Absichtlich in die Falle (Cult of the Damned)

Wir schreiben den 26. Eleint 1382 auf dem Kontinent Kara-Tur in Taitung

Der Cult beriet das weitere Vorgehen. Sollten sie sich wirklich weiter durch die Wehranlage schleichen, was viel Zeit in Anspruch nehmen würde und gefährlich sein könnte. Oder sollten sie eine Abkürzung durch die Luft nehmen, wobei Mianissa die Reise per Windwandeln vorschlug, während Bran eine Verwandlung aller Gefährten in Vögel als unauffälliger ansah. Sie entschieden sich schließlich für den Flug als kleiner Rabenschwarm und bereiteten ihre Rast vor, wobei Amara und Thorgrim das weiter vorn befindliche Tor untersuchten. Sie entdeckten durch einen Spalt dahinter ein flaches Plateau, das nach oben hin offen war und womöglich für den Ein- und Ausstieg in Luftschiffe genutzt wurde. Zur Sicherheit für die Rast verriegelte Amara das Tor, bevor Wachen eingeteilt wurden und die Rast begann. Mitten in der Nacht, als es stockfinster und alle ausgeruht, sowie die Zauber vorbereitet waren, wollten sich die Gefährten auf den weiteren Weg machen. Da es in dieser Nacht aufgrund der Bewölkung allerdings so dunkel war und nicht jeder die Möglichkeit hatte, in Rabengestalt auf eine Dunkelsicht zurückzugreifen, wichen sie auf den Alternativplan von Mianissa aus und reisten als Nebelgestalt mit dem Wind. Sie bewegten sich langsam an der Wand entlang zur Festung und dem darin befindlichen Hauptgebäude, wobei Mianissa, die im Dunkeln nichts sehen konnte, von Uladula geführt wurde.

Das Hauptgebäude besaß drei Etagen, auf denen rundherum versetzt Schießscharten zu sehen war. Außerdem besaß das Gebäude nur einen Eingang über ein großes Tor. Auf den Straßen war niemand zu sehen und während Bran und der Rest auf der rechten Seite durch eine Schießscharte ins Erdgeschoss schwebte, wo sie am ehesten den in der Vision gesehenen Raum vermuteten, flog Uladula zum Eingangsportal und durch einen kleinen Spalt hindurch. Als er Innen allerdings einen Gang sah, der an beiden Seiten mit Schießscharten gepflastert war, verschwand er sofort wieder raus und flog zu den anderen, wo er durch Bilder erzählte, was er gesehen hatte. Bran und Mianissa verwandelten alle zurück in die Normalgestalt und gemeinsam erkundeten sie den Gang, in dem sie sich befanden, wobei Mianissa als Fledermaus auf dem Kopf ihres Tigons Platz nahm. Alles in diesem Gebäude war wie in dem ganzen Komplex auf Verteidigung ausgerichtet und man konnte durch mehrere massive Eichentüren zu den Schießscharten gelangen, bei denen sich auch Halterung für Waffen und ähnliches befand, sowie auch in jedem Raum eine Werkstatt. Alles sah gebraucht auf, als wäre es für verschiedene Manöver öfters gebraucht worden, aber auf dem Boden war eine Staubschichte ohne Spuren zu sehen. Alles wirkte verlassen. Die Gruppe ging den Gang nach rechts lang und fand auf halber Strecke eine Treppe nach unten. In dem Glauben, das sich Räume unter der Erde besser verteidigen ließen, vermuteten die Helden dort unten den Thronsaal oder was auch immer das für ein Raum war. Außerdem waren die Gefängnisse ebenfalls meistens unterirdisch und eine Falle für die Gruppe wäre dort auch effektiver. Daher gingen die Gefährten die Treppe nach unten, allen voran Amara. Unten angekommen, bemerkten sie eine alte, abgestandene Luft, die durch keinen Luftzug aufgefrischt wurde. Der Weg gabelte sich nach links und rechts, wobei die Gruppe nach rechts ging. Nachdem sie nochmal um eine Ecke ging, die mit der des Gebäudes darüber ungefähr übereinstimmen sollte, gelangten sie auf halben Weg zu einer weiteren, schweren Tür, hinter der es weiter hinab ging. Außerdem ging die Tür nur in den Gang hinein zu öffnen und hinter ihr befand sich ein Steinrahmen, der ein Einrammen der Tür erschweren würde. Anscheinend lag die Gruppe richtig damit, dass die Verteidigungsanlagen von den unteren Ebenen weiter geführt wurde. Die Gruppe mit Amara an der Spitze erforschte noch weiter den Gang, wobei Bran mit Nym zurückblieb, da er sich schon dachte, wie die Etage aufgebaut sein würde. Tatsächlich behielt er Recht mit seiner Vermutung zur Anlage und der Gang führte nur einmal rundherum. So setzte der Cult den Weg weiter hinab fort, wobei die Treppen erst ungefähr 10 m diagonal nach unten führten und dann nach einem Knick nach rechts weiter hinabgingen. Am Ende war wieder eine Tür, genau wie oberhalb der Treppe. Dahinter befand sich ein komplett schwarzer Raum, der etwa 130 bis 140 m lang, 100 m breit und ca. 15 m hoch war.

