Du hast ihn sicher schon irgendwo gesehen, wenn du in letzter Zeit in Baldurs Tor warst. Ein dunkelhaariger Elf, abartig groß und schlacksig mit Armen wie Ästen und mehr Tätowierungen auf seiner Haut als Kleidung. Wenn die spitzen Ohren nicht wären könnte man ihn fast für einen Nordländer halten… naja,einen rasierten Nordländer vielleicht.

Nein, ich hab nicht die leiseste Ahnung wo er herkommt. Er spricht nicht viel Gemeinsprache, glaube ich, eigentlich komisch für einen der so weit gereist ist wie er. Oh, das Ding, das er überall mit sich rumträgt? Das hat er bei mir anfertigen lassen, war richtig komisch. Ich hab zuerst versucht, eine ordentliche Waffe zu verkaufen, ein Langschwert oder zumindest einen Krummsäbel, aber nein er besteht drauf, gibt mir sogar Anweisungen wie ich das Ding schmieden soll. Mir! Lausiger Barbar. „Nicht mehr als zwölf Zoll lang, die Spitze eineinhalb Zoll breiter als der Rest der Klinge und nach vorne gebogen ausgerichtet, keine Parierstange, nur ein runder Griffschutz aus Holz.“ Nennt sich ‚Ma-che-te‘ das Ding, hab meinen Kumpel Nisus gefragt, der ist selber Mondelf und der hat das Wort noch nie in seinem Leben gehört… Appropos, willst du was richtig gruseliges hören? Wie Nisus sich mit ihm auf Elfisch unterhalten hat – genau, an dem Abend am Hafen wie ich beim Würfeln den ganzen Topf abgeräumt hab! – weißt du noch, wie sich bei Nisus die Nackenhaare aufgestellt haben, je länger er mit ihm gesprochen hat? Ich hab ihn nachher gefragt, was denn los war und stell dir vor, Nisus meint der Barbar spricht zwar Elfisch aber mit einem Drow-Akzent.

Nein, man spricht es ‚Droh‘ aus und nicht ‚Drau‘.

Also haben wir hier einen Elf, der aussieht wie ein nordischer Berserker, unter den Sternen schläft und rohes Fleisch isst wie ein Gnoll im Wald und spricht wie ein verfluchter Drow. Und aus irgendeinem Grund will er unbedingt nach Korrin, er fragt schon eine ganze Woche lang deswegen rum. Ich meine was soll man davon halten? Ich würd ihn ja gerne den Wachen melden, aber du hast ja sicher schon gehört, wie er kämpft, wenn er in die Ecke getrieben ist, der hat dem Dicken Rolf ein Ohr abgerissen, mit den Zähnen!

Seinen Namen? Naja, wir haben ihn einfach Totes Pferd genannt, weil sobald er angekommen ist ist der Gaul, auf dem er eingeritten ist einfach zusammengebrochen und verreckt, mitten auf der Hauptstraße. Schrecklicher Anblick, das arme Vieh hatte lauter Pfeilwunden. Ich glaube ihm gefällt der Name, seit er hier ist stellt er sich auch immer als Totes Pferd vor. Er hat ein oder zwei Mal versucht uns seinen echten Namen zu sagen, aber keiner außer Nisus hat ihn richtig aussprechen können, also haben wir’s gelassen, bevor er sauer wird. Warte, ich glaube er hat ihn sogar aufgeschrieben, für seine Rechnung bei mir…

Tamrosekincaiwellyn.

Kein Wunder, dass ihm Totes Pferd besser gefällt, was?

