Anskaviat

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Ich bin Söldner! Nein! Freier Abenteurer! Ja! Exzentrisch? Vielleicht. Mein Vater war ein Elf, doch er verschwand kurz nach meiner Geburt. Ich genoss weder seine Anwesenheit noch eine elfische Ausbildung. Ich stamme von einem durch Krieg gebeutelten Landstrich im Norden, weshalb der letzte große Arbeitgeber die Armee oder umliegende Milizen waren. Ich ging zu letzteren. Ihr Name war Hakat-Un, ich weiss bis heute nicht was es bedeuten soll, vielleicht würfelten sie nur ein paar Buchstaben zusammen. Ihr Anführer war jedoch eine Lichtgestalt des Kampfes, ihm verdanke ich meine Ausbildung als Kämpfer. Auch wenn es hart war und ich den alten Schinderer mitunter verabscheute, so gut war jedoch seine Ausbildung. Am Ende meiner Ausbildung und nach etlichen Scharmützeln griff der Feind eines Nachts unser Lager an,  ihre bloße Überzahl verhalf ihnen zum Sieg und ich geriet schwer verletzt in Gefangenschaft. Drei Monate vergingen, unter den widrigsten Bedingungen, bis meine Wunden heilten. Als sie mich verkaufen wollten gelang mir die Flucht. Ich floh zurück zum Lager doch alles war verbrannt und die Leichname meiner Kameraden waren verschwunden. Ich ging zu meinen Dorf und fand es genauso zerstört und verlassen vor. So beschloss ich gen Süden zu gehen.

 

Die Wochen vergingen und ausser durch ein paar kleineren Arbeiten auf dem Land hatte ich weder Geld noch Verpflegung. Ich erreichte eine größere Stadt und fing an in ihrer Schenke zu arbeiten. Eines Abends wurde die Tochter des Wirts von drei üblen, betrunkenen Gestalten bedrängt. Bei der folgenden Auseinandersetzung ging ich Siegreich hervor, es stellte sich jedoch raus, das sie Söldner waren und ihr Hauptmann, Bethor, suchte mich auf. Beeindruckt von meinen Fähigkeiten bot er mir an mich mit zu seiner Gilde zu nehmen und versprach mir Ausrüstung und ein gutes Gehalt. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen, zu lange vermisste ich das Geräusch von zerberstenden Stahl. 5 Jahre voller Schlachten, Einschüchterungen und mitunter nicht ganz legalen Diensten vergingen, als uns ein Langwieriger Auftrag bevorstand. Untote! Überall! Unser Auftraggeber war ein mächtiger Händler der Unterwelt. Er scharrte eine ganze Legion von kämpfern um sich, um einen Landstrich für sich zu erobern. Die Untoten wurden von Dämonen befehligt und unser Trupp war für Späh- und Guerillaaufträge verantwortlich. Als wir in einen Hinterhalt gerieten, verstarb Bethor und viele meiner Kollegen brachen daraufhin den Auftrag ab, die letzten 30 Mann stellte man unter mein Kommando und mich unter das Kommando eines Dämons. Eine Demütigung! Ein Halbelf unter einen Dämon! Ich arrangierte mich nur schwer damit und doch lernte ich ihre Sprach, auch wenn mir das Lesen von abyssisch mitunter sehr schwer fällt. Als der Tag unseres Angriffes kam standen wir nur wenigen gut ausgebildeten Soldaten und einer behelfsmäßig aufgestellten Bauernarmee gegenüber, das gemetzel war grausam. Zu grausam. Ich begann mit mir selbst zu zweifeln, wo es mir zuvor egal war gegen wen oder was ich kämpfe, so musste ich jetzt immer häufiger meine eigene Moral in Frage stellen. Auch wenn ich mir bewusst bin, dass es notwendig ist manchmal böses zu tun, so ist es auch notwendig manchmal gutes zu tun. Ich quittierte den Dienst und ging, 3 Monate später wurde der Händler durch einen zusammenschluss mehrerer Städte und Ländereien besiegt.

 

Ich ging weiter gen Süden. Nicht mehr als Söldner, sondern freier Auftragnehmer. Von Stadt zu Stadt zog ich durch Gilden und erledigte Aufträge. Als mir angeboten wurde die umliegende Bevölkerung von Unirea auszubilden und sie für den Kampf gegen einen bösen Magier zu rüsten, kam ich in dieses Dorf und fühlte mich zum ersten mal nach 10 Jahren seit meiner Flucht, angekommen…

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