In dem Raum hing in etwa 80 m Entfernung eine Gestalt auf halber Höhe in der Luft an Ketten, deren Kettenglieder viel zu groß für sie erschienen. Die Arme und Beine der Gestalt wurden wie bei einem X auseinandergezogen und um die Ketten bewegte sich jeweils ein pulsierendes, rot-orangenes Licht entlang, wobei die Diagonalen versetzte Richtungen besaßen. Das Licht erhellte einen Teil des Raumes. Die Gestalt konnten die Gruppenmitglieder nicht erkennen. Sie sahen nur, dass sie ein weißes Kleid trug. Uladula bewegte sich direkt auf die Person zu, während Bran ihn auf der linken Seite im Bogen flankierte und Thorgrim das Gleiche auf der rechten Seite machte. Amara und Jorax gingen im Schatten an der linken Wand entlang in den Raum hinein und Mianissa folgte auf ihrem Tiergefährten in einigem Abstand Uladula. Der rief, als er näher heran war, laut die Gestalt an, doch obwohl sein Ruf überaus laut im Raum mehrfach von den Wänden zurückschallte, reagierte die Gestalt nicht. Sie schien bewusstlos zu sein. Als sie nah genugt waren, konnten Amara, Jorax, Bran und Mianissa Miu in der Gestalt erkennen. Obwohl Brans Herz pochte, als er sie erkannte, kam ihm das Ganze doch merkwürdig vor und so zauberte der den Wahren Blick, um notfalls Illusionen erkennen zu können, gefolgt von Magie entdecken. Für ihn sah die Szenerie weiterhin genau so aus, doch er erkannte in dem Leuchten eine Art Falle, die irgendwie mit Miu zusammenhing. Er warnte seine Gefährten, doch Uladula, den das alles egal zu sein schien, ging zu den in den Boden führenden Ketten und wollte auf sie einschlagen. Bran, der befürchtete, dass dies die Falle auslösen und Miu verletzen könnte, beeilte sich und bannte gerade noch rechtzeitig den Zauber der Leuchterscheinung. Das hatte aber einen anderen Effekt als erwartet und führte dazu, dass die Ketten verschwanden und Miu hinabfiel. Bran eilte sofort zu ihr und fing sie gerade noch rechtzeitig auf, doch in seinen Armen verwandelte sie sich und wurde zu einer toten, heruntergekommenen Prostituierten. Wie konnte sein Zauber mit dem Wahren Blick versagen? Eine wirklich mächtige Person musste diesen Zauber gesprochen haben und just in dem Moment, als er das dachte, enthüllte sie sich auch.