 

 

Zitate von Tamrosekincaiwellyn, AKA Totes Pferd

Über Gut und Böse:

„Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss um sich und die, die er liebt zu schützen. Aber manchmal tun Männer auch mehr, als sie müssen, grausame Dinge, unverantwortliche Dinge, einfach nur weil sie’s können. Grausamkeit ist ein Zeichen von Schwäche und Schwäche wird früher oder später immer bestraft.“

Über Rechtschaffenheit und Chaos:

„Regeln sind wie… Kleidung. Es ist gut, welche zu haben, aber ein Mann der immer die selbe trägt, egal zu welcher Jahreszeit, an welchem Ort und zu welchem Wetter wird früher oder später ins Schwitzen kommen. Oder erfrieren.“

Über die Götter:

„Ein Mann der nur auf seine Götter vertraut, zieht unbewaffnet in die Schlacht. Ein Mann der auf seine Muskeln, seine Erfahrung und auf den Stahl in seiner Hand vertrauen kann, der braucht keine Götter, die ihn schützen.“

Über Elfen:

„Die Menschen glauben, dass Alter gleichbedeutend mit Weisheit ist. Ich bin älter als ein Mensch je ohne Magie werden könnte und meine Weisheit habe ich selbst gefunden oder von anderen gestohlen, man hat sie mir nicht einfach geschenkt, nur weil ich alt bin.“

Über Menschen:

„Das beste, was die Menschen je geleistet haben? Die Hellebarde. Eine Waffe, die gleichermaßen als Axt oder als Spieß verwendet werden kann, das ist die klügste Erfindung, die ich je gesehen habe. Wenn wir Elfen die Hellebarde vor den Menschen erfunden hätten, würden wir an eurer Stelle über Faerun herrschen, da bin ich mir sicher.“

 

Eindrücke meiner ersten Seereise von Tamrosekincaiwellyn AKA Totes Pferd

Bin eindeutig nicht für die Seefahrt geschaffen, so viel Geschaukle und Gewackle. Habe mich die ersten Tage ständig übergeben. Keiner hat gelacht, der Genasi (ich habe erfahren, dass er Jenotus heißt) hat mir sogar gezeigt, wie ich richtig mit den Wogen mitatme um dem Schwindel entgegenzuwirken und der Kapitän hat mir etwas Rum gegeben. Die Atemübungen haben ein bisschen geholfen, der Rum aber mehr.

Fast die ganze Überfahrt lang Schlechtwetter. Hab den Kapitän gefragt, ob der Schiffspriester vor der Überfahrt noch allen Himmels- und Sturmgöttern angemessen geopfert hat, bevor wir losgefahren sind aber er ist der Frage ausgewichen. Ich habe dies richtigerweise als ein schlechtes Omen gedeutet.

Die Schiffsmannschaft erscheint mir ganz in Ordnung, aber dieser Expeditionsgesellschaft traue ich nicht ganz. Jenotus unterhält sich ständig mit ihrem Zauberer, ich sollte ihn wenn wir an Land sind bei Gelegenheit deswegen ausfragen.
Diese Madam Fley ist auch verdächtig. Was für ein hoher Beamter fordert im Fall seines Todes einen Nachfolger an, der erst um die halbe Welt reisen muss um das Amt überhaupt anzutreten? Jenotus sagt er traut ihr nicht, hält sie für eine Diebin. Ich glaube ihr ebenfalls nicht, denke aber da ist mehr im Gange.

Wir wurden angegriffen. Keine Piraten wie ich erwartet hatte, sondern Seekreaturen mit neun Fuß langen Fangarmen, wie der Kraken aus den alten Geschichten. Die beiden Zauberer nennen die Bestien Scyllae und behaupten, sie seien hier nicht beheimatet, sondern von einer andersweltlichen Macht beschworen worden.
Direkt vor dem Angriff hat der Barde (Halbling oder Gnom?) angefangen der Mannschaft eines seiner Zauberlieder vorzusingen und auch die ganze Zeit weitergesungen, während der Rest von uns gegen sie gekämpft hat. Ich wollte ihn nach dem Kampf der Sicherheit halber über Bord werfen, aber Jenotus und der oben genannte nutzlose Priester sind dazwischen gegangen. Ich werde es bei einer späteren Gelegenheit nachholen.

