Schon früh bemerkte Eryn, dass sich ihre Stimme beruhigend auf andere auswirkte. Eigentlich sang sie nur um ihre Geschwister zu beruhigen. Immerhin gab es davon fünf Stück. Da sie die Älteste war und ihre Mutter die letzte Geburt nicht überlebte, musste sie sich um alles kümmern. Es war gar nicht so einfach Schule, Haushalt und die Geschwister unter einen Hut zu bringen, doch sie gab sich die größte Mühe es allen Recht zu machen. Ihrem Vater war sie eine große Stütze und ihm tat es oft leid, dass sie ihre Kindheit nicht genießen konnte. Doch Eryn störte es nicht Wäsche zu machen oder das Haus aufzuräumen während die anderen in ihrem Alter flirteten oder ihren Abend nicht zu Hause verbrachten. Immer war sie fröhlich bei der Arbeit…sang oder pfiff ein Lied vor sich her. Ihre Geschwister hörten ihr gerne zu, dachte sie sich doch die schönsten Geschichten aus. Komischer Weise gelang ihr es gut sich Dinge oder Geschehnisse auszudenken. Manchmal konnte sie selber nicht mehr zwischen Realität und Ausgedachtem unterscheiden.
Zweimal in der Woche durfte sie abends in die Taverne gehen. Sie genoss die Zeit mit ihren Freunden dort und lauschte gespannt den Erzählungen der Reisenden. Immer mehr merkte sie, wie sie es in die Ferne zog. Sie wollte das erleben, wovon die Fremden berichteten. Eines Tages nahm sie ihren Mut zusammen und sprach ihren Vater darauf an. Er lächelte und meinte „diese Reiselust hast du von deiner Mutter“. Er hatte nichts dagegen, nur konnte er ihr kein Gold für ihren Weg zur Verfügung stellen.
Aber das brauchte er auch gar nicht, denn ihre Geschwister hatten sie bei einem Gesangswettbewerb eingetragen, bei dem der Hauptpreis 100 Goldstücke waren und dazu gab es eine kleine Laute.
Anfangs war sie ein wenig sauer auf ihre Schwestern und Brüder, hatte sie doch noch nie vor so viel Publikum gesungen. Doch kaum stand sie auf der Bühne flogen die Worte nur so aus ihr heraus.
Einen kleinen Teil ihres Preises gab sie ihrer Familie und ein paar Tage später zog sie los.

Zehn Jahre ist es nun her, dass sie ihr Elternhaus in Esmeltaran verlassen hat. Durch ihre neugierige und offene Art fand sie schnell Leute zum Unterhalten oder Reisen.
Auf dem Weg nach Baldur´s Tor hat sie sich zu einem Stopp in Beregost verleiten lassen. Zu ihrem Glück wie es schien, denn hier hat sie ihren ersten echten Goliath mit seinem Gefolge gesehen. Daraus lässt sich bestimmt eine tolle Heldengeschichte  machen…