Von der Tür her ertönte eine bekannte und gehasste Stimme. Es war der Sukkubus Ilinieth, den der Cult anfangs als Tuptin beim Vorfall mit dem Holzfäller kennengelernt hatte und der schon öfters in die Machenschaften um Miu verstrickt war. Sie sprach davon, dass sie es unerwartet fand, dass wir nicht den Mechanismus zum Lösen der Ketten verwendet hatten, auch wenn wir so zum gleichen Ergebnis kamen. Sie teilte ihre Enttäuschung darüber mit, dass eine so mächtige Gruppe so einfach in die Falle lief und während sie noch redete, versuchte Bran seine alte Methode, um Ilinieth, die einem Angriff so gut ausweichen konnte, beizukommen. Er beschwort einen Erdelementarmonolithen direkt über ihr, der auf sie niederkrachte und sie begraben sollte. Doch der Sukkubus verschwand mit einem Lachen. Dafür erschienen in der anderen, dunklen Ecke daneben in ungefähr 10 m Höhe ein Paar rot leuchtender, pulsierender Augen und es waren schwere Schritte zu hören. Die Kreatur sprach mit monotoner, lauter Stimme und sagte, dass sie die Befehle der Meisterin befolgen und ihre Feinde töten würde.

Die Augen richteten sich zum Elementarmonolithen, senkten sich und die Kreatur stürmte auf den Monolithen zu und rammte ihn gegen die hinter ihm liegende Wand. Ein Kampf entbrannte, bei dem es der Cult anscheinend mit einem riesigen Minotaurus zu tun hatte, wobei sich Mianissa sicher war, dass dieser von einem Dämon oder Teufel besessen sein musste. Stahl auf Stein erklang und während der Minotaurus seinen Aufmerksamkeit auf den herbeigezauberten Monolithen konzentrierte, nutzten die Gefährten ihre Chance. Amara feuerte Pfeil um Pfeil ab, traf aber unter anderem auch den Elementarmonolithen, da beide in der Dunkelheit kämpften und kaum was zu erkennen war. Ihre Angriffe auf den Minotaurus schienen kaum bis gar nichts zu bewirken. Bran verwandelte sich in einen legendären Ur-Bären und nutzte seine Zauber, um sich und gleichzeitig Nym zu verstärken. Mit Tierwachstum vergrößerte er sie, verstärkte mit einem weiteren Zauber ihre Körper und Angriffe und ließ die Macht der Natur in ihre Körper fahren. Außerdem verbesserte er ihre Klauenangriffe zu magischen Waffen mit guter Gesinnung, da solche Angriffe beim Kampf gegen die Dämonen bei den Akuma-bi sehr wirksam waren. Anschließend stürzten sich die riesigen Bären Seite an Seite in den Kampf. Mianissa verwandelte sich hingegen in die stärkste Form eines Betrachters, die sie kannte und nutzte ihre Zauber gegen den Minotaurus, konnte seine Zauberresistenz aber nicht überwinden. Mit ihren Augenstrahlen traf sie wegen der Dunkelheit ebenfalls unter anderem auch den Elementarmonolithen. Uladula machte es Bran gleich und verstärkte sich mit mehreren Zaubern, bevor fast gleichzeitig mit Bran angriff. Jorax beschwor einen Feuerklon und griff mit diesen ebenfalls an, wobei der Klon den Minotaurus ins Licht tauchte und das Ziel für die Fernkämpfer etwas erhellte. Und Thorgrim stürmte nach Art der Barbaren hingegen früh los, sprang den Minotaurus an und schlug auf ihn ein. Doch die schweren Wunden, die er schlug, schlossen sich zum großen Teil recht schnell wieder, sodass sie insgesamt wenig auszurichten schienen. Würde die Gruppe diesen anscheinend mächtigen Gegner besiegen können, so wie bisher alle ihre Gegner (mit Ausnahme der lästigen Ilinieth) oder hatten sie die Macht ihrer Gegner unterschätzt und würden in dieser Falle sterben?

Absichtlich in die Falle (Cult of the Damned)

2 thoughts on “Absichtlich in die Falle (Cult of the Damned)

  • 2. Februar 2019 um 1:10
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    Na bei euch ist ja was los… hättet ihr nur mal euren (un-)treuen Barden dabei gehabt 🙂 wäre lustig geworden.

    Hoffe bei euch ist alles gut!? Liebe Grüße aus Kölle 🙂

    • 2. Februar 2019 um 21:33
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      Die besten Grüße zurück nach Köln 🙂
      Wie ergehst dir? Alles im Lot?

      Jo, bei uns ist alles bestens. Außer der eine Zwerg der kein Alkohol verträgt, aber sonst ist alles gut.

      Na wärest mal hier geblieben. Da gab es schon die eine oder andere sehr gute Situation 😉

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