Nachdem wir die Kreaturen vertrieben haben, hat uns nichts mehr behelligt. Ich habe dem Stegmeister in Mintarn erzählt, unser Schiff stehe unter dem Schutz der Sturmgöttin. Menschen sind ein abergläubisches Volk, ganz besonders das kriminelle Gesindel unter ihnen, wenn er es weitererzählt wird uns bis zur Weiterreise nach Korinn hoffentlich niemand behelligen.
Ich habe beschlossen mich zusammen mit Jenotus nach einer Unterkunft umzusehen, weil wir beide genug von Hängematten haben. Mir macht die Hängematte nichts aus, aber ich bin einfach froh, wieder festen Erdboden unter meinen Füßen zu haben.

Auch wenn mir das Reisen zu Schiff unangenehm ist, das Kämpfen an Deck ist überraschend leicht. Man hat in jede Richtung klare Sicht und nicht zu viel Raum zwischen sich und potentiellen Gefahren zu decken, mit einem soliden Speer und einem festen Stand kann man sich auf einem Schiff sehr gut verteidigen. Und sollte doch ein Pirat oder Ungeheuer lebend an meinem Speer vorbeikommen, habe ich immer noch meine neue Machete.

 

Erste Eindrücke von Mintarn-Hafen von Tamrosekincaiwellyn AKA Totes Pferd

Jenotus und ich sind auf Empfehlung von Kapitän Friesel im “Betrunkenen Piraten” eingekehrt, angeblich eines der besseren Gasthäuser. Das Gasthaus selbst war angenehm. Ich habe die Gelegenheit genutzt um das erste heiße Bad seit mindestens drei Wochen zu nehmen und mir wurde sogar eine Hure zur Verfügung gestellt, eine Mischlingshexe mit scheinbar sehr vielseitigen Talenten. Leider scheint ihr dafür das Gespür für Feingefühl und Heimlichkeit zu fehlen, als draußen im Tavernenraum ein Kampf ausgebrochen ist habe ich versucht, mich durchs Getümmel zu schleichen und einen feindseligen Zauberer- Magier von Thay, Abschaum unter Abschaum! – still und heimlich abzumurksen und besagte Mischlingsfrau kam scheinbar auf den Gedanken ich würde mich noch unauffälliger bewegen können, wenn ich einen Meter größer wäre. Idiotisch, aber was kann man schon von einem Halbmensch erwarten, noch dazu von einer Frau.
Die Mannschaft der Frenja ist nach wie vor so nutzlos, wie ich sie beim Kampf gegen die Scyllae schon eingeschätzt habe, der Schiffspriester hat sich hinterm Tresen in seinen Flaschen verkrochen, der Kapitän und der Erste Maat wurden schnell überwältigt, der Magier, mit dem sich Jenotus angefreundet hat hat mit seinem Zauber mehr Schaden angerichtet als geholfen und der Halbling-Sänger hat während des ganzen Gefechts einfach in der Ecke seine Laute gespielt, sogar als einer der Kalim-Männer versucht hat seine Gefährtin als Geisel zu nehmen.
Wenn ich Jenotus nicht kennengelernt hätte, würde ich vermuten es ist die Magie, die ihnen allen das Hirn weich macht, nicht ihre menschlichen Gene.
Auf engem Raum, mit improvisierten Waffen und Gegnern in allen Richtungen kämpfte es sich nicht annähernd so gut wie auf dem Schiff und der Vergrößerungszauber hat dem Gefühl auch nicht geholfen. Ich bin mir vorgekommen wie ein großer dummer Oger der einfach planlos um sich schlägt. Die anderen Überlebenden sagten mir nachher, ich hätte im Kampfrausch jemandem mit einem Stuhl erschlagen. Eine peinliche Geschichte, zwischen dem Kampf heute und der Sache mit dem toten Pferd in Baldurs Tor scheine ich immer mehr zu einer Figur aus einem menschlichen Kneipenlied zu werden.
Aber der Tag hatte auch seine guten Seiten. Es gibt zwei Rote Magier von Thay weniger auf dieser Welt, was immer ein Grund zu feiern ist und ich habe mehrere Dokumente gefunden, die mir den Weg zu einem ganzen Nest dieser widerwärtigen Brut weisen könnte.
Wie ich vor einigen Tagen auf ein Schiff nach Korrin gestiegen bin, hatte ich nur vor meine ehemaligen Brüder wieder zu finden und einen von ihnen seiner gerechten Strafe zuzuführen, aber jetzt stellt sich heraus, dass es hier eine ganze Enklave voller Leute gibt, die den Tod genauso sehr verdient haben. Wäre ich ein abergläubischer Mann, würde ich die heutige Begegnung für ein Zeichen der Götter halten.

