Nashazar hätte ein ganz normales Leben führen können. Er wurde 1344 in Baldurs Tor geboren, so wie viele andere. Er hatte keine Geschwister und kannte nur seine Eltern, da er die Großeltern väterlicherseits nie gesehen hatte, da sein Vater ursprünglich aus Atkatla stammte. Angeblich soll er dort auch einen Onkel haben. Seine anderen Großeltern hingegen wollte er nie sehen. Sie wohnten in einem kleinen Dorf im Norden namens „Dolchfurt“. Sie verstießen seine Mutter als Abnormität bereits im jungen Alter, als sich die ersten Anzeichen ihres Erbes bemerkbar machten. Und genau darin liegt das Problem. Nashazar konnte kein normales Leben führen, weil sowohl er, als auch seine Mutter, Tieflinge waren. Seine Mutter Caelynn überlebte nur, weil ein paar Druiden aus dem Wald sie aufzogen. Dort lernte sie die Kunst der Heil- und Kräuterkunde. Als sie alt genug war, zog sie nach Baldurs Tor, wo sie ihr erworbenes Wissen für die Menschen einsetzte, um zu zeigen, dass sie anders war, als ihre Eltern glaubten und vor allem auch anders, als ihre Eltern. Zum Abschied bekam sie von den Druiden eine silberne Kette mit einem Einhorn geschenkt. In Baldurs Tor lernte sie auch seinen Vater Zasheir Jassen kennen, der damals dort als Dockarbeiter arbeitete und nach etwaigen Kneipenschlägereien immer wieder bei Caelynn landete. Und so begann Nashazars Leben.

Seine Familie kam über die Runden und während sie von einem Teil der Bevölkerung misstrauisch betrachtet wurde, weil 2 Tieflinge in der Familie lebten, wurde sie vom anderen Teil, der Caelynn und ihre Fähigkeiten kannte, respektiert. Nashazars Eltern handelten immer hilfsbereit und offen, hielten sich aber aus jeglicher Politik heraus. Alles was sie brauchten, war Tymoras Segen und einander. Als jedoch 1351 die Pest Baldurs Tor heimsuchte, war Tymora wohl anderweitig beschäftigt. Ein ärmerer Teil im Viertel von Nashazars Eltern machte die Tieflinge für die Epidemie verantwortlich und bildete einen wütenden Mob, der Caelynn meuchelte und Zasheir aufhängte, als er seiner Frau zur Seite stehen wollte. Nashazar überlebte nur knapp, weil ihn seine Eltern im Haus unter den Dielen versteckten. Dadurch musste er aber mit anhören, wie seine Mutter getötet wurde. Um nicht laut zu schreien oder zu weinen, biss Nashazar fest auf das Einhorn an der Kette seiner Mutter. Erst Stunden, nachdem der Mob verschwunden war, traute er sich aus dem Versteck und schlich sich fort. Fortan lebte er im Armenviertel und in der Kanalisation von Baldurs Tor und alles was ihm blieb, war die Halskette seiner Mutter, die sie ihm zur Beruhigung kurz zuvor mit in sein Versteck gegeben hatte und die auf dem Einhorn seine Zahnabdrücke zeigte. Durch Diebstahl und betteln und von den Resten der Anderen lebte Nashazar die nächsten Jahre, bis sich langsam seine magischen Fähigkeiten entwickelten.

Zuerst konnte er kleine Zaubertricks und geringere Illusionen herbeizaubern, die ihm beim Stehlen halfen. Dann trat sein teuflisches Erbe hervor und Nashazar lernte mittels der Magie sein Auftreten zu verstärken, um eventuell jemanden einzuschüchtern. Es dauerte nicht lang, bis die ansässige Diebesgilde von einem Jungen mit solchen Talenten erfuhr und Nashazar ausfindig machte. Sie nahm ihn auf und bildete ihn aus, wobei Nashazar verstärkt seine magischen Fähigkeiten trainierte. Er wechselte seine Schutzgottheit von Tymora zu Maske, da Tymora seine Familie im Stich gelassen hatte. Die nächsten Jahre diente er zuerst als Taschendieb und dann als Erpresser und Einbrecher in der Diebesgilde, was ihm einigen Luxus bescherte. So lernte er das Leben auch einmal zu genießen. Da Nashazar als Tiefling sehr einprägsam war und unter Generalverdacht stand, musste er besonders gut sein. Einmal war ihm die Flammende Faust dicht auf der Spur, doch Nashazar konnte sie gerade noch auf eine andere Person lenken, einem Mann aus dem Viertel seiner Eltern, von dem Nashazar sich sicher war, dass er damals am Geschehen teilgenommen hatte. Dieser ging dafür unschuldig ins Gefängnis. Was aus ihm wurde? Wen interessiert’s! Gerade durch seine magische Begabung erhielt Nashazar in der Diebesgilde einen ansehnlichen Rang. Das Gesetz war ihm egal, doch blieb er einem Prinzip treu: Niemals von den Kindern und den ganz Armen zu stehlen. Denn diese Not, in der er selbst einmal steckte, würde er nie vergessen.

Die Jahre vergingen, der Coup von Sarevok Anchev begann und wurde innerhalb kurzer Zeit wieder beendet. An einem normal wirkenden Tag fand sich Nashazar in einer Hafentaverne wieder, so wie schon viele Male zuvor, um dem Leben zu frönen. Denn im Hafenviertel fand man die beste Unterhaltung, sowohl was Alkohol, als auch Frauen angingen. An diesem Tag kam es jedoch zu einer Meinungsverschiedenheit bezüglich einer Frau zwischen Nashazar und einigen Seeleuten, die erst kürzlich mit ihrem Schiff im Hafen von Baldurs Tor angelegt hatten. Es kam wie es kommen musste und so begann eine wilde Kneipenschlägerei. Das war nichts, in dem Nashazar besonders gut war und mit einer Überzahl von 4 zu 1 lag Nashazar nach kurzer Zeit bewusstlos am Boden. Als er erwachte, waren sein Geld und die Kette seiner Mutter weg. Sofort schwor er Rache und machte sich auf die Suche nach den Seeleuten, doch diese waren bereits wieder in See gestochen. Nach einigen Erkundigungen fand Nashazar heraus, dass die Seeleute von der „Seenymphe“ stammten und dieses kurz nach dem Zwischenfall Richtung Mondscheininseln aufgebrochen war. So sammelte er seine Sachen zusammen, klärte alles mit der Diebesgilde und heuerte auf dem nächsten Schiff Richtung Mondscheininseln an, um die Verfolgung aufzunehmen.

Questreihe-der-Outbreaks-im-Kloster-zum-leuchtenden-Streithammer-von-Moradin-Die-Magie.pdf

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