen zu retten. In der Zeit beim Zirkel wuchs Bran auch in engem Kontakt mit einem Braunbären namens Nym auf, der zu einem seiner besten Freunde wurde.

Als Bran gerade 15 war, spitzten sich die Kämpfe um die Höllentorfeste zu, und Bran, der von den Druiden des Zirkels und den Elfen immer wieder etwas über die Teufel und den Kämpfen hörte, wollte seine Neugier stillen und einen Teufel aus der Entfernung sehen. Von Adrenalin berauscht näherte er sich mit Nym, der ihm nie von der Seite wich, den umkämpften Regionen. Eigentlich wollte Bran genügend Abstand zu den wirklichen Kämpfen halten, doch er rechnete nicht mit den verheerenden magischen Angriffen der Teufel. Es kam wie es kommen musste und ein Zauber schlug während der Kämpfe unberechenbar aus. Ein Sturm aus Wänden lodernder Flammen schoss durch die Gegend. Bran, der weiter nach vorn geschlichen war und Nym weiter hinten in Sicherheit warten lassen wollte, konnte den Feuerwänden entgehen, doch Nym war mitten im Wirkungsbereich. Die Schreie des Bären hallten in Brans Ohren und als der Zauber endete und Bran nach seinem Freund sah, lag dieser im Sterben begriffen am Boden, das Fell völlig verbrannt und von Rauch und Flammen umgeben. Bran wollte Nym nicht allein lassen und brüllte um Hilfe, doch niemand hörte ihn. Zumindest keiner, von dem Bran gehört werden wollte. Ein Teufel näherte sich dem Geschrei Brans und sah, was geschehen war. Er wollte die Situation ausnutzen und bot Bran einen Handel an. Er konnte den Bären retten, aber Bran müsste sich dafür dem Teufel aufgeben. Nicht sofort, aber etwas später. Bran sollte dafür sogar die Macht erhalten, um Nym fortan selbst retten zu können. Voller Angst seinen besten Freund nach seinen Eltern auch noch zu verlieren, wollte Bran den Handel eingehen. Die Verlockung Nym retten und ihn fortan schützen zu können war zu groß. Glücklicherweise näherte sich in diesem Moment ein Trupp Elfen und Druiden dem Geschehen und nutzte die Unachtsamkeit des Teufels aus, um diesen anzugreifen. Nach einem heftigen Kampf, den Bran wundervollerweise unbeschadet überstand, wurde der Teufel verbannt und die Druiden retteten Nym vor dem sicheren Tod. Bran konnte sein Glück kaum fassen, aber diese Angst und diese Ohnmacht, würde er nie wieder vergessen.

Nach weiteren Jahren der Ausbildung vollzog Bran schließlich seine Initiation und wurde ein vollwertiges Mitglied des Zirkels. Er bekam von seinem Mentor (Carr-Gomm) einen Stab mit einem Raben darauf geschenkt, passend zu seinem neuen Namen, der Rabe bedeutete und ihm verliehen wurde, weil er mit den Raben so viele Streiche verübte. Als Teil des Zirkels half er fortan Orks und andere Kreaturen abzuwehren und gegen Holzfäller u.ä. vorzugehen, wobei er bei letzteren meistens ein außerordentliches diplomatisches Geschick bewies. Daher wurde er auch des Öfteren in Siedlung geschickt, um dort Botschaften zu überbringen, Gespräche aufzunehmen und eventuell Verhandlungen zu führen. Es gab allerdings auch einen Fall, als ihm sein diplomatisches Geschick nicht weiterhalf. Eine Jägergemeinschaft aus einem nahe befindlichen Menschen-Dorf hatte sich eines Tages in den Wald aufgemacht, um die besonders großen u. selteneren Tiere des Hochwalds, die einiges Wert waren, zu jagen. Bran versuchte die Tiere, deren Gesellschaft ihm mittlerweile lieber war, als die der Menschen u. anderen Völker, zu beschützen und sprach mit der Gemeinschaft, um sie von der Jagd abzuhalten. Doch diese, von Gier getrieben, hörten nicht auf Bran und verfolgten weiter die Tiere. Bran folgte ihnen und warnte sie mehrmals, zum Teil auch durch behindernde Zauber, doch die Menschen hörten nicht. Als sie schließlich einen prächtigen Hirsch mit einem Pfeil verletzten und es erledigen wollten, verfiel Bran in eine Wut, wie noch nie zuvor. Er kämpfte gegen die Jäger und tötete dabei einige, während die anderen flohen. Bran konnte den Hirsch retten, aber diese Erfahrung prägte ihn. Manchmal half Bran auch den durchs Land ziehenden Harfnern aus. In der Zeit wurde ihn auch der Beiname Sturmreiter verliehen, da er, abenteuerlich wie er war, oft mit den Vögeln bei Sturm umherflog. Dies waren einige weitere der extremen Tätigkeiten, die Bran ausübte, um das Leben auszukosten.

Nach den langen Jahren im Zirkel und im Hochwald sandte der Älteste des Zirkels schließlich Bran aus, um durch den Norden zu ziehen und weitere Erfahrung zu sammeln. Dadurch sollte er seine Ausbildung als Druiden weiter voranbringen. Außerdem war es Bran selbst ein Bedürfnis, denn er suchte nach mehr Macht, um seine Freunde, die Tiere und seine Heimat zu beschützen, die derzeit in großer Gefahr waren. So wanderte Bran, begleitet von seinem Bärenfreund Nym, durch den Norden bis nach Silbrigmond. Dort angekommen hörte Bran von einem Kapitän, der ein Luftschiff vor Ort besaß und in den Westen nach Kara-Tur fliegen wollte. Brans Neugier und Abenteuerlust waren geweckt und so heuerte er beim Kapitän an. Die Reise verlief recht ereignislos, bis das Schiff plötzlich von einem roten Drachen angegriffen wurde. Die Mannschaft verteidigte sich anfangs, entschied sich dann aber für die Flucht, während Bran bei dem Angriff über Bord ging. Er erwachte in einem Wald, die Atmung fiel ihm schwer und er konnte sich nicht richtig orientieren. Jedoch war Nym nicht weit entfernt von ihm. Er konnte noch kurz ein paar Silhouetten wahrnehmen, bevor er wieder bewusstlos geschlagen wurde. Das nächste Mal erwachte Bran in einem Haufen voller Leichen und abgetrennter Gliedmaßen…

Bran Sturmreiter