Die Tavernenhure ist nach dem Kampf noch einmal zu mir gekommen und hat mit einem Zauberspruch einige meiner Wunden geschlossen. Ich habe ihr angeboten, sie bei der nächsten Gelegenheit auch zu versorgen. Sie sagt sie freut sich darauf.

 

Über Mintarn – Eindrücke und Erkenntnisse von Tamrosekincaiwellyn AKA Totes Pferd

Es überrascht mich manchmal selbst, wie schnell Instinkte die Oberhand nehmen können.

Ich sollte Mintarn hassen. Ich hasse die Leute; Gesindel in allen Formen und Größen, vom Straßenschwindler bis zum Sklavenhändler. Ich hasse den Gestank im Hafen und die allgegenwärtige feuchte Hitze in der Luft, die kein Wind zu vertreiben zu können scheint. Ich hasse die allgemeine Bereitschaft zum Blutvergießen und ich hasse wie ansteckend sie ist. Jemand kommt zur Tür herein und mein erster Reflex ist zur Waffe zu greifen. Meine neuen Kameraden und ich stellen einen unfähigen kleinen Wurm, wie er sich davon schleichen will und mein Instinkt rät mir ihn zu töten, weil er mein Gesicht gesehen hat. Ich finde einen unschuldigen Gaffer, der zur falschen Zeit am falschen Ort war und jede Faser meines Körpers schreit gleich danach, ihm die Speerspitze durchs Genick zu treiben. Es widert mich an, wie leicht mich die Wut wieder übernimmt, nachdem ich ihr so lange widerstanden habe.

Ich fühle mich auf dieser verfluchten Insel so lebendig wie schon seit fünfzig Jahren nicht mehr.

Es erinnert mich an Thay oder an die Außenbezirke von Zentil, wo ich mit beiden Augen offen schlafen musste, wo ein unachtsamer Augenblick gereicht hätte, um mich ans falsche Ende einer Klinge zu liefern. Ein Ort wo Grausamkeit und Gier gleichbedeutend mit purer Selbsterhaltung sind. Nur bin ich diesmal nicht als Opfer hier, sondern aus freien Stücken und mit einem Ziel vor Augen.

Jeder weiß, dass Menschen dumm sind, aber ein besonders dummes Exemplar hat mich einmal gefragt, „Wie kommt es. dass ein Elfenkrieger, der fünfhundert Jahre lang trainiert um die Kunst des Schwertkampfs zu meistern von einem Zwerg oder Mensch oder Ork besiegt werden kann, der erst seit zehn Jahren übt?“ Ich hab ihm die Nase gebrochen, weil er mir auf die Nerven gegangen ist, aber er hatte nicht Unrecht. Tatsache ist, ein Elf vergisst in seinem Leben mindestens genauso viel wie er lernt. Ich war nicht immer ein… was immer ich jetzt bin. Krieger? Das hört sich falsch an. Ich führe keine Kriege, dafür mangelt es mir an echten Feinden. Das ist keine Arroganz, das ist Tatsache. Aber der Punkt ist, diese Wut, die mich antreibt, die wurde erst vor wenigen Jahrzehnten in mir geweckt und obwohl ich weiß, dass ich ohne sie Thay niemals lebend verlassen hätte, war sie mir seitdem mehr Fluch als Segen. Bis jetzt.

Was immer ich vorher war, hier kann ich es getrost vergessen. Hier kann ich versuchen aufzuhören, der zu sein der ich war und der sein, der ich will. Vielleicht vergesse ich hier irgendwann einmal den Namen Tamrosekincaiwellyn und nenne mich tatsächlich nur mehr Totes Pferd. Hier kann ich mich meiner Wut hingeben, denn dieser Ort und diese Leute verdienen meinen Wut. Hier könnte ich hundert Jahre Krieg führen, ohne jemals Gefahr zu laufen jemanden zu töten, der es nicht verdient hätte.

Ein trauriger Gedanke, aber auch ein beflügelnder.

Über Glückspiel- von Tamrosekincaiwellyn, AKA Totes Pferd

Wie ich erwartet hatte, gibt es auch hier in Mintarn waffenlose Wettkämpfe. Und wie ich ebenfalls erwartet hatte, wird hier genauso wetteifrig betrogen, wie gekämpft wird. Hätte ich die Zeit, würde ich die Leute hier besser kennen lernen, vielleicht ein paar Mal in den Ring steigen – professionelle Schwalben, wie es sie in der Arena von Zentil gibt verdienen hier sicher auch nicht schlecht – ich würde lernen, wie das Spiel hier gespielt wird, nicht der Faustkampf, sondern dass Spiel der Buchmacher und der Wettmeister. Die Kämpfer und Zuschauer in dieser Arena sind ein wahrer Querschnitt von Mintarn, vom Handelsbaron zum Türsteher. Und sie scheinen recht offen mit Informationen zu sein, zwei verschiedene Quellen – eine vertrauenswürdig, die andere weniger – haben mir eine Liste von Namen und Gesichtern geliefert, denen ich in den nächsten Nächten einen Besuch abstatten will.

Ich habe dem anderen Mischling, Strave, die Liste vorgelegt, aber er scheint im Moment zu voreingenommen mit diesem mystischen Unsinn zu sein, in den ihn Jenotus und Alina hereingezogen haben. Jemand hat dem kleinen Jungen einen Schrecken eingejagt und jetzt will er von der Insel flüchten, weil er den Zorn von irgendeinem Nekromanten fürchtet. Als ob man vor Leuten, die sich an die Toten wenden um Hilfe wenden Angst haben müsste. Es ist wie bei den Karten oder in der Arena, manchmal reicht allein ein starker Bluff, um die Runde zu entscheiden. Leute, die noch nicht viel vom Tod gesehen haben, fürchten sich vor Leichen, also kommen ihnen Magier, die Leichen befehligen gefährlicher vor, als sie tatsächlich sind.

Ich stelle fest, dass man in Mintarn doch Freundschaften schließen kann, allerdings nicht immer dort, wo man sie erwartet. Grumpf – seit der heutigen Nacht „Champion“ Grumpf – scheint ein sehr anständiger Kerl zu sein. Vielleicht kann ich ihn überreden, ein paar Namen von meiner Liste zu kreuzen, früher oder später wird ein ehrlicher Wettkämpfer wie er so oder so Ärger mit den gewichtigen Namen im Geschäft bekommen und ich glaube Grumpf ist schlauer, als er vorgibt zu sein, er wird sicher den Sinn in einem Präventivschlag sehen. Ich wünschte nur, er wäre nicht ganz so umgänglich mit den Drow.

Wo ich grade bei den Drow bin, es wird langsam Zeit, dass ich mir neue Kleidung kaufe, etwas, womit ich meine Tätowierungen leichter verbergen kann. Und einen Hut, unter dem die Ohren nicht so leicht zu erkennen sind.

Über „Härte“ – von Tamrosekincaiwellyn AKA Totes Pferd

Viele praktizierende der Kriegskunst, besonders die jungen, wie meine derzeitigen Begleiter pflegen eine Gewohnheit, die ihnen oft schneller zum Verhängnis wird kann als Klingen oder Zauber; das Ideal der „Härte“, der Gedanke dass ein wahrer Krieger keine Ruhe braucht und dass Erholungspausen etwas für Schwächlinge sind. Ein aufmerksamer Leser dieses Werkes wird gemerkt haben, dass ich andauernd von Kämpfen schreibe, Kämpfe zu Schiff, Kämpfe in Tavernen, Kämpfe mit Magiern und Mördern und grauslichem Getier, Kämpfe mit Waffen oder bloßen Händen. Der Grund dafür ist einfach, dass ich seit ich in Mintarn angekommen andauernd kämpfe, ohne Pause und ohne Gelegenheit, mich zu erholen und heute haben mich endlich die Folgen dieser rücksichtslosen Narretei eingeholt.
Drei verschiedene Kämpfe haben wir heute bestritten, alle drei gegen heimtückische Meuchelmörder, die Hinterhalte, Gifte und den Kampf aus der Ferne bevorzugten. Keiner dieser Assassinen hätte unter normalen Umständen eine Bedrohung für uns sein sollen. Grumpf ist ein Biest mit Bärenkräften, der wahrscheinlich bereits mehr über waffenlose Kampftechniken und Training vergessen hat, als ich während seiner ganzen Lebenszeit gelernt habe, Anskariat hätte während meiner Zeit in Zentil locker mit Voldurs Jungs mitreiten können, ebenso die Späherin von der Arkanen Bruderschaft, der junge Zwerg ist ein zuverlässigerer Schildwall als ein zwei Mal so großer Mann und die Riesin ist… nunja, eine Riesin. Und trotzdem haben uns eine Hand Voll verlauster Söldner mit Unterstützung eines Magiers beinahe in die Knie gezwungen, wir alle haben immer wieder das selbe gedacht: Ein einziger Kampf noch. Ein letztes Mal, dann ist Ruhe. Vielleicht ist es einfach Stolz, der Männer wie uns zu so etwas treibt, vielleicht wollen wir vor unseren Waffenbrüdern einfach keine Schwäche eingestehen, ihnen zeigen, dass sie sich auf uns verlassen können und dass wir nie aufgeben oder zögern werden. Das wird hart genug sind, alles einzustecken, egal wie schnell die Schläge kommen.
Es ist töricht. Nur weil man die Zähne zusammenbeißen kann, heißt das nicht, dass es eine gute Idee ist. Unsere Körper sind trainiert, um andere Körper in ihre Einzelteile zu zerlegen, aber solche Leistungen fordern Kraft und niemand von uns hat unendlich Kraft.
Während ich diese Worte schreibe, haben wir beschlossen im Tempel des Moradin Schutz zu suchen, damit wir uns erholen und unsere nächsten Zug planen können. Selbst wilde Tiere müssen sich Zeit nehmen ihre Wunden zu lecken.
Dreizehn Assassinen und ein Diener des Barandan Zhan sind am Ende des heutigen Tages tot. Ich hoffe das bereitet dem elendigen Zauberer eine schlaflose Nacht, während wir uns unsere erste richtige Pause gönnen.

Zurück aus dem Unterreich von Tamrosekinkaiwellyn AKA Totes Pferd

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Freier Himmel. Der Wind in meinem Haar. Das Fell eines gelegeten Feindes auf meinen Schultern und auf meinem Rücken hält mich warm.
Ich hab keine Ahnung wo ich bin, aber ich hab mich schon lange nicht mehr so lebendig gefühlt.
Auf ans Werk.